Hallo an alle! Hier ist die nächste Folge meiner Übersetzung der französischen FF von Alixe: Le choix de Lord Voldemort. Ich hoffe, sie wird euch genau so gut gefallen wie mir.

Disclaimer: Wie immer gehören die Zaubererwelt und ihre Charaktere und Orte nur zu J.K. Rowling. Das Konzept von mehreren Harrys, die sich treffen, kommt aus der Schreibgemeinschaft lesneufmondes. Natürlich verdienen Alixe und ich nichts damit.

Spoilers: Die ersten sechs Bände von Harry Potter.

Anmerkung von Alixe: Jene, die meine FF Der Andere schon gelesen haben, werden bemerken, dass es die gleiche Idee ist. Selbst, wenn einige Dinge gleich sind – wie zum Beispiel meine Sicht der Welt des anderen Harrys –, sind beide Geschichten voneinander unabhängig. Die Geschichte fängt am 2. August 1997 an, zwei Tage nach Harrys siebzehntem Geburtstag.


Die Entscheidung von Lord Voldemort:

Kapitel 7: Severus Snape, Unsäglicher:

Severus Snape erwartete sie um zehn Uhr am folgenden Morgen bei sich zu Hause. James kam nicht mit. Harry war sich nicht sicher, ob ihn sein voller Terminkalender daran gehindert hatte oder ob er es nicht ertragen konnte, im gleichen Raum wie der unausstehliche Mensch zu sein.

Jener Snape ähnelte dem sehr, den Harry kannte, außer dass er ihn nicht zu hassen schien. Ihn auch nicht zu lieben, das musste er zugeben, doch es gab diese ständige Spannung nicht, an die er bei seinem Lehrer für Zaubertränke gewöhnt war. Harry fragte sich, ob die Tatsache, dass er James' Leben gerettet und damit seine Ehrenschuld ihm gegenüber zurückgezahlt hatte, einen Teil des Hasses gelöscht hatte, den er gegen ihn empfand.

Da Lily den Grund für ihren Besuch schriftlich nicht ausgedrückt hatte, bestand die erste halbe Stunde aus Erklärungen. Dumbledore fasste möglichst kurz zusammen, was ihnen Harry während der vorigen Tage enthüllt hatte. Snapes Blick auf den jungen Mann während der Erzählung des Schulleiters war vor allem nachdenklich. Es war weder Sympathie noch Mitleid dabei, aber zumindest hatte Harry nicht den Eindruck, dass ihn Snape als verantwortlich für alle Unglücke seiner Welt betrachten würde. Als Dumbledore seine Erzählung beendete, bemerkte Harry, dass er nicht präzisiert hatte, wer seinen Doppelgänger getötet hatte. Harry wagte nicht, es zu sagen.

Snape überlegte lange, als es wieder still wurde, und fragte schließlich:

„Was erwarten Sie genau von mir?"

„Wir brauchen Ihre Kenntnisse im Gebiet der schwarzen Magie, um diesem jungen Mann ein Mittel zu zeigen, wie man die Horkruxe zerstören könnte."

„Ich habe zur Zeit viel Arbeit", sagte der Mann bloß und zuckte mit den Schultern.

„Bitte", griff Lily ein. „Tausende von Leuten erleben gerade den Schrecken, den wir selber erlebt haben. Wir dürfen ihre Bitte um Hilfe nicht zurückweisen."

„Wer garantiert uns, dass er dorthin zurückkehren wird, wo er herkommt?", setzte der Unsägliche entgegen.

„Hogwarts ist es, das ihn hierhin geschickt hat", antwortete der Schulleiter. „Ich bin es also, der sich darum kümmern soll. Wir brauchen Ihr Wissen."

Harry kochte vor Wut. Wie hatte er ihn nur einen Moment für weniger böse halten können als den anderen? Diese Gleichgültigkeit und seine Art und Weise, Harrys Anwesenheit zu ignorieren, indem er von ihm sprach, als würde er nicht da sitzen, empörten den jungen Mann. Es war ihm sehr schwer gefallen, ihn um Hilfe zu bitten. Diese Zurückweisung war mehr als das, was er ertragen konnte:

„Sie werden uns helfen. Sie sind es mir schuldig! Ihretwegen sind meine Eltern gestorben, Ihretwegen habe ich diese verdammte Narbe da!"

Snape blickte kaltblütig zur Stirn, die ihm Harry zeigte, ehe er zu Lily blickte, als wollte er damit beweisen, dass die so genannten Opfer doch lebendig waren.

„Harry", griff Lily mit einer müden Stimme ein, „wir haben schon gestern darüber gesprochen..."

„Haben Sie nicht Monate lang in Schrecken gelebt?", ärgerte sich Harry. „Waren Ihr Leben und jenes Ihres Sohnes nicht gefährdet? Haben Sie nicht einen Geheimniswahrer gebraucht? Und warum? Weil der erbärmliche Mensch da die Prophezeiung seinem Herrn weitergesagt hat! Der da, von dem ist doch die Rede, nicht?"

Lily sah Snape fragend an. Letzterer zeigte keine Regung. Dumbledore sagte sanft:

„Er ist es aber auch, der unseren Voldemort auf eine falsche Spur geleitet und uns erlaubt hat, ihn gefangen zu nehmen. Er hat sein Leben gefährdet, um seinen Fehler wiedergutzumachen. Er ist niemandem etwas schuldig. Er wird uns helfen, weil er es will, aus Freundschaft zu uns."

„Ich bitte Sie, Professor, Sie wissen doch sehr wohl, dass ich kein sentimentaler Mensch bin", setzte Snape entgegen.

„Aber Sie werden uns helfen", behauptete Dumbledore und in seiner Stimme war nur Feststellung zu hören.

„Ja, jedoch nicht aus Liebe zu jenem Übermütigen. Sondern nur aus der Freude daran, die letzten Bruchstücke des Dunklen Lords zu zerstören. Übrigens, haben Sie eine Idee von der Identität jenes rätselhaften R.A.B.?", fragte er halb lächelnd.

„Ich denke, dass ich erraten habe, wer es ist", gestand der Schulleiter.

„Und Sie, junger Potter?", fragte Snape Harry mit einem Ton, der ihn an sehr schlechten Klassenerlebnissen erinnerte.

Lily schien die Spannung gespürt zu haben, die diese Worte in Harry verursacht hatten, denn sie legte eine Hand auf die Schulter ihres Schützlings, der neben ihr saß, als wollte sie zeigen, dass ihn niemand angreifen würde, ohne dass sie eingreifen würde. Der Unsägliche lächelte etwas spöttisch, was Harry heftig erröten ließ, und der Gryffindor musste sich zurückhalten, um Lily nicht zu sagen, dass er perfekt dazu in der Lage war, sich selbst zu verteidigen.

„Regulus Arcturus Black", enthüllte Albus Dumbledore, damit die unangenehme Stille nicht weiter dauerte.

„Regulus Black?", staunte Harry. „Sirius' Bruder?"

„Bei Merlin!", flüsterte Lily.

„Bellatrix Black-Lestrange war es, die beauftragt wurde, ihn... das Missfallen unseres Lords spüren zu lassen", erinnerte sich Snape. „Er hat Morde unter Familienmitgliedern immer besonders gemocht", bemerkte er. „Wie auch immer wurde sie bestraft, obwohl sie den lieben Regulus vernichtet hatte. Zu jener Zeit hatten wir uns gefragt, warum. Ich vermute, dass sie den Gegenstand wahrscheinlich nicht gefunden hat."

„Vielleicht wird Sirius eine Idee davon haben, wo sein Bruder ihn versteckt haben kann", vermutete Lily. „Oh, der Arme wird erschüttert sein, wenn er es erfährt..."

„Es scheint mir besser, diese ganze Geschichte für uns zu behalten", setzte Snape mit einem Ton entgegen, der zeigte, dass ihm die Gewissensbisse des älteren Blacks völlig gleichgültig waren. „Ich würde lieber keine Konkurrenten bei dieser spannenden Schatzsuche haben."

„Wir müssen natürlich vermeiden, dass ehemalige, nicht büßende Todesser davon hören", stimmte Dumbledore zu. „Wenn Sirius Black aber der Einzige ist, der uns sagen kann, wo der Gegenstand liegt..."

„Ich denke, dass ich weiß, wo das Medaillon liegt", griff Harry ein. „Tja, wo es in meiner Welt liegt."

Als er verstanden hatte, wer R.A.B. war, hatte er an Sirius gedacht und hatte sich an ihn im Haus am Grimmauldplatz erinnert. Da er gleichzeitig an das Medaillon dachte, so wie er es im Denkarium seines Schulleiters entdeckt hatte, hatte er endlich verstanden und hatte den Gegenstand dort wieder gesehen, wo er ihn zum ersten Mal gesehen hatte.

Die drei Erwachsenen warteten darauf, dass er das sagt, was er wusste, und er sprach weiter:

„Als wir im Haus der Blacks aufgeräumt haben, haben wir es wieder gefunden, ohne zu wissen, was es war. Ich erinnere mich nur daran, dass wir es nicht aufmachen konnten."

„Es muss immer noch da liegen", schloss Lily daraus.

„Es sei denn, Sirius hat es aufgefunden und es zerstört", bemerkte Harry.

„Sirius ist nie wieder in dieses Haus zurückgekehrt", erklärte Lily. „Er hat versucht, es zu verkaufen, doch niemand wollte es kaufen. Es ist also im gleichen Zustand wie, als du es gekannt hast, und das Medaillon liegt sicher immer noch da."

„Wir sollen also noch Gaunts Ring in den Ruinen des Hauses seiner Mutter finden, Toms Tagebuch bei Lucius Malfoy, Hufflepuffs Trinkpokal, Nagini..."

„Voldemort hatte nie ein Haustier", bemerkte Snape.

„Und so wie ich es verstanden habe", erklärte Dumbledore weiter, „soll dieser Horkrux nach Toms Rückkehr geschaffen worden sein. Er existiert hier also nicht. Und er wird für Sie nicht der schwierigste zu vernichten sein. Sie werden sie nur töten müssen."

„Das ist alles?", erstaunte sich Harry.

„Ja. Paradoxerweise ist es einfach, ein Seelenstück in die Totenwelt zu schicken, wenn es in ein lebendiges Wesen gelegt wird", erklärte der Schulleiter. „Man braucht nur, seinen Träger zu töten, und die Seele des Tiers nimmt den hinzugefügten Teil mit."

„Und man braucht nicht nur, den Gegenstand zu brechen, der den Horkrux behält, damit er weg ist?"

„Nein, er bleibt mit der Materie zusammen vermischt, die wie der Körper toter Leute in der Welt besteht."

„Ach, schade", bedauerte Harry. „Also habe ich alles gesagt, bis auf einen Gegenstand, der Ravenclaw oder Gryffindor gehört hat."

„Es fehlt einer", bemerkte Snape.

„Nein, ich habe alles gesagt", behauptete Harry, nachdem er alle Gegenstände in seinem Kopf wieder gezählt hatte.

„Es fehlt aber trotzdem immer noch einer", behauptete Snape.

„Das stimmt", bestätigte Dumbledore. „Nach dem, was wir verstanden haben, wollte Tom sechs Horkruxe schaffen, die mit dem Seelenstück, das in ihm bleibt, sieben Bruchstücke machen würden. Er hatte also schon fünf gemacht und wollte den sechsten beenden, nachdem er Sie getötet hätte. Er muss mit dem noch nicht aktivierten Gegenstand, den er gewählt hatte, nach Godric's Hollow gekommen sein. In unserer Liste wären also ein Relikt von Ravenclaw und ein Gegenstand, der Gryffindor gehören hat."

„Aber ich brauche nicht, nach dem sechsten zu suchen, da Voldemort es nicht geschafft hat, ihn zu verwandeln."

„Es sind zwei Leute gestorben, sogar drei, wenn man ihn mitzählt", setzte ihm Snape entgegen. „Es wäre überhaupt nicht weise, sich nicht zu versichern, dass dieser Horkrux nicht existiert."

„Oh, nein!", seufzte Harry. „Mit Nagini habe ich also insgesamt sieben, davon nur zwei, die zerstört worden sind. Und von den fünf verbliebenen habe ich zwei nie gesehen."

„Ich beschäftige mich mit den Horkruxen", versicherte ihm Dumbledore. „Sie werden nicht zurückkehren, ohne sie gesehen zu haben und ohne zu wissen, wo sie möglicherweise liegen. Was Sie betrifft, Lily und Severus, zähle ich auf Sie, dass Sie uns zeigen, wie man sie vernichten kann."

„Und ich?", fragte Harry.

„Nun, wenn Sie unbedingt etwas tun wollen, denke ich, dass ich für Sie einen Lehrer in Verteidigung gegen die dunklen Künste finden werde."


Am nächsten Morgen ging Lily sehr früh weg, um mit Severus Snape eine Menge schwarzmagischer Bücher zu lesen, die er an irgendeinem Ort gefunden hatte, den keiner kennen wollte. James betrat den Speisesaal, während die drei Jugendlichen frühstückten, und legte die Zauberstäbe der beiden Harrys auf den Tisch. Als Antwort auf die erstaunten Blicke der beiden jungen Leute, erklärte er:

„Harry, ich bin es, der dich für die Verteidigung und das Duellieren trainieren wird."

„Sie?", staunte Harry, bevor er sich – etwas zu spät – fragte, ob er nicht kränkend gewesen war.

„Zweifelst du an meinen Fähigkeiten?", fragte James, der mehr amüsiert als gekränkt war.

„Nein, natürlich nicht", versicherte ihm Harry ehrlich – immerhin hatten Dumbledores Entscheidungen zwar manchmal merkwürdig scheinen können, doch sie waren nie grundlos gewesen. „Man hat mir nur nie gesagt, dass mein Dad in diesem Fach besondere Fähigkeiten hatte."

„Das war nämlich nicht mein bestes Fach in der Schule", gestand James, „als ich aber erfahren habe, dass mein künftiges Kind trotz unseres Willens in den Krieg einbezogen wurde, habe ich bei einem Auroren namens Alastor Moody Unterricht genommen. Er war der Beste."

„Ich kenne ihn", meinte Harry.

„Ehrlich? Weil er bei uns am Tag der Gefangennahme von Du-weißt-schon-wem gestorben ist. Kurz und gut fehlt es mir zwar vielleicht an Übung, aber ich bin nur der Ausbilder und meine theoretischen Kenntnisse werden genügen. Vertraust du mir?"

„Natürlich", rief Harry aus.

„Perfekt. Ich habe eine Lichtung im Wald neu gestaltet, damit wir weder gestört werden noch jemanden verletzen. Ich empfehle dir, mehr zu essen", fügte er hinzu und schob einen Teller voller Haferflocken zu ihm. „Du wirst es brauchen."

„Und ich?", fragte der andere.

„Ich nehme ausschließlich Schüler an, die in diesem Fach bei ihrem ZAG ein O bekommen haben", erwiderte James.

„Du hattest ein O in Verteidigung?", erstaunte sich der hiesige Harry und starrte seinen Doppelgänger an.

„Ja, ich habe bei der Prüfung einen gestaltlichen Patronus heraufbeschworen.", erklärte der andere etwas verlegen.

„Ach so, das ist schon was!", meinte sein Doppelgänger bewundernd.

„Wie auch immer", ließ James letzteren bemerken, „reist du morgen zu den Longbottoms. Von deiner Mum soll ich dir sagen, dass du heute schon deinen Bündel vorbereiten solltest. Und sie hat präzisiert, dass sie dir nicht wie letztes Mal deine Unterhosen schicken würde, falls du sie vergisst."

Rose prustete los und Harry konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

„Nicht schlimm", erwiderte der Vergessliche. „Dann ziehe ich keine unter meinem Umhang an!"

Als das Gelächter verklang, sah James seinen Sohn an und sagte ernst:

„Harry, wir werden uns darum bemühen, dass deine Ferien trotz des Unvorhergesehenen so normal verlaufen wie möglich" - dabei lächelte er seinem Gast zu, als wollte er ihm zeigen, dass er auf ihn nicht sauer deswegen war. „Vergiss aber nicht, dass wir auf dich zählen, nicht zu plappern und von unserem zweiten Harry mit niemandem zu reden, nicht mal mit deinem besten Freund. Das ist sehr wichtig, verstehst du das?"

„Ja, das geht, Dad, ich bin ja nicht völlig leichtsinnig."

„Ich gestehe, dass ich gerne ein bisschen sicherer davon sein möchte. Deine Mum und ich haben alles getan, damit deine Schwester und du vor der Gewalt geschützt werdet, die während unserer Jugend üblich war, aber ich fürchte, dass wir es zu gut geschafft haben und dass ihr nicht wirklich versteht, wie ernst die Lage ist, mit der unser Gast konfrontiert wird."

Rose und ihr Bruder sahen Harry ernsthaft an und Letzterer bewegte sich, weil er sich plötzlich unwohl fühlte. Da er dachte, dass er gut verstanden worden war, sprach James dann über ein anderes Thema:

„Und du, Rose, möchtest du nicht einige Tage bei deiner Freundin Demelza verbringen?"

„Ich werde sie besuchen, aber ich würde lieber meine Abende mit euch verbringen", antwortete sie und schenkte ihrem Vater und Harry ein lilysches Lächeln.

„Wirst du dich nicht langweilen?", fragte James besorgt.

„Oh nein! Ich muss meinen Gemüsegarten pflegen, alle Bücher lesen, die Mum für mich gekauft hat, meine Ferienaufgaben schreiben, und heute muss ich einen Flubberwurm sticheln."

„Ach! Merke es dir, Dad. Sie hat es gestanden, sie ist es, die sie mit mir Händel sucht!"

„Ich merke es mir, ich merke es mir. Ist Nicht-Flubberwurm-Harry mit seinem Frühstück fertig?"

„Hey!", protestierte Flubberwurm-Harry.

„Ja, ich bin fertig, James", versicherte Nicht-Flubberwurm-Harry.

James stand auf und ging zur Haustür, während Harry ihm folgte.

„Wir werden apparieren", kündigte er an und reichte ihm den Arm.

Im nächsten Augenblick standen sie mitten im Wald.

„Kannst du allein apparieren?", fragte James.

„Ja, ich hatte Unterrichtsstunden, aber ich hatte noch keine Zeit, meine Prüfung zu machen."

„Dann werden wir daran arbeiten. Das ist während der Kämpfe sehr nützlich. Gut, versuche, hinter mich zu apparieren. Und konzentriere dich gut, ich möchte dich nicht überall auf dem Land aufsuchen müssen."

„Wie nett, dass Sie mich ermutigen!", sagte Harry ironisch.

„Voldemort wird dich nicht ermutigen", antwortete James ernsthaft. „Er wird im Gegenteil versuchen, dich die Fassung verlieren zu lassen und dich zu überzeugen, dass du weniger stark bist als er."

„Es wird nicht schwierig sein, da er tatsächlich unendlich stärker ist als ich", seufzte Harry, der wirklich entmutigt war.

„Glaube es nicht. Er hat drei Male versucht, dich zu töten, und du lebst immer noch. Es existiert außerdem eine Prophezeiung, die sagt, dass du ihn töten kannst. Du machst ihm Angst. Sehr viel. Er wird deswegen Fehler begehen. Nichts ist aus, mein Junge, vergiss es nie", drängte James und klopfte ihn freundlich auf die Schulter, was Harry mehr beruhigte als all seine Worte. „Aber genug geschwatzt. Appariere."

Harry konzentrierte sich und schaffte es, gerade hinter James zu kommen.

„Sehr gut. Du beherrschst das Präzisionsapparieren. Wenn wir nach Hause zurückkehren werden, schauen wir mal, was du bei längeren Distanzen wert bist. Was kennst du für Schutz- und Kampfzauber?"

„Den Protego, den Expelliarmus, den Stuporfluch, den Silencio, den Tarentallegra, den Patronus, den Beinklammerfluch..."

Harry stoppte und wagte nicht zu gestehen, dass er eines Tages versucht hatte, einen Cruciatus-fluch auszuüben.

„Gut, das ist nicht schlecht. Zeige mir zuerst deinen berühmten gestaltlichen Patronus."

Harry konzentrierte sich auf die letzten Tage: die Spiele mit den Geschwistern, ruhige Gespräche mit Lily, James, wenn er gut gelaunt war...

Expecto Patronum!"

Ein Hirsch, der glänzender und schöner war denn je zuvor, schoss plötzlich aus seinem Zauberstab heraus und ging majestätisch um die Lichtung herum, ehe er zu ihnen zurück schritt. James, der offensichtlich fasziniert war, murmelte mit einer rauen Stimme:

„Er ist wunderschön."

Die Erscheinung verschwand allmählich.

„Gut", sagte James mit einer immer noch genauso rauer Stimme, bevor er sich räusperte, „jetzt kommen wir zum nächsten Punkt des Programms. Ich sende Täuschungen zu dir, gegen die du dich wehren musst. Simulo!"

Harry befand sich mitten unter Schatten.

Protego", sagte er instinktiv, als ein farblicher Blitz auf ihn zu flog.

Er wirkte Angriffszauber und sah, dass seine Gegner explodierten, wenn er richtig traf. Doch andere stürzten sich auf ihn und er musste sich immer wieder wehren und sie vernichten. Eine Viertelstunde später wurden seine Angreifer weniger zahlreich und schließlich verschwanden sie alle. Er ließ sich atemlos auf den Boden fallen.

„Das ist nicht schlecht", gestand James.

Harry sah seine Arme an. Sie waren von Farbflecken bedeckt.

„Was ist das?", fragte er besorgt.

„Der Beweis, dass du getroffen worden bist. Du musst noch Fortschritte machen."

„Wie konnte ich sie aber vermeiden, sie umzigelten mich!"

„Du hättest hinter sie apparieren können", ließ ihn sein Ausbilder bemerken.

„Ich kann mich unter solchen Umständen nicht genug konzentrieren."

„Gerade das musst du lernen. Wir machen in fünf Minuten weiter. Nimm", fügte er hinzu, als er ihm eine Feldflasche reichte. „Trinke nur einen Schluck aus, sonst wird es dich schwerer machen."

„Was ist das?"

„Wasser, nichts mehr. Du wirst nicht unbedingt Stärkungstränke dabei haben, wenn du welche brauchen wirst. Du musst dich daran gewöhnen, ohne auszukommen."

Während ihm Harry seine Feldflasche zurückgab, fragte James – fast schüchtern:

„Sag mal, hast du eine Idee von dem, was dein Patronus meint?"

„Ja, Remus hat es mir erklärt. Ich... Ich habe sogar geglaubt..."

Es fiel ihm schwer, jenem diese Episode zu erzählen, der sein Vater hätte sein können, aber er spürte, dass er es ihm schuldig war.

„Als ich zum ersten Mal meinen Patronus gesehen habe, befand ich mich wegen des Zeitumkehrers gleichzeitig an zwei Orten. Und ich habe geglaubt... dass es mein Dad war, der vor mir stand und ihn zu mir schickte. Erst nachher habe ich verstanden, dass ich es war... Ich... Es ist mir dann komisch vorgekommen."

Komisch war nicht das Wort, das Harry hätte benutzen wollen, aber er wusste, dass ihn der Mann verstand, dessen Blick auf den Boden starrte.

„Und Sie", fragte der junge Mann, „haben Sie den gleichen?"

James schluckte mehrmals, ehe er eine Antwort wagte:

„Nein, meiner ist ein Falke. Mein Dad züchtete welche. Es war sein Lieblingszeitvertreib, sie zu dressieren."

„Sie... Könnten Sie ihn mir zeigen?", fragte Harry nach einer stillen Zeit.

„Wenn du willst."

Der Mann schloss die Augen und konzentrierte sich einige Sekunden lang, bis er bei einer inneren Erinnerung lächelte und die Formel sprach. Ein wunderschöner Greifvogel kam aus seinem Zauberstab, schwebte einen Augenblick lang in Kreisen über ihnen und verschwand schließlich.

„Danke", sagte Harry sanft. „Niemand sprach je mit mir von meinen Großeltern. Ich möchte gerne wissen, wie sie waren."

„Wir reden heute Abend darüber", versprach ihm James. „Ich werde dir Fotos zeigen. Aber jetzt machen wir weiter."

Gegen Mittag aßen sie ein wenig und erst um vier Uhr beendete James die Lektion. Harry war wie gerädert und an allen Körperteilen verletzt, weil James' Zauber gegen Ende offensiver geworden waren, „damit Harry erfährt, wie er sich besser davor schützen konnte", so sein unerbittlicher Lehrer.

„Ich lasse dich nach Hause apparieren", sagte ihm James.

„Sind Sie sicher? Ich bin erschöpft, ich gehe das Risiko ein, einen Fehler zu machen."

„Hör zu, Harry. Stell dir vor, du bist gerade einem Hinterhalt entwichen, du bist erschöpft, aber einer deiner Freunde liegt gerade sterbend neben dir. Wirst du zögern, ihn nach St Mungo mit zu bringen, nur weil du davor fürchtest, dich zu zersplintern?"

Harry schüttelte verneinend den Kopf.

„Gut, dann sehen wir uns im Haus wieder", schloss James mit einem Lächeln.

James verschwand. Harry seufzte und konzentrierte sich auf sein Ziel. Er wollte um jeden Preis vermeiden, dass ihn sein Ausbilder überall auf dem Land aufsuchen müsste.


Wie versprochen zog James am gleichen Abend die Fotoalben heraus und erzählte Anekdoten aus seiner Kindheit so wie die bemerkenswerten Geschichten, die verschiedenen Familienmitgliedern geschehen waren und die von Generation zu Generation weitererzählt wurden. Lily, die all das wahrscheinlich auswendig kannte, war nach oben gegangen, um ein bisschen aufzuräumen, während ihre Kinder offensichtlich Freude daran hatten, diesen Erzählungen wieder zuzuhören.

Lily kam plötzlich herein mit Kleidung in der Hand herein:

„Harry, ich habe diese drei Umhänge für dich genommen, gefallen sie dir?"

„Ich denke schon", sagte Harry, der nicht daran gewöhnt war, seine Kleidung zu wählen.

„Du kannst ihm meinen grauen geben", griff der andere Harry ein. „Ich mag ihn nicht besonders."

„So, so! Ist das, was du teilen nennst? Dein Gast ist es, der wählen soll! Wie bist du gewöhnlich angezogen?", drängte Lily und sah Harry an.

„Ich trage meine Schuluniform."

„Und während der Ferien?"

„Tja, die Klamotten meines Cousins", gestand Harry sehr verstört.

„Kauft Petunia nie Kleidung für dich?", fragte Lily und konnte es anscheinend nicht fassen.

„Nein. Ich habe ihr nicht gesagt, dass ich Geld bei Gringotts habe", versuchte Harry zu erklären, doch er verstand, dass es nicht die richtige Lösung war, als er den bestürzten Blickwechsel zwischen James und Lily erblickte.

„Das ist aber schrecklich!", rief Rose aus. „Warum wurdest du zu ihr geschickt, wenn man dich dort so schlecht behandelt?"

Harry sah Lily an und hoffte, dass sie an seiner Stelle antworten würde, aber zu seiner großen Überraschung wiederholte sie Roses Frage:

„Das stimmt ja! Woran dachte Dumbledore, als er dich außerhalb der magischen Welt erziehen lassen wollte? Er musste ja wohl erraten haben, dass du auch ein Zauberer bist."

„Er hat es getan, um zu vermeiden, dass ich mir zu früh meiner Berühmtheit bewusst werde", erklärte Harry, „aber vor allem wegen des Schutzes."

„Welches Schutzes?", fragte sie weiter, da sie immer noch nicht verstand.

„Des Blutschutzes", erwiderte Harry und war überrascht, dass sie es nicht wusste. „Jenen, den Sie, tja, meine Mum geschaffen hat, als sie gestorben ist. Wenn ich zu meiner Tante nach Hause zurückkehrte, so schützte er mich vor Voldemort. Darum musste ich bis zu diesem Sommer dorthin zurück. Bis zu meinem siebzehnten Geburtstag.", erklärte er.

Lilys Augen weiteten sich, als sie endlich verstand. Sie blieb mit verstörtem Gesicht mehrere Sekunden lang da stehen und konnte kein Wort sprechen.

„Das ist vergangen, Lily. Wir haben unser Bestes getan", sagte James schließlich nach den einigen Augenblicken, die ihm auch nötig gewesen waren, bis er verstand.

„Oh nein!", ächzte Lily. „Ich hatte das nicht vorgesehen! Oh! Harry, verzeih mir! Ich bin es, die dich ihnen geliefert hat. Merlin verzeihe es mir!"

Sie schluchzte plötzlich und lief hinaus. James lief ihr nach, sagte jedoch ziemlich unzufrieden, bevor er hinausging:

„Wenn man dir eine Frage stellt, heißt es nicht, dass du sie unbedingt beantworten musst!"

Verlegen starrte Harry die Tür an, durch die die beiden hinausgegangen waren, und versuchte zu verstehen, wie die Lage so schief hatte laufen können.

„Mach dir keine Sorge", kommentierte der andere Harry. „Immerhin weint Mum jedes Mal, wenn man über Familie redet. Sie hat versucht, zu ihnen zu gehen, aber sie wollten ihr die Tür nicht aufmachen. Der Mann ihrer Schwester soll ihr von hinter der Tür gesagt haben, sie sei eine Missgeburt und er werde die Polizei anrufen."

„Er hätte es nicht getan", schätzte Harry. „Er hätte viel zu große Angst davor gehabt, dass sie allen erzählt, dass sie mit ihnen verwandt ist. Und noch mehr vor dem, was die Nachbarn gesagt hätten."

„Tja, wie auch immer hat sie Stunden lang geweint, als sie zurück war, und Dad hat ihr sogar gesagt, dass es doof war, sich so sehr wegen Muggel den Kopf zu zerbrechen. Und er wird nicht lange sauer auf dich sein. Er schützt Mum nur sehr. Siehst du, das ist nicht so schlimm."

„Manchmal denke ich wirklich, dass Dad und du die Gefühlswelt eines Zaubertrankmessers habt", behauptete Rose mit verkniffener Stimme.

Sie prüfte, dass ihre Eltern wohl außer Hörweite standen, bevor sie zurück zu Harry kam und ihn fragte:

„Kannst du es uns ein bisschen genauer erklären?"

Harry, der von James' Bemerkung beeinflusst worden war, hatte zuerst vor, nicht zu antworten, doch er fing an, Rose zu kennen, und er wusste, dass sie ihn nicht in Ruhe lassen würde, so lange er nicht gesprochen hätte. Er erklärte also, wie der Tod seiner Mutter einen Schild geschaffen hatte, der ihn schützte, solange das, was er sein Zuhause nennen konnte, von einem Blutverwandten bewohnt wurde. Daher hatte er mit Petunia – und daher auch mit dem scheußlichen Vernon und dem grässlichen Dudley – zusammen wohnen müssen.

„Das stimmt, dass sie nicht lustig zu sein schienen", gestand Rose ein, die sie im Denkarium gesehen hatte. „Na, schmolle nicht so, du bist nicht daran Schuld, wenn du mit ihnen leben musstest."

„Ich hätte all das eurer Mum nicht erklären sollen", sagte Harry traurig.

„Sie wird sich wieder fassen!", versicherte ihm sein Doppelgänger.

„Sie wird sich einige Tage lang ein bisschen zu viel um dich kümmern und dann wird es besser werden", beruhigte ihn Rose.

„Du musst darauf vorbereitet sein, umschmeichelt zu werden, du wirst nicht hüsteln können, ohne dass sie dir einen Pulli gibt und du darfst nicht gähnen, sonst wirst du sofort ins Bett hochgeschickt", präzisierte ihr Bruder konkreter. „Wenn sie den Eindruck hat, sie ist mit uns nicht gut genug gewesen, dann versucht sie, es zu bessern und sie macht es noch schlimmer."

„Es tut mir Leid", meinte Harry verlegen und dachte, dass es für ihre leiblichen Kinder ärgerlich wäre, sie sich um einen anderen kümmern zu sehen.

Doch die Betroffenen schienen eher mitleidig als neidisch und sie gaben ihm Ratschläge, um alle mütterliche Manien zu vermeiden, ehe sie ihm vorschlugen, Tarot zu spielen.


Am nächsten Morgen reiste der hiesige Harry zu seinem Freund Neville mit einem schlecht gebundenen Bündel unterm Arm. An jenem Tag wie an den folgenden Tagen trainierte Harry mit James, der hinter seinem sanftmütigen und unbekümmerten Aussehen einen genauen und unversöhnlichen Duelllehrer versteckte. Er sah Lily nur abends, und sie kümmerte sich nämlich einige Tage lang sehr viel um ihn und warf James sogar Harrys Wunden an Stirn und Armen vor.

Am dritten Tag stritten sie eine Weile lang über James' Erziehungsmethoden. Harry sah sie erschrocken an, während Rose ruhig weiter aß, als wäre sie an solchen Szenen gewöhnt. Schließlich kam der Streit zu einem Ende und ein anderes Thema wurde besprochen, ohne dass die Eheleute zueinander besonders kühl wären. Und am nächsten Tag hatte Lily ein normaleres Verhalten Harry gegenüber wieder gefunden, was ihn sehr erleichterte.

Am Ende der Woche kam Dumbledore und berichtete über seine Fortschritte: Er hatte ohne Schwierigkeiten Slytherins Medaillon in einem Koffer am Grimmauldplatz gefunden, aber es war kein Seelenstück darin. Wahrscheinlich hatte Regulus Black es vernichtet. Der Ring der Gaunts war dank Harrys Hinweisen einfach aufgefunden worden. Dumbledore hatte seine Reise nach Little Hangleton ausgenutzt, um das Familienhaus der Riddles zu besichtigen, und darin hatte er einen Trinkpokal gefunden, den Harry als den erkannte, den er im Denkarium seines Mentors gesehen hatte und der Helga Hufflepuff gehört hatte. Beide Gegenstände reagierten auf die Antiobskuranten, die Severus Snape kannte.

Es wurde erwogen, eine Aurorengruppe zu den Malfoys zu schicken, um Riddles Tagebuch ausfindig zu machen, und Harry sprach von einem Versteck unter dem Holzboden des Wohnzimmers. Als James erfuhr, wie er die Information gekriegt hatte, sagte er, dass er sehr stolz auf ihn war, und Harry, den diese Ehre verlegen machte, wurde rot im Gesicht. Lily zeigte sich mehr von Hermines Leistung mit dem Vielsafttrank beeindruckt. Als er ihnen diese Episode erzählte, verspürte Harry noch einmal, wie sehr er seine Freunde vermisste.

Übrigens sprach er viel mit Rose über sie, wenn er mit seinem Training fertig war, und er erzählte ihr einzelne Episoden aus seinem Leben, die er vor ihr noch nicht erwähnt hatte. Das einzige, was er sorgfältig verschwieg, waren seine Gefühle zu Ginny. Er vertraute dem Mädchen völlig und liebte sie sehr, aber er wusste, dass sie sich wie alle Mädchen viel zu viel für Liebesgeschichten interessierte und dass sie ihn nicht mehr in Ruhe lassen würde, wenn er ihr seine kurze Romanze mit Rons Schwester enthüllte. Nun verspürte er keine, ja überhaupt keine Lust, darüber zu reden. Es schnürrte ihm die Kehle zu, wenn er bloß daran dachte.

Einige Tage später war es Snape, der den Gegenstand fand, der nach Harrys Mord zu einem Horkrux hätte werden sollen. Der Unsägliche hatte seine Bekannten im Ministerium angesprochen und es geschafft, zu den Gegenständen zu gelangen, die gerichtlich versiegelt worden waren, als Voldemort gefangen worden war. Er hatte sie betrachtet und hatte nichts gefunden, was zu einem der Gründer hätte gehören können. Er hatte dennoch einen Gegenstand genommen, dessen Gegenwart dort ihn erstaunt hatte.

„Das ist ein Vertrauensschülerabzeichen", erkannte Harry, als ihn Snape aus dem Geldbeutel herauszog, in dem er ihn mitgebracht hatte.

„Das von Tom Riddle", verstand Dumbledore.

„Es steht nicht auf der Liste, die wir festgelegt hatten", bemerkte Lily.

„Wie es mein Doppelgänger Harry gesagt hatte", antwortete der alte Zauberer, „ist es möglich, dass Voldemort darauf verzichten musste, ein Relikt zu benutzen, das Godric Gryffindor gehört hatte, denn das einzige, das wir kennen, in Hogwarts gut geschützt ist. Er soll also ein anderes Symbol gewählt haben."

„Und inwiefern ist es ein Symbol?", fragte James, der an allen Treffen teil nahm, die in Godric's Hollow stattfanden.

„Das ist eine Erinnerung daran, als man ihm zum ersten Mal Macht über seine Mitschüler gegeben hat", erklärte der Schulleiter mit einer traurigen Stimme. „Und das ist auch das Symbol der Blindheit des Lehrkörpers ihm gegenüber. Tom wusste sehr wohl, dass wir ihn nie ernannt hätten, wenn wir von seinen Ideen und seinem Ziel gewusst hätten."

„Gut, ich sollte es in den Ruinen des Hauses meiner Eltern finden", fasste Harry zusammen. „Und bei mir zu Hause ist es vielleicht ein Horkrux, richtig?"

„Das kann sein", antwortete Dumbledore ernsthaft.

Er blieb eine Weile lang nachdenklich, dann sagte er:

„Im Laufe der Woche werde ich zum Muggelwaisenhaus gehen, wo Tom seine Kindheit verbracht hat, um zu sehen, ob er da das unbekannte Relikt von Ravenclaw versteckt hat. James, ich zähle auf Sie und auf Ihre Bekannten, damit die Durchsuchung bei den Malfoys erfolgreich wird."

Während James nickte, um zu zeigen, dass er sich darum kümmerte, fuhr Dumbledore fort:

„Severus, Lily, wie weit sind Sie mit Ihren Recherchen?"

„Wir schreiten fort, Professor", versicherte ihm Lily. „Wir haben mehrere möglichen Rituale gefunden, aber wir haben kein Mittel, sie zu testen. Wir werden sie alle durchprobieren, wenn wir alle Horkruxe haben und nach Askaban gehen, um sie zu vernichten. Bis dahin studieren wir alle möglichen Bücher weiter, um zu versuchen festzulegen, welche am erfolgreichsten sein können."

„Sehr gut", schloss Dumbledore. „Wenn wir nichts Neues für Sie haben, dann treffen wir uns hier nächste Woche wieder, um Bescheid zu sagen, wie es weiter geht. Ich wünsche Ihnen allen einen schönen Abend."


Was kommt nächste Woche? Ein unerwarteter und erschütternder Besuch, dessen Folgen und ein genauso unerwartetes, brüderliches Gespräch.