Hallo an alle! Hier ist die nächste Folge meiner Übersetzung der französischen FF von Alixe: Le choix de Lord Voldemort. Ich hoffe, sie wird euch genau so gut gefallen wie mir.

Disclaimer: Wie immer gehören die Zaubererwelt und ihre Charaktere und Orte nur zu J.K. Rowling. Das Konzept von mehreren Harrys, die sich treffen, kommt aus der Schreibgemeinschaft lesneufmondes. Natürlich verdienen Alixe und ich nichts damit.

Spoilers: Die ersten sechs Bände von Harry Potter.

Anmerkung von Alixe: Jene, die meine FF Der Andere schon gelesen haben, werden bemerken, dass es die gleiche Idee ist. Selbst, wenn einige Dinge gleich sind – wie zum Beispiel meine Sicht der Welt des anderen Harrys –, sind beide Geschichten voneinander unabhängig. Die Geschichte fängt am 2. August 1997 an, zwei Tage nach Harrys siebzehntem Geburtstag.

Die Entscheidung von Lord Voldemort:

Kapitel 12: Gipfeltreffen:

Voldemort ausfindig zu machen und seine Gefangennahme zu verursachen, war das Thema mehrerer Gespräche zwischen Harry und seiner drei besten Freunde. Er hatte ihnen vom letzten Gespräch erzählt, das sie vor seiner Rückkehr gehabt hatten, und er hatte ihnen mit tiefem Bedauern die Überzeugung des anderen Dumbledores mitgeteilt, dass er mit dem Zaubereiminister verhandeln musste.

„Das ist das Vernünftigste", kommentierte Hermine.

„Das ist aber doch dadurch nicht angenehm", erwiderte Ron.

„Was garantiert uns, dass er das hält, was abgemacht wurde, sobald sich Harry öffentlich für ihn erklärt hat?", setzte Ginny entgegen. „Wenn er denkt, dass es besser ist, Voldemort töten zu lassen, so wird ihn nichts daran hindern, das zu tun."

„Er wird es nicht tun können, wenn ihm Harry einen Teil der Prophezeiung anvertraut hat", antwortete Hermine.

„Hermine, ich habe dir doch bereits gesagt, dass Dumbledore meinte, diese Sache mit dem 'von der Hand des Anderen sterben' sollte nicht buchstäblich verstanden werden."

„Ich habe verstanden, Harry. Scrimgeour aber wird nichts davon wissen", erklärte seine Freundin ruhig. „Wenn wir ihm erklären, dass die Prophezeiung sagt, du seist der Einzige, der ihn töten kann, dann wird er verstehen, dass kein Auror es kann. Er wird dann umso lieber andere Möglichkeiten, ihn zu fangen, in Betracht ziehen."

Mehrere stille Sekunden zeugten von der Bewunderung der anderen drei.

„Hermine, du bist genial!", fasste Ron zusammen.

„Danke Ron", antwortete sie und war offensichtlich mit ihrer Wirkung bei ihm nicht unzufrieden, was Ginny losprusten ließ.

„Das löst aber unser größtes Problem nicht", seufzte Harry. „Wo können wir Voldemort finden? Ich denke nicht, dass wir auf das Ministerium zählen können, um ihn ausfindig zu machen."

„Wir könnten ihn in eine Falle locken wie er es mit Harry getan hat", schlug Ginny vor. „Ich vermute, dass er die vollständige Prophezeiung immer noch kennen will. Wie wär's, wenn wir uns arrangieren würden, dass die Zeitungen durchsickern lassen, sie läge immer noch im Ministerium oder an irgendeinem Ort, den wir kontrollieren könnten?"

„Die Idee, ihn irgendwohin zu locken, ist hervorragend", stimmte Hermine zu. „Der Orden sollte darüber nachdenken. Sie haben mehr Erfahrung als wir und es wird das Ganze vorantreiben."

Sie bereiteten das bevorstehende Treffen mit dem Orden sorgfältig vor, bei dem sie dem begrenzten Rat gegenübersitzen mussten, den Mitgliedern, die über die Horkruxe Bescheid wussten. Harry spürte wohl, dass die Erwachsenen, die ihn seit seiner Rückkehr getroffen hatten, von all seinen neuen Kenntnissen verlegen waren. Harry selber fühlte sich unwohl, wenn er ihnen sagte, was sie tun sollten, auch wenn er bloß die Direktiven des Dumbledores der anderen Welt weiterleitete.

Ihm war es zwar lieber zu wissen, was ihn erwartete, als hinter den Türen belauschen zu müssen, um zu erraten, was noch auf ihn zukommen könnte, aber diese neuen Verantwortungen beängstigten ihn ein bisschen. Zum Glück konnte er mit seinen Freunden reden und ihnen seine Zweifel mitteilen. Hermine brachte ihm Wissen und Überlegung, Ginny weniger konventionelle Ideen und Ron meisterte die Kunst, Fragen zu stellen, die auf den ersten Blick naiv klangen, in der Tat aber einen wesentlichen Punkt behandelten, wenn man die Antwort hatte. Seine drei Freunde halfen ihm auch, nicht in Panik zu geraten, wenn er an all das dachte, was bei seinen Planungen noch ungelöst und ungewiss blieb.

Wie auch immer zog er sich oft hinter der Autorität des verstorbenen Dumbledores zurück, wenn er eine Idee vorschlug, und er bat Hermine darum, beim nächsten Treffen an seiner Stelle zu sprechen. Er wollte vermeiden, mit Moody, der ihm immer noch misstraute, öffentlich zu streiten, und dachte, dass seine Freundin besser verhandeln könnte als er.

Das Treffen fand gegen Ende August statt. McGonagall leitete das Treffen ein, indem sie allen sagte, dass die Schule erst einen Monat später wieder eröffnen würde. Lösungen wurden nämlich gerade besprochen, um das Schloss sicherer zu machen, und der Aufsichtsrat hatte noch keinen Vorschlag gefunden, der jeden zufriedenstellen könnte.

„Manche wollen Hogwarts sogar schließen", seufzte die neue Schulleiterin, „wo es doch der sicherste Ort im Land ist."

„Es hat die Todesser nicht daran gehindert, es letztes Jahr zu betreten", bemerkte Moody.

„Nichts hindert die Todesser mehr daran, den Eltern unserer Schüler einen Besuch abzustatten", erwiderte McGonagall scharf.

„Das wissen wir wohl", griff Kingsley Shacklebolt ein, „aber wir sind nicht hier, um darüber zu reden."

„Das stimmt", knurrte Moody. „Wir sind hier, um zu überlegen, wie wir diesen Halunke fangen können, der sich Lord Dingsbums nennen lässt."

„Zuerst müssen wir ihn orten", trug Shacklebolt vor. „Und die Aurorenzentrale hat bisher keine Spur."

„Entschuldigen Sie, Sir", fragte Hermine höflich. „Was sind die gewöhnlichen Taktiken, um einen schwarzen Magier ausfindig zu machen?"

„Es kommt darauf an", antwortete er. „Die effizienteste Lösung ist Auskunft. Wir dringen in eine Bande ein oder wir verhaften jemanden, der dazu gehört, um ihm zum Reden zu bringen. Manchmal verkauft uns ein Informant Tipps. Es gibt auch die Untersuchung, die erlaubt, einen Missetäter zu identifizieren, indem man die Leute befragt, mit denen er zu tun hatte. Schließlich kann man die Leute auch auf frische Tat ertappen."

„Haben wir eine Chance, einen Todesser zum Reden zu bringen oder ihn zu einem Spion für uns zu machen?", fragte das Mädchen mit ihrem naivsten Ausdruck.

„Wir haben ja bereits gesehen, was so genannte 'Spione' wert sind", sagte Harry, der sich seinen bissigen Kommentar nicht hatte verkneifen können, was ihm einen vernichtenden Blick von Hermine einbrachte.

„Du-Weißt-Schon-Wer flößt so viel Furcht ein, dass wir keine Auskunft kriegen", seufzte Tonks. „Selbst jene, die einen Freund oder einen Verwandten rächen möchten, fürchten sich zu sehr, dass sie uns sagen würden, was sie wissen."

„Und die Untersuchung?", fragte Ginny weiter.

„Um zu untersuchen, ist es auch nötig, dass die Leute reden", murrte Moody.

„Also bleibt nur noch die frische Tat", schloss Hermine.

„Wenn wir rechtzeitig an dem Ort der Blutbäder ankommen könnten, um die Täter zu verhaften, so wäre es bereits gekannt", sagte Tonks und verzog das Gesicht.

„Wenn man schon vorher weiß, wo sie handeln werden, ist es einfacher", meinte Hermine.

„Wir haben Ihnen aber bereits gesagt, dass wir keine Auskunft haben!", ärgerte sich Moody.

„Alastor, ich denke, dass dieses Mädchen daran denkt zu verursachen, dass der Dunkle Lord in flagranti erwischt wird", erklärte Arthur, dessen Blick die Freundin seines Sohnes seit dem Anfang des Gespräches nicht verlassen hatte.

„Ein Hinterhalt?", verstand Shacklebot.

„Warum nicht?", meinte Hermine.

„Wenn ihr Du-Weißt-Schon-Wen fangen wollt, so müsst ihr ihn selber kommen lassen", setzte McGonagall entgegen. „Nun ist er meistens nicht da und begnügt sich damit, seine Schergen hinzuschicken. Er brauchte nicht mal nach Hogwarts zu kommen, um dort Verwüstung zu stiften", schloss sie mit einer rauen Stimme.

„Was hat ihn letztes Mal aus seinem Versteck herauskommen lassen?", drängte Ginny.

„Die Prophezeiung", antwortete ihr Vater freundlich, der genau verstanden zu haben schien, dass die jungen Leute versuchten, das Gespräch zu einem bestimmten Punkt zu leiten.

„Er sucht bestimmt immer noch danach, oder?", fuhr Ron fort.

„Wie wär's, wenn ihr uns sagtet, was ihr im Kopf habt?", bat Molly, die das Verhalten der jungen Verschwörer auch entziffert hatte.

„Voldemort hat es geschafft, Harry vor einem Jahr in einen Hinterhalt zu locken. Wenn wir ihn verhaften wollen, so müssen wir die gleiche List benutzen. Wir sehen kein anderes Mittel", antwortete Hermine und brach dabei alle Brücken hinter sich ab.

„Selbst wenn wir es schaffen, wir sind nicht zahlreich genug, dass wir ihn unbeweglich machen könnten", setzte Tonks entgegen.

„Dann brauchen wir Verstärkung", setzte ihr Hermine entgegen.

„Eine Allianz mit dem Ministerium", verstand Shacklebolt. „Was für ein Druckmittel denkt ihr, das ihr über den Minister habt?"

„Kein Druckmittel sondern ein Tauschmittel", erwiderte das Mädchen und zeigte auf Harry.

„Und wollen Sie auch Potter ausnutzen, um unseren Feind zu locken?", fragte Moody barsch.

„Ich würde es lieber vermeiden", griff Harry ein. „Aber ich täusche mich nicht. Voldemort will mich ausfindig machen und wir werden uns schließlich wieder gegenüberstehen müssen."

„Und was wollen Sie an jenem Tag machen?", fragte Moody. „Haben Sie eine Geheimwaffe, von der Sie uns noch nicht erzählt haben?", fügte er sarkastisch hinzu, was zeigte, dass er genau wusste, dass ihm Harry nicht alles gesagt hatte, und dass ihm diese Geheimniskrämerei gar nicht gefiel.

„Ich weiß nichts davon", seufzte der junge Mann. „Wie auch immer werde ich zur richtigen Zeit improvisieren müssen, da ich gar nicht weiß, wie er mich töten wollen wird. Und es nützt nichts, mir eine Strafpredigt zu halten", fügte er lauter hinzu, da Molly und seine Verwandlungslehrerin angefangen hatten zu protestieren, „diese Möglichkeit gefällt auch mir nicht besonders. Ich versuche bloß, mich auf das Unvermeidliche vorzubereiten."

Er senkte den Blick, um die mitleidigen Gesichtsausdrücke nicht zu sehen. Glücklicherweise fuhr Moody gleich mit seinen Fragen fort:

„Was wollen Sie tun? Werden Sie einfach so mit den Händen in den Taschen zum Minister gehen?"

„Wir könnten Percy darum bitten, ein Treffen zu arrangieren", schlug Molly vor.

„Er spricht nicht mehr mit uns, Mum", griff Bill ein.

„Ich schreibe manchmal an ihn", antwortete seine Mutter, die ihm einen herausfordernden Blick zuwarf.

Bill schmollte bloß überdrüssig.

„Wie Sie wollen", nahm Harry diplomatisch an und tat, als würde er nicht sehen, wie Ginny neben ihm die Nase krauste.

„Ich hole Pergament und eine Feder", rief ihre Mutter aus, die offensichtlich begeistert war, dass sie Percy eine Chance geben konnte, der Gruppe wieder zu gefallen.

„Das ist ja schön und gut, aber was werden wir diesem Scrimgeour geben und was werden wir als Gegenleistung verlangen?", fragte Moody, dessen Hartnäckigkeit ihn zum Oberhaupt dieses Treffens gemacht hatte.

„Was wir brauchen, ist seine Hilfe, um Voldemort zu fangen, und das Versprechen, dass er nicht befehlen wird, ihn zu töten, sondern ihn zu verhaften", erklärte Harry.

„Er wird es nicht wollen", setzte Kingsley Shacklebot entgegen. „Er hat geschworen, er würde seine Herrschaft beenden, und es ist ihm völlig egal, ob er eine Verhandlung bekommt."

„Er will ihn um jeden Preis stoppen", gestand Hermine. „Wenn wir ihm aber einen Teil der Prophezeiung erzählen, so wird er verstehen, dass seine Auroren keine Chance haben, Voldemort zu töten, da es Harry allein tun kann. Es sollte ihn dazu bringen, einen sichereren Weg zu wählen."

„Es wird ihm nicht genug sein", schätzte Tonks.

„Ich werde öffentlich behaupten, dass ich dem Ministerium beistehe", seufzte Harry. „Das ist ihm sehr wichtig."

„Harry, ist es für dich so wichtig, dass Voldemort geküsst wird, wo alle Horkruxe doch bald zerstört sein werden?", fragte Remus.

„Ja", sagte Harry.

Es entstand eine Stille, während der ihn alle Erwachsenen ansahen und darauf warteten, dass er weiter erklärt.

„Nun was?", sagte er schließlich. „Immerhin ist es die Prophezeiung. Keiner außer mir kann ihn töten."

„Eben, warum willst du sicher sein, dass sie wie vorgesehen verlaufen wird?"

„Es sind schon genügend Leute gestorben", ärgerte sich Harry. „Ich will nicht, dass Auroren sterben, weil sie ihr widersprechen wollten. Reicht Ihnen das?"

Die Blicke drückten mehr Misstrauen als Verständnis aus. Doch Remus schien zu entscheiden, dass Harry seine Geheimnisse für sich behalten durfte:

„Das ist ein guter Grund, den man dem Minister geben könnte", schätzte er.

„Aber...", fing Moody an.

„Ich tue die Dinge so wie mir Dumbledore gesagt hat, dass ich sie tun sollte", unterbrach ihn Harry. „Er hat uns zu den Horkruxen geführt, wir können ihm doch vertrauen, oder?"

„Selbst Dumbledore beging manchmal Irrtümer", setzte Shacklebolt ruhig entgegen.

„Dann begehe ich lieber seine als meine", erwiderte Harry, der wieder anfing, sich zu ärgern.

„Wer wird Harry begleiten, wenn er den Minister trifft?", fragte Hermine, die versuchte, den Faden des Gesprächs wiederzufinden.

Moody wollte offensichtlich protestieren, aber McGonagall stand Harry bei:

„Alastor, eines ist sicher: Albus hat keinen Irrtum begangen, als er seine Hoffnung in Harry gesetzt hat. Das Mindeste, das wir tun können, ist, das Gleiche zu tun. Ich denke, dass Arthur die beste Person wäre, um Harry im Ministerium beizustehen", antwortete sie. „Er weiß, wie es dort wirkt, und hat bisher nie unter Rufus Scrimgeours direkten Befehlen gestanden", schloss sie, indem sie Tonks und Shacklebot ansah.

„Und so wird er die Gelegenheit haben, mit Percy zu reden", freute sich Molly, die inzwischen mit Pergament und einer Feder zurück gekommen war.

Als die Operation diskutiert wurde, die man dem Minister vorschlagen würde, trat Ginny für ihre Idee ein:

„Wir könnten Voldemort glauben lassen, dass immer noch eine Kopie der Prophezeiung existiert."

„Wie werden wir es ihn wissen lassen? Schicken wir ihm eine Eule?", griff Moody sie an.

„Informationen werden so schnell unabsichtlich weitergegeben. Und die Journalisten würden sie natürlich ganz schnell ausnutzen."

„Es kann funktionieren", stimmte Tonks zu.

„Und wohin würden wir ihn schicken?", fragte Kingsley.

„Zu meinen Eltern in Godric's Hollow", dachte Harry plötzlich. „Er liebt Symbole."

„Wir könnten uns vorstellen, dass Harrys Eltern eine Umschreibung davon behalten haben", sprach Hermine weiter.

„Das Haus liegt etwas abseits vom Muggeldorf", präzisierte Harry. „Wir könnten ein bisschen Lärm machen, ohne bemerkt zu werden."

„Wir organisieren ja keine Geburtstagsfeier", murrte Moody.

Harry seufzte, als er sich an die Musiktöne und an den Lärm der Gespräche erinnerte, die er belauscht hatte, als sein Doppelgänger seinen siebzehnten Geburtstag gefeiert hatte.

„Sie können Harry doch nicht vorwerfen, dass er daran denkt, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen", griff Remus ein.

„Also", fasste McGonagall zusammen, „schlagen wir dem Minister vor, dass er die Auroren einsatzbereit hält, damit sie Du-Weißt-Schon-Wen in Godric's Hollow fangen."

„Harry, würdest du auch selber dahin gehen?", fragte Kingsley.

„Ich habe keine Wahl", bedauerte Harry. „Das ist das beste Mittel, um ihn kommen zu lassen."

„Wie wär's, wenn Harry vom Fuchsbau abhauen würde?", schlug Tonks mit gerunzelten Stirn vor.

„Es kommt überhaupt nicht in Frage", empörte sich Molly.

„Ich meine die Information, die wir unabsichtlich weitergeben würden", präzisierte Tonks. „Er würde nach dem Beweis suchen, dass er tatsächlich der Auserwählte ist..."

Sie setzte einen rätselhaften Ausdruck auf, als würde sie ein Geheimnis erwähnen.

„Und wie hätten es die Journalisten erfahren?", setzte Kingsley entgegen, dessen gerunzelte Stirn vermuten ließ, dass er selber eine mögliche Antwort auf seine Frage suchte.

„Rita Kimmkorn!", antworteten Ron, Hermine und Harry gleichzeitig, bevor sie alle drei in lautes Gelächter ausbrachen.

OoOoO

Am gleichen Tag schickte man die Mitteilung an Percy und am Anfang des nächsten Abends kam die Antwort, ein Beweis, dass der Minister an ihrem Vorschlag sehr interessiert war. Das Treffen fand am nächsten Tag statt.

Als Harry und Arthur im Ministerium ankamen, empfingen sie eine ganze Menge Auroren vor dem Kamin. Sie wurden bis zum Ministerbüro begleitet und zogen alle Blicke auf sich, als sie im Aufzug standen oder die Gänge entlang liefen. Harry ärgerte sich umso mehr über diese Inszenierung, da einer der Auroren, die sie begleiteten, ein gewisser Dawlish war, der den Befehlen von Dolores Umbridge treu gehorcht hatte, als Letztere versucht hatte, Albus Dumbledore verhaften zu lassen.

Doch er behielt seinen Ärger für sich, da er wusste, dass viel auf das ankommen würde, was gerade besprochen werden sollte. Rufus Scrimgeour stand auf, als sie sein Büro betraten, und lud sie ein, sich am kleinen Konferenztisch zu setzen, der dort stand. Er bot ihnen Erfrischung an und, nachdem sie alleine waren und er geprüft hatte, dass die Tür gut zugeschlossen war, fragte er sie, was sie hierher brachte.

„Eine Prophezeiung wurde gemacht", fing Arthur Weasley an, was dem entsprach, was am vorigen Tag während des Treffens des Ordens beschlossen worden war. „Eine Prophezeiung, die sagt, dass Harry der einzige ist, der Du-Weißt-Schon-Wen töten kann. Harry denkt nicht, dass er jetzt dazu bereit ist, es zu tun, aber wir haben eine Idee gehabt, wie wir der Bedrohung, die dieser Missetäter für das Land darstellt, ein Ende bereiten könnten."

„Wir?", bemerkte der Minister.

„Wir haben uns ein Mittel ausgedacht, wie wir seinem Leben ein Ende bereiten können, ohne dass ihn Harry töten muss", sprach Rons Vater weiter, ohne die Frage zu beantworten.

Er brach ab, um sicher zu stellen, dass sein Gesprächspartner den Anfang ihrer Idee verstanden hatte. Und zwar fragte bald Rufus Scrimgeour:

„Und wie möchten Sie es tun?"

„Wir lassen ihn von einem Dementor küssen", erklärte Arthur. „Ohne seine Seele wird er in einigen Tagen verhungern und wird von selbst sterben. So wird der Laut der Prophezeiung wie vorgesehen verlaufen und unser Problem ist dann gelöst."

„Was für eine hervorragende Idee", rief der Minister ironisch aus. „Ich schicke gleich eine Eule an meinen Hausdementor und bitte ihn darum, Du-Weißt-Schon-Wen ausfindig zu machen und ihn zu küssen. Ich zweifle nicht daran, dass es in wenigen Tagen erledigt ist."

Seine beiden Gäste blieben ungerührt.

„Du-Weißt-Schon-Wer kennt bereits diesen Teil der Prophezeiung", erklärte Mr Weasley. „Er versucht seit mehreren Jahren, Harry zu töten, und weiß, dass er allein es schaffen kann. Wenn sich Harry von uns entfernt, so wird der, den wir jagen, aus seinem Versteck kommen, um ihn fertig zu machen. Harry wird uns dann rufen und Sie werden ihn fangen können."

„Ich muss dann nicht so weit von Ihnen stehen, dass ich es höre. Denken Sie, Sie könnten ihn zum Ministerium kommen lassen?"

Ohne zu antworten, zog Harry zwei Galleonen aus seiner Tasche. Er legte eine vor den Minister.

„Nehmen Sie sie", sagte er scharf.

Ohne den Blick von ihm abzuwenden, legte der Mann die Hand auf die Münze vor ihm. Harry aktivierte seine eigene. Scrimgeour, der von der plötzlichen Wärme des Gegenstandes überrascht wurde, zog seinen Arm heftig zurück.

„Was ist das?"

„Eine Rufgalleone", erklärte Harry lakonisch.

„Und wo haben Sie sie gekriegt?"

„Wir haben sie hergestellt", sagte Arthur.

„Glänzend", erkannte der Minister an.

„Praktisch", gestand Arthur. „So lautet unsere Vereinbarung: Harry behauptet öffentlich, dass er der Politik des Ministeriums beisteht. Dafür schicken Sie mit dem Befehl, nicht zu versuchen, Du-Weißt-Schon-Wen zu töten, sondern ihn in einem Antimagiekokon zu verschließen, Ihre Auroren zu dem Ort, den wir Ihnen zeigen. Ihm muss dann schnell der Prozess gemacht werden und er muss zum Kuss verurteilt werden."

„Meine Mannen werden nicht verstehen, dass der Befehl, ihn durch jedes Mittel zu töten, aufgehoben wird."

„Sie können Ihnen den Laut der Prophezeiung erklären. Arrangieren Sie, dass sie verstehen, dass jeder Versuch von ihnen vergeblich wäre und dass sie ihr Leben für nichts gefährden würden."

„Ich müsste dafür schon selber daran glauben. Haben Sie eine Kopie dieser Prophezeiung?"

„Nein, sie wurde zerbrochen, als Voldemort versucht hat, sie letztes Jahr im Ministerium zu kriegen."

„Ich habe also nur Ihr Wort."

„Ich vertraue Ihnen mein Leben an", setzte Harry entgegen. „Das einzige Mittel für mich, dass ich überlebe, ist, dass Voldemort geküsst wird. Wenn Sie ihn nicht fangen, so wird er mich schließlich wieder finden und mich töten."

„Sie bitten mich aber darum, einer Prophezeiung zu glauben, der ich nie zugehört habe", setzte der Minister entgegen. „Und ich habe kein Element, um sicher zu sein, dass Sie mir die Wahrheit sagen."

„Warum wollen Sie also, dass ich Ihnen öffentlich beistehe?", fragte Harry.

„Weil Sie für die Zauberer der Einzige sind, der einen Mordversuch von Du-Weißt-Schon-Wem überlebt hat."

„Und ist das Ihnen nicht genug?", empörte sich Harry.

„Glauben regiert kein Land."

„Zur Zeit haben Sie nicht so viele Spuren, die Sie dazu bringen könnten, unseren Feind zu töten oder zu fangen", bemerkte Arthur Weasley. „Wir bieten Ihnen Harry als Köder. Wenn er ihn schutzlos glaubt, so wird der schwarze Magier aus seinem Versteck kommen, weil er die Prophezeiung kennt und es nicht erträgt, ihn lebendig zu wissen."

„Warum würde er versuchen, sie im Ministerium zu finden, wenn er die Prophezeiung kennt?", fragte Scrimgeour ganz scharfsinnig.

„Weil er sie nicht vollständig kennt", erklärte Arthur. „Er kennt genug davon, dass er wissen kann, dass Harry seinen Fall verursachen könnte, aber er ist sich dessen nicht sicher. Und dieser Zweifel ist ihm unerträglich."

„Und was ist der Teil, den er nicht kennt?"

„Dass jener, der ihn besiegen könnte, als Ihm Ebenbürtiger gekennzeichnet werden wird", sagte ihm Harry und hob seinen Pony.

„Ich sehe", sagte der Minister, da er die berühmteste Narbe in der magischen Welt betrachtete. „Also sind Sie bereit, öffentlich zu behaupten, dass Sie meiner Politik beistehen und mir vertrauen. Und dagegen..."

„Sagen wir Ihnen im Voraus, wo wir unseren Feind hinlocken", vervollständigte Arthur. „Harry ruft Sie im richtigen Moment mit der Galleone. Die Auroren greifen ein, um Du-Weißt-Schon-Wen unbeweglich zu machen und seine Magie in einen Kokon zu verschließen. Er wird dann zu unserer strengsten Strafe verurteilt. Sie werden das haben, was Sie wollen, und wir auch", schloss er.

„Ich habe mit der Zeit erfahren, dass ein Handel selten so vorteilig ist wie es der meint, der ihn vorschlägt", antwortete der Minister. „Sie bitten mich darum, das Leben meiner Auroren in ihre Hände zu legen. Ich kann nicht annehmen, ehe ich nicht mehr weiß. Denn es ist für mich deutlich, dass Sie viel mehr wissen als das, was Sie mir anvertrauen wollen."

Harry schloss die Augen, denn er war entmutigt. Ich denke, dass Sie mich überschätzt haben, dachte er und sagte es dem Dumbledore der anderen Welt. Doch Mr Weasley, der an politischen Verhandlungen mehr gewöhnt war, zuckte nicht einmal mit der Wimper und fragte bloß:

„Was möchten Sie noch?"

„Wissen, wer dieser 'wir' ist, auf den Sie regelmäßig anspielen, zum Beispiel."

„Sie wissen wohl, dass ich es Ihnen nicht enthüllen darf. Ihr Ministerium ist sicher von Anhängern von Du-Weißt-Schon-Wem infiltriert. Ich würde die anderen zum Tode verurteilen, wenn ich Ihnen ihre Namen geben würde."

„Und Sie selbst? Fürchten Sie nicht um Ihr Leben?"

„Doch, natürlich. Es ist aber zu spät, dass ich zurück schreiten könnte. Keiner ignoriert unsere Bande mit Harry noch unsere Treue zum verstorbenen Albus Dumbledore."

„Sein Tod ist eine Tragödie", kommentierte der Minister diplomatisch. „Jetzt, da er nicht mehr da ist, könnte ich aber Ihren Schutz versichern."

„Ich danke Ihnen", antwortete Rons Vater höflich, „aber unser Haus steht schon unter dem Fideliuszauber. Sie selber könnten es nicht mehr finden."

„Wirklich?", staunte Scrimgeour – doch eine gewisse Ironie in seiner Stimme ließ Harry verstehen, dass er während des vorigen Monats wohl versucht hatte, mit ihm Kontakt aufzunehmen, ohne ihn orten zu können. „Gut, warten wir darauf, dass wir einander mehr vertrauen, bevor Sie mir Ihre Freunde vorstellen. Dürfte ich aber zumindest wissen, wer Ihnen diese sehr vorteilhafte Galleone gegeben hat? Diese Person scheint mir nicht, richtig wertgeschätzt worden zu sein, denn ich habe seit langer Zeit nicht von einer so gut hergestellten Erfindung gehört."

„Sie ist immer noch in Hogwarts", lächelte Harry und dachte dabei, dass seine Freundschaft zu Hermine genug bekannt war, dass es dem Mädchen nicht mehr nachteilig sein könnte. „Ich bin aber sicher, dass sie begeistert sein wird, Mittel zu kriegen, ihre Ideen zu verwirklichen und ihre Kompetenzen auszunutzen, wenn sie mit einer Menge UTZ die Schule verlassen wird."

„Ich merke es mir", sagte der Minister. „Ich versichere Ihnen, dass ich ihr sehr gerne helfen werde, ihr Talent zum Dienst unserer Gemeinschaft zu benutzen."

Sie verbrachten die übrige Zeit ihres Treffens, um ihre Strategie zu besprechen. Arthur drängte darauf, dass das größte Geheimnis behalten wurde, sogar den Auroren gegenüber: Die Befehle mussten im letzten Moment gegeben werden. Sie mussten aber trainiert sein, schnell an Orten einzugreifen, die im letzten Augenblick gesagt werden sollten, und Antiapparierungs- und Antimagieflüche zu wirken. Es wurde auch vorgeschlagen, wie alle Auroren und Eingreifzauberer von der Polizeibrigade an den Ort gebracht werden konnten, wenn der Moment kommen würde: Indem man den Fahrenden Ritter anfordern würde, was erlaubte, die Truppen schnell einzusetzen, ohne den Ort im Voraus zu enthüllen, was beim Apparieren nötig war. Dieser letzte Vorschlag brachte eine ungewollte Ehrfurcht in Scrimgeours Augen. Für seine Freunde war Harry stolz darauf. Die Idee war von Ron scherzhaft vorgeschlagen worden, bevor sie sehr ernsthaft von Remus Lupin bearbeitet worden war.

Es wurde auch präzisiert, was Harry tun würde. Arthur nahm im Namen des jungen Mannes das Prinzip einer Pressekonferenz an. Mr Weasley enthüllte seinem Gesprächspartner nicht, dass diese zu ihrer Strategie gehörte, um Voldemort nach Godric's Hollow zu locken, und Harry brauchte nicht so zu tun, als ob er von diesem Zugeständnis betrübt wäre – er war es tatsächlich.

OoOoO

Drei Tage später versuchte Harry, beim Treffen, das ihm zur Ehre organisiert worden war, nicht zu schlecht abzuschneiden. Mit einem Feingefühl, das den jungen Mann erstaunt hatte, waren nur sechs Journalisten eingeladen worden. Er hatte sogar drängen müssen, dass eine siebte Person diesen Leuten hinzugefügt wurde. „Der Klitterer ist es, der mir mein erstes objektives Interview geboten hat", hatte er plädiert. „Diese Zeitung darf nicht ausgeschlossen werden." Scrimgeour hatte mit verzogenem Gesicht gehorcht.

Harry saß also an einem großen Tisch mit dem Minister zu seiner Rechten und Arthur Weasley zu seiner Linken. Die Leute der Presse saßen auf den anderen Sitzen unter dem wachsamen Auge von etwa zehn Auroren. Wie vorgesehen fing er mit der Behauptung an, dass er dem Minister beistand, und konzentrierte sich auf den auswendig gelernten Text, den er jetzt wie ein Refrain sprechen konnte, ohne auf den Sinn der Rede zu achten:

„Wir leben in gefährlichen Zeiten. Ein Magier finsteren Rufs versucht, Furcht unter uns zu verbreiten und unsere Gemeinschaft zu zerstören. Wir müssen gegen ihn und seine barbarischen Methoden kämpfen. Wir dürfen auch nicht der Panik nachgeben, denn es ist genau das, was er will. Ich bitte alle Zauberer Großbritanniens darum, auf das Zaubereiministerium zu blicken und ihm zu vertrauen. Einheit allein kann uns erlauben, die Drohung der Todesser auf uns zu beenden."

„Denken Sie wirklich, dass uns das Ministerium verteidigen kann?", fragte ein erster Journalist.

„Der Zaubergamot ist weise genug gewesen, dass es einen erfahrenen Mann ernannt hat, der Jahre lang die Auroren geführt hat", antwortete Harry und fragte sich, wie Hermine so einen leeren Satz hatte erfinden können.

„Stimmt es, dass Sie der Auserwählte sind?", fragte der Vertreter des Tagespropheten.

„Zweifeln Sie daran?", antwortete Harry und freute sich, dass man ihm die Frage stellte.

„Wir haben nie den Beweis gehabt", bemerkte die Vertreterin des Klitterers, eine hässliche Journalistin mit übergroßer Brille. „Worauf begründen Sie also, dass Sie uns sagen, was wir tun müssen?"

„Ich muss Ihnen keine Rechenschaft ablegen", erwiderte Harry scharf.

„Wenn Sie den großen Helden spielen wollen, so müssen Sie uns gute Gründe geben", sprach die Frau weiter, die es nicht nachließ.

Scrimgeour machte eine Bewegung und mehrere Auroren gingen auf sie zu. Kingsley Shacklebot, der am nächsten von ihr stand, ergriff sie, überredete sie, dass Sie hinaus musste, und er zeigte seinen Kollegen, dass er die Lage im Griff hatte.

„Wenn es nötig ist, kann ich es beweisen!", sagte Harry wütend. „Ich weiß, dass meine Eltern den Beweis dafür behalten hatten!"

Der Minister beugte sich zu ihm und ermahnte ihn, ruhig zu bleiben. Harry, der tat, als wäre er verärgert, beantwortete die uninteressanten Fragen weiter, die ihm gestellt wurden. Die einzige, die ihn interessierte, wurde ihm vom Vertreter des magischen Radiosenders MRF gestellt:

„Was schlagen Sie als Strafe gegen die Todesser vor?"

Harry hätte ihn gerne umarmt. Für Sirius, dachte er. Und für Lily...

„Ich hoffe, dass wir eine ruhigere und gerechtere Justiz haben werden als letztes Mal. Bekannte Todesser sind befreit worden und sind jetzt aktive Helfer von Voldemort. Dagegen wurden andere ohne Prozess verhaftet. Ich wünsche, dass die Schuldigen streng verurteilt werden, aber dass wir die Unschuldigen nicht verurteilen. Übrigens wird Stan Shunpike bald geurteilt, um sicherzustellen, ob seine Verhaftung wirklich begründet ist."

Schneller als vorgesehen zeigte Scrimgeour, dass die Konferenz aus war. Freundlich lächelnd begleitete er seine Gäste und lud Harry und Mr Weasley freundlich in sein Büro ein. Sobald die Tür zu war, wurde sein Gesicht streng und er sagte, offenbar wütend:

„Was für eine Dummheit haben Sie erfunden, was diesen blöden Buskontrolleur betrifft?"

„Sie kennen meine Meinung darüber längst", sagte ihm Harry kühl.

„Das war nicht so verabredet. Sie sollten mich unterstützen."

„Und Sie haben sich engagiert, Voldemorts Herrschaft ein Ende zu bereiten", empörte sich Harry. „Sie werden es nicht schaffen, wenn Sie Unschuldige verhaften."

„Wir bemühen uns alle darum, jene zu stoppen, die in unserer Gemeinschaft Unruhe stiften", sagte Arthur Weasley ruhiger. „Lassen wir uns nicht von ein paar Meinungsverschiedenheiten trennen. Wenn Ihnen Harry Du-Weißt-Schon-Wen in die Hand gibt, so soll es Ihnen egal sein, ob Stan Shunpike befreit wird."

„Sehr gut", nahm Scrimgeour an. „Ich befreie ihn, sobald unser Feind außer Gefecht gesetzt ist."

„Aber...", fing Harry an, der eine schnellere Handlung gewollt hätte.

„Perfekt", schloss Mr Weasley und ignorierte den wütenden Blick seines Schützlings.

Während Letzterer seinen Ärger für sich behielt, fuhr der Minister mit unzufriedener Stimme fort:

„Noch schlimmer, Sie haben mich belogen, was jene Prophezeiung betrifft. Warum haben Sie mir nicht früher davon erzählt, wenn es noch eine Kopie davon gibt?"

„Weil sie nicht existiert", erklärte ihm Mr Weasley. „Wir haben Ihnen erklärt, dass Voldemort sie sehr gerne ausfindig machen würde. Wir versuchen, ihn zu verlocken, wie vorgesehen wurde."

„Sie meinen, dass diese Person vom Klitterer die Frage absichtlich gestellt hat?", verstand der Minister. „Dass es vorgesehen war?"

„Genau, Herr Minister. Wir tun, was schon unter uns verabredet wurde."

„Sie hätten vorher mit mir darüber sprechen können!", warf ihm Scrimgeour vor.

„Ihre Reaktion und die Ihrer Auroren ist dadurch umso spontaner gewesen", erwiderte Harrys Vertreter.

Der Minister hätte offensichtlich gerne etwas erwidert, aber er warf Harry einen Blick zu und sagte sich zweifellos, dass er lieber nicht mit dem neuen Mentor des jungen Mannes streiten sollte, wenn er wollte, dass ihm Letzterer half. Er zwang sich also zu einem Lächeln und schlug sogar vor:

„Ich kann diese Information bei einem Beamten bestätigen, der hier arbeitet und von dem wir genau wissen, dass er ein Anhänger der Todesser ist."

„Das ist eine gute Idee", rief Arthur aus. „Danke, Herr Minister."

„Ich werde ihn darum bitten, in den Archiven nachzuschauen, um zu wissen, wo sich die Potters versteckten", präzisierte Scrimgeour. „Es sollte unseren Feind davon überzeugen, dass diese Kopie tatsächlich existiert."

OoOoO

Harry kehrte erschöpft aber zufrieden zum Fuchsbau zurück. Alles war wie vorgesehen gelaufen und die Unzufriedenheit des Ministers hatte ihm nicht missfallen. Tonks und Shacklebolt bestätigten, dass jeder den Ärger des jungen Mannes bemerkt hatte, als seine Legitimität in Frage gestellt worden war.

„Ich fürchte aber, dass der Klitterer von unseren Kollegen nicht sehr gemocht wird", meinte Tonks, die mit ihrer großen Brille spielte. „Jeder hat bemerken können, dass Scrimgeour die Frage nicht gemocht hat, nun bleibt unser ehemaliger Vorsitzende bei den Auroren sehr beliebt."

„Ich hoffe, dass es Lunas Dad nicht nachteilig sein wird", sagte Ginny besorgt.

„Ich vermute, dass die vorbereiteten Ereignisse all das werden vergessen lassen", beruhigte sie Shacklebolt.

Am nächsten Tag bemerkten sie zufrieden, dass alle verschiedenen Zeitungen von Harrys offensichtlichem Ärger sprachen, als es um seine Legitimität gegangen war, und auf die Prophezeiung anspielten, die seine Eltern besessen haben sollten.

„Gut", freute sich Harry, „jetzt müssen wir nur noch auf Bills Meldung warten. Dann nehmen wir mit Rita Kimmkorn Kontakt auf."

„Bist du sicher, dass du selber dahin willst, Harry?", fragte Remus. „Wir können ein anderes Mittel finden, um Du-Weißt-Schon-Wen in James und Lilys Haus in eine Falle zu locken."

„Ich habe keine Wahl. Diese Geschichte wird unbedingt mit Ihm mir gegenüber enden. Er glaubt, dass es unvermeidlich ist und es ist so geworden."

Du machst es unvermeidlich, wenn du so sprichst", meinte Ginny betrübt.

„Vielleicht. Aber es muss ja all dem ein Ende bereitet werden. Ich werde in einem Monat oder einem Jahr nicht stärker sein. Warum sollten wir also warten und ihn weiter töten und verderben lassen? Ich bin mehr bereit denn je. Ich werde nie weniger Angst haben als heute."

Er schwieg einen Augenblick lang und präzisierte:

„Mit jedem Tag fühle ich mich weniger sicher. Ich weiß, dass es der Moment ist."

„Du kannst aber nicht allein dahin gehen", sagte Remus sanft, aber fest.

„Ich kann auch keinen Auroren mitnehmen", seufzte Harry. „Sie werden warten müssen, bis ich das Zeichen gebe. Sonst wird er ganz bestimmt wissen, dass es eine Falle ist."

„Es kommt darauf an, welchen Auror du mit dir nimmst", setzte Tonks entgegen.

Sie sah Ron starr an und ihr Haar fing an, rot zu werden, während sich ihre Haut mit Sommersprossen bedeckte. Dann kam ihr normales Gesicht wieder zurück. Sie fanden die gewöhnliche Tonks wieder – kleine Nase und rosa Haar – bevor sie ihr Haar länger und lockig werden ließ.

„Zu schwierig, mich in einen Mann zu verwandeln", entschloss sie und starrte Hermine an.

Fasziniert sahen sie, wie die junge Frau die Züge der jüngeren übernahm. Als ihr Bild schließlich wieder stabil wurde, bemerkte Harry:

„Man erkennt Sie beim ersten Blick wieder. Hermine ist kleiner und ihr Haar länger."

„Ich kann nicht noch kleiner werden", gestand Tonks, während sie ihre Locken länger machte, „aber mache dir keine Sorgen, Harry. Wenn wir nicht nebeneinander stehen, so wird es keiner merken. Ich bin sicher, dass auch du getäuscht wärst, wenn du nichts wüsstest."

Ich würde den Unterschied sehen", empörte sich Ron, bevor er unter dem halb gerührten, halb spöttischen Blick der anwesenden Frauen errötete.

OoOoO

Ein paar Tage später bekam Harry endlich die Meldung, auf die er wartete. „Erledigt", hatte Bill lakonisch auf einem Zettel geschrieben. Der letzte Teil ihres Plans konnte ausgeführt werden.


So, nächsten Sonntag kommt wie erwartet das letzte Kapitel. Und was werdet ihr dann sehen? Einen Maulwurf, eine Ratte und eine Schlange. Das wird aber kein Biounterricht sein!