Kapitel 9
Und hatte sie es vor einer Stunde noch als anstrengende Idee empfunden, zu Hagrid zu gehen, um mit ihm über gestern Nacht zu reden, so käme es ihr jetzt beinahe wie eine erholsame Abwechslung vor….
„Aber… wieso, Hermine?", fragte Ron zum wiederholten Male, beinahe verzweifelt, als würde er es nicht begreifen können. Seine Krawatte saß mittlerweile schief. Er erweckte einen besonders mitleidserregenden Eindruck.
„Ronald, ich bin Schulsprecherin", erklärte Hermine wieder, der Erschöpfung so nahe. Sie saß auf der weichen Couch im Gryffindorgemeinschaftsraum, und ihr Körper protestierte immer noch. Sie kam sich vor, als wäre sie einem Krieg entkommen. Geradeso, mit gebrochenen Knochen davongekommen.
„Ja, aber wenn du dich bis in die Nacht bei den Slytherins aufhältst, bist du vielleicht nicht mehr solange Schulsprecherin!", korrigierte er sie streng. Sie wusste, Ron gefiel es nicht. Die Idee, dass sie sich kümmerte. Sie wusste es ja.
Sie hatte Harry irgendetwas erzählen müssen. Sie hatte also die Variante gewählt, dass sie nach ihrer Patrouille die betrunkenen Slytherins in den Gemeinschaftsraum hatte bringen müssen. Es war nicht allzu weit von der Wahrheit entfernt, während es doch immer noch recht nahe an eine Lüge grenzte. Ginny hörte mehr oder weniger interessiert zu, denn Ginny besaß die Information, dass Hermine überhaupt nicht hier geschlafen hatte. Noch hatte Hermine keine Zeit gehabt, mit Ginny darüber zu sprechen. Noch wusste sie nicht, ob sie überhaupt mit Ginny darüber sprechen wollte….
„Können wir darüber reden, wie erwachsene?", fragte Harry beinahe ungeduldig in Rons missmutige Stille hinein. Hermine verstand nicht, was er damit meinte. Ginny hatte sich gespannt nach vorne gelehnt.
„Wie meinst du das?", wollte Ron unsicher wissen.
„Wir müssen zu Snape gehen. Oder zu Dumbledore!" Harry sah sie nun an. Es war die Lösung Nummer 1: Zu Dumbledore gehen. Dumbledore die Welt richten lassen. „Hermine, es geht doch nicht mehr! Es kann doch nicht angehen, dass er so viel Macht ausübt, oder nicht? Oder irre ich mich?"
„Harry-", begann sie, aber sie hatte keine Ahnung, wohin sie mit ihrer Argumentation wollte.
„Erklär es mir", forderte Harry, vollkommen ruhig.
„Er… er hat seinen Vater verloren, und…" Sie sprach nicht weiter, bereute schon, diesen Satz angefangen zu haben, denn Harrys erhobene Augenbraue war eindeutig genug.
„Und?", fragte Harry vollkommen gelassen. „Wer hat das nicht?", erkundigte er sich fast trocken bei ihr. „Ich sehe nicht, dass du hinter mir herräumen musst, meine Saufgelage beseitigen musst, dass du mich trösten musst, wann immer-"
„-Harry, du bist anders!", wandte sie sofort ein. Und sie bereute auch diesen Satz nahezu sofort. Sie war heute nicht schlagfertig genug. Nicht auf der Höhe ihrer Fähigkeiten, bemerkte sie unzufrieden. Denn schon wieder erntete sie Harrys Unglaube.
„Ja? Und seit wann bist du so ein Experte, Hermine? Seit wann verbringst du so viel Zeit mit Malfoy, dass du ihn verstehen kannst? Ich sage nicht mal, dass wir dir verbieten dorthin zu gehen. Ich meine, du bist Schulsprecherin, und wahrscheinlich gehört es dazu, sich um solche Angelegenheiten zu kümmern, aber-"
„-mir verbieten?", griff Hermine plötzlich überrascht Harrys Worte auf, die sie verstanden hatte. „Harry, ihr könnt mir überhaupt nichts verbieten", informierte sie ihn fast mitleidig, fast entschuldigend. Konnte er so etwas wirklich denken?
„Nein, ich meine es auch nicht so!", wandte er sofort ein. „Hermine, ich… - du weißt, wie ich es meine?", vergewisserte er sich ungeduldig, aber sie wusste es nicht.
„Ja! Wieso musst du alles regeln? Lass ihn doch einfach machen!", regte sich Ron jetzt auf. „Wieso musst du helfen?" Sie atmete müde aus.
„Weil ich mein Abzeichen gerne behalten würde", informierte sie ihn ruhig. Zwar waren sie gerade alleine zu viert auf dem Sessel und der Couch, aber es ging niemanden etwas an, befand sie.
„Ja, aber was hat er damit zu tun? Wenn er nicht geeignet ist, dann wird eben ein neuer Schulsprecher ausgesucht!", entrüstet sich Ron unwillig.
„Auf die letzten zwei Monate wird ein neuer Schulsprecher ausgesucht?", vergewisserte sie sich mit erhobener Braue. „Ron, es ist ein Zwei-Mann-Job, verstehst du?", ergänzte sie versöhnlicher. „Und ich will nicht, dass es so aussieht, als hätten wir versagt. Oder als hätte ich versagt", korrigierte sie sich kopfschüttelnd und rieb sich sanft ihre schmerzende Schläfe.
„Hermine, du bist ein Wrack", erklärte Harry jetzt direkt. „Du schläfst nicht mehr, du bist nur noch damit beschäftigt, Malfoy davon abzuhalten, sich selber zu zerstören, und offen gesagt finde ich, du kannst es einfach drauf ankommen lassen. Dumbledore wird nicht so weltfremd sein, dass er nicht begreift, dass du absolut überhaupt nichts für Malfoys Verhalten kannst!", ereiferte er sich. Natürlich nicht. Dumbledore war ja auch Harrys Heiliger, überlegte Hermine entnervt.
„Harry, darum geht es nicht. Ich sollte aber zumindest in der Lage sein, dem anderen Schulsprecher nach einem halben Jahr, gegenüber zu treten, ohne dass Dumbledore mich retten muss!", fuhr sie ihn an.
„Wieso kümmert es dich so?", wollte Ron sofort wissen. Das Unverständnis stand ihm praktisch dick und fett auf die Stirn geschrieben. Hermine atmete verzweifelt aus. „Weil du dabei warst? Nur deshalb?", griff Ron die alte Geschichte wieder auf.
„Ron, warst du schon mal dabei, wenn jemand gesagt bekommen hat, der eigene Vater hätte sich umgebracht?", wollte Hermine eisig wissen.
„Jaah…- nein", räumte Ron relativ kleinlaut ein, während er die Augen verdrehte. „Aber es ist nur Malfoy, und-"
„-selbst wenn es nur Malfoy ist!", unterbrach sie ihn zornig. „Selbst wenn es nur Crabbe oder Goyle wären!", ergänzte sie gepresst. „Es macht keinen Unterschied, wer sein Elternteil auf eine solche Weise verliert. Aber wenn man dabei ist, wenn man zusieht, wie ein Mensch so sehr leidet, dann kannst du mir erzählen, was du willst, aber es würde niemanden kalt lassen!"
„Aber es ist nur-"
„-und auch Malfoys Leid lässt mich nicht kalt!", beantwortete sie Rons unbeendeten Satz.
„Hermine, es geht hier nicht um Malfoys Leid, oder was auch immer dieser Bastard vorgibt zu fühlen, um deine Schwäche auszunutzen, damit du ihm wieder und wieder seinen verdammten Arsch rettest", erklärte Harry scharf, wohl schärfer als zu Beginn beabsichtigt, aber nun sahen sie ihn alle drei an. „Es geht darum, dass es reicht! Du musst nichts beweisen. Man kann nicht immer alles beenden, was man begonnen hat!", schloss er gepresst.
Hermines Mund öffnete sich, aber Harry war noch nicht fertig.
„Verstehst du das? Willst du dich wirklich kaputt machen, nur dafür, dass Malfoy nicht zu Schaden kommt? Dass du vor Dumbledore nicht rechtfertigen musst, dass ihr versagt habt? Dass vielleicht du in deinen Augen versagt hast?", ergänzte er mit einem eindeutigen Blick. „Der Job der Schulsprecherin sollte bestimmt nicht nur der sein, den Schulsprecher vor sich selbst zu retten, oder nicht?", fuhr er gereizter fort. „Ich verstehe dich ja!", räumte er mit erhobenen Händen ein, ehe sie etwas sagen konnte.
„Ok, Hermine? Ja, ich begreife, was du tust, warum es dir wichtig ist! Merlin, ich verstehe sogar Malfoys gottverdammte Gefühlswelt, kannst du dir das vorstellen?", wollte er fast zornig wissen. „Aber wie lange sollen wir zusehen?", verlangte er jetzt zu wissen. „Solange, bis er gewonnen hat? Bis es sich zeigt? Bis es sich auf dein Leben auswirkt? Auf deine Noten? Auf dein Wohlbefinden? Bis es nicht mehr geht?!"
Hermine starrte ihn an. Ron und Ginny starrten Harry an.
„Harry-", begann sie, aber Harry fixierte sie streng.
„-und sag mir nicht, dass es so nicht ist. Dass ich falsch liege, denn das tue ich nicht, Hermine", unterbrach er sie rigoros. „Gib es doch wenigstens zu!", verlangte er jetzt entnervt. „Sag doch einfach, dass du Hilfe brauchst!"
Und Harry hatte Recht. Er hatte mit allem Recht, aber Hermines Mund blieb verschlossen.
Denn sie brauchte keine Hilfe von Harry, wenn er ihr nur helfen wollte, weil er dachte, dass sie versagt hatte. Das hatte sie nämlich nicht! Sie hatte nicht versagt. Sie war eine gute Schulsprecherin. Sie kam mit Malfoy nicht zurecht – na und? Niemand auf der ganzen scheiß Welt kam mit Draco Malfoy zurecht! Nicht jetzt und nicht vor dem Tod seines verdammten Vaters!
Und es regte sie innerlich sehr auf. Sehr auf, dass Harry ihr gerne verbieten würde, zu den Slytherins zu gehen, dass Harry es gerne so hätte, dass sich alles über Dumbledore, über Punkteabzug und Suspendierungen regeln lassen würde.
Sie wusste, Harry dachte in einfachen Bahnen, und das war vielleicht auch gut so.
Aber sie war noch nicht so weit, aufzugeben. Sie war noch nicht so weit, zuzugeben, dass Harry Recht hatte, dass es keinen anderen Weg gab, als das Problem abzugeben und Dumbledore oder Snape die Lösung zu überlassen! Dumbledore hatte ihr nicht umsonst diese Aufgabe gegeben! Sie war doch nicht umsonst Schulsprecherin geworden!
Und sie war nicht bereit. Wenn selbst eine versuchte Vergewaltigung sie nicht davon abbringen konnte, zu versuchen, Malfoy nicht gewinnen zu lassen – ihn nicht in dem Glauben zu lassen, er hätte gesiegt – dann war sie einfach noch nicht so weit, Harry seinen Weg gehen zu lassen.
Sie war stärker, als Harry glaubte, ging ihr auf. Harry wusste nicht die Hälfte von den Dingen, die sie hier mitgemacht hatte. Welche Härteprüfungen sie hatte auf sich nehmen müssen, um Großbrände und totales Chaos bei den Slytherins zu verhindern!
Und sie wusste, Harry war ungnädig. Sicher, Harry war Vollwaise. Harry war ein Wunderknabe. Harry machte alles richtig, war rechtschaffen und ohne jede Frage ehrenhaft. Sie liebte Harry dafür. Aber nicht jeder war Harry Potter. Sie war kein Harry Potter. Und Malfoy war kein Harry Potter. Nicht mal Harry war der Harry Potter, der in Geschichtsbüchern bejubelt wurde. Auch Harry hatte sich verändert. Was er tat oder sagte, war nicht automatisch überall Gesetz geworden.
Er war ein Volksheld. Und Harry hatte irgendwann auf seinem Weg vergessen, dass nicht jeder unfehlbar war.
Ja. Malfoy war ein Scheusal. Und sie würde ihm nicht mehr helfen.
Sie würde die Dinge so kommen lassen, wie sie eben kamen und hoffen, Malfoy hätte vielleicht doch irgendeine Lektion aus der letzten Nacht gezogen. Sie glaubte es zwar nicht, aber das war doch der ganze Trick der Hoffnung, oder nicht? Man hoffte, auch wenn es aussichtslos war.
„Hermine?" Harry wartete auf ihre Antwort. Ihre Absolution. Darauf, dass sie aufgeben würde. Sich geschlagen geben würde. Die sie die weiße Fahne endlich vom höchsten Mast hisste. Aber das tat sie nicht.
„Ich brauche keine Hilfe, Harry. Ich bin durchaus fähig, meine Probleme alleine zu bewältigen, ohne dass ich an Dumbledores Rockzipfel hängen muss, während er Strafen verteilt", erklärte sie kühl. Harrys Gesicht verlor an Ausdruck und er wirkte enttäuscht.
„Ganz im Gegensatz zu mir, meinst du?", griff er fast provozierend ihre Worte auf. Sie atmete aus und verdrehte die Augen. „Und du hast mich nicht verstanden", seufzte er gereizt.
„Doch, Harry. Ich habe dich verstanden. Aber noch bin ich nicht soweit", sagte sie tatsächlich. „Du irrst dich. Es ist noch nicht soweit, dass-"
„-dass du am Boden liegst? Ok", beendete er ihren Satz nickend. „Wenn du darauf warten möchtest, werde ich Schritte ergreifen müssen", beschloss er schließlich.
„Du bevormundest mich?", wollte sie probehalber von ihm wissen, und er betrachtete sie ernst.
„Hermine, du siehst nicht mehr, was dieser dämliche Job dir antut! Was Malfoy dir antut. Ich habe dich noch nicht einmal gefragt, was du überhaupt heute vor den Gewächshäusern mit ihm zu schaffen hattest! Und es sieht nicht danach aus, als ob du es erzählen willst", informierte er sie, gefährlich nahe am Rand einer Erpressung. „Und ich will es auch nicht wissen!", ergänzte er knapp, als sich ihr Mund bereits geöffnet hatte. „In meinen Augen existieren keine Gründe, weshalb du mit ihm reden solltest! Es gibt nichts, was ihr zu besprechen hättet, weswegen er dich mitten in Kräuterkunde draußen sprechen müsste, Hermine", schien Harry sie erinnern zu wollen.
„Und du bist ein großes Mädchen, Hermine. Ich bin mir sicher, sollte er dich bedrohen, dich zu irgendetwas zwingen – dann bist du clever genug, dich zur Wehr zu setzen. Du hast einen Zauberstab, du bist nicht dumm", schloss er prüfend. „Und wenn du…" Kurz machte er eine Pause, und Hermine war gespannt, was er jetzt noch auf Lager hatte, welche Schuldzuweisung jetzt noch folgen würde.
„Was, Harry? Wenn ich was?", wollte sie müde wissen. Aber in seinem Blick stand das Unaussprechliche bereits und sprach endlose Bände. Sie konnte es selber nicht in echte Worte fassen, aber es lag klar auf der Hand, was Harry meinte. Wenn sie irgendetwas mit Malfoy zu besprechen hatte, was über jede schulische Angelegenheit hinausging - was es natürlich immer tat! Bei Harry war es nicht anders! Wenn er sich mit Malfoy anlegte, dann ging es nicht um Zaubertränke, um Verwandlung – um irgendein Schulfach, nein!
Aber was sollte sie Harry sagen?!
Dass er Recht hatte? Zumindest zu einem gewissen Teil? Nein. Das konnte sie nicht. Und das würde sie nicht, denn er lag falsch. Es war nicht, wie er dachte.
„Lass es mich ganz deutlich sagen, Hermine", begann Harry nun und lehnte sich aus dem Sessel näher zu ihr nach vorne, während sie mittlerweil schon unbewusst, gerade auf dem Rand der Couch saß – praktisch darauf wartete, aufzustehen und dieses Gespräch zu beenden. Seine grünen Augen durchleuchteten sie, so wie sie es immer taten. Manchmal konnte es Hermine nicht leiden. Wie er immer alles wusste. Oder glaubte, besser zu wissen!
„Wenn du ihn magst – warum auch immer – dann weißt du hoffentlich, dass er niemals, nicht in tausend Jahren, jemals seine Meinung ändern wird."
Ron bewegte sich unangenehm berührt auf seinem Platz und verzog halb angewidert das Gesicht, während er nur den Kopf schüttelte. Gott, Hermine konnte Harry nicht fassen!
„Seine Meinung ändern wird?", wiederholte sie langsam. „Wenn ich ihn mag", sprach sie auch diese Worte noch einmal aus, denn sie waren so absurd. „Lass mich das kurz begreifen, Harry", stellte sie ruhig klar, während die Wut in ihr schäumte. „Du denkst, ich renne nicht zu Dumbledore oder Snape oder dir und Ron gleichzeitig, weil ich Malfoy mag?", entfuhr es ihr kalt. „Und, du sagst, ich bin ein Schlammblut, und Malfoy wird mich immer hassen? Ist es das? Nur damit wir uns verstehen?" schloss sie eisig. Fast musste sie lachen. Es war so absurd wie Malfoys Frage letzte Nacht, ob sie ihn lieben würde. Waren alle verrückt?!
Harry glaubte, sie mochte Malfoy? Malfoy glaubte, sie liebte ihn sogar! Es war unfassbar!
„Hermine-", begann Harry sanfter, aber sie sah ihm zornig entgegen.
„-ich hoffe, wir müssen das nicht vertiefen! Wie kannst du so etwas annehmen? Ist das deine Antwort auf alles, was du nicht sofort begreifst? Weil ich nicht sofort Hilfe suche, wenn es komplizierter wird, ist es, weil ich heimlich verliebt bin? Wirklich?!", wollte sie aufgebracht wissen, und Harry schloss kurz die Augen. „Dann, Harry Potter, müsste ich auch unsterblich in dich verliebt sein, oder nicht?", fuhr sie ihn an. „Weil ich deine Hilfe nicht will – das muss dir ja wie eine Liebeserklärung vorkommen, oder nicht?", schnappte sie außer sich, während sich die Blicke im Gemeinschaftsraum langsam aber sich auf die vier Freunde konzentrierten.
„Das habe ich nie behauptet!", rechtfertigte er sich sofort, während Ron hastig nickte. „Und ich habe nie gesagt, du wärst ein Schlammblut! Das bist du nicht, ok? Und das zu sagen ist auch nicht ok!", fuhr er fort, scheinbar erpicht darauf, sie zu beruhigen. „Ich sage nur, dass ich es dir nicht vorwerfe, aber-"
„-aber, dass du mich für genauso bescheuert hältst wie all die anderen dämlichen Mädchen hier?", rief sie lauter und erhob sich. Sie konnte nicht mehr sitzen und ihm zuhören. Ihr Blick galt nun Lavender, die immer noch reichlich unglücklich wirkte, deren Augen sich aber nach ihrem Vorwurf entrüstet geweitet hatten. „Dann sage ich es noch mal, für dich zum Mitschreiben, Harry!", donnerte ihre Stimme. Harry wirkte überfordert. Sein Mund hatte sich ratlos geöffnet. Und Hermine hatte keine Lust, zurück zu rudern, die Sache aufzuklären, Harry zuzugestehen, dass seine Anschuldigungen vielleicht in seinem Kopf irgendwo Sinn ergaben – nein! Sie hatte keine Lust!
„Von mir aus kann Malfoy tausend Meter eine Klippe hinabstürzen, auf den steilsten Felsen aufgespießt werden, zehn Jahre als vermisst in den Zeitungen gelten – auf Milchkartons gesucht werden –, solange er mir nicht dieses Jahr versaut und ich mein Schulsprecherabzeichen ehrlich, ohne Hilfe, an meiner Brust tragen kann, ohne mich schlecht zu fühlen! Ohne dass jemand wie du mir einredet, ich hätte einen Fehler gemacht! Ich wäre diejenige, die nicht mehr klarkommt und zu Dumbledore rennen müsste!"
„Hermine!", rief Harry ihr nach, als sie bereits durch den Gemeinschafstraum gestürzt war, raus aus dem Portraitloch, während sie merkte, dass Ginny ihr folgte. Gott, sie war so wütend. Harry konnte wirklich ein Idiot sein! Wirklich so vollkommen begriffsstutzig! Gott!
„Na, das lief gut", bemerkte Ginny, als sie im Gleichschritt neben ihr lief, mit dem trockenen Humor, den Hermine Fred und George zugetraut hätte. „Wo gehen wir hin?", erkundigte sich Ginny fast schon gleichmütig.
„Zu Hagrid", erwiderte Hermine gepresst, denn sie hatte nicht vor, wütend auf Ginny zu sein. Sie war jetzt erst mal nur wütend auf Harry.
„Hm…", bemerkte Ginny und zuckte die Achseln, „hat das was mit letzter Nacht zu tun?", vermutete sie jetzt gespannt, und Hermine hielt ihr zugute, dass sie scheinbar Harrys Worten keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte – oder sie zumindest als genauso lächerlich abtat, wie Hermine es verzog zu tun.
„Ja", sagte Hermine wütend, während sie den Flur entlang gingen. „Er ist mit mir gestern Nacht nach Hogsmeade gegangen, weil ich das Passwort für die Tore nicht hatte, um die Slytherins aus dem Eberkopf abzuholen", erklärte sie in wenigen Worten, was geschehen war. Es war Ginny hoch anzurechnen, dass sie diese Tatsache nicht kommentierte, sondern nach zwei Sekunden lediglich nickte.
„Klingt logisch", sagte sie nur, und Hermine wusste schon, warum sie lieber mit Ginny über solche Dinge sprach als mit Harry. „Ich gebe die zehn Galleonen, wenn ich es Harry später sagen darf", ergänzte sie mit einem schiefen Grinsen. Hermine wandte den Blick. Ginnys Scherz tat tatsächlich gut, auch wenn Hermine gerade nicht nach Lachen zumute war.
Hermine sah Ginny irritiert dabei zu, wie sie auf dem Kaminvorleger saß und den Spinnentöter kraulte, der alle sechs Beine genüsslich von sich gestreckt hatte und die Augen geschlossen hielt. Hermine glaubte sogar, das Tier schnurren zu hören. Es war ein beängstigendes Geräusch, aber Ginny schien es nicht zu stören.
„Ja! Das gefällt dir, hm? Du bist eine ganz brave!", beruhigte Ginny das Tier, während sie das buschige Fell mit beiden Händen bearbeitete. Hagrid stellte drei riesige Teetassen auf den Tisch. Hermine ignorierte Hagrids selbstgemachte Steinkekse seit ihrem ersten Jahr.
Ginny hatte mal gemeint, man könne diese Kekse ganz wunderbar als Klatscher verwenden, denn sie würden niemals zu Bruch gehen. So ähnlich sah es Hermine auch.
„Danke, Hagrid", sagte Hermine und nippte an der Tasse, die sie mit beiden Händen halten musste.
„Mine, ich weiß ja nicht", begann Hagrid und kratzte sich unangenehm berührt am Kopf. Abwesend warf er dem Spinnentöter einen Keks auf das Bärenfell, welchen Pamela auch blind mit einem Schlenker ihrer Zunge in den Mund saugte. Sie zermalmte den Keks mit dem Geräusch einer Steinwalze. Ginny und Hermine tauschten einen kurzen beängstigten Blick, ohne dass es Hagrid sah.
„Was, Hagrid?", fragte sie also.
„Na ja, ich müsste zu Dumbledore gehen. Eigentlich", formulierte er seine Sorge nun in Worte. Hermine konnte sich davon abhalten, zu stöhnen.
„Was haben alle immer mit Dumbledore, Merlin noch mal?", fuhr sie ihn an. Er hob überrascht die dunklen Augen. „Er ist ein alter Mann! Was soll er tun? Er hat Malfoy ausgewählt, meine Güte! Er hat sich das ganze Jahr bisher nicht gekümmert! Wenn du zu Snape gehen würdest, darin sehe ich eine echte Maßnahme, aber-"
„-ne!", sagte Hagrid sofort. „Ne, auf gar keinen Fall!", wiederholte er kopfschüttelnd, so dass sein Bart wippte. Hermine atmete aus. Sie wusste, Hagrid hatte Angst vor Snape.
„Hagrid, können wir das anders regeln?", bat sie ihn jetzt wieder sanfter.
„Och, Hermine! Sieh mich nicht so an!", flehte er und wandte den Blick von ihr ab. „Kannst du… kannst du mir versprechen, dass das nie wieder passiert?", wollte er zögerlich wissen, und Hermine überlegte kurz.
Nein. Konnte sie nicht. Sie ruckte unverindlich mit dem Kopf, als er sie wieder ansah.
„Hermine!", sagte er eindringlicher.
„Ich denke, ich kann dir versprechen, dass ich alles tun werde, damit das auf keinen Fall wieder passiert", bot sie ihm versöhnlicher an, aber er wirkte nicht zufrieden.
„Kann man ihn nicht einsperren?", wollte Hagrid ratlos wissen. „Ihm den Zauberstab wegnehmen?" Hermine nickte abwesend.
„Ja, das wäre gut", bemerkte sie bestätigend. Das würde ihr Leben um so vieles leichter machen, dachte sie dumpf. „Aber das geht nicht", schloss sie seufzend. „Ich danke dir so sehr für deine Hilfe, Hagrid. Bitte, kann das unter uns bleiben?", bat Hermine ein letztes Mal, und Hagrid wandte zwiegespalten den Blick von ihr ab.
„Komm schon, Hagrid!", ergänzte Ginny. „Pamela hat mir gesagt, sie versteht Hermine voll und ganz!" Skeptisch betrachtete Hagrid seinen Spinnentöter, als hätte sie tatsächlich gesprochen.
„Versuch nicht, mich zu überreden, kleine Weasley", murmelte er, aber er schien nachzudenken. „Na schön", brummte er unzufrieden. „Dieses Mal! Aber nächstes Mal-"
„-es wird kein nächstes Mal geben!", wandte Hermine sofort ein.
„Nächstes Mal gehe ich zu Dumbledore", versprach er ihr mahnend.
„Danke, Hagrid!", sagte sie ehrlich erleichtert.
„Schon gut, schon gut! Sieh mich nicht so an! Nimm dir einen Keks, Mine", bot er ihr versöhnlicher an, und Hermine sah sich gehalten, wenigstens einen der Steinkekse in der Hand zu halten, während Ginny sich das Grinsen nicht verkneifen konnte.
Ginny und Hermine verließen Hagrids Hütte, noch ehe es dunkel werden konnte, mit dem Auftrag, Harry Bescheid zu sagen, dass er auch mal wieder vorbeikommen sollte.
Ginny betrachtete Hermine, und ihr brannten einige Fragen auf der Seele. Sie hatte schon vor Tagen gesehen, wie müde Hermine wirklich war. Sie ging heute komisch, hatte sie festgestellt, als hätte sie Schmerzen.
Ehe Ginny ihre Gedanken laut äußern konnte, sprach Hermine.
„Und? Du und Harry?" Hermine sah sie interessiert an. Und Ginny registrierte, Hermine war dankbar für einen Themawechsel. Ginny glaubte ihr. Sie glaubte Hermine, dass sie Malfoy wirklich nicht leiden konnte. Man merkte einem Mädchen an, ob sie einen Jungen mochte oder nicht. Und Ginny spürte, wie sich ihre Mundwinkel automatisch hoben.
„Wenn Ron gerade nicht Huckepack auf Harrys Rücken sitzt, wann immer wir uns treffen, dann läuft es gut", räumte sie ein. Hermine sah sie gespannt an.
„Ich kann mir Harry schlecht romantisch vorstellen", räumte Hermine lächelnd ein.
„Na ja, wenn man sich nicht konsequent mit ihm immer über Malfoy streitet, kann er sehr romantisch sein", erklärte Ginny grinsend. Hermine verdrehte die Augen, und schon bei der Erwähnung des Namens bemerkte Ginny, wie sich Hermine anspannte. „Hör mal", begann Ginny jetzt behutsamer, „du sagst mir, wenn da irgendwas ist, was dich bedrückt, ja?", schloss sie ernsthaft. Hermine sah sie an. Dann schüttelte sie den Kopf.
„Ach, da ist nichts. Er ist betrunken und schreit mich an. Ich höre es schon gar nicht mehr", tat Hermine Malfoys Eskapaden mit einem Schulterzucken ab. „Habt ihr euch geküsst?", wechselte Hermine jetzt rigoros das Thema, und Ginny spürte, wie sie rot wurde.
„Hermine!", sagte sie peinlich berührt, aber Hermine musste lächeln. Und Ginny merkte, es war das erste Mal diese Woche, dass sie Hermine lächeln gesehen hatte. „Ja, er hat mich geküsst. Nach dem Auswahlspiel von Slytherin", räumte sie leiser ein. „Unter den Tribünen. Wir sind vor Ron entkommen", flüsterte sie zwinkernd. Aber Ginny musste noch etwas wissen. Sie musste fragen. „Und wo hast du gestern geschlafen? Ich höre, Mr Kingston ist hartnäckig?", wandte sie lächelnd ein.
Hermine lachte tatsächlich auf. „Oh, ja! Was für eine herrliche Verbindung!", lachte sie. Dann trat Scham auf Hermine hübsche Züge. „Ich habe auf der Couch im Slytherin Gemeinschaftsraum geschlafen", gestand sie, als wäre es ein Todesurteil. Ginny verzog den Mund.
„Igitt, auf diesem Lederding. Widerlich! Wieso? Hat Malfoy dich nicht weggelassen?", wollte sie spöttisch wissen, aber für den Bruchteil einer winzigen Sekunde trat ein seltsamer Ausdruck auf Hermines Gesicht. Ehe Ginny diese sehr kurze Veränderung hatte kommentieren können, sprach Hermine bereits weiter.
„Mrs Norris war draußen vor dem Portrait", erklärte Hermine und verdrehte die Augen. „Und es war so spät und… ich wollte nichts mit Filch oder Snape zu tun haben, in dieser Nacht. Es grenzte ohnehin schon an ein Wunder, dass McGonagall uns nicht gefunden und viergeteilt hat!", entgegnete Hermine kopfschüttelnd.
„Du gibst dir viel Mühe mit einem Haufen unwürdiger Slytherins", sagte Ginny jetzt nachdenklich. Hermine zuckte die Achseln. „Alles wegen deines Abzeichens?", erkundigte sich Ginny jetzt tatsächlich, und wieder huschte ein Schatten über Hermines Gesicht.
„Schätze schon", räumte Hermine jetzt ein. „Weißt du, ich habe es solange geschafft", ergänzte sie, ohne Ginny anzusehen, „da schaffe ich es auch noch ein wenig länger", endete sie ruhig. „Wenn dein Freund mich denn lässt", bemerkte sie mit einem Blick auf Ginny. Ginny wurde erneut rot im Gesicht. Sie sprach nie offen über die Beziehung mit Harry.
Es war noch nicht an der Zeit, hier in Hogwarts. Sie wollte die Schule beenden und dann… dann gab es nur noch sie und Harry.
Aber sie lächelte jetzt.
„Ginny, ich werde ein Bad nehmen gehen", informierte Hermine sie und streckte sich leicht. „Die Nacht steckt mir in den Gliedern", murmelte sie. Ginny nickte langsam.
„Ok, mach das. Du willst kein Abendbrot?", vermutete Ginny jetzt.
„Nein. Vielleicht gehe ich noch später bei der Küche vorbei, aber ich denke, Harry und ich müssen uns erst mal abkühlen, findest du nicht?" Ginny hasste es, wenn Harry und Hermine stritten. Und es kam in letzter Zeit viel häufiger vor.
„Ok. Dann… entspann dich", sagte sie nur. Hermine ging schneller, als sie das Schloss erreicht hatten.
„Ich sehe dich später!", rief Hermine ihr über die Schulter zu. Sie kam Ginny dünner vor. Irgendwie… müde und krank. Es beunruhigte sie.
„Ja, bis später", rief Ginny noch, ehe die Schlosstore hinter Hermine zufielen. Es war wieder kühler geworden. Der Umhang wärmte sie nicht richtig. Hätte sie besser ihre Jacke angezogen. Etwas ratlos stand sie vor den Toren des Schlosses. Und ihr Blick verfing sich an den Torbögen. Langsam öffnete sich ihr Mund. Er stand dort, zwischen den Säulen, halb im Schatten verborgen.
Als er ihren Blick bemerkt hatte, stieß er sich von der Wand ab.
Sie musste nicht lange darüber nachdenken. Ginny hatte Angst vor ihm. Etwas Böses lag auf seinen Zügen. Etwas Dunkles umgab ihn, jedes Mal, wenn sie ihn irgendwo sah. Er ging gelassen durch den gebogenen Gang auf die Schlosstore zu, an ihr vorbei.
Selbstgefälligkeit lag schwach auf seinen ausgeprägten Zügen. Sein Blick streifte sie und Ginny spürte eine widerliche Kälte in sich empor steigen.
Was tat er hier draußen? Allein?! Er war doch nie allein, hatte immer irgendwelche Mädchen im Schlepptau, kümmerte sich doch immer darum, seinen Harem in nächster Nähe zu haben!
Und das Gefühl kroch in ihr empor, diese Ahnung, dass das hier kein Zufall war. Dass er… mit Absicht hier war. Aber sie konnte das Gefühl nicht wirklich deuten oder bestätigen. Ihr Herz klopfte laut, denn sie ballte die Fäuste und setzte sich in Bewegung, ihm direkt hinterher. Sie hatte ihn erreicht, ehe er die Tore öffnen konnte. Sie hatte noch nie alleine mit ihm irgendwo gestanden, alleine mit ihm gesprochen, ihn überhaupt jemals alleine gesehen.
Er überragte sie. Er war größer als Harry. Er war angsteinflößender als Harry. Er war niemand, mit dem sie reden wollte, dem sie jemals draußen im Dunklen begegnen wollen würde. Und er hatte inne gehalten, und würdigte sie nun mit einem abfälligen Blick. Und Ginny sprach, was ihr als erstes in den Sinn kam. Was am meisten Sinn in ihrem Kopf machte, und Wut rauschte in ihren Ohren, denn eine panische Verzweiflung hatte sich in ihr ausgebreitet.
„Halt dich von ihr fern", brachte sie hervor. Heiß und böse. Als beste Freundin, die Ginny eben war. Er runzelte die Stirn. Ihre Fingernägel schnitten unangenehm in ihre Handflächen, während sie die Fäuste geballt hatte. Sie war machtlos. Sie konnte nichts tun, wenn Hermine sie nicht darum bat. Sie konnte nicht zu Harry, sie konnte nicht handeln. Aber sein Blick war… widerlich! Wie Hermine überhaupt so etwas wie Verantwortung in Bezug auf ihn entwickeln konnte, war jedem Verständnis entrückt, was Ginny empfinden könnte. „Wenn du sie anrührst, bringe ich dich um!", versprach sie ihm plötzlich, mit einer solchen ehrlichen Aufrichtigkeit, dass er tatsächlich zu überlegen schien, zu antworten. Ihre Stimme hatte gezittert. Die Wut, die sie spürte, ließ sie zittern. Und sie hatte es laut sagen müssen! Denn egal, ob Hermine es zugab oder eben nicht – da war mehr. Da war etwas, was sie nicht sagte. Nicht laut zumindest. Es stand ihr immer im Gesicht geschrieben, wann immer es um Draco Malfoy ging – aber Hermine sagte es niemals laut!
Seine hellgrauen Augen wanderten prüfend über ihr Gesicht. Seine Mundwinkel zuckten kurz. Er hatte eine seltsame Kontenance auf seinen Zügen. Ginny sah, was unübersehbar war. Sie liebte Harry, aber sie war nicht blind für die toxische Schönheit, die von Draco Malfoy zweifelsohne ausging. Von seiner großen Gestalt. Von dem seltsam gefährlichen Wissen in seinen faszinierend hellen Augen. Aber seine Schönheit war so furchterregend, dass sie kaum viel länger vor ihm verweilen konnte. Und kurz dachte sie an Harrys Worte. Wenn Hermine ihn mochte, dann würde sie keine Chance haben. Jetzt gerade sah Malfoy nicht so aus, als würde er überhaupt irgendjemanden oder irgendetwas auf dieser Welt mögen.
Sie glaubte, er war leer. Innerlich war er ausgehöhlt und widerlich und leer. Da war nichts Gutes in ihm. Nicht ein Funken Freundlichkeit, während Hermine vor Mitgefühl und Freundlichkeit praktisch überlief. Und jetzt… jetzt in diesen Tagen schien Draco Malfoy ihr all das Gute genommen zu haben. Er saugte es praktisch auf! Nahm es ihr, wie ein gieriges Insekt, was nicht genug bekommen konnte!
Sie wünschte sich plötzlich, er würde etwas sagen. Würde ihr irgendeine Fläche bieten, aber sein Blick wandte sich von ihr ab, als hätte sie nichts gesagt, als wäre sie nicht mal existent.
Er war lautlos im Schloss verschwunden, und sie stand immer noch vor den Toren. Ihr Herz schlug schnell in ihrer Brust. Sie hatte das Bedürfnis zu schreien, aber sie tat es nicht. Ihr Weasley-Temperament war nicht immer hilfreich, stellte sie zornig fest.
Aber sie würde nicht zögern. Sie würde ihn umbringen, würde er Hermine irgendwie verletzen. Ohne Gnade. Sie war nämlich nicht wie Hermine. Sie hatte kein Mitleid mit Abschaum wie Malfoy!
