Kapitel 4.2: Ritter in grüner Tracht
(Katerstimmung)
„Also… was zuerst?" fragte Colin, als sie wieder in den überfüllten Fluren des Gilmore Anwesens standen.
Logan und Finn zuckten mit den Schultern.
Augenrollend schüttelte Colin gereizt seinen Kopf. „Okay, sieht so aus, als müsste ich die ganze Arbeit machen… mal wieder. Ich würde sagen, dass du dich Finn um genug Alkohol im Poolhaus kümmerst. Etwas zu essen wär auch nicht schlecht. Es ist wirklich ausgezeichnet. Uh, wir machen das im Poolhaus, richtig?" Seine Freunde nickten. „Gut. Logan, du rettest Rory. Und guckst, welche anständigen Typen du zusammentrommeln kannst. Okay?"
Logan nickte, seine Gedanken waren immer noch damit beschäftigt, herauszufinden, was in der Bücherei passiert war.
„Finn?" fragte Colin, da Finn keine Antwort gab.
„Kann ich meinen Augen trauen? Ist das wirklich Jordan Chase, der mit unserem Mädel quatscht?" fragte Finn auf die Veranda starrend.
Logans Blick folgte schlagartig Finns nach draußen. Jordan Chase? Wo hatte er diesen Namen schon mal gehört? Da war Rory, an einem Cocktailtisch stehend, ein dunkelhaariger Typ redete mit ihr. Zu Logans Entsetzen war sie offensichtlich nicht aufmerksam, dass dieser Kerl mit ihr redete.
„Chase? Blödspaten? Der Typ, der das Herz der besten Freundin deiner Schwester gebrochen hat - glücklicherweise, wie es sich schließlich herausstellte? Der Typ, in dessen Eier Lope später getreten hat?" fragte Colin mit einem finsteren Blick.
„Der einzig Wahre. Was zur Hölle macht dieser Bastard hier?" fragte Finn, Wut brannte in seinen Augen.
Logan konnte es ihm nicht verübeln. Nachdem Lope, Finns Schwester, sich für ihre beste Freundin an ihm gerächt hatte, als er die Dreistigkeit besaß und auf einer Party mit einem anderen Mädchen auftauchte, hatte er versucht, sie dafür zu verklagen. Er wusste genau, wie viel Geld er durch eine Familie wie den Teverboughs scheffeln konnte. Nehm Colins Vater dazu. Durch sein Rechtsmanöver sah Chase nie einen Pfennig davon. Natürlich war er für Finn jedoch ein einzig großes, rotes Tuch. Kein Wunder. Wenn ein Bastard das gleiche mit Honor durchgezogen hätte, wäre seine Reaktion nicht anders gewesen. Aber von dem, was Finn ihnen erzählt hatte, kam es bereits zu einem privaten Pläuschen zwischen den beiden. Nur um auf der sicheren Seite zu sein, trat Logan näher an Finn heran und legte eine Hand auf seinen Arm… um ihn zu beruhigen und ihn zurückzuhalten.
Colin sah wieder zu Rory und Chase hinüber, beunruhigt. „Ich hab gehört, dass die Chases wieder viel Geld verloren haben. Zurzeit sind sie ziemlich pleite. Ein Vermögen wie Rory es wahrscheinlich eines Tages erben wird, würde ihnen sicherlich gerade rechtkommen. Plus, ein Job in Richards Firma für Jordan wäre auch nicht schlecht."
Nur über meine Leiche! Logans Augen blitzen zu Rory. Jordan quatsche sie immer noch mit Schwachsinn zu, aber jetzt sah sie zu seinem Erleichtern genervt aus. Eigentlich sah sie so aus, als könnte sie etwas Hilfe gebrauchen, diesen Typen los zu werden.
Er bewegte sich ohne großartig zu überlegen. In der einen Sekunde stand er im Haus, Finn fest im Griff und in der nächsten schlenderte er auf die Veranda, steuerte geradewegs auf seine Ace zu, agierte komplett instinktiv.
"Rory!" rief er und eilte zu ihr hinüber. „Da steckst du ja, ich hab dich überall gesucht", sagte er und war belustigt von dem überraschten Blick, den ihm Rory zuwarf. Sie hatte ihn hier absolut nicht erwartet, geschweige denn, dass er zu ihrer Rettung kommen würde. Er schlang einen Arm um sie und lächelte sie an. Ihre Augen wurden noch größer. Er hoffte nur, dass sie die Scharade nicht aufliegen lassen würde. „Entschuldige die Verspätung, sei nicht böse", bat er und drehte sich dann zu Chase mit einem kalten, warnenden Lächeln. „Logan Huntzburger", stellte er sich mit ausgestreckter Hand vor.
„Uh, Jordan Chase", antwortete Jordan, offensichtlich von Logans Unterbrechung genervt, und schüttelte seine Hand.
Logan behielt Chase Hand in seiner eigenen und drückte fest zu. „Schön, dass du dich um meine Freundin gekümmert hast." Er ließ die Hand los und betonte leicht das ‚meine Freundin'. Er spürte, wie Rory realisierte, was los war. Darauf vertrauend, dass sie ihn weitermachen ließ, fuhr er fort, Chase nicht aus den Augen lassend. „Sonst wär ihr garantiert aufgefallen, dass ich echt spät dran war. Dann wär sie gegangen und das wäre ganz blöd gewesen", sagte er, während sein Lächeln eisig wurde.
Jordan starrte sie beide verwirrt an und ein großes Stirnrunzeln verirrte sich in sein Gesicht. „Ha, Augenblick, Verzeihung - sie ist deine Freundin?" wollte er wissen und schaute dabei immer noch perplex und irritiert drein.
Während sein Lächeln wuchs, verengte Logan seine Augen. „Ja, seit anderthalb Jahren", antwortete er glücklich und zog Rory näher an seinen Körper. Er fühlte, wie sie ihre Hand über seine auf ihrer Schulter legte und aus seinem Augenwinkel sah er, wie auch sie Chase anlächelte.
Gut, sie spielte mit. Offensichtlich wollte sie, dass er die Nachricht richtig verstand und von ihr fernblieb, genauso sehr wie auch er es wollte. Logan musste nicht mal so tun, als ob es ihm gefiel - oder die Tatsache, dass Rory hier in seinen Armen war und sich gegen ihn lehnte.
Und Chase verstand die ‚subtile' Nachricht. „Klasse… und was hab ich dann hier verloren?" fragte er sich kopfschüttelnd und verschwand kurzerhand.
Logan schaute ihm nach bis er sicher war, dass er sich außer Hörweite befand, bevor er widerwillig Rory losließ und einen Schritt zurückmachte, um sie anzuschauen, während er seine Hände in die Hosentaschen schob. Als sie ihre Hand auf seine legte und sich ihre Haut berührte, hatte er wieder diesen seltsamen Ruck gespürt, der durch seinen Körper fuhr; wie auf dem LDB-Event, wann immer er sie berührt hatte. Dieses Mal hätte er jedoch keineswegs ihre Hand losgelassen und er bemerkte nach einem Moment, dass sich die Elektrizität zu einem warmen Kribbeln wandelte, welches sich ganz warm und gut anfühlte.
"Oh, danke", bedankte sich Rory aufrichtig bei ihm und schenkte ihm eines ihrer seltenen, leuchtenden Lächeln.
"Du wirktest verzweifelt", antwortete er als Erklärung auf sein Handeln. Er traute es ihr zu, Antworten für sein Handeln zu verlangen, jetzt, da Chase weg war.
Aber Rory nickte nur. "Das war ich", gab sie zu.
"Freut mich, wenn ich dir helfen konnte", sagte er, wobei er plötzlich peinlich berührt war. Was machte sie nur mit ihm, verdammt nochmal? Hastig wechselte er das Thema. "Man, ich hasse solche Partys", sagte er ihr mit einem Lächeln.
Rory nickte und schaute sich kurz um. "So ganz mein Fall ist das auch nicht", stimmte sie zu, die Nase rümpfend, wobei sie so verflucht süß aussaß, wann immer sie es machte.
"Aber die Bar ist gefüllt und das Essen bei deiner Großmutter ist ganz hervorragend", betonte Logan mit einem Grinsen. Er wunderte sich, wie sie auf die Neuigkeit reagieren würde, dass er ihre Großeltern kannte.
Ganz gewiss schaute Rory ihn auch verwirrt an, wobei sie noch niedlicher aussaß. "Moment... meine Großmutter?" fragte sie mit verengten Augen.
"Logan?"
Verdammt, warum musste Richard genau diesen Moment wählen, um Logan unter seinen Gästen zu finden? Er hätte diese Unterhaltung gerne beendet. Innerlich seufzend richtete Logan sich auf und drehte sich zu Rorys Großvater um. Wieder einmal an Rorys Seite stehend, jedoch dieses Mal mit ein paar Zentimetern zwischen ihnen - leider.
"Wie geht's dir denn, Junge?" fragte Richard mit ausgestreckter Hand.
Logan schüttelte sie. "Bestens, wie immer Sir und selbst?" Sie ließen die Hände wieder los.
"Oh, mir geht's hervorragend!" antwortete Richard lächelnd. "Schön dich zu sehen. Sind deine Eltern auch hier?"
Die Frage überraschte Logan. Sollte er nicht wissen, dass sie hier waren? Die Gilmores hatte sie schließlich eingeladen, oder nicht? Aber er nickte. "Sie müssen hier irgendwo sein. Mom ist begeistert von Emilys neuen Vorhängen."
"Oh ja, sie hat was das angeht einen exquisiten Geschmack. Na schön, Rory", sagte Richard, seine Enkelin anlächelnd, „da ich sehe, dass du hier in guten Händen bist, mach ich jetzt noch eine Runde und gehe dann an die Bar", endete er mit einem Augenzwinkern an Logan. Es war nicht wirklich schwer herauszufinden, dass er mehr als zufrieden damit war, Rory in Logans Gesellschaft aufzufinden. Nicht zu überraschend. Richard kannte und mochte ihn und wusste auch, dass Logan aus einer guten Familie kam, die genug eigenes Geld hatte, dass er kein Goldgräber sein konnte.
"Es war schön Sie zu sehen, Richard", sagte Logan ehrlich. Schließlich konnte er Richard wirklich gut leiden, auch wenn er gerade etwas unterbrochen hatte. Andererseits, von dem, was er aus seinem Augenwinkel mitbekam, hat Richard seine Unterhaltung mit Rory umso interessanter gemacht.
"Hat mich auch gefreut, Logan", sagte Richard und mit einem letzten Blick zu Rory begab er sich zu anderen Gästen.
Amüsiert drehte sich Logan zu Rory. Während seines kurzen Austausches mit Richard hatte er hart mit sich kämpfen müssen, nicht laut loszulachen, wegen Rorys wunderbar überraschten Gesichtes, welches nun auch noch Verärgerung zeigte. Er würde drum wetten, dass sie es geradezu geliebt hat zu hören, dass sie bei Logan in guten Händen war. Aber in aller Ehrlichkeit, das war sie. Viel besser als mit den Idioten wie Kip, Andy, Donnie, Byron und ganz besonders mit diesem dummen Bastard Chase.
"Du kennst meine Großeltern?" fragte Rory mit weiten Augen.
Logan grinste sie zuckersüß an. "Meine Eltern sind mit den beiden befreundet", erklärte er. Über die Terrasse hinweg am Poolhaus konnte er Colin sehen, der ihm zunickte. "Hör zu, also. Lektion eins im Umgang mit sterbenslangweiligen Partys - veranstalte eine Sub-Party", belehrte er Rory, welche ihn schon wieder wegen des abrupten Themenwechsels verwundert anschaute. Grinsend guckte er sich nach einer Flasche Champagner um. Ah, da!
"Wo willst du hin?" fragte Rory, ihm folgend.
Logan ignorierte ihre Frage und rief stattdessen nach Finn, von dem er wusste, dass er noch in der Nähe war. „Finn!"
"Finn ist hier?" fragte Rory, ihre Verwunderung wachsend. Und liebte es Logan nicht einfach, ihr eine Überraschung nach der anderen zu präsentieren. Aber ehrlich, es war ihre eigene Schuld. Wenn sie nicht immer so hübsch aussehen und so lustig reagieren würde, wenn man sie überraschte, dann würde er nicht diesen überwältigenden Drang verspüren, es stets wieder zu tun.
Finn ging auf die Terrasse und Logan sah ihn einen Blick in Richtung Chase verwerfen. Dankbarerweise kam er nur zu ihnen hinüber und nicht zum Vollidioten. "Sie hatten geläutet?" fragte er.
"Zeit für einen kleinen Ortswechsel", sagte Logan ihm und schnappte sich die Flasche, ließ dabei die beiden stehen; sicher, dass sie ihm folgen würden.
"Oh, fantastisch", sagte Finn erleichtert. Dann hörte Logan ihn, wie er Rory die Frage stellte, mit der Finn jeder Frau auf die Nerven ging. "Kennen wir uns?"
"Um, ja?" antwortet Rory perplex.
Arme Rory. Finn konnte dieses Spiel zur Perfektion durchziehen. Die meisten Mädels stoppten auf Finns Frage zu reagieren und gingen dazu über, ihn einfach zu ignorieren. Einige wurden wütend und würden nicht mehr mit ihm sprechen. Natürlich würde Finn es ihnen gleichtun. Andere wiederum erklärten es immer wieder erneuert, wie und wo sie sich getroffen hatten. Logan wusste, dass Finn es als eine Art Test verstand und nur Finn wusste, wie man die Resultate zu werten hatte, um zu einer Entscheidung zu kommen. In der Zwischenzeit hatten er und Colin Spaß an der Show. Aber Logan konnte nicht leugnen, dass er auf Rorys Reaktion gespannt war, wie sie mit der Zeit damit umgehen würde.
Zeit.
Logan seufzte. Diese Party machte ihn nur noch besorgter um die Sache… die Sache zwischen ihm und Rory. Bekanntschaft, Freundschaft… und vielleicht sogar mehr. Nichtsdestotrotz zog es immer größere Kreise. Wie ihre Großeltern, die nun sicherlich hofften, dass etwas aus ihnen wurde. Logan war kein Idiot. Er wusste genau, worüber es in dem Zusammentreffen zuvor ging und welche Ideen nun in Richards Kopf rumspuckten. Das war das Problem in ihren Kreisen: verabrede dich mit einem Mädchen aus der High Society und sofort planten die Mütter die Hochzeit, während die Väter sich um den Ehevertrag stritten. Es war einer der Gründe, weshalb er weit, weit weg von Mädchen mit blauem Blut blieb. Oh, seine Mädchen durften ruhig reich sein - eigentlich waren sie deshalb meistens weniger peinlich für ihn - aber nicht vom richtigen Blut.
Aber Rory war nicht eins seiner Mädchen. Und er wollte nicht eins aus ihr machen. Das war sie einfach nicht.
Außerdem kam Rory nicht aus seinen Dunstkreisen. Nicht wirklich. Trotzdem war sie hier, wurde vorgeführt als eine Erbin von ihren Großeltern, die schon seit langer Zeit mit seinen Eltern befreundet waren. Sie trug ein halbes Vermögen an Diamanten, sicherlich dachte sie, dass die Klunker sehr kostspielig waren, aber nicht, dass sie um die Millionen an sich trug. Und er hatte gesehen, wie sie mit diesen Leuten wie ein Profi umging, hier und da lächelnd, immer höflich, immer gut gelaunt. Er hätte nicht gedacht, dass sie es in sich hatte. Nicht nachdem sie ihm auf so schöne Art und Weise den Arsch aufgerissen hatte, weil er sich wie ein elitärer Snob nach ihrer Begegnung mit Marty verhalten hatte.
Genau dann und dort, als sie ihm für sein Verhalten die Leviten gelesen hatte, wusste er, dass sie nicht in seine Welt passte.
Er drehte sich zu ihr um und sah, dass sie und Finn von einigen Leuten, die er nicht kannte, gestoppt wurden und er konnte sie wieder lächeln und nicken sehen, wie sie eine Antwort gab, die die Person zum Lachen brachte. Sogar Finn.
Sah so aus, als hätte er falsch gelegen. Sie passte wunderbar in seine Welt.
Und das machte es umso unmöglicher.
Eine halbe Stunde später hatten sie es endlich zu Stande bekommen, alle Leute zu versammeln, ins Poolhaus zu verschwinden und die Party zu starten. Finn brachte etwas Musik mit, welche im Hintergrund spielte. Zu ihrem Vergnügen gab es eine Dartscheibe und einen Billardtisch; der Spaß war also garantiert, auch ohne andere Mädchen außer Rory. Fast jeder liebte es zu spielen… und liebte es untereinander zu wetten.
Die einzige, die grottenschlecht beim Spielen war, war der Ehrengast. Nachdem sie abgelehnt hatte zu spielen - sie verkündete, dass sie miserable bei Spielen war - hatten die Jungs sie gedrängt, zu mindestens an einem Spiel teilzunehmen. Der Pooltisch hatte kaum überlebt. Eine kleine Pharaofigur, die drei Meter von der Dartscheibe entfernt stand, hatte nur überlebt, weil sie aus Bronze war. Danach waren sich alle einig, dass es sicherer für die Welt war, dass Rory sofort aufhörte zu spielen und wurde angeordnet, sich aufs Sofa zu setzen, wo sie noch immer saß. Fast eine Stunde später sprach sie mit diesem oder jedem und alle schienen sich zu vergnügen.
So weit war die Sub-Party ein Kracher und die Leute amüsierten sich. Gutes Essen, gute Musik, gute Spiele, guter Alkohol, nette Leute - was mehr sollte man wollen?
Logan beendete gerade ein Dartspiel mit ein paar Freunden, die er in Andover kennengelernt und seit Ewigkeiten nicht gesehen hatte. Sie hatten sich gut unterhalten, sich auf den neusten Stand gebracht und Logan hatte beinahe all seine Gewinne an Landon verloren. Nicht mit leeren Taschen enden wollend wie Finn, entschied er sich, aufzuhören. Und er wollte noch etwas mit Rory reden. Schließlich musste er ihr noch erzählen, dass er ihren Artikel mochte. Also ging er hinüber zur Bar, um ihnen etwas Champagner zu besorgen, da ihr Glas wieder leer war. Die Flasche nehmend ging er zum Sofa, wo Rory derzeit mit Finn sprach. Sie war zwar richtig mies in Sachen Spiele, aber es hatte sich ergeben, dass sie ein absoluter Pro in Sachen Filme und Musik war. Eigentlich war sie sogar so gut, dass sie kein Problem hatte, seit fast zwanzig Minuten mit Finn mitzuhalten, während sie sich gegenseitig Fragen an den Kopf warfen. Bis jetzt hatte es noch keiner hinbekommen, sich mit Finn in diesem Duell zu messen, jedoch nach dem geschlagenem Ausdruck auf seinem Gesicht und dem siegreichem Ausdruck auf Rorys, hatte Finn endlich seinen Meister gefunden.
Oh, er und Colin würde ihn das nie vergessen lassen, dass er endlich besiegt war und auch noch von einem Mädchen, welches er als lesewütig abgestempelt hatte. Hah!
Gerade als sich Logan zu ihnen gesellte, kam Colin ebenfalls dazu. "Gilmore, dein Großvater hat einen grässlichen Geschmack was Scotch angeht!" verkündete er, während er um das Sofa ging und mit der beleidigenden Flasche wedelte.
Rory drehte sich zu ihm um. "Na, dann geh doch einfach ins große Haus und sag's ihm!" forderte sie ihn mit einem Lächeln auf.
Daraufhin ließ Colin das Thema sofort fallen. "Wenn er das noch nicht kapiert hat, dann kann ich ihm auch nicht helfen", versuchte er eher dürftig darauf hinzuweisen und stoppte an Logans Seite, der sich gerade neu einschüttete.
"Colin, füll ja die Flaschen wieder auf. Wir wollen nicht, dass sie Ärger bekommt", erinnerte Logan Colin, während er sich zu gut an die letzte Sub-Party bei Seth erinnerte.
"Ich weiß, ich weiß", seufzte Colin und verzog sich.
Darauf hoffend, dass Colin sich auch noch nach ein paar Stunden daran erinnerte, machte Logan sich eine mentale Notiz, besser noch selber nachzuschauen. Er drehte sich zu Rory. "Noch mehr?" fragte er mit dem angebotenen Champagner in der Hand.
Sie zögerte einen Moment, aber hielt ihm ihr Glas entgegen. "Klar, wieso nicht?"
"Weil Alkohol ganz schlimm ist", erwähnte Finn. "Es ist wirklich was Schlimmes und wir sind schlimm, weil wir ihn trinken." Er schaute Rory an. "Verhau mich", befahl er ihr.
Logan zog eine Augenbraue hoch. ‚Finn sagt, dass trinken schlimm ist? Alter, sie muss ihn wirklich bei Zwanzig Fragen vernichtet haben.'
"Ich schätze, der Kater den du morgen hast, ist wohl Strafe genug", antwortet sie ihm lächelnd.
Finn schaute Logan düster an. "Die hat zu wenig Champagner getrunken, Logan", verkündete er und sprang auf, um sich woanders zu vergnügen. Lachend schaute Rory ihm nach, bevor sie ihre Aufmerksamkeit Logan schenkte.
Logan konnte nicht anders als zu denken, dass Rory noch eine Menge zu lernen hatte, wenn sie dachte, dass Finn morgen überhaupt noch was fühlen würde in dem Zustand, in dem er sich derzeit befand. Es brauchte noch viel, viel mehr härteren Stoff, damit das passierte. Und Finn hatte Recht. Sie hatte nicht viel getrunken und Logan vermutete, der sich an den LDB-Event erinnerte, wo sie auch nur wenig getrunken hatte, dass sie kein großer Trinker war. Was er noch nicht wusste war, ob sie es nicht wagte mehr zu trinken oder weil sie es so wollte. Naja, die Nacht war noch jung. Vielleicht würde er es später noch herausfinden. Aber sie war dafür jetzt noch viel zu nüchtern. Aber perfekt um ihren Artikel mit ihm zu besprechen. Er setzte sich neben sie.
"Ich wollte dir noch sagen, ich hab deinen Artikel gelesen", sagte er beiläufig und ignorierte die Tatsache, dass er sie seit ihrem Zurückbringen ins Wohnheim nach dem LDB-Event nicht mehr gesehen hatte. Zu mindestens nicht Angesicht zu Angesicht und sich wirklich mit ihr unterhalten.
Er hatte eine Reaktion erwartete, aber nicht wie ihre Augen anfingen zu leuchten und sie sich ihm erwartungsvoll zuwendete. "Ehrlich?" fragte sie freudig überrascht.
Logan nickte. "Gar nicht mal so übel", erzählte er ihr aufrichtig.
"Danke", sagte Rory etwas schüchtern, aber stolz.
Ihr Gesicht strahlte. Er wunderte sich, warum sie so auf sein Kompliment reagierte. Viele Leute mussten ihr für ihre gute Arbeit gratuliert haben, oder nicht? Noch verwunderte war er von der großen Wertschätzung, die sie scheinbar seiner Kritik schenkte. Er hätte gedacht, dass seine Rezension sie überhaupt nicht interessieren würde. Naja, wenn sie danach verlangte, dann würde er diesem Wunsch nachgehen.
"Du hast den Geist, der bei uns herrscht, gut erfasst", fuhr er fort.
Ein Stirnrunzeln erschien zwischen ihren Augen. „Aber?" wollte sie wissen.
Hmm, konnte sie schlecht mit Kritik umgehen? Wenn sie eine Journalistin werden wollte, dann sollte sie sich daran gewöhnen. "Nein, kein aber", sagte Logan ihr ehrlich. "Du hast nen guten Stil. Vielleicht ein paar Vergleiche zu viel", ihr Stirnrunzeln vertiefte sich und er musste ein Lächeln unterdrücken. "Aber man merkt, dass du Joseph Mitchell gelesen hast, das finde ich toll."
Er schaute zu, wie sie seine Worte verdaute, während sie an ihren Lippen zupfte und war erfreut zu sehen, dass sie seine Kritik willig akzeptierte. Das Runzeln war verschwunden und die Zufriedenheit war zurückgekehrt. Dann schaute sie wieder in seine Augen. "Ich bin überrascht, dass du den Artikel überhaupt gelesen hast", sagte sie und es verstörte Logan ein bisschen, dass sie es scheinbar gesagt hatte, nicht um nach Komplimente zu fischen, sondern weil sie das wirklich glaubte.
Was genau dachte dieses Mädchen nur von ihm? Wie konnte sie denken, dass er ihren Artikel nicht lesen würde, nachdem er sie überhaupt in die LDB eingeschleust hatte… weil sie ihn erpresst hatte?
"Ach ja? Hmmm…" sagte er und versprach sich selbst, dass er versuchen würde, ihre Meinung ihm gegenüber zu verbessern, was auch immer es dazu benötigte. Er schaute noch einen Moment länger in ihre Augen und plötzlich wurde der Wunsch, endlich diese Lippen zu schmecken, überwältigend. Verdammt. Schnell atmete er tief durch und sprang auf, um mehr Abstand zwischen sie zu bringen. Er war sich nur nicht sicher, ob es daran lag, weil er widerwillig war, überhaupt etwas mit ihr anzufangen - oder weil er genau wusste, dass wenn er mit dem Küssen anfangen würde, er nicht mehr aufhören könnte. Angesichts der Tatsache, dass sie sich in einem Raum voller Leute befanden, wollte er seinem Drang nicht nachgeben.
Und nicht nur Leute ermahnte er sich. Jeder von ihnen war schließlich nur deshalb hier, weil er vielleicht der richtige Kerl für sie war. Genau.
"Also…" sagte Logan, schob seine Hände in seine Hosentaschen und starte hinunter auf Rory. "Wer ist der Auserwählte?" fragte er interessiert an ihrer Meinung, welche Wahl sie bei dieser Fleischbeschau getroffen hatte.
Rory runzelte die Stirn, weil sie ihm nicht folgte. "Was?"
"Naja…" Logan schaute sich im Raum um und bemerkte, dass einige Jungs ihre Unterhaltung aufgeschnappt hatten und nun interessiert zuhörten. "Die Party hier ist doch eindeutig ne Fleischbeschau und ich glaub, deine Großeltern erwarten, dass du dich heute Abend für einen entscheidest. Also?"
Rory wurde krebsrot, was Logan zum Lächeln brachte. Im nächsten Moment kam Finn zu ihnen zurückgesprinted und warf sich vor dem Sofa auf ein Knie, während er eine Vase voller Blumen und eine Flasche Champagner hochhielt. "Mich! Nimm mich!" rief er aus und schaute sie flehend an.
‚Verdammt war der schnell', dachte Logan eher amüsiert als genervt. Natürlich half es zu sehen, um wie viele Schattierungen röter Rory nun würde. Niedlich.
Auch Colin kam herangeeilt. "Nein! Nimm mich!" rief er und schaute Rory kühn an.
Wie auf Kommando kamen alle Kerle angestürmt und umringten das Sofa; alle darum flehend, dass Rory ihn auswählte.
"Aber ich bin exotisch!" argumentierte Finn und schaute in die Runde.
"Die asiatische Vogelgrippe auch", antwortete Colin ausdruckslos.
Logan schüttelte den Kopf. "Wow", seufzte er. "Ein Zimmer voller Kerle und trotzdem so eine dürftige Auswahl." Er machte ein enttäuschtes Gesicht.
Aber Rory, so rot wie sie nur werden konnte, spielte mit. Ein wenig verlegen, aber das kümmerte nicht. Logan wusste, dass jeder im Raum sie deshalb umso mehr mochte. "Also ich weiß nicht. Das ist eine sehr schwierige Entscheidung", sagte sie langsam und schaute sich schüchtern um. "Vielleicht sollte ich meinen Freund fragen, was er davon hält."
Freund? Welcher Freund?! Sie hatte nie zuvor einen Freund erwähnt! Oder war das nur Teil des Spiels? Nein! Sie konnte keinen Freund haben! Er bemerkte einen Blick zwischen Colin und Finn und konnte sehen, dass er nicht als einziger überrascht war. "Du hast einen Freund?" fragte Logan viel schärfer als beabsichtigt mit verengten Augen. Aber er konnte sich nicht helfen. Freund?
Zu seinem Entsetzen nickte Rory. Sie hatte einen Freund. Sie war eine Freundin. Sie ließ sich von einem Kerl anfassen, küssen, hatte mit ihm Sex...
"Ich bin enttäuscht", sagte Finn beim Aufrichten. Er spielte immer noch mit, aber Logan konnte sehen, dass er genauso erschrocken war wie er.
"Ist das nicht immer so", seufzte Colin und schaute hinüber zu Finn, dann zu Logan.
Ihren Augen ausweichend fühlte Logan plötzlich den Drang, sich hinzusetzen und setzte sich wieder neben Rory. Ein Freund. Sie hatte einen Freund. Wie konnte das passieren?! Freundinnen gaben andere Vibes als Rory. Sie hatte nie einen Kommentar über einen Freund verloren, nicht das sie je darüber gesprochen hatten. Weder hatte sie das geringste Signal gegeben, dass sie sich in einer Beziehung befand. Er hatte sie nie mit einem Typen gesehen. Zur Höhle, sie studierte viel zu viel um Zeit für einen zu haben oder zu mindestens hatte Logan das gedacht. Und damals auf der Fahrt zum Event hatte sie gesagt, dass übernachten kein Problem wäre! Welche Art Freund war das… der sie für zwei Tage verschwinden ließ, ohne sie kontaktieren zu können? Sie war für nicht mal zwei Stunden in der ersten Nacht verschwunden und er hatte sich schon das Schlimmste ausgemalt, aber dieser Bastard hatte sie scheinbar nicht einmal vermisst oder hatte sich um sie gesorgt? Oder er ließ sie hierher kommen, schon wieder alleine, damit sie ohne Rückendeckung dadurch musste?
Verdammt nochmal, warum zur Hölle kümmerte ihn diese Neuigkeit so sehr?!
Er zwang sich zu ein paar beruhigenden Atemzügen. Aber Moment mal. Wenn sie bereits einen Freund hatte, warum dann diese gottverdammte Party? "Wissen deine Großeltern das?" wollte er wissen.
Rory seufzte. "Ja sicher."
Logan realisierte, was genau hier überhaupt vor sich ging. Offensichtlich billigten sie ihre Wahl nicht. Naja, wie er es auch hassen mochte, sich auf der gegnerischen Seite zu befinden, aber er konnte ihnen nur zustimmen, obwohl er keine Idee hatte, wer oder was dieser Typ war. Aber jeder Kerl, der sich so wenig um sie sorgte, war ihrer nicht würdig. Nicht das er ihr das jemals laut sagen würde. "Und jetzt wollen sie Ersatz finden?" fragte er stattdessen weiter. Hmm, wenn man darüber nachdachte, dann war das vielleicht kein schlechter Plan. Schließlich war Rory nicht dumm. Früher oder später würde sie erkennen, was für einen Loser sie sich da geangelt hatte. Und wenn sie wollte, dann würde Rory hier ohne Zweifel mehr als einen willigen Kandidaten für den leeren Platz finden.
Natürlich nicht ihn.
"Nein", versuchte sie verlegen ihre Großeltern zu verteidigen. "Sie wollten…" Plötzlich stoppte sie, wurde blass und fuhr hoch. "Oh nein, wie spät ist es?" fragte sie panisch.
Stirnrunzelnd fummelte er nach seiner Uhr, aber er war nicht ganz bei der Sache.
"Die Zeit der Tränen ist gekommen", kommentierte Finn dramatisch und Logan könnte schwören, dass ihn sein Freund kurz angeschaut hatte.
Währenddessen war Colin der Schnellste nach der Zeit zu schauen. "Es ist Viertel vor neun", half er.
Rorys Augen weiteten sich, sie sprang auf und schnappte sich dabei ihre Schuhe. "Dean wollte mich um halb neun abholen!" rief sie und eilte hinüber zu einem Sessel, um sich ihre Schuhe anzuziehen.
Logan schaute auf und ging hinüber zu ihr. "Wo?" fragte er, wobei er schon versuchte herauszufinden, ob er ihr helfen sollte, so schnell wie möglich zu diesem Idioten zu gelangen oder nur so zu tun, als würde ihm die Verspätung leidtun.
"Hier! Vor dem Haus!" antworte Rory hastig, nach ihren Schuhen tastend.
Hier? Ihr Freund war hier? Sie redete über diesen dummen Deppen, oder nicht? "Dean…? Ist das dein Freund?" fragte er, während er auf ihren gebeugten Kopf hinunterschaute.
Genervt antwortete Rory mit einem Augenrollen. "Ja, das ist mein Freund."
Was war denn Dean für ein Name? Hörte sich genau wie die Art Loser an, für den ihn Logan hielt. Naja, da er hier war, würde Logan nichts daran hindern können, sich diesen Kerl einmal genauer anzuschauen. Er guckte hinüber zu Colin, welcher Rory auch kritisch beäugte. "Den müssen wir uns ansehen", verkündete Logan grinsend. Oh ja, den mussten sie sich einfach anschauen.
"Was?" fragte Rory ungläubig, während sie zu ihnen hochschaute.
Logan lächelte sie beschwichtigend an. "Wer ist der Mann, dem dein Herz gehört? Ist er gut genug für dich?" fragte er sie. Neben ihm nickte Colin und auch sein Gesicht zierte ein Grinsen. Oh ja, sie würden sich diesen Kerl anschauen und sicherstellen, dass er wusste, dass er keineswegs gut genug für sie war. Und das er genau verstand, wer geduldig warten würde bis er die Sache mit Rory versaute und sie zur Besinnung käme. Er nickte. "Gehen wir Freunde!" rief er in die Runde. Es war offensichtlich, dass er nicht der einzige mit Zweifeln war, was diesen Dean anging. Und die anderen liebten einfach eine gute Show.
"Aber... hey!" Rory schaute sie sprachlos an und nicht einmal alarmiert. Dabei sollte sie das sein.
Finn spazierte hinüber und traf Logans Blick. Er nickte und lächelte auf Rory hinunter als er sie passierte, bevor er den anderen nach draußen folgte. Logan kannte dieses Lächeln. Und er bemitleidete Dean nicht im Geringsten. Eher im Gegenteil.
"Kommst du?" fragte Logan Rory lächelnd und ging, um auch den anderen zu folgen und ließ Rory zurück, die ihnen nacheilte.
Rory bat den ganzen Weg inständig, zurück zur Sub-Party zu gehen. Als sie bemerkte, dass das nicht passieren würde, verlangte sie, dass sie nett zu ihrem Freund sein würden. Logan versicherte es ihr. Aber da gab es nett und da gab es nett! Alles, was Rory zu sehen bekommen würde, waren ein Haufen Typen, die etwas zu viel gebechert und Spaß hatten. Der Freund würde jedoch etwas ganz anderes sehen. Ein Gericht, das ihn höchstwahrscheinlich als unwürdig richten würde. Eine Drohung. Eine Warnung.
Aber das war der Code der Männer und keine Frau würde es verstehen. Gott sei Dank!
Nachdem sie an der Tür angekommen waren, drängte Rory sich nach vorne und drehte sich mit dem Gesicht zu ihnen.
„Erinnert euch: Seit nett!" befahl sie mit einem vielsagendem Blick an Logan. Logan lächelte sie nur unschuldig an.
Kopfschüttelnd öffnete sie die Tür gerade weit genug, um selbst hindurch zu schlüpfen. Oder es versuchte. Die Jungs fingen an zu pfeifen und Colin gab ihr einen leichten Schups, damit Logan die Tür weitgenug für alle öffnen konnte, um sich im Säulenvorgang zu positionieren. Rory schaute sich nach ihnen um und rollte mit den Augen, bevor sie in die Richtung des Typens ging, der gegen einen Pick-Up lehnte.
Logan, der sich mit Colin und Finn in die erste Reihe vorgekämpft hatte, lehnte sich gegen ein großes Gusseisen, das den Vorbau dekorierte, um einen besseren Blick auf den Mann werfen zu können, der gegenwärtig Rorys Herz besaß. Da waren augenblicklich zwei Dinge ziemlich offensichtlich: erstens, dieser Typ war ganz sicher keiner von ihnen, aber Logan hatte das bereits herausgefunden. Ansonsten hätte er von diesem Freund schon viel früher erfahren. Die eindeutige Arbeitskleidung, die der Kerl trug (Jeans, T-Shirt, Hemd und eine billige, hässliche braune Jacke) sprachen auch für den Mangel an Geld, nicht vergessen zu erwähnen, den Mangel an Geschmack, obwohl der glänzende blaue Pick-Up nicht schlecht war. Aber wer wusste schon, ob es nicht ein geliehener Wagen von einem Freund mit etwas mehr Knete war. Zweitens wurde klar, als der Kerl an Rory vorbei zu den Jungs schaute, dass er nicht bester Laune war und, dass die Yale Jungs mit Rory hier waren, machte sie nicht besser. Naja, er sollte besser nichts probieren. Die meisten Leute dachten, dass reiche Jungs sich nicht in einem Kampf behaupten konnten. Manchmal war das wahr, aber die meisten machten Sport und für die meisten beinhaltete das mindestens eine Kampfsportart. Ganz abgesehen davon, dass viele gute Schützen waren. Sollte er also einen Kampf wollen, wäre er überrascht - und definitiv besiegt.
Allem in allem war es eindeutig, warum Richard und Emily gegen diese Beziehung waren.
Finn, zwischen Colin und Logan stehend, hackte seine Arme um die Hälse seiner Freunde. „Loser", urteilte er mit einem verspottenden Lächeln an Dean, der immer noch zu ihnen hinüberschaute.
„Totaler Verlierer", stimmte Colin zu, etwas stirnrunzelnd.
Logan gab nur ein kaum merkliches Nicken von sich und beobachtete das Paar genau. Rory hatte ihren Freund erreichte und redete nun mit ihm. Unglücklicherweise redeten sie zu leise, als dass sie auch nur ein Wort davon verstehen könnten. Noch konnte er Rorys Gesicht sehen, also auch nicht ihre Gedanken darin lesen. Andererseits hatte er den Typen genau im Blick und viel wichtiger, von wo sie standen, konnte dieser sie sehen. Rory würde also nicht mitbekommen, was hinter ihrem Rücken vor sich ging.
Aber als er weiterhin die Szene vor sich genau im Auge behielt, bekam er ein ungutes Gefühl. Es hatte angefangen, als er die erste Reaktion auf Rorys Erscheinen von Dean gesehen hatte. Anstatt glücklich zu sein, sie zu sehen, hatte er nur an ihr vorbeigeschaut, sein Missfallen für ihre Erscheinung offensichtlich für die Welt zu sehen. Der Typ hatte scheinbar wirklich den Nerv, sie und die Jungs, die im Hintergrund im Anzug bekleidete standen, zu verurteilen. Zur Hölle, er bot ihr nicht einmal ein Lächeln an. Wäre Logan an seiner Stelle gewesen, wäre er, nachdem er wieder atmen konnte, weil sie so wunderschön aussah, zu ihr hinübergeeilt und hätte sie in seine Arme gezogen, um ihr einen tiefen Kuss zu verpassen. Damit auch ja alle wussten, dass Rory sein und sein allein war. Aber dieser Typ machte gar nichts, stand nur weiter da rum, mit seinen Händen tief in seinen Hosentaschen, während er weiterhin immer wieder von Rory zu ihnen schaute. Eigentlich, wenn Rory ihnen nicht gesagt hätte, dass das ihr Freund sein sollte, dann wäre es ihm nie in den Sinn gekommen. Vielleicht ein Kerl mit Vorgeschichte, aber das war auch alles: nur Geschichte.
„Ich bezweifele, dass die Beziehung noch weiterhin aktuell ist", sagte Colin sanft.
„Glück für sie. Dann kann sie herausfinden, wie ein echter Kerl wirklich ist", antwortete Finn genauso leise. „Richtig, Kumpel?" fragte er und klopfte Logan auf die Brust.
Logan ignorierte ihn und sah, wie der Kerl etwas zu Rory sagte, was ihren Rücken plötzlich gerade werden ließ und er richte sich auf. Er runzelte mit der Stirn. „Etwas läuft falsch", murmelte er, sofort besorgt. Er stimmte Colin zu, aber sicherlich würde der Typ nicht den Nerv haben und hier und jetzt mit Rory Schluss machen, vor ihnen? Logan mochte nicht viel über feste Beziehungen wissen, aber selbst er wusste zu mindestens, dass man sowas privat machte.
Aber sicher genug, mit einem Kopfschütteln und einem letzten finsteren Blick für die zuschauenden Jungs, stieß der Freund sich von seinem Auto ab und öffnete die Fahrertür. Dort hielt er kurz inne, blickte kurz zurück zu Rory und sagte etwas, dass sie ihre Arme um sich selber schlingen ließ. Und ein Schauder durchlief ihren Körper, als ob sie versuchte, ihr Weinen zurückzuhalten. Wie konnte es dieser Bastard wagen?! Logan mochte froh darüber sein, dass scheinbar kein Freund mehr im Spiel war, aber nicht so! Irgendwo alleine unter sich, wo sie es war, die ihn zur Hölle schickte, ohne Zeugen, vor allem kein Haufen von Typen, die sie kaum kannte, genau vor dem Anwesen ihrer Großeltern voller Gäste! Sein Blut kochte, er schaute ungläubig zu, als der Bastard in seinen Truck stieg und mit einem letzten Blick auf Rory davonfuhr. Ließ sie dort stehen, ihm nachschauend, ihre steifen Schultern zitterten leicht. Logan konnte ihren Schmerz fast spüren.
"Scheiße", fluchte Finn, der sich irgendwann aufgerichtet und seine Freunde losgelassen hatte.
Colins Gesicht war wütend, als er in die Richtung starrte, in die der blaue Pick-Up verschwunden war. „Arschloch", zischte er.
Sie sprachen aus, was Logan auch dachte, und er wäre zu gern in den Sportwagen einer seiner Freunde gesprungen und dem Kerl nachgefahren, um ihm ein paar Manieren beizubringen. Aber Rory brauchte ihn genau jetzt und nur für sie hatte er in diesem Moment Augen. Seine Füße eilten schnellen Schritts zu ihr hinüber, bevor er es überhaupt wusste, aber als er näher kam, wurde er langsamer. Natürlich konnte er nicht sagen, was sie gerade fühlen mochte - sowas war ihm noch nie passiert. Er war noch nie in einer festen Beziehung gewesen und gewöhnlicher Weise war er es, der mit dem Mädchen Schluss machte, wenn er genug von ihr hatte. Aber er konnte ihren Schmerz sehen, so wie sie sich hielt, so tief wie ihr Kopf und ihre Schultern hingen. Vorsichtig trat er an sie heran, sein Herz zog sich zusammen, als er ihr bleiches Gesicht sah, mit einer Träne, die schweigend ihre Wange hinunterlief. Mit einem Wort, sie sah niedergeschlagen aus. Wenn er jemals diesen Bastard wieder… Nein! Rory. Er musste sich auf Rory konzentrieren. Aber, was sagen?
Er stand nah genug, damit sie die Wärme seines Körpers spüren konnte, aber er passte auf, sie nicht zu berühren. Etwas sagte ihm, dass sie genau das in diesem Moment nicht brauchte. „Das wird schon wieder", sagte er ihr leise, machte ein Versprechen, an das er fest glaubte. Trotz der Umstände war sie besser ohne dieses Arschloch dran. Er hoffte, dass er das richtige sagte.
Zu seiner Bestürzung jedoch, ließ sie ein herzzerreißendes Schluchzen von sich und schüttelte ihren Kopf, beugte sich leicht nach vorne. „Nein, sicher nicht dieses Mal", stöhnte sie. Anscheinend dachte sie, dass er ihre Beziehung mit diesem dummen Idioten meinte. Als ob!
Logan starrte sie an, wusste nicht, wie er ihren Schmerz lindern sollte. Naja, alles war besser, als hier weiterhin in der Kälte rumzustehen, wo sie jeder so sehen konnte. Da er keine Ahnung hatte, wie ihre Freundinnen sie aufmuntern würde, entschied er sich das zu tun, was seine Freunde aufheitern würde. Er atmete ein und schaute sich zu den anderen um, die näher gerückt waren. Sie hatten eine schützende Mauer um sie gebildete, um sie vor neugieren Blicken aus dem Anwesen zu schützen. „Ok, das wär's… zurück ins Poolhaus Männer. Wir müssen jemanden aufheitern", erzählte er ihnen ernst.
Colin, der Rory angestarrte hatte und scheinbar in Gedanken verloren war, fuhr hoch und nickte. „Ich hab Scotch mitgehen lassen", sagte er, während eine Flasche aus seiner Brusttasche zog.
Finn nickte ebenfalls. „Ich spiel für euch ‚Die Passion Christi' nach", versprach er, wodurch sich die Stimmung der Jungs hob, jedoch etwas gezwungen. Sie wandten sich alle wieder dem Anwesen zu, um zurück ins Poolhaus zu verschwinden.
Logan blieb genau wo er war, ließ Rory kaum aus seinen Augen und sah betrübt, wie sie sich ihre Augen rieb und versuchte, nicht zusammenzubrechen. Er hoffte nur, erst mal zurück im Poolhaus und mit einer großen Menge an Alkohol für sie, dass sie entspannt genug war, um endlich loszulassen.
„Komm jetzt", sagte er sanft. „Nichts ist mehr schlimm, wenn du erst Finns Version von der Passion Christi gesehen hast - nichts, bis auf Finns Passion Christi", versprach er mit einem Lächeln.
Rory schniefte, aber er war zufrieden endlich so etwas wie halb Weinen, halb Lachen von ihr zur hören, als ihre Augen, immer noch überlaufend vor Tränen, kurz den Jungs nachschauten. Sobald sie in seine Augen zurückblickte, bot er ihr ein herzliches Lächeln. Logan starrte sie für einen Moment durchdringend an, bevor er ihr leicht eine Hand auf ihre Schulter legte und drückte, fühlend, dass sie vielleicht jetzt Kontakt zulassen würde. Den Hauch eines Lächelns in ihrem Gesicht entdeckend, drehte er sie beide für den Weg zurück ins Haus um. Nach einem Schritt legte er einen Arm um sie und zog sie näher an ihn, genauso, als er sie vor Chase gerettet hatte. Sie schüttelte den Arm nicht ab, sondern lehnte sich etwas in seinen schützenden Kokon hinein.
Leise schlossen sie zu den anderen auf.
Während der nächsten zwei Stunden, in denen Finn seine ‚Passion Christi' nachspielte (dankbarerweise verkürzte er es etwas), blieb Logan stets an Rorys Seite. Sie hatten sie zurück aufs Sofa verfrachtet und ihr ein Glas Champagner in die eine Hand gedrückt und in die andere einen Teller mit Schokoladenkuchen, den einer der Jungs von einem Trip aus dem Anwesen zurückgebrachte hatte. Gut mitgedacht! Wann immer Honor wegen eines Typens in Herzschmerz zerfloss, war eine große Menge an Schokolade im Spiel. Offensichtlich, während Männer eher zu hartem, flüssigen Zeug neigten, wenn sie sich miserable fühlten, bevorzugten Frauen Schokolade und es wurde wieder unter Beweis gestellt als Rory, nach vielleicht einer halben Stunde, nach dem Kuchen griff, wobei ihr Champagner noch unberührt auf dem Kaffeetisch stand. Sie war jedoch sehr ruhig und Logan bezweifelte, dass sie viel von Finns Nachspiel mitbekommen hatte. Und er war sich nicht sicher, ob er beunruhigt sein sollte, dass sie so still und kein heulendes Elend war, oder froh sein sollte, dass sie kein heulendes Elend war. Weiß der Himmel, dass er sich komplett hilflos fühlen würde mit ihrem herzzerreißenden Schluchzen. Und dann noch über etwas, worüber Logan eigentlich ganz glücklich war, dass es passiert war, obwohl er mit der Art, wie es geschehen war, so seine Probleme hatte.
Zu seiner Überraschung unterbrach Rory plötzlich Finn in mitten des Prozesses seiner Version, um ihn wegen einer Formulierung von Pilates zu korrigieren. Finn, erschrocken, da es nie zuvor jemand gewagt hatte ihn zu verbessern, hatte sofort dagegen gehalten, dass sie sicherlich falsch lag und das Publikum bitte leise sei. Die Jungs schauten interessiert zu, als Rory nach ihrem Glas Champagner griff, es in einem Schluck herunterstürzte und Finn dann direkt in die Augen schaute und Wort für Wort den fraglichen Dialoge wiederholte - natürlich mit ihrer Verbesserung. Finn war sprachlos und dabei nicht der einzige. Aber Logan musste Finn Respekt zollen, welcher sich nicht geschlagen gab und darauf hinwies, dass das kein Beweis dafür war, dass sie richtig lag. Rory zuckte nur mit den Schultern und fragte ihn, wie oft er den Film gesehen hatte. ‚Zwölf Mal, wieso?' hatte er geantwortet. Rory hatte gelächelt. Es hatte nicht ihre Augen erreicht, aber nichtsdestotrotz war es ein Lächeln. ‚Dann, mein lieber Finn, befürchte ich, dass ich offensichtlich mit meinen achtundzwanzig Malen mich besser an den Dialog erinnern sollte als du', hatte sie geantwortet und verschlug so der ganzen Gruppe die Sprache. Wer war auch verrückt genug, sich den Film öfters als maximal zwei Mal anzuschauen? Finn zählte nicht, da jeder wusste, dass er verrückt war, oder exotisch, wie er immer wieder betonte. Trotzdem wäre Finn nicht Finn, wenn er dieses Argument einfach akzeptiert hätte und so musste schließlich eine Kopie im Internet gesucht werden und wurde glücklicherweise auch gefunden. Ansonsten, Logan war sich ziemlich sicher, hätte einer zu der nächstgelegenen Videothek rennen müssen, um den Film auszuleihen. Unnötig zu erwähnen, dass Rory richtig gelegen hatte.
So kam es, dass für den Rest des Abends Finn jedes Mal von Rory korrigiert wurde, als er etwas falsch zitierte, was oft genug geschah, dass Finn sie am Ende ziemlich finster anstarrte. Der Rest von ihnen amüsierte sich deshalb prächtig, teils, da es immer gut war, wenn Finn endlich in seinem Fachgebiet geschlagen wurde, und teils, weil es einfach saukomisch war. Und erst recht, wenn man berücksichtigte, was Rory gerade erst durchgemacht hatte. Natürlich stellten sie sicher, dass Rorys Glas nie leer war und das immer etwas Süßes oder Salziges für sie griffbereit stand, obwohl Logan bezweifelte, dass sie es überhaupt merkte. Es war also kein Wunder, dass, als Finn endlich fertig war und sich mit einem finsteren Blick in Rorys Richtung verbeugte, das Mädel mehr als betrunken war. Sie war jedoch immer noch ziemlich normal. Es sah so aus, als würde eine betrunkene Rory nicht auf den Tisch springen und ihnen einen Strip hinlegen. Zu schade. Aber in Wirklichkeit war er froh, das zu erfahren. Er hasste es, wenn Mädchen total wild wurden, wenn sie blau waren. Es war peinlich und meistens absolut nicht sexy.
Die Menge ums Sofa löste sich etwas auf und die meisten Jungs zogen ab. Logan blieb wo er war, nah bei ihr sitzend, sein Arm lose um ihre Schultern drapiert. Nicht einmal hatte sie ihn abgeschüttelt und Logan vermutete, dass sie etwas Kontakt brauchte. Colin blieb auch wo er war, im Ledersessel rechts von ihnen. Sogar Finn kam zu ihnen zurück, nachdem er all die Kommentare zu seinem Schauspiel erhalten hatte, und warf sich auf Rorys andere Seite.
„Nur eine Sache, Gilmore… woher hast du so viel über Filme und Musik gelernt?" fragte Finn sie, während er sie neidisch ansah.
Rory zuckte mit den Schultern. „Ganz einfach. Mom und ich sind TV-Junkies und meine beste Freundin ist besessen von Rock n' Roll seitdem sie sechs ist, was, wenn du ihre Familie kennst, ein kleines Wunder ist. Nicht das meine Mutter ihr nicht das Wasser reichen könnte."
„Hmm… ich denke, ich würde die beiden gerne mal treffen", sagte Finn kurz drauf.
Rory lachte. „Sie würden dich lieben, denke ich. Aber das wird wohl nicht passieren."
„Und warum?" fragte Colin.
„Sie gehören nicht zu dieser Welt", sagte Rory bitter, mit der Hand durch das Poolhaus fuchtelnd, welches wahrscheinlich luxuriöser als manches Haus normaler Leute war. „Insbesondere nicht Lane."
„Aber du schon", wies Colin daraufhin.
Rory war gerade im Begriff sich noch einen Schluck ihres Champagners zu gönnen, als sie plötzlich innehielt und ihn verwirrt anschaute. „Nein… nein, ich auch nicht", verneinte sie tonlos.
„Sorry dich enttäuschen zu müssen, Liebes, aber du gehörst dazu. Oder du wärst nicht hier auf dieser Party, das ganze Geglitzer tragend", korrigierte Finn sie trocken und schnipste einen ihrer Ohrringe, der daraufhin schwankte.
Immer noch verwirrt griff Rory zaghaft an ihren Hals, um den großen Diamantanhänger zu berühren. Wieder schüttelte sie ihren Kopf. „Nein. Die gehören meiner Großmutter. Sie hat sie mir nur geliehen - nicht, dass ich danach gefragt hätte", murmelte sie düster.
Finn schüttelte seinen Kopf. „Das wichtige Wort ist hier ‚Großmutter', Liebes. Oder denkst du, sie hätte jeden die Familienjuwelen tragen lassen?" Rory sagte nichts und Logan konnte fühlen, wie sehr sie diese Unterhaltung verstörte. „Du bist eine Gilmore und du solltest dich besser daran gewöhnen. Lern damit klar zu kommen."
Obwohl er unbestreitbar Recht hatte, dachte Logan nicht, dass jetzt der richtige Moment dafür war. Sie hatte heute Abend schon genug durchgemacht. Er drückte ihre Schulter, zwang sie, ihn anzuschauen. „Sag Ace, ich frag mich - wie haben dich deine Großeltern dazu überredet?"
Rory lächelte. „Mir zu sagen, es würden nur ein paar alte Yale-Freunde kommen", sagte sie.
„Genau wie bei mir", seufzte Colin.
„Ja, und ich hab meinen Eltern schon erzählt, wie amüsiert ich darüber war, zu sehen, wo wir schließlich gelandet sind", fügte Finn finster hinzu.
Rory sah sie überrascht an. Logan nickte, bestätigte, dass es bei ihm das gleiche war.
„Bisher hab ich dich jedoch noch auf keiner Party zuvor gesehen. Also warum dieses Mal?" fragte Colin mit einem neugierigem Blick.
Als Rory rot wurde, hob Logan eine Braue und tauschte einen Blick mit seinen Freunden aus. Hmm, das könnte interessant werden.
„Ich war schon auf ein paar Partys", verteidigte sich Rory, ihren Augen ausweichend.
Oh ja, eindeutig interessant. „Also gehst du nur auf die Partys, die von deinen Großeltern geschmissen werden?"
Erleichtert nickte Rory.
Logan lächelte sie an. „Sorry Ace… wie ich bereits sagte, meine Eltern sind mit deinen Großeltern befreundet. Das heißt, dass ich hier schon auf einigen Partys war… kann mich nicht erinnern, dich hier jemals gesehen zu haben", sagte er ihr mit einem Grinsen.
Rory wurde noch röter, aber sie erwiderte seinen Blick. „Aber das ist für dich doch nichts neues, oder Master?"
Natürlich würde sie sich daran erinnern. Vergiss nur einmal den Namen eines Mädchens und sie würde es dich nie vergessen lassen! Aber wenn sie dachte, dass das genug war, um sie vom Hacken zu lassen, dann war sie falsch gewickelt. „Andererseits, zu sehen, wie stolz deine Großeltern dich ihren Freunden präsentiert haben, wie sie es heute Abend gemacht haben, wäre es unmöglich, dass ich mich nicht daran erinnern würde, oder?" fragte er selbstgefällig. „Also raus damit Ace. Früher oder später erzählst du es uns eh, warum also die ganze Sache erschweren?"
Da war der finstere Blick! Oh, wie er ihn über die letzten Stunden vermisst hatte. Sein Lächeln wuchs und ihr Blick verschärfte sich.
„Er hat recht, weißt du", klinkte Colin sich ein. „Keinesfalls bist du schon aus dem Schneider."
„Bring es einfach hinter dich", nickte auch Finn. „Du wirst dich danach besser fühlen."
„Du hast sie gehört Ace", sagte Logan.
Ihre Augen verengten sich. „Was soll überhaupt dieses ‚Ace'? Ich kann Spitznamen nicht ausstehen."
Aha, Logan hatte sich schon gewundert, wann die Frage wohl kommen würde. „Sagt das Mädchen, das sich als Rory vorgestellt hat", scherzte er.
„Das ist nicht das gleiche! Meine Mutter ist schon Lorelei, also bin ich Rory. Außerdem ist Rory noch ein Name, nicht wie Ace", protestierte Rory, ihr finsterer Blick traf wieder ihn.
„Aww, aber du wirst es mögen, Ace, wie in Reporter-Ass", betonte Logan mit einem Grinsen, als er ihre Überraschung sah. „Und du schuldest uns noch eine Antwort, Ace", erinnerte er sie. Je mehr sie hinhielt, desto mehr wollte er wissen warum.
„Na gut!" gab sie endlich nach und seufzte. „Ihr habt recht: Ich wusste, dass ich zu etwas überredet wurde. Ich hätte jedoch nie hiermit gerechnet", sie deutete mit der Hand auf den Raum voller reicher Söhne. „Aber ich wusste, dass etwas faul war."
Hatte sie? Naja, dann hatte sie mehr gewusst als er. Schließlich hatten sie sich nur gewundert, weshalb die Eile, nicht ahnend, dass es keine Ehemaligenfeier werden würde. Natürlich würde er ihr das nicht sagen. Zudem wich sie immer noch einer direkten Antwort aus. „Die gleiche Frage bleibt, Ace... warum dann überhaupt kommen?" beharrte er.
Wieder fuhr ihr das Blut in die Wangen, als sie sich in den Schoss schaute und seufzte. „Weil sie mich dazu überredeten", sagte sie leise.
„Was?" fragte Finn, äußerte genau Logans Gedanken.
„Als sie anriefen, um mir von der Party zu erzählen, taten sie es zusammen. Ich… naja… wisst ihr… sie uh…" verstummte ihre Stimme.
„Du meinst, dass sich deine Großeltern zurzeit eine Auszeit von einander gönnen?" fragte Colin sanft.
Ah, jetzt ergab es für Logan Sinn. Offensichtlich wusste sie nicht, ob sie über Richard und Emilys Trennung Bescheid wussten. Sie hatte noch einiges zu lernen, wenn sie dachte, dass das nach so vielen Monaten noch ein Geheimnis sein könnte.
Rory nickte. „Es ist Monate her, seitdem sie etwas zusammen unternommen haben. Normalerweise, wenn sie im gleichen Raum waren, würden sie sich nur streiten." Sie seufzte. „Dann, ganz aus dem Nichts, rufen sie mich zusammen an, um mir zu erzählen, dass sie diese Party planen und sie würden mich so gerne dabei haben. Und ich… naja, ich versuche schon seit geraumer Zeit ihnen Vernunft beizubringen. Sie… wisst ihr, sie passen nur so perfekt zueinander und es tat so weh, sie so zu sehen, so verärgert, beide von ihnen so allein. Ich wollte nur, dass sie wieder zusammenkommen", gab sie mit kleiner Stimme zu. „Also befürchte ich, dass ich zu aufgeregt war, sie zu mindestens nebeneinander arbeiten zu sehen, um etwas zusammen auszuhecken, das ich vergaß, wie schlimm, bösartig und clever ihren kleinen Pläne normalerweise sind."
Sie sah niemanden in die Augen. Ansonsten hätte sie die wirkliche Verwunderung in ihren Augen gesehen. Logan hatten an ein paar Gründe gedacht, warum sie trotzdem zu dieser Party gekommen war, aber das? Niemals. Warum sollte er? Er kümmerte sich um niemandes Beziehung genug, um sie sich intakt zu wünschen. Aber dann sah er selten ein glückliches Pärchen. Seine Eltern blieben zusammen, auch wenn keine Liebe mehr zwischen seiner Mutter und seinem Vater war, sie präsentierten eine Fassende der Ehe. Und das repräsentierte die meisten Ehe, die er kannte.
„Oh Liebes…" seufzte Finn und schüttelte seinen Kopf. „Was machen wir nur mit dir? Du bist so ein Bambi."
„Bin ich nicht!" protestierte sie. „Nur weil ich meine Großeltern zusammen wissen möchte, macht mich das nicht automatisch zu einem Bambi!"
Finn sah sie nur unverblümt an.
„Entspann dich, Ace. Nichts, wofür man sich schämen müsste. Der beste Grund so eine Party zu besuchen, den ich je gehört hab, so viel steht fest", versicherte ihr Logan mit einem Grinsen.
„Was ist mit dem Spaß? Und dem Fusel?" fragte Finn mit weiten Augen.
„Sorry Finn, aber da muss ich Logan zustimmten. Rorys ist besser", schloss Colin sich Logan an.
Rory schüttelte ihren Kopf, aber schaute dann zu Finn. „Ha! Hörst du das? Ich bin aber trotzdem kein Bambi. Wenn überhaupt bin ich Sid."
„Oh nein, du kannst nicht Sid sein. Ich bin Sid. Außerdem hast du das falsche Geschlecht dafür und es passt genau auf mich, Liebes. Du bist nicht verrückt genug, um Sid zu sein", protestierte Finn sofort.
„Nicht verrückt? Finn, Finn, du kennst mich nicht gut genug, wenn du denkst, dass ich nicht verrückt bin. Wer kennt hier ‚Die Passion Christi' am besten, hmm?" feuerte Rory zurück. „Außerdem zählt dein zweites Argument nicht, da ich auch für Bambi das falsche Geschlecht hätte oder hast du vergessen, dass Bambi ein Junge ist?"
„Der Punkt ist doch, dass du Bambi darstellst, weil du jung und naive bist und ein Softie genau wie Bambi, wohingegen Sid nichts anderes als ein wahnsinniger, aber liebenswürdiger und lustiger Kerl ist, ein gesunder Erwachsener mit Erfolg bei den Damen und du musst zugeben, dass das einfach ich bin, oder nicht?" argumentierte Finn.
„Oh nein… Du hast mich gerade nicht wirklich naive und noch schlimmer als Softie abgestempelt!" schnaufte Rory. „Hier argumentiere ich hier tapfer mit dir, anstatt mir die Augen aus dem Kopf zu heulen wegen meiner frischen, neuen Trennung von meinem Freund und du nennst mich einen Softie. Also, ich bin zu mindestens Sly-würdig."
„Sly? Nein Liebes, ich seh dich nicht als Sly. Aber ich würde dir Aniston geben", sagte Finn auf die Art: Nimm es oder lass es bleiben.
„Worüber zur Hölle redete ihr beiden da?" fragte Colin, schaute verwirrt von dem einem zum anderen.
‚Gute Frage', dachte Logan, obwohl er glaubte, dass er ihnen etwas besser folgen konnte als Colin. Er hatte zu mindestens die letzten beiden Anspielungen verstanden. Sid war für ihn jedoch ein Rätsel. Was er viel interessanter fand war, dass Rory ihren Freund erwähnt hatte. Oder eher ihren Ex-Freund, korrigierte sich Logan selbst mit ein wenig Schadenfreude. Dieser Freund, auch wenn nur kurz im Bilde, war immerhin für Logan ein Dorn im Auge. Hmm, Rory hatte ein paar Dinge erwähnt, die ihn wundern ließen, ob das ihre erste Trennung von diesem Dean gewesen war. Zuvor hatte sie ‚nein, sicher nicht dieses Mal' gesagt. Und jetzt hatte sie eine ‚neue Trennung' erwähnt.
„Du sitzt nicht viel vorm Fernseher, was?" fragte Rory Colin, woraufhin Finn und Logan losprusteten. Nö, Colin war, in einem Wort, ein Idiot was Dinge wie Filme oder Stargetratsche anging. Seltsamerweise war er jedoch immer einer der am besten Informiertesten über neuen Tratsch in der High Society.
Colin schüttelte seinen Kopf. „Alsooo… wie lange warst du mit diesem Loser zusammen?" fragte er, woraufhin sich drei finster dreinschauende Augenpaare auf ihn richteten. „Was? Sie hat ihn zuerst erwähnt!" verteidigte er sich.
Logan rollte mit seinen Augen. Gott, manchmal war Colin sogar einfühlsamer als Finn, aber dann war er gelegentlich, wie jetzt, der größte gefühllose Idiot von ihnen allen.
Rory seufzte jedoch. „Seit Beginn des Sommers dieses Mal und er ist kein Verlierer. Du kennst ihn nicht, also fang gar nicht erst an, ihn zu verurteilen, Colin."
Da war es schon wieder. ‚Dieses Mal.' Gott, Logan hoffte nur, dass sie nicht wieder zu ihm zurückgehen würde. Vielleicht hatten sie eine Mal-Ja-Mal-Nein-Beziehung am Laufen.
„Ich denk, ich hab genug gesehen", sagte Colin mit einer Grimasse.
„Er war wütend, Colin", seufzte Rory. „Und verletzt."
„Aber…"
Logan warf ihm einen warnenden Blick zu und schüttelte kurz seinen Kopf. Es war offensichtlich, dass Rory niemanden diesen Idioten runter machen lassen würde.
„Dieses Mal?" unterbrach Finn Colin gleichzeitig. Die Frage ließ Logan schnell wieder zu Rory rumfahren.
„Huh?" fragte Rory.
„Du hast ‚dieses Mal' gesagt. Es war nicht das erste Mal, dass du und Dean Schluss gemacht habt?" fragte Finn sanft nach.
„Oh… nein", antwortete sie und schaute in ihr Glas. Nach einem Moment leerte sie das Glas. „Nein, es war das dritte Mal."
„Dritte?" fragte Logan alarmiert.
Rory leerte ein weiteres Glas, nachdem Finn es wieder aufgefüllt hatte. „Jup. Er war mein erster Freund, wisst ihr. Die erste Trennung war nach unserem dreimonatigen Jubiläum, gleich nachdem er mir seine Liebe gestanden hat. Nette Wendung, huh?" Sie lachte bitter. „Er hatte so ein Talent, immer die richtigen Momente zu wählen, muss ich schon sagen. Wenn ihr denkt, dass das schlimm war, dann hättet ihr das letzte Mal sehen müssen, nachdem wir fast zwei Jahre zusammen waren. Scheint so, als mag er ein Publikum… damals hatte er es auf einer Tanzfläche gemacht, vor den Augen der gesamten Stadt, die es bezeugen konnten. Whoopee ho! Oh naja, ich denke, ich muss ihm dafür Punkte geben, dass er bis zur dreiundzwanzigsten Stunden des Tanzmarathons gewartete hatte, wo bereits die meisten Leute entweder schon bewusstlos, nach Hause gegangen waren, um zu schlafen, oder wie in Taylors Fall, zu betrunken waren, um es überhaupt mitzubekommen." Sie schüttelte ihren Kopf und ihren Augen blitzen auf. „Zu mindestens entschied er sich dieses Mal es vor Leuten zu machen, die mich noch nicht mein ganzes Leben kennen, wenn ich also es vermeide nach Hause zu gehen, dann bin ich wenigstens vor diesen bemitleidenswerten Blicken sicher. Aber nein, dieses Mal werden es nicht bemitleidenswerte Blicke sein, sie werden froh sein und flüstern, dass sie wussten, dass es so enden würde und es mir genau recht geschieht. Und wisst ihr was? Sie hätten recht." Ihren Augen blitzten nun vor Ärger, sie lehnte sich vor, um sich selbst nachzuschütten, zum ersten Mal, dass Logan sie das tun sah. Die Flasche war jedoch leer. Sie schaute zu Finn. „Ich brauch was zu trinken. Etwas starkes, nicht dieses Mädchenzeug. Genau genommen, warum holst du nicht den Tequila raus?"
Whoa… hat da jemand eine 180° Drehung gemacht? Hatte Rory wirklich gerade Finn gefragt, ihr den Tequila zu holen?
„Uh… nicht dass ich es nicht lieben würde, ihren Wünschen nachzukommen, Milady… aber bist du dir sicher?" fragte Finn unsicher und blickte an ihr vorbei zu Logan.
Logan zuckte unsicher mit den Schultern, genau als Rory sich vorlehnte. „Nur weil ich nicht oft trinke, heißt das nicht, dass ich nicht weiß, wie man trinkt. Ich wäre nicht die Tochter meiner Mutter, wenn ich zu mindestens nicht etwas über die zweite Muttermilch gelernt hätte. Jetzt hol mir meinen Tequila oder muss ich ihn mir selber holen?" Bei Finns weitaufgerissenen Augen lachte sie plötzlich. „Hab doch gesagt, dass ich nicht Bambi bin. Ich warte, Finn."
Ein Grinsen breitete sich auf Finns Gesicht aus und er sprang auf. „Meine aufrichtigste Entschuldigung, Milady. Ich mache mich sofort auf, euer Herzbegehren zu beschaffen", versprach er und verbeugte sich, bevor er zur Bar eilte.
Logan schaute zu Rory, nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Nicht das er ein Problem damit hatte, jegliches Problem in Alkohol zu ertränken - aber es schien nicht Rory zu sein. „Hey, bist du ok?" fragte er, berührte kurz ihren Arm.
Sie drehte sich zu ihm und schaute ihm lange tief in die Augen. Dann schüttelte sie ihren Kopf. „Nein. Aber das werde ich. Glaub mir, es ist nicht allzu viel Drama. Ich hab's kommen sehen. Ich bin nur..." ihre Stimme verebbte und für einen Augenblick füllten sich ihre Augen mit Tränen. „Lasst uns einfach trinken und Spaß haben", bat sie.
Logan drückte ihren Arm. Das konnte er ihr bieten. Er blickte zu Colin, welcher nickte und aufstand. Wenn einer wusste, wie man feierte, dann waren es schließlich er, Colin und Finn. Bei ihrem tapferen Lächeln schmerzte sein Herz für sie. Naja, der Abend war für sie bisher beschissen gelaufen, aber die Nacht war noch jung. Er und seine Freunde würden sicherstellen, dass sich die Sub-Party als Party des Jahres erweisen würde.
Als es Zeit war, das Poolhaus zu räumen, hatte es sich erwiesen, dass es genauso gekommen war… die Sub-Party des Jahres. Nicht, dass Logan sich an viel erinnern konnte, nach der zweiten Flaschen Tequila war alles etwas verschwommen. Er konnte sich erinnern, dass sie viel Spaß hatten - Rory eingeschlossen. Und er erinnerte sich außerdem, dass Rory ihr Wort gehalten hatte. Sie wusste, wie man trank. Oh, sie würden sie immer noch in jedem Trinkspiel schlagen, aber sie konnte mit ihnen mithalten - oder vielleicht hatte sie einfach weniger als der Rest getrunken. Es war genug gewesen, um sie den Bastard für eine Weile vergessen zu lassen. Zu mindestens dachte er das, da sie den Verlierer nicht wieder erwähnt hatte. Stattdessen hatte sie gelacht, gescherzt, sich kopfüber in die Party geschmissen. Verdammt, sie hatte sich überreden lassen, selbst ein paar Szenen aus ‚Viel Lärm um nichts' mit Finn nachzuspielen, wobei sie die Rollen von Beatrice und Benedict übernahmen, aber es war saukomisch gewesen. Unglaublich wie schnell jemand reden konnte - vor allem mit der Menge an Alkohol, die die beiden zu dem Zeitpunkt im Blut hatten. Ja, Logan dachte, dass sie Spaß gehabt hatte.
Andererseits war sie ein Mädchen. Also nicht die gleiche Spezies wie Jungs. Vielleicht war das alles nur Fassade gewesen - aber was für eine verdammt gute Fassade.
Nachdem sie alles aufgeräumt hatten, zu mindestens hoffte er, dass der Haufen von Jungs nichts übersehen hatte. Sie - Colin, Finn und Logan - meldeten sich freiwillig, Rory nach Hause zu bringen. Logan hätte es bevorzugt, sie zurück nach Yale zu bringen, aber sie hatte darauf bestanden, sie müsse nach Hause in ihre Heimatstadt. Murmelte etwas über einen Einkaufstrip, den sie und ihre Mutter geplant hatten. Also kam es dazu, unter Rorys Wegbeschreibung, dass der Chauffeur seinen Weg in diese kleine verschlafene Stadt von ihr fand. Nicht, dass er viel davon sah. Zunächst war es draußen zu dunkel und zweitens war er zu beschäftigt damit, Rory zu beobachten, während sie ein Diskussion über Bushs Politik mit Colin führte und sich gleichzeitig mit Finn über die zehn besten und schlimmsten Lieder des Jahres stritt. Sie war ohne Zweifel das einzige Mädchen, das er kannte, dass nach den Mengen an Champagner und Tequila noch eine vernünftige Unterhaltung führen konnte. Geschweige denn zwei, obwohl es fragwürdig war, ob das mit der Musik vernünftig war.
Verdammt, sie war das einzige Mädchen, das er kannte, womit man überhaupt eine vernünftige Unterhaltung führen konnte. Naja, das war nicht ganz richtig. Honor war auch jemand, mit der er reden konnte, aber das war nicht das gleiche. Sie war schließlich seine Schwester. Und, obwohl Honor nicht dumm war, konnte sie nicht mit Rory mithalten. Das Mädchen war einfach schlau. Und lustig. Und heiß.
Mist. Intelligent, lustig und wunderschön - was für eine tödliche Kombination. Und so gefährlich. So verdammt gefährlich.
Er nahm ihre leuchtenden Augen in sich auf, ihre geröteten Wangen, die Art, wie sie ihren Kopf von Finn zu Colin hin und her bewegte, was die Diamanten bei jeder Bewegung zum Glitzern brachte, nahm auf, wie sie zwischen seinen besten Freunden saß und sich amüsierte, sich wohlfühlend in den weichen Ledersitzen der Limousine. Er hatte eine Menge über sie diese Nacht gelernt, das wichtigste jedoch, die Art und Weise, wie sie sich in seiner Welt bewegte, die seit Ewigkeiten sein Zuhause war und wahrscheinlich für immer sein würde. Sie war ein Naturtalent, das konnte er sehen, genauso wie sehr sie es hasste und davon gelangweilt war. Trotzdem hatte sie Spaß auf der Sub-Party gehabt, kein Problem mitzuhalten, obwohl sie technisch ein Außenseiter war. Nicht vergessen zu erwähne, sie war das einzige Mädchen.
Da war noch etwas anderes, was er in Erfahrung gebracht hatte. Die ganze Freundsache hatte ihm zwei Dinge veranschaulicht. Erstens, er konnte sie nicht verletzt sehen. Er konnte dieses Arschloch immer noch dafür umbringen. Und zweitens, dass er sie nicht mit diesem Typen sehen wollte. Nicht, dass es da die Gefahr gab, dass das noch mal passieren würde, wie er hoffte. Das Problem war, er hatte realisierte, dass ihm wahrscheinlich nie behaglich zu Mute sein würde, sie mit irgendeinem Kerl zu sehen.
Und das beunruhigte ihn zutiefst. Es war offensichtlich, dass er angefangen hatte, sie etwas zu sehr zu mögen. Und er war nicht bereit für sowas in seinem Leben.
Das Auto verlangsamte sich gerade als Rory es geschafft hatte, beiden ihrer Gegenspieler für den Moment die Sprache zu verschlagen. Ihren Erfolg sehend, lachte sie laut und tätschelte ihre Knie, bevor sie ihre glitzernden Augen auf Logan richtete. „Zwei weniger, einer ist noch übrig. Ich denke, ich schulde dir noch ein paar letzte Worte, Huntzberger."
Logan grinste und schüttelte seinen Kopf. „Träum weiter, Ace. Ich geb zu, du bist gut. Aber ich bin immer noch besser. Und die Anrede ist ‚Master and Commander', Ace, bitte versuch dich in Zukunft daran zu erinnern."
Sie drehte ihren Kopf zu Colin und Finn. „Ist es nicht traurig, wie so ein vielversprechender junger Mann so desillusioniert sein kann? Ich denke wirklich, ihr sollte euch darum kümmern, ihm etwas Hilfe zu besorgen, Jungs."
Finn seufzte traurig. „Bereits probiert, Liebes. Aber ich fürchte, für ihn ist jede Hoffnung verloren."
„Glücklicherweise haben sie gesagt, dass wir ihn noch nicht einweisen müssen, solange wir ein Auge auf ihn werfen", ergänzte Colin.
„Dann solltet ihr ihn schon mal zuknöpfen, denn ich befürchte, er ist seit kurzem außer Kontrolle", grinste Rory. „Schließlich denkt er, er wäre Russell Crowe. Bevor man sich versieht, rennt er noch in einer Gladiatorenrüstung rum."
Bei dem Bild, was Rory da gerade heraufbeschwören hatte, sahen sich die Jungs nur perplex an, bevor Colin und Finn in Gelächter ausbrachen.
„Herrlich, Liebes, einfach herrlich!" keuchte Finn. „Was sagst du Colin? Nächste Themenparty… Russell Crowe?"
„Mach lieber Gladiator draus", lachte Colin und grinste zu Logan.
Logan schaute sie düster an. „Lustig", kommentierte er sarkastisch. Idioten. Seine Freunde waren betrunkene Idioten. Und Rory war kaum besser.
„Hehe, ich glaub, ich hatte gerade das letzte Wort, oder nicht?" fragte Rory die betrunkenen Idioten.
Finn gab ihr ein High-Five. „Das hattest du, Liebes! Du bist genial!"
„Ace, Ace, Ace. Denkst du wirklich, dass dieser dürftige Versuch als irgendwas zählen würde?" korrigierte Logan sie kopfschüttelnd. „Deine einzige Entschuldigung ist, dass du genauso betrunken bist wie diese Idioten hier."
„Hey!" protestierte Colin, während Rory ihn böse anstarrte.
„Niemand ist jemals so betrunken wie ich!" protestierte auch Finn.
Logan lächelte sie nur an und gewann damit wieder einmal.
„Ah, keine Sorge, Liebes", tröstete Finn Rory und legte einen Arm um sie. „Wir werden es ihm auf der Gladiatoren Party heimzahlen", versprach er.
Gegen Finn zu verlieren! Naja, Logan konnte damit leben. Er und Finn waren quitt. Obwohl er zugeben musste, dass er etwas beunruhigt war wegen dieser dummen Gladiatoridee, die etwas zu sehr zu Finn durchdrang. Er war immer noch hoffnungsvoll, dass sie sich morgen an nichts mehr erinnern konnten. Aber er bekam so seine Zweifel.
Zu mindestens war er nicht der einzige, der bemerkte, dass er das letzte Wort verloren hatte. Rory schaute ihn vergnügt an. „Ha!" rief sie und blickte zu Finn. „Danke!" sagte sie und gab ihm einen Kuss auf die Wange, was ihn tatsächlich erröten ließ. Logan lachte. Finn war wegen seines ungezwungenen Charakters nicht einfach zu überraschen, aber seine Ace hatte diesen Abend einige Punkte bei ihm eingeheimst.
„Hey! Was ist mit mir? Ich war auch auf deiner Seite!" protestierte Colin verletzt mit kaum verkniffenem Lächeln.
„Oh, natürlich. Sorry Colin", lächelte Rory und gab auch ihm einen Kuss auf die Wange, was einen weiteren von Logans Freunden rot werden ließ.
„So…" sagte Rory, als sie sich es wieder in ihrem Sitz gemütlich machte und eine Augenbraue hob. „Hab ich den Test bestanden?"
„Welchen Test?" fragte Logan verdutzt.
„Ob ich Party-Girl genug bin?" ergänzte Rory.
Logan tauschte einen kurzen Blick mit seinen Freunden aus. Dachte sie wirklich, dass sie sie getestet hatten? Oder war das einer ihrer Scherze?
„Liebes, du bist das Party-Girl", antwortete Finn schließlich.
„Mit Bravour bestanden", nickte Colin.
„Nicht, dass wir dich wirklich getestet hätten", versicherte Logan ihr.
„Naja, dann…" strahlte Rory. „Wooohooo!" brüllte sie plötzlich, erschrak die Jungs, welche durch das schrille Geräusch zusammenzuckten, gerade als das Auto stoppte.
„Wir sind da, Sir", informierte der Chauffeur über die Sprechanlage.
Rory lachte über die immer noch erschrockenen Gesichter der Jungs und griff nach ihren Sachen. „Sieht so aus, als hätte ich doch das letzte Wort", kicherte sie und öffnete die Tür.
Ihr Vorhaben durchschauend musste Logan lachen. Ok, wegen der Nacht, die sie hatte, würde er sie das letzte Wort haben lassen. Aber sie sollte sich das nächste Mal lieber vorsehen.
Finn und Colin fingen an zu pfeifen. Logan stieg mit einem Grinsen nach ihr aus und zollte seinen Tribut, indem er so tat, als stimmte er eine Luftgitarre an. „Woohoo!" schrie er selber und verkündete so seine Niederlage.
Sie blickte zu ihm zurück und er konnte sehen, dass sie die Nachricht verstanden hatte. Sie lächelte ihn an und formte mit den Lippen ein „Danke". Logan nickte kaum merklich.
Rory drehte sich wieder zum Haus, um die Veranda hochzugehen, wobei sie etwas stolperte. "Whoa, Ace, brauchst du etwas Hilfe?" rief Logan ihr nach, halb amüsiert, halb besorgt. Vielleicht hätte er sie zur Tür begleiten sollen. Sie hatte schließlich einiges intus.
Aber Rory hatte sich schon gefangen und winkte nur in ihre Richtung. "Macht's gut!"
Einen Moment später verschwand sie im Inneren und, nach einem letzten Blick auf das Haus, drehte Logan sich zum Einsteigen zur Limo. Sobald er die Tür hinter sich geschlossen hatte, gab Colin dem Chauffeur ein Zeichen loszufahren.
„Wohin?" fragte Colin kurz darauf.
Finn zuckte mit den Schultern. „Mir egal, solange es da eine Bar und Rotschöpfe gibt", gähnte er.
Colin seufzte. „Logan?"
"Hmm?" fragte er. Er hatte ihnen nicht wirklich zugehört, seine Gedanken waren noch bei Ace.
Colin und Finn tauschten einen Blick aus. Oh, Logan hatte es langsam wirklich satt.
„Also… wie lange wirst du warten, bevor du den nächsten Schritt machst, Kumpel?" fragte Finn beiläufig.
„Was?" fragte Logan stirnrunzelnd.
„Tu nicht so, Logan", warnte Colin ihn. „Es ist offensichtlich, dass sie jetzt etwas Zeit braucht, nachdem wie der Arsch sie heute Abend behandelt hat. Und natürlich waren sie scheinbar ein paar Monate zusammen, nicht zu vergessen die hinzukommende Vergangenheit zwischen ihnen, aber ich glaub, dass du nicht lang warten musst. Vielleicht ein Monat oder, um sicher zu gehen, zwei. Dann wird sie, denke ich, wieder bereit sein zu daten."
Für einen Moment starrte Logan ihn nur an, bevor er wegschaute. Er wusste, dass es sinnlos war vorzugeben, dass er nicht wusste, worüber sie da redeten. Weder hatte er keine Illusionen, dass er dieser Unterhaltung noch länger aus dem Weg gehen konnte - er kannte seine Freunde zu gut dafür. Also seufzte er. „Wenn ich mit ihr ausgehen möchte", erinnerte er sie.
„Oh bitte Logan", schnaubte Finn genervt. „Es ist offensichtlich, dass du zu mindestens fasziniert von…"
„Ich würde sagen, er hat angebissen", korrigierte Colin.
Finn ignorierte ihn und fuhr fort. „Und du wärst ein Idiot, wenn du es nicht getan hättest. Das Mädchen ist mal was anderes. Ich weiß, du bist abgeneigt, deinen jetzigen Lebensstil aufzugeben, aber für das richtige Mädel wäre es das wert und Rory könnte diese Mädchen sein. Oder wann war das letzte Mal, dass du ein Mädchen getroffen hast, das nicht nur wunderschön, aber auch intelligent genug war, um mit dir Schritt zu halten? Plus, sie hat heute Abend bewiesen, dass sie perfekt in unsere Welt passen kann, wenn sie will. Oder lass es uns einfach halten… wann war das letzte Mal, dass du so viel für ein Mädchen empfunden hast?"
Logan war still. Die Antwort war eindeutig genug.
„Das wäre keine gute Idee", sagte er nach einem Moment und meinte jedes Wort. Es gab so viele Gründe, warum das eine sehr, sehr schlechte Idee war.
„Und warum nicht?" fragte Colin sanft.
Logan schüttelte seinen Kopf. Keineswegs konnte er eine klare Antwort darauf geben. Verdammt, er war sich selbst nicht sicher warum. Er wusste nur, dass es so war.
„Die Frage jedoch ist, egal was du jetzt auch denken magst, ob du bereit bist, sie aus deinem Leben verschwinden zu lassen", betonte Finn, weshalb Logan ihn entnervt anschaute.
„Wir kommen bisher auch gut ohne Dating aus. Da ist nichts dagegen, dass wir nur Freunde sind", antwortete Logan defensiv. Er hatte doch nicht recht, oder hatte er? Dass er es nicht wagte, mit ihr auszugehen, würde nicht damit enden, dass sie aus seinem Leben verschwand, oder etwa doch? Das wollte er nicht. Vor allem nicht nach heute Abend.
Finn schüttelte seinen Kopf und murmelte vor sich hin.
Colin seufzte auch genervt. „Ja, aber sie hatte bis heute Abend noch diesen Freund und sie ist absolut keine Betrügerin. Aber jetzt? Die sexuelle Anspannung zwischen euch beiden war etwas zu viel, als dass ihr nur Freunde seid", stellte er trocken fest.
„Da ist keine…" Logan hielt inne, konnte nicht wirklich bestreiten, dass es zwischen ihm und Rory knisterte. „Es geht nicht so tief", sagte er schließlich.
„Oh bitte, ihr beide könnte ein kleines Land für Wochen am Laufen halten mit der aufgeladenen Anspannung, die zwischen euch herrscht, wann immer ihr zusammen seid", schnaubte Finn.
Da das näher an der Wahrheit war, als Finn wahrscheinlich wusste, bevorzugte Logan nichts zu sagen. Außerdem wusste er, dass sie ihm nur helfen wollten. Aber selbst sie konnten ihm hier nicht helfen. Er allein musste entscheiden, was er wollte - oder was er bereit war zu riskieren. Und er fühlte sich entzweit. Ein großer Teil von ihm wollte Rory in seinem Leben und Bett. Das stand nie zur Debatte, ob er sich zu ihr hingezogen fühlte. Dass er von dem Moment an, als er sich eher irritiert umdrehte wegen der Störung - bis er einen Blick auf das gleichermaßen irritierte Mädchen vor ihm geworfen und ihre Schönheit bemerkt hatte. Es war damals kein Scherz gewesen, als er Finn sagte, er solle seine Nummer aufschreiben.
Ein anderer großer Teil von ihm war jedoch skeptisch und erkannte einige Gefahren, die dieses Mädchen mit sich brachte. Er müsste seinen Lebensstil ändern. Keine beliebigen Mädchen mehr, da er Rory nicht wirklich in einer ungezwungenen Beziehung sah. Er würde wohl auch die Partys zurückschrauben müssen. Sie würde versuchen, ihn mehr für sein Studium zu interessieren. Es könnte Probleme mit den Familien geben. Um nur einige zu nennen.
Und er könnte sein Herz verlieren.
Und selbst wenn er sich dazu entschied, sie zu umwerben, war da immer noch ein unberechenbarer Faktor in der Gleichung… Rory. Wer wusste, ob sie überhaupt mir ihm ausgehen würde? Sie mochte sich erheblich für ihn erwärmt haben, aber da gab es nichts, was darauf hinwies, dass sie ihre Meinung über ihn genug geändert hätte, um zu riskieren, mit ihm auszugehen.
„Was gibt euch die Idee, dass sie überhaupt mit mir ausgehen würde? Ich bin immer noch der Playboy, mit viel zu viel Geld als ihr lieb ist, Geld, dass ich nicht besser nutze als zu meinem eigenem Vergnügen", hörte Logan sich seine Freunde fragen, bevor er sich stoppen konnte.
„Nach dieser Nacht mit dir in der Rolle als ihr Ritter in grüner Tracht? Bitte, Kumpel, sag mir nicht, dass du immer noch denkst, dass sie dich nicht leiden kann!" Finn grinste. „Es war bereits glasklar, nachdem ihr beiden den Sprung auf dem letzten Event gemacht habt. Und jetzt nach heute Abend, nachdem du sie erst vor dem Blödspaten gerettet hast und sie dann nach dieser entsetzlichen Trennung, die wir alle miterleben durften, aufmunterst? Sie wird dich lieben, sobald es gesackt ist, und ich denke, dass das ihr einziger Fehler ist - außer dass sie kein Rotschopf ist."
„Ich unterstütze das", nickte Colin. „Naja, ohne den letzten Kommentar natürlich."
Logan schaute sie an, lächerlicherweise war er erfreut von ihren Bestärkungen. Ja, er dachte auch, dass da etwas zwischen ihnen war, aber wer konnte es ihm verübeln, dass er Zweifel hatte? In der einen Minute riss sie ihm den Kopf ab und in der nächsten könnte er schwören, dass sie mit ihm flirtete - unbewusst, was es umso faszinierender machte.
„In jedem Fall, wie ich bereits sagte, hast du noch etwas Zeit, dich zu entscheiden, was du willst", sagte Colin. „Obwohl ich dir empfehle, in dieser Zeit nicht von ihrer Seite zu weichen. Und verschwende nicht allzu viel Zeit, Kollege."
„Colin hat recht", nickte Finn. „Es hilft dir vielleicht, zur Vernunft zu kommen und in der Zwischenzeit beanspruchst du sie für dich."
Logan runzelte mit der Stirn. „Abgesehen davon, dass sie meine Eier dafür haben würde, warum sollte ich sie für mich beanspruchen?" fragte er unbehaglich, weil er fürchtete, die Antwort schon zu kennen.
Ganz gewiss rollten seine Freunde ihre Augen. „Du bist genauso schlimm wie sie, weißt du das?" rief Finn genervt.
„Du weißt genauso gut wie ich, dass sie nach heute Abend für all diese Jungs von der Party zu haben seien wird", erklärte Colin ihm aufgebracht. „Was bedeutet, dass sie jetzt wieder auf dem Markt ist, und ich weiß ja nicht, wie du das siehst, aber obwohl ich Vertrauen in sie habe, bin ich mir nicht sicher, ob sie bereit ist, sich allein vor alle diesen Verlieren zu beschützen, die versuchen an Geld und Macht durch sie zu kommen. Das Vermögen der Gilmores ist schließlich eine nette Beute, nur noch schöner, dass das Mittel zum Zweck, das Herz dieses süßen, hübschen Mädchen zu gewinnen ist."
„Nicht vergessen zu erwähnen, dass die Hälfte der Kerle von der Sub-Party sich heute Abend in sie verliebt haben - und genauso gut wie wir wissen, dass sie jetzt etwas Zeit braucht, aber bald wird sie sich nach etwas Spaß umschauen und ich versichere dir, dass sie viele Freiwillige finden wird", überlegte Finn und richtete seine durchdringenden Augen auf Logan. „Also komm in die Puschen, Kumpel."
Logan starrte sie für einen Augenblick an, bevor er seinen Kopf wegdrehte und sich auf die Lippen biss. Verdammt, sie hatten recht. Nicht lange und die Kerle würden sie nur so umschwärmen wie die Bienen ihre Königin. Und obwohl Logan nicht wegen der Goldgräber besorgt war - Rory war zu schlau, um auf einen reinzufallen - war er besorgt wegen der anderen. Sie waren nicht auf der Sub-Party gewesen, weil sie Idioten oder Arschlöcher waren, aber weil sie ok waren, interessant auf die eine oder andere Art. Und keiner von ihnen brauchte mehr Geld.
„Da wir dir jetzt genug Hirnfutter geliefert haben, bin ich fertig mit tiefen, bedeutsamen Aufgaben. Wo ist die nächste Bar?" Finn drehte sich zu Colin.
Colin zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Ich sag dem Chauffeur, er soll uns einfach zur nächstbesten Adresse bringen."
„Mach das. Und er sollte sich beeilen. Die Minibar ist fast leer!" erinnerte Finn Colin eindringlich.
Logan blendete sie aus, beobachtete die Straßenlaternen, während sie vorbeifuhren. Sie hatten ihm einiges zum Nachdenken gegeben. Und er kam zu dem Entschluss, dass es für jetzt genug war, dass er warten würde, um zu sehen, was passierte und ließ sich einfach mit dem Strom treiben. Hoffentlich, irgendwie, irgendwo, würde ein Zeichen für ihn erscheinen, was ihm zu bedeuten gab, was zu tun war. Im Augenblick jedoch brauchte Rory einen Freund, der wusste, wie man sich etwas entspannte und Spaß hatte. Er würde ein toller Freund sein. Nicht vergessen zu erwähnen, dass es verdammt viel Spaß machen würde, ihre Verärgerung und ihre bösen Blicke zu sehen, während er es tat.
Ja, genau das würde er tun. Geb ihr ein paar Tage, um über diesen Verlierer hinweg zu kommen, vielleicht eine Woche oder zwei.
Danach sollte sich Ace lieber vorsehen.
Ich werd das Kapitel einfach mal so lassen, weil die doch arg lang sind. So wie ich das derzeit sehe, schaff ich in der Woche so ca. 15-20 Seiten (nicht ganz so viel, da ich auch noch an einer anderen Geschichte arbeite). Vom Original hab ich bis jetzt nur knapp 100 Seiten von insgesamt 700 übersetzt. Gott... Das wird sich also noch ziehen wie Gaugummi. Vielen lieben Dank für die Nachrichten, die mir einige schicken. Das versüßt den Tag doch ungemein, dass es tatsächlich Leute gibt, die das auch lesen. Ich hoffe, bis zum nächsten Update ist es nicht allzu weit hin. Bis dann~
