Harry versuchte die Augen zu öffnen, schloss sie aber sofort wieder, als ein grelles Licht ihn blendete. Er wusste nicht, wo er war und sein Kopf schmerzte fürchterlich. Vorsichtig hob er seine Hand und griff sich an die Stirn.

„Harry, du bist wach", rief eine weibliche Stimme, die Harry augenblicklich als die von Hermione Granger erkannte. Er war also wieder in Hogwarts. Dann stürzten die Bilder auf ihn ein und Panik überkam ihn. Wieder versuchte er die Augen zu öffnen und hatte dieses Mal mehr Erfolg. Er blickte in Hermiones besorgtes Gesicht, dann sah er sich um. Das Zimmer, in dem er sich befand, hatte er noch nie gesehen. Vorsichtig versuchte er den Kopf zu heben wurde aber gleich von Hermione daran gehindert. „Du bleibst liegen bis Madam Pomfrey hier ist, Harry", sagte sie mit energischer Stimme und drückte ihn zurück in die Kissen.

„Das geht nicht, ich muss aufstehen, ich muss zu Draco." Harry versuchte gegen den festen Griff der Freundin anzukämpfen, merkte aber ziemlich schnell, dass ihm die Kraft dazu fehlte. „Bitte Hermione, ich muss ihn sehen." Er hoffte noch immer, dass alles nur ein schlechter Traum gewesen war und Draco irgendwo auf ihn wartete.

„Harry, das geht nicht", sagte sie leise. „Kannst du dich nicht erinnern?" Ihr Blick wich seinem aus. „Niemand weiß, warum er überhaupt da war. Er hätte gar nicht dort sein dürfen." Ihre Hand tastete nach seiner. „Remus hat nicht viel erzählt." Jetzt sah sie ihn an. „Er kam nicht zurück, Harry. Er ist tot" Ihre letzten Worte hatte Harry nicht hören wollen. Er schloss die Augen, es war also doch kein Alptraum gewesen. Er hatte Voldemort vernichtet und war dennoch zu spät gekommen. Voldemorts letztes Opfer war der Mensch gewesen, der Harry am meisten bedeutet hatte.

„Geh!", sagte er mit leiser Stimme zu Hermione. „Lass mich bitte alleine." Er wollte keine Menschen um sich herum haben. Es gab nur einen Menschen, den er jetzt brauchte und der war nicht mehr da. Er wusste, dass Hermione es nicht verstehen würde, er hatte ihr ja nie die Wahrheit gesagt. Er wusste, dass er mit seinem Schmerz alleine war, ganz genau, wie er es all die Jahre gewesen war, bis zu dem Tag, an dem er dem wahren Draco begegnet war.

Er hörte, wie ein Stuhl bewegt wurde, hörte die Schritte der Gryffindor und atmete tief durch, als eine Tür ins Schloss fiel. Er war alleine. Nicht nur für den Moment, er war endgültig alleine. Für den Rest seines Lebens. Harry setzte sich auf und einen Moment lang drohte er ohnmächtig zu werden, sosehr drehte sich alles um ihn herum. Erst nach einer Weile hörte es auf und Harry hob die Decke zur Seite. Er streckte seine Beine aus dem Bett. Der Boden war eiskalt unter seinen Füßen. Eine Hand am Kopfteil des Bettes versuchte er aufzustehen. Hätte er sich nicht festgehalten, wäre er im selben Moment zu Boden gegangen. Harry wartete bis seine Beine sich beruhigt hatten, dann ließ er das Bett los. Seine Hand tastete nach seiner Brille, die er auf dem Nachttisch gesehen hatte, und fand sie. Er setzte sie auf und ging mit unsicheren Schritten zu einem der Fenster und stellte fest, dass er zwar nicht im Krankenflügel aber sehr wohl in Hogwarts war. Von seinem Fenster aus konnte er in der Entfernung die Hütte des Wildhüters und den verbotenen Wald erkennen.

„Hallo Harry, ich habe gehört, du bist aufgewacht. Du hast uns einen ganz schönen Schrecken eingejagt, junger Mann", hörte Harry die Stimme des Schulleiters hinter sich. Harry hatte ihn nicht kommen hören, wollte ganz bestimmt nicht mit ihm reden und so drehte er sich auch nicht um, sondern blickte weiter aus dem Fenster als hätte er kein Wort gehört.

„Es tut mir leid, dass wir dich hier untergebracht haben, aber im Moment bist du vermutlich nirgends wirklich sicher und meine Räume sind da wohl noch die beste Wahl." Harry hörte die Worte aber er verstand sie nicht. Langsam drehte er sich jetzt doch zu dem alten Zauberer rum, der noch in der Tür stand und Harry über den Rand seiner Brille hinweg ansah.

„Voldemort ist tot, warum bin ich nicht sicher?" Harry war immer davon ausgegangen, dass Voldemort die einzige Bedrohung in seinem Leben gewesen war und jetzt sprach der Schulleiter schon wieder von Gefahr. Harry verstand nichts mehr.

„Harry, du hast zwar Voldemort vernichtet, aber seine Anhänger leben noch und viele sind auf freiem Fuß. Jeder von ihnen will seinen Anführer rächen. Sie wollen deinen Kopf und manch einem dürfte dafür jedes Risiko recht sein." Harry drehte sich wieder um und sah aus dem Fenster. Wenn es nach ihm ging, konnten sie seinen Kopf haben. Voldemort hatte in seinen letzten Minuten genau das erreicht, wonach er immer gestrebt hatte. Er hatte Harrys Leben endgültig zerstört. Der Tod wäre Harry in diesem Moment lieber. Dann hätte er es überstanden. Der junge Zauberer mit den schwarzen Haaren schloss die Augen und legte seinen Kopf gegen die kalte Fensterscheibe. Er spürte die Kälte nicht mehr.

~oO Oo~

Der Wind blies kalt über den kleinen Friedhof am Rande des schottischen Ortes, dessen Namen Harry sich nicht merken konnte. Dabei wusste er schon jetzt, dass er nicht zum letzten Mal hier sein würde.

Der junge Zauberer hörte die Worte nicht, die gesprochen wurden. Viel zu sehr war er in seinen eigenen Erinnerungen versunken. Waren die letzten Tage in Hogwarts schon schlimm für ihn gewesen, jetzt wurde es fast unerträglich. In Hogwarts war er immer durch das Schloss gelaufen und hatte damit gerechnet, dass Draco hinter der nächsten Ecke auf ihn wartete. Manchmal hatte er sogar geglaubt, Dracos Lachen zu hören.

Das Grab und der Grabstein vor ihm waren endgültig. Jetzt endlich begann er zu begreifen, dass Draco nie wieder zurückkehren würde. Er hatte ihn für immer verloren.

Tränen liefen über das Gesicht des Gryffindor, als er sich von dem letzten Opfer Voldemorts verabschiedete. Immer noch sah Harry die Bilder vor seinen Augen. Er war zu spät gekommen. Wieder einmal. Hätte er doch nur gleich auf die Schmerzen in seiner Narbe reagiert. Vielleicht wäre es dann jetzt nicht Dracos Leichnam, den man dort in die Erde sinken ließ, sondern sein eigner. Er hob die Hand und berührte das letzte Überbleibsel von Voldemort. Sie war nicht verschwunden und würde es wohl auch nie tun. Diese Narbe würde ihn den Rest seines Leben an den Menschen erinnern, der seinen Freund getötet hatte.

Um ihn herum war in den letzten Tagen immer wieder gefeiert worden. Auch wenn die verbliebenen Todesser auf Rache sannen, Voldemort war vernichtet und das wurde gefeiert. Keiner seiner Freunde verstand, warum Harry nicht nach feiern zumute war. Keiner seiner Freunde hatte ihn wirklich je verstanden. Harry hatte es ihnen nicht übel genommen, denn schließlich hatte er seinen Freunden nie wirklich die Gelegenheit gegeben ihn zu verstehen und er hatte ihnen nie die Wahrheit gesagt. Und jetzt war es zu spät dafür.

Ron und Hermione hatten nicht verstanden, warum er unbedingt zu dieser Beerdigung gehen musste. Sie konnten es nicht verstehen und er hatte nicht versuchte, es zu erklären. Warum auch, es machte keinen Sinn mehr. Warum sollte er seine Freunde im nachhinein aufregen.

Harry war so tief in seine Gedanken versunken, dass er nicht einmal bemerkte, wie ein Zauberer nach dem anderen von dem Friedhof verschwand und er mit einem Mal alleine vor dem Grab stand. Er war nicht bereit Abschied zu nehmen, wollte immer noch nicht glauben, dass seine Zukunft hier beerdigt worden war.

Harry wollte nicht zurück nach Hogwarts, dorthin zurück, wo ihn alles und jeder an Draco erinnern würde. Er wusste, dass er es nicht lange würde durchhalten können. Damals war es Draco gewesen, der ihn davor bewahrt hatte sich nach Sirius Tod einfach vom Astronomieturm zu werfen. Jetzt war Draco tot, genauso tot wie es Sirius war und Harry war wieder alleine. Dieses Mal würde ihn niemand retten, denn es gab niemanden der ihn wirklich verstand. Harry hatte im vergangenen letzten Jahr seine Zukunft geplant. Eine Zukunft, die ohne Draco für ihn nicht mehr existierte. Wie sollte es eine Zukunft für ihn geben ohne Dracos Lachen, das wohl nur wenige außer ihm kannten.

Harry zuckte zusammen, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte. Er drehte seinen Kopf und sah in die Augen von Severus Snape. Der Lehrer war seit dem Angriff auf Voldemort verschwunden gewesen und jetzt stand er mit einem Mal vor Harry. Wut kochte in dem Schüler hoch. Severus Snape war dabei gewesen als Draco starb und er hätte ihm helfen können. Stattdessen hatte er tatenlos danebengestanden und zugesehen.

„Verschwinden Sie", knurrte Harry den Lehrer an und stieß dessen Hand von seiner Schulter. Er wusste nicht, was für ein Spiel der Lehrer spielte und es war ihm eigentlich auch ziemlich egal. Nur in seiner Nähe wollte er den Lehrer ganz bestimmt nicht haben.

„Harry, hör mir bitte einen Augenblick zu", versuchte der Lehrer mit einer Stimme auf Harry einzureden, die den Schüler nur noch wütender machte. Severus zeigte auf eine Hügelkuppe, die nicht weit entfernt von dem kleinen Friedhof lag. „Dort hinten wohne ich und ich möchte, dass du mich dorthin begleitest." Harry lachte nur laut, als er die Worte des Professors hörte.

„Und was erwartet mich da? Ein paar ihrer Todesserfreunde, die mich umbringen wollen? Lassen wir sie doch hierher kommen, dann ist der Weg zum Friedhof nachher nicht so weit", erwiderte Harry. Ein Teil von ihm wusste, dass er dem Mann unrecht tat. Harry mochte Severus Snape die wirklich durchschaut haben, aber er vertraute auf die Menschenkenntnis von Albus Dumbledore. Professor Snape war ein Spion in Voldemorts Reihen gewesen. Nur hätte Harry nicht mal im leisesten geahnt, wie weit der Tränkemeister bereit gewesen war zu gehen, um Voldemort zu vernichten. Und dafür verachtete er ihn. Da war nur noch Hass. Vielleicht sogar genug, um auch ihn zu töten. Harry wollte es nicht ausprobieren. Er wollte nicht noch einem Menschen töten. Doch er würde Severus Snape für das was er getan hatte hassen. Für den Rest seines Lebens.

„Ich habe keine Todesserfreunde, Harry, ich habe mich die letzten Tage hier versteckt, weil es der einzige Ort ist, an dem ich sicher bin. Selbst Professor Dumbledore wusste nicht, wo ich war." Harry hörte die Worte und irgendetwas in ihm sagte, dass der Lehrer die Wahrheit sprach, aber er verdrängte es, wollte dem Lehrer nicht glauben. Trotzdem folgte er ihm, als dieser sich abwandte und auf die Hügelkuppe zuging. Eine Weile ging er schweigend hinter Severus Snape hinter her, beobachtete den Lehrer, der ihm das Leben in Hogwarts immer wieder zur Hölle gemacht hatte und erst jetzt erkannte Harry die Parallelen. Auch Draco hatte ihm lange das Leben schwer gemacht bis Harry ihn wirklich kennengelernt hatte. Sollte er sich in dem Lehrer auch getäuscht haben?

„Warum haben Sie ihm nicht geholfen?", fragte Harry so leise, dass er glaubte, Severus habe ihn nicht verstanden. Der Lehrer drehte sich um und sah dem Schüler in die Augen. „Ich habe ihm geholfen, vielleicht war es nicht die ideale Lösung, aber es war in diesem Moment die einzige Möglichkeit." Severus drehte sich wieder um und ging weiter. In diesem Moment sah Harry, was bisher durch die Hügelkuppe verborgen gewesen war.

Das Schloss, das hinter der Kuppe verborgen lag, war zwar um einiges kleiner als Hogwarts aber nicht weniger beeindruckend und dennoch wirkte es bedrohlich mit seiner quadratischen Form und dem einen, runden Turm, auf dem eine Flagge wehte. Als sie vor dem großen, aus Natursteinen gemauerten Portal standen, drehte sich Severus Snape um und sah Harry an. „Und ich habe immer geglaubt, dein Hass auf mich sei echt. Heute mehr denn je", sagte er mit einem Lächeln, während er die Tür öffnete und dem Schüler andeutete einzutreten. Die große Eingangshalle war mindestens genauso beeindruckend wie das Schloss selber und wollte so gar nicht zu dem Lehrer passen.

„Glauben Sie mir, er ist echt. Wenn er es vorher nicht war, dann ist er es jetzt", antwortete Harry auf die Worte, die er nicht wirklich verstanden hatte. Er folgte dem Lehrer an alten Ritterrüstungen vorbei, über alte Teppiche, bis hin zu einer schweren Holztür, hinter der sich Harry ein gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer offenbarte. Der Schüler kam der Aufforderung seines Lehrers nach und setzte sich in einen der Sessel, die vor dem Kamin standen. Das knisternde Feuer in dem Kamin half nicht gegen die Kälte in seinem Inneren.

„Wenn du mich wirklich hassen würdest, wärest du jetzt nicht hier, Harry", sagte der Lehrer, während er zwei Gläser mit Whiskey füllte und seinem Schüler eines davon gab. „Ich habe doch gesagt, dass ich hier sicher bin. Niemand betritt dieses alte Gemäuer, es sei denn, er ist mir wohl gesonnen. Würdest du mich wirklich hassen, würdest du noch immer oben auf der Kuppe stehen", erklärte der Lehrer mit ruhiger Stimme und setzte sich in den zweiten Sessel.

„Was haben sie vorhin gemeint, als sie sagten, dass sie ihm geholfen haben?", wollte Harry jetzt lieber von dem Lehrer wissen. Es war ihm völlig egal, warum und wieso er hier war, aber wenn er es schon war, dann wollte er Antworten. Er wollte wissen, warum Draco hatte sterben müssen.

„Voldemort hat nie einen Fluch gegen Draco ausgesprochen, er hat ihn nur bedroht. Er wusste, dass du irgendwann kommen würdest, nachdem in der Halle bereits die Hölle los war. Er wollte, dass du zu siehst, wie Draco stirbt. Es war mein Zauberstab, aus dem der Fluch gekommen war. Ich wollte ihn nie ..." Harry sprang auf und warf dem Lehrer das Whiskeyglas vor die Füße. Wie hatte er sich so sehr von dem Mann täuschen lassen können? Severus Snape war nichts anderes als ein Verräter.

„Dann bringen Sie doch endlich zu Ende, was Sie sich vorgenommen haben. Rächen Sie den Tod Ihres geliebten Voldemort." Er spuckte den Namen förmlich aus. „Töten Sie mich. Ich werde es Ihnen einfach machen und mich nicht mal wehren." Harry zog seinen Zauberstab aus dem Umhang und warf ihn dem Lehrer vor die Füße. Dann drehte er sich um. Er wollte nicht sehen, wenn der Fluch kam, es reichte zu wissen, dass er ihn irgendwann treffen würde. Harry hob die Hand und sah ein letztes Mal auf seinen Ring, den er noch immer an seinem Finger trug und den er nie in seinem Leben wieder ablegen würde, auch wenn er es jetzt konnte. Es war das Letzte, was ihm von Draco geblieben war, die letzte Erinnerung an ein glückliches Jahr. Noch vor wenigen Tagen war dieser Ring ein Symbol für eine gemeinsame Zukunft gewesen. Eine Zukunft, die nun wohl keiner mehr von ihnen erleben würde. Er griff mit der anderen Hand nach dem Ring und drehte ihn hin und her, während er darauf wartete, die tödlichen Worte aus dem Mund seines Lehrers zu hören. Ohne darüber nachzudenken, zog er an dem Ring. Er zog und nichts passierte. Der Ring ließ sich hin und her drehen, aber er bewegte sich nicht einen Millimeter von seinem Finger runter.

Harry schrie leise auf. Er drehte sich um, hob abwehrend beide Hände und starrte Severus Snape an. „Halt, warten Sie", bat er ihn. Erst dann fiel ihm auf, dass Severus Snape noch immer in dem Sessel saß. Keine Spur seines Zauberstabes. Harrys Zauberstab lag noch immer auf dem Boden. Er machte einen Schritt auf den Mann zu und hielt ihm die Hand mit dem Ring vor das Gesicht. „Draco, er … wir müssen zurück zum Friedhof! Er ist nicht tot, er ..." Gedanken und Worte überschlugen sich, doch Severus Snape schien davon wenig beeindruckt.

„Das wollte ich dir gerade erklären", sagte er mit ruhiger Stimme. „Aber zuhören ..." Seine Worte wurden von einem lauten Knall unterbrochen, als die Wohnzimmertür gegen die Wand schlug.

„Warum hast du das getan?", wollte eine wütende Stimme wissen. „Du hättest mich nicht einsperren müssen. Ich habe dir versprochen zu warten und nicht zu ihm zu ..." Für einen kurzen Moment war das Knistern des Kaminfeuers das einzige Geräusch, das zu hören war. Severus sah zufrieden von Draco zu Harry und wieder zu Draco.

Harrys Verstand sagte ihm, dass er unmöglich sehen konnte, was er sah. Aber wie schon so oft in den Jahren zuvor ignorierte Harry seinen Verstand und glaubte seinen Augen, die in graue Augen blickten. Dann stolperte er vorwärts und landete in den Armen des Menschen, von dessen Beerdigung er gerade gekommen war, von dem er sich endgültig verabschiedet hatte. Als ihn Dracos Arme umschlossen wusste Harry, dass er nicht träumte und als Dracos Lippen seine berührten wusste er, was er die ganze Zeit gehofft hatte. Draco lebte. Harry wusste nicht warum und wieso, aber all das hatte Zeit, nichts davon war in diesem Moment so wichtig wie Draco.

Severus lächelte und stand auf. Er hatte Harry so viel mehr erklären wollen, aber er war nicht dazu gekommen und jetzt musste es warten. Leise ging er auf die Tür zu, vorbei an seinen beiden Schülern. Später würde er Harry erklären, dass er Draco in Voldemorts Haus lediglich mit einem kleinen Fluch hatte ohnmächtig werden lassen, um dem Rest der Welt den Tod des Jungen vorspielen zu können. Draco würde seinem Freund erklären müssen, dass er versucht hatte, Voldemort zu töten, um Harry zu schützen und die beiden jungen Männer würden sich noch eine Weile vor den verbliebenen Todessern verstecken müssen. Wie wohl auch er selbst. Draco und er hatten Voldemort verraten und Lucius Malfoy würde keine Ruhe geben, bis er jeden von ihnen vernichtet hatte. Oder der Orden endlich Lucius Malfoy vernichtet hatte. Bis dahin würde er wohl zwei Hausgäste haben.

Severus Snape verließ den Raum, zog die Tür leise hinter sich zu und ließ die beiden jungen Männer alleine. Es war an der Zeit, Albus Dumbledore über den Verbleib seines Schützlings zu informieren. Alles andere würde sich ergeben.