Kapitel 4

Alte Bekanntschaften

Er war eine Weile nicht mehr hier gewesen. Nicht, dass sich etwas im Ministerium verändert hätte. Nein. Es war nur recht voll. Und das missfiel ihm bereits. Auktionen waren anscheinend eine Volksversammlung. Viele Blicke richteten sich auf sie. Es lag an ihm, und er wusste, es lag natürlich auch an Narzissa. Er überragte sie um einen Kopf.

Immerhin konnte er so eine gewisse Art von Überlegenheit ausstrahlen.

Er hatte nicht vor, mit jemandem zu sprechen. Er würde seinen Zauberstab eichen lassen, damit er zur Auktion zugelassen wäre, dann würden sie ihre Plätze einnehmen, und dann würden sie – komme was da wolle – das Stück ersteigern und hier wieder verschwinden. Nachher musste er noch mit zukünftigen Kollegen sprechen, die er weder kannte, noch kennen wollte.

Am Empfangstresen legte er seinen Zauberstab vor.

„Auktion, Saal zwei", erklärte er ruhig.

„Einmal?" Die Hexe lächelte, versuchte seine Aufmerksamkeit zu erregen. Als ob das wirklich funktionieren würde.

„Zweimal", korrigierte Narzissa. Draco biss sich kurz von innen auf die Wangen, ehe er sprach.

„Es reicht, einen Zauberstab zu eichen, Narzissa", erwiderte er leise.

„Was lässt dich annehmen, du hättest ein Recht in der Entscheidung?", fuhr sie ihn an. Anscheinend war ihr die Empfangshexe egal. Seitdem sie eine halbe Prinzessin für ihn gefunden hatte, nahm sie sich noch mehr Dreistigkeiten heraus.

Er stützte also seine Hände auf dem Tresen ab.

„Ein Zauberstab reicht aus, danke", erklärte er rigoros. Die Hexe beeilte sich, den Befehl auszuführen. Er hörte, wie seine Mutter ausfällig werden wollte und wandte sich hastig um. „Nur weil Lucius ein verweichlichter Idiot ist, bedeutet das nicht, dass du deine Spiele auch mit mir spielen kannst. Du wirst mich begleiten. Ohne weitere Schwierigkeiten", ergänzte er kalt. Er wusste nicht, ob er erwartet hatte, dass seine Mutter widersprach, aber wenn, dann hatte er sich geirrt.

Sie steckte ihren Zauberstab zurück und würdigte ihn keines Blickes mehr. Gut. Dann musste er sich nicht auch noch mit ihr rumärgern. Dass er überhaupt so etwas Entwürdigendes wie eine Auktion besuchen musste, um zu verhindern, dass der Name vielleicht wieder in Schande geriet, war ohnehin schon mehr als zu viel!

Die Hexe gab ihm den Zauberstab zurück. „Bitte, Mr Malfoy." Natürlich wusste sie, wer er war. Jeder wusste, wer sie waren, Salazar noch mal! Und deswegen war ein Skandal absolut unangebracht. Sie schritten durch den Flur, ignorierten die Blicke der anwesenden Zauberer und betraten den Saal.

„Das sollte sehr angenehm für dich werden", fuhr ihn Narzissa von der Seite an. Er glaubte, dass sie lächelte, aber er machte sich nicht die Mühe, sie anzusehen.

Er wusste zwar nicht, was ausgerechnet diese Person hier tat, aber er würde den Teufel tun, sich irgendetwas anmerken zu lassen. Es zeigte ihm nur wieder, wie ungerne er hier sein wollte. Anscheinend durfte jeder Abschaum diese Örtlichkeit betreten.

Es war lächerlich, wie voll der Saal war. Hatten angesehen Zauberer nichts Besseres zu tun, als abgelegte Sachen anderer Zauberer zu ersteigern? Die Idee einer offenen Auktion erschien ihm obszön und ziemlich vulgär. Menschen, die sich gegenseitig überboten, nur um das Hab und Gut eines anderen in die Finger zu bekommen. Er musste hierbei mit seiner Mutter übereinstimmen – und Salazar wusste, wie ungern er ausgerechnet das tat!

Und neben ihm zog seine Mutter scharf die Luft ein. Und er sah es auch. Er betete zu Merlin, dass sie nichts sagen würde, dass sie sich beherrschen würde, und einmal nicht ihrem Drang nachgab, überheblich zu sein. Für gewöhnlich musste er bei seiner Mutter keine Szene erwarten, denn es handelte sich immer noch um Narzissa Malfoy. Und er hatte Glück – mehr im Unglück, denn ein Glück, dass Bekannte hier waren, gab es in dem Sinne nicht. Dass Bekannte ihnen zusahen, wie sie ihr Eigentum zurückersteigerten, war keine schöne Sache.

„Narzissa! Ich dachte mir, dass ihr hier seien würdet." Mrs Parkinson schien die ehrlose Last ihrer Tochter mit einer Kavallerie von Schmuck zu überdecken. Sie funkelte an jeder Stelle Haut, die Draco auf die Schnelle ausmachen konnte. Narzissa hatte sich noch nicht von dem ersten Schock erholt.

„Ophelia", begrüßte Narzissa die Dame nur. Draco wusste, der Umgang mit den Parkinsons beruhte nur noch auf Toleranz – nicht auf Freundschaft.

„Wo ist Lucius? Ist er auch hier?" Und Draco wusste auch, Ophelia Parkinson suchte nach einer Lücke, nach einem Fehler im Malfoy-Gefüge. Aber er kannte seine Mutter gut genug, um zu wissen, dass auch sie niemandem eine Angriffsfläche bieten würde. Und sei es, dass sie ihren eigenen Stolz untergraben musste.

„Lucius hatte etwas zu erledigen. Er ist im Hause, aber er wird keine Zeit finden, diese Auktion zu besuchen." Draco nahm an, seine Mutter ließ sich hier auf eine weitgegriffene Vermutung ein. Ob Lucius tatsächlich hier war, glaubte er zu bezweifeln. Aber er sagte nichts.

„Was tut ihr hier überhaupt?", erkundigte sich Ophelia mit einem scheinheiligen Lächeln. Und Narzissa erwiderte es.

„Mein Sohn, der anscheinend immer noch nicht als erwachsener Mann zu betrachten ist, hat sein Herz an ein Stück hier gehangen, was er unbedingt haben muss. Fast ist es allerliebst. Aber solche Dinge werden ihm schon noch vergehen." Er verzog knapp den Mund. Gut, gönnte er seiner Mutter den Triumpf. Dieses Mal.

„Ja, ich habe gesehen, du hast ihm eine passende Frau gefunden?" Und dieses Mal war Narzissa über alle Maßen stolz. Aber zeigen würde sie es nicht.

„Oh ja. Sie erschien mir als passend genug." Passend genug. Seine Mutter wäre in der Stimmung gewesen, Lucius einen guten Morgen zu wünschen, als es endlich festgestanden hatte. Etwas, das sie seit vielen Jahren nicht mehr getan hatte. Und eiskalt wechselte sie das Thema. „Und bei euch? Hast du einen Mann für deine Tochter gefunden?" Es war keine Frage, dass dies allein schon eine Beleidigung war. Mütter waren für die Suche nach Schwiegertöchtern zuständig. Nichts anderes. Aber Ophelia Parkinson war ebenfalls eine Dame von Welt.

„Ja. Wir waren bei Vernderfall und haben bereits das schönste Kleid ausgesucht."

„Pansy muss das sehr freuen. Hatten wir doch Sorge, sie würde dieses Jahr nicht an der Zeremonie teilnehmen können", bemerkte seine Mutter mit geschürzten Lippen. Sie hatte bereits Wetten mit Mrs Zabini gemacht, dass Pansy eine alte Jungfer werden würde. Aber das hatte sich Draco nicht vorstellen können. Pansy war zwar eine Schande, aber eine Schande, bei der es sich lohnte, die Hosen loszuwerden.

„Wer ist es?", fragte er knapp, und ihm fiel wieder auf, dass nur ihn diese Frage zu interessieren schien. Zuerst schien Ophelia Parkinson verwirrt, schien nachdenken zu müssen, um sich den Namen des Gentleman ins Gedächtnis zu rufen. Draco wusste, die Frage nach dem Wer war relativ unerheblich. Die Frage nach dem Vermögen hatte Vorrang. Narzissa hatte ihm wieder einen knappen Blick zugeworfen. Überlegen und mitleidig zugleich. Er hasste diesen Blick.

„Demetrius Rackharrow", sagte sie schließlich.

„Hat er nicht letztes Jahr seine Frau verloren?", warf Narzissa ein. „Er trägt doch die Umhänge mit Goldbesatz, die er hatte kürzen lassen müssen?" Narzissas Weg, ihm zu sagen, dass er klein und untersetzt war. Nett. Aber sie schien noch nicht fertig zu sein. „Und hat er seinen zweiten Nachnamen abgelegt? Das würde mich wundern, wo der Name doch seit Jahren wieder zu Ruhm gekommen ist?" Mrs Parkinson wirkte etwas aus der Bahn geworfen. Aber Reinblüter verloren selten ihre Kontenance.

„Nein, er hat den Namen nicht abgelegt", überging sie damit Narzissas erste Ausführungen.

„Wird Pansy dann Rackharrow-Parkinson-Potter heißen? Oder darf sie seinen Namen vollständig annehmen?" Draco hörte plötzlich zu und warf Mrs Parkinson einen scheelen Blick zu.

„Rackharrow-Potter?", vergewisserte er sich jetzt, und Narzissa nickte, denn zum ersten Mal, schien sie etwas Vergnügen zu empfinden. Sei es auch dabei, Bekannte fertig zu machen.

„Oh ja. Rackharrow-Potter ist der Neffe von Charlus Potter. Der umwobene Großvater von Harry Potter. Das bedeutet…" Draco konnte die Rechnung selber lösen, aber seine Mutter sprach weiter. „Pansy wäre nun die Stieftante von Harry Potter. Eine charmante Verbindung, nicht wahr?" Narzissa lachte glockenhell. Und Draco musste Mrs Parkinson zurechnen, dass sie sich keine Scham anmerken ließ.

„Demetrius hat ein großes Vermögen unter seinem Namen zu verbuchen, und ich glaube, Pansy geht es eher weniger um den Verwandtheitsgrad zu den Potters."

„Bis vor einigen Jahrzehnten waren die Potters angesehen Menschen", führte Narzissa lächelnd aus. Draco blickte knapp zur Seite, denn nun lächelte Mrs Parkinson.

„Ja. Deine Tante Dorea hat Charlus doch geheiratet. Das bedeutet, Harry Potter wäre dann dein…?" Draco musste grinsen, tat so, als lege er die Hand über den Mund, um sich über die Wange zu fahren und sah, wie seine Mutter herrlich blass wurde. Narzissa beantwortete diese Frage nicht. Draco gruselte sich selber vor den seltsamen Verwandtschaften, die sich immer häufiger aufdrängten. Er war eigentlich mit Weasley verwandt, eigentlich mit Potter verwandt, anscheinend jetzt auch mit Pansy verwandt – und er selber war froh, kein geborener Black zu sein. Diese Familie war viel zu groß, viel zu rein und hatte viel zu viel Wert auf Inzest gegeben.

Er wusste, seine Mutter war von seiner Großtante Dorea Black verstoßen worden. Zumindest auf persönlicher Ebene, weil sie sich nicht für den favorisierten Erben entschieden hatte, sondern für den irischen Erben mit mehr Gold. Lucius Malfoy. Damit war seine Mutter die erste gewesen, die den Zirkel der Inzest und verworrenen Familienstammbäumen gebrochen hatte. Und dafür war er ihr ziemlich dankbar. Narzissa wechselte nun das Thema zu offensichtlicheren Angelegenheiten.

„Ich wüsste nicht, was Muggel hier zu suchen haben", bemerkte sie nun. Ophelias Mundwinkel umspielte ein Lächeln. Sie hatte tatsächlich gegen Narzissa Malfoy gewonnen. Wenigstens bis jetzt, ein einziges Mal. Natürlich würde es niemals dagegen aufwiegen, dass ihre Tochter eine Schande war, aber Narzissa würde nun im Gedächtnis behalten, dass Harry Potter eigentlich ihr… Großcousin? Großneffe? – Was auch immer war! Und das gefiel Draco.

„Sie lassen hier mittlerweile jeden zu. Aber ich denke, hier liegt es daran, dass sie verwandt sind. Sie ist schließlich die Leiterin der Kommission für schwarz-magische Verstöße." Ophelia deutete mit dem beringten Finger nach vorne. Ihre Robe funkelte im Licht des Saals. Auch seine Mutter wirkte reichlich overdressed. Er war dankbar, seinen schwarzen Anzug nahezu zu allen Gelegenheiten tragen zu können, und niemals overdressed zu sein. Den Damen schien es allerdings geradezu wichtig zu sein, ständig überall aufzufallen.

Draco konnte zehn Menschen ausmachen, die sie bereits seit einigen Minuten anstarrten, als wären sie ein Hippogreif im Saal. Aber für ihn war der einzige Hippogreif das Mädchen vor dem Pult. Er hatte nicht wirklich damit gerechnet, sie hier zu sehen. Salazar, er hatte nicht wirklich damit gerechnet, sie überhaupt noch einmal wiederzusehen. Er hatte an seine Schulzeit so wenig gedacht, wie an die Griselkrätze. Es war nun vorbei. Dieser Abschnitt seines Lebens war erfolgreich beendet. Aber er hatte auch nicht unbedingt damit gerechnet, hier auf einer Auktion, den Arsch seines Vaters retten zu müssen.

Und mittlerweile überlegte er, ob sein Vater nicht offensichtlichere Gründe gehabt hatte, nicht selber hier aufzutauchen.

Draco nahm an, es müsse sich um einen verdammt großen Zufall handeln, dass Lucius die Schande, von seiner Frau fertig gemacht zu werden, weil er etwas nicht selber erledigen konnte, auf sich nahm, wenn es nicht um eine wesentlich größere Sache ging.

Er wusste nur nicht, ob er annehmen sollte, dass Lucius gewusst hatte, wer anscheinend der Auktion beiwohnen würde. Und er wusste auch nicht, ob das für ihn ein Problem darstellte.

Er konnte nicht annehmen, dass Granger ihn auch nur wegen eines Haares auf seinem Umhang bemängeln konnte, geschweige denn einem Auktionsstück.

Aber… das wären zu viele Zufälle. Und ein Malfoy ließ nichts auf den Zufall ankommen.

Es war ihm tatsächlich unangenehm.

„Wie sie schon aussehen. So offensichtlich arm. Dass sich diese Leute nicht schämen. Sie musste bestimmt einige Gesetze brechen, um diesen Schmutz hierher zu bekommen", fuhr Ophelia fort.

„Es zeigt doch deutlich von ihrem Status, dass nicht einmal die Blutsverräter ihrem Sohn erlaubt haben, ein Schlammblut zu heiraten." Er zuckte bei den Worten nicht zusammen. Er war solche Worte gewöhnt. Er wusste, würde Granger vor seiner Mutter stehen, wäre sie die Höflichkeit in Person. „Und was die Gesetze angeht", fuhr seine Mutter leiser fort, „ich nehme an, es hat ihr geholfen mit Harry Potter anzubandeln, um die Regeln nach ihren Wünschen biegen zu können." Was seine Mutter unterstellte hielt er für etwas abwegig, aber eigentlich war es ihm egal.

„Hast du gehört, dass Harry Potter an der Zeremonie teilnehmen darf? Ich habe es im Rundbrief der Vereinigung gelesen", flüsterte Ophelia aufgeregt. Er nahm an, seine Mutter wusste alles über die Vereinigung und deren Teilnehmer.

„Ich sitze im Komitee, und natürlich habe ich es gewusst. Aber er wird nicht teilnehmen. Er wäre bestimmt nicht so lebensmüde."

„Die kleine Weasley hat ein Anrecht."

„Die Weasleys haben sich vor zwanzig Jahren bereits gegen das Anrecht entschieden, ihre Kinder in der Vereinigung binden zu lassen", widersprach ihr Narzissa mit ihrer gewohnten Kälte, die sie sonst nur ihrem Sohn oder ihrem Mann zuteilwerden ließ.

„Ich denke, nach den neuesten Entwicklungen und Harry Potters neuem Status werden sich diese Regeln bestimmt brechen lassen."

„Harry Potter wird nicht an der Zeremonie teilnehmen. Es wäre so absurd, als würden nun auch Schlammblüter zugelassen werden. Die Reinblüter-Vereinigung besteht auf Tradition und sie werden sich hüten, jemanden einzuladen, der so offensichtlich dagegen spricht. Es sei denn, sie wissen, dass dieser jemand sowieso ablehnen wird." Narzissa hatte damit das Thema beendet.

„Wenn Sie bitte Ihre Plätze einnehmen würden. Die Auktion beginnt in den nächsten Minuten", ertönte die magisch verstärkte Stimme des Leiters der Auktion, und Narzissa nickte Mrs Parkinson höflich zu, als sie weiter nach vorne gingen.

„Furchtbare Person", entfuhr es seiner Mutter scharf, als sie sich in der ersten Reihe niederließen. Das Wappen leuchtete schwach auf den Stühlen. Auch hier wurden Reinblüter bevorteilt, denn sie bezahlten für das Ministerium das meiste Gold. Kaum saßen sie, erlosch das Wappen des schlafenden Drachens auf den Lehnen. Draco war sich allerdings nicht ganz sicher, wer hier die furchtbare Person war. Sie lagen ziemlich gleich weit auf.

„Wir beginnen mit einem Stück des 14. Jahrhunderts. Ein Humidor, gefertigt aus Kirsche, Mahagoni und Einlagen aus Marmor und Gold. Der Zustand ist bemerkenswert, und die Arbeit exquisit, dass angenommen werden kann, das Stück wurde von walisischen Elben gefertigt." Walsische Erben waren seit weit über zweihundert Jahren ausgerottet. Und Draco war dankbar dafür. Den Texten und historischen Berichten zufolge, waren sie nämlich durchaus in der Lage gewesen, sich selber zu verteidigen, nur hatten sie ein zu großes Herz, zu viel Mitleid und waren einfach nicht zum Überleben geschaffen. Wie so einige Exemplare von Lebewesen.

Aber er wusste, das würde ihn kosten. Und noch ein weiterer Gedanke spukte in seinem Kopf rum: Warum eröffnete der Auktionär mit diesem Stück? Ausgerechnet? Gab es etwas noch teureres hier? Er nahm es nicht an. Der Humidor seines Vaters war eine Schönheit, aber sie würden ohne ihn auskommen, wäre es nicht das Geheimfach, was anscheinend von Wichtigkeit war. Er war sich nicht mal sicher, ob es nicht nur um Oberflächlichkeiten ging. Wahrscheinlich war es nur ein Dokument, unterzeichnet, vom Schlangengesicht persönlich, weswegen sein Vater nicht wollte, dass es an die Presse geriet. War Voldemort einst chique gewesen, so war er jetzt nur noch ein Schönheitsfehler der Geschichte.

„Das beginnende Angebot liegt bei 1,5 Millionen Galleonen." Draco verzog den Mund. Seine Mutter sah ihn an.

„Was ist?"

„Nicht das erste Angebot", erwiderte er leise.

„Denkst du, irgendwer wird bieten?", zischte sie, und bewies wieder einmal, wie wenig sie für Auseinandersetzungen oder Geschäfte geeignet war.

„Ah, ich sehe! Zwei Millionen", hörte er den Auktionär rufen und wandte sich leicht um.

Ein Mann, den er nicht zuordnen konnte, hatte die Zahl in die Luft geschossen. Draco rechnete knapp nach. Den Verlust würden sie nicht zu spüren bekommen, aber die Aufmerksamkeit, wenn die Malfoys sich ins Ministerium bemühten, um ein altes Möbel zu ersteigern. Unauffällig schoss er die nächste Zahl in die Luft.

„Drei Millionen", rief der Auktionär. Die Leute tuschelten. Die meisten kamen wohl her, um Bathilda Bagshots Porzellan für dreißig Galleonen zu ersteigern, oder Gilderoy Lockharts ehemalige Festtagsrobe. Er hasste die gewöhnlichen Menschen.

Draco wartete gespannt. Der geschätzte Preis war ungefähr drei Millionen. Darüber zu bieten wäre absurd und, für jemanden, den es nicht berührte, auch höchst fragwürdig.

„3, 5 Millionen!", rief der Auktionär fast schon aufgeregt. „Bietet jemand mehr als 3,5 Millionen?" Seine Mutter wurde eine Spur nervöser, denn vielleicht war sie für Geschäfte nicht geeignet, aber sie roch eine Finte genauso gut wie er.

„Wer ist der Mann?", flüsterte sie.

„Ich kenne ihn nicht. Ich glaube nicht, dass er privat hier ist", bemerkte Draco gereizt. Sein Blick glitt nach vorne. Und es überraschte ihn eher weniger, dass sie ihn tatsächlich ansah. Sie hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Ihre Kleidung stank nach Gewöhnlichkeit, nach unterer Mittelschicht, und es regte ihn nichts mehr auf, als der Sinn danach, den Familiennamen zu verschonen. Und er spürte, dass etwas passieren würde. Und das Schlammblut wäre schuld!

Er schoss die nächste Ziffer in die Luft. Seine Mutter schnappte kurz nach Luft, aber sie würde ihm niemals verbieten, diesen Betrag zu setzen.

„Fünf Millionen! Das ist eine Menge. Ich bin gespannt, ob jemand das überbieten möchte?" Er blickte in die Runde. Draco widerstand dem Drang, sich umzusehen, um sich zu vergewissern, dass der Mann den Zauberstab nicht hob. Denn wäre er angeheuert, um etwas zu ersteigern, musste er sein Limit haben. Es sei denn, der Arbeitgeber besaß mehr als genug. Und es gab in London nur einen Arbeitgeber, der sich so etwas leisten konnte. Es verging eine Sekunde. „Merlin! Fünf Millionen und siebenhundertfünfzig Tausend! Anscheinend zählt da jemand die letzten Knuts zusammen", lachte der Auktionär.

Draco widerte die normale Schicht an. Man machte keine Witze über Gold. Sei es wenig oder eben unglaublich viel. Und jetzt war er ziemlich sicher, wer der Arbeitgeber war. Und sie befanden sich in den Hallen dieses Arbeitsgebers. Das Ministerium schien keine Mühen zu scheuen.

„Diese Zahl ist absurd!", flüsterte Narzissa. Aber Draco begriff es plötzlich, als er Grangers Blick auffing. Es passierte ihm selten, dass ein vertrautes Gefühl irgendwas in ihm auslöste. Manchmal, beim Training mit Blaise, wenn sie wirklich mal die Zeit fanden, draußen auf dem Platz Torringe zu schießen. Wenn er in die Lust stieg und Blaise schneller war, den besseren Schuss setzte, oder wenn sie aus sportlichen Gründen den Schnatz jagten – dann spürte er es. Dann spürte er wieder, den Neid, den er solange auf Potter verspürt hatte. Damals.

Und sie jetzt anzusehen, mit der dunklen Ahnung, eine nicht ganz saubere Sache abzuwickeln, aus der er sich moralisch nicht winden konnte, reizte ihn. Es löste etwas aus. Sein Blick glitt kurz unkontrolliert durch den Saal. Fast suchte er schon nach den riesigen Stundengläsern. Und aus dem einen würden gleich grüne Smaragde nach unten rauschen, weil sie ihm Punkte abziehen würde. Denn genauso sah sie ihn jetzt an. Er schüttelte die Erinnerung ab. Oder er versuchte es zumindest.

„Nein. Diese Zahl ist kein Verhandlungswert, Narzissa", sagte er leiser. „Es geht hier um eine Strafe." Er ließ Granger nicht aus dem Blick. Anscheinend sah sie ihn nur an, um sicher zu gehen, dass er begriffen hatte. Sein Vater war doch gerissener als er angenommen hatte. Und er fragte sich, wie viele der anwesenden Reinblüter es begriffen hatten. Er hoffte nicht, dass Mrs Parkinson es wusste. Das würde sie brühwarm zuhause berichten. Er verzog gereizt den Mund und schoss die nächste Zahl.

„Was tust du?" Seine Mutter betrachtete die Zahl.

„Fünf Millionen und achthundert Tausend!", rief der Auktionär, der anscheinend nur amüsiert war.

„Ich rate", erwiderte Draco. Er nahm fast an, seine Mutter würde aufstehen, aber sie blieb sitzen.

„Eine Strafe? Für was?", zischte sie. „Wer ist dafür verantwortlich?"

„Narzissa, begreifst du nicht?", knurrte er. „Das hier ist keine wirkliche Auktion für uns. Sie werden gefunden haben, was sie suchen, und weil die Reinblüter ihr verdammtes Ministerium bezahlen, bekommen wir keine direkte Vorladung, sondern zahlen den Aufwand, den ein Strafbescheid kosten würde", ergänzte er leiser.

„Was? Das ist-!"

„- etwas, das Lucius bevorzugen würde", unterbrach er sie.

Und Grangers Blick glitt weiter nach hinten.

„Oh, es wird spannend. Fünf Millionen und fünfhundertvierundvierzigtausend!" Neben ihm veränderte sich die Haltung seiner Mutter zu Stein.

„Und dieser Mistkerl hat es auch noch forciert, dass ich hier auftauche. Wir werden hier zum Gespött." Draco nahm tatsächlich an, dass Lucius das gewollt hatte. Das war der erste Punkt, der nach langer Zeit an seinen Vater ging.

„Mit Glück merkt es keiner", gab er zurück. „Außerdem kannst du dann wieder von Pansy, der Schande, berichten", fuhr er sie an und schoss die vermutliche letzte Zahl in die Luft.

„Oh, fünf Millionen und fünfhundertfünfundvierzigtausend!"

Die Anwesenden tuschelten bereits. „Passiert noch etwas?" Draco sah, wie Granger den Blick nun senkte. Anscheinend war das das verdammte Zeichen. „Nein? Dann zum ersten, zum zweiten, zum dritten – Verkauft an Mr Malfoy!" Ja. Seinen Namen musste man natürlich noch dazu erwähnen, stellte er bitter fest. Das war eine saftige Strafe. Knapp 5, 5 Millionen dafür, dass Lucius nicht aufgepasst hat!

Die Menge klatschte, denn der Betrag zeigte nur wieder, wie reich sie waren. Und selbst wenn in irgendeiner Spalte eines Klatschblatts stehen würde, dass sich die Malfoys auf einer Auktion freikaufen mussten, war es unerheblich. Sie vertraten eine beliebte Schicht, und es wurde ihnen nichts übel genommen. So war es eben mit Reichtum.

„Wir gehen", informierte er Narzissa, die sich grazil erhob. „Und du gehst schon mal zum Empfang. Ich werde…" Er beendete den Satz nicht. Er hatte keine Lust, ihr zu erklären, dass er wohl oder übel noch eine Form unterzeichnen musste.

„Ich werde nicht warten", gab sie zurück. Er wusste, das würde Streit geben. Aber er musste nicht Zuhause sein dafür. Blaise wäre eine nettere Ablenkung. Immerhin wäre heute auch der Tag, wo sie im Club darauf anstoßen würden, vertraglich geregelten, unterwürfigen Sex zu bekommen. Das war ein Lichtblick. Immerhin.

Und er folgte den Weisungen eines Beamten. Der Humidor wurde aus seiner Sicht getragen, und wie aus purem Zufall löste sich auch Granger aus ihrer Starre und schritt in dieselbe Richtung wie er. Er fragte sich, wie oft sie dieses Spiel spielen musste. Oft, nahm er an.

Und es ärgerte ihn, dass er sie überhaupt sofort erkannt hatte. Sein Trost war nur, dass sie sich wohl schon eine Weile länger mit dieser Sache hatte beschäftigen müssen, nahm er an.

Sie trafen an der Tür aufeinander. Und sie waren nicht allein.

„Mum, ich muss eben diese Sache erledigen", murmelte sie. Eine lästige Mutter, das kannte er. Er atmete gereizt aus. Er wollte gehen.

„Hat das jetzt mit deinem Aufgabengebiet zu tun?" Sie betrachtete ihn, als wäre er das Aufgabengebiet. Diese Frau, mit dem faltigen Rock und der aussagelosen Frisur, die so buschig war, wie Grangers Haare früher gewesen waren. Ihre Haare… waren mittlerweile gebändigter, fiel ihm auf. Das Ministerium hätte sie wohl sonst hier nicht arbeiten lassen. Ihre Mutter hatte blaue Augen, ging ihm auf. Nicht so dunkel wie Grangers. Sie sah ihn immer noch an.

„Ja, so in etwa. Mum, ich bin gleich wieder draußen, dann können wir in der Kantine etwas zu essen bestellen." Es war ihr unangenehm. Hölle, sogar ihm war es unangenehm! Wann bewegten sie sich weiter? Dachte sie, er hätte den ganzen Tag Zeit?

„Malfoy?", wiederholte Mrs Granger seinen Namen, den sie wohl gehört hatte, langsam und fixierte ihn wieder.

„Mum, später", befahl Granger und öffnete endlich die schwere Tür zu den Räumen, wo man die Auktionsstücke abholen konnte.

„Werden Sie nicht bewacht?", erkundigte sich Grangers Mutter in einer Tonlage, die er von Grangers grauenhaften Vertrauensschülertreffen noch zu Genüge in Erinnerung hatte. Und was war das für eine dreiste Aussage? Und er hatte nicht antworten wollen. Überhaupt nicht antworten wollen! Mit Abschaum sprach er für gewöhnlich nicht. Abschaum sah er eigentlich nicht mal an, zwang ihn dieser Abschaum nicht gerade, ein Dokument zu unterzeichnen, dass er tatsächlich der böse Mann war, für den ihn alle hielten.

„Wie darf ich das verstehen?", fragte er kühl. Granger öffnete die Tür demonstrativ weiter.

„Mr Malfoy?", sagte sie mit Nachdruck, aber er fixierte ihre Mutter jetzt näher.

„Nun, in unserer Welt werden Verbrecher wie Sie nicht ohne Bewachung aus dem Gefängnis gelassen." Sein Mund öffnete sich. „Oder irre ich mich? Sie waren doch einer seiner Zeit Anhänger, tragen das Mal, haben Menschen gefoltert oder zumindest dabei zugesehen? Malfoy ist doch der Name, der jede Woche in den Listen der engsten Todessser aufgetaucht ist, oder nicht?" Er schaffte es nur mit Mühe den Mund zu schließen. Und Granger war rot geworden. Er war wahrscheinlich blass.

„Mum!", entfuhr es ihr gepresst. „Das gehört hier nicht hin. Du hast kein Recht, so etwas überhaupt jemanden vorzuwerfen! Und Mr Malfoy ist kein Gefangener", ergänzte Granger hastig.

„Aber du hast gesagt-"

„Später. Mum", fügte sie leise hinzu. Draco hatte erwartet in irgendeiner weit entfernten Dimension von Granger noch einmal dafür gemaßregelt zu werden, ein Todesser gewesen zu sein und ein Arschloch und was sonst noch. Aber bestimmt nicht heute von ihrer Mutter!

Eine Muggel wagte es mit ihm zu sprechen, wagte, ihm vorzuwerfen, er gehöre in ein Gefängnis! Oh, Narzissa hätte bestimmt schon die Wachen gerufen.

„Ich hoffe wirklich, Sie finden Ihren Weg zurück. In Ihre Welt. Weit weg von den privilegierten Straßen der unseren, Mrs Granger", erklärte er mit der kältesten Höflichkeit, die er von seiner Mutter beigebracht bekommen hatte.

„Und jetzt gehen wir!", entgegnete Granger mit McGonogallgleicher Strenge. Sie durchschritt die Tür, er folgte ihr, und sie schloss eilig die Tür, ehe ihre Mutter fortfahren konnte, ihn in aller Öffentlichkeit als Todesser zu beschimpfen. Es war natürlich kein Geheimnis, aber alle Reinblüter, die es konnten, hatten sich dieser geschichtlichen Tatsache freigekauft.

Die Tür knallte ins Schloss. Und er war hin und hergerissen. Aber er durfte seine Kontenance nicht verlieren. Er war froh, dass seine Mutter nicht gesehen hatte, wie er mit Schlammblütern sprach.

„Wenn Sie unterschreiben würden, dass Sie hiermit Ihre Strafe bezahlt haben und ein Scheck von Gringotts in den nächsten vierzehn Tagen unsere Abteilung erreicht, können Sie gehen, Mr Malfoy." Sie sah ihn nicht an, während sie sprach. Sie legte ein Dokument auf einen Tisch und hielt ihm auffordernd eine pechschwarze Feder entgegen.

Er zögerte. Jetzt wäre die Chance. Jetzt könnte er… seine Wut loslassen. Sie waren hier allein in dem Raum. Worte. Er brauchte nur die richtigen Worte.

Er fand sie allerdings nicht.

„Wird mir das Stück geliefert?", erkundigte er sich stattdessen, und im Gegensatz zu ihr, sah er sie ziemlich genau an.

„Sicher. Wohnen Sie noch bei Ihren Eltern?" Es war wohl… eine Formfrage. Aber es klang… wie eine Beleidigung.

Und jetzt könnte er wieder wütend werden. Er wusste doch, wie man ein minderbemitteltes Wesen fertig machte! Er konnte es doch. Er hatte es von Zuhause gelernt!

Aber er konnte nicht.

„Es ist verborgen. Die Eulen des Ministeriums sollten es aber ohne Weiteres finden können. Malfoy Manor, Chester Hill 6768-"

„15-2, ja ich weiß", sagte sie knapp. Sie wusste es? Woher wusste sie es? Wahrscheinlich weil sie das illegale Zeug seines Vaters bereits gelesen hatte.

„Und… die…" Er wusste nicht genau, wie er sie bezeichnen sollte. „Sachen im Humidor", endete er langsam, und noch immer hielt sie den Blick gesenkt.

„Sie wünschen eine Kopie davon?", fragte sie steif. Er nickte und schüttelte den Kopf.

„Um was ging es?" Was stellte er die blöden Fragen? Es war gegessen. Er hatte gezahlt. Die Sache war Geschichte. Was interessierte es ihn noch weiter? Verflucht!

„Mord", sagte sie knapp. Sein Mund öffnete sich langsam. Mord – und er kam mit ein paar Millionen davon? Das erschien ihm nicht korrekt.

„Mord?", wiederholte er. „Würden Sie mir das näher erklären?"

„Charity Burbage", sagte sie knapp. Draco erinnerte sich. Ja, er war dabei gewesen als diese Frau umgebracht wurde. Lehrerin für Muggelstudien in Hogwarts. Es wurde Zeit für ihn zu gehen. „Allerdings wurde die Leiche niemals gefunden. Zu Ihrem Glück. Oder vielmehr zum Glück Ihres Vaters. Ich nehme an, sie wurde auf Ihrem Besitz umgebracht?"

Und er nickte.

… - Er nickte!

War er verrückt?!

Und sie sah ihn an.

Ihm wurde heißer. War er denn komplett wahnsinnig geworden? Ihre verdammte Aura der Ehrlichkeit und Unschuld und natürlich des Schlamms in ihren Adern kotzte ihn praktisch an! Was war los? Er traf einmal ein Schlammblut und fühlte Schuld? Was war das für ein kranker Gedankengang?

„Das nehme ich an", verbesserte er sich. „Wenn es in den Dokumenten so steht."

„Die Dokumente veranlassen die Entführung von Charity Burbage", erklärte sie bitter, die Hände zu Fäusten geballt. „Die weiteren Spuren verlaufen sich schließlich." Sie fixierte ihn jetzt so wie ihre Mutter ihn gerade fixiert hatte. Er unterschrieb widerwillig. Eigentlich wollte er seinen Namen nicht unter so einem Schriftsatz sehen.

„Gut, dann kann ich gehen?"

„Sie können gehen."

Fuck. Er musste dringend gehen. Wieso legte er ihr nicht gleich auch noch die nicht vorhandenen Arbeitsverträge der Hauselfen vor, für die sein Vater bestimmt nicht den Sinn gehabt hatte? Gab es nicht noch irgendwelche Leichen im Hause Malfoy, die er Granger präsentieren konnte? Fast musste er lächeln. Brachte er seinen Vater doch in ernste Lebensgefahr. Und die Leiche wurde nicht gefunden, weil Nagini sie gefressen hatte, ging ihm auf. Aber umgebracht worden war sie tatsächlich mit dem Zauberstab seines Vaters.

Es schauderte ihn kurz. Er war sechzehn gewesen.

Und er sah, sie verurteilte ihn dafür. Nicht seinen Vater, nicht die anderen Todesser – nein. Ihn. Er wusste schon sehr genau, weshalb er Menschen nicht mochte. Und ihm wurde klar, wie sehr sich ihr ganzes besseres Wissen gegen dieses Vorgehen sträubte. Sie hätte wohl am liebsten die Familie Malfoy auf dem Marktplatz der Winkelgasse an den Pranger gestellt und ihnen sonst was vorgeworfen. Und dann hätten die Wesley sie mit faulem Obst beworfen.

„Ms Granger", erwiderte er nickend, und sie verdrehte die Augen.

„Höflichkeit ist unnötig, Mr Malfoy. Deswegen bin ich nicht hier."

„Oh, ich bin sicher, mir fällt auch noch die ein oder andere Beleidigung ein, wenn Sie es wünschen." Ihre Augen weiteten sich überrascht.

Halt. Den. Mund.

Einfach gehen, einen Fuß vor den anderen, Draco. Einfach gehen!

„Sie sollten gehen", erklärte sie, und ihre Fäuste zitterten nun. Immerhin kannte er sich mit Hass besser aus, als mit Höflichkeiten.

„Ja, ich sollte gehen", bestätigte er dankbar und verließ hastig den Raum. Er würde noch einen handfesten Skandal anzetteln, sähe er sich nicht besser vor!