Ford Anglia:
Am 1. September wurde Amy zeitig von Lucius geweckt damit sie noch frühstücken und wenn nötig noch ein paar Sachen zusammen packen konnte, doch Amy hatte schon am Vortag alles sauber zusammengepackt und musste nur mehr auf die anderen warten.
Um 10:30 stand die gesamte Familie Malfoy mit Pavo, Lorentz und Amy vor der roten Dampflock.
Doch obwohl sich Amy überall auf dem Bahnsteig und im Zug umsah konnte sie keinen ihrer Freunde entdecken, weder Hermine mit ihren Eltern, noch Harry der den Rest seiner Ferien bei Ron verbracht hatte, oder Ron mit Fred, George und seiner restlichen Familie.
Sie machte sich Sorgen um ihren Bruder und deren besten Freund, weshalb sie wieder aus der Absperrung hinaus ging und vor dem Bahnhof auf die anderen wartete.
10 Minuten später traf Hermine komplett gestresst mit ihren Eltern ein. Hermine umarmte ihre beste Freundin überglücklich sie zu sehen. Amy begleitete die Familie zum Zug und half Hermine ihren schweren Koffer, der offenbar mit Bücher vollbepackt war, zum Zug zu bringen.
Hermine verabschiedete sich auf dem Bahnsteig von ihren Eltern, Amy holte ihren Koffer den sie bei den Malfoys stehen gelassen hatte und kletterte mit Hermine in den Zug, sie suchten sich ein Abteil und verstauten dort ihre Koffer.
Schon setzte sich der Zug in Bewegung, Hermine winkte aus dem Fenster ihren Eltern nach und beide ließen sich ehrleichter endlich die Reise zu ihrem vermissten Schloss anzutreten.
Sie erzählten sich Gegenseitig ihre Abenteuer die sie in den Sommerferien erlebt hatten, wobei Amy um einiges spannentere Dinge zu berichten hatte als Hermine, da die Braunhaarige fast den gesamten Sommer hinter Bücher verbracht hatte, was ihre Freundin nicht im Geringsten überraschte.
Hermine war ganz erstaunt und erschrocken, als sie die Sache mit Pavo erfuhr und meinte, dass sie ihm das nie zugetraut hätte.
Nach einiger Zeit kam ein kleines Mädchen mit feuerroten Haaren, welche Amy sofort an Ron erinnerten, in ihr Abteil.
„Du bist doch eine Weasley, Ron`s Schwester oder?", fragte Amy sofort, „Ginny? Wenn ich mich richtig erinnere."
„Ja die bin ich, aber ich habe es lieber wenn ich bei meinem Namen genannt werden, und nicht einfach nur seine kleine Schwester", war ihre verblüffend selbstbewusste Antwort, „ich wollte eigentlich fragen, ob ich mich zu euch setzten kann, überall in den anderen Abteilen ist es voll…", setzte sie etwas schüchterner nach.
Die beiden Mädchen ließen sie natürlich zu ihnen ins Abteil und Amy war beruhigt, denn wenn Ron's Schwester hier war, dann musste Ron und Harry auch irgendwo sein.
Die drei Mädchen fanden sich auf Anhieb sympathisch und freundeten sich miteinander an.
Die Fahrt verging so schnell, dass Amy erst als es draußen schon dunkel wurde und sie sich ihre Schulumhänge anzogen auf die Idee kam nach ihren Bruder zu suchen, denn eigentlich hätte sie erwartet, dass Harry sie sofort begrüßen würde.
Doch als sie den ganzen Zug, Abteil für Abteil durchgegangen war, wobei sie Pavo mit einem hübschen Hufflepuffmädchen, das ein Jahr älter war als sie war, in einem Abteil sitzen und reden hören, wobei Pavo ziemlich abwesend und traurig wirkte, doch dem Mädchen schien es nicht zu stören. Doch Harry und Ron waren nirgends zu finden. Nicht einmal die Zwillinge wussten wo die zwei stecken konnten.
So begann sie sich ernsthaft Sorgen zu machen und als sie sich zurück ins Abteil zu Hermine und Ginny setzte, konnte sie an nichts anderes als ihren Bruder denken.
Abwesend starrte sie aus dem Fenster, sie war so in Gedanken versunken, dass sie sich sogar einbildete etwas Leuchtendes und Reflektierendes im Himmel zu sehen. Doch im gleichen Moment wie sie es richtig erkannte war es schon wieder weg und sie starrte weiter aus dem Fenster.
„Amy?, Amy?"
Ginnys wiederholte anreden rissen die Angesprochene aus ihren Gedanken, die immer noch um ihren Bruder kreisten.
„'Tchuldigung, was?", fragte sie.
„Ich wollte dir nur sagen, dass wir in 10 Minuten in Hogwarts ankommen und du deine Schuhe anziehen könntest und nicht nur mit ihnen herum spielst."
Hermine, der anscheinend noch nicht aufgefallen war, dass ihre beste Freundin mit ihren Schuhen spielend im Abteil saß fügte: „und du brauchst dir nicht solche Sorgen machen, Harry und Ron werden schon irgendwo sein", hinzu.
Amy erschrak: „Woher…?"
„Weil du die ganze Zeit abwesend aus dem Fenster starrst und du deine Schuhe ausgezogen hast und ganz nervös mit ihnen herum spielst, was du nur tust wenn du wirklich besorgt bist."
Amy blickte beschämt zu Boden und nuschelte: „Aber sie sind nicht im Zug und ich habe ein schlechtes Gefühl bei der Sache, als ob noch irgendetwas schief gehen würde und zwar gewaltig schief."
„Das bildest du dir sicher ein", versuchte Hermine zu beruhigen und Ginny nickte bekräftigend.
„Sie sind doch nicht so dumm, als das sie sich selbst in ein Schlamassel reiten würden."
„Sicherlich ist Harry auf die Idee gekommen Dumbledore eine Eule zu schicken, wenn sie den Zug wirklich verpasst haben, dann sitzen sie jetzt schon in der großen Halle und warten auf uns."
Amy nickte und setzte ein Lächeln auf und tat so als ob sie beruhigt wäre, doch in Wirklichkeit war sie das nicht im Geringsten. Die beiden waren nicht im Zug, was bedeutete, dass sie den Zug verpasst hatten und sie war sich 100 prozentig sicher dass die beiden nicht auf die Idee gekommen waren Dumbledore eine Eule zu schreiben. Sie würden viel eher mit einem fliegenden Besen zur Schule fliegen, ja das würde ihren Bruder ähnlich sehen, bei diesem Gedanken musste sie sogar ein wenig schmunzeln.
Und Ginny meinte zur Auflockerung der Stimmung das sie sicherlich nicht mit ihrem fliegenden Auto zur Schule geflogen sind und erzählte Amy und Hermine wie ihre Zwillingsbrüder und Ron Harry in den Sommerferien aus dem Haus seiner Verwandten gerettet hatten.
Doch Amy hatte keine Ahnung wie nahe Ginny mit ihrer gewitzelten Vermutung lag.
Kurze Zeit später hielt der Zug an und alle Kinder stiegen aus.
Zuerst wollte Amy zu Hagrid und mit ihm und den Booten über das Meer fahren, doch sie erinnerte sich, dass nur die Schüler die in die ersten Klassen kommen mit den Booten über dem See fuhren. Wie das die anderen Schüler machten war Amy nicht bewusst.
Erst hatte sie bedenken, dass sie nicht ins Schloss kommen würden. Doch es ging viel einfacher als gedacht. Sie wurde einfach von der Schülermasse in die Richtige Richtung gedrängt und fand sich bald in einer schwarzen Kutsche mit Hermine, Neville und einem Mädchen aus Ravenclaw wieder. Die Kutsche wurde von Skelett artigen Pferden gezogen, die Amy ziemlich unheimlich vorkamen.
Oben am Schloss angekommen machten sich alle auf dem Weg zur großen Halle und setzten sich an ihre Tische. Amy hielt Ausschau nach Ron und Harry, doch die beiden waren nirgends zu finden. Sie machte sich solche Sorgen um die beiden, dass sie noch bevor die Feier wirklich Angefangen hatte, also bevor die Erstklässler in ihre Häuser eingeteilt wurden, aus der Halle lief und die einzige Person suchte, die sie in diesem Schloss auf der Suche nach ihrem Bruder helfen konnte. Dumbledore und Mcgonagall schieden aus, da der erste in der großen Halle saß und die Willkommensrede halten musste und die zweite weil sie die Erstklässler begleitete. Also blieb nur noch einer übrig. Snape. Obwohl sie sehr genau wusste, dass ihr Bruder ihn regelrecht hasste. Es blieb niemand anderes übrig der wissen konnte wo die beiden steckten.
Amy ließ Hermine alleine in der Halle, ohne sich zu verabschieden, was sie in ihrem ganzen Gedankenwirrwar einfach vergessen hatte.
Sie lief die Treppe zu den Kerkern hinunter zum Eingang zu Snapes Privaträumen. Davor blieb sie stehen. Nicht etwa weil sie nicht hinein durfte, die ganze Zauberwelt kannte sie als Snaps Tochter und sie kamen auch sehr gut miteinander aus, sondern weil sie das Passwort vergessen hatte.
Er hatte es ihr extra bevor sie zu den Malfoys aufgebrochen waren gesagt. Sie versuchte verschiedene Namen von Zaubertränke aus, doch keiner war der richtige. Nach 10 Minuten vom Rätselraten genug habend setzte sie sich deprimiert auf dem Boden vor dem Kerker. Da sie den ganzen Tag schon seit früh am Morgen wach war, war sie schon ziemlich müde und nickte bald ein.
*Schritte*
Amy schreckte hoch. Sie hörte Schritte. Die Art der Schritte kam ihr bekannt vor. Sehr bekannt sogar. Sie klangen dumpf und unscheinbar, doch schwang auch ein Hauch geheimnisvolles mit, unverwechselbar Severes Snape.
Das kleine blonde Energiebündel, dass eigentlich Rothaarig ist, hat zwar nur 5 Wochen der Sommerferien bei ihm verbracht, doch kannte sie ihn mittlerweile gut. Sie wusste, dass er in seinem fünf Uhr Tee um punkt fünf Uhr einen Stück Würfelzucker haben wollte, obwohl er ansonsten Zuckerfreien Tee trank. Und noch viele andere Einzelheiten.
„Endlich weiß ich was los ist!", freute sie sich bei sich und sprang auf um ihren Adaptivvater entgegen. Doch sie hörte noch mehr Fußschritte und Stimmen, weshalb sie sich hinter einer Ritterrüstung ganz in der Nähe versteckte.
„Wie sind Sie nur auf die grandiose Idee gekommen?", das war eindeutig Snapes maulende vor Hass und Sarkasmus triefende Stimme, wer auch immer hinter Snape her trottete, sie mussten wahrlich großen Mist gebaut haben.
Und plötzlich wurde Amy klar wer es war und auch was sie getan hatten.
Es war niemand anderes als ihr Zwillingsbruder und dessen bester Freund, der mit dem fliegenden Ford Anglia der Familie Weasley über dem Zug herflogen, was das Licht und die Reflektionen hervorbrachte, welche Amy im Himmel gesehen hatte.
Und wie als Bestätigung für ihre Vermutung kamen Harry und Ron hinter der Snape den Gang entlang.
„Wie kommt ihr auf die sagenhafte Idee, mit einem fliegendem Auto nach Hogwarts zu fliegen und dass noch dazu am helllichten Tag, sodass euch jeder sehen kann?"
Wie Ginny wohl schauen wird wenn sie herausfindet, dass ihre Vermutung, die nicht im Geringsten ernst gemeint war, sondern eigentlich als Belustigung diente wahr war.
Die Jungs stecken saftig in der Tinte, das war Amy sofort bewusst. Sie musste irgendetwas unternehmen, die Schuld auf sich nehmen, war ihr erster Gedanke, doch wie wollte sie das machen?
Snape nannte öffnete die Tür zu seinem Büro und ließ die anderen beiden eintreten.
Amy blieb vorerst noch vor der Tür, wartete und überlegte sich eine Strategie, obwohl sonst eigentlich ziemlich kreativ war was solche Dinge anging wollte ihr dieses Mal nichts einfallen. So tat sie das einzige was vielleicht die Situation bei Harry und Ron verbessern konnte. Sie ging zur Tür und klopfte an.
Sie wusste das Snape sie gern hatte, was auf Gegenseitigkeit beruhte, und das er mit ihr nie schreien würde und wenn sie anwesend ist viel freundlicher ist, dass merkte man vor allem in Zaubertränke, jedes Mal wenn sie, aus welchem Grund auch immer gefehlt hatte, fing Neville nach der Stunde zu weinen an, weil er mit Snape nicht klar kam.
Also versuchte sie ihr Glück. Wie erwartet machte Snape die Tür auf, nachdem er mit einem Zauber geprüft hatte wer es war.
„Hallo meine kleine", flüsterte er in einer ungewöhnlich leisen Stimme, vermutlich damit Harry und Ron nicht hören konnte, dass er Amy mochte, obwohl er nicht ihr wirklicher Vater war, was sie wussten, „was gibt es?"
„Ich vermisse Harry weil ich ihn schon seit Ende der Schule nicht mehr gesehen habe und ich wollte dich frage ob du weißt wo er ist, ich finde ihn nirgends und im Zug ist er auch nicht gewesen…"
Wenn sie irgendwer anderes gewesen wäre, dann hätte er ihr eine verletzende Antwort gegeben und hätte die Tür vor ihrer Nase zu geschlagen, doch das war nicht irgendwer, das war seine „Tochter".
Deshalb ließ er sie hinein, welche sofort um den Hals ihres Bruders fiel und ihn fest drückte.
Sie bekam die Geschichte erzählt, warum sie mit dem Auto zur Schule geflogen waren und dass sie eine Notlandung in der Peitschenden Weide machten. Und sie behielt Recht, Snape schimpfte zwar, doch hielt sich merklich zurück. Vor dem Schulrauswurf, mit dem Snape gedroht hatte wurde nichts, da Mcgonagall als Hauslehrerin, die später mit Dumbledore nachkam, das Recht hatte zu bestimmen was geschieht. Sie bekamen zwar genug Strafarbeit auf und das schon am ersten Schultag, doch durften sie die Schule weiterhin besuchen.
Als alles fertig besprochen und gestritten war, bekamen Harry, Ron und Amy etwas zu Essen, da sie beim Eröffnungsfestmahl nicht mitgegessen hatten und wurden dann zu Bett geschickt.
Tod müde viel Amy an diesem Abend ins Bett, ignorierte alle Fragen die von den anderen im Schlafsaal gestellt wurden, sogar die von Hermine und schlief sofort ein.
So, das Kapitel ist wieder einmal zu Ende und Amy ist in Hogwarts.
Ich versuche zwar so zu schreiben, dass ihr es versteht, ohne den ersten Teil gelesen zu haben müssen, doch kann ich es nicht versprechen und ich würde mich sehr freuen wenn ihr auch den ersten Teil lest :)
Lg DasProblem
