Danke fürs Rev. Die Story ist momentan auf Eis, aber ich hab noch einige Kapitel auf Lager^^
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Als Dannyl
und Tayend aus der Kutsche ausstiegen, sahen sie Rothen trotz
Dunkelheit, die sich bereits wie ein Schleier über das Land gelegt
hatte, schon vor der Universität. Die beiden gingen auf ihn zu.
Dannyl begrüßte seinen alten Freund mit den Worten „Hallo. Es ist
schön, dich endlich wiederzusehen," und schuf eine
Lichtkugel.
„Gleichfalls, Dannyl", entgegnete Rothen lächelnd
und tat es ihm gleich, indem er eine Lichtkugel beschwor, bevor er
sich an Tayend wandte und diesen musterte. Das farbenfrohe und
enganliegende Gewandt ließ schon vermuten, dass es sich um einen
Elyner handelte.
„Ihr müsst Tayend von Tremmelin sein."
Der
Angesprochene nickte und verbeugte sich anmutig.
„Es freut mich,
Euch kennen zu lernen, Lord Rothen. Dannyl hat schon viel von Euch
erzählt."
Rothen guckte etwas argwöhnisch, denn Tayend hatte
kein „Lord" oder „Botschafter" bei Dannyls Erwähnung
benutzt. Scheinbar war das aber weder Tayend, noch Dannyl
aufgefallen.
Schließlich setzte er zu einer Antwort an.
„Ich
hoffe doch, nur gutes."
Dannyl grinste. „Was sollte ich von
dir schon schlechtes erzählen."
Es war keine Frage, eher eine
Feststellung und Rothen beschloss, dass er dies unbeantwortet
ließ.
„Wir sollten reingehen. Ihr würdet ein Gläschen Sumi
gestimmt nicht ablehnen."
Kaum hatte er das gesagt, eilten auch
schon drei Diener herbei, denen Dannyl anwies das Gepäck in sein
Quartier zu bringen.
„Tayend, wenn es dir recht ist, trinken wir
erst etwas und reden. Auspacken können wir auch später noch."
Auf
sein Nicken hin folgten die beiden Rothen in seine Zimmer.
Der
Gelehrte bestarrte mit großen Augen die Universität. Bei dem
Gedanken daran, dass er dort hätte können zum Magier ausgebildet
werden können, beschlich ihn ein bisschen Wehmut, doch jetzt war
nicht der richtige Zeitpunkt dafür, entschied er.
Sie liefen
durch einige Gänge, bis sie ihr Ziel erreichten und Rothen sie
hinein führte.
„Setzt euch", Rothen zeigte auf die Sessel,
die um einen kleinen Tisch herum standen. Nachdem Dannyl und Tayend
sich nebeneinander niedergelassen hatten, setzte sich Rothen selbst
gegenüber der beiden und musterte sie.
Tania, Rothens Dienerin
tauchte auf und brachte für jeden sogleich ein Glas Sumi.
Zunächst
fragte Dannyl nach Soneas Kind und wie es Sonea selbst ginge.
Anschließend unterhielten sie sich über die Arbeit des Botschafters
und kamen zum Schluss auf die Gerüchte am elynischen Hof zu
sprechen. Dabei wurde Tayend seltsamerweise zunehmend nervöser und
wortkarger.
Als Dannyl das bemerkte, meinte er zu Rothen:
„Normalerweise ist er gesprächiger." Dies nahm Rothen mit einem
Nicken zur Kenntnis und Tayend bedachte Dannyl mit einem Blick der
Marke „du weißt genau wieso". Danach entstand ein Schweigen und
um dies zu brechen, räusperte sich das Oberhaupt der Alchemistischen
Studien und fragte seinen Freund: „Also, was ist der eigentliche
Grund für deinen Besuch?"
Normalerweise hatte er vermutet,
Tayend würde das als Wink mit dem Zaunpfahl verstehen und den Raum
verlassen, da es etwas privates war. Dem war aber nicht so und Rothen
konnte dafür nur zwei Erklärungen finden: Entweder Tayend wusste
davon, oder aber es betraf ihn und dabei ertappte Rothen sich dabei,
wie er sich ausmalte, was wäre, wenn die Gerüchte um die beiden –
die noch immer ein Gesprächsthema waren – wahr wären.
Dannyl
holte tief Luft, warf Tayend einen aufmunternden Blick zu, der von
Rothen nicht unbemerkt blieb und fing an: „Ich weiß nicht, wie ich
beginnen soll..." Er dachte über passende Worte nach, um nicht mit
der Tür ins Haus zu fallen, aber zu seiner Verwunderung nahm Tayend
das Wort auf und sagte direkt und unmissverständlich: „Die
Gerüchte entsprechen der Wahrheit. Dannyl und ich haben eine
Beziehung."
Dannyl musste sich ein Lachen verkneifen, was
angesichts der Situation komisch erschienen wäre. Tayend hatte sich
also dafür entschieden, es einfach möglichst schnell hinter sich zu
bringen.
Rothen suchte für einen Moment seine Stimme wieder, was
aber daran lag, dass er erstaunt war, dass es Tayend gewesen war, der
es gesagt hatte. Irrwitzigerweise fiel Rothen nur ein Kommentar dazu
ein: „Interessante Wahl."
Jetzt lag es an Dannyl und Tayend
überrascht zu gucken.
„Soll das heißen, du wusstest es oder du
hast nichts dagegen?", wollte Dannyl wissen.
„Sowohl als auch.
Ich habe es vermutet und eigentlich solltest du mich gut genug
kennen, um zu wissen, dass es mir nichts ausmacht."
Ein
erleichterter Seufzer drang aus Tayends Mund, welcher jetzt Rothen
anschaute, der Tayends Miene mit einem Lächeln begegnete.
„Eines
möchte ich aber noch wissen: Wie lange schon?"
Dannyl erzählte
die Geschichte von Tayends Schwester und wie sie beide
zusammengefunden hatten.
„Und ich erfahre erst jetzt davon?"
Rothens Gesicht drückte gespielte Entrüstung aus.
„Ihr seid
der Dritte, der es weiß. Der Zweite, der es von uns erfährt",
erklärte Tayend.
„Wer sind die anderen beiden, wenn ich fragen
darf?"
„Irand, der Bibliothekar der Großen Bibliothek und
Farand."
„DER Farand?", fragte Rothen staunend.
„Ja,
DER. Er half mir damals Tayend zu finden, als die Ichani da waren. Er
hat es aber schon vorher gewusst oder vermutet."
„Ah", war
Rothens äußerst ausführliche Antwort.
Er seufzte, als ihm
auffiel, was das für die beiden bedeutete. Sie mussten wirklich
aufpassen, dass niemand etwas mitbekam.
Der Botschafter sah Rothen
fragend – auf den Seufzer anspielend – an.
„Dannyl, du
schaffst es immer wieder dich in Schwierigkeiten zu bringen. Du
weißt, wie die Magier reagieren würden, wüssten sie davon. Selbst
wenn die Elyner offener damit umgehen, dürft ihr euch auch dort
nicht als Geliebte zeigen. Das kommt direkt nach Kyralia."
Nach
dem ersten Satz konnte Dannyl ein Kichern nicht unterdrücken, wobei
dieser ja genau genommen nicht stimmte. Sie waren nur in
Schwierigkeiten, wenn es jemand hören oder sehen sollte, für dessen
Ohren beziehungsweise Augen es nicht bestimmt war.
Tayend ergriff
das Wort: „Ja, es ist nicht einfach, aber wir haben uns daran
gewöhnt und verbringen gerade so viel Zeit miteinander, dass
es nicht zu großes Misstrauen weckt."
Rothen warf einen Blick
auf die Uhr und schlug vor, dass Tayend und Dannyl besser zu ihrem
Quartier gingen, denn die Zeit war zum Einen schon beträchtlich
fortgeschritten und zum Anderen mussten sie noch ihre Sachen
auspacken., auch wenn sie nur für wenige Tage blieben.
