Chapter 4 : Die Zugfahrt
Während die drei Gryffindor den Hogwarths-Express auf der Suche nach einem leeren Abteil durchquerten, versuchte Ron noch immer vergeblich, Hermine weitere Einzelheiten über ihr Gespräch mit Yuugi zu entlocken. Harry an seiner Seite registrierte mit amüsiert funkelnden Augen, wie Hermine daran arbeitete, die letzten Reste ihrer Geduld mit dem Rothaarigen zu behalten. Es war nicht leicht.
Doch bevor die Gryffindor letztlich explodierte und Ron mit einem Zauber oder ihrem ‚McGonagall-Blick', wie ihre zwei männlichen Freunde ihn getauft hatten, zum Schweigen bringen konnte, bemerkten die Drei weiter vor sich im Gang einen kleinen Menschenauflauf.
Neugierig, was diesen verursacht haben mochte, drängte sich das Trio weiter vor und kam hinter Seamus und Dean, Mitschülern aus ihrem Jahr und Hauskameraden der Drei, zum stehen. Hermine, die noch immer nicht viel sehen konnte, blickte zu Ron und Harry auf, die sie beide seit dem letzten Jahr um mehrere Zentimeter überragten und daher ein besseres Sichtfeld hatten.
"Was ist los?", wollte die Braunhaarige neugierig wissen – auch in Hinsicht auf ihre Pflichten als Vertrauensschülerin, welche die Ordnung aufrechterhalten muß. Es war Harry, der ihr kurz darauf eine Antwort gab, nachdem er eine Weile aufmerksam zugeschaut hatte.
"Nott. Er hat deinen neuen 'Freund'", an dieser Stelle lächelte Harry schelmisch auf Hermine runter, welche ein wenig rot anlief angesichts der kleinen Stichelei, bevor sie den Gryffindor an ihrer Seite anfunkelte, "anscheinend in ein Gespräch gezogen. Wenn man das so nennen kann", fügte Harry stirnrunzelnd hinzu, während sich seine grünen Augen nachdenklich verengten.
"Ich glaube kaum, daß sie höfliche Konversation betreiben", meinte Hermine und begann sich durch die Menge zu schieben. Ihr Gefühl von Pflichtbewußtsein mischte sich mit der Sympathie, welche sie sofort für den jungen Mann empfunden hatte, in den sie auf dem Bahnsteig hineingelaufen war. Und Theodore Nott, Slytherin in ihrem Jahrgang, war wohl kaum jemand, der sich freundlich mit anderen Menschen auseinandersetzte. Das wußte sie aus Erfahrung, daher war es wohl nötig, daß sie als Vertrauensschülerin eingriff, bevor es zu einem unglücklichen Zwischenfall kam.
Schließlich hatte Hermine es geschafft, sich durch die aufmerksam zuschauenden Schülerscharen auf dem Gang zu drängeln, welche offenbar neugierig das 'Gespräch' zwischen dem als streitsüchtig bekannten Slytherin und dem unbekannten, seltsam gekleideten jungen Mann beobachteten.
Fetzen der Worte zwischen den Beiden klangen an Hermines Ohren und ihr wurde bewußt, daß Nott offenbar wissen wollte, wer der Fremde war und was er im Hogwarths-Express zu suchen hatte. Ärger stieg in der Braunhaarigen auf, als sie erkannte, mit welcher Arroganz und Herablassung ihr neuer Bekannter behandelt wurde – aber was war von Nott auch anderes zu erwarten gewesen?
Während sie näher auf die Beiden zutrat – von ihnen unbemerkt – erkannte Hermine, daß Nott sich Unterstützung von Crabbe und Goyle geholt hatte. Offenbar wollte er seine überlegene Position unterstreichen.
Die Gryffindor fragte sich, wo wohl Malfoy abgeblieben war, um den die Beiden sonst immer herumlungerten. Der blonde Slytherin war jedoch nirgends zu entdecken.
Inzwischen hinter Yuugi angekommen, legte sie diesem eine Hand auf den Arm, um ihn auf sich aufmerksam zu machen. Sie spürte ruhige Stärke unter ihrer Hand, gepaart mit Aufmerksamkeit und einem Hauch Vorsicht. Ihr neuer Bekannter schien auf alles gefaßt, wenngleich er dabei jedoch fürs Erste vollkommen ruhig blieb.
Yuugi drehte sich bei der sanften Berührung auf seinem Arm herum und blickte in warme braune Augen hinein, die ihn mit einer Mischung aus Entschuldigung und Angespanntheit ansahen. Dies waren exakt die Gefühle, welche Hermine gerade empfand, denn sie wußte, wenn es ihr nicht gelang, die Situation zu entschärfen, die hier anscheinend bestand, konnte dies böse enden.
Daher war sie auch etwas überrascht, als sie das erfreute Auffunkeln in Yuugis violetten Augen bei ihrem Anblick bemerkte. Der junge Mann lächelte sie an und meinte mit seiner dunklen Stimme: "Wir sehen uns anscheinend eher wieder, als ich angenommen hatte, Hermine."
Erfreut, daß er sich ihren Namen gemerkt hatte, lächelte Hermine zurück und sagte: "Es sieht ganz danach aus. Gibt es ein Problem, bei dem ich helfen kann, Yuugi?"
"Nein, ich denke nicht", erwiderte Yuugi, doch in seinen hellen Augen konnte Hermine ein verständnisvolles Licht erscheinen sehen. Er erkannte offensichtlich, daß sie ihm Rückendeckung geben wollte, machte jedoch durch seine entspannte Haltung deutlich, daß er dies für nicht notwendig hielt.
"Hey, du hast mich gefälligst anzusehen, wenn ich mit dir rede", ertönte in diesem Moment Notts rauhe Stimme hinter Yuugi, der gerade etwas zu Hermine hatte sagen wollen.
Das Lächeln auf seinen Zügen wich nicht, doch der Ausdruck in den violetten Tiefen änderte sich und wurde ein wenig härter, als Yuugi sich erneut zu dem Slytherin herumdrehte und diesen wortlos ansah. Zufriedenheit darüber, daß sein Gegenüber ihm scheinbar gehorchte, machte sich auf Notts Zügen breit, wurde jedoch jäh unterbrochen, als der junge Mann ihn ruhig ansah und dann sagte: "Ich nehme nicht an, daß ein weiteres Gespräch zwischen uns zu relevanten Ergebnissen führen wird, da wir offenbar völlig verschiedene Ansichten über manche Dinge haben. Daher beenden wir es besser."
Damit fand sich der Slytherin wieder unbeachtet, was seinem Stolz gar nicht gut bekam. Seine Wut über das Verhalten des Anderen begann hochzukochen, als er sah, wie Yuugi sich erneut lächelnd an Hermine wand und zu ihr meinte: "Es war schön, dich so rasch wiederzusehen, Hermine. Auf bald."
Dann drehte sich der junge Mann herum und wollte einfach an ihm vorbeitreten, als würde er überhaupt nicht existieren. Nott spürte die Blicke aller Anwesenden auf ihm und dem unbekannten jungen Mann liegen und fühlte sich gedemütigt durch das Verhalten des Älteren. Mit einem wütenden Zischlaut wollte er nach diesem greifen, doch obwohl der junge Mann ihn überhaupt nicht ansah, wich er geschmeidig aus, hatte sich blitzschnell umgedreht und Notts Hand in einem festem Griff am Handgelenk gepackt.
Dies war alles so rasch geschehen, daß der Slytherin kaum wußte, wie ihm geschah. Als er wieder halbwegs zu Sinnen kam, wollte er sein Handgelenk ärgerlich aus Yuugis Griff lösen, doch obwohl er über einige Kraft verfügte, vermochte er seinen Arm nicht aus dem Griff zu befreien.
Aufblickend sah er in Augen, die inzwischen einen dunkleren Farbton als das sanfte Violett von vorher besaßen. Für einen Moment hätte Nott schwören können, darin Spuren von Karmesinrot aufblitzen zu sehen. Dann, bevor er sich darauf konzentrieren konnte, erklang die Stimme seines Gegenübers erneut, doch dieses Mal nicht annähernd so warm wie Hermine gegenüber. Vielmehr war nun ein eisenharter Ton darin enthalten, der deutlich machte, daß mit dem jungen Mann nicht zu spaßen war, auch wenn er zuerst freundlich und fast harmlos gewirkt hatte.
Dieser Eindruck verflüchtigte sich vollends, als die Worte, die ihm galten, langsam in Notts Verstand einzusickern begannen. "Ein Rat von mir, damit weitere Zwischenfälle wie dieser vermieden werden – ich mag es nicht, wenn jemand mir ungefragt seine Meinung aufdrängt. Ich nahm an, als ich Hermine traf, daß in diesem Land Tugenden wie Freundlichkeit und Höflichkeit wohlbekannt wären, doch Euer Verhalten macht diesen Eindruck fast gänzlich wieder zunichte. Daher schlage ich vor, daß wir uns soweit es geht aus dem Weg gehen – ansonsten könnte das wohl Folgen haben, welche für einen von uns äußerst unerquicklich wären. Und nun, Guten Tag."
Nachdem er dies gesagt hatte, richtete sich Yuugi aus seiner vorgeneigten Haltung, welche er Nott zugewandt eingenommen hatte, wieder auf und ließ dessen Handgelenk in einer so lässigen Bewegung frei, als hätte es ihn nicht die geringste Kraft gekostet, den Slytherin festzuhalten. Seine ganze Haltung machte deutlich, daß er sich in einer Auseinandersetzung gut seiner Haut zu erwehren wissen würde, was sogar Crabbe und Goyle zu bemerken schienen, denn sie wichen wieder zurück. Vorher hatten sie Anstalten gemacht, Nott zu Hilfe zu kommen, doch Yuugis Augen schienen ihnen eine Warnung zu senden, die sie zu akzeptieren schienen.
Und auch das ärgerliche Fauchen von Bastet auf Yuugis Schulter wirkte gefährlich, obwohl die Katze noch so klein war, daß ihr Beschützerinstinkt fast hätte lächerlich wirken müssen, wäre von ihr nicht gleichzeitig eine spürbare Drohung ausgegangen. Die Anwesenden spürten, daß das Tier ihr Herrchen mit Zähnen und Krallen verteidigen würde.
Als er bemerkte, daß seine Worte den erwünschten Erfolg hatten, entspannte sich Yuugi wieder und trat dann ohne einen weiteren Blick auf Nott zu werfen, an diesem sowie Crabbe und Goyle vorbei, wobei die beiden Letzterem ihm in einem raren Augenblick von Intelligenz wortlos den Weg freimachten.
Wenige Schritte weiter, an der Tür zum nächsten Wagen, lehnte ein junger Mann mit blondem Haar, welcher Yuugi, als dieser mit geschmeidigen Schritten näherkam, aufmerksam entgegensah. Silbergraue Augen musterten Yuugi ohne eine Regung preiszugeben, welcher wiederum sein Gegenüber beim Näherkommen ebenso einer – jedoch weit unauffälligeren – Musterung unterzog. Yami, welcher nach der Begegnung wenige Sekunden zuvor noch in erhöhter Alarmbereitschaft war, spürte, wie sein Hikari die Aura des Blonden musterte.
Und an der leichten Konfusion angesichts dessen, was Yuugi dort fand, konnte Yami kurz darauf erkennen, daß sein Hikari etwas verwirrte. Doch auf seine Frage bekam der Geist des Millenniumspuzzles nur ein mentales Kopfschütteln und ein /Nicht hier, Yami/ als Antwort zu hören.
Als Yuugi wenige Sekunden später an der Tür angelangt war, in welcher der blonde junge Mann lehnte, hob er in stummer Frage eine Augenbraue. Daraufhin ließ sein Gegenüber nochmals seinen Blick an ihm auf- und niedergleiten, als würde er nach etwas Bestimmten suchen, bevor der Blonde Yuugi wieder ins Gesicht sah.
Die silbergrauen Augen zeigten noch immer kaum eine Emotion außer Gleichgültigkeit und gelassener Arroganz, doch Yuugi konnte einen Hauch von Interesse an ihm spüren. Es war fast so, als hätte das Geschehen kurz zuvor ihm widerwilligen Respekt von diesem jungen Mann eingebracht, wobei Yuugi jedoch nicht genau sagen konnte, was dieses Gefühl ausgelöst hatte.
Dann wich der Blonde plötzlich wortlos zur Seite aus und machte für Yuugi den Weg frei, woraufhin dieser ebenso stumm den Kopf neigte, dem Jüngeren kurz zunickte und dann seinen Weg fortsetzte, um ein leeres Abteil für sich zu finden. Er hörte nicht mehr das einsetzende Stimmengewirr, als sich die anwesenden Schüler aufgeregt über ihn zu unterhalten begannen.
Vielmehr hatte er wenig später ein noch unbesetztes Abteil gefunden, das er mit der Magie seines Puzzles für Andere unzugänglich machte, bevor er sich mit einem leisen Seufzen niederließ. Wenig später erglühte die goldene Pyramide erneut und Yami erschien.
Der ehemalige Pharao musterte seinen Hikari, bevor er den Arm um den jungen Mann legte. Dabei zog er Bastets Aufmerksamkeit auf sich, welche sich zuvor auf dem Sitz Yuugi gegenüber niedergelassen hatte. Doch nun blickte die kleine Katze Yami für einen Moment durchdringend an, bevor sie mit einem geschmeidigen Sprung in dessen Schoß landete und zu schnurren begann.
Yuugi lächelte angesichts dieses Gebarens und meinte: /Sie mag dich, Yami./
Auch Yami mußte schmunzeln, als Bastet ihren Kopf schmeichelnd an seiner Hand zu reiben begann, als wolle sie ihn damit dazu bringen, sie zu streicheln. Der Geist des Puzzles tat ihr den Gefallen und kraulte sie sanft mit der linken Hand hinter den Ohren, während er gleichzeitig Yuugi mit dem anderen Arm näher an sich zog.
Yuugi sträubte sich nicht gegen die liebevolle Geste, sondern lehnte sich statt dessen enger an seine dunkle Hälfte, bevor er leise sagte: /Das war ein äußerst interessanter Anfang für unseren Aufenthalt in Hogwarths, findest du nicht auch, Yami?/
Mit einem Nicken stimmte Yami diesen Worten zu, bevor ein ärgerliches Aufblitzen in den stolzen Augen des ehemaligen Herrschers zu sehen war, als er antwortete: Ich stimme dir zu, Yuugi. Doch dieser junge Mann war äußerst unhöflich dir gegenüber, Hikari. Du hättest ihm Manieren beibringen sollen – für dieses Benehmen hätte man ihm in Ägypten zu meiner Zeit eine harte Strafe auferlegt...
/Ich wollte nicht noch mehr Unruhe verbreiten, als er es schon getan hatte. Und an Hermines Reaktion war deutlich zu erkennen, daß er offensichtlich eine streitsüchtige Natur ist – dem wollte ich nicht auch noch Vorschub leisten/, meinte Yuugi beschwichtigend, denn er konnte über ihr Seelenband spüren, wie verärgert sein Yami über das Verhalten Notts seinem Aibou gegenüber war. Um Yami davon abzulenken, brachte Yuugi die Sprache auf ein anderes Thema, welches ihn beschäftigte.
/Was hältst du von dem blonden jungen Mann, welcher in der Tür lehnte? Er schien alles mitangesehen zu haben/, sagte der Hikari, während er Yami fragend ansah. Der ehemalige Pharao antwortete nicht gleich, während er die Szene noch einmal vor seinem inneren Auge Revue passieren ließ.
Dann meinte er langsam: So schien es auch für mich, Yuugi. Und ich hatte den Eindruck, als hätte irgendetwas an dem, was du gesagt oder getan hast, seinen Respekt hervorgerufen. Widerwilligen, zögernden Respekt – aber dennoch klar ersichtlich für mich. Er schien auch etwas überrascht von deinem Auftreten ihm gegenüber, auch wenn er auf den ersten Blick total gleichgültig und herablassend wirkte.
/Deine Meinung deckt sich mit meinem Eindruck von ihm/, bekannte Yuugi. /Auch ich habe gespürt, daß etwas sein Interesse geweckt hat, auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, was genau. Er hat eine seltsame Aura, Yami. Mächtig, wenn auch in anderer Weise als die Magie, welche wir gewohnt sind. Dennoch verwirrte mich etwas bei dem Anblick seiner Aura – auf den ersten Blick scheint sie schwarz zu sein, was auf einen bösen Charakter hindeutet. Doch ich konnte spüren, daß die Schwärze nur wie ein Mantel über seiner wirklichen Aura liegt – so, als müsse er diese verbergen./
Das ist sehr ungewöhnlich, Aibou. Denkst du, er verbirgt etwas?, wollte Yami besorgt wissen. Yuugi überlegte eine Weile, während er sich die Szene nochmals ins Gedächtnis rief.
/Ich glaube, ja. Doch wenn ich meinem ersten Eindruck trauen kann, dann ist er keine Gefahr für uns, Yami. Er wirkt arrogant und sehr von sich eingenommen, wenn man es oberflächlich betrachtet. Wie er in der Tür lehnte, als gehöre ihm der ganze Zug...das verwirrte mich zuerst, denn ich spürte gleichzeitig.../, Yuugi stockte, während er nach den richtigen Worten suchte, um zu beschreiben, was er gefühlt hatte.
Dann verengten sich seine violetten Augen nachdenklich und er fügte hinzu: /Er erinnert mich ein wenig an Seto, Yami. Nach außen hin kalt und unbeeindruckt, doch innen eine warme Seele. Eine Seele, die ihr Licht nicht zeigen kann, aus welchen Gründen auch immer. Dieser junge Mann ist wichtig, Yami. Wir sollten ihn im Auge behalten./
Ich stimme dir zu, Aibou. Doch ich denke, wir werden genug Gelegenheit dazu bekommen, wenn wir erst einmal in Hogwarths angekommen sind. Doch bis dahin sollten wir uns noch etwas erholen, denn ich kriege langsam den Eindruck, daß in der Magierschule des Freundes von deinem Großvater mehr Arbeit auf uns wartet, als uns bewußt war.
Yuugi nickte nur zustimmend, bevor er seinen Kopf gegen den Yamis lehnte. Bastet, welche dem Gespräch der zwei jungen Männer aufmerksam gelauscht hatte, kletterte nun in Yuugis Schoß und schnurrte wohlig, als dieser sie zärtlich zu kraulen begann. Yami umschloß seinen Hikari daraufhin mit beiden Armen und dieser lehnte sich zurück in die starke Umarmung seines Pharaos. Das ungewöhnliche Trio verbrachte den Rest der Fahrt in angenehmen Schweigen, welches nur manchmal durch die hin und wieder ausgetauschten kleinen Zärtlichkeiten zwischen Yuugi und Yami unterbrochen wurde.
Harry, Hermine und Ron hatten sich nach Yuugis spektakulärem Auftritt ebenfalls ein Abteil für die Fahrt gesichert und dort wie üblich ihre Zeit verbracht. Was die drei Jugendlichen gewundert hatte, war die Tatsache, daß Malfoy ihnen dieses Mal keinen Besuch abgestattet hatte. Sonst hatte er dies jedes Jahr getan; es war schon fast eine Tradition, wenn auch eine ärgerliche. Doch so war für das Trio die stundenlange Fahrt sehr friedlich verlaufen, nachdem sich ihr Gespräch über Yuugi erschöpft hatte. Dies war jedoch erst geschehen, nachdem Hermine Ron gedroht hatte, ihn zu verhexen, wenn er nicht endlich damit aufhörte, sie nach Dingen über Yuugi zu fragen, die sie nicht wußte.
Nun waren sie jedoch endlich angekommen und das Gryffindor-Trio verließ mit seinen Koffern den Hogwarths-Express. Als sie sich gerade Hagrid zuwenden wollten, der wie immer die Erstkläßler zusammenrief, wurden sie auf Yuugi aufmerksam, der in jenem Moment auf den Bahnsteig trat. Sie beobachteten den jungen Mann mit dem dreifarbigen Haar, wie er seinen Seesack von der Schulter nahm und vor sich abstellte, während er mit wachem, aufmerksamen Blick seine Umgebung in Augenschein nahm. Nicht eine Kleinigkeit schien den klugen violetten Augen zu entgehen, während Yuugi sich umsah.
Der Bahnsteig leerte sich langsam, als die Erstkläßler Hagrid folgten, der Harry, Hermine und Ron ein lautes Hallo zugerufen hatte, bevor er seiner Aufgabe nachkam, die neuen Schüler über den See ins Schloß zu bringen. Die älteren Schüler bestiegen die Kutschen, um zur Schule zu gelangen, doch die drei Gryffindor warteten unwillkürlich. Was sie nicht bemerkten, war die Tatsache, daß auch ein gewisser blonder junger Mann sich noch zurückhielt, in eine der wartenden Kutschen einzusteigen. Auch der Blick silbergrauer Augen lag statt dessen mit verborgener Neugier beobachtend auf Yuugi, auf den nun jemand zutrat.
Das Trio tauschte verwunderte, aber erfreute Blicke, als sie Remus Lupin erkannten. Sie hatten ihren ehemaligen Lehrer im Zug gar nicht gesehen, doch mußte er ebenfalls an Bord gewesen sein, denn er trug einen Koffer bei sich. Harrys Augen leuchteten auf, als er erkannte, daß der ehemalige Freund seiner Eltern anscheinend wieder nach Hogwarths zurückgekehrt war, um zu unterrichten.
Neben den vier Jugendlichen lag auch noch so manch anderer neugieriger Blick auf Yuugi, dessen ungewöhnliche Kleidung und Frisur Aufmerksamkeit erregte. Viele fragten sich, wer er sein mochte und was er hier zu tun hatte.
Yuugi hingegen nahm ruhig seine Umgebung in Augenschein und überlegte, wie er am besten ins Schloß gelangen würde. Er hatte bemerkt, daß viele der Schüler scheinbar pferdelose Kutschen bestiegen und nahm an, daß dies wohl die einfachste Lösung sein würde. Als er gerade beschlossen hatte, eines der Gefährte zu besteigen und daher nach seinem Seesack griff, sprach ihn von hinten eine freundliche Stimme an und fragte, ob sie ihm behilflich sein konnte.
Yuugi wandte sich um und erblickte einen Mann etwa Ende Dreißig vor sich, dessen warme bernsteinfarbene Augen in ihm ein Gefühl sofortigen Vertrauens auslösten. Der Mann hatte braunes Haar, in das sich schon leichtes Grau mischte. Er machte auf Yuugi den Eindruck, als hätte er kein leichtes Leben hinter sich, was auch durch die Schatten in den traurigen Augen bestätigt wurde. Instinktiv fühlte Yuugi mit dem Älteren und suchte rasch nach dessen Aura, um Aufschluß über dessen Charakter zu erhalten.
Innerlich runzelte er die Stirn, als er das leuchtende Braun-Gold erblickte, welches dicht um die Gestalt des Mannes herumlag. Etwas störte ihn an der Aura, welche ihm einen aufrichtigen und guten Menschen anzeigte. Und das war die dünne Schicht an Schwarz, welche in das Braun-Gold eingebettet war. Dies zeigte Yuugi an, daß etwas an dem Mann nicht normal sein konnte...noch ein Rätsel, welches er herausfinden mußte.
An dieser Stelle beendet Yuugi seine sekundenschnelle Musterung und schob seine Gedanken über die Entdeckungen an der Aura seines Gegenübers vorerst in einen Winkel seines Verstandes, um später darüber nachzugrübeln. Jetzt wollte er sich lieber mit dem Mann bekannt machen, der ihm freundlicherweise seine Hilfe anbot.
Daher verbeugte er sich leicht vor dem Älteren und sagte: „Ich danke euch für euer Angebot, Sir. Und ich denke, ich werde es annehmen, da ich mich hier nicht auskenne. Doch zuerst möchte ich mich vorstellen: meine Name ist Yuugi Mutou, Sir. Ich freue mich, eure Bekanntschaft zu machen."
Ein Lächeln zeigte sich auf dem etwas erschöpft wirkenden Gesicht des braunhaarigen Mannes, als er so höflich angesprochen wurde. Er streckte die Hand aus und erwiderte: „Ich bin ebenfalls erfreut. Mein..."
„Remus, schön, daß du meine Einladung angenommen hast!", erklang in diesem Moment eine alte Stimme hinter den beiden und unterbrach Remus in seiner Vorstellung. „Und du hast dich auch schon mit unserer neuesten Ergänzung der Lehrerschaft bekannt gemacht, wie ich sehe", fuhr der Besitzer der alten Stimme fort.
Yuugi und Remus hatten sich bei den Worten umgedreht und wurden durch den Anblick des Schulleiters von Hogwarths begrüßt, welcher nunmehr die letzten Schritte zu ihnen herantrat. Bevor Remus jedoch etwas auf die Worte erwidern oder sie richtigstellen konnte, hatte sich Albus Dumbledore schon Yuugi zugewandt und betrachtete den jungen Mann von oben bis unten mit neugierigem Blick.
Dann breitete sich ein willkommen heißendes Lächeln auf dem weisen Gesicht des weißbärtigen Magiers aus und er öffnete die Arme, während er sagte: „Yuugi, mein Junge! Ich freue mich, dich wiederzusehen. Es ist lange her und du bist wahnsinnig groß geworden, seitdem ich Soguroku und dich das letzte Mal besucht habe. Komm, laß dich umarmen!"
Auch auf Yuugis Gesicht lag nun ein warmes Lächeln, als er auf Dumbledore zutrat und mit fröhlicher Stimme erwiderte: „Es ist nicht meine Schuld, daß wir uns so lange nicht gesehen haben, Onkel Albus. Großvater hätte jederzeit Freude daran gehabt, dich bei uns zu sehen – und ich hätte mehr von deinen wunderbaren Geschichten hören können."
Während sich Harry, Hermine und Ron verwundert ansahen, stellten nicht nur sie sich die gleiche stumme Frage: ‚Onkel Albus?' Auch Remus blinzelte, als er diese Anrede von dem jungen Mann hörte, der so vertraut mit dem Schulleiter umging, als wären sie schon jahrelang miteinander bekannt. Auch die herzliche Umarmung, welche sich die Beiden gerade schenkten, sprach von ihrer innigen Vertrautheit, auch wenn Remus ihren Worten entnahm, daß sie sich mehrere Jahre nicht mehr gesehen haben mußten.
Als sich die beiden so unterschiedlichen Männer nach einer Weile wieder voneinander lösten, war ein belustigtes Funkeln in den hellblauen Augen Dumbledores zu erkennen. Der alte Magier lächelte amüsiert und meinte: „Ist denn dein Leben nicht aufregend genug, daß du auf meine Geschichten angewiesen bist, Yuugi? Ich dachte immer, junge Leute wären wie Magnete für Trubel und Abenteuer..."
/Wenn er nur wüßte, wie Recht er hat/, sandte Yuugi mental zu Yami, während er Dumbledore warm anlächelte. Der Geist des Millenniumspuzzles schickte seinem Hikari ein leichtes Lächeln, bevor er antwortete: Ich glaube nicht, daß er die Art von Abenteuer meint, welche unser Leben bestimmt, Aibou.
/Wer weiß, wer weiß. Onkel Albus war schon früher ein sehr ungewöhnlicher Mann, Yami. Und ich bekomme den Eindruck, daß er sich kein bißchen geändert hat./
Mit diesen gedanklichen Worten an seine dunkle Hälfte wandte Yuugi seine Aufmerksamkeit wieder völlig Professor Dumbledore zu, welcher ihn noch immer lächelnd musterte. Der alte Magier freute sich wirklich, den Enkel seines alten Freundes wiederzusehen. Der junge Mann vor ihm strahlte eine Mischung aus ruhiger Stärke und Selbstbewußtsein aus, gepaart mit herzlicher Wärme, die aus seinen ungewöhnlichen violetten Augen strahlte.
Der Schulleiter fühlte sich an das ein wenig zurückhaltende Kind mit dem sanften Wesen erinnert, welches so rasch sein Herz erobert hatte. Doch Yuugi hatte sich offensichtlich zu einem Charakter von bemerkenswerter Kraft entwickelt, was Dumbledore zufrieden zur Kenntnis nahm. Er war froh, daß Yuugi zu einem selbstbewußten jungen Mann geworden war, dennoch aber trotzdem die Güte und Sanftheit seiner Kindheit nicht verloren hatte. Es würde interessant werden, herauszufinden, inwiefern Yuugis Charakter sich in den vergangenen Jahren verändert hatte.
Dumbledore meinte an dieser Stelle: „Komm jetzt, Yuugi. Wir haben uns viel zu erzählen – Soguroku war recht wortkarg in seinem letzten Brief. Und das Fest beginnt auch bald, dann muß ich oben im Schloß sein." Mit einem „du entschuldigst uns bitte, Remus" zog der weißhaarige Zauberer Yuugi leicht mit sich, der rasch nach seinem Seesack griff und Remus nur noch einen entschuldigenden Blick zuwerfen konnte, bevor er Dumbledore erlaubte, ihn zu einer der Kutschen zu ziehen. Ein Lächeln glitt über Yuugis Züge angesichts der Lebendigkeit, welche der Freund seines Großvaters trotz seines hohen Alters noch ausstrahlte – dies erinnerte ihn sehr an Mutou senior. Die zwei Freunde waren sich wirklich ähnlich.
Remus blickte dem ungleichen Paar noch leicht perplex hinterher, als das Gryffindor-Trio zu ihm trat. Rons Stimme riß den Werwolf aus seinen Gedanken, als der Rothaarige fragte: „Ob dieser Yuugi wirklich mit Professor Dumbledore verwandt ist, was meint ihr?" „Ich weiß nicht, Ron", antwortete Hermine nachdenklich. „Jedoch ist eines klar – Professor Dumbledore hat ihn nach Hogwarths gerufen. Was denkst du, Harry?"
Harrys grüne Augen hingen an Yuugi, der gerade hinter Dumbledore in eine der restlichen Kutschen kletterte, die sich sofort in Richtung Schloß in Bewegung setzte. Als er jedoch die Augen seiner Freunde auf sich gerichtet spürte, wandte Harry ihnen seine Aufmerksamkeit wieder zu und antwortete Hermine: „Ich denke, wir sollten abwarten. Professor Dumbledore vertraut ihm und freut sich, ihn zu sehen. Auch wenn ich keine Ahnung habe, was er hier will, so ist doch klar, daß Hermine Recht hat, daß der Professor ihn hergerufen hat. Daher glaube ich, daß er auf unserer Seite ist...auch wenn seine Erscheinungsweise sehr ungewöhnlich ist."
An dieser Stelle mischte sich Remus in das Gespräch des Trios: „Ihr solltet euch daran gewöhnen, ihn ‚Professor' zu nennen. Soweit ich Professor Dumbledore richtig verstanden habe, ist er eine neue Lehrkraft."
„Dann also Professor Mutou", meinte Hermine. „Doch welches Fach wird er unterrichten?"
Das war's erst einmal wieder – das nächste Update kommt so rasch wie möglich!
Doch hier noch rasch die Antworten auf die Kommis:
Shatiel: Du bist süchtig nach dieser FF? (große Augen macht) (happy ist) Ich hoffe aber, die Entzugserscheinungen waren nicht zu schlimm – ich beeile mich auch mit dem Update! (versprochen)
Luinaldawen: Tja, ich denke mit meinem letzten Update war ich echt schneller, doch ich hatte in letzter Zeit viel zu tun, da kam das Fanficschreiben echt zu kurz. Sorry. Hoffe aber, das Warten auf dieses Chap hat sich gelohnt!
Und deine Vermutung wegen Bastet ist goldrichtig! (smile)
Twilight: Danke!
Heavenfly: Cooler Name! (smile) Danke, danke und nochmal danke! (big grin) Ja, bei mir ist Yuugi kein kleiner schmächtiger Junge, sondern ein Mann nicht nur mit Charakter, sondern auch dem passenden Aussehen (schmacht). Und Yami und Yuugi zusammen... (noch mehr schmacht)
Wegen dem Updaten versuche ich mich natürlich immer zu beeilen, aber das ‚normale Leben' fordert seinen Tribut und daher kann ich nicht so oft weiterschreiben, wie ich gern möchte... (seufz) Wegen der Objektivität noch eine kleine Bemerkung – natürlich warst du objektiv! (grins) Ich wollte damit nur ausdrücken, daß ich es echt nicht in Ordnung finde, wenn der/die Autor/in einer Fanfic Kommis kriegt, in denen steht, daß die Story blöd ist – dann sollte derjenige die Story einfach nicht lesen, anstatt solch demotivierendes Zeugs zu schreiben. Es ist – wie du sicher weißt – manchmal echt hart, eine Story zu schreiben...und dann möchte man als Kritik wenigstens stichhaltige Gründe für eine Klage hören. Schließlich will man sich ja auch verbessern, nicht?
So, genug gelabert. Hab übrigens leider den Film nicht gesehen, keine Zeit dafür. (heul) Kannst du mir ne kleine Inhaltsbeschreibung geben, damit ich entscheiden kann, ob ich ihn mir auf Video hole?
Nochmals danke für deinen Kommi! (knuddel)
Bis denne,
Dragon's Angel
