Chapter 6 : Gespräche und Begegnungen

Während in der Großen Halle die Schüler weiterhin heftig über ihren neuen Professor diskutierten, während sie das Willkommensfest genossen, wanderte Yuugi draußen langsam über die Wiesen von Hogwarths. Die Dämmerung brach herein und tauchte die Umgebung in ein unwirkliches Licht.

Doch Yuugi schenkte seiner Umwelt im Moment nur minimale Aufmerksamkeit, während er, die Hände zum Schutz vor dem kalten englischen Wetter in den Taschen seines dunkelblauen Mantels vergraben, mit Yami in ein lautloses Gespräch vertieft war.

Der ehemalige Pharao war in seiner Geistform neben seinem Aibou erschienen und schritt nun mit diesem gemeinsam über die Wiesen auf den See zu. Auch wenn niemand außer ihnen hier draußen zu sein schien, wollte Yami doch verhindern, daß jemand auf ihn aufmerksam wurde. Darum hatte er nicht wie sonst eine sichtbare körperliche Form angenommen, sondern erschien nur in der transparenten Art seiner Geistform, welche nur Yuugi sehen konnte.

Yamis Existenz sollte vorerst für die Bewohner von Hogwarths ein Geheimnis bleiben, hatten die beiden jungen Männer übereinstimmend beschlossen – vor allem, da ihnen so unerwartet noch eine weitere schwierige Aufgabe zuteil geworden war.

Nachdenklichkeit und eine gewisse Erwartung, gekoppelt mit leichtem Unbehagen angesichts der Ablehnung, welche er von den Slytherins nach seiner Einteilung in ihr Haus verspürt hatte, ließen Yuugis Augen sehr ernst blicken. Dies besorgte Yami, der seinen Hikari glücklich sehen wollte.

Seine geisterhaften Arme in einer beschützenden, liebevollen Umarmung um Yuugi legend, meinte der ehemalige Pharao: Du solltest dir nicht gleich so viele Gedanken machen, Aibou. Der Start hier in Hogwarths war vielleicht nicht gerade berauschend zu nennen, doch glaube ich, daß du dir hier rasch Freunde schaffen wirst. Deine sensible Art wird nicht unbemerkt bleiben, Yuugi.

Yuugi seufzte leise auf, während er sich von Yamis Fürsorge einhüllen ließ. Seine dunklere Hälfte hatte Recht. Sich zu viele Sorgen zu machen, würde nichts bringen und ihn sich nur unwohl fühlen lassen. Vielmehr sollten sie sich Gedanken darüber machen, was genau von ihnen erwartet wurde, um – wie der Hut gesagt hatte 'Licht und Dunkelheit einander näher zu bringen'.

/Du hast Recht, Yami/, antwortete der junge Mann dann seinem Seelenpartner. /Ich gebe zu, daß ich erstaunt darüber war, noch eine weitere Aufgabe zu bekommen. Und diese Aufgabe klingt in meinen Ohren sehr wichtig... und ich werde das Gefühl nicht los, daß sie mit meinen Träumen aus der letzten Zeit zusammenhängt./

Ich stimme dir zu, Yuugi. Auch ich habe gleich an deine Träume gedacht, auch wenn ich nicht genau sagen kann, was sie mit den Ereignissen zu tun haben könnten. Doch unser Schicksal wird hier eine Wendung nehmen, Aibou...da bin ich sicher.

Yuugi drehte leicht den Kopf, um Yami ins Gesicht sehen zu können, als er den tiefen Ernst und die Gewißheit in den Worten des Geistes hören konnte.
/Du fühlst es also auch./

Das tue ich. Doch wir sind nicht so weit gekommen, um hier eine Aufgabe zu bekommen, die wir nicht gemeinsam lösen können, Hikari. Unser Schicksal mag manchmal zuerst für uns keinen Sinn ergeben und geht oft verschlungene Wege...doch die Götter erlegen uns nicht mehr Lasten auf, als wir tragen können.
Der Freund deines Großvaters, Dumbledore-sama, ist ein weiser Mann, das konnte ich in seinen Augen erkennen. Er hat uns wegen der Schriftrollen hierher geholt, da er glaubt, sie seien für das Fortbestehen der magischen Welt von großer Bedeutung.
Was er nicht ahnen konnte - und was auch ich erst jetzt erkenne - ist die Tatsache, daß wir nicht nur aus diesem Grund jetzt hier in England sein sollen. Eigentlich nahm ich an, Ägypten würde letztendlich die Stätte sein, an der es für uns zu der großen Begegnung kommen würde, Yuugi...doch nun wird es vielleicht eher dieser Ort hier sein. Hier sind Mächte am Werk, deren Kraft denen der Götter gleicht - und Ra möge uns leiten auf dem Weg, den wir zu gehen haben, um unser Schicksal zu erfüllen.

Yuugi schwieg für eine Weile, um über Yamis Rede nachzudenken.

Dann lächelte er seinen Freund an und meinte: /Das Schicksal ist bisher nicht immer gerade sanft mit uns umgesprungen, Yami. Doch es hat, wie du sagtest, uns nie etwas aufgetragen, was wir nicht gemeinsam bewältigen konnten. Also bin ich der Meinung, daß, auch wenn wir sicher Schwierigkeiten überwinden werden müssen, wir am Ende sicher auch der Erfüllung unseres Schicksals nähergerückt sein werden. Ich glaube an unsere gemeinsame Kraft, Yami. Sie wird uns helfen, die Rätsel zu lösen, welche sich vor uns auftun./

Weise Worte, Hikari. Ich werde mein Möglichstes tun, dir zur Seite zu stehen. Du kannst jederzeit auf mich zählen, itoshii.

Gegenseitige Liebe und Vertrauen floß über das Seelenband der Beiden, als sie sich wechselseitig stumm ihrer Unterstützung versicherten. Dann wandte Yuugi ihr Gespräch fröhlicheren Themen zu und sie wanderten, die Gesellschaft des Liebsten genießend, einmal langsam um den See.

Dabei nahm Yuugi nun mit mehr Aufmerksamkeit die Umgebung in Augenschein, was er vorher ein wenig vernachlässigt hatte. Doch der hochgewachsene junge Mann verließ sich auf seinen Sinn für Gefahren, der ihn jederzeit rechtzeitig warnte. Außerdem hatte er ja auch Yami und seine Monster, die ihn ebenfalls beschützen würden, sollte etwas Unerwartetes geschehen.

Die Dämmerung war mittlerweile in Dunkelheit übergegangen, welche sich wie ein Tuch über die Umgebung legte und den See im Licht der Sterne glitzern ließ. Yuugi sah, wie sich in der Mitte des Sees das Wasser etwas kräuselte und konzentrierte sich darauf, den Verursacher der kleinen Wellen auszumachen, doch er konnte nichts erkennen. Also zuckte er innerlich mit den Achseln und ließ statt dessen die Stille auf sich wirken, die wie mit sanften streichelnden Händen seine erwartungsvolle Spannung von ihm nahm und ihn beruhigte.

Auch Yamis Gegenwart, der hinter ihm stand und erneut die Arme um ihn geschlungen hatte, gab ihm ein Gefühl von ruhiger Zufriedenheit mit seinem Schicksal. Was auch immer kommen mochte, Yuugi hatte Yami an seiner Seite...und fürchtete sich daher vor keiner Prüfung.

Der ehemalige Pharao fühlte Yuugis zurückgekehrte Gelassenheit, die wie ein Strom aus Licht und sanfter Wärme die Seele seines Hikari zum Leuchten brachte. Den Kopf auf Yuugis breiter Schulter ablegend, festigte Yami seine Umarmung ein wenig und versank zufrieden in der Präsenz seines Seelenpartners.

Yuugi lächelte warm und legte seinen Kopf ein wenig schräg, so daß er den Yamis berührte und für eventuelle Zeugen trotzdem so aussah, als wäre er allein und erfreue sich nur an dem Anblick des glitzernden Wassers im Schein der Sterne.

Plötzlich schreckten sie aus ihrer Zweisamkeit auf und Yuugi wandte den Kopf, da er eine fremde Präsenz auf sich zukommen spürte. Yami verschwand und verschmolz statt dessen seine Wahrnehmung mit der Yuugis, so daß er im Notfall seinen Hikari vor Schaden bewahren konnte.

Violette Augen mit einem Hauch von Karmesinrot darin blickten aufmerksam in die Richtung, aus der die Präsenz kam. Wenig später kam ein großer Hund auf Yuugi zugerannt, der erst kurz vor ihm stoppte und ihn dann hechelnd zu umkreisen begann.

Der junge Mann beobachtete, wie das Tier für eine Weile mit dem Schwanz wedelnd seine Kreise um ihn zog, bevor er ein amüsiertes Lächeln nicht länger unterdrücken konnte und langsam in die Knie sank. Dem Hund eine Hand entgegenstreckend, damit dieser seinen Geruch aufnehmen konnte, wurde Yuugis Lächeln wärmer, als sein neuer Bekannter erst an seinen Fingern schnüffelte und ihm dann mit seiner großen Zunge über die Hand leckte. Seine Augen funkelten mit Wärme und Humor, als Yuugi willig begann, das weiche Fell zu kraulen, als der Hund hechelnd seinen Kopf unter seine Hand schob, als wolle er ihn damit zu eben jener Handlung auffordern.

"Wo kommst du denn her? Bist du der Wächter von Hogwarths?", fragte Yuugi, während Yami von seinem Seelenraum her nur amüsiert das Verhalten des Hundes beobachtete. Obwohl er doch augenscheinlich schon ausgewachsen war, benahm sich ihr neuer Freund wie ein Welpe und japste mit sichtlichem Behagen unter Yuugis liebevollem Streicheln. Wieder einmal erkannte Yami, welch anziehende Wirkung sein Aibou auf Tiere hatte...sie suchten ganz instinktiv seine Nähe und bettelten manchmal förmlich – wie der Hund gerade – um Streicheleinheiten.

Der Hund jaulte leise und wohlig unter Yuugis sanfter Hand in seinem Fell und wedelte mit dem Schwanz, als wolle er dessen Fragen damit bestätigen. Der junge Mann mit dem dreifarbigen Haar lächelte erneut und wollte gerade noch etwas sagen, als auf einmal eine tiefe Stimme hinter ihm ertönte.
"Ich hoffe, Fang hat Euch nicht gestört." Dann fügte die Baßstimme noch mit leichtem Erstaunen hinzu: "Sonst rennt er auch nicht so aufgeregt auf Fremde zu..."

"Er hat mich nicht gestört. Ich mag Tiere sehr", antwortete Yuugi, ohne aufzusehen.
Er fühlte keine Gefahr, sonst hätte ihm sein Instinkt die Präsenz schon eher gemeldet. Doch da die unbekannte Person so unbemerkt hatte herankommen können, wußte Yuugi, daß er von ihr nichts zu befürchten hatte.

Den Hund weiter kraulend, meinte er: "Er heißt also Fang? Ein schöner Name. Gehört er...", bei den letzten Worten hatte sich Yuugi nun doch, noch immer vor Fang kniend, umgedreht, um den Unbekannten mit freundlichem Blick zu mustern.

Als er jedoch die massige Gestalt in der dicken Lederkleidung, bewaffnet mit einer Armbrust, in der Dunkelheit über sich aufragen sah, weiteten sich seine Augen und mit dem leicht erschrockenen Ausruf "Bei allen Göttern Ägyptens!" rollte er sich aus einem Reflex heraus in einer geschmeidigen Bewegung zu Seite.
Sekundenbruchteile später war Yuugi außerhalb der unmittelbaren Reichweite des Fremden und wieder auf den Beinen, Yamis Präsenz schützend mit der seinen verschmelzend. Vormals violette Augen waren nun dunkler und fast gänzlich karmesinrot, während sie wachsam und voller Erstaunen auf die riesige Gestalt blickten. Die ganze Haltung Yuugis drückte alarmierte Vorsicht aus.

Hagrid war ebenfalls erstaunt von der plötzlichen Bewegung des jungen Mannes mit dem dreifarbigen Haar, der vorher so freundlich mit Fang umgegangen war. Die Anspannung, die auf einmal den schlanken Körper beherrschte und die unübersehbare Gefahr, welche seine Augen nun ausstrahlten, ließen ihn verwirrt blinzeln. Doch dann erkannte der Halbriese, daß er den jungen Mann erschreckt haben mußte – oftmals jagte er Neuankömmlingen durch seine massige Gestalt ungewollt einen Schrecken ein.

Einen Schritt zurücktretend, hob Hagrid die Hände in einer Geste des Friedens, denn er fühlte rein instinktiv, daß mit dem Fremden, so jung er auch sein mochte, nicht zu spaßen war. Sein Gegenüber konnte wirklich gefährlich werden, wenn er sich angegriffen fühlte.

"Keine Aufregung. Ich werde euch nichts tun", dröhnte Hagrids Baßstimme dann auf, die eigentlich wenig geeignet war, sofortiges Vertrauen zu wecken oder angespannte Nerven zu beruhigen. Doch Yuugi sah in den dunklen Augen des riesigen Mannes keine Bosheit und entspannte sich daher langsam wieder.

Er spürte, wie auch Yami sich wieder beruhigte, doch der ehemalige Pharao blieb wachsam. Bei Ra! So einen riesigen Mann habe ich noch nie gesehen, Aibou. Er erinnert mich an die alten Legenden über die ersten Menschen, welche die Götter schufen. Riesen.

/Ein Riese ist er wahrhaftig, Yami. Er hat mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt. Aber er ist uns nicht feindlich gesinnt, sondern hat eine gutmütige Seele. Sein Äußeres steht in komplettem Kontrast zu der Sanftheit seines Wesens/, antwortete Yuugi, der inzwischen einen Blick sowohl auf Hagrids Aura als auch in dessen Seele geworfen hatte und dessen Anspannung daher langsam wieder nachließ.

Während sich Yami angesichts von Yuugis beruhigenden Worten über ihren riesenhaften Gesprächspartner wieder in seinen Seelenraum zurückzog und von dort aus das Weitere aufmerksam beobachtete, entspannte sich sein Hikari sichtlich, um anzuzeigen, daß er Hagrids Versicherung glaubte.

Yuugi richtete sich aus seiner Abwehrhaltung auf und lächelte Hagrid entschuldigend an.
"Entschuldigung wegen meiner überraschten Reaktion, Sir", sagte der junge Mann mit dem dreifarbigen Haar dann mit seiner warmen, dunklen Stimme, während er langsam wieder auf Hagrid zutrat. "Ihr habt mich nur etwas erschreckt...ich hatte nicht erwartet, jemanden zu sehen, der so...riesig ist. Verzeiht."

"Oh, Ihr braucht euch nicht zu entschuldigen", winkte Hagrid gutmütig ab. "Ich bin es gewohnt, daß sich Fremde wegen meiner Größe erschrecken, auch wenn dies nicht meine Absicht ist. Dabei sagte meine Mutter früher immer, ich wäre sehr klein für die Standards unseres Volkes..."

Klein?
hörte Yuugi Yami erstaunt fragen. Bei den Mächten, er ist so groß, daß selbst Seto zu ihm aufblicken müßte, welcher immerhin der Größte unter unseren Freunden ist...

/Ich bin ganz deiner Meinung, Yami. Er muß über zweieinhalb Meter groß sein...und ich dachte, inzwischen wäre ich endlich groß. Neben ihm fühle ich mich wieder so klein wie früher, als jeder meiner Freunde mich um mindestens zwei Köpfe überragte... Doch auch wenn er so riesenhaft ist, so zeigt mir doch seine Aura, daß sein Herz noch größer ist. Ich wäre gern sein Freund, Yami – vielleicht kann er einen Ausgleich zu der Feindseligkeit der Slytherins darstellen. Wenn er überhaupt in Hogwarths wohnt./

Frag ihn doch einfach, Aibou.

Mit einem mentalen Nicken wandte sich Yuugi wieder an Hagrid, der ihn aus seinen dunklen Augen abwartend anblickte und ihn seinerseits in der Zwischenzeit gemustert hatte. Nun wirkte der fremde junge Mann wieder so freundlich auf Hagrid wie zuvor, als er Fang gestreichelt hatte. Anscheinend waren wirklich nur seine Instinkte mit ihm durchgegangen angesichts seines plötzlichen Anblicks, überlegte der Halbriese.

"Wir sollten einen erneuten Versuch machen, uns kennenzulernen nach diesem etwas verunglückten ersten, meint ihr nicht, Sir?", lächelte Yuugi jetzt warmherzig und verbeugte sich kurz respektvoll vor Hagrid, während er hinzufügte: "Mein Name ist Yuugi Mutou und ich komme aus Japan. Ich bin erfreut, eure Bekanntschaft zu machen, Sir."

Hagrid blinzelte ein wenig ungläubig, als er in derart höflicher Form behandelt wurde. Das taten nur die wenigsten, da viele Zauberer und Hexen ihn ihrer Achtung nicht für würdig hielten oder ihn einfach übersahen (auch wenn dies wegen seiner Größe ein schwieriges Unterfangen war).

Dann wedelte der Halbriese, unter seinem dichten Bart rot werdend, abwehrend mit seinen großen Händen und meinte hastig: "Oh, bitte... Ihr braucht mich wirklich nicht mit 'Sir' anzusprechen... ich heiße Hagrid. Einfach Hagrid."

"Hagrid-san", lächelte Yuugi und meinte dann: "Dann nennt mich bitte Yuugi."
Seine klugen violetten Augen betrachteten den verlegenen Riesen vor sich freundlich, bevor Yuugi wissen wollte: "Lebt Ihr hier, Hagrid-san? Auf Hogwarthsgrund?"

Hagrid wußte zwar nicht, warum sein neuer junger Bekannter an seinen Namen ein -san anhängte, doch er fragte nicht weiter, sondern nickte nur heftig zu Yuugis Fragen.
"Ja, diese Hütte dort gehört mir", erwiderte er und deutete auf das Blockhaus nicht weit entfernt vom See. "Ich bin der Hüter der Schlüssel dieses Schlosses... und ich unterrichte auch", die letzten Worte waren unterlegt mit hörbarem Stolz.

Ein interessiertes Licht blitzte in Yuugis Augen auf und er fragte: "Welches Fach unterrichtet Ihr, Hagrid-san? Ich wurde von Onkel Albus eingeladen, Professor Binns in ‚Geschichte der Zauberei' dieses Jahr ein wenig unter die Arme zu greifen...Ägypten ist mein Spezialgebiet", erklärte er gleich darauf auch seine Anwesenheit.

"Oh, dann seid Ihr der neue Professor!", entfuhr es Hagrid erstaunt.

Als Yuugi schmunzelnd nickte, erläuterte Hagrid seine Position in der Lehrerschaft. "Ich unterrichte die Schüler in Pflege magischer Geschöpfe...ihrer Haltung, ihren Fähigkeiten und Besonderheiten. Es gibt so viele wunderbare Geschöpfe in der Magierwelt, da sollten die Kinder schon wissen, wie man mit ihnen umgehen muß...auch wenn sie oft wenig Begeisterung mitbringen, wenn sie die Wesen sehen, welche ich Ihnen zeige", seufzte Hagrid am Ende auf.

Yuugi runzelte die Stirn und fragte: "Aber wieso das? Ich bin sicher, ihr seid ein wunderbarer Lehrer. Ihr habt soviel Begeisterung in euch, das muß doch ansteckend sein! Ich dachte eher, daß Geschichte ein trockenes Fach für die Schüler ist, wo sie sich anstrengen müssen, nicht einzuschlafen. Ich weiß von mir früher, daß ich oft die Augen kaum offen halten konnte, wenn unser Lehrer uns von irgendwelchen Schlachten der Weltgeschichte erzählte – doch Ägypten und seine wechselhafte Geschichte faszinierte mich von Anfang an."

Nun leuchteten Yuugis violette Augen voller Begeisterung und Yami in seinem Seelenraum schmunzelte leicht. Es wärmte ihn, seine lichte Hälfte so voller Elan über seine Heimat sprechen zu hören, selbst wenn Yuugi noch nicht vor den Schülern stand und detailliert über Ägyptens Sitten und Traditionen berichtete. Der ehemalige Herrscher des Nillandes war überzeugt, daß es Yuugis Schülern nicht wie diesem früher gehen würde, wenn sie Geschichte haben würden. Die Begeisterung seines Hikaris würde sie mitreißen.

"Also warum glaubt Ihr, die Schüler brächten keine Begeisterung für euren Unterricht auf, Hagrid-san?", fragte Yuugi nochmals nach, als ihn der Halbriese nur staunend anblickte. Die Energie, welche in dem junge Mann vor ihm steckte, war überwältigend...ebenso wie die Wärme und Überzeugungskraft, welche er ausstrahlte.

Dann schüttelte sich Hagrid leicht, um seine Verwunderung zu überwinden und meinte, sich leicht verlegen am Kopf kratzend: "Es wird wohl daran liegen, daß sie denken, es sei zu gefährlich. Aber die Tiere würden ihnen nie ein Leid zufügen...Norbert und Seidenschnabel waren ausgesprochen liebe Kreaturen, wenn man ihnen den ihnen zustehenden Respekt erwies...", er verstummte verlegen.

Was meint er mit gefährlich? wollte Yami wissen, der durch Yuugis Augen ihren 'Kollegen' betrachtete. Aibou, ich glaube, wir sollten vielleicht als erstes eine seiner Unterrichtsstunden besuchen, was meinst du? Ich möchte herausfinden, was genau Hagrid-san meint. Denkst du, Dumbledore-sama würde ihm erlauben, seine Schüler zu gefährden?

/Nein, dies würde Onkel Albus nicht zulassen – da bin ich mir sicher. Außerdem ist Hagrid-san viel zu sanftmütig, um willentlich jemanden zu verletzen. Ich denke, sein Problem ist wahrscheinlich, daß er Tiere mag, die genauso groß und stark sind wie er.

Das würde erklären, warum die Schüler wenig begeistert von ihren Studien in seinem Fach sind.

/Genau. Doch er hat auch mich neugierig gemacht auf die Wesen, welche er in seinem Unterricht behandelt. Ich stimme dir zu, daß es ein guter Anfang wäre, Hagrid-san zuerst einen Besuch abzustatten, wenn er eine Stunde abhält, Yami. Das wird bestimmt Spaß machen./

Hikari, halt dich aber bitte zurück. Deine Liebe für Tiere – ob magisch oder nicht – ist wahrscheinlich noch größer als die von Hagrid-san. Wer weiß, welche Geschöpfe die magische Welt hier bereithält – manche könnten wirklich gefährlich sein.

Für diese mahnenden Worte erhielt Yami ein mentales Schmollen, bevor Yuugi antwortete: /Ich mag Tiere nun einmal, itoshii. Sie sind ehrlicher als Menschen und greifen nur an, wenn man ihnen Unrecht tut. Außerdem willst du mir doch nicht etwa weismachen, daß du nicht auch von Anfang an vernarrt in Bastet warst./

Du hast ja Recht, Yuugi.
gab der Pharao ruhig zu, konnte jedoch eine leichte Röte nicht verbergen, da ihn Yuugi wieder einmal ohne Probleme durchschaut hatte. Der junge Mann hatte Yamis sofortige Zuneigung zu ihrer neuen ungewöhnlichen Freundin gespürt. Yuugi reichte über ihr Seelenband und umarmte seinen Yami gedanklich liebevoll, bevor er sich erneut Hagrid zuwandte, dem der kurze mentale Austausch nicht aufgefallen war.

Den Halbriesen bittend anschauend, sagte Yuugi zu ihm: "Euer Fach interessiert mich sehr, Hagrid-san. Erlaubt Ihr, daß ich Eurem Unterricht einmal zusehe, wenn ich nicht störe? Ich würde gern mehr über die magischen Kreaturen lernen, welche es hier in England gibt."

Hagrids Augen weiteten sich überrascht wegen dieser Bitte. Sein neuer Bekannter wollte freiwillig an einer seiner Unterrichtsstunden teilnehmen, obwohl er doch ein Professor war und daher tun und lassen konnte, was er wollte!

Doch er hatte offensichtlich wirkliches Interesse an magischen Kreaturen...ebenso wie an nichtmagischen, bemerkte Hagrid in diesem Moment, als er sah, wie Fang sich, Streicheleinheiten suchend, an Yuugi drängte und dieser unbewußt sofort damit begann, dem großen Hund zärtlich das Fell zu kraulen.

Die Sanftheit, mit welcher der junge Mann sich Fang gegenüber verhielt, verriet Hagrid viel über dessen Persönlichkeit, denn der Halbriese war schon immer der Meinung gewesen, daß man an dem Verhalten eines Menschen einem anderen – schwächeren – Wesen gegenüber ablesen konnte, wie es um seinen Charakter bestellt war. Und nun kam Hagrid zu dem Schluß, daß der neue Professor ein guter Mensch sein mußte, denn sonst hätte er sich Fangs anhänglicher Liebesbedürftigkeit nicht so ohne weiteres unterworfen.

"Ihr könnt jederzeit kommen, wenn es euch Spaß macht, Yuugi", meinte der Halbriese dann, zur Bestätigung nochmals heftig nickend, als er Yuugis Augen dankbar aufleuchten sah. Yuugi strahlte und auch Yami freute sich über die Erlaubnis ihres 'Kollegen', denn nun hatten sie immerhin eine Person außer Dumbledore, welche ihnen zugeneigt war.

"Danke, Hagrid-san", meinte Yuugi und verbeugte sich ein weiteres Mal leicht, um dem Halbriesen seinen Respekt zu erweisen. Hagrid wurde erneut rot und öffnete schon den Mund, um abzuwehren, als sein Blick auf etwas fiel, was ihn verwundert innehalten ließ. Vom Schloß her näherte sich ihnen etwas, was in der hereingebrochenen Dunkelheit regelrecht leuchtete.

"Fawkes", entfuhr es Hagrid, als er den Phönix erkannte, welcher mit eleganten Flügelschlägen näherkam. Der rotgoldene Feuervogel strahlte Magie und Erhabenheit aus, während er immer weiter auf Hagrid und Yuugi, welcher sich nun ebenfalls umgedreht hatte, zuflog.

Als Yuugi des Phönix ansichtig wurde, weiteten sich seine Augen in bewundernder Ergriffenheit und er rief aus: "Ein Bote Ras!"
Ein melodisches Trillern von Fawkes war die Antwort auf diesen überraschten Ausruf und der Phönix glitt näher an die Beiden heran. Er flog kurz an Hagrid vorbei und sang eine freundliche Note, dann schwenkte er ab und begann, Yuugi zu umkreisen.

Der Feuervogel besah sich den jungen Mann von allen Seiten und plötzlich fing er an, ein Lied zu singen, welches Hagrid noch nie zuvor gehört hatte – voller Wärme, Hoffnung...und Respekt.

Ein weiteres Mal überrascht an diesem Abend, blinzelte Hagrid, als er die sofortige Achtung und Zuneigung verspürte, die Fawkes mit seinem Lied Yuugi gegenüber ausdrückte. Und dann bestätigte der Phönix diesen Eindruck, indem er auf einmal vor dem jungen Mann mit dem dreifarbigen Haar zu schweben begann und seinen goldgefiederten Kopf anmutig neigte. Es schien fast, als wolle er Yuugi damit Ehre erweisen.

/Er weiß, wer du bist, Yami!/, meinte Yuugi zu seinem Seelenpartner. /Ich kann es aus seinem Lied heraushören, daß er weiß, welche Stellung du in Ägypten einst hattest./

Ja, Hikari. Es ist eine große Ehre, erneut einem der Boten von Ra zu begegnen. Ich möchte ihn auch begrüßen, wie es ihm zusteht – läßt du mich...

Yamis Gedankenstimme verklang, als Yuugi sich ohne zu widersprechen in seinen Seelenraum zurückzog und damit dem ehemaligen Pharao erlaubte, seinen Körper zu übernehmen. Violette Augen färbten sich karmesinrot und Yami blickte ehrfurchtsvoll zu dem Phönix auf, der im Glauben seines Volkes ein Bote des Sonnengottes Ra war.

#Sei gegrüßt, Bote Ras. Es ist lange her, daß mich einer von euch mit seiner Gegenwart ehrte#, grüßte Yami Fawkes dann auf Altägyptisch und mit einer leichten Verbeugung, woraufhin er als Antwort eine Reihe von warmen, wunderschönen Tönen zu hören bekam. Als der Phönix näher an den Geist des Millenniumspuzzles heranschwebte, hob Yami instinktiv seinen Arm – und Fawkes zögerte nicht und ließ sich anmutig nieder.

/Er ist wunderschön/, erklang Yuugis mentale Stimme in Yamis Gedanken, welcher seinem Hikari nur zustimmen konnte.

Auch Fawkes schien zu spüren, daß Yami und Yuugi ihm zugeneigt waren, denn er neigte dem jungen Mann mit dem dreifarbigen Haar seinen Kopf entgegen und fuhr ihm mit dem Schnabel sanft und liebevoll über die Wange. Und erneut ließ er dieses helle Lied erklingen, welches er zuvor noch nie gesungen hatte, während Yami ihm behutsam über das weiche Gefieder zu streicheln begann.

Eingehüllt ihn das warme Gefühl, welches Fawkes' Lied verbreitete, vergaß der ehemalige Herrscher völlig, daß Hagrid noch immer neben ihm stand. Der Halbriese beobachtete schon die ganze Zeit mit weit aufgerissenen Augen das ungewöhnliche Verhalten sowohl von Fawkes als auch von dem neuen Professor. Der Phönix war bekannt dafür, daß er nicht so rasch Zuneigung zeigte; daher bewies sein sofortiges Zutrauen zu Yuugi, daß dieser – ebenso wie Dumbledore – eine wahrhaft reine Seele besitzen mußte. Schließlich ließen Phönixe nur gute Menschen in ihre Nähe, Personen mit Bosheit im Herzen würden sie meiden.

Doch da war noch mehr als Zuneigung, fuhr es Hagrid durch den Sinn. Fawkes hatte Yuugi gegenüber Respekt gezeigt, was er sonst niemandem außer dem Schulleiter gegenüber tat. Und selbst Dumbledore wurde nicht so zärtlich von dem Feuervogel liebkost wie Fawkes es gerade mit Yuugi tat.

Dies war ein Rätsel, welches Hagrid nicht zu lösen vermochte, doch Fawkes' Reaktion dem neuen Professor gegenüber bestärkte den Halbriesen in seinem Verhalten Yuugi gegenüber. Es war richtig gewesen, ihn als warmherzig und freundlich einzuschätzen.
Doch nun machte Hagrid wieder auf sich aufmerksam, denn sicher war Fawkes in Dumbledores Auftrag zu ihnen gekommen und sollte Yuugi zu dem Schulleiter bringen. Daher räusperte sich der Halbriese leise, um den jungen Mann und den Phönix aus ihrem versunkenen Miteinander zu reißen.

Yami schreckte auf, als er das Räuspern vernahm und sah sich zu Hagrid um. In der Dunkelheit konnte dieser nicht sehen, wie sich die Augen des jungen Mannes kurz darauf wieder zu dem warmen Violett zurückfärbten, als Yuugi erneut die Kontrolle übernahm.

Fawkes jedoch spürte den Wechsel und blickte dem jungen Mann kurz in die Augen, bevor er einen definitiv warmen Ton von sich gab und dann auf Yuugis Schulter flatterte, wo er es sich bequem machte und zärtlich mit seinem Schnabel durch das dreifarbige Haar fuhr.

Yuugi und sein Seelenpartner erkannten, daß Fawkes Yami und Hikari auseinanderhalten konnte, beide jedoch gleich hoch schätzte und ihnen zugetan war. Lächelnd kraulte Yuugi den goldrot gefiederten Bauch des Vogels, bevor er sich Hagrid mit einem fragenden Ausdruck zuwandte.

"Ihr solltet langsam ins Schloß zurückkehren, Yuugi", meinte Hagrid daraufhin. "Fawkes war sicher auf der Suche nach Euch, da Professor Dumbledore ihn geschickt hat."

"Er gehört zu Onkel Albus?", wollte Yuugi mit einem Blick auf Fawkes wissen, woraufhin er sowohl ein Nicken von Hagrid als auch einen bestätigenden Triller von Fawkes bekam.

"Dann habt Ihr wohl Recht, Hagrid-san. Onkel Albus wollte noch etwas mit mir besprechen, wenn das Willkommensfest vorüber ist – was wohl nunmehr der Fall ist", fügte Yuugi noch hinzu, während er einen Blick auf seine Uhr warf. Diese ging jedoch noch immer nach japanischer Zeit, was den jungen Mann daher einen Blick auf den Nachthimmel werfen ließ – und dann blinzelte er.
"Schon so spät!", entfuhr es ihm.

Fawkes rieb seinen Kopf beruhigend an Yuugis Wange, bevor er einen auffordernden Ton von sich gab. Er wollte offensichtlich, daß Yuugi ihn begleitete. Hagrid zum Abschied zunickend, der die Geste gleichermaßen erwiderte, wandte sich Yuugi herum und strebte mit langen, geschmeidigen Schritten auf das Schloß zu.

Er betrat die inzwischen bis auf wenige ältere Schüler fast ausgestorbene Halle mit Fawkes auf seiner Schulter und ließ sich von dem Phönix durch die verwirrende Ansammlung von Gängen und Treppen bis zu dem Gargoyle geleiten, hinter dem sich der Aufgang zum Büro des Schulleiters verbarg.

Schon bevor Fawkes ihn mit einem leisen Ton zu etwas Geduld aufforderte, spürte Yuugi, daß der alte Freund seines Großvaters noch keine Zeit für ihn hatte. Daher lehnte er sich im Schatten des Ganges gemütlich an die Wand und wartete, während er abwesend den Phönix auf seiner Schulter streichelte, der wohlwollend ob dieser Zuwendung gurrte.

Einige Minuten verstrichen in geruhsamer Stille, als Yuugi auf einmal spürte, daß sich ihm eine Präsenz näherte. Sie kam rasch näher und der junge Mann schloß kurz die Augen, um die Macht seines Puzzles dazu zu nutzen, ihm zu verraten, wen die Präsenz darstellte. Die Pyramide um seinen Hals begann sanft zu leuchten und Yuugi fühlte eine Welle an Kälte, was ihn etwas erschauern ließ.

Yuugi runzelte die Stirn und drang ein wenig tiefer in die Aura der Person ein. Durch die Schichten an Abwehr und Kälte hindurch, welche durch Grau und Schwarz gekennzeichnet waren, forschte er tiefer, bis er einen Schimmer einer anderen Farbe erhaschte. Doch als er gerade nachsehen wollte, was sonst noch in dieser Schicht an Farben – und damit Charaktereigenschaften – vorhanden war, riß ihn etwas aus seiner Konzentration.

Aufblickend erkannte er, daß sich der Gargoyle vor Professor Dumbledores Büro zur Seite bewegte und den bis dahin dahinter verborgenen Aufgang freigab. Sich wiederum entspannt an die Wand zurücklehnend, wartete Yuugi ab, während er seine Aufmerksamkeit teilte – einerseits blickte er auf die Wendeltreppe, welche sich nun abwärts bewegte und anzeigte, daß jemand das Schulleiterbüro verließ. Andererseits fühlte er aber auch in die Richtung, aus der noch immer die fremde, kalte Präsenz näherkam.

Wenige Momente später hörte Yuugi die Stimme von Professor Dumbledore erklingen, welcher leise mit jemand sprach, der seiner Stimme nach zu urteilen um einiges jünger als der Schulleiter sein mußte. Als Dumbledore und sein Begleiter am Fuße der Wendeltreppe auftauchten, kam auch gerade die Person, welche Yuugi hatte nahen spüren, mit raschen Schritten um die Ecke am Ende des Ganges und eilte heran.

"Severus", erklang dann Professor Dumbledores Stimme, der beim Klang der Schritte aufgesehen hatte und nun Professor Snape auf sich und Harry zukommen sah. Der Gryffindor versteifte sich unwillkürlich ein wenig, als auch er sich zu seinem Zaubertrank-Professor umdrehte, welcher nunmehr bei ihnen angelangt war und Dumbledore ein kurzes Nicken schenkte. "Albus", erwiderte der schwarzhaarige Mann, bevor er kühl auf Harry blickte und meinte: "Potter."

"Professor", nickte Harry ebenso unterkühlt wie Snape und wünschte sich, daß er möglichst rasch in den Gryffindor-Gemeinschaftsraum zurückkehren konnte. Nach dem Fest hatte ihn Professor Dumbledore zu sich in sein Büro gebeten, um ihn wegen der Visionen über Voldemort zu sprechen, von denen Harry ihm per Eulenpost berichtet hatte. Nun wollte der Gryffindor eigentlich nur noch in sein Bett.

"Danke, daß du so rasch gekommen bist, Severus", begann der weißhaarige Schulleiter erneut zu sprechen. "Ich wollte mit dir über das neue Mitglied deines Hauses sprechen. Yuugi benötigt ein Quartier – ich bin sicher, du weißt auf Slytherin-Grund ein gemütliches Zimmer, wo er sich einrichten kann. Außerdem möchte ich, daß ihr euch kennenlernt, daher habe ich dich so spät noch hergebeten."

"Sollte deine Aushilfskraft dann nicht auch hier sein?", erwiderte Professor Snape leicht sarkastisch.

Dumbledore ließ sich nicht beirren und lächelte. "Ja, das ist wohl wahr, Severus. Ich denke, ich werde mich wohl auf die Suche nach ihm begeben müssen..."

"Das wird nicht nötig sein, Onkel Albus", erklang da auf einmal eine Stimme in der Nähe.

Zusammenschreckend, fuhren die Drei herum, denn keiner von ihnen hatte bis dahin Yuugis Anwesenheit bemerkt. Harry hatte sich beim Klang der Stimme ganz nah bei ihm ziemlich erschreckt, war jedoch in der Lage gewesen, einen Großteil seiner Überraschung nicht äußerlich zu zeigen.

Nun sah er in die Richtung, aus der die Stimme seines neuen Professors erklungen war und erblickte die hohe, muskulöse Gestalt des Japaners nur wenige Schritte entfernt. Der junge Mann lehnte lässig an einer Wand und war in der Dunkelheit des Ganges kaum zu erkennen. Sein langer, dunkelblauer Mantel und die schwarze Hose ließen ihn mit den Schatten verschmelzen und nur seine goldenen Haare und das Blitzen der ebenfalls goldenen Pyramide um seinen Halt gaben seinen Standort preis.

Violette Augen beobachteten ihn und die beiden Professoren aufmerksam sowie mit einem leicht amüsierten Funkeln, fiel Harry auf, als er seinerseits den neuen Lehrer nun mehr aus der Nähe betrachte als zuvor.

Der schwarzhaarige Gryffindor runzelte ein wenig die Stirn, als er bemerkte, wie sich die Schatten förmlich um die schlanke Gestalt des Japaners drängten – so als wollten sie ihn beschützen. Der seltsame neue Professor schien sich in den Schatten ganz wie zuhause zu fühlen, so entspannt, wie er an der Wand lehnte – und doch wirkte er nicht... Harry wußte nicht, wie er dieses Gefühl beschreiben sollte, welches ihn beim Anblick von Yuugi beschlich.

Obwohl dieser die Schatten anzuziehen schien, welche den Gang in Dunkelheit tauchten, machte er auf Harry trotzdem nicht den Eindruck, eine finstere Seele zu haben. Vielmehr schienen die Schatten um seine Gestalt herum regelrecht warm und einladend zu sein – was jedoch nicht auf die Anwesenheit von Fawkes auf der Schulter des jungen Mannes zurückzuführen war. Auch das schwache Leuchten einer goldenen Aura in der Dunkelheit um den Professor, das Harry mehr fühlen als sehen konnte, stammte nicht von dem rotgoldenen Feuervogel.

Der neue Professor war ein wandelnder Widerspruch. Er schien freundlich und warmherzig – war jedoch nach Slytherin eingeteilt worden, was auf einen ganz anderen Charakter hinzudeuten schien. Dazu kam, daß er ein Muggel war und offenbar mit dem Schulleiter eine enge Verbindung besaß, was in Harry ebenso Vertrauen weckte wie die Tatsache, daß Fawkes dem jungen Mann sichtlich wohlgesinnt war.

Dennoch, ganz nach Slytherinart schien er in der Dunkelheit zuhause, Schatten eng um sich herum, was wiederum Mißtrauen auslösen konnte.

Wie gesagt, ein Widerspruch. Und damit ein Rätsel, welches es zu lösen galt.

Auf welcher Seite stand der neue Professor?

Harry runzelte gedanklich die Stirn, während er das Rätsel, welches der ungewöhnliche junge Mann darstellte, zu knacken versuchte. Der Gryffindor wollte sich eine eigene Meinung über diesen bilden – vor allem jedoch war seine Neugier geweckt.
Rätsel waren schon immer etwas gewesen, was Harry nicht innehalten ließ, bis er dem Geheimnis auf den Grund gegangen war. Dies hatte ihn seit seinem ersten Tag in der Zaubererwelt schon oft in Gefahr gebracht, doch Harry konnte einfach nicht anders.

Und hier präsentierte sich ihm wohl das größte Rätsel, welches ihm je unterkommen würde.

Als der Schwarzhaarige an diesem Punkt in seinen Überlegungen angekommen war, unterbrach ihn die dunkle Stimme des jungen Mannes mit dem dreifarbigen Haar.
"Verzeihung. Ich wollte niemanden erschrecken. Doch Ras Gefährte war so freundlich, mich hierher zu bringen. Ich dachte, du hättest ihn gesandt, Onkel Albus", wandte sich Yuugi mit den letzten Worten an Dumbledore, welcher leise lächelte.

Dann antwortete er: "Dahin ist er also verschwunden. Ich habe mich schon gewundert, als Fawkes vorhin so einfach davonflog...hat er sich also auf die Suche nach dir gemacht, Yuugi. Und wie ich sehen kann, habt ihr beiden auch schon Freundschaft geschlossen."

Ein offenes Lächeln breitete sich über Yuugis markante Züge, als er den Kopf wandte und Fawkes auf seiner Schulter mit einem weichen Licht in den Augen anblickte.
"Ja, das haben wir", meinte der junge Mann dann und strich dem Phönix sanft über das Gefieder, welcher leise und zärtlich gurrte, bevor er Yuugis Geste voller Zuneigung erwiderte, indem er mit seinem Schnabel durch dessen stachelig aufstehendes Haar fuhr.

Während Harry verwundert die Augen aufriß wegen dieser Handlung des Phönix, konnte auch Professor Snape seine Reaktion kaum rechtzeitig verbergen. Doch seine Jahre als Spion in Voldemorts Reihen hatten ihn die Kunst der äußerlichen Gleichgültigkeit so gut lernen und verinnerlichen lassen, daß sein Gesicht seine Gedanken nicht preisgab.

Nur eine schmale, dunkle Augenbraue wanderte ein Stückchen in die Höhe, als er Fawkes dabei zusah, wie dieser regelrecht mit Yuugi schmuste. So hatte sich der Phönix in seiner Gegenwart noch niemals zuvor benommen, nicht einmal seinem Herrn Dumbledore gegenüber.

Professor Snape wurde ebenso wie Harry aus seinen Gedanken gerissen, als Dumbledores Stimme erneut erklang. "Yuugi, da Severus und du jetzt hier seid, können wir in meinem Büro alles Notwendige besprechen, damit du ein angemessenes Quartier bekommst. Doch vorher möchte ich dich noch mit einem unserer – und bald auch deiner – Schüler bekannt machen...Harry Potter, Mitglied des Hauses Gryffindor."

Bei den letzten Worten hatte der Schulleiter seine Hand auf Harrys Schulter gelegt und den Schwarzhaarigen ein wenig vor sich geschoben, damit er Yuugi gegenüberstand. Der Gryffindor wehrte sich nicht, auch wenn es ihm nicht behagte, somit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu geraten. Er fühlte die schwarzen Augen seines Zaubertrank-Professors kühl auf sich liegen und widerstand der Reaktion, sich unbehaglich zu winden.

Statt dessen richtete er seine Aufmerksamkeit nun völlig auf seinen neuen Professor, welcher nähertrat und ihn aus seinen ungewöhnlichen Augen musterte. Harry bemerkte, daß Yuugi nicht, wie sonst jeder Andere bei Nennung seines Namens sofort auf seine Stirn und die blitzförmige Narbe starrte, sondern ihm vielmehr genau in die Augen blickte.

Bei dem geraden, tiefen Blick der violetten Augen überlief Harry ein Schauer, denn es kam ihm so vor, als könne der junge Mann ihm direkt bis in die tiefste Seele blicken. Als wäre er imstande, mit nur einem Blick zu erkennen, was der Gryffindor für ein Mensch war.

Harry konnte nicht ahnen, wie richtig er mit diesem Gefühl lag, denn Yuugi betrachtete ihn nicht nur rein äußerlich, sondern richtete einen Teil seiner besonderen Talente darauf aus, auch Harrys Aura zu erspüren. Er erblickte eine pulsierende, goldrote Hülle um den Jüngeren, war jedoch ein wenig verwundert, eine dünne Schicht an Schwarz im dem warmen Leuchten zu entdecken.

Die Aura von Harry erinnerte ihn unwillkürlich an die von Remus Lupin und Yuugi seufzte innerlich auf: /Hat denn jeder, dem ich hier begegne, eine merkwürdige Aura? Man sollte meinen, es wären der Rätsel langsam genug.../

Amüsement floß nach dieser sarkastischen Äußerung von Yami zu ihm und der ehemalige Pharao meinte: Ich dachte, du liebst Rätsel, Hikari? Schließlich bist du nicht umsonst so gut im Umgang mit Puzzles.

/Ist ja gut...nur langsam beginne ich mich nach etwas Normalität zu sehnen, Yami. Die ungewöhnlichen Dinge, welche ich bis jetzt in den Auren der Personen entdecken konnte, die ich scannte, sind genug für eine ganze Weile – ich hatte eigentlich angenommen, das einzige Rätsel, das wir lösen sollten, wären die Schriftrollen für Onkel Albus.../

Anscheinend wohl nicht, Yuugi.

/Wie wahr./

Während dieses kurzen gedanklichen Austausches war Yuugi auf Harry zugetreten und streckte diesem mit den Worten: "Guten Tag, Mr. Potter" zur Begrüßung die Hand entgegen. "Professor", erwiderte Harry, dieses Mal jedoch mit weitaus höflicherem, wärmeren Tonfall als Professor Snape gegenüber und nahm die ihm dargebotene Rechte.

Als sich ihre Hände berührten, durchzuckte Yuugi plötzlich eine Art von Vision und Yami wurde schlagartig aufmerksam. Der Pharao verschmolz seine Wahrnehmung mit der seines Hikaris und Yuugis Augen veränderten ihre Farbe. Gemeinsam durchlebten die Beiden in blitzlichtartigen Bildern Ausschnitte aus Harrys Leben und Yuugi wurde bewußt, daß er Harry schon kannte.

Nicht persönlich, jedoch aus seinen Träumen.

/Yami, das ist der junge Mann, den ich stets in meinen Träumen in der letzten Zeit sah. Der, welcher ebenfalls diese Grausamkeiten mitansehen muß, ohne etwas dagegen unternehmen zu können!/

Die Götter Ägyptens mögen ihm beistehen! Er hatte kein leichtes Leben, dabei ist er doch noch so jung! erwiderte Yami mit leichtem Entsetzen in seiner Stimme, da noch immer Bilder vor seinen und Yuugis Augen wechselten. Doch da er hier ist, können wir ihm bestimmt helfen, Aibou...ich wußte, daß deine Träume eine Warnung und eine Botschaft waren. Die Gründe, nach Hogwarths zu kommen, mehren sich immer mehr...es ist, wie wir angenommen haben. Das Schicksal hat uns hierher geführt.

/Du hast Recht. Ich würde ihm gern helfen, denn ich spüre, wie sehr er unter diesen Visionen leidet, Yami. Und er hat seinen Seelenpartner – seine andere Hälfte, die ihn komplett macht und ihm jetzt helfen könnte – noch nicht gefunden. Darum hat er es viel schwerer als ich, mit den Visionen klarzukommen./

Noch ein Rätsel also. Du hattest vorhin Recht, Aibou – sie häufen sich. Und dabei sind wir doch erst wenige Stunden hier.

/Laß uns nachher weiter darüber sprechen, Yami. Sonst werden sie sich fragen, was mit mir los ist./

Zustimmung versendend, zog sich Yami wieder in seinen Seelenraum zurück und beobachtete von dort aus das weitere Geschehen. Yuugi indessen schüttelte mit kräftigem Druck Harrys Hand und lächelte diesen dann an.

Der Gryffindor musterte ihn ein wenig verwirrt und argwöhnisch, denn er hatte für ein paar Augenblicke zu sehen gemeint, wie sich die hellen Augen des japanischen Professors zu einem dunklen Rot verfärbten. Außerdem schien sich der junge Mann für einen Moment unmerklich zu versteifen. Doch als er Yuugi nun aufmerksamer anblickte, leuchtete ihm warmes Violett entgegen und sein Gegenüber machte einen völlig entspannten Eindruck.

Harry blinzelte und zuckte dann gedanklich mit den Schultern. Wahrscheinlich hatte das Wechselspiel von Licht und Schatten ihm einen Streich gespielt. Außerdem war er mittlerweile ziemlich müde, nicht nur von dem emotional auslaugenden Gespräch über Voldemorts Taten während der Ferienzeit, die er hatte mitansehen müssen. Auch die Freude, seine besten Freunde wiederzusehen und erneut in sein wahres Zuhause – Hogwarths – zurückgekehrt zu sein, schlugen nun in einer großen Welle an Müdigkeit über dem Gryffindor zusammen.

Yuugi spürte dies und schmunzelte. "Ich glaube, ich habe Euch lange genug aufgehalten, Mr. Potter. Ich höre Euer Bett ganz laut nach Euch schreien..."
Humor lag ganz deutlich in den zwei Sätzen und Harry erröte leicht, daß seine Müdigkeit dem neuen Professor aufgefallen war. Dennoch nickte er, dankbar, gehen zu können, auch wenn sein Kopf mit Überlegungen schwirrte, die zum größten Teil Yuugi betrafen. Mit einem verabschiedenden Blick zu Dumbledore sowie einem steifen Nicken in Richtung des Zaubertrankmeisters, schenkte Harry Yuugi noch ein leichtes Lächeln, bevor er sich zum Gryffindorturm begab.

Der Schulleiter sah Harry kurz hinterher, bevor er unhörbar aufseufzte und sich dann auf Yuugi und Professor Snape konzentrierte, die beide schweigend neben ihm standen und sich gegenseitig zu mustern schienen.

Bei dem Slytherin-Hauslehrer ging dies mit einem abweisenden Gesichtsausdruck einher, der die meisten Personen die Flucht hätte antreten lassen. Yuugi hingegen blickte ruhig und – wie der weißhaarige Schulleiter mit wachsendem Respekt bemerkte – vollkommen unbeeindruckt zurück. Es gab nicht viele Menschen, welche der Macht von Severus Snapes Blick gewachsen waren, wenn dieser in schlechter Stimmung war.

Und gleich am ersten Abend des neuen Schuljahres eine derartige Überraschung zu erleben, hatte den älteren Slytherin in keine angenehme Stimmung versetzt, da war sich Dumbledore sicher. Dennoch hielt Yuugi seinem Blick stand, ohne mit der Wimper zu zucken und schien in keinster Weise eingeschüchtert.

'Bravo, mein Junge'
, gratulierte Professor Dumbledore Yuugi im Stillen. 'Auch wenn es Severus nicht gefallen wird, daß er dich nicht einzuschüchtern vermag, so gewinnst du auf diese Weise sicher seinen Respekt. Und ich bin der Meinung, daß seine Achtung für dich von Wert sein kann, Yuugi – nicht nur, damit du ein wenig Rückendeckung in seinem Haus besitzt. Severus ist eine gute Seele, doch das Leben hat ihn hart gemacht...'

Doch sie sollten hier nicht so lange auf dem Gang herumstehen, darum unterbrach der Schulleiter das lautlose Blickduell und meinte mit einer einladenden Handbewegung: "Laßt uns in mein Büro gehen. Yuugi, Severus, würdet ihr mir bitte folgen? Wir haben noch einiges zu besprechen und ich bin sicher, ihr sehnt euch ebenso nach einem Bett wie ich..."

Yuugi lächelte seinen 'Onkel' warmherzig an und trat dann willig hinter ihm auf die Wendeltreppe zu, Professor Snape schweigend im Schlepptau. Gemeinsam ließen sich die drei so unterschiedlichen Männer hinauf zu dem Büro des Schulleiters transportieren, wo dieser für seine zwei Begleiter mit einem Zauber Sitzgelegenheiten heraufbeschwor. Die beiden jüngeren Männer nahmen Platz und auch Dumbledore ließ sich nieder.

Dann besah er sich Yuugi mit fröhlich funkelnden Augen und sagte: "Mein Junge, es ist mir wirklich eine Freude, dich hier in Hogwarths zu haben. Es ist so lange her, daß ich deinen Großvater besucht habe und ich bin daher natürlich sehr neugierig, was dir in den letzten Jahren wiederfahren ist. Doch dazu können wir uns einen geeigneteren Zeitpunkt suchen, Yuugi. Nicht wahr?" Der Angesprochene nickte.

"Gut. Dann möchte ich dir hiermit Professor Severus Snape vorstellen. Er ist Hogwarths' Zaubertrank-Meister und Kopf des Hauses Slytherin. Damit wird er nicht nur zu einem Kollegen für dich, sondern auch deine Ansprechperson für alle Angelegenheiten, welche dein neues Haus betreffen. Ich bin sicher, er wird dir gern zur Seite stehen, sollte es Fragen geben oder Probleme auftauchen." Bei diesen Worten sah Dumbledore zu seinem Zaubertrank-Meister hinüber, der kurz und widerwillig nickte.

"Nun denn", fuhr der Schulleiter jovial fort, "sollte ich wohl auch dir etwas über Yuugi erzählen, Severus. Wie du inzwischen weißt, kommt er aus Japan und wird Professor Binns dieses Jahr in ‚Geschichte der Zauberei' unterstützen, da Ägypten sein Spezialgebiet ist. Yuugi ist trotz seiner jungen Jahre schon hoch anerkannt in Fachkreisen, was das Alte Ägypten betrifft – und wenn ich mich nicht irre, warst du doch auch gerade auf einer Ausgrabung dort, nicht wahr, Yuugi? Sugoroku erwähnte so etwas", wandte sich Dumbledore bei den letzten Worten fragend an den Enkel seines Freundes.

„Ja. Wir haben auch interessante Dinge entdeckt...es war schade, daß mein Semester schon auslief", erwiderte Yuugi, wobei er an die Ausgrabungsstätte zurückdachte, die er vor etwas mehr als einem Monat verlassen hatte. Das war Yami und ihm schwergefallen, denn es hatte sich abgezeichnet, daß dort wertvolle Entdeckungen über die frühen Zeiten Ägyptens gemacht werden würden – vielleicht sogar Artefakte aus der Periode auftauchten, in der Yami regiert hatte. Doch vorerst hatten sie jetzt anderes zu tun, obwohl Yuugi Professor Hawkins fest hatte versprechen müssen, so rasch wie möglich zurückzukehren.

„Auf jeden Fall war es dort wärmer als hier", fügte der junge Mann dann noch mit einem verschmitzten Lächeln hinzu und kuschelte sich unwillkürlich tiefer in seinen warmen Mantel.

„Das stimmt wohl", lächelte auch Dumbledore und fachte mit einem Wink seines Zauberstabes das Feuer im Kamin an, damit es behaglicher in seinem Büro wurde. „Man sieht dir an, daß du viel draußen in der Sonne gearbeitet hast, Yuugi", meinte der alte Magier dann, auf die sonnengebräunte Haut und die leicht ausgebleichten Haare anspielend. „Du wirkst selbst wie ein Ägypter."

„Ich glaube kaum, daß ihm das dabei helfen wird, zu unterrichten", ließ sich Professor Snape in diesem Moment vernehmen, sichtlich gelangweilt und den Eindruck verströmend, nicht gerade begeistert davon zu sein, Yuugi in seinem Haus aufnehmen zu müssen.

„Oh, ich bin sicher, Yuugi wird das schon machen", lächelte Dumbledore zuversichtlich und fuhr dann fort: „Da ihr euch jetzt kennengelernt habt und Yuugi weiß, wen er ansprechen muß, wenn es um Slytherin-Angelegenheiten geht, will ich dich auch nicht länger aufhalten, Severus. Doch sei bitte so gut, einem der Haushelfen das von dir für Yuugi als passend angesehene Quartier fertigmachen und auch seine Sachen dort hinbringen zu lassen. Ich werde Yuugi dann nachher dorthin bringen, damit er sich in Hogwarths nicht gleich verläuft."

Professor Snape verbarg seinen Unmut über diese Störung seiner freien Zeit kaum und erhob sich aus seinem Sessel, wobei er schweigend nickte. Yuugi war irritiert von dem unhöflichen Benehmen des Mannes, entschloß sich jedoch, nicht darauf einzugehen. Daher neigte er seinen Kopf, als die schwarzen Augen auf ihm landeten und sagte: „Vielen Dank, Snape-san. Das ist sehr freundlich von euch."

Als Antwort bekam er nur ein undeutliches Grummeln, bevor der Zaubertrank-Meister mit raschen Schritten aus dem Schulleiter-Büro verschwand. Seine schwarzen Roben bauschten sichhinter ihmund Yuugi grinste in sich hinein, als Yami sarkastisch meinte: Dramatischer Abgang, meinst du nicht, Aibou? Wenn alle Slytherins so hinreißend freundlich sind wie er, dann sehe ich viel Arbeit auf uns zukommen.

/Das kannst du laut sagen/, stimmte Yuugi seiner dunklen Hälfte humorvoll zu.

"Ist er immer so ein Sonnenschein?", fragte Yuugi trocken, nachdem der Slytherin-Hauslehrer die Tür hinter sich geschlossen hatte. Belustigung schwang in den wenigen Worten mit und blitzte auch aus den violetten Augen, welche Dumbledore nun fragend musterten. Der alte Magier lachte leise auf, während sich das für ihn so typische fröhliche Funkeln in seinen Augen verstärkte.

"Severus ist nicht die umgänglichste Person", meinte der Schulleiter dann, "und er mag keine Überraschungen. Doch du bist definitiv eine Überraschung für ihn – und nicht nur für ihn. Deine Einteilung nach Slytherin hat selbst mich verwundert, doch ich bin zu dem Schluß gekommen, daß der Sprechende Hut schon seine Gründe dafür gehabt haben muß, dich ausgerechnet in das Haus zu stecken, welches deinem Charakter am wenigsten entspricht, Yuugi."

Yuugi neigte zustimmend den Kopf, erläuterte die Gründe jedoch nicht, was Professor Dumbledore mit einem kleinen Lächeln aufnahm. Der Enkel seines Freundes war eine äußerst interessante Persönlichkeit geworden – und wie es schien, verbarg er noch mehr Überraschungen in sich als gedacht.

Dann wurde der Schulleiter jedoch wieder ernster und kam nun endlich auf das Thema zu sprechen, welches Yuugi überhaupt nach Hogwarths geführt hatte.
Die Schriftrollen.

Das war's erst einmal wieder für dieses Kapitel! Gefiel es euch? (bettelnd schau)
Im nächsten Teil erfahrt ihr dann, wie Yuugi in Hogwarths aufgenommen wird...à la Weasley-Manier. (grins)

Doch hier erst einmal noch die Antworten auf euren tollen Reviews:

Shatiel: Ich liebe deine Kommis! (breit wie ein Honigkuchenpferd grins) Hoffe, dir gefiel auch dieses Kapi! Ich beeile mich auch mit dem nächsten, hab da nämlich eine Idee, um den Humorfaktor etwas auf Trab zu bringen. Ich sage nur : Weasley-Zwillinge (noch breiter grins). Bis demnächst!

Dax: Danke! Sorry wegen der langen Zeit, die ich öfter mal für ein Update brauche! Doch ich habe auch noch ein Leben neben der Fanficschreiberei! (seufz) Ich beeile mich mit dem Update, versprochen!

Luinaldawen: Yep, Yuugilein mischt Slytherin auf! Hab gehofft, daß dies eine Überraschung wird, da man ihn wohl ohne viel zu überlegen nach Gryffindor stecken würde...aber Yuugi hat, wie aus dem letzten Kapitel schon ersichtlich wurde, dort etwas Wichtiges zu erledigen! Was genau, verrate ich noch nicht... (manisches Grinsen)
Wegen dem dritten Original-Film: tja, einerseits war Draco dort ziemlich fies, andererseits aber wie du gesagt hast, ein Weichei, wenn es hart auf hart kam. Die Szene, wo Hermine ihm eine geknallt hat, fand ich cool. Mädchenpower, yeah! Und du hast Recht, ein fieser Charakter kann auch sehr interessant sein, doch ich finde, Voldy füllt diese Rolle doch wohl gut genug aus. Blondie hingegen wäre perfekt für so eine gequälte Seele – du weißt schon, nach außen hin fies ohne Ende, dabei im innersten Herzen doch goldig. Tja, doch das soll wohl nicht sein (aber man wird ja wohl träumen dürfen).
Bis demnächst!

Sandra: Yeah! Noch jemand, den ich mit meiner Wahl, Yuugi nach Slytherin einzuteilen, überrascht habe! (grins) Die Weasleys werden natürlich eine Rolle spielen, je weiter die Story voranschreitet – schon im nächsten Kapitel beginnt es, wenn die Weasley-Zwillinge Yuugi auf ihre besondere Art und Weise in Hogwarths begrüßen... Und Mrs. Weasley wird auch ihren Part im Leben von Yuugi und Yami bekommen, wenn die Zeit reif ist – dann kann sie ihre Meinung über den Stil unseres Lieblingspärchens zum Ausdruck bringen (jetzt schon zufrieden die Hände reibt, wenn sie an die Szene denkt) Bis dahin jedoch, erfreu dich an den nächsten Kapiteln.

Twilight: Das nächste Kapi war doch recht fix, oder nich'? Hoffe, ich kann die Abstände weiter so halten – ich verspreche aber nichts. Bis denne.

Heavenfly: Ups, hab mir gerade die Szene vorgestellt, wie du da in deiner Vorlesung sitzt und dein Prof sich wundert, was los ist! (megabreit grins) Ich hab mir früher auch manchmal interessantere Sachen als die Vorlesungsmaterialien mitgenommen, um die Zeit schneller rumzubringen! Laß es aber nicht zur Gewohnheit werden, ok? Ich beeile mich auch mit dem nächsten Kapitel!

Ginny-Malfoy: Hey! Willkommen, willkommen!
Schön, daß dir meine Story gefällt! Ich liebe Yuugi/Yami-Geschichten nämlich auch sehr, ebenso wie Fanfics über Harry Potter. Vor allem solche, wo meine Lieblinge zusammen sind! (Y/YY-Fähnchen schwenkt HD-Fähnchen zieht und auch damit wedelt)
Wie du in diesem Kapitelchen sehen konntest, hattest du mit deiner Vermutung, daß Harry der bewußte junge Mann aus Yuugis Träumen ist, völlig recht! (Schokokeks dafür reicht)
(lach) Hab mir eben vorgestellt, wie Professor McGonagall als Katze um Yuugis Beine herumstreicht und von ihm gestreichelt werden will! Das wäre zu cool! Aber nein, Bastet ist ein neuer Charakter, den ich hier aus einem ganz bestimmten Grund mit hineingebracht habe. (geheimnisvoll tu) Und Hermine war ganz hin und weg, stimmt schon – aber keine Sorge, für Hermine habe ich schon jemanden im Sinn...außerdem würde Yuugi Yami nie untreu werden.
Schön, daß ich dich neugierig machen konnte mit den Andeutungen über Dracos Aura...da kommt noch mehr. Und nicht nur Dracos Aura gibt Yuugi und Yami erst einmal Rätsel auf, sondern auch so manch andere.
Und noch jemand, der Yuugilein sofort nach Gryffindor gepackt hätte! (lach) Tja, mein Liebling wird so einiges mit seinen neuen Hauskameraden mitmachen müssen, doch diese auch mit ihm...und Draco wird lernen, was es bedeutet, wenn man einen ganz besonderen ‚Muggel' als Hausgenossen hat!
Bis zum nächsten Kapitelchen! (knuddel)

So, das nächste Kapitel kommt so schnell wie ich kann!
Habe es schon zu 30 Prozentfertig, daher denke ich, es wird nicht allzu lange dauern!

CU, Dragon's Angel