Kapitel 18: Die Abenteuer von Fred und George

Während Yuugi und Yami durch Shadis Offenbarung des heiligen Tempels des Thot der Suche nach Hinweisen und vielleicht sogar Antworten für viele ihrer Fragen in Bezug auf ihr Schicksal einen großen Schritt näherkamen, waren Fred und George in Hogwarths einem Rätsel ganz anderer Art auf der Spur. Der Identität desjenigen, der ihnen seit einiger Zeit wieder und wieder die verschiedensten Streiche spielte.

Langsam aber sicher wußten die Zwillinge nicht mehr, was sie noch anstellen sollten, um den Spaßvogel zu finden, welcher ihnen so ‚übel' mitspielte – sie waren nämlich aller möglichen Arten von Scherzen ausgesetzt, welche eine Person als Täter vermuten ließ, die es an Kreativität und Humor durchaus mit ihnen aufnehmen konnte. Im Verlauf der letzten Tage hatten sich Fred und George mit der langsam wachsenden Erkenntnis konfrontiert gesehen, daß es anscheinend einer oder mehrere ihrer Mitschüler darauf abgesehen hatten, ihnen ihren harterworbenen Titel als größte Scherzbolde von Hogwarths abzujagen.

Jedenfalls hatte sich die Balance verschoben.

Dadurch, daß sie selbst jetzt laufend zu Opfern von einmal mehr, einmal weniger ausgefeilten Streichen wurden, hatten die zwei Brüder nicht mehr genügend Zeit zur Entwicklung neuer Scherzartikel für ihren Laden oder zur Erprobung neuer Erfindungen. Und das machte die Beiden einerseits neugierig, wer sich hier anscheinend auf ihrem Spezialgebiet mit ihnen messen wollten – andererseits trieb sie aber auch eine langsam wachsende Paranoia darüber an, welche Art von Mißgeschick sich ihr Gegner wohl als nächstes für sie ausdenken würde.

Die Serie der Mißgeschicke, die den Brüdern – sowohl einzeln als auch gemeinsam – seit gut einer Woche widerfuhr, riß gar nicht mehr ab. Es konnten harmlose Dinge sein: wie an dem Morgen, als Fred nach dem Duschen anstatt seiner mitgenommenen Kleidung nur noch den leeren Stuhl vorfand und er zuerst auch längere Zeit nach seinem Zauberstab suchen mußte, um sich damit neue Kleidung herbeizuzaubern. Die von ihm mitgebrachte Kleidung fand er erst in seinem Schlafsaal wieder, wo sie an ihrem gewohnten Platz lag. George kommentierte dieses Ereignis dahingehend, daß sein Zwilling seine Sachen einfach nur vergessen hatte - oder, daß jemand von den anderen Gryffindor sich halt einfach einen Spaß daraus gemacht hatte, die Sachen zurückzubringen. Aber Fred war sich sicher, daß niemand das Bad betreten hatte, während er sich dort aufhielt.

Doch während der nächsten Stunden sowie auch im Verlauf der folgenden drei Tage kamen ihm immer wieder – und in unregelmäßigen Abständen – auf merkwürdige Weise Dinge abhanden, welche er später an völlig anderer Stelle wiederfand.

George hingegen hatte während dieser Zeit mit einem Problem ganz anderer Art zu kämpfen. Durch welche Tür oder andere Art von Durchgang er auch trat, immer wieder fand er sich im Laufe eines Vormittags Aug in Aug mit Professor Trelawney wieder, wenn er in deren von schwerem Parfüm geschwängerten Klassenraum auftauchte. Kein Zauber half gegen diese ‚Verirrung' und George wurde jedesmal, wenn er fluchend vom Turm wieder herabstieg, ein wenig nervöser und beäugte paranoid jede Tür, durch die er gehen mußte. Es kam dem rothaarigen Gryffindor fast so vor, als würde Hogwarths auf einmal nur noch aus Türen und Durchgängen bestehen.

Zuerst hatten die Zwillinge Ginny sowie Harry und Ron – bei einigen der komplizierteren Streiche vielleicht auch noch verstärkt durch Hermine – als Täter im Verdacht. Schließlich hatten besonders ihre Geschwister oft als mehr oder weniger freiwillige Testobjekte für neue Erfindungen herhalten müssen. Und das Gryffindor-Trio hatte immerhin schon in ihrem 2. Schuljahr erfolgreich einen Vielsaft-Trank gebraut. Alles Indizien, welche es sehr wahrscheinlich machten, daß die vier Jüngeren beschlossen hatten, den Zwillingen ihre jahrelangen Streiche mit gleicher Münze heimzuzahlen.

Bald wurde Fred und George jedoch klar, daß ihre erste Vermutung ein Irrtum war. Zur Rede gestellt, machten die Reaktionen der ‚Angeklagten' deutlich, daß weder Ron noch Ginny oder Harry und Hermine hinter den ihnen zugestoßenen Vorfällen steckten. Ginny und Ron amüsierten sich köstlich und ohne jedes Mitleid darüber, daß es nunmehr ihre Brüder waren, welche jetzt auf der Empfängerseite eines ausgeklügelten Scherzes standen. Harry zeigte zwar zuerst einen Hauch von Sympathie für ihre Lage, konnte jedoch seine Belustigung ebenfalls nicht lange zurückhalten. Hermine hingegen meinte nur, es geschähe ihnen ganz recht; schließlich wären sie bei der Erprobung ihrer Scherzartikel auch nie zimperlich gewesen.

Nachdem sie die wahrscheinlichsten Kandidaten für eine ‚Racheaktion' von ihrer Liste streichen mußten, grübelten die Zwillinge eine ganze Weile darüber nach, wer es dann sein könnte, der ihnen ihren Titel abjagen wollte. Viele mögliche Personen wurden erwogen und ebenso schnell wieder verworfen – aus den verschiedensten Gründen. Die Slytherins hätten zwar den meisten Grund, ihnen die vielen kleinen und großen Streiche der vergangenen Jahre heimzahlen zu wollen, doch waren sich die Brüder nach eingehender Begutachtung der Natur der Scherze, die ihnen während der vergangenen Tage widerfahren waren, einig darüber, daß diese für die Slytherins als Täter zu harmlos waren. Kein Slytherin würde sich beispielsweise die Mühe machen, durch einen Verwandlungszauber oder –trank ihre Gestalt anzunehmen, nur um damit die Beiden zu verwirren, indem er sie aus bis jetzt noch ungeklärten Gründen an verschiedene Orte innerhalb des Schlosses lockte, ohne ihnen dann in irgendeiner Weise Schaden zuzufügen.

Was die Zwillinge jedoch wirklich nach und nach in eine gewisse Paranoia ausbrechen ließ, war die Tatsache, daß von Zeit zu Zeit jemand unbemerkt den Platz von einem von ihnen einnahm. Ihr Treffen nach der ersten Stunde bei ihrem neuen Geschichtsprofessor, das sie zu verschiedenen Zeiten an unterschiedlichen Orten für verabredet geglaubt hatte, blieb nicht das einzige dieser Art. Immer wieder stießen sie auf widersprüchliche Verabredungen. Glaubte Fred, sie würden sich für die Erprobung einer neuen Erfindung für ihren Scherzartikelladen an den Slytherins nahe der Kerker treffen, war sich George sicher, sie hätten sich dazu verabredet, in Hogsmeade neue Pläne zur Enttarnung des oder der Unbekannten zu schmieden.

Am unverständlichsten war es jedoch für sie, als sie einmal per Zufall feststellten, daß sich der Ablauf eines gesamten Nachmittags in ihrer Erinnerung vollkommen unterschied. Jeder von ihnen glaubte, zusammen mit seinem Zwilling an völlig verschiedenen Orten unterschiedliche Dinge getan zu haben – und beide konnten für ihre jeweilige Version Zeugen aufzählen, welche sich in ihrer Gesellschaft befunden hatten.

Zuerst hatten Fred und George nach dieser Art von Vorfällen befürchtet, jemand würde ihnen so geheime Informationen entlocken wollen. Schließlich war ihr Vater im Ministerium und die Weasley-Familie hatte enge Verbindungen zu Schulleiter Dumbledore, welcher wiederum neben Harry Voldemorts gefährlichster Gegner war. Jedoch hatten sie auch diese Vermutung nach kurzer Zeit wieder aufgegeben, denn keine der Fehlinformationen, die sie in dem Versuch, den Täter ausfindig zu machen, austauschten, wurde je benutzt – obwohl sie für die Personen, welche nach und nach in den Kreis der Verdächtigen aufgenommen und dann wieder verworfen wurden, von großem Interesse beziehungsweise Wert gewesen wären.

Es war für die Freunde und Geschwister der Weasley-Zwillinge ein wirklich seltsames Schauspiel, mitzuerleben, wie die Beiden von dem unbekannten Scherzbold an der Nase herumgeführt wurden. Vor allem Ron und Ginny konnten zuerst aber auch eine gewisse Schadenfreude nicht ganz unterdrücken, da sie aus jahrelanger leidvoller Erfahrung als Testobjekte ihrer älteren Brüder nur zu gut nachvollziehen konnten, wie es war, nicht zu wissen, wann der nächste Streich über sie hereinbrechen würde. Jetzt die notorischen Spaßvögel von Hogwarths, welche mit ihren Streichen über Jahre hinweg nicht nur die Schüler, sondern auch viele der Professoren in Atem gehalten hatten, einmal am anderen Ende von teils ausgefeilten Streichen zu erleben, war nicht frei von Ironie.

Als Harry, Ron und Hermine jedoch im Laufe der Tage bemerkten, daß sich Fred und George langsam wirklich ernsthaft Sorgen zu machen begannen, daß hinter diesen Scherzen vielleicht am Ende eine doch nicht so harmlose Absicht steckte, beschlossen sie, die Zwillinge bei ihrer Suche nach dem oder den Tätern zu unterstützen. Und wenn auch nur, um diesen am Ende zu gratulieren, sollte sich das Ganze doch als Streich herausstellen.

Doch das wurde gar nicht mehr nötig.

Seit Beginn der Streiche war eine gute Woche verstrichen, als Fred und George eines Nachmittags eine Nachricht in ihrem Schlafsaal vorfanden, die sie neugierig machte. Auf dem Blatt stand in einer ihnen völlig unbekannten Handschrift folgende Botschaft: Streich um Streich tat ich es euch gleich und führte euch irre, mein Gelächter war reich. Doch nachdem ihr so willig meine Scherze habt ertragen, dürft nach einem Preis ihr jetzt fragen. Wollt ihr wissen, was euch gebührt, ‚Duell' euch an den Anfang führt.

Die Zwillinge blickten sich zuerst verblüfft und auch ein wenig mißtrauisch innerhalb des Schlafsaales um, so als würden sie vermuten, ihr ‚Peiniger' hätte sich nur versteckt und würde nun jede Sekunde hervorspringen und sie auslachen, daß sie nicht in der Lage gewesen waren, herauszufinden, wer sie derart auf den Arm genommen hatte. Doch nichts dergleichen geschah und Fred las noch einmal die wenigen Zeilen auf dem Zettel.

„Ein Preis? Was für ein Preis?", murmelte der Rothaarige vor sich hin. „Ich will viel lieber wissen, wer derjenige ist, der uns so an der Nase herumführt!", grummelte er. Doch in George war die Abenteuerlust erwacht und er meinte zu seinem Bruder: „Vielleicht ist die Identität der Person der Preis, den wir erhalten, wenn wir dieses letzte Spiel mitmachen! Also laß uns dieses Spiel spielen – das wird bestimmt interessant!"

Fred nickte, gab jedoch zu bedenken: „Und was, wenn es sich hierbei um eine Falle handelt? Wir sind keinen Schritt vorwärts gekommen bei der Suche nach Hinweisen, um wen es sich handeln könnte!"

„Alle Streiche, die uns während der letzten Woche gespielt wurden, waren genau das – Streiche, Fred!", argumentierte George. „Ja sicher, mir wurde auch langsam unwohl, daß wir nicht einmal den kleinsten Hinweis finden konnten, wer der Verursacher war oder wie manche dieser Scherze überhaupt funktionieren können – andererseits war keiner der Streiche darauf ausgerichtet, einen von uns zu verletzen oder zu demütigen, wie ich es bei den Slytherins erwartet hätte. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, daß einer von ihnen dahintersteckt. Es war ganz einfach nur…"

„… Spaß", vervollständigte Fred zustimmend. „Gut, laß uns also dieses letzte Spiel mitmachen."

Und als hätte der Zettel in seiner Hand die Zustimmung der Zwillinge gespürt, leuchtete auf einmal das Wort „Duell" darauf in warmem Gold auf und wenig später war der Schlafsaal der Gryffindor leer. Fred und George hingegen fanden sich in einem weitläufigen Raum wieder, der nur von einigen wenigen Wandleuchtern in flackerndes Licht gehüllt wurde. Die Brüder zogen alarmiert ihre Zauberstäbe, doch niemand griff sie an. Vielmehr erkannten sie kurz darauf, daß sie sich noch immer in Hogwarths befinden mußten.

„Der Raum der Wünsche", entfuhr es George verblüfft, während er seinen Zauberstab wieder senkte. „Aber… Harry und Ron sagten doch, sie hätten nicht…" Fred schüttelte den Kopf. „Ich glaube nicht, daß sie es waren, George. Außerdem wissen nicht nur sie und wir von diesem Raum."

„Auch wieder wahr", seufzte George und ging dann weiter in den dunklen Raum hinein. Mit jedem Schritt, den er machte, wurde der Raum heller, als weitere Lampen aufleuchteten. Auf diese Weise wurde deutlich, daß seine Dimensionen noch viel weitläufiger waren, als es das diffuse Licht zuerst hatte erscheinen lassen.

Und inmitten des Raumes erblickten die Weasley-Zwillinge eine geometrische Form, welche in 3 mal 10 Felder aufgeteilt war. Jedes Feld besaß die gleiche quadratische Form und zeigte eine Zahl von 1 bis 30. Der Anfang des Spielfeldes befand sich mit Feld 1 dort, wo die Brüder standen, dann erhöhte sich der Zahlenwert bis zu Feld 10 am anderen Ende des Raumes, bevor die aufsteigenden Werte in der zweiten Zehnerreihe wieder zu Fred und George zurückführten. Das Feld mit der Nummer 30 am Ende der dritten, letzten Reihe stellte daher anscheinend das letzte vor dem Ziel dar. Auf einige der Felder waren außerdem seltsame, den Brüdern unbekannte Symbole aufgemalt, welche in verschiedenen Farben glühten.

„Soll das etwa das Spielfeld sein?", fragte George neugierig, während er die Bedeutung der verschiedenen Symbole zu verstehen versuchte. Fred trat neben ihn und zuckte mit den Schultern. „Anscheinend. Doch bevor wir uns an diesem Spiel versuchen, wüßte ich gern die Regeln, Bruderherz. Ein wenig Vorsicht kann schließlich nicht schaden…" Fred verstummte mit einem Blinzeln, als wie als Antwort auf seine Worte vor ihnen ein weiterer Zettel erschien. Dieser ähnelte dem ersten, den sie in ihrem Schlafsaal vorgefunden hatten und auch die Handschrift war die gleiche.

Wollt siegreich ihr ans Ziel gelangen und dafür euren Preis empfangen, muß ein Ganzes entstehen aus der Summe der Teile – und dies auch noch in ziemlicher Eile! Doch Vorsicht! Nicht überall ist sicher stehen, manchmal heißt es Fallen zu umgehen. Auf einigen Feldern regiert des Glückes Macht, auf weitere gibt das launische Schicksal acht. Der Zufall bestimmt die Zahl eurer Schritte, sie so zu ermitteln ist vielerorts Sitte. Nun, wollt ihr versuchen, dies Spiel zu gewinnen? Dann tretet vor und laßt uns beginnen!

„Nicht gerade die Art von Erläuterung, die ich erwartet hatte", grummelte Fred, nachdem er die Reime gelesen hatte. „Ein bißchen deutlicher hätte sich unser Spaßvogel schon ausdrücken können."

George lachte, als er den leichten Unmut in den Zügen seines Bruders lesen konnte, doch er nickte zustimmend. „Ja, wie es scheint, spricht ‚er' gern in Rätseln. Aber ich denke, ich weiß, was gemeint ist." Während er auf die verschiedenen Symbole auf den Feldern des Spielfeldes deutete, fuhr der Rothaarige fort: „Schau, die Symbole sind in drei Gruppen unterteilt. Eines der Symbole bedeutet also, daß sich dort eine Falle befindet…"

„Während das zweite Felder bezeichnet, wo ‚das Glück regiert', wie sich unser Unbekannter so poetisch ausdrückt", fiel Fred ein, als er die Gedanken seines Zwillings nachvollzog und ebenfalls den Sinn der Reime zu begreifen begann. „Und das dritte Symbol ist dann das, wo das Schicksal entscheidet. Hmm, ok, aber welches Symbol bedeutet was?"

„Das werden wir wohl nur dann herausfinden, wenn wir mitspielen", antwortete George, während er nachdenklich das Spielfeld musterte. „Aber ich vermute, daß eines dieser ‚Schicksalsfelder' das dort ist." Der Gryffindor deutete auf das Feld mit der Zahl 22 nahe bei ihnen, auf dem ein viereckiges Zeichen zu sehen war.

Fred runzelte verwirrt die Stirn; er konnte der Logik seines Zwillings nicht ganz folgen. „Wieso ausgerechnet dieses Symbol?", wollte er wissen.

„Schau doch, von dem Vierecks-Zeichen gibt es nur drei Felder, während die zwei anderen Symbole auf jeweils fünf Feldern aufgezeichnet sind", erklärte George. „Ich glaube kaum, daß es nur drei Fallen geben wird – vielmehr sind es wohl sowohl fünf Fallen- als auch fünf Glücksfelder. Eine Balance von Vor- und Nachteil, wenn du so willst. Daher bleiben drei Felder…"

„… wo der Zufall entscheidet, ob wir Glück oder Pech haben", nickte Fred zustimmend.

„Richtig. Also, wollen wir es versuchen? Ich bin gespannt, was unser Herausforderer an Fallen und Hindernissen gegen uns ins Feld schicken wird." George wippte unternehmungslustig vor und zurück, vom Ehrgeiz angestachelt, dieses neue Spiel erfolgreich zu beenden und damit ihrem ‚Gegner' zu zeigen, daß sein Bruder und er nicht vor dem Unbekannten zurückschreckten, sondern Hindernisse zu meistern wußten.

Fred ging es nicht anders als seinem Zwilling, daher trat er nunmehr mit zwei langen Schritten bis an das Feld mit der Zahl 1 heran. Am anderen Ende des Spielfeldes erschien eine übergroße Sanduhr, deren obere Hälfte völlig mit rotem Sand gefüllt war. Ein kurzes goldenes Aufleuchten umgab den Zeitmesser, bevor der Sand aus dem oberen Glas langsam nach unten zu rieseln begann.

Während die Brüder noch leicht verblüfft auf die Sanduhr blickten, war ein leises Klingen war zu hören, bevor auf Brusthöhe eine durchsichtige Pyramide vor Fred in der Luft erschien. Unschlüssig, welchem Zweck sie bei dem Spiel dienen würde, griff Fred nach dem Objekt. Dann zögerte er und zückte stattdessen seinen Zauberstab. Mit dessen Spitze tippte er vorsichtig gegen die Pyramide, welche daraufhin zum Leben zu erwachen schien.

Das durchsichtige Innere begann sich mit roten und weißen Schlieren zu füllen, welche ineinander übergingen, sich wie in einem lautlosen Tanz vermischten und wieder voneinander lösten. Das Schauspiel dauerte ganze fünf Sekunden, dann trennten sich die verschiedenfarbigen Nebelschwaden wieder und füllten stattdessen zwei Seiten der Pyramide mit Rot und zwei Seiten mit Weiß. An der Spitze der Pyramide erschienen eine „2" sowie ein goldener Pfeil. Der Pfeil begann sich von der Pyramidenspitze weg zu verlängern, bis seine Spitze oberhalb des zweiten Spielfeldes endete.

George hatte das Geschehen mit unverhohlener Verblüffung beobachtet, doch nun erinnerte er sich an eine der letzten Zeilen auf ihrem ‚Regelzettel'. „Der Zufall bestimmt die Zahl eurer Schritte", zitierte er, bevor er mit einem leichten Kopfschütteln hinzufügte: „Anscheinend sind unserem Spaßvogel die Würfel ausgegangen, daß er zu solchen Methoden greifen muß."

Verstehen leuchtete in Freds Gesicht auf, als er die Worte seines Bruders hörte und er ging die wenigen Schritte bis zum zweiten Feld, wo er stehenblieb. Angespannt sah er sich um, neugierig darauf, was nun geschehen würde.

Doch er wurde enttäuscht, denn nichts Auffälliges passierte.

Stattdessen materialisierte vor George eine weitere Pyramide. „Anscheinend bin ich jetzt dran." Mit diesen Worten tippte George die Pyramide genau wie Fred zuvor mit der Spitze seines Zauberstabes an. Die Form füllte sich ebenfalls mit roten und weißen Nebelschwaden, die für ein paar Sekunden wild durcheinander tanzten, bevor sich dieses Mal drei Felder weiß färbten und nur eines mit Rot. „3", leuchtete es an der Spitze der Pyramide auf und der goldene Pfeil endete dieses Mal im Feld mit der Nummer 3.

George trat auf das Feld zu, welches eines der Symbole zeigte, über die er zuvor mit seinem Bruder gerätselt hatte. „Nun werden wir ja gleich sehen, welche Bedeutung dieses Zeichen hat", meinte er zu Fred, bevor er inmitten des Feldes stehenblieb.

In dem Moment, in welchem der rothaarige Gryffindor auf das Symbol trat, leuchtete das sternförmige Zeichen auf und in der Luft vor George erschien in goldenem Licht ein fremdartiges Wesen mit langem Haar und sanftem Gesichtsausdruck. Während George noch mit offenem Mund auf die Unbekannte starrte, beugte sie sich anmutig vor und reichte ihm eine Karte, die der Gryffindor ganz automatisch an sich nahm.

Dann tippte sie gegen seine Pyramide, bei der sich daraufhin drei Felder weiß verfärbten. Das Wesen verschwand mit einem musikalischen Lachen angesichts Georges verblüffter Miene wieder, während der goldene Pfeil aus der Pyramide des jungen Mannes nunmehr zum Feld 6 zeigte, welches George mit wenigen Schritten erreichte. Kopfschüttelnd drehte er sich zu Fred herum, der das Geschehen mit weitaufgerissenen Augen verfolgt hatte. Dann nahm sich der Gryffindor jedoch wieder zusammen und meinte mit hochgezogener Augenbraue zu seinem Bruder: „Nun, das ist doch mal eine wirklich interessante Art und Weise zu spielen. Auf jeden Fall wissen wir jetzt, daß der Stern ein Glücksfeld ist."

George nickte zustimmend, bevor auf die Karte blickte, welche ihm das fremde Wesen gereicht hatte. Sie zeigte ein Bein, das am Fußgelenk von einer dicken Kette gefesselt war. Aufblickend wollte der junge Mann von seinem Bruder wissen: „Ok, der Stern steht für Felder, auf denen wir einen Vorteil erhalten. Doch was soll ich mit dieser Karte anstellen?"

Fred zuckte die Schultern. „Wenn sie wichtig ist, werden wir schon erfahren, wozu sie in diesem Spiel gut ist. Wir haben ja gerade erst begonnen. Ich bin wieder dran."

Mit diesen Worten berührte Fred seine Pyramide ein weiteres Mal mit der Spitze seines Zauberstabes. Wenige Sekunden später leuchtete eine „3" an der Pyramidenspitze auf und der goldene Pfeil endete im Feld mit der Nummer 5. „Oh, ein Schicksalsfeld", entfuhr es Fred, bevor er etwas zögerlich auf das Vierecks-Zeichen trat, welches das Feld beherrschte. „Mal sehen, ob das Schicksal mir geneigt ist."

Im nächsten Augenblick heftete sich nicht nur sein Blick gespannt auf das goldene Leuchten vor ihm, aus dem sich eine weitere fremdartig aussehende Figur herausschälte. Und dieses Wesen war noch ungewöhnlicher als das erste. Es war recht klein und trug vornehmlich schwarze Kleidung, wobei sein spitzer Hut anscheinend Flügel besaß. Das seltsame blauhäutige Geschöpf hielt einen roten Würfel mit schwarzen Punkten darauf in den Händen. Es blickte Fred für einen Augenblick direkt in die Augen, bevor es ein leicht schadenfroh klingendes Kichern ausstieß und seinen Würfel in die Luft warf. Dieser überschlug sich mehrmals während des Fluges, bevor er schließlich vor Fred auf dem Boden zu liegen kam.

Der Gryffindor beugte sich neugierig über den Würfel und sah, daß die Oberseite vier Punkte zeigte. Und als hätte jemand die gleiche Feststellung wie er gemacht, zeigte sich an der Spitze von Freds Pyramide eine „4" und der goldene Pfeil wies dem jungen Mann den Weg zum Spielfeld mit der Nummer 9.

Wo gleich die nächste Überraschung auf ihn wartete. Denn kaum hatte er das Feld betreten, leuchtete unter ihm das dritte – wellenförmige - Symbol auf, welches logischerweise das Zeichen für eine Falle war. Fred entwich ein erschrockener Aufschrei, als er plötzlich den Boden unter den Füßen verlor und zu fallen begann. Er hörte im Hintergrund George seinen Namen rufen, doch bevor er nach seinem Zauberstab greifen konnte, um damit einer eventuellen Gefahr begegnen zu können, endete sein Sturz auch schon wieder – und sogar relativ sanft.

Mit einem leichten Plumpsen kam Fred auf dem Boden auf und blieb erst einmal ein wenig benommen sitzen. Sein Herz hämmerte durch das unerwartete Geschehen wie verrückt und Adrenalin floß durch seinen Körper. Der Gryffindor blinzelte mehrmals verblüfft, bevor er sich langsam und vorsichtig wieder vom Boden erhob. Als er merkte, daß ihm außer dem Schrecken nichts geschehen war, atmete er geräuschvoll aus.

„Wow, das war vielleicht ein Schreck", murmelte er.

„Alles in Ordnung mit dir, Fred?", klang die Stimme von George an sein Ohr und Fred blickte sich um – in die Richtung, aus der die Stimme seines Zwillings gekommen war. Und blinzelte. „Oh, zurück auf Anfang, wie?" Tatsächlich befand sich Fred nach seinem kleinen Abenteuer wieder am Start des Spielfeldes.

„Hey! Fred, alles ok mit dir?", wollte George wissen, als sein Bruder ihm nicht gleich antwortete.

„Ja, nichts passiert. Ich hab' mich nur ziemlich erschreckt, als es auf einmal abwärts ging", erwiderte Fred. George schüttelte den Kopf. „Nicht nur du. Das war im wahrsten Sinne des Wortes eine Falle." „Kann man so sagen. Doch unser ‚Regelzettel' sagte ja, ‚nicht überall ist sicher stehen'. Auch wenn bei dem Feld von stehen ja überhaupt keine Rede sein kann, so schnell, wie der Boden unter mir nachgab."

Mit einem Seufzen fügte Fred hinzu: „Und jetzt kann ich wieder ganz von vorn anfangen. Na Halleluja."

„Jetzt haben wir alle drei Arten von Symbolen kennengelernt – ich hoffe nur, die anderen Fallen brechen nicht genauso plötzlich über uns herein." Fred starrte seinen Bruder mit großen Augen an: „George, ich habe nicht vor, jede der Fallen auszuprobieren, um das herauszufinden." Der Angesprochene zuckte die Schultern. „Es wird vom Zufall abhängen, ob wir die Fallen umgehen können oder nicht – ich würde, glaube ich, auch die Schicksalsfelder ganz gern vermeiden. Das hat dir den ganzen Schlamassel nämlich erst eingebracht."

„Richtig. Aber jetzt mach weiter, bevor unsere Zeit abläuft. Wir haben noch ein ganzes Stück Arbeit vor uns, bevor wir am Ziel sind – und ich habe vor, dieses Spiel zu gewinnen. Und wenn ich noch dreimal wieder am Start lande", argumentierte Fred ehrgeizig nach einem Blick auf die riesige Sanduhr, durch die gleichmäßig Sandkörnchen für Sandkörnchen zu Boden rann.

George hatte der Meinung seines Bruders nichts entgegen zu setzen, daher tippte er seine Pyramide an und betete im Stillen, daß er nicht ebenfalls auf dem 9. Feld landen würde. Doch er hatte Glück, nur zwei der Seiten der Pyramide färbten sich weiß und der Gryffindor endete auf dem Spielfeld mit der Nummer 8. Einem weiteren Glücksfeld.

„Du hast das Glück gepachtet, Bruderherz", hörte George seinen Zwilling grummeln, bevor die Luft vor ihm golden flimmerte. Ein großer, dickbauchiger Krug erschien, auf dessen Außenseite ein grinsendes grünes Gesicht zu sehen war.

„Es wird von Zug zu Zug seltsamer", murmelte George und legte den Kopf leicht schief, als zuerst nichts geschah. Dann begann das Innere des Kruges zu leuchten und kurz darauf schwebte eine Karte auf den jungen Mann zu, welcher nach einem Moment des Zögerns danach griff. Das Grinsen des Gesichtes auf dem Krug wurde noch ein wenig breiter und zwei weitere Karten erschienen über dem Rand des Gefäßes. Diese waren jedoch offensichtlich nicht für George bestimmt, denn eine nach der anderen leuchteten die Karten auf und verschwanden dann mitsamt dem seltsamen Krug, während mit einem leisen Klingen eine „2" auf der Pyramidenspitze erschien. Feld 10 hieß also die nächste Etappe für George in diesem mysteriösen Spiel.

Da das 10. Spielfeld ein normales Feld war, nahm sich der Rothaarige die Zeit, die nunmehr zweite Karte anzuschauen, die er durch das Betreten eines Glücksfeldes erhalten hatte. Mit einem Stirnrunzeln betrachtete er das Bild auf der Karte, das einen Arm zeigte, um dessen Handgelenk eine dicke Kette geschlossen war. „Ich kapier' langsam gar nichts mehr", seufzte George laut auf, während er die erste Karte aus seiner Hosentasche holte, wo er sie für den Fall, daß er sie im Verlauf des Spiels benötigte, sicher verstaut hatte. Sie neben die zweite, soeben erhaltene Karte haltend, fühlte er seine Verwirrung zunehmen.

„Da bist du nicht der einzige hier, Bruderherz", ließ Fred verlauten, bevor er seinen nächsten Zug machte. Der junge Mann konnte ein Grollen nicht ganz unterdrücken, als er wieder auf dem Feld mit der Nummer 2 landete. „Ich sag' es ja, du hast das Glück gepachtet, George", meinte er zu seinem Bruder. „Naja, wenigstens einer von uns sollte Glück haben. Mach schon, spiel weiter."

Wortlos folgte George der Aufforderung seines Bruders. Nach nur wenigen Sekunden färbte sich ein Feld der Pyramide weiß, die anderen drei Seiten rot. „Zu früh gefreut, würde ich sagen", sagte George angesichts des Symbols, welches ihn auf Feld 11 erwartete. Nachdem er das wellenförmige Zeichen für einen langen Moment mißtrauisch beäugt hatte, murmelte er: „Falle voraus", und versuchte sich für das Kommende zu wappnen. Doch da er nicht wußte, was auf ihn zukommen würde, konnte er sich jedoch kaum vorbereiten.

Im nächsten Augenblick zuckte der Gryffindor zusammen und wich rasch zurück, als sich in Sekundenbruchteilen eine dunkle Gewitterwolke über ihm bildete, aus der goldene Blitze auf ihn niederzuregnen begannen. Die Blitze blieben im Boden stecken und trieben George Schritt für Schritt zurück, wollte er nicht von ihnen durchbohrt werden. Es kam dem jungen Mann wie eine Ewigkeit vor, bis der Regen aus Blitzen schließlich endete und er sah sich mit großen Augen zu Fred um, der genauso geschockt von dem ‚Angriff' schien.

„Ok, ok, ich nehme alles zurück. Dein Glück hatte anscheinend ein Ende, George", murmelte Fred mit weit aufgerissenen Augen. „Wow. Dieses Spiel hat es wirklich in sich."

„Das kannst du wohl laut sagen. Und ich bin fast wieder da, wo ich vor zwei Zügen schon einmal war", meinte George, als er erkannte, daß seine Flucht zurück auf Feld 7 geendet hatte. Zwei Schritte vor und vier wieder zurück. Na toll. Das waren ja wirklich ‚Fortschritte', die sein Zwilling und er hier machten.

„Mein Zug", sagte Fred und tippte gegen seine Pyramide. Das Spiel der Nebelschwaden vollführte seinen Tanz, bevor sich dieses Mal alle Seiten der Pyramide weiß färbten. Das war neu – und offensichtlich das beste Ergebnis, das man erreichen konnte, denn statt einer „4", wie es Fred aufgrund der Anzahl der Seiten der Pyramide angenommen hatte, stand an der Spitze nun eine „5".

Während er der Spitze des goldenen Pfeils folgte, schenkte Fred seinem Bruder einen nachdenklichen Blick, als er bemerkte, daß sie auf dem gleichen Feld zu stehen kommen würden. Aus irgendeinem Grund machte ihn das nervös. „Ich hab' kein gutes Gefühl dabei", flüsterte er – und bekam kurze Zeit später Recht.

Denn als er neben George stehenblieb, erschien hinter diesem auf einmal ein pulsierendes Portal und sein Bruder wurde rückwärts in eben dieses hinein gezogen. Fred konnte nur hilflos zusehen, wie sein Zwilling wie von einem unsichtbaren Sog erfaßt wurde und in das Portal hinein taumelte, welches daraufhin verschwand, Sekunden später am Start wieder auftauchte und George förmlich ausspuckte.

Der rothaarige Gryffindor taumelte etwas benommen, bevor er sein Gleichgewicht wiederfand und sich umsah. „Das ist jetzt nicht wahr", grummelte George, als er realisierte, daß nunmehr er wieder am Anfang stand. Alle Erfolge, die er bis jetzt innerhalb des Spiels errungen hatte, waren umsonst gewesen. Nun ja, vielleicht nicht ganz umsonst, denn mit einem raschen Griff in seine Hosentasche überzeugte sich George davon, daß sich die zwei seltsamen Karten, die er auf den Glücksfeldern erhalten hatte, noch immer in seinem Besitz befanden.

„Ok, zweiter Versuch", seufzte er auf und antwortete auf Freds „Sorry" mit einem Schulterzucken. „Du kannst ja nichts dafür, daß uns anscheinend noch nicht alle Regeln mitgeteilt wurden. Und selbst wenn wir davon gewußt hätten, daß wir nicht zur gleichen Zeit auf einem Feld stehen dürfen – sondern uns sozusagen gegenseitig aus dem Spiel werfen – was hättest du dagegen machen wollen?" Nun war es an Fred, die Schultern zu zucken. „Auch wieder wahr. Anscheinend ist es gar nicht so einfach, hier schnell voranzukommen."

„Allerdings", nickte George, während er seine Pyramide mit dem Zauberstab antippte, um wieder ins Spiel zu gelangen. „Aber das macht es andererseits auch viel spannender – und am Ende viel befriedigender, wenn wir es endlich geschafft haben." Mittlerweile hatten sich – wie als Ausgleich dafür, daß er wieder am Anfang des Spiels stand – alle vier Seiten seiner Pyramide weiß eingefärbt, wodurch der goldene Pfeil an deren Spitze George den Weg zum Feld 5 wies. Dem ersten Schicksalsfeld.

George seufzte auf. „Wir lassen anscheinend kein Spezialfeld aus, Bruderherz. Mal sehen, wie gewogen mir das Glück gerade ist." Fred schenkte ihm nur ein leichtes Schulterzucken, bevor er beobachtete, wie sein Bruder das Schicksalsfeld betrat. Wieder begann die Luft für einige Sekunden golden zu leuchten, bevor das Wesen mit dem Würfel in der Hand ein zweites Mal erschien. Die Zwillinge bemerkten, daß es ein wenig anders aussah als vorher: nun trug es einen pinkfarbenen Hut mit schwarzem Band und weißen Flügeln sowie eine pinke Hose zu einem schwarzen Hemd. Außerdem war der Würfel in seinen Händen jetzt blau. Und sein Kichern, als es den Würfel schwungvoll warf, klang auch gar nicht schadenfroh, sondern eher ausgelassen.

Der Würfel überschlug sich mehrmals, bevor er auf dem Boden ausrollte und auf der Oberseite drei Punkte zeigte. „Anscheinend kriegst du dein Glück zurück, George", ließ Fred verlauten, als sein Bruder der Weisung des goldenen Pfeils folgte und die wenigen Schritte bis zum 8. Spielfeld zurücklegte. George nickte nur, durch die Ereignisse der letzten Minuten noch immer etwas mißtrauisch. „Ok, dann wäre ich wieder da, wo ich schon einmal war… mal sehen, ob ich es bald über diese Ecke hinaus schaffe."

Er verstummte, als der Krug mit dem grinsenden Gesicht vor ihm materialisierte, nachdem er das Sternzeichen auf dem Feld 8 betreten hatte. Doch anstatt wie erwartet erneut zwei Karten nacheinander über dem Rand des Gefäßes aufleuchten zu sehen, erschienen doppelt so viele Karten. „Vier Karten? Was denn, beim zweiten Versuch hat man mehr Glück als beim ersten Mal? Die Logik verstehe einer", wunderte sich George.

„Beschwer dich nicht, sondern geh weiter!" Fred schüttelte den Kopf über Georges Zaudern anhand der Tatsache, daß er nicht auf Feld 10 stehenbleiben sollte, sondern dieses Mal sogar bis Feld 12 gehen durfte. „Immerhin hast du damit die nächste Falle umgangen", fügte der rothaarige junge Mann noch hinzu.

„Ist ja gut, ich geh' ja schon", murmelte George und setzte seine Worte auch gleich in die Tat um, bevor er sich wartend Fred zuwandte, welchem er mit dem Verlauf der zweiten Zehnerreihe auf dem Spielfeld nunmehr wieder entgegen kam. „Wurde ja auch Zeit", grinste Fred seinen Bruder an und tippte mit seinem Zauberstab gegen die Pyramide vor ihm, damit er auch wieder ein paar Felder weiterkam.

Doch als der Tanz der Nebelschwaden geendet hatte, waren alle vier Felder der Pyramide rot gefärbt und „0" leuchtete an der Spitze. „Wie jetzt! Aussetzen?" Fred verdrehte die Augen und verschränkte die Arme vor der Brust. „Das nenne ich jetzt aber wirklich nicht fair!"

George konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, als er seinen Bruder schmollen hörte. „Ungeduldig bist du heute ja gar nicht!", amüsierte er sich. „Du hast gut reden", grummelte Fred scheinbar genervt zurück, doch ein Lächeln stahl sich auch auf seine Lippen, während er meinte: „Anscheinend will es uns unser ‚Herausforderer' wirklich nicht einfach machen, seinen Preis zu gewinnen."

„Das ist ja auch nicht seine Aufgabe", erinnerte George seinen Zwilling mit einem Schulterzucken, bevor er einen kalkulierenden Blick auf die große Sanduhr am Ende des Spielfeldes warf. Etwa ein Drittel des Sandes befand sich bereits im unteren Teil der Sanduhr – und Sandkorn für Sandkorn rieselte unbekümmert davon, ob Fred und er vorwärtskamen oder nicht, abwärts.

„Ich bin wieder dran", murmelte der Gryffindor zu sich selbst und tippte an seine Pyramide. Und wie es schien, hatte Fred wirklich Recht, daß er derjenige von ihnen war, dem das Glück am meisten hold war, denn er durfte fünf Felder weiter und hatte damit schon über die Hälfte der zweiten Zehnerreihe hinter sich gebracht. Und war rechtzeitig vor dem nächsten Fallenfeld zum Stehen gekommen.

„Glückspilz", hörte George seinen Zwilling murmeln, während dieser seinen nächsten Zug machte und drei Felder vorwärts durfte. Kein Riesenfortschritt, aber immerhin war er nicht auf der Falle in Feld 11 gelandet. ‚Immerhin etwas', fuhr es Fred durch den Sinn. Sekunden später grinste er, als dieses Mal Georges Pyramide vier rote Felder und damit ein „Aussetzen" für seinen Bruder anzeigte. Damit war er schneller wieder an der Reihe, als er gedacht hatte. Das Grinsen verging dem Gryffindor jedoch schnell wieder, als er sah, daß ihn seine „3" auf das zweite Schicksalsfeld bringen würde.

„Ich lasse heute wirklich nichts aus", seufzte Fred und stählte sich innerlich für die Möglichkeit, daß er wieder kein Glück haben würde. Doch anscheinend wollte ihn das Schicksal dieses Mal für sein Durchhalten belohnen, denn das fremdartige, strengblickende Wesen, das vor ihm im goldenen Lichte erschien, musterte ihn nur für einige Augenblicke aus klugen grauen Augen, bevor es plötzlich entschieden nickte und dann mit dem rechten Arm auf das Feld mit der Nummer 14 wies. Einem Glücksfeld.

Fred neigte etwas verblüfft, aber dankbar, den Kopf vor dem fremden Wesen, das daraufhin ein bißchen weniger streng dreinblickte und wieder verschwand, während der junge Mann auf dem 14. Spielfeld zu stehen kam. Es dauerte nicht lange, bis erneut goldenes Licht erglühte und ein Wesen erschien, welches für die Brüder wie eine seltsame Mischung aus Tier und Maschine aussah. Fred erkannte, daß es sich um eine Schildkröte handelte, die eine Art Abschußrampe auf dem Rücken trug. Während er dieses neue, wiederum merkwürdige Wesen noch neugierig anstarrte – und dieses seinen verwunderten Blick regungslos erwiderte – wurde George ungeduldig, da er anhand des Standes der Sanduhr kontrolliert hatte, wie viel Zeit ihnen noch zum Erreichen des Zieles blieb. Mittlerweile befand sich bereits fast die Hälfte des Sandes im unteren Glas.

„Fred, beeil dich mal ein bißchen!", rief George seinem Zwilling zu. Als dieser ihm nur einen leicht hilflosen Blick schenkte, der soviel bedeutete wie ‚Und was soll ich deiner Meinung nach hier tun?', wies George auf die Rampe auf dem Rücken der Schildkröte hin. „Ich denke, du mußt dort hinaufklettern und dich vorwärts schießen lassen."

„Schießen lassen? Bist du wahnsinnig? Ich brech' mir doch alle Knochen, wenn…", rief Fred ein wenig entsetzt aus; er war jedoch bereits dabei, sich innerlich für seine baldige Imitation einer menschlichen Kanonenkugel zu stählen.

„Das glaube ich nicht", hörte er seinen Bruder ihm beruhigend erwidern. „Bis jetzt hat uns keines dieser Wesen verletzt – selbst als wir die Fallen auslösten, blieb es bei dem Schreck wegen der Plötzlichkeit der ausgelösten Reaktion. Und du stehst immerhin gerade auf einem Glücksfeld, da wird dir wohl kaum etwas zustoßen, wenn du den Vorteil annimmst, der dir gewährt wird."

„Ja, ja, ja. Du hast leicht reden", grummelte Fred vor sich hin, während er begann, an der Schildkröte hinaufzuklettern, um schließlich am oberen Ende der Abschußrampe auf dem dortigen Sitz Platz zu nehmen. „Wünsch' mir Glück!", meinte er zu George, als die Rampe begann, sich für den Abschußvorgang zu spannen und daher unter Fred langsam zu Boden sank.

„Das hast du doch bereits!", grinste George frech zurück, der belustigt beobachtete, wie Fred ein wenig blaß um die Nase wurde, nun, da der Abschuß unmittelbar bevorstand. Innerlich gestand sich George jedoch ein, daß es ihm an Stelle seines Zwillings auch nicht besser ergangen wäre.

Dann war es soweit. Mit einem ominösen Klacken entriegelte der Haltemechanismus an dem Sitz auf der Abschußrampe und George beobachtete fasziniert, wie sein Bruder von seinem Sitz katapultiert wurde und durch die Luft auf ihn zuflog. Zuerst dachte der rothaarige Gryffindor, daß Fred vor ihm oder vielleicht sogar auf seinem Feld landen würde – doch der Flugbogen trug den zweiten der Weasley-Zwillinge über George hinweg und dem Ende der zweiten Zehnerreihe des Spielfeldes entgegen. Anscheinend war eher das Feld mit der Nummer 20 Freds Ziel, ging George auf, als er den „Landeanflug" seines Bruders beobachtete.

Jegliche Sorge, die er sich über eine eventuell unsanfte Landung von Fred gemacht hatte, verflog in dem Augenblick, als George mitbekam, wie in der Luft über dem Landefeld ein Wesen erschien, das an ein braunes Fellknäuel erinnerte. Das Geschöpf stieß ein belustigt klingendes Quietschen aus, als es Freds Anflug betrachtete. Dann begann es sich plötzlich rasant zu vervielfältigen, bis sich wenige Augenblicke später aus den vielen, vielen Fellknäueln ein wolkenähnliches und flauschig anzusehendes Gebilde geformt hatte.

Mitten darin landete Fred kurze Zeit später mit einem aufgeregt klingenden Ausruf. Die ‚Wolke' erbebte ein wenig unter dem Aufprall des Rothaarigen, schloß sich jedoch sofort schützend um die Gestalt des jungen Mannes. Was wiederum die Annahme der Zwillinge untermauerte, daß der Schöpfer dieses Spiels ihnen keinen Schaden zufügen wollte.

George wurde aus seinen Gedanken gerissen, als sich sein Bruder langsam Kopf voran aus dem Wolkengebilde herausgrub und dann – noch völlig aufgeregt nach dem Abenteuer seines Fluges – mit glänzenden Augen auf ihn heruntersah. „Das war unglaublich, George!", sprudelte es aus Fred heraus. „Echt unglaublich cool! Die Beschleunigung war fast so rasant wie auf einem Feuerblitz!"

Angesichts von Fred Enthusiasmus – und der kompletten Kehrtwende zu wenigen Minuten zuvor, als sein Bruder noch alles andere als begeistert von seinem bevorstehenden Flug gewesen war – grinste George: „Und du hattest nicht nur einen guten Flug, sondern noch eine echt weiche Landung dazu!"

Fred nickte bestätigend, während der Adrenalinstoß langsam abebbte. „Ja, weich und fluffig. Mein herzlichsten Dank dafür. Du hattest also Recht: wer auch immer uns dieses Spiel durchlaufen läßt, hat nicht vor, uns dabei zu gefährden."

„Sag ich doch", murmelte George mit einem Augenrollen, bevor er die Stirn runzelte, als ihm etwas auffiel. „Doch ich glaube, du solltest langsam von deiner flauschigen Wolke Abschied nehmen." Fred merkte auf, als er diese Worte seines Bruders vernahm, doch dann sah er, was George meinte – das wolkenähnliche Gebilde verflüchtigte sich langsam, als eines der braunen Fellknäuel nach dem anderen verschwand. Höchste Zeit also, wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen.

Fred richtete sich zu einer sitzenden Position auf und wartete auf den Augenblick, in dem so viele der braunen Geschöpfe, die seine Wolke gebildet hatten, unter seinen Füßen verschwunden waren, so daß er das Feld unter sich sehen konnte, bevor er mit einem kleinen Ruck vorwärts rutschte. Da er sich sowieso nur etwa einen Meter über dem Boden befunden hatte, war dieser Absprung nicht der Rede wert und Fred kam ohne Probleme auf.

Wenige Sekunden später hatte sich das Wolkengebilde aufgelöst und Fred wollte sich gerade ansehen, wo genau er jetzt auf dem Spielfeld gelandet war – als ihn ein Quietschen über ihm nochmals aufblicken ließ. Dort schwebte noch das letzte der braunen Fellknäuel, welches wohl auch das erste gewesen war. Ein weiteres Quietschen des Geschöpfs ließ Fred den Blick noch ein wenig höher heben, so daß er rechtzeitig nach der Karte greifen konnte, die auf ihn herabsegelte.

Stirnrunzelnd betrachtete er diese für einen Moment, bevor ihm einfiel, daß George ja zuvor auch jeweils eine Karte bekommen hatte, sobald er ein Glücksfeld betrat. „Da ist ja die Karte", hörte er im gleichen Moment auch George sagen, als hätte dieser seine Gedanken gelesen. „Ich dachte schon, du kriegst keine."

Sich zu seinem Bruder umsehend, antwortete Fred mit einem Augenrollen: „Glaubst du etwa, diese sonderbaren Karten wären nur für dich bestimmt, Bruderherz? Sie sind an die Glücksfelder gebunden; wer zuerst eines davon betritt, bekommt die Karte. Fragt sich nur, welchen Zweck sie haben."

„Und ob wir daher jedes Glücksfeld betreten müssen, um am Ende zu siegen", fügte George nachdenklich hinzu. „Vielleicht sind diese Karten eine Art Schlüssel." Der Gryffindor seufzte kurz, dann zuckte er mit den Schultern und meinte: „Wie auch immer. Jetzt bin ich erst einmal wieder an der Reihe."

Mit diesen Worten berührte er mit der Spitze seines Zauberstabes die gläserne Pyramide vor sich, welche sich daraufhin wie gewohnt mit roten und weißen Nebelschwaden füllte. Nach wenigen Sekunden zeigten sich zwei Felder in Weiß und ebenso viele in Rot – George durfte also zwei Felder vorrücken. Damit kam er auf dem vorletzten Glücksfeld zu stehen und stieß erleichtert den Atem aus, da er die Falle auf Feld 18 umgangen hatte. „Mal sehen, wie sich mein Glück präsentiert – vielleicht ist es ja so aufregend wie deines eben gerade", sagte der Gryffindor zu seinem Zwilling, der ebenso neugierig wie George auf das wirkte, was nun geschehen würde.

Das goldene Licht, welches jeweils dem Erscheinen der Wesen vorausging, die sie belohnten beziehungsweise in die Falle lockten, verhüllte zuerst den Blick auf den Neuankömmling. Dann zuckte George ein wenig zurück, als er sich plötzlich Auge in Auge mit einem goldenen Drachen wiederfand – dieser war zwar nicht besonders groß, aber dennoch eine ehrfurchtgebietende Erscheinung. Durch Charlies Faszination für Drachen waren die Zwillinge wie alle Mitglieder der Weasley-Familie bestens mit den Charakteristika dieser magischen Tiere bekannt, doch dieses Exemplar vor ihm konnte George keiner der ihm bekannten Arten zuordnen.

Ein aufforderndes Flügelschlagen machte dem Rothaarigen deutlich, daß er aufsitzen sollte – anscheinend würde auch er jetzt fliegen, jedoch auf andere Weise als Fred zuvor. Als er jedoch gerade Anstalten machte, vorsichtig auf den Rücken des Drachens zu steigen, wandte dieser ihm auf einmal den mächtigen Schädel zu und George sah, daß er eine Karte im Maul trug. Behutsam nahm George diese mit einem dankenden Nicken an das fremdartige Drachenwesen an sich, bevor er auf dessen Rücken Platz nahm.

Kaum hatte er sich einen Halt für seine Hände gesucht, hob der Drache auch schon mit einem schrillen Schrei und einem kräftigen Schlagen seiner Flügel ab. Für einen Augenblick schwebte er an einer Stelle, als warte er ab, bis sich George sicher genug fühlte, dann ging es los. Mit eleganten, sparsamen Flügelschlägen schwebte der Drache mit George auf seinem Rücken erst auf Fred zu, der ihnen bewundernd entgegenblickte, drehte dann zur Belustigung der Zwillinge eine Runde um diesen, bevor er schließlich das Feld 22 ansteuerte. Welches ein Schicksalszeichen trug.

„Oh je", stöhnte er auf, als er von dem Drachen absaß und diesem still für den Flug dankte. Der Drache stieß noch einmal seinen schrillen Ruf aus, bevor er in einem Schauer goldenen Lichtes verschwand. Ohne sich umdrehen zu müssen, konnte George das Verständnis seines Bruders für seine Worte sowie dessen Zustimmung fühlen, daß die Schicksalsfelder ihn bis jetzt öfter Pech als Glück gebracht hatten. „Wir nehmen wirklich fast jedes spezielle Feld mit, nicht wahr?", hörte George Fred noch sagen, bevor sich seine Aufmerksamkeit auf das Erstrahlen des Feldes richtete.

Aus dem Glanz des goldenen Lichtes materialisierte eine wiederum merkwürdig scheinende Gestalt, die das Aussehen eines Weckers mit Armen und Beinen hatte. „Ich frage mich wirklich, wer sich diese Wesen ausgedacht hat", murmelte der Gryffindor mehr zu sich selbst als zu Fred, der beim Anblick des weckerförmigen Wesens die Stirn runzelte und unwillkürlich einen Blick auf die große Sanduhr am Ende des Spielfeldes warf. Es wurde langsam knapp für sie, dachte der junge Mann, als er bemerkte, daß inzwischen gut über die Hälfte des Sandes bereits verronnen war.

Im nächsten Augenblick wurde Freds Aufmerksamkeit wieder auf seinen Bruder und das Wesen gelenkt, das nun darüber entscheiden würde, ob sich George vorwärts oder rückwärts auf dem Spielfeld bewegen würde. Das Geschöpf machte durch seine bunte, runde Erscheinung eigentlich einen freundlichen Eindruck, doch wußten die Brüder, daß der Schein trügen konnte. Die Zeiger auf dem Bauch des fremdartigen Wesens standen beide auf 12, doch dann begann sich der größere von ihnen plötzlich rasant zu drehen. Rund und rund drehte sich der Zeiger, daß George beim Beobachten schon ganz schwindelig wurde – doch dann wurde der Zeiger wieder langsamer und blieb schließlich auf der 11 stehen.

Während sich die Zwillinge noch fragten, was nun geschehen würde, schien es fast, als würde das Wesen mit den Schultern zucken, bevor es plötzlich einen Stab in der Hand hatte und mit dessen leuchtender Spitze auf George zeigte. Dieser wich ein wenig zurück, doch es brachte ihm nicht viel, denn die leuchtende Energie konzentrierte sich in Sekundenbruchteilen in einem faustgroßen Ball, löste sich von der Spitze des Stabes und kollidierte mit ihm. Der Aufprall war nur ein sanfter Schubs, dann drängte der Ball aus Energie George jedoch unerbittlich rückwärts – auf ein Fallenfeld.

Als der junge Mann das bemerkte, stöhnte er auf. „Also wirklich! Dann habe ich ja jetzt alles in einem Durchlauf geschafft – erst ein Glücksfeld, dann Schicksal und zu guter Letzt eine Falle. Halleluja."

„Es wird schon nicht so schlimm werden", versuchte Fred seinen Bruder aufzumuntern, erntete jedoch nur einen ungläubigen Blick. „Ich meine ja nur – es wäre schon ziemlich gemein, wenn die Falle dich jetzt zum Anfang zurückschicken würde, wo wir doch das Ziel schon sehen können", erklärte Fred seine Worte.

„Das heitert mich jetzt nicht gerade auf, Bruderherz", brachte George gerade noch hervor, bevor das wellenförmige Zeichen für die Falle golden zu strahlen begann, als diese sich aktivierte. George fühlte sich plötzlich an einen seiner ersten Züge erinnert, als er dabei zusah, wie sich in Sekundenbruchteilen über seinem Kopf goldene Energie sammelte, bevor urplötzlich Lichtblitze auf ihn zuschossen. Er machte sich bereit zurückzuweichen, doch war dies dieses Mal anscheinend nicht die Reaktion, die von ihm erwartet wurde. Das erkannte der Rothaarige daran, daß die Blitze – die sich kurz darauf als goldene Schwerter herausstellten – ihn einzukesseln begannen. Es dauerte nicht lange und George, der sich in die Mitte des Feldes zurückgezogen hatte, merkte, daß der Schwerterregen ihn in ein leuchtendes Gefängnis in Form eines Dreiecks einschloß. Anscheinend mußte er dieses Mal keine Felder zurückgehen, sondern wurde an Ort und Stelle festgesetzt.

„Wundervoll", grummelte er ein wenig entnervt über dieses Manöver vor sich hin, als das Bombardement aus leuchtenden Schwertern schließlich aufhörte. „Wirklich wundervoll."

„George, alles in Ordnung bei dir?", wollte Fred von seinem Bruder wissen. „Aber sicher doch", gab der Angesprochene sarkastisch zurück, „Bis auf die Tatsache, daß ich ziemlich effektiv festgesetzt wurde und uns immer mehr die Zeit davonläuft, geht es mir prächtig."

„Hey, nicht gleich aufgeben! Wir haben noch gut ein Drittel der Zeit, die uns zur Verfügung gestellt wurde, übrig", gab Fred zurück. „Wir schaffen das schon! Wäre doch gelacht, wenn wir uns von irgendjemandem, der uns nicht einmal sein Gesicht zeigt, schlagen lassen!"

George, der sich sein leuchtendes Gefängnis neugierig betrachtet hatte, blickte bei den kämpferischen Worten seines Zwillings mit einem kleinen Lächeln zu diesem hinüber. „Ok, ok! Niemand hat etwas von aufgeben gesagt! Mach deinen Zug, damit wenigstens einer von uns von der Stelle kommt!"

Fred ließ den Worten seines Bruders Taten folgen, konnte jedoch seinerseits ein entnervtes Aufstöhnen nicht unterdrücken, als ihm das Ergebnis ebenfalls zum Schicksalsfeld 22 wies. „Oh klasse, das kann ja lustig enden", murmelte er vor sich hin, als er dem goldenen Pfeil von der Spitze seiner Pyramide folgte.

Skeptisch musterte er das – wie bereits bei George zuvor – aufgetauchte Wesen in der Gestalt eines kunterbunten Weckers, welches ihn seinerseits für einen Moment mit - so schien es Fred jedenfalls - stiller Belustigung ansah, bevor es seinen großen Zeiger ein zweites Mal in wildes Kreiseln versetzte. Obwohl ihm wie George schon beim Zuschauen schwindelig zu werden drohte, versuchte Fred, dem Zeiger mit den Augen zu folgen und spürte, wie sich seine Nackenhaare voller Anspannung aufstellten, als der Zeiger langsam austrudelte.

Sollte der Zeiger erneut auf der 11 stehenbleiben, würde er bei George auf Feld 21 landen und seinen Bruder damit an den Start des Spiels zurückwerfen. Fred war sich sicher, daß es ihnen in diesem Fall niemals gelingen würde, beide vor Ablauf der Zeit das Ziel zu erreichen. An der ominösen Stille hinter sich konnte Fred erkennen, daß sein Zwilling zu dem gleichen Schluß wie er gekommen war – sicher hingen Georges Augen genauso gebannt wie die seinen an dem langsamer werdenden Zeiger

Jetzt hing alles davon ab, wo der Zeiger stehenblieb.

Bange Sekunden verstrichen und dehnten sich für die zwei Brüder zu kleinen Ewigkeiten, als der Zeiger seine Kreise zog, auch wenn er nach und nach immer langsamer von Zahl zu Zahl weitersprang. Kurz vor der 9 war er schon bedenklich langsam geworden, quälte sich scheinbar zur 10 und dann zur 11, was Fred schon fast resigniert die Augen schließen ließ. Doch das leise Klacken belehrte ihn darüber, daß das Schicksal anscheinend gnädig gestimmt war, denn der Zeiger wanderte mit – wie es schien riesiger Anstrengung – weiter auf die 12 und sogar noch einen Schritt weiter. Erst auf der 1 blieb er schließlich mit einem endgültigen Klacken stehen.

Fast eine Minute blieb es still zwischen den Brüdern, dann entließ Fred geräuschvoll den Atem, von dem er gar nicht gemerkt hatte, daß er ihn vor Spannung angehalten hatte. „Glück gehabt", murmelte er. „Puh, dieses Spiel kostete Nerven", fügte er noch hinzu, bevor er der Weisung des Wesens vor ihm folgte und ein Feld weiter nach vorn ging, woraufhin das Geschöpf verschwand.

Dieses Feld war ein normales Feld, wodurch Freds Zug beendet war. Doch als er sich zu seinem Bruder umsah, erkannte er anhand von dessen Gesichtsausdruck, daß das Fallenfeld für George vorerst wohl das Äquivalent für „Aussetzen" bedeutete. Diese Annahme wurde dadurch bestätigt, daß sich zwar die leuchtenden Schwerter auf der rückwärtigen Seite des Dreiecks, das George einschloß, auflösten, die restlichen zwei Seiten jedoch weiterhin den Weg nach vorn versperrten. Interpretierte er das Geschehen richtig, so hatte George noch zweimal auszusetzen, bevor er seinen nächsten Zug machen konnte, bemerkte Fred.

Nun, daran konnte er nichts ändern. Daher war es wohl das Beste, wenn er seine eigenen Züge schnell vollzog. Desto eher war sein Zwilling wieder im Spiel. Der Gryffindor tippte also seine Pyramide an und verfolgte aufmerksam das Spiel der zweifarbigen Nebelschwaden. Seine derzeitige Position auf Feld 23 war eine relativ sichere, da keine der Varianten des Ergebnisses ihn auf das letzte Fallenfeld vier Felder voraus befördern würde. Er konnte entweder eine 1, 2 oder 3 bzw. 5 bekommen. Oder er würde aussetzen müssen. Nach der ganzen Anspannung eben war das eine willkommene Abwechslung.

Kurz darauf stahl sich ein kleines Lächeln über Freds Züge, auch wenn er insgeheim gehofft hatte, daß er ein noch besseres Ergebnis erzielen würde. Mit einer „5" wäre er aller Sorgen um Fallen ledig gewesen, so jedoch gelangte er mit seiner „3" genau bis vor dieses Spezialfeld. Fred hoffte, daß sein nächster Zug nicht ausgerechnet eine „1" sein würde. Vorerst war jedoch ein Zug problemlos für ihn vonstatten gegangen – und es bedeutete auch, daß nun Georges Schwerterbarriere eine weitere Seite einbüßen würde, indem dieser ein zweites Mal aussetzte.

Im nächsten Moment schüttelte Fred halb belustigt, halb resigniert den Kopf, als nach dem Zuschauen beim Verblassen der zweiten Schwerterreihe vor George dieses Mal auch er aussetzen mußte und damit auf Feld 26 stehenblieb. „Damit wären deine drei Züge aussetzen gleich vorbei", rief Fred seinem Bruder zu, während er zusah, wie sich die letzten Schwerter ebenfalls in goldene Lichtpunkte auflösten und den Weg für George wieder freimachten. „Nach meinem nächsten Zug bist du dann wieder einmal dran."

„Wird ja auch Zeit", hörte er George grummeln. Der rothaarige Gryffindor tappte mittlerweile ungeduldig mit dem Fuß, da er endlich wieder mit einem wirklichen Zug an die Reihe kommen wollte. In der oberen Hälfte der Sanduhr befand sich nur noch ein kleiner Anteil Sand – ihre Zeit wurde langsam wirklich knapp.

Auch Fred hatte ihr Zeitlimit im Blick behalten und verschwendete daher keine weitere Sekunde mit Reden, sondern tippte wiederum seine Pyramide an, damit er weiterkommen würde. Angespannt wartete er, daß der Tanz der Nebelschwaden enden würde und hoffte dabei aus tiefstem Herzen, daß er nicht ausgerechnet jetzt noch eine „1" bekam und damit auf dem letzten Fallenfeld landete. Wer wußte schon, was bei dieser Falle geschehen würde? Bestenfalls würde er mehrere Felder zurückfallen, schlimmstenfalls vielleicht sogar an den Anfang des Spiels transportiert werden… und damit wäre das Spiel sicher verloren, da er dann nicht innerhalb der ihnen noch zur Verfügung stehenden Zeitspanne nochmals das gesamte Spielfeld überqueren konnte.

Fred schloß die Augen, als er sah, wie sich die Nebelschwaden langsam trennten und die vier Seiten der Pyramide zu füllen begannen. Einerseits wollte er das Spiel endlich zu Ende bringen, andererseits war er nicht sicher, daß ihm jetzt – so kurz vor dem Ende – das Glück noch hold bleiben würde.

Der Ruf seines Namens aus dem Munde seines Bruders ließ Fred die Augen wieder öffnen und zaghaft auf das Ergebnis seines „Wurfes" blicken – und dann seufzte er tief und voller Erleichterung auf. Eine „3" prangte groß über der Pyramidenspitze und der goldene Pfeil ging über das Fallenfeld hinaus bis zu Feld 29. Glück gehabt. Schnell legte der Rothaarige die wenigen Schritte zurück und stieß nochmals geräuschvoll die Luft aus, während er sich zu George umdrehte. „Ich habe es fast geschafft", rief er seinem Bruder mit neu erwachtem Enthusiasmus zu. „Mach, daß du in die Gänge kommst!"

„Du hast gut reden", erwiderte George mit einem leichten Grollen, bevor er seine Pyramide antippte. Genauso wie Fred wollte er endlich das Ende des Spielfeldes erreichen und erfahren, was für einen Preis sie für ihr Durchhalten dieses merkwürdigen Spiels erhalten würden.

Und wie ihn zu belohnen, leuchtete Sekunden später das beste Ergebnis eines „Wurfes" an der Pyramidenspitze und hieß George fünf Felder weiter auf das Feld mit der Nummer 26 vorrücken. Dem Feld, auf dem kurz zuvor noch Fred gestanden hatte. Anscheinend erhielten sie gerade eine Atempause – oder eine erste Belohnung. So kurz vor dem Ziel wieder an den Start zurückkehren zu müssen, da einer von ihnen den anderen hinausschmiß, wäre wirklich zu ärgerlich gewesen.

Fred hatte die gleiche Beobachtung wie George gemacht und schenkte ihm daher eine gehobene Augenbraue, bevor er zu seinem nächsten Zug ansetzte. Doch als die Schwaden roten und weißen Nebels schließlich im Verhältnis 1:3 die vier Seiten der Pyramide füllten, wurde klar, daß jetzt eine neue Schwierigkeit auf den Gryffindor wartete: er mußte entweder eine 1 oder eine 2 bekommen, um ins Ziel zu gelangen. Eine „3", wie sie auf der Spitze seiner Pyramide gerade leuchtete, brachte ihn jetzt nicht mehr weiter.

„Ich glaub' es nicht", seufzte Fred auf und verschränkte die Arme vor der Brust, während er zu seinem Zwilling sagte: „Unser Freund macht es aber wirklich spannend bis zum letzten Augenblick, nicht wahr?" „Allerdings", stimmte George vorbehaltlos zu. „Und das heißt, wir können uns immer noch gegenseitig aus dem Spiel nehmen…" Fred schüttelte den Kopf. „Das wäre wirklich ziemlich gemein, finde ich. So dicht vor dem Ziel…" „Ist ja nicht so, als ob er auch will, daß wir unbedingt gewinnen", meinte George noch, bevor er seinen nächsten Zug einleitete.

Sekunden später fluchte er. „Also wirklich! Muß das denn sein?" Sein Zug brachte ihn auf das Fallenfeld, welches Fred übersprungen hatte. Kaum hatte der Gryffindor das Feld betreten, aktivierte sich die Falle auch schon. Doch dieses Mal begann nicht das Fallenfeld in goldenem Licht zu erstrahlen, sondern vielmehr eines der Felder hinter ihm. Bevor George noch einen weiteren Kommentar abgeben konnte, erschien in der Luft über Feld 23 in einem Lichtblitz ein neues der fremdartigen Wesen, welches eine lange Eisenkette mit einem dreizackigen Gewicht am Ende in der Hand hielt und diese auch sofort zu schwingen begann. In immer größeren Kreisen schwang die Kette, bevor das Geschöpf sie plötzlich warf – und sich die Eisenkette daher um Georges Hüfte wand und verhakte. Der junge Mann konnte gerade noch einen erstaunten, ahnungsvollen Blick mit seinem Bruder tauschen, bevor er auf einmal mit einem kräftigen Ruck zurückgerissen wurde.

George konnte einen erschrockenen Aufschrei nicht unterdrücken, als er so unzeremoniell durch die Luft segelte – und dann ebenso plötzlich von kräftigen Armen aufgefangen wurde, bevor ihn sein „Fänger" wieder auf dem Boden abstellte, während sich die Eisenkette in goldenem Licht auflöste. Sekundenbruchteile später war auch das fremdartige Wesen wieder verschwunden und George konnte nur mit Mühe den Wunsch unterdrücken, wie ein kleines Kind trotzig mit dem Fuß aufzustampfen angesichts der Tatsache, daß er sich nunmehr wieder fast am Anfang der letzten Spielfeldreihe befand.

Es schien fast so, als wolle wirklich jemand verhindern, daß er das Ziel noch vor Ablauf der Zeit erreichte – wie als Ausgleich für das Glück, welches seinem Bruder zur Seite zu stehen schien. Dieser wußte nicht so recht, ob er über das Pech von George, ausgerechnet auf das letzte Fallenfeld zu kommen, lachen oder weinen sollte – wie sie schon früher gesagt hatten, nahmen sie zwischen sich anscheinend wirklich fast jedes Spezialfeld mit.

Apropos Spezialfeld. Freds Blick fiel auf das Feld 28, welches das fünfte Glücksfeld des Spieles war und der junge Mann runzelte die Stirn. Bis jetzt hatten sie stets beim Betreten eines Glücksfeldes eine dieser merkwürdigen Karten bekommen, von denen sie zwar noch nicht wußten, wozu sie gut sein würden, die ihnen aber dennoch sicher nicht ohne Grund ausgehändigt wurden. Was, wenn sie alle fünf „Glückskarten" benötigten, um das Spiel siegreich abzuschließen? Dann hing es von George ab, auf Feld Nummer 28 zu landen, denn er selbst war ja inzwischen darüber hinaus, sinnierte Fred. Wie wohl die Chancen dafür standen, daß sein Bruder ausgerechnet die nötigen Zahlen bekommen würde, um auf dem Glücksfeld zu landen? Fred wollte es eigentlich gar nicht wissen.

Daher tippte er nun, da er wieder am Zuge war, zum wiederholten Male mit der Spitze seines Zauberstabes die geduldig vor ihm schwebende Pyramide an, um vielleicht dieses Mal die richtige Zahl zu erhalten, um das Spiel zu beenden oder wenigstens einen Schritt weiter Richtung Ziel zu machen. Und dieses Mal war ihm jemand gnädig, denn er bekam eine „2", was bedeutete, für ihn war das Spiel damit gewonnen.

Mit einem raschen Schritt überquerte Fred die Ziellinie, woraufhin ein melodischer Ton erklang und sich die Dunkelheit vor ihm erhellte. Ein riesiges, reich mit fremdartigen Zeichen verziertes Portal wurde sichtbar, das jedoch mit schweren Riegeln und Ketten verschlossen war. Fred war sich unwillkürlich sicher, daß es ihm oder George unmöglich sein würde, dieses Portal zu öffnen.

Mit einem Stirnrunzeln wandte er sich daher dem halbhohen Steinpodest vor dem Portal zu, auf dessen Oberfläche fünf gleich große, nebeneinander angeordnete Vertiefungen zu sehen waren, deren Zweck ihm im ersten Moment unerklärlich blieb. Dann fiel dem Rothaarigen jedoch plötzlich auf, daß die Vertiefungen genau die Größe der Karten besaßen, die George und er beim Betreten der Glücksfelder bekommen hatten – und dies bedeutete, sie würden wirklich alle fünf Karten brauchen, um damit das Portal öffnen zu können!

Rasches Schrittes kehrte Fred zur Ziellinie zurück und damit zu George, der seine Handlungen während der letzten Minuten vorerst ignoriert hatte, um stattdessen selbst weiterzukommen. Sein Zug hatte ihn jedoch wieder auf Feld 26 landen lassen, was George halb resigniert den Kopf schütteln ließ, weil er sich schon halb wieder im Griff der Eisenkette sah. Auch wenn ihm klar war, daß diese Möglichkeit nur eine 20prozentige Chance auf Eintreten hatte, war er inzwischen nicht mehr gerade sehr optimistisch, das Ziel noch innerhalb der verbleibenden Zeit zu erreichen. Der Sand in der großen Sanduhr war fast völlig durchgelaufen; nach Georges Schätzung blieben ihm vielleicht noch fünf Minuten, bis die Zeit vorbei war.

Daher blickte er Fred auch etwas entgeistert an, als dieser ihm zurief: „Du mußt eine 2 bekommen, George! Wir brauchen die fünfte Karte, um das Portal öffnen zu können!"

„Was für ein Portal?" Als Antwort wies sein Bruder hinter sich, wo George nunmehr ebenfalls das riesige Tor mit dem Steinpodest in Augenschein nahm. Von seiner Position auf dem Spielfeld her konnte George nicht genau erkennen, was es mit dem Podest auf sich hatte, doch wie Fred zuvor wurde ihm klar, daß sein Bruder und er nicht in der Lage sein würden, das Portal aus eigener Kraft zu öffnen. Dafür waren wohl die Karten der Glücksfelder nötig, von denen Fred nur eine erhalten hatte, während George bis jetzt drei besaß.

Und wenn sie wirklich alle fünf Glücksfeld-Karten benötigten, bedeutete das für ihn, daß er jetzt nicht nur nicht wieder eine 1 beim „würfeln" bekommen durfte, sondern auch keine „3" oder „5". Denn damit würde er zwar wahrscheinlich noch innerhalb des Zeitlimits die Ziellinie überschreiten, doch ihr endgültiges Ziel hätten Fred und er nicht erreicht. Alles hing jetzt davon ab, daß er eine „2" bekam.

„Das ist ja jetzt überhaupt kein Erwartungsdruck", murmelte George, während er die Pyramide berührte. „Komm schon, tu mir den Gefallen, ich hab' genug Rückschläge hinnehmen müssen", fügte der Gryffindor noch an die Pyramide gewandt hinzu, als könne er diese damit beeinflussen. Doch das Schicksal hielt ihn erst einmal noch hin – denn alle vier Seiten der Pyramide füllten sich mit rotem Nebel, wodurch George aussetzen mußte.

Ein angespanntes Grollen entfuhr dem jungen Mann und auch Fred trat ungeduldig auf der Stelle, während er aus den Augenwinkeln der Sanduhr immer wieder nervöse Blicke zuwarf. Ungerührt von der Anspannung der Brüder verrann Sandkorn um Sandkorn – und in der oberen Hälfte war nur noch ein sehr geringer Rest von ihnen übrig.

Höchste Eisenbahn also, um das Spiel zu beenden.

Mit einem tiefen Atemholen hob George den Zauberstab, als seine Pyramide nach einigen Sekunden des Wartens wieder vor ihm erschien und damit deutlich machte, daß er wiederum an der Reihe war. Gedanklich die Daumen drückend, aktivierte der Gryffindor ein weiteres Mal den Tanz der Nebelschwaden und murmelte leise vor sich hin: „Eine Zwei, eine Zwei, eine Zwei… bitte, eine Zwei."

George war so auf sein leises Mantra konzentriert, daß ihm fast entgangen wäre, daß das Daumendrücken anscheinend geholfen hatte – an der Spitze der Pyramide leuchtete es, das gewünschte Ergebnis: „2". Und der goldene Pfeil zeigte auf das letzte Glücksfeld.

„Ja! Sehr gut!", hörte George seinen Zwilling begeistert ausrufen. „Es wurde aber auch langsam Zeit, daß mal zu unseren Gunsten entschieden wird", fügte Fred noch hinzu, während er George dabei beobachtete, wie dieser mit raschen Schritten das Feld 28 betrat, so als fürchte er, sonst werde noch etwas dazwischen kommen.

Doch niemand hinderte George daran, seinen Preis – die fünfte und letzte Karte – von dem blonden Wesen in einem pink-hellblauem Kleid und spitzem Hut entgegenzunehmen. Das Mädchen überreichte ihm – angesichts seiner offenkundigen Erleichterung über das Erreichen dieses wichtigen Feldes lächelnd – die Karte mit der linken Hand, bevor sie das Zepter in der Rechten hob. Pinkfarbenes Licht sammelte sich um die Kugel an dessen Spitze, umhüllte dann George wie eine sanfte Umarmung, hob ihn empor und ließ ihn über die Ziellinie schweben.

Und kaum hatten die Füße des jungen Mannes den Boden wieder berührt, rieselten auch die allerletzten Sandkörner unter dem Hall dumpfer Gongschläge in die untere Hälfte der Sanduhr. George hatte das Spiel wirklich in allerletzter Sekunde noch beendet. Als das blonde Mädchen mit dem spitzen Hut die deutliche Erleichterung der Zwillinge angesichts dieses knappen Sieges sah, warf sie ihnen mit lachenden blauen Augen noch eine Kußhand zu, bevor auch sie in einem goldenen Lichterregen verschwand.

George blies die Wangen auf. Sein „das war wirklich knapp" wurde von seinem Bruder mit den Worten erwidert: „Wer von uns hat sich denn Zeit gelassen, bis es sich nur noch um Sekunden handelte? Wolltest es unbedingt spannend machen, was?" „Als wenn ich eine Wahl gehabt hätte", meinte George.

Sich durch die kurzen roten Haare fahrend, fügte er hinzu: „Ok, weiter im Text. Wie müssen wir die fünf Karten nutzen, um das Portal zu öffnen?" Bei seinen Worten hatte George gleichzeitig in seine Hosentasche gegriffen und die drei Karten hervorgeholt, welche er schon in früheren Teilen des Spiels bekommen hatte. Zusammen hatte er also vier der fünf nötigen Karten erhalten.

„Komm mit, ich denke ich weiß schon, wie wir sie einsetzen müssen", sagte Fred, während er sich gleichzeitig herumdrehte und zu dem Steinpodest zurückkehrte. „Siehst du hier die Vertiefungen? Es sind fünf, und sie sind genau groß genug, um die Karten darin abzulegen."

George war bei den Worten seines Bruders an dessen Seite getreten und musterte die Vertiefungen für einen Moment nachdenklich. „Ok, einen Versuch ist es allemal wert", stimmte er Fred zu und ließ gleich Taten folgen. Nacheinander legte er alle vier Karten in die Vertiefungen, während Fred zum Schluß seine fünfte Karte hinzufügte. Aufmerksam beobachten die Brüder das Portal. Ob sich dieses nun für sie öffnen würde und sie den angekündigten Preis in Empfang nehmen konnten?

Doch nichts geschah. Enttäuschung zeichnete die Gesichter der Zwillinge, als all ihre Mühen und ihr Einsatz während des Spiels völlig umsonst schienen. „Das ist nicht fair", entfuhr es George. „Wir haben alle Hindernisse überwunden, die fünf Glücksfelder-Karten eingesammelt – und trotzdem öffnet sich das Portal nicht?"

Auch Fred runzelte die Stirn, doch dann senkte er den Blick wieder auf die fünf Karten. Nachdenklich biß er sich auf die Unterlippe, während er herauszufinden versuchte, was sie falsch gemacht haben könnten. Und als er die Abbilder auf den Karten näher betrachtete, fiel ihm etwas auf. Auf zwei der Karten waren Arme abgebildet, und ebenso auf zwei weiteren Karten zwei Beine. Die fünfte Karte zeigte ein Gesicht.

Vielleicht lag es an der Anordnung! George und er hatten die fünf Karten einfach nacheinander in den Vertiefungen platziert, ohne auf eine bestimmte Reihenfolge zu achten. Doch anscheinend war diese wichtig. Fred rollte gedanklich die Augen – ihr Herausforderer machte die Sache wirklich bis zum Letzten spannend.

Er griff nach der Karte mit dem Gesicht und tauschte sie mit der, welche zuvor in der Mitte der Reihe gelegen hatte. Diese wiederum, welche bei genauerer Betrachtung einen linken Arm zeigte, platzierte Fred dann links des Gesichtes, sowie ganz links außen die Karte des linken Beins.

George war seinem Gedankengang offensichtlich gefolgt und hatte ebenfalls begriffen, daß die Anordnung der Karten von Bedeutung war. Als Fred jedoch den rechten Arm rechts neben dem Gesicht platzierte, hielt ihn sein Bruder auf einmal auf und meinte: „Warte, Fred. Die Anordnung ist noch immer falsch – wir müssen miteinbeziehen, daß wir ja die Figur, die sich aus den Karten bilden läßt, spiegelverkehrt sehen. Der linke Arm und das linke Bein müssen daher rechts der Karte mit dem Gesicht liegen…"

„… und das rechte Bein sowie der rechte Arm dann links des Gesichts", vervollständigte Fred den Satz und tauschte rasch die Karten dementsprechend aus. „So, jetzt müßte es aber richtig sein", meinte er dann und blickte erwartungsvoll auf.

Und dieses Mal wurden die Brüder auch nicht enttäuscht. Während die fünf Karten in den Vertiefungen des Steinpodests eine nach der anderen aufleuchteten, erschienen in gleicher Reihenfolge vor dem Portal größere Abbilder der Gliedmaßen auf den Karten. Erst ein riesiger, muskelbepackter rechter Arm. Ein ebenso kräftig wirkendes rechtes Bein. Dann die Entsprechungen für die linke Seite des sich bildenden Körpers. Und zuletzt erschien aus dem goldenen Licht ein streng blickendes, fast bedrohlich anmutendes Gesicht.

Das Wesen war in seiner Vollständigkeit Ehrfurcht einflößend, wie es golden schimmernd und riesig vor dem nun wesentlich kleiner wirkenden Portal aufragte und schweigend auf Fred und George niederblickte, welche mit weit aufgerissenen Augen zurückstarrten. Für mehrere lange Momente bewegte sich keiner von ihnen, dann wandte sich das riesige Geschöpf plötzlich schweigend um und trag auf das Portal zu. Mit seinen gewaltigen Händen griff es nach den Ketten, die das Portal verschlossen und zerbrach diese mit fast achtlos scheinender Leichtigkeit. Zuletzt hob es mühelos die schweren Riegel an, woraufhin sich die Tore des Portals zu öffnen begannen.

Die Zwillinge hatten dem Geschehen atemlos und völlig gebannt von diesem Geschöpf zugesehen.

Hagrid würde dieses seltsame Wesen sicher lieben', fuhr es George durch den Sinn. ‚Es ist gewaltig, furchteinflößend anzusehen und wenn es real wäre, ein sicher nicht zu unterschätzender Gegner. Zu unserem Glück scheint es uns wohlgesonnen zu sein… jedenfalls zeigte sich, daß die fünf Karten wirklich eine Bedeutung hatten. Fred oder mir wäre es nie gelungen, die dicken Ketten förmlich zerbröseln zu lassen oder die Riegel anzuheben, als wären sie leicht wie Papier.'

„Das ist echt cool", murmelte auch Fred völlig fasziniert von dem Geschehen. „Das ganze Spiel war vollkommen anders als jedes Spiel, welches mir bis jetzt untergekommen ist – doch diese seltsamen Wesen, welche immer auftauchten, waren eindeutig das Beste an der ganzen Sache. Unser Herausforderer hat anscheinend sehr viel Phantasie, um das alles zu erschaffen. Auch wenn ich zugeben muß, daß ich froh bin, ihm", hier deutete Fred auf das goldene Wesen, das gerade die Tore des Portals soweit aufzog, damit jemand hindurchtreten konnte, „nicht in natura zu begegnen. Das wäre ein ziemlich beängstigendes Zusammentreffen, meinst du nicht?"

Da die letzten Worte an ihn gerichtet waren, nickte George bestätigend, da diese genau seinen Gedankenverlauf widerspiegelten. „Ich hab' gerade das Gleiche gedacht, Fred. Hagrid wäre allerdings sicher begeistert von einem derartigen Treffen." Unwillkürlich schüttelte sich der Gryffindor. „Gut, daß es dazu nicht kommen wird… auch wenn dieses Spiel sicher ein Verkaufsschlager wäre."

Keiner der Zwillinge hatte bisher in der Zaubererwelt Wesen wie die während des gerade von ihnen gewonnenen Spiels gesehen, daher war es ihnen nicht zu verdenken, daß sie annahmen, die Geschöpfe und Effekte, welche sie erlebt hatten, entsprängen überbordender Phantasie. Es würde noch eine ganze Weile dauern, bis sie erkennen würden, daß sie mit ihrer Annahme völlig falsch gelegen hatten und es Duel Monster wirklich gab.

Vorerst beeilten sie sich jedoch unwillkürlich, ihrem „Pförtner" dafür zu danken, daß er ihnen das Portal geöffnet hatte, als sich das goldfarbene Wesen nach vollbrachter Tat wieder zu ihnen umwandte. Das strenge Gesicht des Geschöpfs zeigte keinerlei Regung angesichts ihrer Dankesworte, doch die Zwillinge konnten spüren, daß ihre Handlung wohlwollend registriert worden war. Dann verschwand die riesige Gestalt wie auch die vorherigen in einer Wolke goldener Lichtpunkte und ließ Fred und George allein vor den geöffneten Portaltüren zurück.

Die Brüder warfen noch einen langen Blick auf das Spielfeld zurück, welches sie während der letzten Stunde in solch interessanter Weise beschäftigt hatte – das Ziel zu erreichen war für die Beiden wirklich eine nicht zu unterschätzende Herausforderung gewesen. Beide jungen Männer waren insgeheim wirklich sehr neugierig, wer hinter all dem steckte – die Person wäre ein geeigneter Partner für sie bei ihren Scherzen. Immerhin war es ihr gelungen, sie unerkannt während einer ganzen Woche mit den verschiedensten Streichen zu ‚plagen'.

„Komm jetzt, laß uns gehen und unseren Preis in Empfang nehmen", meinte George zu seinem Bruder, während er ihn mit sich in Richtung des offenen Portals zu ziehen begann. Fred grummelte ein wenig angesichts der etwas unsanften Behandlung, widersetzte sich jedoch nicht, da er ebenso neugierig auf die Art ihres Preises war.

„Ich komme ja schon", erwiderte er, bevor er schließlich sogar als Erster durch die weit aufgezogenen Portaltüren schritt, dicht gefolgt von George. Kaum hatten sie das Tor durchschritten, schloß sich dieses wieder hinter ihnen – mit einer angesichts seiner Größe erstaunlichen Schnelligkeit und Lautlosigkeit. Dunkelheit umgab die Zwillinge, nachdem der Durchgang sich geräuschlos wieder völlig geschlossen hatte.

Aufgeschreckt und ein wenig nervös zückten Fred und George angesichts dieser unerwarteten Situation ihre Zauberstäbe und hielten diese abwehrbereit vor sich. Fred flüsterte wenige Augenblicke später einen Lumos-Zauber, damit sie ihre Umgebung besser erkennen konnten – doch der Lichtkegel reichte nicht so weit, wie sie es sonst von der Stärke des Lichtzaubers gewohnt waren. Nur knapp drei Meter im Radius um sie herum erhellte sich die Dunkelheit, dahinter herrschte totale Schwärze und die Zwillinge bekamen das Gefühl, daß in eben jener Schwärze Kreaturen lauerten, denen sie lieber nicht von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen wollten.

Bevor sie jedoch wirklich ängstlich werden konnten, regte sich etwas in der Dunkelheit hinter ihnen und eine Hand landete jeweils auf ihrer rechten Schulter. Die Brüder wollten sich instinktiv umwenden, um die Personen in Augenschein zu nehmen, die von hinten an sie herangetreten waren – doch seltsamerweise konnten sie sich nicht bewegen.

Gut gemacht, junger Zauberer', hörte Fred eine tiefe, raue Stimme in seinen Gedanken erklingen. ‚Ich werde dir zur Seite stehen, solltest du je Hilfe benötigen.'

George hatte ein ganz ähnliches Erlebnis, da ihm jemand mental versicherte: ‚Ihr habt diese Prüfung bestanden, daher ist dir von nun an in jeglicher Gefahr mein Schutz gewiß, Zauberlehrling.'

In beiden Gryffindor regte sich angesichts dieser lobenden Worte ein Gefühl des Stolzes – so als hätten sie etwas ganz Bestimmtes geschafft, dessen ganze Bedeutung sie zwar noch nicht logisch erfassen, aber doch bereits spüren konnten. Als hätte das Spiel einen tieferen Sinn gehabt, von dem sie nur noch keine Ahnung hatten.

Bevor sie jedoch dazu kamen, den Verursachern des gedanklichen Lobes Fragen zu stellen, spürten die Brüder, wie sich die Hände von ihren Schultern wieder zurückzogen – bevor etwas Rechteckiges vor ihren Augen Richtung Boden zu schweben begann. Sowohl Fred als auch George griffen instinktiv danach und hielten gleich darauf den jeweiligen Gegenstand in den Händen – Karten.

„Schon wieder Karten?", entfuhr es George verblüfft, während er die in seiner Hand stirnrunzelnd musterte, als würde sich ihm dadurch der Grund erschließen, aus dem sowohl er als auch sein Bruder erneut Karten erhielten, auf denen diese fremdartigen Wesen abgebildet waren.

Bevor Fred jedoch dazu kam, ihm zu antworten oder selber eine Frage zu stellen, wurde die Dunkelheit um sie herum mit einem Schlag von einem Lichtblitz erhellt. Geblendet von dem plötzlichen Schein hoben die Brüder unwillkürlich die Arme vor die Augen, um diese zu schützen. Und als sie wenig später die Augen wieder öffneten, erkannten sie voller Verwunderung, daß sie sich wieder im Schlafsaal der Gryffindor-Jungen befanden. Dort, wo das ganze Abenteuer seinen Anfang genommen hatte.

„Das war es also?", entwich es Fred etwas konsterniert. „Wir machen das Spiel mit, gewinnen in letzter Sekunde – und erfahren dennoch nicht, wer hinter allem steckt? Alles, was wir vorweisen können, sind…"

„Die Karten", vervollständigte George wesentlich ruhiger.

Er hatte die Karte, welche er erhalten hatte, in den letzten Sekunden ausgiebig betrachtet und auch wenn er beim besten Willen nicht hätte erklären können, warum er so fühlte, so war er doch instinktiv sicher, daß die Karte in seiner Hand sehr viel wertvoller war, als es auf den ersten Blick den Anschein hatte. Und dann war da noch das mentale Versprechen von Hilfe, sollte er je in Gefahr geraten.

George wußte nicht, welcher Zauber in Kraft getreten war, als Fred und er nach dem Ende des Spiels durch das Portal schritten – doch der Preis, den sie erhalten hatten, war besser, als nur die Identität ihres Herausforderers zu erfahren. Irgendwie würden sie schon herauskriegen, wer die Person war.

„Was hast du?", fragte in diesem Moment Fred. Der Rothaarige hatte sich ebenfalls ein wenig beruhigt und legte nun fragend den Kopf ein wenig schief, während er auf eine Antwort seines Zwillings wartete. „Du bist so ruhig, nachdem wir nicht einmal erfahren haben, wer uns die letzte Woche an der Nase herumgeführt hat."

„Ich glaube, diese Karten bergen einen Zauber", meinte George sinnend. „Bevor sie auftauchten, hat mir jemand versprochen, mich bei Gefahr zu beschützen und …" Der junge Mann brach ab, als Fred sichtlich aufmerkte und dann ausrief: „Bei mir war es ganz genauso! Eine Stimme sagte, sie werde mir zu Seite stehen, sollte ich Hilfe benötigen."

Der Gryffindor schwieg, bevor es in seinen Augen aufblitzte und er nachdenklich anmerkte: „Du denkst, unser Preis ist ein personalisierter Schutzzauber? Das wäre wirklich nicht schlecht – doch diese Art von Zauber ist schwierig, George, sehr schwierig sogar! Ich wüßte auf Anhieb niemanden, der sie so gut beherrscht, daß er sie zum Preis für ein Spiel machen würde."

„Ich auch nicht", gab George zu. „Doch das ist die beste Erklärung, die mir im Augenblick einfällt. Ich…"

Weiter kam er nicht in seiner Rede, denn die Tür zum Schlafsaal flog auf und Ron kam herein, gefolgt von Harry. „Hier treibt ihr euch also herum!", entwich es Ron in deutlich irritiertem Tonfall, bevor er wissen wollte: „Wo wart ihr denn die ganze Zeit? Wir suchen euch schon den halben Nachmittag! Erst wollt ihr unsere Hilfe, um aufzuklären, wer euch Streiche spielt – und dann verschwindet ihr ohne ein Wort!"

Harry hatte während Rons Tirade den Schlafsaal kurz wieder verlassen und kam nun mit Hermine und Ginny im Schlepptau auf die drei Weasley-Brüder zu. Ein wenig besorgt musterte er die Zwillinge. „Ist alles in Ordnung mit euch? Ron hat Recht, wir haben bestimmt das halbe Schloß nach euch abgesucht, nachdem ihr verschwunden wart. Wir hatten schon Sorge, einer der Streiche wäre weniger glimpflich ausgegangen als die der letzten Tage…"

Harrys Stimme verklang, doch nicht nur er blickte Fred und George nunmehr wirklich neugierig ob einer Erklärung dafür an, wo sie sich während der letzten Stunden aufgehalten hatten.

Die Zwillinge tauschten schweigend einen Blick und beschlossen dann, ihren Geschwistern sowie Harry und Hermine zu erzählen, was ihnen wiederfahren war. Vielleicht konnte einer der Vier dazu beitragen, das Rätsel der Karten zu lösen und damit den Verursacher der Streiche herauszufinden – und außerdem war das Spiel schließlich laut ihrem Spaßvogel der letzte Streich gewesen, den er ihnen zu spielen gedachte.

tbc...

AN: Es ist geschafft! Dieses Kapitel hat mich echt Nerven gekostet, doch jetzt ist es eigentlich so, wie ich es mir vorgestellt habe! Ich hoffe, mir sind in der - wirklich langen - Zwischenzeit nicht alle Leser/innen abhanden gekommen? (*hoffnungsvoll blick*)

Dragon's Angel