Hallo!
Ich habe mich mal wieder ran gemacht und ein Kapitel übersetzt. Ich hoffe es gefällt euch und ist einigermaßen lesbar. Es bleibt nicht arg viel zu sagen, außer mal wieder: Dankeschön an Vampyre, die dieses Mal unter ziemlich heftigen Stress nach meinen Fehlern suchen musste – wobei suchen vermutlich das falsche Wort ist...
Viel Spass mit dem Chapter,
lg, Schoko
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Chapter 3
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war ich nicht mehr so müde wie zuvor. Sobald ich auf den Schulparkplatz fuhr, war Mike bei meinem Truck und hatte die Tür schon geöffnet, bevor ich auch nur meinen Truck ausmachen konnte. Ich verdrehte die Augen, als ich nach hinten griff, um meinen Rucksack zu holen.
"Hey Mike"
"Hey Bella. Ich dachte, ich könnte dich zum Unterricht bringen", rief er fröhlich.
"Danke", antwortete ich und kreuzte die Arme vor der Brust. Ich wollte ihm nicht die Möglichkeit geben, meine Hand zu nehmen oder mich irgendwie anzufassen. Ich wollte nicht mehr als mit ihm befreundet zu sein, obwohl er andere Vorstellungen zu haben schien.
Um Mike nicht ansehen zu müssen, ließ ich meinen Blick umherschweifen, während ich mit halbem Ohr dem zuhörte, was er sagte. Ich sah mich beiläufig auf dem Parkplatz um, als meine Augen auf eine Szene fielen, die mir immer vertrauter wurde.
Edward Cullen lehnte an der Seite eines glänzend silbernen Volvos und starrte in meine Richtung. Seine Lippen waren angespannt und er sah mich finster an. Ich sah schnell weg und betrachtete stattdessen lieber meine Füße. Ich hatte keine Ahnung, was ich ihm getan hatte, dass er mich so hasste. Irrationale Wut erfüllte mich und ich marschierte in mein erstes Klassenzimmer. Zornestränen ließen meine Sicht verschwimmen. Ich betrat das Klassenzimmer ohne Mike auch nur tschüss zu sagen. Ich ärgerte mich mehr über mich selbst als über ihn. Ich musste aufhören, ihn so einen Einfluss auf mich haben zu lassen.
Während der Tag vor sich hinplätscherte und das Mittagessen näher rückte, wurde ich immer nervöser. Ich wollte nichts mehr, als aufstehen und ihm zeigen, wo sein Platz war, aber ich wusste, dass ich zu feige für so was war. Ich beschloss, ihn einfach zu ignorieren. Ich konnte einfach genauso unhöflich ihm gegenüber sein, wie er mir gegenüber war.
Ich ging zusammen mit meiner lockigen Freundin, die, wie ich mich jetzt erinnerte, Jessica hieß, in die Cafeteria. Ich hielt meine Augen sorgfältig von dem Tisch in der hintern Ecke fern. Ich war mir sicher, dass er dort saß. Stattdessen redete ich locker mit den anderen und tat so, als wäre alles normal. Ich würde es nicht noch weiter zulassen, dass dieser Junge mir auf die Nerven ging.
"Edward Cullen starrt dich an", hörte ich Jessica sagen. Mein Magen verkrampfte sich und ich versteifte mich. Warum konnte er mich nicht einfach in Frieden lassen? Was wollte er von mir?
"Ach ja?", fragte ich etwas schroffer, als ich hätte tun sollen. Ich sah auf mein halb aufgegessenes Sandwich vor mir. Plötzlich wirkte es nicht mehr so appetitlich auf mich.
"Er bemerkt niemals irgendwen." Sie klang verblüfft und beinahe enttäuscht.
"Er bemerkt mich nicht. Mach dir keine Sorgen", versicherte ich ihr. "Eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass er mich hasst", fügte ich hinzu und warf einen kurzen Blick in ihre Richtung.
Sie wirkte verwirrt. "Warum sollte er dich hassen?"
Ich sah auch mein Sandwich und versuchte, mein trauriges Gesicht zu verstecken. „Ich weiß es nicht", flüsterte ich.
Für einen Augenblick war es still. „Er sieht nicht so aus, als würde er dich hassen. Und er starrt dich immer noch an."
Ich lief rot an. "Hör auf damit", sagte ich durch die Zähne.
Ich hörte sie neben mir kichern. Ich sah kurz hoch, um sicher zu gehen, dass sie weggeschaut hatte. Mir war übel, während ich über ihre Worte nachdachte. Wie hatte er ausgesehen, wenn nicht wütend oder aufgebracht? Jedes Mal, wenn ich ihn bisher gesehen hatte, hatte er mich immer finster angeschaut. Was hatte sie gesehen, was ich verpasst hatte? Hasste er mich wirklich nicht, so wie ich gedacht hatte? Hatte ich seine Mimik falsch gedeutet?
Ich seufzte scharf und ärgerte mich über mich selbst. Warum verbrachte ich soviel Zeit damit, über ihn nachzudenken? Er war nur ein Junge – ein Junge den ich bald nie wieder sehen würde.
Ohne ein weiteres Wort stand ich vom Tisch auf und leerte die Überreste auf meinem Tablett in den Müll. Ich griff nach meinen Büchern und ging entschlossen an meinem ursprünglichen Plan festzuhalten zum Klassenzimmer. Ich würde ihn einfach ignorieren. Ich brauchte nicht noch mehr Probleme, als ich jetzt schon hatte.
Ich war die erste im Klassenzimmer. Ich fand meinen Platz schnell und holte mein Notizbuch hervor. Gedankenverloren kritzelte ich vor mich hin, während der Raum sich mit Schülern füllte. Ich gab mir nicht mal die Mühe aufzuschauen, als Mike vorbeikam, um hallo zu sagen, bevor er zu seinem Platz ging. Ich wollte nicht Gefahr laufen, Edward herein laufen zu sehen.
Ich hörte deutlich, als sich der Stuhl neben mir bewegte und spürte seine Anwesenheit. Ich wollte nicht zu ihm schauen, aber es war schwieriger gegen den Drang ihn anzusehen anzukämpfen, als gedacht.
"Gefällt es dir in Forks?"
Ich versteifte mich, als ich seine melodische Stimme hörte. Er klang nicht wütend, sondern lediglich neugierig. Wie seltsam... vielleicht hatte Jessica recht gehabt.
Ich zuckte einmal mit den Schultern und hielt meine Augen auf das Notizbuch gerichtet. Was gab es hier, was einem gefallen könnte? Ich hasste das Wetter, ich vermisste meine Mom und ich starb. Aber andererseits war ich nicht hier, weil Forks so ein toller Ort war. Ich war hier, um noch mal von vorne anzufangen und ein normales Leben zu genießen so lange ich konnte. Ich war hier, um ein Teenager zu sein. Einer, der nicht andauernd bemitleidet und wie ein kleines Kind behandelt wurde.
Ich wollte nichts mehr, als noch einmal in seine Augen zu sehen und ich hasste es, dass ich so fühlte. „Er ist ein Idiot", erinnerte ich mich und kehrte zu meinen Kritzeleien zurück.
Ich hörte ihn leise neben mir lachen und verengte meine Augen. „Warum bist du hergezogen?"
Ich konnte nicht verstehen, warum er so interessiert an mir war. Ich war in jeder Hinsicht ein unbeschriebenes Blatt Papier. Ich war nicht wirklich hässlich, aber es gab nichts Besonderes an mir. Ich war dünn, beinahe zu dünn, aber weich. Ich hatte sehr blasse Haut, aber einen klaren Teint. Mit ein bisschen Make-up und dem richtigen T-Shirt konnte ich ordentlich aussehen. Ich hatte langweiliges, dichtes braunes Haar, große braune Augen und volle Lippen. Er war eindeutig außerhalb meiner Liga. Er hatte das Aussehen, für das jedes Model sterben würde. Er war einfach zu schön; es tat beinahe weh, ihn anzuschauen. Ich konnte nicht verstehen, was er mit mir anfangen wollte. Ich sah zum Lehrer und hoffte, dass er mit dem Unterricht anfing. Seufzend bemerkte ich, dass er immer noch Papiere sortierte.
Ich zuckte erneut mit den Schultern.
„Weißt du überhaupt irgendwas?", fragte er trocken.
Ich verengte die Augen wütend. Ich konnte die Ungeduld in seiner Stimme hören. Er war es eindeutig nicht gewohnt, dass die Leute ihn ignorierten. Wahrscheinlich bekam er immer alles, was er wollte. Alles was er tun musste, war mit den Wimpern zu zucken und die Mädchen fielen in Ohnmacht. Ich wollte nicht eines dieser Mädchen sein.
Glücklicherweise fing der Unterricht in diesem Augenblick an. Ich wandte meine Aufmerksamkeit pflichtbewusst dem Lehrer vor mir zu und tat mein bestes, die Person, die neben mir saß, zu ignorieren. Es war nicht einfach. Hin und wieder konnte ich seine Augen auf mir spüren. Einmal machte ich den Fehler, ihn anzuschauen und entdeckte dabei, dass er mich anstarrte. Ich versuchte wegzuschauen, aber ich war in seinem Blick gefangen. Seine Augen bohrten sich in meine und ich spürte, wie meine Hände anfingen von der Intensität zu zittern. Seine Augen waren heute heller und es war keine Spur von Ärger darin, wie ich erwartet hatte. Er sah aus irgendwelchen Gründen nur neugierig aus. Ich weiß nicht, wie lange wir uns gegenseitig anstarrten, bevor der Lehrer Edward aufrief. Ich sah schnell weg und versteckte mich für den Rest der Stunde hinter meinem Haar.
Sobald die Glocke klingelte, drehte ich ihm den Rücken zu und sammelte meine Sachen zusammen.
„Bist du fertig?"
Ich schloss die Augen und zwang mich zu lächeln, bevor ich nach oben sah. „Lass uns gehen, Mike."
Er lächelte warm zurück und zusammen liefen wir zur Sporthalle.
"Also… was lief da heute im Unterricht zwischen dir und Cullen?", fragte Mike. Er versuchte, lässig zu klingen, aber er klang dennoch enttäuscht.
"Nichts. Warum?" War es so offensichtlich gewesen?
Er lebte sofort auf und straffte die Schultern. „Es sah nur so aus, als würde er dich belästigten. Weißt du, wenn er dich ärgert, kann ich mit ihm sprechen..."
"Es ist alles in Ordnung, Mike", unterbrach ich ihn. Ich sah, wie seine Mundwinkel leicht nach unten wanderten.
"Aber danke für das Angebot", fügte ich hinzu und hoffte ihn ein bisschen aufzuheitern, um die Schuld, die ich verspürte, zu verringern.
"Klar." Er zuckte mit den Achseln.
Wir schwiegen den Rest des Weges zur Turnhalle und sagten kurz tschüs, als wir uns schließlich trennten. Ich nahm mein Mathebuch und beobachtete, wie die anderen aus der Umkleidekabine kamen. Ich wusste nicht, warum ich hier herumsitzen musste. Es war die letzte Unterrichtsstunde des Tages, warum konnte ich nicht einfach früher nach Hause gehen? Ich seufzte, als ich mein Buch öffnete und begann mit den Hausaufgaben.
Es war schwieriger als gedacht, sich zu konzentrieren. Meine Gedanken wanderten dauernd zurück zu Biologie und wie Edward mich angestarrt hatte. Seine Augen waren so eindringlich. Es war, als würde er versuchen, meine Gedanken aus meinem Kopf zu ziehen. Ich war mir sicher, dass seine Miene nicht verwirrt, sondern irgendwie erwartungsvoll gewesen war. Ich begann mich dafür schuldig zu fühlen, wie ich ihn behandelt hatte. Es stimmte schon, dass er am Anfang nicht sonderlich nett zu mir gewesen war, aber heute war er freundlich gewesen... na ja, größtenteils. Ich beschloss, dass sollte er das nächste mal mit mir reden und sich zivilisiert verhalten, ich ebenfalls zivilisiert sein würde. Ich hatte keinen Bedarf an irgendwelchen Streitigkeiten oder daran, mir Feinde zu machen. Ich hatte keine Zeit dafür.
Als die Glocke klingelte, packte ich mein Mathebuch zusammen. Ich verließ das Gebäude, um Mike Newton, der immer nerviger und zunehmend besitzergreifendwurde, auszuweichen. Er war ein netter Kerl und ich fühlte mich schlecht, weil ich ihm auswich, aber ich war nicht an ihm interessiert – und selbst wenn ich es gewesen wäre – so war es besser.
Draußen regnete es heftig und ich lief rasch zu meinem Truck, wobei ich aufpasste, dass ich nicht hinfiel. Ich war durchnässt, als ich die Tür aufschloss und hineinstieg. Zitternd machte ich den Truck an, startete die Heizung und rieb die Hände zusammen, um sie zu wärmen. Ich sah kurz herum und stellte fest, dass die anderen nach draußen strömten. Ich bemerkte, wie Edward Cullen elegant zu seinem Auto lief. Ich hatte es am Morgen nicht bemerkt, aber dieses Auto war eindeutig bei weitem das schönste auf dem Parkplatz. „Das ist unfair", flüsterte ich. "Nicht nur, dass er unglaublich gut aussieht; nein, er hat auch noch Geld."
Edward drehte sich um und sah in meine Richtung. Ein Lächeln umspielte seine Lippen. Ich sah schnell weg und errötete. Ich legte den Rückwärtsgang ein und warf einen letzten Blick in seine Richtung, während ich aus meiner Parklücke fuhr. Er lachte leise und in seinen Augen leuchtete der Schalk.
Plötzlich erklang eine Autohupe hinter mich und ich bemerkte, dass ich mitten auf dem Parkplatz angehalten hatte. Ich lief aufgebracht rot an und fuhr die Augen fest auf die Straße gerichtet davon.
Das Einkaufen verlief ereignislos. Als ich zu Hause ankam und meine Hausaufgaben machte, war ich zu müde um zu kochen. Wir hatten noch Pizza übrig und ich entschuldigte mich bald, um ins Bett zu gehen.
Das war die erste Nacht, in der ich von Edward Cullen träumte.
