Guten Morgen

Ich dachte, wir gehen, ohne viel Vorreden zu Chapter 7. Kleines Stopfkapitel, aber es ist eigentlich ganz niedlich...

lg, Schoko

Chapter 7

Das heiße Wasser der Dusche beruhigte meine schmerzenden Muskeln. Mir war nicht aufgefallen, wie kalt mir war, bis ich in die Dusche gestiegen war. Die ersten paar Minuten zitterte ich heftig, während das heiße Wasser über meine Haut strömte.

Ich lehnte mich nach vorne, lehnte meine Hände gegen die Duschwand und erlaubte dem Wasser, über meinen Kopf zu laufen. Alles, für das ich so hart gearbeitet hatte, um es zu verbergen, war innerhalb von einer kurzen Minute zerstört worden, aber es störte mich nicht. Aus Gründen, die ich nicht verstand, vertraute ich Edward. Er brachte mich dazu, mich sicher und beschützt zu fühlen. Die Art, wie er mich berührt und gehalten hatte... Ich lächelte, als ich mich an seine eisige Haut an meiner tränenbefleckten Wange erinnerte. Er war so sanft und zärtlich gewesen, dass mein Magen bei der Erinnerung daran hüpfte.

Er wusste es und dennoch war er nicht davongelaufen. Kein einziges Mal hatte ich irgendeine Spur von Mitleid in seinen Augen gesehen. Es war, als ob es ihm gleichgültig war, dass ich krank war. Schon seit so langer Zeit war die Krankheit das, was mich ausmachte. Es war seltsam jemanden zu haben, der mich kennen lernen wollte – jemanden, der mich wie einen echten Menschen mit Gedanken, Ideen, Hoffnungen und Träumen behandelte. Es fühlte sich so gut an, einmal jemanden zu haben, vordem ich mich nicht verstecken musste.

Er hatte recht gehabt. Es gab so viele Dinge, die ich vor den Menschen, die ich liebte, versteckte, um sie zu schützen. Es war schlimm genug, dass sie beobachten mussten, wie ich litt; sie mussten nicht auch noch wissen, wie schrecklich es manchmal für mich war. Aber irgendwie wusste Edward es. Er wusste, dass ich litt, auch wenn ich es versteckte. Er wusste mehr, als er sollte. Er war ein völliges Mysterium für mich. Da war irgendwas an ihm und seiner Familie. Ich wusste nicht, was er war, aber ich würde es herausfinden.

Ich hörte, wie die Haustür auf und zu ging und machte das Wasser aus. Ich hatte nicht bemerkt, wie spät es war. Ich trocknete mich ab und zog mich schnell an.

"Hey Dad", rief ich, während ich die Treppen runtersprang.

"Hey Bells. Wie war dein Tag?", fragte er, während er sich auf einen Küchenstuhl setzte und seine Stiefel auszog.

"Gut. Was willst du zum Abendessen?" Ich öffnete den Gefrierschrank, um zu schauen, was es gab.

"Ist mir egal." Er hängte seine Jacke auf und ging ins Wohnzimmer.

Es war zu spät, um irgendwas Großes zu kochen, also beschloss ich, Käsebrote zu machen. Das ging schnell und war einfach. Ich hatte noch Hausaufgaben zumachen und wollte früh ins Bett, um die Nacht über gut zu schlafen.

Ich war dankbar, dass Charlie von Natur aus so unaufmerksam war. Er schien nicht zu bemerken, wie früh ich mich entschuldigte, um ins Bett zu gehen, oder wie nervös ich während des Essens war.

Ich war extrem zappelig, als ich schließlich meine Hausaufgaben fertig hatte. Um halb zehn war ich bettfertig. Ich warf mich den Großteil der Nacht hin und her, nervös, Edward am Morgen zu sehen. Schließlich schlief ich ein und verfluchte meinen Wecker, als er am nächsten Morgen ansprang. Schwerfällig ging ich mit meinem Kulturbeutel in der Hand zum Badezimmer, um mich fertig zu machen.

Ich seufzte, als ich mein Spiegelbild betrachtete. Ich sah müde und blass aus. Ich fragte mich, ob ich je wieder gesund aussehen würde.

Ich verdrehte die Augen und machte mich über das zerzauste Chaos her, das mein Haar war. Ein letztes Mal legte ich Hand an und beschloss, einen Teil davon mit einer Haarklammer zurückzustecken. Ich sah ein letztes Mal in den Spiegel, seufzte darüber, wie blass ich schien und ging vorsichtig die Treppe runter, um nicht zu stolpern.

Es wurde spät. Ich hatte länger im Badezimmer gebraucht, um mich fertig zu machen, als normalerweise und es hatte nichts gebracht. Ich griff rasch nach einem Müsliriegel, schluckte ihn praktisch am Stück runter und spülte mit Milch direkt aus dem Karton nach. Ich nahm meine Tasche und beschloss, draußen auf Edward zu warten.

Ich öffnete die Haustür und stellte überrascht fest, dass er bereits in der Auffahrt stand und die Beifahrertür für mich aufhielt. Er grinste, während er auf mich wartete.

Ich lief rot an, lächelte schwach zurück und drehte mich um, um die Tür abzuschließen. Langsam ging ich auf die offene Autotür zu und achtete sorgfältig darauf, wo ich meine Füße hinsetzte. Zu meinem Missfallen hatte es die ganze Nacht über geschneit und alles war mit einer dünnen Schicht Schnee bedeckt. Es sah hübsch aus, aber für eine so unfallanfällige Person wie mich, war es ein rutschiger Alptraum.

Sobald ich angeschnallt war, machte er die Tür zu, ging zur Tür bei der Fahrerseite und stieg ein. Er startete das Auto und fummelte am Armaturenbrett herum, woraufhin warme Luft durch das Auto geblasen wurde.

Ich biss mir nervös auf die Unterlippe und war mir nicht sicher, was ich zu erwarten hatte. Nach demgestrigen Tag hatte sich soviel zwischen uns verändert. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.

Er starrte mich einen Augenblick lang an. Seine Augen huschten über mein Gesicht. Es war, als würde er nach etwas suchen, aber ich war mir nicht sicher, nach was.

"Hast du gut geschlafen?"

Ich zuckte mit den Schultern. Es hatte keinen Sinn zu lügen und ich wollte ihm nicht erklären, warum ich Schwierigkeiten gehabt hatte, zu schlafen.

"Du?"

Er schmunzelte und lachte einmal. „Meine Nacht war angenehm."

Ich zog die Augenbrauen zusammen und sah ihn verwirrt an. Was war so lustig an meiner Frage.

Er grinste über meine Miene und wandte sich wieder der Straße zu, während er aus meiner Einfahrt fuhr.

"Es ist toll, endlich ein bisschen Schnee zu haben", sagte er.

"Nicht wirklich", murmelte ich ehrlich.

"Du magst die Kälte nicht?" Er klang verwundert.

Ich schüttelte den Kopf. "Genauso wenig wie die Nässe."

"Es muss schwierig für dich sein, hier zu leben", vermutete er.

Ich zuckte mit den Schultern. „Ist nicht wirklich wichtig."

"Warum nicht?"

Ich seufzte. "Ich bin nicht zu meinem Vergnügen hier."

Seine Augenbrauen zogen sich einen kurzen Augenblick verwirrt zusammen, dann schoss eine Spur von Verständnis über sein Gesicht. „Glaubst du nicht, du solltest selbst entscheiden können, wo du deine Zeit am besten verbringst?", wollte er wissen. In seiner Stimme war ein Anflug von Schärfe, die ich nicht erwartet hatte.

Ich bemerkte plötzlich, dass er dachte, meine Mutter hätte mich nach Forks geschickt. Nichts konnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ich musste ihn aufklären.

"Das habe ich", betonte ich. „Niemand hat mich hierhergeschickt. Ich habe mich selbst geschickt. Ich konnte es nicht ertragen, meiner Mutter zu gestatten, mich am Ende zu sehen..." Ich senkte den Kopf und spielte mit einer Strähne meines langen Haares herum. „Niemand sollte das sehen müssen", flüsterte ich.

Einen Augenblick lang war es still. Ich atmete tief durch, um die Tränen, die sich in meinen Augen bildeten, davon abzuhalten, mir das Gesicht hinabzulaufen. Ich lächelte und sah hoch. „So verbringe ich ein bisschen Zeit mit Charlie und lerne meinen Vater kennen, bevor es zu spät ist. Ich weiß, ich bin auch nicht wirklich gerecht ihm gegenüber."

Ich zuckte mit den Schultern. „Aber es ist der beste Kompromiss, den ich wusste."

"Wie alt bist du, Bella?", fragte er. Seltsamerweise klang ein Schimmer von Frustration in seiner Stimme mit.

"Ich bin siebzehn", antwortete ich automatisch.

"Du wirkst nicht wie siebzehn."

Ich zuckte mit den Schulten und lächelte dann. „Meine Mutter sagte immer, dass ich alt für mein Alter sei und mit jedem Jahr älter werde." Ich seufzte. „Irgendjemand musste auch der Erwachsene sein und aufpassen, dass die Rechnungen bezahlt werden und Essen ins Haus kommt."

Einen Augenblick lang war es still und ich bemerkte, dass wir auf dem Schulparkplatz standen. Er war beinahe leer.

"Erzähl mir von deine Mutter", sagte er schließlich. Ich schaute zu ihm und stellte fest, dass er mich mit neugierigen Augen anstarrte.

"Meine Mutter… na ja, sie sieht mir sehr ähnlich, nur ist sie hübscher." Er zog die Augenbrauen hoch, während ich fortfuhr. „Sie ist sehr jung für ihr Alter. Sie ist in manchen Dingen das völlig Gegenteil von mir. Ich denke, deshalb kommen wir so gut miteinander klar. Sie ist kontaktfreudig und mutig. Und manchmal kann sie unverantwortlich und exzentrisch sein." Ich lachte einmal und schüttelte den Kopf bei der Erinnerung an ihre seltsamen Anwandlungen.

Ich seufzte. "Sie ist meine beste Freundin", fügte ich mutlos hinzu. Ich vermisste sie entsetzlich. Ich wollte nicht mehr über meine Familie sprechen; es machte mich traurig. Ich wollte mehr über ihn wissen. Er war so ein Rätsel für mich.

"Erzähl mir von deiner Familie, oder mehr über dich. Ich weiß, dass dein Vater Arzt ist, aber das ist alles."

Ich bemerkte, wie seine Hände sich leicht um das Lenkrad spannten und fragte mich einen Moment lang, warum. Störte es ihn, über sein Leben zu sprechen?

"Was willst du wissen?", fragte er vorsichtig. Seine Stimme hörte sich wachsam an.

"Also, ich weiß, dass du vier Geschwister hast und ihr alle adoptiert wurdet. Was ist mit deinen Eltern passiert?"

"Sie sind vor langer Zeit gestorben", antwortete er ruhig.

"Oh", sagte ich verlegen. "Tut mir leid", flüsterte ich und lief rot an.

Ich sah, wie ein kleines Lächeln über seine Lippen huschte. „Das ist in Ordnung. Ich kann mich kaum an sie erinnern. Ich war noch sehr jung, als sie gestorben sind und ich bin schon sehr lange bei Carlisle und Esme. Sie sind alles, was ich wirklich kenne, alles, was ich wirklich brauche", murmelte er ernst.

"Du scheinst ihnen nahe zu stehen", stellte ich fest. Man hörte seiner Stimme deutlich an, dass er sie sehr liebte.

"Ja." Er lächelte. "Sie sind die besten Menschen, die ich kenne."

"Du hast Glück sie zu haben."

"Ich weiß."

"Was ist mit deinen Geschwistern?"

"Was soll mit ihnen sein?"

Ich sah mich kurz um und bemerkte, dass der Parkplatz beinahe voll war. Ich hatte nicht mehr viel Zeit. Ich würde mich nicht abschrecken lassen. Er wich mir aus und ich wollte wissen, was er vor mir zu verstecken versuchte.

„Was ist ihre Geschichte?"

"Es liegt nicht an mir sie zu erzählen", antwortete er automatisch.

Ich runzelte die Stirn und öffnete den Mund, um eine andere Frage zu stellen, wurde aber unterbrochen.

"Es klingelt bald, wir müssen in den Unterricht", verkündete er.

Ich nahm meine Tasche und öffnete meine Tür. Ich hielt mich nicht damit auf, die Leute auf dem Parkplatz zu betrachten. Edward brachte mich zum ersten Klassenzimmer, wie er es am letzten Morgen getan hatte. Ich drehte mich um, um ihm tschüs zu sagen, hielt aber inne, als ich zu ihm aufsah. Er konzentrierte sich mit zusammengekniffenen Augen auf etwas hinter mir. Ich sah hinter mich und sah Mike Newton, der den Flur runter auf mich zugelaufen kam. Normalerweise sah ich Mike bis zum Mittagessen nicht und so drehte ich mich verwundert darüber, was er wollen könnte, zu ihm um.

"Hey Bella."

"Hi Mike."

"Kann ich dich was fragen?"

"Ähm…" Ich warf rasch einen Blick über die Schulter zu Edward. Er stand wie eingefroren mit ausdruckslosem Gesicht hinter mir. „Natürlich, Mike. Was ist los?"

"Unter vier Augen?", fragte er und spähte an meinem Kopf vorbei.

Ich ächzte innerlich. Was könnte er wollen, das er mich alleine fragen musste? Das konnte gar nicht gut sein.

Ich folgte ihm den Flur runter von Edward weg. Ich hoffte, er würde auf mich warten.

"Was ist los, Mike?", fragte ich; ich wurde ungeduldig.

Er lächelte nervös. "Nun, da ist diese Sache in ein paar Wochen. Ein paar von uns wollen runter nach First Beach. Wir wollen ein Feuerwerk veranstalten, essen und so."

"Hört sich lustig an."

"Ja, das wird es. Ich habe mich nur gefragt, ob du vielleicht mitkommen willst."

Ich zögerte und biss mir nervös auf die Lippe. „Wie ein Date?", fragte ich.

Er lief rot an. "Muss nicht sein… Ich meine, nur ein paar von uns gehen zusammen. Jessica kommt, Angela auch und Tyler, du weißt schon – unser Mittagessentisch eben."

Ich nickte. "Kann ich darüber nachdenken?"

Er lächelte. "Klar. Du kannst es mir später sagen."

"Danke Mike. Ich muss gehen, es klingelt gleich."

"Wir sehen uns später, Bella." Er lächelte, während er zu seiner ersten Unterrichtsstunde ging.

Ich ging zurück zu meinem Klassenzimmer und lächelte. Edward war immer noch da und wartete auf mich. Er lächelte schief zurück. „Bis später?", fragte ich mehr, als dass ich feststellte.

Er nickte und griff nach oben, um mein Haar einmal mit seinem Handrücken zu streicheln, bevor er auf dem Absatz kehrt machte und in die andere Richtung davonlief.