Chapter 14

Als wir uns ins Wohnzimmer setzten, legte sichStille über uns. So viele Fragen, die ich ihm stellen wollte – aber er schien so zögernd zu antworten, dass ich ihn nicht verschrecken wollte. Er saß neben mir und sah bewegungslos auf seine gefalteten Hände, die zwischen seinen Beinen hingen. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich gedacht, er sei eine Statue,

Ich seufzte und rückte näher an ihn heran. Vorsichtig legte ich meine Hand auf seinen Rücken. Er zuckte zurück und ich ließ die Hand augenblicklich sinken.

"Wie kann es dir egal sein, was ich bin?" Seine Stimme war leise und rau.

Ich seufzte. "Du bist der erste, der mich jemals wirklich bemerkt hat. Ich fühle mich nicht wie das kranke Mädchen, wenn ich bei dir bin – ich fühle mich wie ein richtiger Mensch – wie Bella. Das bedeutet mir viel mehr, als du dir vorstellen kannst."

Seufzend fuhr er sich mit der Hand durch sein dichtes, bronzefarbenes Haar. Er sah mich immer noch nicht an.

"Edward, es ist schwierig zu erklären. Ich – Ich brauche dich." Ich errötete bei meinem Geständnis, zwang mich aber weiterzusprechen. „Es ist mir gleichgültig, was du bist, weil das erste Mal, seitdem ich krank bin, fühle ich mich wieder lebendig und das alles nur wegen dir."

Er atmete langsam aus und schüttelte den Kopf.

Angst packte mich, als ich beobachtete, wie er den Kopf missbilligend schüttelte. Hatte mein Eingeständnis ihn verärgert? Hatte ich ihn letztendlich doch vertrieben?

"Bella", seufzte er, "der Himmel helfe mir, aber ich brauche dich auch."

Ich griff erneut nach vorne und legte meine kleine Hand auf seinen breiten Rücken. Dieses Mal wich er meiner Berührung nicht aus.

Nach einem Moment des Schweigens sah er mit gequälten Augen zu mir hoch. „Machst du dir denn überhaupt keine Gedanken um meine Essgewohnheiten?"

"Na ja, Jacob hat was dazu gesagt."

"Was hat Jacob gesagt?" Seine Stimme war scharf geworden.

"Er hat mir gesagt, dass deine Familie und du nur Tierblut trinken."

"Wir sind nicht perfekt. Manchmal machen wir Fehler", antwortete er beinahe augenblicklich. Seine Augen bettelten mich an, ihn ernst zu nehmen, aber ich konnte mich einfach nicht dazu bringen, Angst zu haben. Ich sagte nichts. Er ließ den Kopf in seine Hände sinken.

"Und was nun?", fragte er mehr sich selbst als mich, aber ich nahm es als Aufruf, ein paar meiner vielen Fragen zu stellen.

"Ich bin neugierig auf ein paar Sache."

Er hob den Kopf um mich anzusehen. Seine Mundwinkel zuckten, während er ein Lächeln zurückkämpfte. "Wir machen einen Deal. Ich beantworte deine Fragen, wenn du damit einverstanden bist, meine zu beantworten."

Ich biss mir nervös auf die Lippe. Was könnte er wissen wollen? „Frage für Frage?", fragte ich und sah ihn mit erhobenen Augenbrauen an.

"Frage für Frage", echote er und stimmte damit mit der Bedingung zu. „Ladies first." Er machte eine Handbewegung, um mir zu signalisieren, dass ich anfangen sollte.

Ich biss geistesabwesend auf einem meiner Daumennägel herum, während ich darüber nachdachte, was ich ihn fragen sollte. „Warum tust du das, Tiere zu jagen anstatt Menschen."

"Ich will kein Monster sein." Seine Stimme war beinahe unhörbar.

Er hielt inne. "Wann hast du zum ersten Mal festgestellt, dass du krank bist?"

"Ich war fünfzehn. Ich hatte mich nicht wohl gefühlt. Es fing damit an, dass ich mich öfter müde fühlte als sonst. Bald darauf folgten die Kopfschmerzen. Als meine Gelenke anfingen, mir Probleme zu machen, bestand meine Mutter darauf, mich zum Arzt zu bringen." Ich lachte einmal ohne Humor. „Ich kann mich ganz genau an den Tag erinnern. Ich kann dir immer noch sagen, wie das Büro gerochen hat – nach Pfefferminze. Dieser Tag hat mein Leben für immer verändert." Meine Stimme brach ab, während ich in die Ferne starrte und mich darauf konzentrierte mich an jedes Detail zu erinnern.

Ich spürte, wie seine kalte Hand meinen Arm versichernd streichelte und mich zurück in die Realität brachte. Ich lächelte ihn schwach an, während meine Haut an den Stellen, die er berührt hatte, prickelte und leicht rot anlief.

„Du bist dran", drängte er sanft.

Ich dachte einen Moment nach. „Lach nicht, aber was ist mit den Dingen wie Sonne und in Särgen schlafen?"

Er lachte trotzdem leise. "Mythos. Die Sonne kann mich nicht verletzten und ich muss auch nicht in Särgen schlafen. Aber ich kann auch nicht Mitten am Tag rausgehen, zumindest nicht da, wo Menschen mich sehen können. Was das Schlafen angeht..." Er zögerte und ein seltsamer Klang trat in seine Stimme. „Ich kann nicht schlafen."

„Überhaupt nicht?"

Er lächelte "Das ist mehr als eine Frage."

Ich schaute finster.

Er lachte, stockte dann aber. "Niemals", antwortete er leise.

Plötzlich veränderte sich sein Gesichtsausdruck und seine Augen wurden schadenfroh. „Warum hast du Mike wirklich einen Korb für den Ball verpasst?"

Ich spürte augenblicklich, wie ich rot wurde. „Ich habe mich wirklich nicht gut gefühlt", versicherte ich in der Hoffnung, das würde genügen – aber ich wusste, es würde nicht.

„Bella." Er betrachtete mich vorwurfsvoll.

"Schön", seufzte ich. "Mike ist nett und alles, aber ich mag ihn einfach nicht auf diese Art. Außerdem habe ich einen Plan." Hatte einen Plan, fügte ich in Gedanken hinzu.

"Einen Plan?", fragte er und hob verwirrt einen seiner Augenbrauen.

"Das sind zwei Fragen."

Er verschränkte die Arme vor der Brust und wartete geduldig. Er lächelte, verwirrte mich und stahl mir mein ursprüngliches Argument aus dem Kopf.

Ich seufzte. "Ich will keine Last sein. Ich will nicht, dass die Leute... mich am Ende sehen. Mein Plan war, an einem Ort neu anzufangen, wo mich niemand kannte – wo mich niemand bemitleidete. Meine Mutter würde die Möglichkeit haben, mit ihrem neuen Ehemann zu reisen und nicht ihre gesamte Zeit in Krankenhäusern verbringen zu müssen." Ich zuckte mit den Schultern. „Ich dachte, das sei das beste, was ich ihr geben könnte – nur glückliche Erinnerungen von mir. Ich könnte meinen Vater besser kennen lernen. Es war nicht ganz gerecht ihm gegenüber, aber es war die beste Lösung, die mir einfiel." Ich hielt inne. „Ich hatte niemals geplant, jemandem so nahe zu kommen. Ich hatte nie gedacht..." Ich brach ab. Ich wollte meine Gedanken nicht ganz aussprechen.

„Was hast du nie gedacht?", ermutigte er mich sanft.

Ich schüttelte grinsend den Kopf. „Ich bin an der Reihe."

Er schaute finster. Ich hätte schwören können, dass ich hörte, wie ein leises Knurren seinen Lippen entwich, aber ich schob den Gedanken beiseite, entschlossen, ihn für eine spätere Frage aufzuheben.

"Warum scheinst du immer Sachen im Voraus zu wissen? Du bist immer da, wenn ich dich am dringendsten brauche und weißt Dinge, die niemand wissen sollte, ohne dass irgendjemand was zu dir gesagt hat."

Er sah mich lange Zeit an und ich wusste, dass er innerlich mit sich rang, ob er es mir sagen würde oder nicht. Ich wollte, dass er wusste, dass er mir vertrauen konnte. Ich streckte die Hand aus und drückte seine sanft. Er betrachtete mein Gesicht eine Minute länger, während er seine Entscheidung traf.

"Es gibt viele Sachen über meine Art, die ich selbst nicht verstehe. Aus Gründen, die mir oder irgendjemand sonst von uns, unbekannt sind, besitzen einige von uns bestimmte Fähigkeiten. Vom Augenblick meiner..." Er machte eine Pause und rang um die richtigen Worte. „zweiten Geburt an habe ich die Fähigkeit, Gedanken zu lesen", stellte er klar.

Ich spürte, wie das Blut aus meinem Gesicht wich. Nein.

"Mach dir keine Sorgen. Ich kann deine nicht lesen", fügte er hastig dazu.

Meine Augenbrauen hoben sich vor Verwirrung. „Du kannst meine Gedanken nicht lesen? Warum nicht? Bin ich die einzige?" Ich hätte erleichtert sein sollen, aber irgendwie, störte es mich mehr, als es sollte. War ich eine Art Freak? Stimmte etwas mit mir nicht?

Er sah mich einen Moment mit unlesbaren Augen an. „Ich bin mir nicht sicher. Ich kann nur vermuten. Dein Gehirn funktioniert anders als die der anderen um dich herum. Ja, du bist der erste Mensch, den ich je getroffen habe, dessen Gedanken ich nicht lesen konnte." Er runzelte offensichtlich verärgert über diese Tatsache die Stirn.

Ich dachte angestrengt darüber nach, was er mir gesagt hatte. Ich fragte mich, was für Fähigkeiten seine Familie vielleicht haben könnte. Wenn Edward Gedanken lesen konnte, was konnten sie tun? Mein Kopf schwirrte vor Möglichkeiten, während unterschiedliche Bilder mein Hirn füllten.

"Jetzt zurück zu dir." Er grinste und riss mich aus meinen Gedanken. "Was hast du niemals gedacht?" Seine Stimme war sehr weich geworden.

Ich stöhnte innerlich. Natürlich war er auf das zurückgekommen, was ich vorher gesagt hatte. Ich sah von ihm weg, während ich meine Gedanken ordnete. Was sollte ich ihm sagen? Ich schluckte hart und atmete tief durch. Ich spürte, dass er ungeduldig wurde, während die Sekunden verstrichen.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich so fühlen würde, wie ich es tue, wenn ich bei dir bin." Ich spürte wie meine Wangen bei diesem Geständnis brannten.

Er legte einen langen Finger unter mein Kinn und hob meinen Kopf, damit ich ihn ansah. Seine Augen waren zutiefst neugierig und freundlich. „Was fühlst du?", flüsterte er. Sein kühler Atem strich über mein Gesicht und brachte meine Augen dazu, zu ihm zu huschen. Allein der Geruch genügte, um mich ohnmächtig werden zu lassen – süß und köstlich.

Ich versuchte mich wegzudrehen, aber er hielt mich fest. Ich sah eine Minute lang in seine Augen bevor ich antwortete. „Sicher und..." Ich zögerte. Ich konnte es ihm nicht sagen. Ich konnte ihm die Worte einfach nicht sagen. Jedes Mal, wenn ich es versuchte, blieben sie mir in der Kehle stecken.

"Bitte Bella?", flehte er. Seine Stimme war überwältigend – zu überwältigend. Ich fand es beinahe unmöglich zu widerstehen.

Gerade als ich den Mund öffnete, um zu sprechen, klingelte das Telefon. Er ließ die Hand von meinem Gesicht sinken und entließ mich so aus seinem Griff. Ich seufzte vor Erleichterung und sprang von der Couch auf, um abzunehmen.

"Hallo?"

"Hey Bells. Ich habe nur angerufen, um zu fragen, ob alles in Ordnung ist."

"Danke Dad. Alles ist toll."

"Hast du schon zu Mittag gegessen?"

Ich wusste, er war nur väterlich und fürsorglich aber es ging mir auf den Geist, die ganze Zeit überwacht zu werden.

"Noch nicht." Ich warf einen Blick auf die Uhr und stellte zum ersten Mal fest, wie spät es war - beinahe schon halb zwei.

"Glaubst du nicht, du solltest etwas essen?" Seine Stimme war missbilligend.

"Ich werde es auf der Stelle tun. Ich verspreche es. Danke für den Anruf. Ich sehe dich heut Abend."

Seufzend legte ich auf. Ich drehte mich um und stellte fest, dass Edward hinter mir stand. Überrascht wich ich leicht zurück.

Er grinste und in seinen Augen blitzte der Schalk. „Ich sollte gehen", verkündete er.

Meine Brauen verzogen sich. Ich wollte nicht, dass er jetzt schon ging.

Er lachte leise. "Charlie hat recht. Du musst essen. Außerdem solltest du dich ausruhen."

Woher wusste er, was Charlie gesagt hatte? War ein Supergehör Teil der Vampirausrüstung? Ich speicherte diese Neuigkeit für einen späteren Zeitpunkt ab.

"Mir geht's gut", erwiderte ich trotzig und verschränkte die Arme vor der Brust.

Seine Mundwinkel zuckten, während er versuchte nicht zu lächeln. „Das kann gut sein, aber essen musst du trotzdem."

Ich schaute enttäuscht bei dem Gedanken, dass er so bald schon ging. Er streckte seine Hand nach mir aus und streifte mit seinen Fingern meine Wange entlang. Meine Haut prickelte und fühlte sich sehr warm an.

"Ich bin morgen wieder da, um dir Gesellschaft zu leisten. Wenn das in Ordnung ist", fügte er hinzu. Ich konnte die Unsicherheit in seinen Augen sehen. Dachte er wirklich, ich wollte ihn nicht sehen?

"Ja, das ist in Ordnung", versicherte ich, während sich ein leichtes Rot über mein Gesicht zog.

Er lächelte mein liebstes schräges Lächeln, bevor er sich umdrehte, um zu gehen. Gerade, als er an der Tür angekommen war, drehte er sich um, um mich anzusehen. „Schlaf gut, Bella." Dann war er verschwunden.