Sodila, heute hatte ich das definitiv organisatorisch besser drauf als letzte Woche*puh*
Viel Spass mit dem Chapter
lg, Schoko
Chapter 17
„Warum was?", fragte ich unschuldig.
Er verengte die Augen und ließ seine Hände von meinen Schultern fallen. „Warum lässt du dich nicht behandeln?", knurrte er mit leiser, rauer Stimme.
Ich reckte stur mein Kinn nach vorne. „Das geht dich nichts an." Ich drängte mich energisch an ihm vorbei und ging zum Haupteingang. Ich kam nicht weit, bevor ich seine Hand auf meiner Schulter spürte, die mich zwang anzuhalten.
"Ich glaube, ich habe das Recht es zu wissen."
Ich schüttelte meine Schulter frei und ging weiter auf die Tür zu, während meine Wut wuchs. Wie kam er darauf, dass er irgendwelche Rechte hatte? Es war mein Leben und meine Entscheidung, die ich alleine traf. Ich spürte, dass er mir dicht auf den Fersen war, aber es war mir gleichgültig. Es fing an zu nieseln, als ich meinen Truck erreichte, aber ich ignorierte den Regen und fuhr herum, um ihm ins Gesicht zu sehen.
"Wie kannst du es wagen mir hierher zu folgen und dann auch noch so einfach noch eines meiner Gesprächen abzuhören? Du hattest kein Recht dazu!", fauchte ich zornig.
"Beantworte die Frage, Bella", sagte er durch zusammengebissene Zähne und ignorierte meine Beschuldigung völlig.
Ich schob mein Kinn stur nach vorn und weigerte mich, ihm irgendwas zu sagen. So standen wir nahe beieinander und starrten einander an, bis der Regen stärker wurde. Ich spürte, wie er sich durch meine Kleidung drängte und fröstelte unfreiwillig.
Edward brach den Blickkontakt zuerst indem er die Augen schloss und sich Zeigefinger und Daumen gegen die Nasenwurzel drückte. Ich konnte sehen, wie er seinen Kiefer an- und entspannte, während er versuchte sich zu beruhigen.
Er fuhr sich grob mit der Hand durchs Haar und sah mit gequälter Miene auf dem Gesicht zu mir zurück. „Ich bringe dich nach Hause." Seine Stimme klang müde.
"Ich kann fahren", flüsterte ich und griff nach dem Türgriff meines Trucks.
Ich spürte, wie Edwards kalte Hand nach meiner, die sich am Türgriff festhielt, griff und sie bedeckte. „Bitte, Bella."
Ich sah mit Tränen in den Augen zu ihm hoch. „Warum?" flüsterte ich.
"Bitte", verlangte er sanft.
Ich sah ihn lange an, bevor ich schließlich einwilligte mit ihm zu gehen. Er nahm meine Hand in seine und wir liefen Seite an Seite zu seinem Auto. Während Edward die Straße hinab fuhr, war die Stimmung im Auto angespannt. Ich hielt meinen Blick nach unten gerichtete und spielte mit einer Strähne meines Haares. Keiner von uns wusste so genau, was er sagen sollte.
In der Erwartung, beinahe zu Hause zu sein, sah ich nach kurzer Zeit hoch. Ich war überrascht, als ich nichts als offene Straße vor uns sah.
"Wo bringst du mich hin?"
„Ich will dir etwas zeigen."
Ich lehnte mich seufzend in meinem Sitz zurück und wusste nicht, was ich erwarten sollte. Wir fuhren noch eine Weile länger. Ich hatte keine Ahnung, wo wir waren. Schließlich hielt das Auto an einer Klippe, weit außerhalb der Stadt. Edward lief um das Auto herum zu meiner Seite und half mir hinaus. Er gab mir seine Jacke und ich zog sie gehorsam an. Es regnete nicht, wo auch immer wir waren, aber meine Kleider waren immer noch feucht von vorher.
Ich folgte Edward zu einem großen Felsen, wo er sich hinsetzte und setzte mich neben ihn. Vor mir lag ein Tal. Es war wunderschön. Ich hatte das Gefühl, es ewig betrachten zu können. Es war grün mit vielen Bäumen. In der Ferne konnte ich gerade noch eine kleine Lichtung ausmachen.
"Ich komme hier manchmal her, wenn ich durch die Gegend fahre, um nachzudenken", sagte Edward leise. Ich sagte nichts und sah einfach nur weiter geradeaus.
Nach einer langen Zeit des Schweigens, seufzte er. „Ich bin dir heute nicht gefolgt. Ich habe Carlisle im Krankenhaus geholfen, als ich deine Stimme hörte. Ich wollte deiner Untersuchung nicht lauschen, aber dann hörte ich, wie er etwas von Behandlungen sagte und ich konnte nicht anders."
Ich wandte meinen Blick um ihn anzusehen, während er erklärte. Er starrte in die Ferne ohne dabei etwas Bestimmtes zu betrachten, aber dann drehte er plötzlich den Kopf zu mir. Er sah mir eine Zeit lang tief in die Augen, bevor er wieder sprach.
"Du hast mich gefragt, welches Recht ich hätte, dein Handeln zu hinterfragen. Du hast gesagt, es ginge mich nichts an. Aber es geht mich etwas an. Du bist mir wichtig, Bella. Wenn ich nicht bei dir bin, werde ich unerträglich nervös. Jeder einzelne meiner Gedanken dreht sich um dich." Er hielt kurz inne und nahm meine Hände in seine. „Du hast meinem Leben neue Bedeutung gegeben. Meine Welt war völlig finster bevor du kamst. Du bist meine Sonne, mein Lichtpunkt und Glück. Du bist das einzige in meinem Leben, das wirklich zählt. Ich liebe dich, Bella."
Mein Herz flatterte bei seinen Worten. Er hatte mich sprachlos gemacht. Ich blinzelte langsam, während ich versuchte, alles was er gesagt hatte, zu begreifen. Er liebte mich. Ich sah auf unsere Hände hinab, während er auf meine Antwort wartete. Ich spürte, wie mir Tränen in die Augen stiegen während die Minuten verstrichen. Noch nie hatte sich jemand so sehr für mich interessiert. Noch nie hatte ich so intensive für jemanden gefühlt. Es war falsch von mir, so zu fühlen, denn ich wusste, es würde nur damit enden, dass Herzen brachen. Ich fühlte mich schuldig dafür, dass ich meinen Gefühlen erlaubt hatte, meiner Kontrolle zu entkommen, und ihm, mir so nahe zu kommen. Aber es gab nichts, was ich tun konnte, um das nun noch zu ändern. Alles was ich tun konnte, war ihn so lange zu lieben wie ich noch konnte. Ich spürte, wie er nervöser wurde, während er wartete. Ich sah zu ihm hoch und stumme Tränen suchten sich ihren Weg über mein Gesicht. „Ich liebe dich auch", hauchte ich.
Er lächelte, ließ meine Hände los und legte sie an beide Seiten meines Gesichts. Er bedeckte mein Gesicht mit seinen starken Händen und strich sanft meine Tränen mit den Fingern weg. Mein Atem blieb mir in der Kehle stecken, als er mir langsam näher kam.
Sein Gesicht war kaum mehr Zentimeter von meinem entfernt und er lächelte. „Das ist gut zu wissen." Und dann lagen seine Lippen auf meinen, weich und sanft.
Elektrizität zuckte durch meine Venen, als sich unsere Lippen zusammen bewegten. Es war das unglaublichste Gefühl, das ich in meinem ganzen Leben erlebt hatte. Ich konnte mein Gesicht brennen spüren, während das Blut rauschte, um meine Lippen und mein Gesicht zu füllen. Mein Magen machte einen Hüpfer, während er sich mit tausenden von kleinen Schmetterlingen füllte. Ich spürte, wie mir schwindelig wurde und dann zog er sich zurück.
Ich öffnete langsam die Augen und stellte fest, dass er immer noch ganz nah war. „Atme, Bella", flüsterte er und sein kalter Atem strich über mein Gesicht.
Ich schnappte mit geweiteten Augen nach Luft und mein Kopf wurde wieder klar. Er lachte leise, während ich versuchte meine Atmung wieder zu beruhigen. „Wow", murmelte ich.
Er grinste, seine Augen voller Liebe. Er zog mich an sich und nahm mich in die Arme. Ich legte meinen Kopf gegen seine starke, muskulöse Brust und fühlte mich völlig friedlich. Er hielt mich eine lange Zeit einfach fest, ohne dass einer von uns etwas sagte.
Ich wusste, er wollte Antworten, aber ich wusste nicht, was oder wie ich es sagen sollte. Er verdiente es, die Wahrheit zu wissen. Er hatte Recht, es ging ihn etwas an, gerade jetzt.
"Hast du jemals Krebsbehandlungen erlebt, Edward?", fragte ich mit leiser Stimme.
Ich fühlte, wie er sich versteifte und dann wieder entspannte, als er antwortete. „Nein."
"Hast du jemals gesehen, wie jemand das durchgemacht hat?"
"Nein, das habe ich nicht."
"Ich schon", sagte ich kaum lauter als ein Flüstern, während eine Träne meine Wange hinab lief. Es war nicht leicht für mich darüber zu sprechen.
"Es ist die Hölle", sagte ich durch zusammengebissene Zähne, während ich versuchte meine Gefühle im Zaum zu halten. „Es gibt Zeiten, zu denen du so müde bist, dass du nicht mal deine grundlegendsten Bedürfnisse ohne Hilfe verrichten kannst. Zu anderen Zeiten leidest du an Schlaflosigkeit und Tage lang weicht der Schlaf vor dir zurück. Das macht dich wahnsinnig. Die Übelkeit und das Spucken macht es beinahe unmöglich zu essen und bevor man sich versieht, sieht man aus wie der lebende Tod."
Ich hielt inne und sammelte meine Gedanken. „Du bist so krank, dass das Leben einfach nicht mehr lebenswert ist. Doktor Spencer will einige neue Behandlungsmethoden bei mir anwenden. Er ist sich nicht sicher, ob sie funktionieren werden. Sie geben mir vielleicht ein paar Monate mehr, wenn sie denn funktionieren. Wenn nicht, machen sie mir meine restliche Zeit zur Hölle auf Erden."
Ich zog mich leicht zurück, so dass ich zu ihm aufschauen konnte. Sein Gesicht sah gequält aus und seine Augen füllten sich mit Traurigkeit. „Bitte versuch zu verstehen. Ich kann das nicht noch einmal machen, ohne irgendetwas wie eine Garantie."
Er legte eine Hand auf die Seite meines Gesichts und streichelte meine Wange. „Vielleicht sind ein paar zusätzliche Monate genau das, was du brauchst", sagte er zuversichtlich.
"Bitte verlange nicht von mir, das zu tun. Ich kann nicht. Ich kann einfach nicht." Ich begann offen zu weinen und ein weiteres Mal zog er mich an seine Brust. Er hielt mich fest, bis all meine Tränen versiegt waren.
"Ich will dich nicht verlieren, Bella. Ich habe dich gerade erst gefunden." Ich hörte die Qual in seiner Stimme.
"Es tut mir leid. Ich hätte dir nie erlauben dürfen, mir so nahe zu kommen."
"Sag das niemals", warnte er mich ernst.
Ich schwieg und lehnte mich entspannt an seinen Körper. Als es Nacht wurde, fing ich an zu zittern. Es war eine kalte Nacht und meine Kleider waren alles andere als trocken.
"Lass uns nach Hause gehen", flüsterte er, zog mich hoch und lief mit mir zu seinem Auto.
Die Heimfahrt war still, es gab im Moment nichts mehr zu sagen. Wir hielten die ganze Zeit über Hände. Als wir das Haus erreichten, wollte ich nicht, dass er ging. Ich wollte, dass er bei mir blieb. Ich wollte nicht wieder von ihm getrennt werden.
"Edward", begann ich. Ich spürte, wie die Röte auf mein Gesicht kroch, während ich fortfuhr. „Bleibst du?"
Er sah mich verwirrt an. „Bleibst du heute Nacht bei mir", machte ich klar.
Er grinste. "Ich muss mein Auto wegbringen. Ich bin bei dir im Zimmer, wenn du heute Abend ins Bett gehst."
Ich lächelte ihn an, bevor ich aus seinem Auto stieg. Es war so viel gesagt und gestanden worden, dass es schwierig war zu glauben, dass all das in so kurzer Zeit geschehen war.
