Chapter 18

Charlie kam nur Minuten, nachdem Edward gegangen war, nach Hause. Ich rannte hoch in mein Zimmer, um mich um meine Sachen zu kümmern, damit ich Abendessen machen und Edward früher sehen konnte. Ich vermisste ihn jetzt schon.

„Bells?", hörte ich Charlie vom Treppenabsatz her rufen.

„Ja, ich bin zu Hause. Ich bin in einer Minute unten und koche."

Ich hörte ihn etwas zur Antwort murmeln, aber es war zu leise, als dass ich es hätte verstehen können. Ich warf meine Bücher ohne einen weiteren Blick auf meinen Tisch und ging nach unten. Innerhalb von ein paar Minuten brutzelte der Fisch in einer Pfanne.

Das ganze Abendessen über war ich kribbelig und aß wenig. Meine Hoffnungen, Charlie würde es nicht bemerken, wurden zertrümmert, als er meinen halb leer gegessenen Teller Essen begutachtete und danach mich.

„Geht es dir gut?"

"Ja, mir geht's toll. Warum?", fragte ich unschuldig.

"Du hast kaum etwas gegessen", beobachtete er.

Wie um ihm zu widersprechen, schob ich mir eine riesige Gabel voll Fisch in den Mund und lächelte.

Er runzelte seufzend die Stirn. Ich zwang mich, meinen Teller leer zu essen, um Charlies Sorge und Misstrauen in Zaun zu halten.

"Irgendwelche Pläne für heute oder das Wochenende?"

"Ich bin zu müde, um heute noch irgendwas zu machen", antwortete ich und hoffte dass er sich nicht mehr über meine Wochenendpläne erkundigen würde. Es war nicht, dass ich ihm nichts von meinen Plänen mit Edward erzählen wollte, aber bei Charlie war weniger mehr.

"Du wirkst nicht sehr müde", stellte er fest und sah mich mit hochgezogene Augenbrauen an.

Ich zuckte mit den Schultern, während ich aufstand, um mich um die Teller zu kümmern. Er sagte nichts, aber ich spürte, wie seine Augen auf mir lagen, während ich die Teller abspülte.

"Wenn du wirklich müde bist, Bella, kann ich mich heute um den Abwasch kümmern."

Ich drehte mich um und lächelte ihm über die Schulter zu. „Es ist ok, ich komm damit klar."

Er nickte. "Hast du irgendwelche Pläne fürs Wochenende?"

Ich zuckte mit den Schultern. „Ich hatte vor, mir einige Buchgeschäfte anzusehen." Ich verspürte nicht den Drang ihm zu sagen, wo und mit wem ich sein würde. Das würde ihn nur dazu bringen, noch mehr Fragen zu stellen. „Hast du irgendwelche Pläne?", fragte ich in dem Versuch, das Thema zu wechseln.

„Ich hatte vor, mit Billy dieses Wochenende Angeln zu gehen."

"Oh, viel Spass." Ich jubilielte insgeheim. Er würde also nicht da sein, wenn Edward und ich nach Seattle fuhren. Ich drehte mich um, um ihn anzulächeln und ging zu den Treppen. Das Geschirr war abgespült und trocknete auf einem Handtuch. Er öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber ich schnitt ihm das Wort ab. „Wenn du nichts mehr brauchst, Dad, gehe ich jetzt ins Bett."

„Nein, bei mir ist alles in Ordnung, geh' ins Bett", sagte er, stand auf und ging ins Wohnzimmer.

Ich zwang mich, die Treppen langsam hochzugehen, um nicht zu stolpern, oder Charlie zu zeigen, wie ich mich wirklich fühlte. Ich duschte mich kurz und trocknete mich so schnell wie möglich ab. Ich nahm mein Handtuch und wischte den beschlagenen Spiegel ab, um mich besser sehen zu können. Mein Gesicht war rot und aufgequollen von der Hitze der Dusche. Ich hatte mein Gesicht lange nicht mehr so farbig gesehen. Immer noch lagen tiefe Ringe unter den Augen und ich sah hektisch und unsicher aus. Würde er zurück kommen? Wie lange würde ich warten müssen? Was, wenn er seine Meinung geändert hatte? Ich schüttelte den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben. Er hatte versprochen, bald wiederzukommen und das würde er tun.

Als ich in mein Zimmer ging, stieß ich mir meinen Fuß an der Türschwelle an. „Ah", rief ich, packte meinen Fuß und ging halb hüpfend halb laufend zu meinem Bett. Es pochte fürchterlich.

"Bells? Alles klar?", rief Charlie vom Treppenabsatz her.

"Ja, ich hab mir nur meinen Zeh angeschlagen", rief ich durch zusammengebissene Zähne zurück. „Keine große Sache."

Ich hörte ihn zur Antwort grunzen und sich von den Treppen entfernen.

Ich zog meinen Fuß näher, um den Schaden zu begutachten. Mein Zeh war sehr rot, aber er blutete nicht. Ich zuckte zusammen, als ich ihn berührte. "Toll", dachte ich, "genau das, was ich brauche."

Ich spürte eine kühle Brise und dann etwas Kaltes an meinem Arm. Ich schnappte nach Luft und zuckte mit dem Kopf hoch. Edward stand neben mir. Ich stieß erleichtert Atem aus, während ich beobachtete, wie er sich vor mich kniete und meine Hand von meinem Fuß nahm. Behutsam streckte er mein Bein aus und betrachtete die Wunde nun selbst. Er runzelte die Stirn, während seine Finger über meinen Fuß strichen. Seine Berührung war so sanft, dass ich sie kaum spürte.

„Kannst du deine Zehen bewegen?", fragte er schließlich.

Ich zuckte zusammen, als ich meine Zehen für ihn bewegte.

"Ich glaube nicht, dass etwas gebrochen ist. Er könnte aber für ein paar Tage empfindlich sein", erklärte er. Er senkte den Kopf und setzte einen kleinen, sanften Kuss auf meinen Fuß.

Ich lief rot an, als er sich mit einem Lächeln auf dem Gesicht wieder zu mir drehte, um mich anzublicken. Wir sahen einander eine Weile an ohne etwas zu sagen. Ich spürte mein Herz rasen während er beruhigende Kreise auf meinem Fuß streichelte. Seine kühle Berührung fühlte sich bei dem Pochen in meinem ganzen Fuß gut an.

Er seufzte. „Was soll ich nur mit dir anstellen?", fragte er sanft.

Mein Gesicht wurde wieder rot und ich lächelte zurück.

Schließlich ließ er meinen Fuß sinken, um sich ohne den Blickkontakt abzubrechen, neben mich aufs Bett zu setzen.

Ich lächelte. "Du bist zurückgekommen."

Er grinste. "Ich habe es versprochen."

Er griff nach mir und nahm mich in die Arme. Ich seufzte glücklich und schlang meine eigenen um seinen Rücken. Er senkte den Kopf um ihn in meinem Haar zu vergraben und atmete tief ein.

"Mmmm."

Ich zog mich zurück und sah ihn mit verwirrtem Blick an.

Er zuckte schüchtern mit den Schultern. „Du riechst gut, besonders, wenn du nass bist."

Auf meinen Wangen brach ein Feuer aus und ich senkte den Kopf.

Er lachte leise und zog mich in seine Arme. Bevor ich wusste, wie mir geschah, hatte er mich in einen Arm gezogen, hob mich vom Bett und zog die Decken zur Seite. Er legte mich sanft aufs Bett und zog die Decken über mich.

"Du solltest schlafen. Wir haben morgen einen anstrengenden Tag vor uns und du siehst müde aus", flüsterte er mit einem strengen Blick in den Augen. Er setzte sich auf meine Bettkante, streichelte sanft mein Haar und küsste mich behutsam auf sie Stirn. Er stand auf, um zu gehen, aber ich packte seine Hand und zwang ihn, sich wieder hinzusetzen.

"Bleib", bettelte ich.

"Das tue ich", antwortete er ein bisschen verwirrt.

Ich biss mir nervös auf die Lippen und spürte, wie meine Wangen aufs Neue heiß wurden. „Bleib hier", machte ich klar und rutschte zur Seite, um ihm neben mir Platz auf dem Bett zu machen.

Er lächelte mich warm an und kickte seine Schuhe weg. Mühelos glitt er in den freien Raum neben mir und schlang seine starken, steinernen Arme um mich. Ich seufzte zufrieden und rückte meinen Körper näher an ihn. Ich versuchte die Augen zu schließen um zu schlafen, aber meine Gedanken rasten. Edward war in meinem Zimmer, in meinem Bett. Ich lief bei dem Gedanken, wie anstößig die ganze Situation zu sein schien, rot an, als mir plötzlich etwas einfiel. Edward hatte mir nie erzählt, was er nachts tat. Was machte er, während ich schlief?

"Edward?"

"Mm?" Ich spürte sein Gesicht nahe an meinem und hörte ihn tief einatmen.

"Was tust du bei Nacht? Du hast es mir nie gesagt."

Er sagte kurz nichts. "Das."

"Was?", fragte ich ratlos. Ich drehte mich um, um in sein Gesicht zu sehen. Er lächelte, hob eine Hand an mein Gesicht und begann sanft meine Gesichtszüge mit den Fingerspitzen nachzufahren. Meine Haut kribbelte dort, wo er sie berührt hatte.

"Meistens komme ich her und beobachte dich beim Schlafen."

Ich hob die Augenbrauen. "Warum?" Ich war erschrocken. Was hatte ihn denn dazu verleitet? Ich war nicht einmal interessant, wenn ich wach war. Ich konnte mir nur wage vorstellen, wie langweilig ich sein musste, wenn ich schlief.

„Du bist wunderschön, wenn du schläfst, wie ein Engel, und manchmal redest du."

Meine Augen weiteten sich und mein Herzschlag wurde schneller. „Nein", keuchte ich und hob die Hände an die Seiten meines Gesichts, um mich vor ihm zu verstecken. Ich wusste, dass ich manchmal im Schlaf redete, aber ich hatte bis jetzt nie daran gedacht, dass das ein Problem sein würde. Ich spürte, wie ich dunkelrot anlief, während ich den Kopf schüttelte.

Er verspannte sich neben mir und es wurde still im Zimmer. Ich wollte ihn nicht anschauen. Ich war zu verlegen. Ich versuchte mich an alles zu erinnern, was ich geträumt hatte und mein Gesicht wurde noch röter. In letzter Zeit hatte sich beinahe alles, was ich geträumt hatte, um Edward gedreht. Es war unmöglich, dass ich seinen Namen nicht mindestens einmal gesagt hatte.

"Sag mir, was du denkst", sagte er nervös, nachdem einige Minuten vergangen waren.

"Ich versuche herauszufinden, was du gehört haben könntest." Meine Hände ließen meine Stimme dumpf klingen, aber ich wusste, er hatte jedes Wort verstanden.

Ich spürte, wie seine Hände meine bedeckten, als er sie von meinem Gesicht nahm. Ich wandte meine Augen von ihm ab, zu verlegen, um ihn anzusehen.

"Bitte, sei nicht verlegen. Du musst dir keine Sorgen machen. Du redest viel über deine Mutter. Du machst dir Sorgen, ob sie glücklich ist."

Ich seufzte resigniert und sah zu ihm hoch. „Sonst noch was?"

Er lächelte sanft und legte seine Hand auf die Seite meines Gesichts. „Du hast meinen Namen gesagt."

Ich knurrte. „Wie oft?"

Er zuckte mit den Schultern und ich stöhnte. Wenn er nicht bereit war, es mir zu sagen, war es oft gewesen.

Er zog mich an sich und hielt mich fest. „Bitte mach dir keine Sorgen. Wenn du nur wüsstest, wie ich mich fühle, wenn ich dich meinen Namen sagen zu hören." Er begann mein Gesicht zu küssen. Meine Augen schlossen sich wie von selbst als seine Lippen über meine Wange den Nacken hinunter und wieder nach oben strichen.

"Bella." Ich hörte sein Flüstern kaum. Seine Lippen waren nur Zentimeter von meinen eigenen entfernt. Ich hörte auf zu atmen, als seine Lippen meine mit einer Leidenschaft trafen, dass ich spürte wie mir schwindelig wurde. Unsere Lippen bewegten sich in perfekter Harmonie, während wir uns gegenseitig festhielten. Gerade als ich dachte, ich würde das Bewusstsein verlieren, zog er sich zurück und ich schnappte nach Luft.

Er lachte leise, als er sich nach unten lehnte, um seine Lippen an mein Ohr zu legen. „Könnte ich überhaupt träumen, Bella, wären diese Träume nur von dir." Er hielt inne, um mir ein weiteres Mal auf die Stirn zu küssen. „Ich liebe dich."

"Ich liebe dich auch", flüsterte ich ein bisschen atemlos von dem unglaublichen Kuss, zurück.

Noch einmal zog er mich an sein Brust und schlang die Arme schützend um mich. Ich spürte, wie meine Augen schwer wurden, aber ich war immer noch zu rappelig, um zu schlafen. „Schlaf jetzt. Ich verspreche dir da zu sein, wenn du aufwachst. Ich passe auf dich auf."

Ich schloss die Augen, nur um sie Sekunden später wieder zu öffnen. „Ich kann nicht, nicht wenn du hier bist."

Er zog sich ein Stückchen zurück. „Ich kann gehen", bot er an.

"Nein, nicht", sagte ich zu laut und zog ihn zurück zu mir hinunter

Er lachte und schlang seine Arme wieder um mich. „Versuch es, Bella", flüsterte er mir ins Ohr. Sein süßer Atem jagte mir eine Gänsehaut den Nacken hinunter. Ich hatte mich nie so sicher gefühlt, wie heute Nacht in seinen Armen. Ein Gefühl von Friede und Zufriedenheit überspülte mich, als er begann, ein Lied für mich zu summen. Ich hatte es noch nie gehört. Es war sehr beruhigend und wunderschön; bevor ich wusste wie mir geschah, war ich auch schon eingeschlafen.