Chapter 21
Edward blieb den ganzen Tag an meiner Seite. Sogar als Charlie vorbeikam, um zu schauen, wie es mir ging, blieb er in der Ecke auf einem Stuhl sitzen. Ich versuchte ihn dazu zu bewegen zu gehen, aber er wollte nicht. Es war mehr als beruhigend, ihn um mich zu haben, aber ich hatte ein schlechtes Gewissen. Ich schlief die meiste Zeit und wusste, dass er gelangweilt sein musste, auch wenn er es abstritt, als ich ihn fragte.
„Geh nach Hause. Verbringe etwas Zeit mit deiner Familie. Du warst den ganzen Tag hier. Die Besuchszeit ist beinahe vorbei. Geh. Ich werde nur schlafen", ermutigte ich ihn.
"Ich bleibe", sagte er ernst und drückte meine Hand, die er in seiner hielt.
„Bitte. Ich habe ein schlechtes Gewissen. Du hast deine gesamte Zeit hier mit mir verbracht. Deine Familie muss dich vermissen." Ich griff nach oben, um sein Gesicht nachzufahren und berührte die dunklen Ring unter seinen Augen. Außerdem siehst du so aus, als könntest du einen Campingausflug gebrauchen", schlug ich murmelnd vor.
Er zuckte mit den Schultern. „Es ist nichts. Mir geht es wunderbar."
"Du bist so stur." Ich seufzte.
Er grinste und strich eine Haarsträhne aus meinem Gesicht. „Ich habe von der Besten gelernt."
Ich öffnete den Mund um zu widersprechen, aber er unterbrach mich, indem er einen sanften Kuss auf meine Lippen setzte. Bevor ich ihn vertiefen konnte, zog er sich zurück.
Ich sah, wie sich seine Mundwinkel leicht verzogen, als er mein Schmollen bemerkte. "Du musst dich ausruhen."
"Singst du mir etwas vor?", fragte ich.
„Irgendwelche Wünsche?", fragte er, während er meine Hand losließ und die Decken um mich herum feststeckte.
Ich schüttelte den Kopf und schloss die Augen während ich wartete. Er summte mir dasselbe wunderschöne Lied vor, das er schon einmal für mich gesungen hatte. Es war unglaublich süß, aber dennoch kompliziert. Innerhalb von Minuten glitt ich zu den Noten von Edwards Wiegelied in den Schlaf über.
Ich öffnete die Augen in der Erwartung Edward zu sehen und war überrascht, wer neben meinem Bett stand. Eine kleine, elfenhafte Kreatur stand mit einem strahlend Lächeln auf dem Gesicht neben mir. Ich lächelte zögernd zurück, als ich sie erkannte; Alice, eine von Edwards Schwestern.
„Guten Morgen, Bella."
„Hi", sagte ich zögernd. Es war mir nicht ganz klar, warum sie in meinem Zimmer war. „Wo ist Edward?"
„Oh, er ist in ein paar Minuten zurück. Mach dir keine Sorgen. Ich dachte nur, es sei an der Zeit, dass du und ich uns treffen. Ich bin Alice", sagte sie überschwänglich.
Ich lächelte. "Nett dich kennenzulernen, Alice. Ich bin Bella.
Sie lächelte breit. Wir begannen miteinander zu sprechen und das Gespräch floss locker dahin. Es fühlte sich eher an, als würden wir einander nicht erst seit ein paar Minuten, sondern seit Jahren kennen. Sie war entspannt und ich stellte fest, dass ich mehr lachte als seit einer langen Zeit.
„Hey, was ist hier los?"
Ich drehte mich um, um zur Tür zu schauen und mein Lächeln breitete sich über das ganze Gesicht aus. „Edward", flüsterte ich, glücklich ihn zu sehen.
"Guten Morgen. Wie fühlst du dich?", fragte er. Seine Augen wanderten über mein Gesicht und wurden augenblicklich wachsam, als er auf meine Antwort wartete.
"Besser, vor allem jetzt, wo Alice da ist."
"Hmm." Er kam an meine Seite und berührte mit einer kühlen Hand meine Stirn. „Kein Fieber. Das ist gut. Weiter so und du bist in null komma nichts zu Hause."
Ich verdrehte die Augen. "Danke, Dad", murmelte ich sarkastisch.
Er schaute mich finster an. Offensichtlich gefiel ihm mein Sinn für Humor nicht. Wir drehten uns beide um, als wir Alice' hohes Lachen neben uns hörten.
Sie sah Edward wissend an und strahlte. „Sie ist perfekt, absolut perfekt."
Ich lief bei ihren Worten rot an und sah verlegen weg.
"Also Edward, Bella und ich haben geredet, während du weg warst", begann Alice. Ich sah hoch, um zu sehen, was sie sagen würde. Sie zwinkerte mir zu, bevor sie sich wieder ihrem Bruder zuwandte.
"Oh wirklich? Und was hattet ihre beide zu besprechen?", fragte er, während er versuchte ein Lächeln zu unterdrücken.
"Ich denke, es ist an der Zeit, dass sie die ganze Familie trifft, aber sie ist sich nicht sicher, ob du das jetzt schon willst."
Meine Augen weiteten sich bei ihren Worten und fühlte, wie mein Mund aufklappte. Wie konnte sie mir das antun? Ich fühlte meine Wangen vor Verlegenheit, die wie Wellen durch meinen Körper spülte, brennen. Ich vergrub mein Gesicht schnell in den Händen. „Das habe ich nicht gesagt", murmelte ich durch meine Hände.
"Aber das hast du gemeint", schloss Alice nüchtern.
Ich hörte ein leises Knurren aus Edwards Richtung und spickte durch meine Finger, um ihn anzusehen. Er sah Alice wütend an. „Natürlich will ich, dass Bella die anderen kennenlernt", erklärte er durch zusammengebissene Zähne. „Ich habe darauf gewartet, dass sie besser bei Kräften ist. Das letzte, was sie bei ihrem Zustand jetzt braucht, ist Stress."
Ich wurde wütend. Ich wusste, er meinte es nicht so, aber ich wäre verdammt, wenn ich zulassen würde, dass er anfing mich wie einen Krüppel zu behandeln.
Ich nahm meine Hände von seinem Gesicht und sah mit erhobenen Augenbrauen an. „Was für ein Zustand soll das sein?"
Er streckte die Hand aus, um mein Gesicht zu berühren. „Bella." Ich wusste, er wollte beruhigend klingen, aber er hörte sich eher herablassend.
Ich bewegte mein Kopf aus seiner Reichweite und er ließ die Hand augenblicklich sinken. „Wirklich Edward, ich würde es gerne wissen."
Er kräuselte die Lippen. "Du bist krank Bella, du musst es ruhig angehen, um so lange gesund zu bleiben wie möglich."
"Nur weil ich krank bin, werde ich nicht aufhören zu leben", schoss ich trotzig zurück.
Er verengte die Augen und spannte den Kiefer an. „Ich will nicht, dass du aufhörst zu leben, eigentlich will ich das genaue Gegenteil. Aber du musst es ruhig angehen lassen. Du kannst nicht mehr losgehen und den ganzen Tag in der Stadt verbringen."
"Ach wirklich? Nun, was wenn ich dir sagen würde, dass Alice und ich bereits Pläne gemacht haben, einen Tag lang einkaufen zu gehen, sobald ich hier draußen bin?"
Er funkelte mich einige Minuten lang an und ich sah, dass er versuchte, seinen Ärger in Schach zu halten. Er lehnte sich zurück und drückte Zeigefinger und Daumen an seine Nase und sagte nichts, während er an der Seite meines Bettes saß.
Nach einigen Augenblicken seufzte er und ließ seine Hand sinken. „Ich will dich einfach nicht verlieren", flüsterte er.
"Edward." Ich setzte im Bett aufrechter hin und legte meine Hand an sein Gesicht. "Ich kann mein Leben nicht in Angst vor dem Tod leben. Ich muss auch Spass haben. Lass mich leben, solange ich kann."
Er legte eine seiner Hände auf meine und hielt sie fest an sein Gesicht. „Es gibt andere Dinge, mit denen du Spass haben kannst, die dich weniger müde machen."
Ich weigere mich, Dinge nicht zu tun, aus Angst meine Zeit zu verkürzen." Ich zögerte, bevor ich fortfuhr; ich sah den Schmerz in seinen Augen. „Bitte versteh. Das ist es, was ich immer an dir geliebt habe. Du hast mich nie bemitleidet oder anders behandelt. Bitte fang jetzt nicht damit an. Lass uns einfach nur die Zeit genießen, die wir zusammen haben."
"Das ist nicht genug Zeit", flüsterte er, während er die Hand ausstreckte und meine Wange liebkoste.
"Du weißt, wie du das ändern kannst."
Ich war so in meiner Unterhaltung mit Edward versunken gewesen, dass ich völlig vergessen hatte, dass seine Schwester noch bei uns im Zimmer war, und lief rot an. Etwas an ihrem Kommentar weckte meine Aufmerksamkeit dennoch. Bevor ich es einordnen konnte, wurde ich von einem grollenden Knurren aus Edwards Brust unterbrochen.
"Dankeschön, Alice, du kannst jetzt gehen", knurrte Edward und drehte sich um, um seine Schwester anzufunkeln.
Sie kicherte und wandte sich an mich. „Es war nett mit dir zu sprechen, Bella. Du weißt, wo du mich findest, wenn du immer noch raus willst." Sie machte auf dem Absatz kehrt und ging graziös aus meinem Zimmer.
Ich starrte ihr nach, während mein Kopf heftig arbeitete, um die Vertrautheit an ihren Worten einzuordnen. Edward wusste wie er was in Ordnung bringen konnte? Meine Kopf drehte sich, während Erinnerungen an den ersten Tag ihm Krankenhaus auf mich einstürmten.
"Ich sagte nein. Ich verdamme sie nicht zu diesem Leben."
"Willst du sie wirklich verlieren, gleich nachdem du sie gefunden hast?"
"Natürlich nicht", hörte ich die männliche Stimme laut ausrufen. „Ich kann ihr das einfach nicht antun."
"Frag dich selbst: Kannst du wirklich ohne sie leben?"
„Nein."
"Dann tu was", verlangte die hohe, weibliche Stimme. „Du bist der einzige, der das kann."
Ich drehte meinen Kopf schnell zu Edward. „War Alice vorher schon mal hier?" Ich war mir sicher, dass es Edward und Alice gewesen waren, die ich gehört hatte.
"Warum?"
"Ich bin mir sicher, dass ich euch beide gestern sprechen gehört habe."
"Was hast du gehört?", fragte er vorsichtig.
"Ihr habt über mich geredet und das du mich jetzt noch nicht verlieren willst, obwohl Alice dir gesagt hat, dass es einen Möglichkeit gebe, dass du es nicht müsstest. Du schienst dich über ihren Vorschlag ziemlich zu ärgern."
"Das hast du alles gehört?" Er hob die Augenbrauen.
Ich nickte. "Was meinte sie?"
Er seufzte und fuhr mit einer Hand durch seine bronzefarbenen Locken. Während die Minuten vergingen, wartete ich auf seine Erklärung. Mit jeder Sekunde, die verstrich, wurde ich ärgerlicher.
"Edward, was meinte sie?", wiederholte ich ungeduldig.
"Sie hat vorgeschlagen, dass ich dich rette."
"Mich retten? Edward, ich verstehe nicht. Wie könntest du mich retten?"
"Indem ich dich zu einer von uns mache", sagte er mit leiser Stimme.
Ich dachte einige Minuten über seine Worte nach, bevor ich ganz verstand, was er meinte. „Das kannst du?", fragte ich fasziniert.
"Ich werde es nicht", entgegnete er ernst und sah mir tief in die Augen.
Wir verfielen in Schweigen, während wir uns gegenseitig in die Augen sahen. Seine Augen waren voller Traurigkeit, die ich nicht verstand. Ich könnte für immer mit Edward zusammen sein, wenn ich wie er wäre. Es schien die perfekte Lösung zu all meinen Problemen.
„Warum nicht?", fragte ich schließlich und brach das Schweigen zwischen uns.
„Du weißt nicht, was du da verlangst."
„Ich glaube, das weiß ich sehr wohl."
"Das tust du nicht", antwortete er knapp und sah weg.
Seine Härte überrumpelte mich und ich schluckte hart, um die Tränen zurückzukämpfen. In dem Moment kam der Doktor ins Zimmer. Er warf einen Blick auf uns und spürte die Spannung. Missbilligend beäugte er Edward.
"Wenn Sie uns für einen Moment entschuldigen, junger Mann. Ich muss alleine mit Isabella sprechen."
Edward nickte knapp und verließ das Zimmer ohne einen einzigen Blick in meine Richtung. Ich schloss die Augen und atmete einmal tief durch, um mich zu beruhigen, während der Arzt auf mich zukam. Er sagte nichts, während er meine Vitalfunktionen und Fortschritte überprüfte.
"Sie sehen heute viel besser auf. Wenn Sie heute Abend immer noch kein Fieber haben, können Sie morgen früh nach Hause."
Ich lächelte ihn an, dankbar für die Aussicht wieder in meinem eigenen Bett zu schlafen.
Als der Arzt sich umdrehte, um zu gehen, hielt er plötzliche inne und wandte sich abrupt wieder zu mir um. „Ich muss betonen, wie wichtig es für Sie im Moment ist, ruhig und entspannt zu sein, damit ihr Körper richtig heilen kann. Versuchen Sie bitte, es ruhig angehen zu lassen."
Ich nickte; ich wollte Edward wieder sehen. Sobald der Arzt gegangen war, kam Edward zurück an meine Seite und setzte sich neben mich aufs Bett. Er nahm eine meiner Hände in seine.
"Es tut mir Leid dich so aufgeregt zu haben." Er lehnte sich nach unten und setzte einen sanften Kuss auf meine Stirn. Er lächelte reumütig.
Ich versuchte, ein Gähnen zu unterdrücken, aber ich verlor den Kampf. Neben mir lachte Edward. „Versuch zu schlafen. Du hattest einen langen Morgen."
Ich nickte und legte mich aufs Bett. „Wir sind noch nicht fertig", murmelte ich. Meine Augenlider wurden zu schwer, um sie offen zu halten.
Ich hörte, wie er neben mir schwer seufzte, bevor seine Stimme den Raum mit meinem Schlaflied füllte, das ich zu lieben begonnen hatte.
