Chapter 22
Es fühlte sich gut an, wieder in meinem eigenen Bett zu sein. Charlie schien glücklich zu sein, mich wieder zu Hause zu haben und bot an, heute bei mir zu bleiben. Ich versuchte, mein verzerrtes Gesicht zu verstecken und lehnte höflich ab. Ich brauchte seine Hilfe nicht. Ich fühlte mich viel besser. Die Schmerzen waren unter Kontrolle und ich hatte vor am nächsten Tag in die Schule zu gehen.
Sobald Charlies Streifenwagen den Hof verlassen hatte, stand ich auf und ging in die Küche. Ich öffnete den Kühlschrank und griff nach einer Packung Orangensaft und einer Tasse vom Schrank.
Ich drehte mich um und keuchte; da, auf einem der Küchestühle saß Edward mit zuckenden Lippen, während er versuchte nicht zu grinsen.
Ich schaute ihn finster an. „Willst du mir eine Herzattacke verpassen?", murrte ich, während ich mich an den Tisch setzte und eine Hand auf mein rasendes Herz legte.
"Tut mir leid."
Ich atmete ein paar Mal kurz durch und sah unfähig wütend zu bleiben zu ihm hoch. „Was tust du hier? Hast du keine Schule?"
Er zuckte mit den Schultern.
"Du kannst nicht ewig schwänzen", tadelte ich ihn.
Er verdrehte die Augen. "Es ist nicht so, als würde ich irgendwas verpassen." Er griff über den Tisch und nahm eine meiner Hände in seine. „Fühlst du dich heute besser?"
"Viel besser", antwortete ich wahrheitsgemäß. „Ich hab vor, morgen wieder in die Schule zu gehen. Ich dachte, ich könnte mir die Aufgaben holen, die ich verpasst habe."
"Glaubst du nicht, du solltest dir den Rest der Woche frei nehmen und dich ausruhen?"
"Nein, mir geht es gut."
"Bella, ich will dich nicht wieder im Krankenhaus haben."
Ich seufzte. "Edward, ich weiß, ich habe dich erschrocken. Aber wirklich, vertrau mir – ich fühle mich viel besser – eigentlich normal. Ich freu mich sogar schon auf das Einkaufen mit Alice am Samstag."
Er sah auf unsere Hände hinab und für einen kurzen Augenblick war es ruhig. Als er wieder sprach, war seine Stimme leise und voller Sorge.
"Glaubst du, das ist klug?"
"Was?"
"Mit Alice einzukaufen", antwortete er und sah zurück zu mir.
Ich seufzte, zog meine Hand aus seiner und lief um den Tisch herum zu ihm. Ich stand vor ihm und er öffnete seine Arme, damit ich zwischen seinen Beinen stehen konnte. Wir waren beinahe auf Augenhöhe. Ich hob die Hand, um ein paar Strähnen seines rotbraunen Haares aus seiner Stirn zu streifen und legte meine Hände auf sein Gesicht.
"Ich weiß, du machst dir Sorgen wegen mir, aber ich bin krank, Edward. Ich kann das nicht ändern. Das hatten wir schon mal." Ich hielt kurz inne und suchte seinen Blick, um sicher zu gehen, dass er wirklich zuhörte. „Ich will leben solange ich kann, nicht bloß existieren. Den ganzen Tag im Haus eingepfercht zu sein und Angst zu haben rauszugehen und etwas zu unternehmen, weil ich so ein paar Tage mehr haben könnte, ist kein Leben. Ich will das Leben solange erleben, wie ich kann, koste es, was es wolle. Das ist es mir wert."
Er sah immer noch nicht glücklich über meine Entscheidung aus und ich sah Traurigkeit in seinen Augen. „Bitte Edward, versuch auch mal meine Sichtweise zu verstehen. Was würdest du tun, wenn du am meiner Stelle wärst."
Er zog mich an sich und hielt mich lange fest an sich gepresst. „Wenn du dieses Wochenende mit Alice weggehst, kannst du dann wenigstens darüber nachdenken, dich morgen ein bisschen auszuruhen? Bitte."
Ich lächelte. Das war ein fairer Kompromiss. "Ich denke, das bekomme ich hin, aber nur wenn du versprichst morgen in die Schule zu gehen. Du hast wegen mir schon genug verpasst. Die Leute werden anfangen zu reden."
Er zog sich zurück und ich wusste, dass er mir widersprechen wollte, also schnitt ich ihm schnell das Wort ab. „Ich brauch ohnehin ein paar Sachen. Du kannst sie für mich holen. Ich werde klarkommen. Du kannst dein Handy mitnehmen und wenn ich etwas brauche, rufe ich an." Er sah immer noch nicht überzeugt aus, also fügte ich noch etwas hinzu. „Du kannst auch während der Mittagspause vorbeikommen, um nach mir zu sehen."
"Versprichst du mir anzurufen, gleichgültig wie unwichtig es ist, was du brauchst?", fragte er mit gehobenen Augenbrauen.
Ich nickte.
Er seufzte. "Dann gehe ich also morgen in die Schule."
Ich lächelte, setzte mich auf seinen Schoß und schmiegte meinen Kopf an seine Brust.
----
Ich war nervöser als ich hätte sein sollen, als ich Alice die Auffahrt hochfahren hörte. Ich ging rasch aus dem Haus und sah, wie sie mir fröhlich von hinter dem Lenkrad von Edwards Auto zuwinkte. Ich konnte nicht anders als über ihren Enthusiasmus zu lächeln, als ich auf den Sitz neben ihr stieg.
"Bereit, Bella?", zwitscherte sie.
"Lass uns gehen."
Ich freute mich darauf, ein bisschen „Mädchen-Zeit" zu haben. Es war eine ganze Weile her, seitdem ich mit irgendwem abgehangen war. Wir kamen schneller zur Mall von Port Angeles, als ich gedacht hatte. Ich war erschrocken, als ich feststellte, dass Alice genauso schnell fuhr wie ihr Bruder. Glücklicherweise schaffte sie es mich hin und wieder von der Geschwindigkeit abzulenken, während wir über die Orte sprachen, an die wir gerne gehen würden und Dinge die wir gerne machten. Ich errötete, als sie das Gespräch auf ihren Bruder brachte und wie wichtig wir uns gegenseitig waren. Sie lachte über meine Reaktion und verfolgte das Thema dankenswerterweise nicht weiter. Meine Hände waren von dem festen Griff, der mich auf meinem Sitz hielt, während wir den Highway runterasten, wund.
Alice lachte über mich, als ich meine Hände ausstreckte, um das Blut wieder in meine Finger fließen zu lassen. Ich warf ihr einen beleidigten Blick zu, den sie ignorierte, als wir ins Kaufhaus gingen.
Mit Alice einzukaufen war sehr interessant. Am Nachmittag war ich völlig erschöpft, aber auf eine positive Weise. Es war faszinierend Alice beim Einkaufen zuzusehen. Irgendwie wusste sie genau, was sie wollte, sobald sie einen Laden betrat und musste nie irgendwas anprobieren. Sie schlenderte nur einmal kurz durch den Laden, griff nach verschiedenen Kleiderständern, während sie lief und stand letztendlich vor der Kasse. Nachdem wir das vierte Geschäft verlassen hatten, war Alice schon mit Taschen beladen. Ich hatte immer noch nichts gekauft.
"Wir sollten was zum Essen besorgen gehen", verkündete Alice, während wir eine Rolltreppe runterfuhren.
„Ich hab nicht wirklich Hunger."
Sie sah mich finster an. „Bella, ich habe Edward versprochen, dass ich auf dich aufpassen würde. Wenn er herausfindet, dass ich dich nicht gefüttert habe..." Sie brach ab. Sie musste ihren Satz nicht beenden, ich wusste genau, was er tun würde.
Ich seufzte. "Schön, lass uns gehen." Es gab etwas, über das ich ohnehin mit ihr reden wollen.
Alice bestand darauf, dass ich mich zu ihren Taschen setzte, während sie sich anstellte, um mir ein Truthahnsandwich und eine Limonade zu kaufen. Ich hasste es es zugeben zu müssen, aber meine Füße pochten ein bisschen von dem ganzen Herumlaufen.
Alice kam schnell mit meinem Essen in der Hand zurück und legte es mit einem Lächeln vor mich.
„Danke", sagte ich und wickelte mein Sandwich aus.
Sie lächelte zurück.
„Alice?", fragte ich nach dem ersten Bissen. „Wirst du mir etwas sagen?"
„Natürlich", antwortete sie und legte den Kopf neugierig schräg.
„Würdest du mir die Wahrheit sagen, egal über was?", fragte ich, biss mir auf die Lippe und sah auf den Boden.
„Ich werde dir immer die Wahrheit sagen, Bella."
In ihren Worten klang Ehrlichkeit mit und irgendwie wusste ich, ich konnte ihr vertrauen.
„Was willst du wissen?"
"Ich habe mich gefragt…", begann ich, beschloss dann aber, mich anders an das Thema ranzupirschen. „Ich habe dich und Edward im Krankenhaus miteinander reden hören, als ihr dachtet, ich würde schlafen und... naja... Ich habe ein paar Fragen über das, was ich gehört habe."
"Ein paar Fragen?", fragte sie skeptisch.
„Eigentlich nur eine", machte ich klar und sah sie mit bittenden Augen an. „Wie wird man ein Vampir?"
Sie kräuselte die Lippen und runzelte die Stirn, bevor sie antwortete. „Edward will nicht, dass du es weißt."
„Bitte. Ich denke, ich habe das Recht es zu wissen."
Sie seufzte schwer und betrachtete mich mit verengten Augen, während sie ihre Entscheidung traf. Ich biss mir nervös auf die Lippe, während ich wartete.
"Ich habe es niemals selbst durchgeführt, also kann ich dir nur sagen, was mir erzählt wurde." Ich lächelte sie strahlend an. Ich hatte das Essen vor mir schon vergessen, während ich aufmerksam lauschte. „Es ist nicht einfach und verlangt eine Menge Selbstbeherrschung. Du weißt, dass wir Vampire eine Menge unterschiedlicher Waffen bekommen haben, Geschwindigkeit, Wendigkeit, dass wir auf unsere Beute attraktiv wirken", sagte sie mit einem Zwinkern. „Wir sind auch giftig", stellte sie fest. Sie war ernst geworden und ihre Stimme war sehr leise, so dass nur ich sie hören konnte. „Das Gift tötet nicht, es nimmt unserer Beute nur die Fähigkeit sich zu bewegen. Unsere Opfer erleiden große Schmerzen, während es sich langsam im Blutsystem ausbreitet und macht es ihnen unmöglich, uns zu entkommen."
"Und wenn sie nicht getötet werden und das Gift sich ausbreitete...?", fragte ich.
Sie nickte. "Es dauert ein paar Tage, etwa drei, bis die Verwandlung abgeschlossen ist. Solange dein Herz noch schlägt, verbreitet sich das Gift weiter und heilt und verändert einen. Es ist extrem schmerzhaft. Denk an die schlimmsten Schmerzen, die du jemals erfahren hast." Ich fröstelte bei der Erinnerung. Sie nickte wissend. „Das tausend Mal. Während der gesamten Verwandlung wünschen die Opfer den Tod herbei, um der Qual zu entkommen."
Ich sah auf mein Sandwich hinab, während ich über ihre Worte nachdachte. „Du sagtest, es wäre schwierig. Was meinst du damit?"
Sie seufzte. "Sobald wir einmal den Geschmack von Blut in unserem Mund haben, ist es schwierig aufzuhören. Um jemanden zu verwandeln, darfst du ihn nicht aussaugen... Nicht viele von uns haben die Selbstbeherrschung es zu tun."
Ich nickte. "Danke."
Sie schüttelte den Kopf. "Er wird mich umbringen dafür, dass ich es dir erzählt habe."
„Er muss es nicht herausfinden."
Sie lächelte. "Er wird es herausfinden", fügte sie grummelnd hinzu. „Er findet immer alles heraus." Sie hörte sich eher verärgert als besorgt an.
„Bist du fertig?", fragte sie und betrachtete mein Essen angewidert. "Ich will noch in einige Läden, bevor wir gehen."
Ich nickte zur Antwort und warf meine Abfälle in den Mülleimer in der Nähe. Während der nächsten paar Stunden folgte ich ihr, während wir in bestimmte Läden gingen. Erst als sie genügend Sachen gekauft hatte um einen sehr großen Schrank zu füllen, verkündete sie, sie sei fertig. Ich war begeistert und erstaunt über die Menge an Kleidung, die eine einzige kleine Person an einem Tag kaufen konnte.
Im letzten Geschäft, in das sie mich brachte, beschloss ich, alleine loszugehen, anstatt ihr zu folgen. Dieser Laden war den anderen sehr ähnlich, nett und eindeutig außerhalb meiner finanziellen Mittel. Während ich die Kleiderständer anschaute, fiel mein Blick auf ein Kleid. Es war eines der schönsten Kleider, die ich je gesehen hatte. Es war azurblau und seidig. Es hatte einen ziemlich tiefen V-Ausschnitt, zumindest für mich, mit einer perlenverzierten Empire Taillenbinde. Der Rock war gerade und floss ohne Nähte auf den Boden. Der Rücken war offen. Ich konnte meine Augen nicht von dem Kleid losreißen.
"Du solltest es anprobieren."
Ich zuckte leicht zusammen, als ich mich umdrehte und Alice mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht hinter mir stehen sah. „Ich kann ein Kleid wie das nicht gebrauchen – nicht, dass ich es mir leisten könnte, selbst wenn ich es gebrauchen könnte." Ich bemerkte, dass es von Nicole Miller war, eindeutig außerhalb meiner Preisliga.
Sie sah enttäuscht aus, drängte mich aber nicht weiter. Ich war dankbar, als sie verkündete, dass sie bereit war zu gehen. Es hatte Spass gemacht mit Alice einzukaufen, aber ich war müde und wollte eine Weile sitzen um meine Füße auszuruhen.
Als wir in den Hof fuhren, entdeckte ich Edward, der auf mich wartete und beinahe erleichtert aussah, dass ich noch aus einem Stück bestand. Ich konnte das Lächeln, das sich über mein Gesicht zog, als ich ihn sah, nicht unterdrücken. Er war an meiner Tür und half mir raus, sobald Alice angehalten hatte. Er zog mich in eine feste Umarmung.
"Ich habe dich vermisst", flüsterte er in mein Haar.
„Ich dich auch."
Er zog sich etwas zurück, legte eine Hand unter mein Kinn, um meinen Kopf schräg zu legen und setzte einen sanften, süßen Kuss auf meine Lippen. Ich hatte völlig vergessen, dass wir nicht alleine waren, bis ich ein Kichern hinter mir hörte. Ich lief rot an und sah nach unten.
"Ich lass euch Turteltäubchen allein. Edward, du kannst meine Sachen einfach für mich ins Haus bringen, wenn du später mit dem Auto zurückkommst." Sie wandte sich mir zu. „Danke, dass du mit mir Einkaufen gegangen bist, Bella."
Sie lächelte, lehnte sich nach vorne und umarmte mich. „Danke, dass du mich mitgenommen hast. Es hat Spass gemacht. Irgendwann sollten wir es noch mal machen."
Sie grinste, während sie auf den Wald bei meinem Haus zuging und verschwand. Ich drehte mich zurück zu Edward. Er sah verwirrt aus. Seine Augen lagen auf der Stelle, an der Alice verschwunden war.
"Edward?", fragte ich.
Er drehte sich immer noch verwirrt zu mir. "Lass uns rein gehen.
Ich willigte unsicher was los war ein. Wir schwiegen, während ich meine Schuhe auszog und wir es uns auf dem Sofa gemütlich machten.
„Also hattest du Spass mit Alice?"
„Ja."
„Worüber habt ihr geredet?" Er versucht locker zu klingen.
Ich zuckte mit den Schultern. „Über Dies und Das."
Er nickte. „Was genau?", entgegnete er beinahe sofort.
"Warum?", ich wurde immer misstrauischer. Es erinnerte mich daran, was Alice früher darüber gesagt hatte, dass er immer alles herausfand. Er schien nach Informationen zu suchen. Aber er konnte unmöglich wissen, was Alice mir erzählt hatte, oder?
"Was genau habt ihr besprochen."
„Keine Ahnung. Vieles. Mädchenzeug. Warum fragst du?"
"Was genau…?" Er brach ab und hob die Augenbrauen.
Ich hob meinen Daumen zum Mund und begann nervös am Nagel zu knabbern. Es war unmöglich, ich konnte Edward nicht anlügen, aber ich wollte Alice nicht in Schwierigkeiten bringen. Es war mir gleichgültig, ob er auf mich sauer war, aber ich wollte Alice schützen, wenn ich konnte.
Ich atmete tief durch. „Wenn ich es dir sage, musst du versprechen, nicht wütend auf Alice zu sein. Eigentlich darfst du ihr gegenüber überhaupt nichts sagen."
Er verengte die Augen ganz leicht, nickte aber.
„Versprochen?"
„Versprochen."
Ich knabberte an meiner Unterlippe, während ich meine Gedanken sammelte „Ich war neugierig und sie war so freundlich mir ein paar Dinge zu erklären", wandte ich mich in dem Versuch, den richtigen Augenblick abzupassen.
„Einige Dinge?", fragte er mit kontrollierter Stimme, nachdem ich kurz innegehalten hatte.
Ich nickte und riss mich zusammen. "Ich wollte wissen, wie man… ein Vampir wird." Ich flüsterte den letzten Teil.
Seine Augen wurden augenblicklich zornig, schwarz und sein Körper spannte sich an. Ich wusste, dass er all seine Selbstkontrolle aufwandte, um ruhig zu bleiben.
„Denk an dein Versprechen."
Er schloss die Augen und drückte sich mit Zeigefinger und Daumen gegen die Nasenwurzel. Er schwieg und verharrte eine lange Zeit bewegungslos. Ich biss mir nervös auf dem Daumennagel herum, während ich auf seine Reaktion wartete. Er atmete nicht. Während die Minuten vorüberstrichen, wurde ich immer nervöser.
Schließlich hörte ich ihn tief ein- und langsam wieder ausatmen. Er ließ seine Hand von seinem Gesicht sinken, aber seine Augen blieben geschlossen. „Sie hatte kein Recht dazu. Das war nicht ihre Aufgabe." Seine Stimme war leise und drohend; sie brachte mich zum Zittern.
"Ich hatte das Recht es zu wissen." Ich versuchte stark zu klingen, aber meine Stimme kam als ein schwaches Flüstern hervor.
Seine Augen flogen bei meinen Worten auf und ich sah den Zorn in ihnen. Ich wusste, dass er so nicht zu Vernunft zu bringen war und ich musste ihn beruhigen, bevor wir reden konnten.
Langsam rutschte ich zentimeterweise auf ihn zu und hielt seine Augen mit meinen fest. Ich schmiegte mich in seinen Schoss, aber er reagierte nicht darauf, sodass ich meine Hand nach oben streckte und an sein Gesicht legte. „Edward, bitte?", sagte ich sanft, „Können wir nicht einfach darüber reden?"
Er suchte einen Augenblick lang nach meinen Augen und atmete schwer aus, sodass sein Atem mein Gesicht streifte und mich versteinerte. Ich spürte, wie sein Körper sich unter mir entspannte, und sein Gesicht schmiegte sich in meine Hand. Er schlang seine Arme um mich und drückte mich an sich. Ich wusste, dass das schlimmste vorüber war.
„Da gibt es nichts zu besprechen, Bella", sagte er schließlich streng, nachdem einige Minuten vergangen waren.
„Ich glaube, da gibt es sehr wohl etwas zu besprechen", antwortete ich aufsässig und nahm meine Hand von seinem Gesicht. Ich drückte mich von ihm weg, um ihn besser ansehen zu können.
„Es gab niemals einen Grund für dich zu wissen, wie es geht, weil ich unter keinen Umständen erlauben werde, dass dir das passiert. Ende der Diskussion."
Er war so stur! Dieses Mal war ich mit Knurren an der Reihe. Ich überrumpelte ihn mit meiner Reaktion, und er grinste unfreiwillig.
"Hast du mich gerade angeknurrt?", fragte er belustigt.
Ich funkelte ihn unwillig mich abschrecken zu lassen an. "Warum denkst du nicht einmal darüber nach?"
Er sah düster aus, als er antwortete. „Ich werde dich nicht durch diese Art von Schmerz schicken und ich werde dich nicht zu diesen Leben verdammen. Du weißt nicht, wonach du da fragst."
„Doch, das tue ich", sagte ich ernst. Ich spürte, wie Tränen meine Augen füllten. „Ich bitte dich darum, für immer zu dir zu gehören. Ich bitte dich, mein Leben zu retten."
„Ich würde dir dein Leben stehlen, nicht retten."
„Wann wirst du endlich akzeptieren, dass ich sterbe, Edward? Wann? Egal wie sehr du oder ich wünschen, es wäre anders, in ein paar Monaten werde ich nicht mehr hier sein. Was dann?", fragte ich. Er zuckte bei meinem Worten zusammen, aber ich musste zu ihm durchdringen und ihn zum Begreifen bringen. Ich hatte keine Zeit um den heißen Brei herumzureden.
Er schwieg, während er auf meine Hände schaute, die mit seinem verschlungen waren. Minuten verstrichen ohne ein Wort und ich seufzte. „Liebst du mich, Edward?"
Seine Augen zuckten nach oben, um in meine zu sehen. „Natürlich", antwortete er augenblicklich so eindringlich, dass es mir den Atem raubte.
„Wirst du wenigstens darüber nachdenken? Für mich, bitte?"
Er suchte einen langen Moment nach meinen Augen, bevor er nickte. Ich lächelte ihn strahlend an und schlang meine Arme um seinen Nacken. Ich hatte noch einen langen Weg vor mir, um ihn zu überzeugen. Aber wenigstens sagte er nicht mehr nein.
