Chapter 23
„Edward?", rief ich zittrig. Ich war früh ins Bett gegangen, weil ich von meinem Einkaufstrip mit Alice erschöpft gewesen war. Edward hatte versprochen da zu sein, wenn ich aufwachte, aber als ich auf meinem Bett herumgetastet hatte, um ihn zu suchen, war er nicht da gewesen.
"Unten!", hörte ich ihn gerade laut genug rufen, dass ich es hörte.
Ich lächelte und schnupperte. Er machte mir Frühstück. Während ich aufstand und die Treppe runterging, fragte ich mich, wo er kochen gelernt hatte. Es war ja nicht so, dass er für sich oder seine Familie kochen musste und ich roch, dass er es wirklich konnte!
Er legte gerade letzte Hand an das Omelett, das er für mich gemacht hatte, als ich in die Küche lief. Ich war nicht so hungrig und Omelett mochte ich nicht wirklich, aber das würde ich ihm auf keinen Fall sagen. Mit der richtigen Menge an Ketchup war beinahe alles essbar. Das war etwas, was gelernt hatte, während ich mit meiner Mutter zusammengewohnt hatte, die absolut überhaupt nicht kochen konnte. Ketchup war ein Grundnahungsmittel im Haus, eine Notwendigkeit.
„Riecht gut", sagte ich, während ich mich auf einen Stuhl am Tisch setzte.
Er stellte das Essen, das er vorbereitet hatte mit einem Glas Milch vor mich und gab mir mit einer Bewegung zu verstehen, dass ich es probieren sollte. Er sah nervös aus, während ich ein kleines Stückchen abschnitt und mir in den Mund steckte. Ich war überrascht, wie unglaublich es schmeckte. Es war überhaupt nicht wie die Omeletts, die ich bisher gegessen hatte. Das hier war tatsächlich gut und ich brauchte kein Ketchup.
„Wow, Edward, wo hast du kochen gelernt? Das ist wundervoll." Ich schob mir noch etwas in den Mund und wartete auf seine Antwort.
Er sah erleichtert aus und setzte sich auf den Stuhl gegenüber. „Ich war mir nicht sicher, wie es am Ende schmecken würde. Es ist nicht so, dass ich es vorher probieren könnte. Nachts gibt es nicht viel zu tun und du wärst überrascht, was man beim Fernsehschauen lernen kann." Er grinste.
Ich schüttelte ehrfürchtig den Kopf. Nur Edward konnte lernen ein Spitzenkoch zu sein, in dem er ein paar Kochsendungen anschaute.
Ich aß beinahe die Hälfte auf, bevor ich nicht mehr konnte. Ich bedankte mich bei Edward für das gute Essen. Es war bei weitem das meiste, was ich gegessen und genossen hatte seit einer langen Zeit.
"Also, was steht heute auf dem Plan?"
"Na ja, ich dachte wir könnten zu Hause bleiben und es ruhig angehen lassen." Ich wollte anfangen zu protestieren, aber er schnitt mir das Wort ab. „Nicht dein Haus. Ich dachte, du wüsstest vielleicht gerne, wo ich lebe und meine Familie treffen. Aber nur, wenn du willst und dich dazu in der Lage fühlst", stellte er klar.
Ich biss mir nervös auf die Lippe. Ich wollte seine Familie kennenlernen und mehr über ihn erfahren, aber ich war nervös. Was, wenn sie mich nicht mochten?
"Natürlich", antwortete ich schließlich. "Ich mach mich fertig."
Er grinste mich an, als ich mich umdrehte, um Duschen zu gehen und mich umzuziehen. Ich wollte einen guten Eindruck machen, aber nichts aus meinem Kleiderschrank passte mir mehr richtig. Ich verfluchte mich im Stillen dafür, dass ich mir nichts gekauft hatte, während ich mit Alice Einkaufen war, als ich ein sanftes Pochen an meiner Tür hörte.
"Ja?", rief ich verwirrte
"Ich habe hier ein Paket für dich. Es lag heute Morgen vor der Tür. Dein Name steht drauf."
„Weißt du, von wem es ist?"
„Es steht kein Name drauf."
Ich stellte sicher, dass mein Handtuch fest um mich geschlungen war, bevor ich die Tür einen Spalt aufmachte und Edward das Packet abnahm.
"Danke!", rief ich und schloss die Tür, um das Packet genauer zu untersuchen. Ich erkannrte die Handschrift nicht. Sie war auf eine Art elegant, die man nicht jeden Tag sah. Ich legte das Packet auf das Bett und hob vorsichtig den Deckel.
Liebe Bella
Ich habe gesehen, dass du das vielleicht heute gebrauchen könntest. Es wird perfekt passen, mach dir keine Sorgen! Ich freue mich darauf, dich wiederzusehen. Sie werden dich alle lieben!
Alice
Ich zog das Seidenpapier zur Seite und entdeckte ein wunderschönes rotes Top mit V-Ausschnitt und eine dunkelfarbige Jeans. Woher kannte sie meine Größe? Nicht mal mehr ich war mir mehr sicher, was ich trug. Zumindest hatte Alice mit ihrer seltsamen Gabe die Zukunft zu sehen, gesehen, dass alles gut laufen würde. Das beruhigte mich, während ich die Kleidung anzog und natürlich passten sie perfekt. Sie war offensichtlich teuer gewesen, man sah es daran, wie sie um meinen Körper fiel. Es war eine Weile her, seitdem ich das letzte Mal etwas getragen hatte, das Figurenbetont war, sodass ich vergessen hatte, dass ich eine hatte. Ich sah mich im Spiegel an und war überrascht, als ich feststellte, wie gut ich aussah. Zum ersten mal seit langer Zeit achtete ich nicht mehr darauf, wie krank ich aussah, sondern wie gut. Es gefiel mir.
Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht ging ich die Treppen hinunter zu Edward. Er erstarrte, als er mich sah und ich sah rot vor Freude weg.
Er war augenblicklich neben mir und hob mit einer Hand mein Kinn, damit ich ihn ansah. „Du siehst unglaublich aus." Das Feuer in seinen Augen überrumpelte mich und ich spürte, wie mein Gesicht röter wurde. Er beugte sich nach vorne und setzte einen kleinen Kuss auf meine Lippen, bevor er mein Gesicht los ließ.
Er sah ein letztes Mal mit einem Lächeln, das auf sein Gesicht gepflastert war, an, bevor er fragte, ob ich bereit sei zu gehen.
„Ja", antwortete ich und er zog mich zur Haustür.
Natürlich war ich schon vorher bei Edward zu Hause gewesen, aber nur, als ich krank war und unfähig, alles aufzunehmen. Ich wusste, er lebte außerhalb der Stadt, ein ganzes Stück von den anderen Leuten entfernt. Ich war ein weiteres Mal von der schieren Größe des Hauses beeindruckt, während wir näher kamen.
Als er den Motor abschaltete, begann ich nervös an meinen Kleidern und Haaren herumzuzupfen. Er kam zu meiner Autoseite und bot mir seine Hand an.
"Bist du bereit? Du siehst wunderschön aus."
Ich nickte, während ich seine Hand nahm und wir stiegen zusammen die Treppen zum Haus hoch. Bevor wir die Tür öffnen konnten, erschien Alice wie aus dem Nichts in der geöffneten Tür und strahlte uns an.
„Bella", sang sie und nahm mich in die Arme, „Ich wusste, sie würden perfekt sein", sagte sie und machte eine Geste zu meinen Kleidern.
„Ja, dankeschön."
Sie winkte meinen Dank sofort ab, griff nach meiner freien Hand und zog mich hinein. „Komm rein, komm rein", zirpte sie.
„Geh es ruhig an, Alice", warnte Edward mit leiser Stimme neben mir. Meine Hand war immer noch fest in seinem Griff.
Sie ließ meine Hand los und tanzte scheinbar unbeeindruckt durch den großen Raum zu den Treppen, wo ein schmaler Junge angelehnt stand und mich anlächelte. Ich kannte ihn von der Schule, Japser Hale. Er machte keine Anstalten, auf mich zuzukommen, aber ich fühlte mich auf seltsame Weise wohl.
Ich war so damit beschäftigt, Alice mit Jasper zu beobachten, dass ich die beiden anderen, die im Flur standen, nicht einmal bemerkt hatte.
"Hallo Bella. Es ist schön, dich wiederzusehen." Ich drehte mich um und entdeckte Dr Cullen. Ich nahm an, dass die Person neben ihm seine Frau war.
Ich machte einen Schritt nach vorne, um seine Hand zu schütteln und lächelte. „Das ist es, Dr. Cullen, vor allem unter bessern Umständen."
Er lachte. "Bitte nenn mich Carlisle."
Die Frau neben ihm trat vor und griff nach meiner Hand. „Ich bin Esme, Carlisles Frau. Es ist wirkliche eine Freude, dich endlich kennenzulernen."
"Danke, für mich genauso. Sie haben ein wunderschönes Haus."
Dankeschön", lächelte sie.
„Du kennst Jasper, da bei der Treppe neben Alice, wahrscheinlich von der Schule." Edward nickte in ihre Richtung.
„Hallo."
„Nett dich kennenzulernen", antwortete er warm.
In diesem Moment hörte ich ein lautes Lachen von oben. Ich sah verwirrt zu Edward hoch; er runzelte die Stirn. Als ich mich wieder umdrehte, bemerkte ich einen riesigen Mann, der die Treppe runterkam. Er hatte lockiges schwarzes Haar und ich kannte ihn ebenfalls von der Schule; es war Emmett Cullen.
Er kam herüber und baute sich vor mir auf. „Und deswegen dieses ganze Theater?"
Er sah von mir zu Edward und ich sah Übermut in seinen Augen. Unsicher, was ich sagen sollte, sah ich zu Edward. Seine Augen waren zu Schlitzen verengt und er sah nicht sonderlich begeistert aus.
Emmett wandte seinen Blick wieder mir zu und ich fühlte, wie ich darunter rot anlief. Er lachte. „Es wird Spass machen, dich in der Nähe zu haben", stellte er amüsiert fest und hielt mir eine ziemlich große Hand entgegen. „Hallo Bella, ich bin Emmett", sagte er mit blitzenden Augen.
Ich streckte langsam meine Hand aus und lächelte hoch zu ihm. „Nett dich kennenzulernen... Ahhh." Sobald meine Hand in seiner Lag, zog er mich in eine bärenartige Umarmung. Ich hörte Edward hinter mir knurren, aber das schien Emmett nicht zu interessieren. Ich war zu erschrocken, um etwas zu sagen oder zu tun. Ich spürte, wie er um mich herum zitterte, als er mich vorsichtig wieder auf meine eigenen Füße stellte. Edward nahm mich augenblicklich wieder in seine Arme und knurrte.
Ich legte beruhigend eine Hand an seine Brust. „Edward, hör auf. Es ist in Ordnung", flüsterte ich. Edward kräuselte die Lippen, hörte aber auf zu knurren.
Emmett lachte erneut und sah Edward mit erhobenen Augenbrauen an. „Jetzt weiß ich, dass es lustiger wird, wenn sie in der Nähe ist."
Ich lief rot an und Emmett grinste verschlagen. Ich warf rasch einen Blick zu Carlisle und Esme, die Emmett beide missbilligend ansahen, aber es schien ihn nicht im Geringsten zu stören.
Einen Augenblick lang war es ruhig und ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich sah mir ein weiteres Mal den großen Raum an und bewunderte die Schönheit um mich herum. Alles, von den Wänden bis hin zum Mobiliar war weiß. Meine Augen fielen auf ein großes Klavier, das ich noch nicht bemerkt hatte. Es war atemberaubend schön. Ich hatte keine Ahnung, wie es vorher hatte übersehen können. Es erinnerte mich liebevoll an meine Mutter, die immer gespielt hatte, als ich noch ein kleines Kind gewesen war. Sie war nicht sonderlich gut gewesen, aber sie hatte es geliebt zu spielen. Sie hatte immer wunderschön ausgesehen, während ihre Finger über die Tasten glitten. Manchmal war sie so in ihrem Spiel verloren gewesen, dass die Welt um sie herum einfach verschwand. Das Klavier, das wir gehabt hatten, war schon gebraucht gewesen und ein Nichts verglichen zu dem wunderschönen Stück vor mir, aber meiner Mutter wäre es egal gewesen.
"Willst du den Rest vom Haus sehen?" Ich zuckte zusammen, als ich Edwards Lippen an meinem Ohr spürte und wurde rot. Ich war so in Gedanken versunken gewesen, dass ich beinahe vergessen hatte, wo ich war. Rasch rieb ich mir die Augen, um alle Spuren von den Tränen, die sie nur Momente zuvor gefüllt hatte, zu verwischen.
Ich kam wieder in die Realität zurück und bemerkte, dass wir allein im Zimmer waren. Er sah mich skeptisch an und ich konnte eine Spur von Besorgnis in seinen Augen ausmachen.
Ich lächelte warm zu ihm hoch, um seine Sorgen zu zerstreuen. „Wo sind alle hingegangen?"
Er zuckte mit den Schultern. „Ich denke, sie wollten uns ein bisschen Ruhe geben."
Er begann mich zur Treppe zu ziehen und ich konnte nicht anders, als etwas nervös zu sein. Der zweite Stock des Hauses war genauso wunderschön wie der erste. Die Wände waren mit Kunstwerken verziert, die ich nicht kannte. Edward zeigte mir die Zimmer der anderen, bevor wir zu einer weiteren Treppe kamen. Der dritte Stock schien dem zweiten beinahe gleich zu sein. Er hielt vor einer Tür und drehte sich um, um mich anzulächeln.
"Mein Zimmer", verkündete er, als er die Tür aufstieß, um mich eintreten zu lassen. Er hielt die Tür auf, damit ich zuerst durchging. Ich war begeistert von dem, was ich sah. Der ganze Raum war in Gold gehalten. Der Boden war mit einem dicken, goldfarbenen Teppich bedeckt und an den Wänden hing ähnliches Material. Die Südwand bestand aus einem einzigen großen Fenster und die gegenüberliegende Wand war mit CDs gefüllt. Es gab kein Bett, dafür aber eine sehr große, bequem aussehende Couch in der Mitte des Zimmers.
Ich ging sofort auf die Musiksammlung zu, verblüfft von der schieren Größe und Vielfalt. „Musik muss dir sehr wichtig sein", mutmaßte ich, als ich mich umdrehte, um zu sehen, wo er war. Er stand vor einer sehr teuer aussehenden Stereoanlage und fummelte an einigen Knöpfen herum.
Er lachte leise. "Das könnte man sagen."
Ich sah mich noch einmal im Zimmer um und plötzlich bekamen die Wände und der Boden eine neue Bedeutung. „Gute Akustik?"
Er lachte erneut, während er auf mich zukam. Er nickte, nahm meine Hand in seine, brachte mich zur Couch und zog mich nach unten, so dass ich auf seinem Schoss saß. Er hielt eine kleine Fernbedienung in der Hand, drückte auf ein paar Knöpfe und augenblicklich füllte Musik den Raum. Es war ein sanftes, klassisches Stück. Nichts, das ich kannte, aber es war sehr schön.
"Das Klavier unten gehört dir? Spielst du?"
Er nickte. „Ein Geschenk von Esme und Carlisle."
"Wirst du etwas für mich spielen?", fragte ich aufgeregt. Ich begann wirklich zu verstehen, wie viel ich immer noch nicht über ihn wusste.
"Wann immer du willst." Er nahm eine Strähne meines Haares und begann sie zwischen den Fingern zu drehen. „Was hast du unten gedacht? Du warst so weit weg und hast so traurig ausgesehen."
Ich sah nach unten, bevor ich antwortete. „Ich habe mich an meine Mutter erinnerte. Sie hat es geliebt, Klavier zu spielen." Ich lachte einmal. „Sie ist nicht sehr gut, aber das hat sie nie entmutigt. Es ist ihre Zuflucht vor der Welt, könnte man sagen."
„Hmm", antwortete er nach einer Sekunde. „Für mich auch."
Ich drehte mich zu ihm. „Hast du schon immer gespielt?"
„Mein ganzes Leben." Etwas an der Art, wie er das sagte, ließ mich aufhorchen und ich frage mich, wie lange genau dieses Leben schon war.
Ich griff nach oben und barg sein engelhaftes Gesicht in meinen Händen. Einige kurze Augenblicke betrachtete ich seine Augen. „Es gibt so viel, was ich immer noch nicht von dir weiß? Wirst du mir deine Geschichte erzählen? Ich will alles über dich wissen, was man wissen kann."
Er betrachtete mich einen langen Augenblick eindringlich, bevor er schließlich seufzte und wegsah. „Ich habe Dinge in meinem Leben getan, auf die ich nicht stolz bin, Bella. Dinge, von denen ich nicht will, dass du sie jemals weißt."
"Bitte. Es gibt nichts, was du getan haben könntest, was mich dazu bringen könnte, dich nicht mehr zu lieben. Fang am Anfang an, und von da mach weiter."
Er sah zurück zu mir und betrachtete mein Gesicht. Ich weiß nicht, was er darin gesehen hat, aber bald lächelte er leicht und verschränkte seine Hand mit meiner.
„Ich wurde 1901 in Chicage geboren. Carlisle hat mich 1917 gefunden. Ich starb an der Spanischen Grippe." Ich versuchte meine Reaktionen so gut wie möglich zu kontrollieren, ruhig zu bleiben, während er seine Lebensgeschichte erzählte. Er beschrieb, wie er als erster zu Carlisle gestoßen war. Esme war bald danach gefolgt und dann Rosalie. Rosalie hatte Emmett ein paar Jahre später gefunden. Er war von einem Bär beinahe zu Stücken gerissen und dann `gerettet` worden. Ich lachte einmal leise, als ich erfuhr, wie Alice und Jasper zur Familie gekommen waren. Ich konnte mir nur zu gut vorstellen, wie Alice alle begrüßte, als seien sie schon ihr ganzes Leben lang befreundet. Ich blieb ganz still, als er zögerlich von seinen rebellischen Jahren erzählte, in denen er Carlisle und seine Art zu leben verlassen hatte. Ich wusste, es war schwer für ihn, das zuzugeben und ich war dankbar, dass er bereit war, es mit mir zu teilen.
„Aufgrund meiner Fähigkeit", sagte er und tippte sich fröhlich an den Kopf, „konnte ich nur die allerschlimmsten dieser abscheulichen Biester jagen. Letztendlich habe ich der Welt einen Gefallen getan; die Straßen nach Jägern absuchen, die danach aus sind, die Unschuldigsten zu töten – das war zumindest das, was ich mir gesagt habe. Aber", er seufzte und ließ eine meiner Hände los, um sich durchs Haar zu streichen, „mit der Zeit konnte ich meine Taten nicht mehr rechtfertigen. Ich konnte all die Menschenleben, die ich genommen hatte, nicht mehr wegdiskutieren und Richter und Henker zugleich sein. Es war nicht richtig und ich fing an deprimiert zu sein. Ich war zu einem Monster geworden, etwas, das ich niemals sein wollte. Es dauerte nur ein paar Jahre, bis ich meinen Fehler bemerkte. Ich kehrte zu Carlisle. Er und Esme haben mich mit offenen Armen wieder aufgenommen. Das war mehr, als ich verdiente."
Einige Minuten war es still, nachdem er aufgehört hatte zu erzählen. Ich war zu ehrfürchtig, um zu sprechen. Er war viel ehrlicher zu mir gewesen, als ich hätte hoffen können. Er sah mich nervös an, während er auf meine Antwort wartete.
„Geht es dir gut?", fragte er zögerlich.
„Ja. Danke, dass du es mir erzählt hast", flüsterte ich.
„Ich ... widere dich also nicht an?"
Ein schockierter Ausdruck huschte über mein Gesicht bei dieser Frage. „Nein, natürlich nicht. Warum solltest du?"
„Bella, ich habe gerade gestanden ein Massenmörder zu sein. Das stört dich nicht?", fragte er skeptisch.
Ich zuckte mit den Schultern.
„Warum nicht?"
„Es hört sich vernünftig an, wenn man die Umstände betrachtet."
Er sah mich eine Sekunde lang an, als hätte meine Antwort ihn fassungslos gemacht und lachte dann lauter, als ich je bei ihm gehört hatte.
Er griff nach oben und verstrubbelte mein Haar. „Du bist ein seltsamer Mensch, Bella Swan."
Ich zuckte mir den Schultern und lächelte. "Aber du liebst mich trotzdem."
Er wurde ernst und legte seine Hände an meine Wangen. „Ja, das tue ich. Ich liebe dich sehr."
Er beugte sich nach unten und nahm meine Lippen so sehr mit seinen gefangen, dass ich keine Luft mehr bekam.
