3. Drachentage - Die Vergangenheit
Der nächste Tag war regnerisch und die meiste Zeit waren sie in ihrer Höhle.
Smaragdblitz und Lyra hatten den Tag mit Vermutungen über den seltsamen Mann verbracht.
Sie kamen aber einfach nicht auf einen grünen Zweig und fragten so die weise Carla, was der Mann überhaupt wollte.
Doch die stellte eine Gegenfrage:
Mmmmmmh. Smaragdblitz beantworte mir eine Frage, wie alt bist du?'
Wie alt er war? Er hatte keine Ahnung, aber eine Stimme ihn ihm flüsterte, das er jung, sehr jung war.
Ich weiß es nicht sicher, Carla, aber ich glaube das ich jünger als Lyra bin.'
Jünger als ich?!' fragte Lyra entsetzt.
Unwohl sah Smaragdblitz auf die Seite zu seiner Partnerin und blickte dann hilfesuchend zu Carla.
Es war die Wahrheit und er wusste, das er sehr viel jünger war als Lyra....
Das ist nicht schlimm Lyra.' Erklärte die Alte. Bei einer Bindung ist nicht das Alter entscheidend, sondern die Intelligenz, die Reife.
So gesehen passt ihr wunderbar zusammen.
Sieh dir Tal und Merond an. Merond ist fast 1800 Jahre älter!'
Lyra lachte:
Ich erinnere mich noch, als Tal mit Merond ankam und alle sie fassungslos angesehen haben. Er war so alt und sie fast noch ein Kind!'
Erleichtert betrachtete Smaragdblitz seine Partnerin. Anscheinend war es doch nur der erste Schock gewesen. Aber was sollte überhaupt diese Altersfrage?
Er stellte die Frage und Carla wiegte abschätzend mit dem Kopf:
Ich habe eine Vermutung, warum du dich nicht erinnerst. Und die Altersfrage, war nur ein weiterer Beweis.'
Was vermutest du? Sag schon!' forderte der Schwarze ungeduldig.
Immer schön langsam Smaragdblitz. Wen meine Vermutung stimmt, dann wirst du es schon erfahren.
Aber so kann ich dir nur sagen, das du ein Mitglied der Herde bist und immer sein wirst. Egal was passiert.'
Mit diesen Worten drehte sie sich um und verschwand im hinteren Teil der Höhle, wo ihre Schlafstätte war.
Lyra und Smaragdblitz blieben beunruhigt zurück.
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Am späten Nachmittag wagte sich die Sonne zaghaft hervor und Smaragdblitz machte einen Spaziergang, um die Fragen in seinem Kopf zu vertreiben.
Es gelang ihm aber nicht.
Immer wieder hatte er das Gefühl verfolgt und beobachtet zu werden.
Einmal lief er sogar hinter ein Gebüsch, sah dann aber nur eine Wildkatze, die sich ängstlich duckte.
Mit der Zeit schob er es einfach auf seine angespannten Nerven und suchten den Rothaarigen Mann.
Er fand in an einer Quelle die recht weit in einem Wald drinnen lag.
Es war eine ruhige Quelle und er bezweifelte, das oft Drachen oder Menschen hierher kamen.
"Ah, der Schwarze!" wurde er freudig begrüßt.
Der Drachenforscher wartete, bis es sich der Drache gemütlich gemacht hatte und erzählte ihm einfach den neuesten Klatsch:
"Irgend ein Drache muss den Projektleiter vielleicht erschrocken haben. Der ist wie von einer Hummel gestochen durchs ganze Lager gerannt und allen etwas von einem großen, bösen, schwarzen Drachen erzählt.
Das warst doch du, oder?
Wenn ja, dann ein großes Dankeschön.
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Das dauernde Geplapper fand Smaragdblitz entspannend und auch informativ.
Er mochte diesen Forscher wirklich und hörte ihm aufmerksam zu.
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In der Herde von Martha, wie ich sie getauft habe, wird in 2 Jahren ein Baby geboren.
Alle sind schon richtig aufgeregt, hier werden nur circa alle 20Jahre ein neuer Drache geboren.
Und damit, haben wir noch den höchsten Durchschnitt Europas!
Wirklich toll, wenn man bedenkt das so eine Schwangerschaft, fast 80Jahre dauert.
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Gestern Nacht, ist hier eine komische Truppe eingetroffen.
Sie sagten, sie seinen Angegriffen worden und suchten ihren Anführer. Der heißt irgendwas mit E.....Etonles oder so ähnlich."
Etonles?' dachte der Schwarze. Vielleicht meint er Eteokles! So hat mich doch dieser Krieger genannt.'
"Auf jeden Fall sind die fast 1 1/2 Monate im Drachengebiet rumgezogen. Wahnsinn, sage ich dir! Ein Wunder, das sie nur Leichtverletzte haben.
Ihr Anführer müsste aber die ganze Zeit alleine gewesen sein, dessen Wahrscheinlichkeit überlebt zu haben, stehen 1 : 3000 !!!!
Trotzdem behaupten die, das er noch lebt. Und das obwohl er kein Zauberstab hat!
Einfach irre."
Der Drachenforscher sah kurz auf seine Uhr und erhob sich dann:
"Sorry, ich muss gehen. Die Arbeit ruft!
Ich hoffe wir sehen uns wieder, du bist ein außergewöhnlicher Drache. Tschau."
Er winkte noch kurz und verschwand.
Der Drache bedauerte es irgendwie, wieder allein zu sein.
Trotzdem blieb er an der Stelle liegen und betrachtete das helle Sprudeln der Quelle.
Immer wieder diese Menschengruppe und dieser Kimon.
Er wusste nicht was er davon halten solle.
KNACK
Smaragdblitz spitzte die Ohren und hörte genauer in die Richtung aus der die Geräusche kamen.
Eine leise Unterhaltung, die beim näher kommen aber verstummte.
Menschen. Nirgends ist man allein.' Seufzte der Drache und ignorierte sie.
Die Menschen kamen aber immer näher und brachen dann rechts von ihm aus dem Unterholz.
Es war Kimon und zwei Männer die er nicht kannte.
"Da, das ist er. Ich habe keine Wahnvorstellungen!"
Kimon was offensichtlich angesäuert.
"Das hat auch keiner behauptet. Wir meinten nur, das er nicht so unvorsichtig wäre und fast 1 ½ Monate in Drachenform verbringen würde. Er wusste, dass das geschehen kann!"
Der ältere Herr war offensichtlich besorgt und betrachtete Smaragdblitz eingehend, ohne ihn aber zu berühren.
"Ich weiß auch nicht warum Eteokles das tat, aber er hatte seinen Grund......"
"Sicher Kimon. Trotzdem war es nicht gerade klug. Aber er ist in guter Verfassung. Keine schlimmen Wunden. Nur hier an der Seite ein bisschen Schorf."
Smaragdblitz blieb ruhig liegen. Aus irgendeinem Grund vertraute er diesen drei Männern.
Der Alte sprach weiter:
"Er ist in einer Herde, hast du vorher gesagt Bassianus?"
Er sprach den schweigsamen an der bisher nicht gesprochen hatte. Auch er war wie ein Krieger gekleidet und hatte schwarze Haare:
"Ja." Antwortete er schlicht.
Nun erklärte Kimon, sehr zum Gefallen des Drachen:
"Du solltet vielleicht nicht so abschätzig von ihm reden, Fedro. Er versteht dich."
"Was?! Bist du dir sicher." Blaffte der Alte überrascht zurück.
Irritiert sah ihn Kimon an:
"Ja. Er hat mich verstanden. Als ich mit ihm geredet habe."
"Die erste gute Nachricht des Tages. Das heißt er muss auch noch Erinnerungen besitzen. Wenn auch tief vergraben. Das macht es einfacher."
Fedro wandte sich Smaragdblitz zu:
"Ähm, mein Name ist Fedro und das ist Bassianus. Kimon kennst du bereits, oder?"
Klar kannte er Kimon.
Als Zeichen das er verstanden hatte, setzte er sich aus der liegenden Position in eine eher sitzende und nickte mit dem Kopf.
"Fantastisch." Rief Fredo. "Er versteht uns tatsächlich!"
"Hab ich ja gesagt." Mault Kimon leicht.
Bassinus fragte, den Streit ignorierend:
"Wird er wieder wie früher werden?"
"Sicher! Er hat einen starken Willen. Wir müssen ihm nur ein paar Dinge erzählen und zeigen."
"Das ist ja schön und gut, aber wird dieses Abenteuer keine Spuren hinterlassen, Fredo?"
Der Alte sah Bassinus leicht unwohl an und murmelte dann:
"Ich weiß es nicht. Er könnte hier bleiben wollen........"
Kimon schrie empört:
"Hier bleiben?! Nie!!! Er muss mit!"
Smaragdblitz wurde es zu viel. Anscheinend hatten sie ihn völlig vergessen, aber das konnte man ändern.
Er stellte sich hin und knurrte laut.
Alle drei zuckten zusammen und sahen ihn erschrocken an.
Der Drache legte sich wieder zufrieden hin.
"Ähm....." stotterte Fredo "Okay Schwarzer. Wir erzählen dir, für wen wir dich halten und du frisst uns nicht auf. Einverstanden?"
Smaragdblitz überlegte kurz, brummte dann aber seine Zustimmung.
Erleichtert setzten sich die drei und begannen zu erzählen, das sie von einem Schloss namens Ivons, das Vampiren gehören sollte, zu einer Elbenbehausung reisen wollten.
Dabei mussten sie durch ein Drachengebiet und wurden von Sonnenbullen angegriffen.
Er, ein junger Mann namens Eteokles, sei von ihnen getrennt worden.
Eteokles(?), hieß aber auch noch Harry, Erwyn und sonst noch irgendwie, so das ihm bald der Kopf schwirrte.
Auch hatten diese Menschen vor ihm, die aber keine Menschen waren sondern Vampire mit den Elben gemeinsame Sache gemacht, um ihn zu suchen. Seltsam.
Dieser Junge jedenfalls war sehr mächtig und beherrschte die hohe Animagusform eines Drachen. Um sich zu schützen soll er angeblich die angenommen haben.
Eteokles musste mit der Zeit dann sein menschliches Ich verloren und zum Drachen geworden sein.
Smaragdblitz fand die Geschichte ein wenig absurd und unglaubwürdig, trotzdem löste sie in ihm ein Erkennungsgefühle aus.
Die Männer hatten geendet und sahen ihn erwartungsvoll an:
"Kannst du dich erinnern Eteokles?"
Der Drache schüttelte den Kopf und sah die drei Männer traurig an: Er würde ihnen wirklich gerne diesen Gefallen tun, sie sahen so hoffnungsvoll aus.
Fredo sah hin seufzend an und nickte:
"Dann versuchen wir es auf einen anderen Weg."
"Welchen?" fragte Bassinius.
"Er muss sich wieder erinnern. Vielleicht denkt er einfach wegen seinem Körper...das heißt er muss wieder in seinen Menschenkörper.
Dafür gibt es zwei Möglichkeiten..."
"Klar!" rief Kimon sauer und recht laut.
Zu laut für Smaragdblitz Meinung, er knurrte warnend. Leiser sprach Kimon weiter:
"Entweder verwandelt er sich alleine zurück, was ziemlich unwahrscheinlich ist in seinem momentanen Zustand oder wir zwingen ihn!
Und das ist ein Drache, dafür bräuchten wir fast 30 Mann!"
"Aber es ist seine einzige Chance!" konterte Fredo.
"Außerdem haben wir genügend Männer, wenn wir Hilfe rufen. In diesem Gebiet schwirren ja noch vier andere Suchtrupps herum!" stimmte Bassianus zu.
"Rufen wir sie erst mal und besprechen uns dann noch mal. Eteokles...Drache wir werden jetzt erst einmal gehen. Treffen wir uns in zwei Tagen wieder an dieser Stelle? ....Ja?.....Gut.
Versuch dich bitte jeden Tag zu erinnern. Wiedersehen!"
Die Drei verschwanden wieder und ließen einen äußerst verwirrten Drachen zurück.
Was hatten sie vor?
Nach 10 Minuten erhob er sich ebenfalls und ging zu seiner Herde zurück.
Lyra erzählte er nichts.
Je näher das Treffen rückte desto so nervöser wurde. Als Ablenkung versuchte er sich an seine Vergangenheit zu erinnern.
Er machte kleine Fortschritte. Er erinnerte sich an mehrere Burgen, Menschen, Elben und Todesengel.
Sein größter Erfolg war (wie er fand) seine Erinnerung an einen Schrank unter der Treppe.
Smaragdblitz sah ein, dass er einmal ein Mensch gewesen war, wie diese drei behauptet hatten.
Immer stiller wurde er, wie sollte er das der Herde erklären? Und Lyra!!!
Am Vormittag des Treffen besuchte er mal wieder diesen rothaarigen Forscher:
"....Schwarzer du wirst es nicht glauben. Aber diese Reisegruppe von der ich dir erzählt habe, sagt doch tatsächlich sie hätten ihren Chef gefunden!
Nur hätte der ein Problem und deswegen bräuchten sie noch mehr Magie. Sie rufen anscheinend alle Suchtrupps in der Umgebung zusammen und treffen sich an ihrem Lagerplatz.
Mein Freund hat ein paar gesehen und meinte das wären wirklich komische Leute. Ein paar von ihnen zeigen ihr Gesicht nicht und haben immer silberne Umhänge an. Diese Silbernen, wie wir sie genannt haben meiden auch die anderen.
Aber der Hammer ist, das man allen ansieht, das sie mindestens schon einen Monat hier herum ziehen!!!
Und sie haben kaum Verletzte, unfassbar!"
Der Rothaarige stoppte mit seiner Erzählung und dachte anscheinend noch ein wenig mehr über die Fremden nach.
"Auf jeden Fall sind sie nicht normal. Als ich einen nach ihrem Anführer fragte, meinte der bloß, das man ihn erkennt, wenn man ihm gegen über steht.
Ich frag mich bloß, wer dieser Anführer ist..."
Smaragdblitz hatte einfach ruhig zugehört und versucht seine Nervosität unter Kontrolle zu bringen.
Doch während der Rothaarige redete, war eine Erinnerung in ihm aufgeblitzt.
Eine Rothaarige Familie, wo der jüngste Junge Ron hieß und mit ihm nach .....Halfas (?) ...Holfar (?) Hogwarts (!) ging.
Hogwarts die Zauberschule, seine Schule! Mit den Häusern Gryffindor (Löwe), Slytherin (Schlange), Ravenclaw (Adler) und Hufflepuff (Dachs).
Dem Schulleiter Albus Dumbledore und diesem scheußlichen Lehrer.....Snape.
Von nun ging es Schlag auf Schlag.
Voldemort, die Abenteuer, Hermine, Neville, Dursleys, Sirius, Lupin, Wurmschwanz, seine Eltern, Todesser, seine Familie.
Er erinnerte sich an alles!!!!!!!!!!!!!!!
Vor Schreck und Angst über die neue Erkenntnis sprang der Drache auf und lief weg, die Rufe von dem Rothaarigen - Nein! Charlie Weasley ignorierend.
Zum stehen kam er erst wieder bei einem Stein, wo er die letzten Tage öfters war.
Dort war er alleine, da die anderen Drachen meist auf der anderen Seite der Wiese waren.
Er legte sich auf den Felsen und versuchte sich über dieses Wissen klar zu werden, was es bedeutete.
Immer mehr Einzelheiten kamen und er erkannte, das er kein Drache war.
Im Grunde gehörte er zu keiner Rasse, sondern war ein Vermisch von Elben, Menschen, Vampiren, Todesengeln war.
...Und jetzt war auch irgendwie Drache daran beteiligt, da er ja die Blutverbindung hatte.
LYRA!!! Wie sollte er es ihr erzählen?
Besser nicht darüber nachdenken.
Der nächste Schritt würde erst einmal sein, das er sich in einen Menschen zurück verwandeln musste.
