Heyho da bin ich wieder!
Vielen Dank für die Reviews!!!!
erde: Das mit den Briefen waren Harry Gedanken. Das bedeutet nicht, dass er Recht hat.
steffen: Ich mag persönlich Post-OotP auch am liebsten. Sonst würde ich es auch kaum schreiben ;) Ich hoffe mal, ich lasse mich nicht allzu sehr beeinflussen...
Andy1991: Für das Gespräch mit Dumbledore musst du leider noch ein Kapitel warten. Musst dich wohl mit dem hier zufrieden geben ;)
Roya: Die Idee, dass Old Voldy die Treppe runterknallt gefällt mir auch ganz gut :D Aber nicht in dieser Geschichte ;). Ein bisschen davon hab ich trotzdem schon eingebaut... ;)
Nun zum neuen Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch! Mir gehört immer noch nix außer der Idee.
Kapitel 4
Harry stand inmitten einer Straße. Es war Nacht, doch die Straße war von Flammen erhellt. Überall um ihn herum war Feuer. Brennende Autos. Brennende Häuser. Brennende Körper. Wie in der Hölle. Dazu noch Schreie aus den Flammen. Von Frauen. Von Männern. Und das schlimmste: Von Kindern. Harry kroch der Schrecken den Rücken hinunter und ihm wurde übel, doch er zwang sich, sich nicht zu übergeben. Er drehte sich einmal um die eigene Achse und überall bot ihm sich das gleiche Bild. Alles brannte. Alles war zerstört. Überall lagen tote Körper mit weit aufgerissenen Augen. Er zwang sich, seinen Blick zu lösen und ging die Straße entlang. Besser gesagt, er stolperte die Straße entlang. Überall lagen Trümmer. Der ganze Asphalt war mit Asche bedeckt. Es war ein Bild des absoluten Grauens. Harry wollte schreien und weglaufen, doch seine Beine trugen ihn unbeirrt weiter, immer weiter die Straße hinunter. Nach kurzer Zeit erreichte er den Ausgang des Dorfes. Dort erblickte er am Horizont ein großes Haus. Es war fast vollkommen zerstört. Die Überreste standen wie auch das Dorf in Flammen, die alles verzerrten, was sich ihnen in den Weg stellte. Über dem Haus schwebte etwas großes Schwarzes. Harry kam näher und erkannte es: Ein riesengroßes Dunkles Mal. Er ließ seinen Blick über die Ruine wandern. Irgendetwas kam ihm an diesem Haus bekannt vor. Doch was war es? Plötzlich wurde die Ruine in einer großen Explosion zerstört. Harry wurde von der Druckwelle von den Beinen gerissen und schlug mit dem Kopf auf dem Asphalt auf.
Schweißgebadet schreckte Harry aus dem Alptraum hoch. Er atmete heftig und sein Schlafanzug war schweißnass. In letzter Zeit waren seine Alpträume nicht mehr schlimm gewesen. SO schlimm und vor allem real war sein Alptraum noch nie gewesen. Sein Gefühl, dass Voldemort etwas plante, verstärkte sich deutlich und Harry fing an zu zittern. Was, wenn der Traum eine Vision von Voldemort war. Ein ganzes Dorf ausgelöscht. Und das Haus am Ende war ihm so bekannt vorgekommen. Er überlegte woher, doch es fiel ihm nicht ein. Harry wusste, dass es nun erstmal keinen Sinn mehr hatte, zu versuchen, einzuschlafen. Außerdem hatte er Durst. Also schlich er sich hinunter in die Küche, um etwas zu trinken. Er nahm sich ein Glas Wasser und ging ins Wohnzimmer.
Harry war überrascht, dass Ginny auf dem Sofa vor dem Kamin saß. Er ging zu ihr und setzte sich neben sie. Er sah, dass sie zitterte, „Auch Albträume?" Sie sagte nichts sondern nickte nur und starrte weiterhin ins Feuer des Kamins. Da sie scheinbar nicht darüber reden wollte, fing er an. „Ich glaube, er plant wieder etwas." Harry machte eine kurze Pause. „Also Voldemort meine ich. Er plant irgendetwas. Und zwar etwas Schlimmes. Durch die Okklumentik waren die Albträume weniger schlimm geworden. Keine Visionen mehr und die Träume wirkten nicht mehr so real. Aber heute war der Albtraum so ... echt. Und wenn das tatsächlich echt war, was ich gesehen habe- - -" Seine Stimme verlor sich. Das wollte er sich nicht vorstellen. Harry und Ginny schwiegen beide eine Zeit lang, und Harry fühlte sich, Ginny neben ihm und der Kamin vor ihm, beinahe behaglich. Wäre da nicht dieser Traum und dieses Gefühl von Gefahr gewesen. „Es wird heute geschehen. Oder es ist schon geschehen. Ich weiß nicht genau wo, aber es wird eine Große Sache sein. Voldemort hat sich nicht umsonst bedeckt gehalten. Er plant etwas." Ginny sagte wieder nichts. Es schien so, als würde sie ihn gar nicht hören. Harry wollte wissen, was mit ihr los war. „Und du? Albträume von der Kammer?" Ginny nickte nur. Sie sah ihn zum ersten Mal an und Harry sah, dass sie Tränen in den Augen hatte. „Er hat dich ge-ge-tötet. Und danach mich. Es war schrecklich." Ohne lange zu überlegen legte Harry seinen Arm um sie und drückte ihre Schulter. Sie legte ihren Kopf auf seine Schulter und weinte ein paar stumme Tränen. Der Kontakt mit ihr fühlte sich gut an. „Keine Sorge, er wird niemanden von uns töten. Dafür werde ich sorgen." Ginny sah ihn mit großen Augen an, und er merkte, dass er zu viel gesagt hatte.
Plötzlich spürte er eine leichte Vibration und seiner Nackenhaare stellten sich auf. „Warum vibriert das Haus?" Ginny sah ihn nur verständnislos an. Langsam wurde die Vibration stärker. „Spürst du es nicht?" „Nein. Hier vibriert nichts." Bedauernd, dass er Ginny loslassen musste, stand er auf und guckte aus dem Fenster. Was er dort sah, ließ ihn erstarren. Todesser! Nur ein knappes Dutzend. Und dann verstand er es plötzlich. Der Traum war eine Art Vision. Das große Haus am Ende, das er gesehen hatte, war der Fuchsbau gewesen. Voldemorts Plan war es, ihn zu töten. Mit einem Angriff auf den Fuchsbau. Harry entgleisten alle Gesichtszüge. Ginny, die seine Mimik bemerkt hatte, stand auf und stellte sich vor ihn, um aus dem Fenster zu sehen. Als sie die Todesser sah, wollte sie anfangen zu schreien. Doch Harry drückte ihr den Mund mit der Hand zu. Es war gut Gefühl, wie er dort stand, Ginny gegen seine Brust gepresst. Doch er musste sich beeilen, musste handeln. Mittlerweile war die Vibration, die er wahrnahm, stark geworden. Er konnte sich nicht mehr konzentrieren. Er leerte seinen Geist ein wenig und versuchte die Vibration auszublocken. Dies gelang ihm einigermaßen, es war jetzt nur noch sehr leicht, doch er fühlte es immer noch.
Voldemort hatte wohl gehofft, dass alle schliefen und seine Todesser still und unbemerkt eindringen konnten. Deswegen hatte er wahrscheinlich auch nur so wenige Todesser geschickt. Er hatte auf den Überraschungseffekt gehofft. Doch dieser war jetzt auf ihrer Seite. Harry merkte, dass er Ginny immer noch festhielt. Diese schien das jedoch nicht zu stören. Er ließ sie los und war froh, dass es so dunkel war, denn er war sehr rot geworden. „Komm, wir müssen alle warnen. Du gehst hoch, den Rest holen. Fang mit deinen Eltern an. Beeil dich, aber pass auf, nicht allzu viel Lärm zu machen. Wir wollen die Todesser doch überraschen. Wir treffen uns in der Küche." Ginny nickte kurz und verschwand leise nach oben.
Harry ging währenddessen in die Küche und überlegte, wie man am besten vorgehen könnte. Harry vermutete, dass die Todesser durch die Hintertür eindringen würden. Der Küche war der beste Ort für einen Hinterhalt, da die Todesser aus der Küche keine Gefahr erahnen würden. Er glaubte, dass Voldemort seine Anwesenheit in dessen Vision nicht gespürt hatte. Oder es war vielleicht gar kein Traum über Voldemort gewesen? Darüber musste er sich später noch mal Gedanken machen oder Professor Dumbledore fragen. Doch momentan war nicht die Zeit dazu. Er spürte wie die Vibration immer stärker würde, trotz Okklumentik, und schaute noch einmal aus dem Fenster um sich zu vergewissern, dass die Todesser immer noch mit den Schutzzaubern beschäftigt waren.
Nachdem er wenige Minuten gewartet hatte, kamen die Weasleys die Treppe hinunter geschlichen. Sowohl Mr. und Mrs. Weasley als auch Fred und George hatten ihre Zauberstäbe in der Hand, bereit zum Kampf. Ron warf Harry dessen Zauberstab zu. Zunächst ergriff Mr. Weasley das Wort. „Ich habe schnell einen Hilferuf an Albus und den Orden geschickt." „Danke Mr. Weasley. Ron und Ginny, ihr beide geht am besten in die Vorratskammer und versteckt euch dort mit euren Zauberstäben. Ihr solltet sie nur im äußersten Notfall benutzen. Ihr wisst ja, das Ministerium." Ron und Ginny zogen ihre Zauberstäbe und versteckten sich in der Vorratskammer. Die restlichen Weasleys und Harry verschanzten sich an günstigen Positionen in der Küche, an denen man freie Sicht und Schussbahn auf die Tür hatte. Kurz darauf spürte Harry eine Druckwelle von Magie und er nahm keine Vibration wahr. Der Kampf würde bald beginnen. „Die Schutzzauber sind gebrochen. Sie kommen." Stille kehrte in die Küche des Fuchsbaus ein. Harry hörte, wie die Todesser möglichst leise die Hintertür öffneten und sich dort sammelten. Wie Harry erwartet hatte, gingen die meisten Todesser nach oben, um die Weasleys und Harry im Schlaf zu überraschen und zu töten. Er hörte Treppenstufen knarren und war froh, die ‚Vision' gehabt zu haben. Er lugte kurz über seine Deckung und sah drei Todesser im Türrahmen stehen, mit dem Rücken zu ihm gewandt. Er leerte seinen Geist, um sich konzentrieren zu können und spürte, wie Magie ihn durchfloss. Er fühlte sich stark. Er sprang lautlos aus seiner Deckung hervor, zauberte in unheimlicher Geschwindigkeit drei ungesagte Lähmzauber nacheinander und ging wieder in Deckung. Er hörte, wie drei Körper offensichtlich gelähmt auf dem Boden aufschlugen. Er war überrascht, dass es funktioniert hatte. Er hatte ungesagt drei Lähmzauber nacheinander gezaubert! Er fühlte mehr denn je, wie die Kraft seiner Magie durch seine Adern gepumpt wurde. Er fing einen geschockten Blick von Mrs. Weasley auf und lächelte selbstsicher zurück. Er hatte grade das Gefühl, alles schaffen zu können.
Schon bald hörte Harry Stimmen aus dem Wohnzimmer. Sie waren nur geflüstert, aber im Haus war es jetzt totenstill und so konnten Harry und die Weasleys alles verstehen. „Sie sind nicht oben. Denkst du, sie wissen von dem Angriff?" Harry erkannte die Stimme von einem Todesser, der damals am Friedhof war, konnte sie aber nicht zuordnen. „Ich denke nicht. Aber vielleicht haben sie uns bemerkt und verstecken sich. Hat Lucius schon die Küche durchsucht?" Diese Stimme erkannte Harry sofort. Bellatrix Lestrange! Sein Blut kochte in seinen Adern und das Gefühl nach Rache breitete sich in ihm aus. Er spürte, wie seine Magie immer stärker wurde, je wütender er wurde. Er leerte erneut seinen Geist, um sich unter Kontrolle zu halten und keine Dummheiten anzustellen. „Nein." „Nun gut, dann werden ich und Amycus Bericht erstatten und Verstärkung holen, während ihr restlichen den Rest des Hauses durchsucht." Sofort als Bellatrix endete, fasste Harry einen Beschluss. Bei ein paar ‚Crucio's von Voldemort für ihr Versagen wollte er es nicht belassen hatte. Er wollte seine eigene, persönliche Rache. Zu seinem Glück war er direkt am Fenster verschanzt. Er öffnete es lautlos und kletterte hinaus, ehe jemand es bemerkte. Draußen sah er Bellatrix und Amycus in der Dunkelheit verschwinden. „Hey Bellatrix, schon auf der Flucht?" Sie drehte sich zu Harry um. „Obwohl ihr euren Job noch nicht erledigt habt? Los komm schon, oder traust du dich nicht?" Bellatrix lächelte. Sie war sich sicher, heute wäre ihr Glückstag. Die Lorbeeren wollte sie für sich alleine haben. Harry Potter überbringen. „Los Amycus, geh zum dunklen Lord und berichte ihm, dass ich ihm gleich Harry Potter vorbeibringe." Sie hatte ein siegessicheres Lächeln auf den Lippen. Ohne mit der Wimper zu zocken, begann Harry das Duell. „Stupor!" Harry war zwar schnell, aber Bellatrix war auch schnell. Sie duckte sich unter dem Zauber weg. Leider durfte sie ihn nicht töten. Anweisung von Voldemort. Damit fiel ‚Avada Kedavra' wohl raus. Aber sie konnte ihn leiden lassen. „Crucio!" Doch Harry war auf den Angriff vorbereitet gewesen und duckte sich. So schleuderten Harry und Bellatrix ein paar Flüche hin und her. „Na Potty, bereit zum sterben? Genauso wie dein erbärmlicher Patenonkel?" Soweit das möglich war wurde Harry noch wütender. Er war wütender als damals bei seinem Onkel. Doch diesmal konnte er seine Wut kontrollieren. Er spürte förmlich, wie sie seine Magie verstärkte. „REDUCTOR!!" Der Zauber raste mit unglaublicher Geschwindigkeit auf Bellatrix zu. Diese konterte trotzdem geschickt mit einem gelassenen „Protego!". Was Bellatrix nicht geahnt hatte, war, dass das Schild beim Aufprall des Fluches einfach unter einem lauten Knacken zusammenbrach. Die Augen von Bellatrix weiteten sich, als der Fluch sie direkt in die Brust traf und sie wurde über zehn Meter durch die Luft geschleudert. Ein sehr lautes Knacken des Kopfes beim Aufschlag machte Harry deutlich, dass ihr Genick gebrochen war. Bellatrix blieb regungslos am Boden liegen. Es war wohl doch nicht ihr Glückstag gewesen. Harry sank auf seine Knie. Tränen liefen ihm sein Gesicht hinunter. Das hatte er gewollt. Sicher, er wollte Rache. Er wollte, dass sie litt. Doch er wollte sie nicht töten. Das hatte niemand verdient. Außer Voldemort vielleicht. Er hörte, wie knapp zwanzig Todesser um ihn herum apparierten. Dann brach er zusammen und ihm wurde schwarz vor Augen.
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Harry stand inmitten einer Straße. Es war Nacht, doch die Straße war von Flammen erhellt. Überall um ihn herum war Feuer. Brennende Autos. Brennende Häuser. Brennende Körper. Wie in der Hölle. Dazu noch Schreie aus den Flammen. Von Frauen. Von Männern. Und das schlimmste: Von Kindern. Harry kroch der Schrecken den Rücken hinunter und ihm wurde übel, doch er zwang sich, sich nicht zu übergeben. Moment mal. Das kannte er doch! Das war wie in seinem letzten Traum am Fuchsbau! Er schaute an sich herunter und merkte, dass er diesmal im Körper von Voldemort steckte. Er wollte schreien, doch er konnte nicht. „Aaah, der junge Mr. Potter beehrt uns auch endlich mal mit seiner Anwesenheit. Meinen Plan vereiteln und meine treueste Anhängerin töten, dass kann ich dir nicht einfach so verzeihen. Deshalb habe ich ein kleines Spektakel für dich vorbereitet. Alle diese Menschen sind wegen DIR gestorben. Ich hoffe, dies wird dir eine Lehre sein." Voldemort ging die Straße entlang, aus dem Dorf heraus, bis er am Fuchsbau angekommen war. „Siehst du, alles ist zerstört. Heute Nacht hast du überlebt, aber du kannst mir nicht ewig entkommen. Ich werde dich finden, egal was es kostet und wie lange es dauert. Und dann werde ich dich töten!" Voldemort lachte diabolisch auf und Harry entglitt langsam dem Traum...
Als Harry aufwachte, hatte er immer noch das grausame Lachen Voldemorts in den Ohren. Harry war vollkommen bleich. Der Traum war eine Vision gewesen. Von Voldemort. Er hatte tatsächlich ein komplettes Dorf ausgelöscht. Wegen ihm. All das Leid hatte er den armen, unschuldigen Menschen angetan! Würden die Weasleys ihm jemals verzeihen? Er hatte ihr Leben gefährdet und ihr Haus zerstört. Und zu alldem hatte er auch noch einen Menschen getötet. Schuld breitete sich in seinem ganzen Körper aus. Wie konnte Voldemort so etwas nur richtig finden? Wie konnte Voldemort daran sogar Spaß haben? Er begriff es nicht. Er öffnete seine Augen und tastete nach seiner Brille. Diese aufgesetzt erkannte er nun, dass er am Grimmauldplatz war. Draußen war es hell. Er fragte sich, wer ihn gerettet hatte und hoffte, dass alle Weasleys wenigstens unbeschadet überlebt hatten. Er spielte mit dem Gedanken aufzustehen. Doch er wollte keinem der Weasleys unter die Augen treten.
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Die nächsten zwei Tage verließ Harry sein Bett fast gar nicht, nicht einmal zum Essen. Er grenzte sich komplett von den anderen ab und als Mrs. Weasley und Ginny versuchten, sich ihm zu nähern, wich er immer weiter zurück. Wie ein verängstigtes Tier. So gut wie jeder Anwesende im Haus, also die Weasleys, Remus Lupin, Nymphadora Tonks und sogar Albus Dumbledore hatten keine Chance, ihn zu erreichen. Er verweigerte so gut wie jede Konversation und wenn er sprach, dann nur einsilbrig. Er wirkte die ganze Zeit lang abwesend und emotionslos, mit den Gedanken in einer anderen Welt. Niemand hatte eine Ahnung, was mit Harry los war, selbst Albus Dumbledore nicht. Dieser war es zwar gewesen, der Harry vor den Todessern gerettet hatte und dabei hatte er auch den toten Körper von Bellatrix Lestange gesehen. Doch so wie sich Harry verhielt, ahnte er, dass es mehr als nur der Tod von Bellatrix war, was Harry beschäftigte. Alle waren sehr besorgt und am Abend des zweiten Tages beschloss Ginny, etwas unternehmen zu müssen. Sie würde mit ihm reden, auch wenn er nicht wollte.
Am dritten Tag saß Harry gegen Mittag auf seinem Bett. Rons Bett war leer und auf dem Tisch neben seinem Bett stand sein mittlerweile kaltes Frühstück. Es klopfte an der Tür und Ginny trat ein. Sie sah besorgt aus. Sie schloss die Tür und ging auf Harry zu, blieb allerdings in der Mitte des Raumes stehen. „Hey Harry." Keine Reaktion. „Ich möchte mit dir reden." Immer noch keine Reaktion. „Los, sieh mich an." Er drehte seinen Kopf zu ihr. Sein Gesicht war blass und ausgemergelt, seine Augen nur noch ein trübes grün. Er sah stark mitgenommen aus. Ginny ging weiter auf ihn zu und da er nicht zurückwich, setzte sie sich neben ihn. Seine Augen waren ihr gefolgt und er sah sie direkt an. „Was ist passiert Harry? Warum grenzt du dich so aus? Warum isst du nicht mehr, redest nicht mehr? Was ist los mit dir?" Doch Harry schwieg weiterhin. „Wir machen uns sorgen um dich, Harry. Wir wollen dir helfen. Doch wenn wir nicht wissen, was dich beschäftigt, können wir dir nicht helfen." Harry musterte langsam ihr Gesicht. Tief in sich drinnen wusste er, dass sie Recht hatte. Doch er wollte die Weasleys nicht noch weiter da hineinziehen. Er hatte ihnen schon genug Leid gebracht. Ginny konnte in seinem Gesicht und seinen Augen seinen Zwiespalt ablesen und fing langsam an, zu begreifen. „Harry, du hast keine Schuld! Wir sind schon seit dem ersten Krieg gegen Voldemort als ‚Blutsverräter' bekannt. Wir sind eine der größten Gegner von Voldemort, alle aus unserer Familie sind im Orden oder werden in wenigen Jahren beigetreten sein. Wir sind ein Ziel von ihm und er wird uns jagen, ob früher oder später." Sie machte eine kurze Pause und sah Harry eindringlich an, ehe sie fortfuhr. „Außerdem hast du uns gewarnt. Du hast uns allen in dieser Nacht das Leben gerettet. Niemand von uns ist zu Schaden gekommen, und auch der Fuchsbau ist so gut wie unversehrt geblieben." Als Ginny den letzten Satz gesagt, wich Harry zurück. Plötzlich war die Furcht in sein Gesicht geschrieben und seine Augen weiteten sich. Ginny war sich sicher, dass er etwas wusste, was sie nicht wusste. Doch sie musste es wissen. Sie streckte ihre Hand aus und berührte Harry leicht an der Wange. Er zuckte kurz unter ihrer Berührung und versteifte, zog seinen Kopf aber nicht zurück. „Was ist es? Was weißt du, was ich nicht weiß?" Harry war innerlich entzwei gerissen. Er wollte sich Ginny öffnen, ihr alles erzählen, jemandem alle seine Sorgen mitteilen. Doch er wollte ihr nicht erzählen müssen, was aus dem Fuchsbau geworden war. Was aus dem Rest des Dorfes geworden war. Ginnys Blick war jetzt flehend und Harry gab auf. „Erinnerst du dich noch, wie wir vor dem Angriff auf dem Sofa im Wohnzimmer saßen?" Harry machte eine kurze Pause, doch Ginny wollte ihn nicht unterbrechen und sagte nichts, sondern nickte nur. „Ich habe dir von meinem Traum erzählt. Er kam mir damals so real vor. Und nun weiß ich, dass es eine Vision der Zukunft war. Sie war allerdings nicht von Voldemort. Ich sah ein komplettes Dorf zerstört und in Flammen. Außerhalb des Dorfes war ein großes Haus, das zerstört war und am Ende des Traumes explodierte. Es kam mir damals bekannt vor, doch ich konnte die Ruine nicht zuordnen." Harry machte erneut eine Pause, diesmal war sie etwas länger. Ginny wartete gespannt, dass er fortfuhr. „Das Dorf war Ottery St. Catchpole. Das Haus am Ende war der Fuchsbau, Ginny. Voldemort hat das ganze Dorf zerstört und alle getötet!" Harry verzweifelt klingende Stimme brach. Ginny erstarrte. Das hatte sie nicht erwartet. Der Fuchsbau vollständig zerstört? Das komplette Dorf in Trümmern? Tränen stiegen ihr in die Augen. Doch sie konnte jetzt nicht trauern. Sie musste Harry helfen. Der war neben ihr total zusammengesackt und ein paar wenige Tränen glitten über seine Wange. Und Ginny machte das, was ihre Mutter früher immer mit ihr gemacht hatte, wenn sie traurig war: Sie zog ihn zu sich in eine feste Umarmung. Er wehrte sich nicht sondern klammerte sich an sie und weinte ein paar Minuten lang an ihrer Schulter, ehe er sich von ihr löste. „Danke." „Du sollst wissen, dass dich keine Schuld trifft und wir auch nie etwas anderes denken werden. Außerdem ist es nur ein Haus. Wir sind alle am Leben, das ist das wichtigste." Sie saßen eine kurze Zeit lang schweigend nebeneinander. „Weißt du, was schrecklicher ist als am Tod so vieler Menschen schuldig zu sein? Selbst einen Menschen zu töten. Niemand hat den Tod verdient." Ginny schaute ihn entsetzt an. „Wen- - -" „Bellatrix. Es war keine Absicht, wir haben uns duelliert und dann ist es einfach so passiert." „Sie war eine böse Frau. Vielleicht hat sie den Tod deiner Meinung nach nicht verdient, doch du hast damit viele Menschenleben gerettet. Ich denke, dass niemand, der anderen Menschen mutwillig das Leben nimmt, es selbst verdient hat, zu leben." Harry wusste dem nichts mehr zu entgegnen. Hatte Ginny Recht? Bellatrix hatte schon vielen Menschen das Leben entrissen, warum sollte es ihr besser ergehen?
Im Laufe der nächsten Tage verhielt sich Harry immer normaler. Er aß wieder mit den anderen zusammen und nach knapp einer Woche war er fast wieder der alte. Es war hart gewesen, den Weasleys von seinen Träumen zu erzählen. Mrs. Weasley war in Tränen ausgebrochen. Mr. Weasley blieb sehr ruhig und Harry war sich sicher, dass er schon vorher von der Zerstörung gewusst hatte. Mittlerweile hatte jeder die Zerstörung des Fuchsbaus verkraftet. Harry war wieder auf einem guten Weg. Der Mord an Bellatrix hatte seiner Seele zwar eine Narbe zugefügt, aber er wusste, dass er kämpfen musste, stark sein musste. Denn er war es, der Voldemort besiegen musste. Das erinnerte ihn wieder an die Prophezeiung. Es war langsam Zeit, sie seinen Freunden mitzuteilen. Seine Ausrede, auf Hermine zu warten, war mittlerweile auch nicht mehr aktuell. Diese war nämlich gestern angekommen.
Flashback
Harry und Ginny waren grade in einer Partie Schwach vertieft, als es an der Tür klingelte. Ron, der in eine Zeitschrift über Quidditch vertieft gewesen war, sprang sofort auf. Harry sah Ginny fragend an. Diese zuckte nur mit den Schultern und machte ihren nächsten Zug. „Scheint fast so als wäre Hermine angekommen." Harry nickte nur und überlegte seinen nächsten Zug. Plötzlich merkte er, dass jemand neben ihm stand. Er blickte nicht auf, sondern sagte nur „Hey Hermine. Gib mir fünf Minuten, dann hab ich hier gewonnen." „Ronald Weasley! Meine Ankunft sollte eine Überraschung sein!" „Keine Sorge, er hat nichts gesagt." Er machte seinen Zug und schaute Ginny an. Die grinste ihn an. „Schach-Matt." Harry stand auf und wurde von Hermine umarmt. Danach wurde auch Ginny noch von Hermine umarmt. Harry grinste Ginny an. „Snack gefällig? Lass uns beide in die Küche gehen." Harry sah noch, wie Ron leicht rot wurde, als Ginny und er den Raum in Richtung Küche verließen.
Flashback Ende
Die Prophezeiung erinnerte Harry wieder an den armen Sirius. Doch langsam aber sicher konnte Harry mit dessen Tod umgehen. Harrys Gedanken schweiften zu Sirius Testament. Verdammt! Das hatte er vollkommen vergessen. Sofort sprang er vom Schachspiel auf. „Entschuldige Ginny, aber ich habe was Wichtiges vergessen. Bin gleich wieder zurück!" Er stürmte aus dem Zimmer und lief zur Küche. Er scannte den Esstisch, doch dort saßen nur Ron und Hermine. In einer sehr eindeutigen Position. Doch das nahm Harry gar nicht wahr. Dieser lief, immer zwei Stufen auf einmal nehmend, die Treppe hinauf bis er bei Remus Zimmer angekommen war. Er atmete ein paar Mal tief ein und klopfte dann an. „Herein." Harry betrat das Zimmer. Es war schön eingerichtet. Das Zimmer war recht klein, mit einem großen Bett und einem kleinen Schreibtisch, an dem Remus saß. „Hallo Professor Lupin." „Harry, wie oft habe ich dir in den letzten Tagen schon das ‚du' angeboten?" „Okay, R-Remus. Ich wollte mit dir über S-S-Sirius Testament sprechen." Harry erklärte Remus daraufhin, was Sirius ihm als letzten Willen aufgetragen hatte. „Also, Remus, ich bitte dich, hier wohnen zu bleiben." „Gerne Harry, danke." Harry war erleichtert. Jetzt musste er Remus nur noch neue Umhänge unterschieben.
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Ein paar Tage später saß Harry mit Ginny auf dem Sofa im Wohnzimmer. Es war der Tag vor seinem Geburtstag und Harry war total nervös. Seine Gedanken schweiften ab, er dachte über die letzten Tage nach. Er hatte sie größtenteils mit Ginny verbracht. Ron bekam er fast nur noch beim Essen und abends zu sehen. Die meiste Zeit des Tages war er irgendwo verschollen, zusammen mit Hermine. Es schien, als wären die beiden endlich auf dem richtigen Weg. Die Gedanken führten ihn wieder zu Ginny. Er kam nicht umhin, darüber nachzudenken, ob sie wirklich keine Gefühle mehr für ihn hatte. Sie hatte sich um ihn gekümmert, als er nur noch ein Schatten seiner selbst war. Und sie schien die Zeit, die sie zusammen verbrachten, auch zu genießen. Plötzlich kam Harry eine Idee. „Wie geht es Dean überhaupt?" „Keine Ahnung, warum?" „Ich hab gar nicht gesehen, dass du am Grimmauldplatz Briefe von ihm bekommen hast. Ich dachte ihr seid zusammen?" „Nein, sind wir nicht." Ginny musste den Drang unterdrücken, ihren Kopf auf die Tischkante zu schlagen. Das hatte sie Harry gar nicht erzählt! Es war am Ende es letzten Schuljahres passiert. Sie hatte mit Harry, Ron und Hermine in einem Abteil gesessen, als Ron wieder die Diskussion um ihren Freund angefangen hatte.
Flashback
„Nun, ich hab mich für Dean Thomas entschieden, würdest du sagen, der ist besser?", fragte Ginny wie nebenbei. „WAS?" rief Ron und warf das Schwachbrett um. (Harry Potter und der Orden des Phönix, S. 1016/1017) Ginny stand auf und verließ das Abteil. Das Ron sich immer in ihre Angelegenheiten einmischen musste. Sie durchstreifte den Zug auf der Suche nach dem Abteil, in dem Dean saß. Sie erblickte Seamus in einem Abteil und war sich sicher, dass in dem Abteil auch Dean sitzen musste. Sie betrat es, doch in dem Abteil saß nur Parvati auf dem Schoß eines Jungen, den sie nicht sehen konnte. „Hey Leute, wisst ihr, wo Dean ist?" Seamus hustete leicht und verbarg sein Gesicht hinter einer Zeitschrift. Dann begriff Ginny. Dean war der Junge, auf dessen Schoß Parvati grade saß, der Junge, mit dem sie grade knutschte. Sie schleuderte Dean und Parvati schnell einen Flederwichtfluch entgegen und verließ das Abteil. Mit dem wollte sie nichts mehr zu tun haben.
Flashback Ende
Als Harry am Abend ins Bett ging, konnte er nicht einschlafen. Seine Gedanken beschäftigten sich immer noch mit Ginny. Den Rest des Tages war nicht nur er, sondern auch Ginny außergewöhnlich gut gelaunt gewesen. Doch Harry fand keinen Zusammenhang. Nach einiger Zeit schlief er friedlich ein.
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Jetzt wäre es noch super, wenn ihr mir ein Review dalassen könntet! Fandet ihr es gut? Hat euch das Ganze nicht gefallen? Bitte schreibt mir eure Meinung. Denn die ist mir wichtig. Danke!
