Okay, hier ein kurzes Vorwort von mir:

Das letzte Update dieser Story ist nun fast ein halbes Jahr her und es schmerzt mich, dass ich so lange nicht geupdatet habe. Immer wieder habe ich versucht, weiter zu schreiben, doch es ging einfach nicht richtig. Ich wollte die Story weiter schreiben, ohne Frage, aber ohne zum Ende zu hetzen und dabei der Story das Ende zu nehmen, das es eigentlich verdient hätte.

Nun gut, vielleicht seht ihr mein Problem nicht, aber ich versuche, es euch zu erklären. Ich möchte den Gedanken der Story nicht brechen und doch will ich es besser machen als am Anfang. Ich würde die Story gerne überarbeiten, ohne jedoch ihre Seele zu verändern und das kriege ich nicht hin. Zudem würde ich gerne die alten Ideen fortführen, doch ich sehe Löcher und leider sind sie teilweise auch nur sehr wirr. Insgesamt bin ich also gefangen dazwischen, es gut fortführen zu wollen, ohne jedoch meine alte Arbeit und meine alten Absichten über einen Haufen zu werfen. Das klingt vielleicht etwas seltsam für euch, aber daran kann ich auch nichts ändern.

Nun, kurz gesagt: Ich möchte die Story zu einem Ende führen, das mir gefällt (und hoffentlich auch euch), ohne jedoch den Anfang zu missachten, den ich bislang schon habe und den Stil der Story zu brechen.

Mit diesem Kapitel als Anfang werde ich versuchen, die Story zu vervollständigen. Ich hoffe, es gefällt euch und eure Rückmeldung ist mir sehr wichtig. Ich hoffe mein Vorwort war nicht allzu verwirrend für euch.

Mir gehört immer noch nichts. Alles gehört JK Rowling, alles außer der Idee, die meine ist.

Viel Spaß!

Kapitel 13

Auch die nächsten Tag änderte sich an Harrys Routine nichts. Zum Anfang des Morgens machte er sein allmorgendliches Ausdauertraining, danach hatte er morgens normalen und nachmittags speziellen Unterricht, nach dem Unterricht dann noch Quidditch-Training oder Recherche in Büchern und zum Abschluss des Tages verbrachte er noch einige Zeit mit Ginny. Die Tage wurden allmählich immer dunkler und regnerischer und so kam es häufiger vor, dass Harry im Regen um den großen See laufen musste. Zwangsweise musste er sich langsam eine Alternative suchen, doch Harry war kaum darum besorgt. Seine größten Sorgen galten immer noch seiner Animagusform. Der Oktober neigte sich langsam dem Ende zu und er recherchierte nun schon insgesamt seit fast zwei Monaten, doch er hatte noch in keinem Buch einen Anhaltspunkt über den Smaragdphönix gefunden. Manchmal kam es Harry so vor, dass Professor McGonagall gar nicht mehr daran glaubte, dass er überhaupt noch etwas finden würde. Aber Harry war entschlossen, dass er es bald endlich schaffen würde. Die etlichen Bücher, die er aus seinem Verlies geholt hatte, gingen zwar auch langsam zur Neige, doch Harry würde so lange neue Bücher bestellen und durchsuchen, bis er etwas gefunden hatte.

Zu Harrys Glück stellte der normale Unterricht momentan kaum Ansprüche an ihn. Die meisten Zauber beherrschte er schon oder konnte sie im ersten Versuch zaubern. So konnte sich Harry nach wie vor auf sein Training am Nachmittag konzentrieren. Bei der Leglimentik und Okklumentik hatte Harry große Fortschritte erzielt. Mittlerweile war es Professor Dumbledore nicht mehr möglich, selbst in Überraschungsmomenten in Harrys Gedanken einzudringen und Harry konnte bei nahezu jedem Versuch in die Gedanken des Schulleiters eindringen.

Auch im Unterricht mit Professor McGonagall machte Harry große Fortschritte. Diese hatte in Duellen mit ihm kaum noch eine Chance, da Harry geschickt alle Tricks benutzte, die er von ihr gelernt hatte. Außerdem entwickelte er seine eigenen Tricks und konnte seine Lehrerin immer wieder mit den verschiedensten Verwandlungen überraschen. Gegen Professor Flitwick sah dies jedoch noch ein wenig anders aus. Dieser hatte nach dem erfolgreichen Herbeizaubern von Gegenständen damit angefangen, Duelle mit Harry zu führen, um ihm seine persönlichen Tricks, die Tricks der Zauberkunst in Duellen, beizubringen. Dagegen konnte Harry selbst mit seiner stablosen und ungesagten Magie noch nichts ausrichten und verlor ein ums andere Mal gegen seinen Lehrer.

Es war Mitte November und mittlerweile auf den Schlossgründen sehr kalt, als Harry endlich einen Fortschritt im Bereich der Animagusverwandlung erzielen konnte. Wie gewöhnlich saß er mit Ginny auf einem Sofa am Feuer im Gemeinschaftsraum und las in verschiedenen Büchern, während Ginny Hausaufgaben für Professor Snape erledigte. Ron und Hermine waren schon seit einigen Stunden irgendwo im Schloss unterwegs und taten wahrscheinlich Dinge, die Harry sich so genau gar nicht vorstellen wollte. Wahllos schlug Harry ein Buch auf, das vor ihm auf dem Tisch lag und war plötzlich sehr überrascht. Er hielt ein sehr altes Buch in der Hand, dessen Seiten schon zefallen und staubig und die Schrift noch sehr altertümlich war. Erstaunt schlug Harry das Buch wieder zu und las den Titel, 'Seltene Tierarten und ihre lange Entwicklung'. Als er den Autor des Buches las, zog Harry geräuschvoll Luft ein und ließ damit Ginny aufschrecken. „Was ist denn los, Schatz?" Sie setzte sich auf, sodass sie über seine Schulter auf das Buch gucken konnte und er zeigte ihr nur stumm das Buch. Auch ihre Augen weiteten sich und starrte Harry erstaunt an. „Du besitzt ein Buch von Merlin persönlich? Das muss ja ein Vermögen wert sein! Du scheinst ja doch ein ganz guter Fang gewesen zu sein." Harry musste über ihren Witz grinsen und er wollte etwas entgegnen, doch seine Gedanken waren nun vollkommen an das Buch geknüpft. Er konnte sich kaum keine Hoffnungen machen, dass solch ein Buch nicht irgendwelche Informationen über den Smaragdphönix beinhalten würde und seine Worte an Ginny blieben ihm im Hals stecken.

Sehr gespannt schlug er das Inhaltsverzeichnis auf und merkte, dass Ginny von ihren Hausaufgaben abgelassen hatte und weiterhin über seine Schulter mit las. Harry ging die einzelnen Tiernamen durch, bis er zum letzten Kapitel angekommen war. 'Phönixe' hieß die Überschrift und Harry sah Ginny hoffnungsvoll an. Auch sie hatte nun ein Lächeln auf ihren Lippen. „Na los, schlag schon auf!" Dies brachte Harry zum Grinsen und er öffnete das Buch an der angewiesenen Stelle. Ungeduldig fing er an zu lesen, auch wenn sich dies auf Grund der alten Sprache teilweise sehr schwierig gestaltete.

Der Phönix

Der Phönix ist eines der seltensten Geschöpfe auf diesem Planeten. Kein Mensch weiß, wie der Phönix im Laufe der Jahre genau entstanden ist, doch wir können festhalten, das er eines der ältesten Geschöpfe auf diesem Planeten ist. Geboren aus der eigenen Asche erhebt er sich majestätisch in die Luft und beschützt, was ihm teuer ist. Wenn er sich an einen Zauberer bindet, so tut er das aus vollster Überzeugung und mit der Sicherheit, dass er niemals in diesem Menschenleben von der Seite seines Auserwählten weichen wird. Er ist das unsterbliche Wesen und kein Fluch kann ihn in Vollkommenheit vernichten. Stattdessen erlebt der Phönix nach dem Tod durch einen Fluch eine Wiedergeburt, die ihn noch stärker und mächtiger werden lässt, als er es vor seiner temporären Vernichtung schon gewesen war. Er ist also wahrlich ein majestätisches Geschöpf und ich traue mich kaum, es Tier zu nennen, ohne den Zorn meines eigenen Feuervogels auf mich zu ziehen. Phönixe sind intelligenter als jedes Tier, aber auch mächtiger als jeder Mensch und somit die vollkommenste Schöpfung, die existiert. Trotzdem werde ich es in diesem Buch über Tierarten beschreiben, um dem Leser die Sicherheit zu geben, dass er nicht das vollkommenste Wesen ist und das die Unterdrückung eines Tieres seiner nicht angemessen ist.

Nun folgt eine Liste aller bislang bekannten Arten von Phönixen, sortiert in der Anzahl der bislang bekannten Geschöpfe:
Feuerphönix (S. 1876)
Eisphönix (S. 1888)
Donnerphönix (S. 1894)
Phasenphönix (S. 1900)
Todesphönix/Smaragdphönix (S. 1904)

Harry hatte das Gefühl, er würde bald vor Glück platzen. Endlich hatte er ein Buch gefunden, in dem der Smaragdphönix aufgeführt wurde. Merlin sei Dank! Ungeduldig schlug er die beschriebene Seite auf und fing an zu lesen.

Der Todesphönix/ der Smaragdphönix

Diese beiden Arten sind die seltensten Arten aller Phönixe und im Gegensatz zu den normalen Phönixen existieren diese beiden Phönixarten nur ein einziges Mal in dieser Welt. Mit größtem Stolz sei hiermit verraten, das der einzige existente Smaragdphönix sich vor vielen Jahren an mich band und mir diese Informationen gab, die ich euch nun darlegen kann.

Die erste und größte Frage die existiert ist sicherlich, warum es von jedem der beiden Phönixarten nur ein einziges Exemplar existiert. Wie der Name schon vermuten lässt ist der Todesphönix ein tödliches Tier bösester Energie. Ganz im Gegensatz zu den anderen bisher erklärten Phönixen bindet er sich nur an einen Menschen mit einer schlechten Seele, dessen Herz keine gute Faser mehr besitzt. Er wird auch der Vorbote des Todes genannt, denn wenn dir der Todesphönix erscheint, ist auch sein Besitzer sehr nah und du hast keine Chance zu fliehen. Er bedeutet den sicheren Tod.
Das Gegenstück zum Todesphönix ist der Smaragdphönix. Er ist der reinste Phönix von allen, stets nur gebunden an einen Menschen mit dem reinsten Herzen das man sich vorstellen kann. Es dauert meist hunderte von Jahren, bis er sich nach dem Tod eines Menschen an einen weiteren bindet, denn die Reinheit, die er sucht, ist in dieser verdorbenen Welt nicht mehr oft zu finden. Tatsächlich ist es mir also eine große Ehre, von solch einem mächtigen Phönix beschützt zu werden.

Wie vom gescheiten Leser schon vermutet sind der Todesphönix und der Smaragdphönix tatsächlich die mächtigsten Wesen, deren Existenz bekannt ist. Sie verfügen über Kräfte, die Menschen sich gar nicht vorstellen können und deshalb spare ich mir die Erklärungen hierzu. Wer jedoch jemals einem Todesphönix oder Smaragdphönix begegnet ist und es auch überlebt hat, kann Geschichten erzählen, die so wahrhaftig sind, dass sie ihm niemand jemals glauben wird. Diese beiden Geschöpfe sind wahrlich großartig.

Ihr Aussehen ist jedoch unscheinbarer, als zunächst vermutet. Sie sehen dem Feuerphönix sehr ähnlich, nur ihre Farbe ist anders. Der Todesphönix kleidet sich mit Federn, die so schwarz sind, dass selbst das Nichts heller sein muss als er. Sobald die Sonne untergegangen ist und somit der Mond dort droben hoch am Himmel steht, ist er beinahe unsichtbar und nur die begabtesten Magier vermögen es, seine Anwesenheit zu spüren. Ähnlich verhält es sich mit dem Smaragdphönix, auch wenn sein Aussehen noch einzigartiger ist als das der anderen Phönixe. Sein Federkleid ist weiß und smaragdfarben, in einzigartiger und auf die Feder genauer eins zu eins Mischung, immer eine weiße neben einer smaragdfarbenen Feder. Seine Augen sind bei Nacht ein leuchtendes Weiß, um in jedem ach so dunklen Wald seinem Freund den Weg zu zeigen. Am Tage sind sie jedoch smaragd und strahlen eine unscheinbare Gefahr aus, denen sich kein böser Abenteurer jemals stellen sollte. Trotzdem ist der Smaragdphönix - ähnlich wie der Todesphönix – am Tage beinahe unsichtbar. In der Nacht erhellt er dafür wie schon erwähnt jede dunkle Stelle so hell auf, als ob es Tag wäre, damit sich ein ihm naher Mensch vor nichts zu fürchten braucht.

Noch nie hat es jedoch einen Kampf zwischen den beiden Phönixarten gegeben. Obwohl sie die größten Feinde sind die existieren, bekämpfen sie sich nie direkt gegenseitig, sondern höchstens den Schützling des anderen. Alle anderen Phönixarten können sie hingegen gar nicht bekämpfen, denn diese haben zu viel Respekt und Angst vor den beiden Königen der Phönixe, um sich ihnen lebensmüde in den Weg zu stellen, denn Phönixe sind schließlich keine Narren, so wie es die meisten Menschen sind.

Erstaunt blickte Harry vom Buch auf. Der Jubel war in sein Gesicht geschrieben und er musste sich stark beherrschen, um nicht laut jubelnd auf zu springen und direkt zu Professor McGonagall zu laufen. Auch Ginny konnte ihre Begeisterung aber auch ihr Erstaunen kaum verbergen, denn sie war froh, dass die enttäuschende Suche nach Harrys Animagusform endlich ein Ende gefunden hatte. Nun war es Zeit, Harry vor seiner Stunde mit Professor McGonagall am nächsten Tag ein wenig abzulenken, damit er nicht noch vollkommen durchdrehte. Deshalb nahm sie zärtlich das Buch aus Harrys Händen, legte ein Stück Pergament hinein und schlug es zu. Dann setzte sie sich näher an Harry heran und sah tief in seine Augen. Der hatte nach kurzem anfänglichem Protest schnell gemerkt, was Ginny vor hatte und wehrte sich nicht. Stattdessen schob sich ein Lächeln auf sein Gesicht und er sah ihr tief in die Augen. Glücklich, dass er sich nicht wehrte und sie ihm immer noch wichtiger war als jedes Buch der Welt, selbst wenn es von Merlin persönlich geschrieben worden war, zog sie ihn näher zu sich und begann damit, ihn leidenschaftlich auf seinen Mund zu küssen.

Nach einem erholsamen Abend und einer viel zu kurzen Nacht wachte Harry am nächsten Morgen sehr müde auf. Als er jedoch an die kommende Stunde bei Professor McGonagall dachte, war er schlagartig wach und sprang voller Energie aus dem Bett. Er war froh, dass Ginny ihn am Abend zuvor sehr stark und durchaus auch effektiv abgelenkt hatte, denn er war sich sicher, dass er ohne sie wegen seiner Animagusform schon lange wahnsinnig geworden wäre. Um an diesem Morgen seinen Kopf von Gedanken frei zu bekommen, ging er trotz des strömenden Regens draußen laufen und lief an diesem Morgen so lange, wie er es noch nie getan hatte. Als er an diesem Morgen geduscht den Gemeinschaftsraum betrat, saß Ginny schon in einem der Sessel und wartete auf ihn. Mit einem kurzen Kuss begrüßte er sie, ehe sie zusammen zum Frühstück in die große Halle gingen.

Im Gegensatz zum Frühstück mit Ginny war der Unterricht am Morgen war eine Qual für Harry. Ron und Hermine waren viel zu sehr mit sich und dem Unterricht beschäftigt, um mit ihm zu reden oder ihn anders abzulenken und so musste er sich alleine beschäftigen. Deshalb stellte er sich immer wieder ein Bild vom Smaragdphönix in seinem Kopf vor. Professor McGonagall hatte ihm schon verraten, dass dies für die Animagusverwandlung sehr wichtig war und deshalb wollte Harry es so oft wie möglich üben, um dann schnellstmöglich mit seiner Verwandlung beginnen zu können. Trotzdem fühlten sich die Stunden an diesem Morgen sehr lange für Harry an und er war froh, als endlich die Klingel das Mittagessen ankündigte.

Nach dem Mittagessen stand Harry so pünktlich wie noch nie vor dem Büro von Professor McGonagall und klopfte energisch an. Es folgte ein 'Herein' der Lehrerin, ehe er den Raum betrat und sich wie gewohnt auf den Stuhl gegenüber von Professor McGonagall setzte. Ihre Miene war wie in der letzten Woche sehr unmotiviert und Harry fragte sich, ob sie überhaupt noch an ihn und seine Animagusform glaubte. Er freute sich schon darauf, ihr mit einem triumphalen Lächeln das Buch präsentieren zu können. Seine Lehrerin schaute ihn wie gewohnt kritisch an und fragte mit einer Stimme, die keine positive Antwort erwartete. „Und, haben Sie in der letzten Woche etwas heraus gefunden, Mr. Potter?" Mit einem breiten Lächeln legte er das Buch von Merlin auf den Tisch und grinste seine Lehrerin an. „Sie werden es kaum glauben aber ja, ich habe etwas gefunden." Professor McGonagall sah ihn überrascht an und starrte danach auf das Buch, das Harry nun auf ihren Schreibtisch legte. „Woher haben Sie denn bitte ein Buch von Merlin?" Sie sah Harry fragend und zweifelnd an, als würde sie das nicht glauben. Dieser zuckte jedoch nur mit den Achseln. „Es gehört mir, ich habe es geerbt." Wissend nickte Professor McGonagall nun mit ihrem Kopf. „Ja natürlich, die Blacks waren ja eine reiche und durchaus gebildete Familie. Darf ich es aufschlagen?" Lächelnd nickte Harry und zeigte auf das Stück Pergament, das aus den anderen Seiten herausragte. Seine Lehrerin sah nun plötzlich so neugierig aus, wie Harry sie noch nie gesehen hatte und er musste sich ein breites Grinsen verkneifen. „Ich habe die Stelle markiert, die wichtig ist. Seien sie jedoch bitte vorsichtig, das Buch ist sehr alt und nicht mehr im allerbesten Zustand." Harry beobachtete in den folgenden Minuten, wie seine Lehrerin das Buch aufschlug und anfing zu lesen. Er konnte genau erkennen, wie ihrem Erstaunen langsam echtes Interesse wich und als sie nach einige Minuten mit dem Lesen endlich fertig war, hatte sie dank eines starken Funkelns in ihren Augen eine starke Ähnlichkeit mit Professor Dumbledore.

„Das ist ja unglaublich, Mr. Potter! Einfach unglaublich!" Fassungslos starrte sie Harry durch ihre Brillengläser an. „Kein Wunder, dass sie nie etwas über den Smaragdphönix gefunden haben. Es klingt ja beinahe so, als wäre er nicht viel mehr als ein Mythos. Aber scheinbar war Merlin wie so oft deutlich gebildeter als seine Mitmenschen." Harry nickte. „Kann ich dann jetzt endlich mit der Verwandlung anfangen, Professor?" Diese sah Harry jedoch nur streng an und schüttelte leicht mit ihrem Kopf. „Es tut mir Leid, ihre Euphorie bremsen zu müssen, Mr. Potter, aber so schnell geht es auch nicht. Wir müssen noch einiges an Arbeit erledigen, bis du für die Verwandlung bist. Zudem denke ich, dass wir mit Professor Dumbledore und seinem Phönix darüber reden sollten."

Der Rest der Stunde verlief deutlich theoretischer, als Harry es gedacht hatte. Zusammen mit Professor McGonagall zeichnete er nicht nur ein genaues Bild von seiner Animagusform, mit jedem einzelnen Detail das er sich vorstellen konnte, sondern stellte auch noch einige weitere Listen und Tabellen auf, die Harry noch nicht ganz genau verstand. Er hatte sich scheinbar geirrt und eine Animagusverwandlung war deutlich komplizierte, als er gedacht hatte. Er würde sich Wohl oder Übel noch einige Wochen gedulden müssen, aber immerhin hatte er jetzt die Sicherheit, dass seine Verwandlung in realistische Nähe gerückt war. Trotzdem ein wenig enttäuscht machte er sich an diesem Abend auf den Weg in den Gemeinschaftsraum.

In den folgenden Tagen verflog so langsam die Euphorie, die er nach seinem Fund in Merlins Buch gefunden hatte und sein Alltag mit all dem Training mit seinen Lehrern und seinen Freunden holte ihn wieder ein. Diese machten in den letzten Tagen einige gute Fortschritte und er war sehr zufrieden mit ihnen. Trotzdem waren sie alle zusammen nicht annähernd so gut wie er, weil ihnen vor allem seine magische Kraft fehlte. Sie beherrschten zwar nun viele Zauber die er oft im Duell benutzte in der Theorie, doch sie hatten in der Praxis meist nicht so eine große Kraft, wie wenn Harry zauberte. Vor allem Hermine und Luna hatten einige Probleme mit vielen Zaubern und es zeigte sich, dass die beiden lieber die Theorie übten als die Praxis zu testen. Ginny und Neville hingegen machten beide große Fortschritte und Harry war sich sicher, dass sie in einigen Monaten den ein oder anderen Todesser im Duell würden ausschalten können. Bei Ron war sich Harry noch nicht sicher, denn er war deutlich stärker als Luna und Hermine, konnte aber nicht ganz mit dem Temperament seiner Schwester und dem Willen seines Freundes mithalten.

Die Tage bis kurz vor Halloween flossen so dahin und erst ein paar Tage vorher passierte wieder etwas, dass Harrys Neugierde aber auch magische Fähigkeiten auf eine Probe stellten. Es war kurz vor dem Mittagessen und Harry ging alleine mit Ginny zum Mittagessen. Er hatte sie vom Unterricht abgeholt, doch sie waren auf ihrem Weg zur großen Halle das ein oder andere Mal in kleinen Nischen gegenseitig vom jeweils anderen aufgehalten worden, sodass die beiden nun alleine durch die vereinsamten Gänge streiften. Ginny war gerade neben ihm am lachen, als Harry plötzlich ein abnormales Gefühl spürte. Er war sich nicht sicher, was es war oder woher es kam, doch es war definitiv da und es fühlte sich wie ein kleines Stechen in seinem Kopf an. Misstrauisch drehte er seinen Kopf in alle Richtungen, während er sich umdrehte, doch er konnte nichts ungewöhnliches erkennen und schüttelte den schlechten Gedanken wieder ab. Ginny hatte sein ernstes Gesicht jedoch sofort bemerkt und hörte auf zu lachen. „Was ist los?" Harry schüttelte nur den Kopf. „Es ist nichts. Komm, lass uns beeilen, sonst wird das Essen noch kalt." Ginny glaubte ihm nicht, doch sie ließ das Thema ruhen und folgte ihrem Freund, der nun mit großen Schritten hastig in die Richtung der großen Halle eilte.

Nach einer Biegung im Gang spürte Harry das kleine Stechen wieder, doch dieses Mal war es deutlich stärker und schon beinahe schmerzhaft. Erneut drehte er sich zu allen Richtungen um, doch er konnte wieder nichts erkennen und ging einige Schritte weiter. Mit jedem Schritt konkretisierte sich sein Gefühl und er blieb stehen. Er fühlte nun, dass irgendetwas hinter ihm lag und er drehte sich um, doch er sah wieder nichts. Ginny schaute ihn besorgt an, doch er schüttelte nur mit dem Kopf und ging einige Schritte weiter, ehe er erneut stehen blieb. Er fühlte nun etwas, das sich beinahe wie große Angst aber auch ein bisschen Zorn anfühlte, ein unbekanntes Gefühl, das Harry noch nie gefühlt hatte. Es war, als wären es gar nicht seine Gefühle und er fragte sich, ob er vielleicht verfolgt würde. Verwirrt fing er an, sich auf die Magie in seinem Umfeld zu konzentrieren. Es dauerte einige Sekunden, bis er etwas spürte, doch dann war es so klar wie noch nie zuvor. Er spürte etwas, eine Person, die direkt hinter der Ecke hinter ihm stand und scheinbar etwas abwartet. Die Aura bewegte sich plötzlich in den freien Gang und noch ehe Harry hörte, wie eine laute Stimme „Sectrumsempra!" aussprach, zauberte er ein großes Schild hinter sich und Ginny und hörte, wie unmittelbar ein kleines Geräusch hinter seinem Ohr erklang, das ihm zeigte, dass ein Zauber reflektiert worden war. Sekunden später füllte ein lauter und grauenerregender Schrei den Raum und Harry drehte sich blitzschnell um.

Neben ihm stand Ginny, mit aufgerissenen Augen, die Angst zeigten und direkt den Gang entlang sahen. Er folgte ihrem Blick und sah eine Gestalt am Ende des Flurs liegen, die Harry nicht genau erkennen konnte. Harry konnte jedoch erkennen, dass sich eine große Blutlache um sie herum bildete und er rannte sofort hinüber zu dem Körper, der sich auf dem Boden wandte und schrie. Nur nebensächlich merkte er, dass Ginny neben ihm her lief und beim laufen angsterfüllt seine Hand ergriff. Bei dem Jungen angekommen erkannte Harry sofort seinen liebsten Mitschüler Draco Malfoy und eine kleine Welle des Hasses durchflutete ihn. Dieser Mistkerl hatte es gewagt zu versuchen, ihn und Ginny von hinten anzugreifen. Doch kurz nach dem Gefühl des Hass spürte Harry auch Mitleid mit dem Jungen. Er konnte ihn ja nicht einfach hier auf dem Korridor unter Schmerzen verbluten lassen! Mit einer schnellen Handbewegung brachte er den Jungen zum Schweigen und beschwor ein Handtuch, dass er sofort über Dracos Wunden half ihm dabei, während sie seine andere Hand jedoch nie los ließ. Der Fluch hatte Draco scheinbar am Bauch getroffen und er blutete stark aus mehreren großen Wunden. Nachdem Harry das Handtuch mit Ginnys Hilfe als Verband um Draco gebunden hatte, schockte er diesen, um ihm seine Schmerzen die ersparen, die er in diesem Moment sehr offensichtlich erlitt. Harry wollte ihn gerade in die Luft heben, um ihn so schnell wie möglich zum Krankenflügel schweben zu lassen, als einige Erwachsene, Professor Dumbledore und Madam Pomfrey eingeschlossen, um die Ecke gelaufen kamen und neben ihnen zum stehen kamen.

Zunächst waren sie alle seinige Sekunden sprachlos sprachlos und blieben geschockt neben Harry und Ginny stehen, ehe Madam Pomfrey laut aufschrie, ihren Zauberstab zog und anfing zu versuchen die Wunden von Draco zu heilen. Professor Dumbledore sah Harry hingegen ernst an. „Du musst mir erklären, was hier los war, Harry." Harry nickte, doch zunächst hatte er etwas wichtigeres zu tun. Er schaute zu seiner Seite und Ginny sah immer noch ängstlich und geschockt aus. Liebevoll zog er seine zitternde Freundin in eine feste Umarmung. Ein paar Minuten und viele beruhigende Worte später hatte sie sich wieder ein wenig gefasst und küsste ihn kurz beruhigend auf den Mund. Harry lehnte seine Stirn an ihre und ein Gefühl der Erleichterung durchfuhr ihn. Er war froh, den Angriff von Draco früh genug bemerkt zu haben denn er konnte sich nicht vorstellen, dass er es ausgehalten hätte, wenn es nun Ginny wäre die statt Draco so stark blutend von Madam Pomfrey behandelt wurde. Er blickte ihr tief in die Augen und wollte ihr das sagen, doch seine Kehle schnürte sich plötzlich bei dem Gedanken an eine blutende Ginny zu und er bekam keinen Ton mehr heraus. Ein paar Tränen liefen über seine Wangen und Ginny sah ihm verständnisvoll in die Augen, während sie mit ihren Händen sanft seine Tränen wegwischte. Statt langer Sätze beließ Harry es jedoch bei wenige, starken Worten, die genau aussagten was er fühlte und die er Ginny schon seit Tagen hatte sagen wollen. Sie waren nur ein leises Flüstern, doch Ginny konnte sie trotzdem hören als hätte er sie ihr ins Ohr geschrien. „Ich liebe dich."

HPHPHPHPHPHP

Ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen! Auf das nächste werde ich euch garantiert kein halbes Jahr lang warten lassen, versprochen. Schließlich besitze ich noch ein kleines bisschen mehr Ehrgeiz als vermutet und ich habe ein wenig mehr Freizeit als gewöhnlich. Ich werde mit der Story nun einen anderen Weg gehen als ursprünglich geplant, zumindest versuche ich aber einen Mittelweg zu gehen. Ach was rede ich eigentlich, es ist irgendwie ja auch egal. Ich hoffe einfach, dass euch das kommende gefällt und ich ich hoffe, ihr schreibt mir trotz der langen Wartezeit ein kleines Review.