Skandal um Harry Potter!
Skandal im Ministerium! Erziehungsberechtigte von Jungen-der-überlebte verhaftet!
Schwere Vorwürfe erhebt Griselda Marchbanks, alt gedientes Mitglied der Abteilung für Erziehung und Bildung, gegen Harry Potters nächste Verwandte. Ihr zufolge gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass dem Jungen grundlegendes Wissen bezüglich der Zaubererwelt und seiner eigenen Stellung darin vorenthalten worden ist. Zudem soll das Geld, welches er bei Werbeeinnahmen verdient hat, veruntreut worden sein.
Vor neun Jahren war das Sorgerecht für den Retter der Zaubererwelt nach einem langwierigen Prozess dessen Tante zugesprochen worden. Albus Dumbledore hatte Klage erhoben mit der Begründung, er empfinde Harrys Werbeauftritte als bedenklich. Im Verlauf des Prozesses wurden aber viel fragwürdigere Motive aufgedeckt, die das Oberhaupt des Zaubergamots zu diesem Schritt veranlasst haben könnte. Das Ehepaar D. (der volle Name darf aus Sicherheitsgründen nicht genannt werden) präsentierte sich damals im besten Licht und gab vor, die Einnahmen aus den Werbeverträgen für Harrys spätere Ausbildung sparen zu wollen. Eine Lüge, wie sich nun herausstellte.
Nach ersten Erkenntnissen hat das Ehepaar D. weder bei Gringotts noch bei einer Muggle-Bank ein Konto in Harrys Namen eröffnet. Stattdessen sind sämtliche Einnahmen auf ihre eigenen Konten geflossen – und mit vollen Händen ausgegeben worden. Diese Tatsache in Verbindung mit der Aussage von Griselda Marchbanks, die für ihre Zuverlässigkeit und bedingungslose Ehrlichkeit allgemein geachtet wird, führte zur vorläufigen Festnahme des Ehepaar D. Harry Potter wurde in der Zwischenzeit unter die Aufsicht des Ministeriums gestellt.
Midas Fox, der Berater in Zauberfragen des Ehepaar D. stand zu keiner Aussage zur Verfügung. Minister Fudge, über dessen Inkompetenz in den letzten Jahren schon mehrfach von uns berichtet wurde, erklärte in einer hastig einberufenen Pressekonferenz, dass er alles daran setzen werde die Angelegenheit restlos aufzuklären.
Der Tagesprophet verspricht seinen Lesern, die Vorgänge genauestens im Auge zu behalten. Wir werden nicht ruhen, bevor Harry Potter Gerechtigkeit widerfährt!
Siehe auch:
Ein Rückblick auf den Sorgerechtsprozess Seite 2-5
Ist das Zaubergamott korrupt? Seite 6-8
Harry Potters Werbeverträge: Wie viel sind sie wert? Seite 9-14
(Aus dem Tagesprophet, 19.05.1992 geschrieben von Rita Kimmkorn.)
Der-Junge-der-von-nichts-weiß!
Seit Jahren lacht uns Harry Potters Gesicht von jeder dritten Plakatwand in der Winkelgasse an. Seit Jahren kaufen Zauberer die von ihm beworbenen Produkte in der festen Überzeugung, dass der beliebteste Junge der Welt auch in der Werbung für Aufrichtigkeit steht. Seit Jahren wird uns das Gefühl vermittelt, dass wir alles über den Jungen der überlebt wissen…was sein Lieblingsspielzeug ist, welches Shampoo er benutzt und was er am liebsten ist.
Wie sich jetzt herausstellte ist das fröhliche Kind nur eine Fassade, hinter der sich ein tragisches Schicksal verbirgt. Im zarten Alter von gerade mal einem Jahr verwaist wurde er zu Verwandten gebracht, die, wie sich nun herausstellte, magiphobisch sind. Die Familie D. nahm das schutzbedürftige Baby widerwillig auf, ließ aber nie einen Zweifel daran, dass „diese Missgeburt ihre Gutmütigkeit gar nicht verdient hatte", wie Petunia D. in ihrer Befragung mit schriller, boshafter Stimme verkündete.
Das hinderte sie aber nicht daran, das unschuldige Kind für ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen. Als Harry gerade mal drei Jahre alt war, schlossen sie einen lukrativen Werbevertrag für Wunderwindeln ab. Diese und spätere Werbungen mit dem Jungen-der-überlebte waren so erfolgreich, dass Vernon D. schon bald seinen Job kündigte und fortan die gesamte Familie von den Werbeeinnahmen lebte.
Doch obwohl Harry nun der Hauptversorger der Familie war, wurde er nach wie vor wie ein Außenseiter behandelt. Während die Familie nach außen hin vorgab, dass der Schutz des Kindes ihr oberstes Anliegen wäre, hielten sie Harry wie einen Gefangenen auf einem großen Anwesen, das von seinem eigenen Geld erstanden worden war.
Sogar wenn Werbeaufnahmen durchgeführt wurden, wurde jeder Kontakt zur Außenwelt effektiv verhindert, wie uns ein Fotograf bestätigte: „Uns wurde immer gesagt, dass es darum ging, die Bilder so authentisch wie möglich wirken zu lassen. Deswegen wurden wir immer auf irgendeine Art vor Harrys Blicken verborgen. Midas Fox sagte dem Jungen dann, was er tun sollte, und wir machten dann unsere Bilder. Danach wurde Harry sofort weggebracht."
Unglaublich aber wahr! Der Harry Potter, der uns all die Jahre präsentiert worden ist, ist nichts als eine Illusion! Das Zimmer, in dem er so oft abgebildet worden ist, ist in Wirklichkeit nichts als eine Kulisse. Mit dem Spielzeug, das sich darin befindet, hat Harry nur für Werbeaufnahmen spielen dürfen. In Wahrheit war sein karg eingerichtetes Zimmer in einem heruntergekommenen Nebengebäude des Anwesens. Ein Zimmer, dessen einziger Eingang eine stabile Tür mit einem großen Riegel ist.
Doch nicht nur die Liebe einer Familie und seine Freiheit wurden Harry vorenthalten, auch die Wahrheit über seine eigene Berühmtheit wurde ihm verschwiegen. Als das Ministerium ihn befragte, stellt sich heraus, dass er weder über die Vernichtung von „Den-dessen.Name-nicht-genannt-werden-darf", noch über den damit einhergehenden Ruhm oder die Werbeaufnahmen informiert war.
Diese Reporterin ist erschüttert über diese Offenbarungen. Das schwere Schicksal, das Harry Potter erleiden musste, ist eine Schande für die Zaubererwelt. Über Jahre haben wir auf den lachenden Mund geschaut und das Leid in den Augen unseres Retters nicht beachtet. Doch nun ist die Zeit gekommen, da alle, die ihm Unrecht getan haben, zur Verantwortung gezogen werden! Das Ehepaar D. ist noch gestern Abend nach Askaban gebracht worden, wo es bis zum Prozess verbleiben wird.
Siehe auch:
Magische Gerichtsbarkeit für Muggel, Seite 2-3.
Verrückter Massenmörder oder Waisenhaus: Wer ist nun Harry Potters Vormund? Seite 4-6
(Aus dem Tagesprophet, 21.05.1992 geschrieben von Rita Kimmkorn)
Offenbarungen über Harry Potter Auslöser für wirtschaftliches Chaos!
Ein Aufschrei der Empörung ging vor einer Woche durch die Zaubererwelt als bekannt wurde, dass Harry Potter sich seiner eigenen Berühmtheit bislang nicht bewusst war. Seitdem haben Hersteller, die mit seinem Gesicht ihre Produkte beworben haben, große Umsatzeinbußen hinnehmen müssen.
„Bislang habe ich jedes Produkt, das er empfohlen hat, gekauft", erklärt Doris C. „Aber nun fühle ich mich nicht nur betrogen, ich bin auch empört darüber auf welche Weise dieser kleine Junge ausgenutzt worden ist. Die Verantwortung für alles, was er erleiden musste, tragen nicht nur seine Verwandten, sondern auch diejenigen, die dafür bezahlt haben, ihn auf diese Weise zu missbrauchen."
Inzwischen hat die Nimbus Company, die im letzten Jahr den Nimbus 2000 mit Harry Potter beworben hat, mit einer Pressemitteilung auf diese Vorwürfe reagiert. „Wir versichern, dass wir uns zu keiner Zeit darüber bewusst waren, unter welch fragwürdigen Umständen die Aufnahmen zustande gekommen sind. Aber wir haben sofort reagiert und die geplante Kampagne für den Nimbus 2001 umgestellt. Obwohl wir bereits in die ursprünglich geplante Kampagne investiert haben, bestehen wir selbstverständlich nicht auf Erfüllung des Vertrages. Wie allen Zauberer ist uns nur daran gelegen, dass Harry Potter in Zukunft ein glücklicheres Leben führen wird."
Zwischenzeitlich sind alle Verträge, die Harry Potters Verwandte in seinem Namen unterschrieben haben, für nichtig erklärt worden. All ihre Konten in der Muggelwelt sind eingefroren und ihre Besitztümer vom Ministerium beschlagnahmt worden.
„Die Familie hat das Gold mit vollen Händen ausgegeben. Dennoch bleibt ein ansehnliches Vermögen. Wir haben vorerst den Inhalt der meisten Konten nach Gringotts in ein neues Verlies transferiert, das Harry Potter zur Verfügung gestellt wird. Sobald der Prozess vorbei ist, wird ihm das Vermögen voraussichtlich komplett zugesprochen werden. Es ist damit zu rechnen, dass alle Immobilien und sämtliche Wertgegenstände dann verkauft werden."
In der Zwischenzeit zeigte sich Gringotts äußerst erfreut über die jüngsten Entwicklungen. Seit Jahren war die Zaubererbank äußerst ungehalten über die großen Summen an Geld, die von den Verliesen der Werbekunden in die Muggelwelt geflossen sind. „Wir garantieren, dass Harry Potter mit unseren Diensten sehr zufrieden sein wird", verkündeten die Kobolde am Dienstag.
Siehe auch:
Harry-Potter-Gewinnler: Wer profitierte von dem Missbrauch am Jungen, der überlebte?
Cornelius Fudge: Un- oder Mitwissend?
Wo ist Midas Fox?
(Aus dem Tagesprophet, 28.05.1992, geschrieben von Rita Kimmkorn)
Hogwarts-Fluch: Reale Gefahr oder Ammenmärchen?
Vor zwei Wochen wurde Quirinius Quirrel, Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste, in Hogwarts tot aufgefunden. Er ist somit der vierte Lehrer in diesem Fach, der innerhalb der letzten 21 Jahre noch ehe er für ein zweites Jahr unterrichten konnte verstorben ist. Jedoch der erste, der nicht ein Opfer des Krieges gegen Du-weißt-schon-wen war.
Schon seit 1971 hat kein Lehrer die Stellung für länger als ein Jahr halten können. Auch wenn die letzten Lehrer Hogwarts aus persönlichen Gründen und nicht aufgrund schwerwiegender Unglücke verlassen haben, hielt sich stets hartnäckig das Gerücht, dass die Stelle verflucht sei. Nun gibt der Tod von Quirinius Quirrel den Experten Rätsel auf. Bei der Untersuchung in St. Mungos stellte man fest, dass sein Hinterkopf regelrecht weggesprengt worden ist. Hysteriker gehen nun davon aus, dass der Fluch ein neues Opfer gefunden hat.
Doch ist das auch wahr?
Tatsächlich ist die Erklärung für Professor Quirrels plötzliches Ableben viel einfacher. Wie wir aus gut unterrichteter Quelle erfahren haben, trug der junge Zauberer stets einen Turban…ein unvorsichtiges Vorgehen in Anbetracht der Kolonie von Schlickschlupfen, die sich in Hogwarts eingenistet hat (wir berichteten darüber in unserer letzten Ausgabe). Normalerweise befallen Schlickschlupfe Menschen nur für kurze Zeit, da sie sich bei uns zu ungeschützt fühlen. Der Turban muss für sie jedoch ein willkommener Unterschlupf gewesen sein, weshalb sie sich mehr und mehr in Quirrels Gehirn einnisteten. Von da an war es nur eine Frage der Zeit, bis etwas die Schlickschlupfe so verschrecken würde, dass sie alle gleichzeitig ausbrachen, und dadurch ihren Wirt zerstörten.
Der Umstand, dass die Unwissenheit über sein eigenes Fach das Ableben von Professor Quirrel verursacht hat, lässt die Qualität der Lehre in Hogwarts in einem sehr fragwürdigen Licht erscheinen. Schulleiter Albus Dumbledore hat indessen versichert, dass er sich des Schlickschlupfproblems unverzüglich annehmen wird. „Es wird keine Todesopfer aufgrund von Schlickschlupfbefall geben", versicherte er.
(Aus dem Klitterer, 06.06.1992, geschrieben von Xenophilius Lovegood.)
