22. Weihnachten im Krankenhaus

Sie landeten in der Küche des Hauptquartiers der Phönixordens, wo Sirius die Weasleys, Harry und Suzette erwartete, um ihnen zu erklären, sie dürften jetzt noch nicht zu Arthur. Die Zwillinge protestierten lauthals und Ginny begann leise zu weinen.

Potter rannte im Zimmer aus und ab, als wisse er nicht, was er gerade fühlen oder denken sollte.

Suzette hatte ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Wieso hatte Potter den Angriff auf Arthur gesehen? Wie konnte er es sehen? Hatte es etwas mit seiner Narbe zu tun?

Sie nahm ihn bei Seite und fragte ihn kurzerhand: „Potter, was haben sie genau gesehen?".

Sie blickte dem Jungen in die Augen, um gegebenenfalls seine Gedanken lesen zu können, doch Potter schlug sich nur mit der Hand gegen sie Stirn während Suzette vorn über auf die Knie brach: „Was ist los, Potter?", rief sie, als der Junge sich vor Schmerz auf den Boden warf und die Augen verschloss, woraufhin Suzettes Schwindel augenblicklich verschwand.

„Ich habe es gesehen! Das muss reichen!", brüllte Potter in unbändiger Rage.

„Wer hat Arthur Weasley angegriffen?", fragte Suzette vorsichtiger.

„Eine Schlange hat ihn angefallen!", antwortete Sirius an Stelle seines Patenkinds.

Nagini, schoss es Suzette durch den Kopf. Der Dunkel Lord musste sich in den Körper der Schlange begeben haben und den Anschlag verübt haben.

„Du hast es geträumt?" bohrte Suzette weiter.

„Ja! Verdammt! Ich habe es geträumt!", schrie Potter immer noch auf dem Boden liegend und die Augen zu pressend.

„Er sagt, er sei die Schlange gewesen.", flüsterte Ron zu Suzette und die suchte nach der nächsten Wand zum Festhalten.

Wenn Harry durch die Augen Voldemorts sehen konnte, konnte dann Voldemort auch durch Harrys Augen sehen? Er schickte ihm bewusst Träume, das wusste Suzette, aber konnte er durch ihn sehen? Wenn ja, dann sah er in diesem Moment das Hauptquartier des Phönixordens und er hatte Suzette bei Dumbledore gesehen! Langsam begann sie zu fürchten, dass Voldemort alles wusste und nur ein Spielchen mit ihr spielte.

Molly Weasley schickte eine Eule aus dem Krankenhaus. Man sollte abwarten und nicht die Nerven verlieren. Arthur sei am Leben und man tue alles um ihn zu rette. Sie würde die Nacht bei ihm verbringen und morgen könnten dann die Kinder nachkommen.

Die Nacht schien endlos vor sich hin zu tröpfeln. Die Kinder hockten apathisch im Salon. Sirius brachte ihnen Tee und Kekse.

Suzette machte sich große Sorgen um Potter und sich selbst. Ihr schien als würde alles aus dem Ruder laufen. Sie hatte keine Kontrolle über sich und was sie tat. Sie musste es Dumbledore recht machen und sie musste Voldemort glauben lassen, sie sei ihm loyal. Und sie selbst blieb langsam immer mehr auf der Strecke.

Wie ernst es doch plötzlich alles wurde! Arthur Weasley war schwer verletzt worden! Der Krieg stand kurz bevor und sie befand sich mitten drin! Der Schlag, mit dem ihr dies bewusst wurde, dieser eine kurze Gedanke, erschütterte ihren ganzen Körper und sie ließ die heiße Teetasse fallen und schüttete sich das heiße Getränk über.

Die Scherben und die verbrühte Haut waren schnell wieder in ihren ursprünglichen Zustand gebracht, doch das heiße Gefühl unter ihrer Brust blieb.

Der nächste Morgen begann mit einem Aufatmen. Eine tattrige Eule kam zum Fenster hereingeflattert und brachte einen weitere Nachricht von Molly Weasley. Arthur sei außer Lebensgefahr und wohlauf, so weit man das sagen konnte. Es werde möglich sein, ihn am Nachmittag zu besuchen.

Die Zeit kroch weiterhin.

Harry verschanzte sich mit Sirius in der Küche uns Ron regte sich ununterbrochen über den unverschämten Hauselfen auf. Die Zwillinge hockten untypisch still und zurückhaltend in einer Ecke, Ginny begann hier und da ein wenig zu weinen. Niemand schaffte es auch nur eine Minute zu schlafen. Die Gedanken rasten in ihren Köpfen und Suzette wollte zu gerne wissen, was Harry da Sirius erzählte und in wie fern Voldemort in der Lage war durch die Augen den Jungen zu sehen, beziehungsweise, was Potter sehen konnte.

Ihre ganze Tarnung könnte auffliegen! Snapes Tarnung könnte auffliegen! Was machte sie hier eigentlich? Wo war sie hier hineingeraten?

Suzette hatte das Gefühl als wachse ihr alles über den Kopf. Die Ereignisse prasselten nur so auf sie herein und es kam ihr vor, als stünde sie nur reglos nebenan.

Niemand rührte das Mittagessen an, der Kreacher angerichtet hatte und endlich klopfte es an der Tür.

Mad-Eye und Tonks standen vor der Tür und machten betroffene Gesichter: „Wir kommen euch abholen.", sprach Tonks leise.

„Es ist schrecklich!", sagte Moody, „Ausgerechnet Arthur! Ausgerechnet er!".

„Lasst uns gehen!", drängte Ginny und zerrte Ron von seinem Sessel.

Sie nahmen den Bus bis in die Innenstadt. In dem öffentlichen Verkehrsmittel herrsche ein ungemeiner Lärm und Suzette glaubte ihr Kopf müsste platzen. Es war kurz vor Weihnachten und die Stadt gerammelt voll. Die kleine Gruppe Magier achtete peinlich genau darauf nicht auseinandergerissen zu werden und schlängelte sich langsam in eine kleine Gasse zu einem dunklen, geschlossenen Secondhand-Laden.

Sie standen vor dem Schaufenster und starrten in das Geschäftchen hinein, bis Moody etwas zu einer Schaufensterpuppe flüsterte, die für sie das Glas öffnete, sodass sie hindurch treten konnten.

Schließlich befanden sie sich im Innern des Krankenhausen und erfragten an der Rezeption das Zimmer von Arthur Weasley.

Ein Heiler brachte sie schließlich auf die Station, in der Weasley untergebracht war.

Molly sprang sofort auf, als sie ihre Kinder und die Auroren erblickte und drückte jeden einzelnen an sich. Arthur saß indes in seinem Bett und las vergnüglich die Zeitung. Er schaute auf und lächelte fröhlich in die Runde: „Ach, ihr hättet doch nicht alle kommen müssen! Es ist doch wieder alles in Ordnung!".

„Alles in Ordnung?", rief seine Frau empört, „Allen in Ordnung? Wieso können sie dann die Blutung nicht stoppen? Arthur, es ist nicht in Ordnung!".

Die Blutung nicht stoppen? Es muss tatsächlich Nagini gewesen sein, die ihn angefallen hatte und wenn dem so war, hatte er keine Chance, dass es je wieder aufhören würde zu bluten, es sei denn...

„Der Verband, den sie mir gemacht haben ist doch gut.", erwiderte Arthur munter, „Ich könnte glatt aufstehen.".

„Untersteh dich!", rief Molly.

„Mister Weasley,", mischte sich ein Heiler ein, „Der Verband nimmt ihnen die Schmerzen und absorbiert das Blut, der Trank, den sie trinken, lässt neues Blut entstehen, sodass sie uns nicht verbluten. Geben sie sich nicht diesem trügerischen Gefühl des Wohlbefindens hin. Noch wissen wir nicht, um was für Gift es sich handelt!".

Suzette wusste es: Hydrengift!

„Wo bist du gewesen?", fragte Fred und George wollte wissen: „Was hast du da gemacht?".

Arthur lachte nur gütig, schwieg aber.

Sie hatte das Gefühl hier heraus zu müssen. Sie wollte die Familie nicht stören und sie wollte sich in Anwesenheit dieser Menschen nicht wie eine Verräterin fühlen. Also fragte Suzette den Heiler schnell bevor er zum nächsten Patienten gehen konnte: „Entschuldigen sie, wo liegt bitte Penny Gordon? Sie wurde Opfer eines Imperius-Fluches. Sie ist ein Muggel.".

„Ach die? Viertes Obergeschoss, Raum 406.".

„Warten sie noch einen Augenblick, Miss Lecroix!", rief Molly, als Suzette schon im Begriff war zu verschwinden. Sie blieb also stehen und wartete, bis Mrs. Weasley ihre Kinder nach draußen geschickt hatte, bevor sie zu sprechen begann: „Wie hat Harry davon wissen können?".

„Er sagt, er hätte es im Traum gesehen.", erklärte Tonks.

„Wie das?", fragte Arthur interessiert aber nicht angespannt.

„Ich vermute, Lord Voldemort", alle zuckten zusammen, „hat Harry besetzt. Er ist nicht nur in der Lage Menschen zu manipulieren, er kann auch selbst in sie hineinschlüpfen und aus ihren Körpern heraus handeln. Ich nehme an, er selbst war zunächst in den Körper der Schlange geschlüpft und hatte gleichzeitig Harry unter Kontrolle.", sagte Moody düster.

Suzette sagte nichts dazu. Sie glaubte nicht, dass Voldemort Potter willentlich seine Schachzüge offenbarte, er wollte Weasley ja offenbar umbringen. Sie glaubte viel mehr an einen missglückten Zauber, einen falschen Traum, den Voldemort dem Jungen geschickt hatte, eine Unachtsamkeit, ein Kurzschluss.

Sie wusste, dass Voldemort sich bewusst war über die einfache Verbindung, die er zu Potter aufbauen konnte, aber in wie fern er sie nutzte oder in wie fern er sie unter Kontrolle hatte wusste sie nicht. Genauso wenig wusste sie, was Voldemort aus Harrys Augen heraus sehen konnte und ob er es ausnutzte.

Endlich konnte sie gehen und nach Penny suchen. Doch als sie aus dem Zimmer getreten war stolperte sie fast über die geschockten Gesichter der Kinder, die hinausgeschickt worden waren.

„Suzette, ich fürchte, wir müssen gehen!", rief Moody ihr nach, als sie davon rennen wollte, um ihre Gesichter nicht mehr zu sehen. „Wir kommen an Weihnachten wieder.", beruhigte sie Nymphadora, „Dann kannst du...".

„Schon gut!", fiel Suzette ihr ins Wort und folgte den andern durch einen Kamin.

Es war enttäuschend gewesen, enttäuschend und schockierend. Arthur Weasley würde nie wieder gesund werden, das wusste sie. Es sei denn sie könnte genug Hydrenblut besorgen, um auch seine Wunden zu heilen, immer vorausgesetzt, Snape konnte den Trank brauen.

Die folgenden Tage vergingen, verflogen und wurden vergessen. Schließlich war der 24. Dezember und es begann pünktlichst zu diesem Datum an zu schneien. Hermine Granger tauchte Im Grimmauldplatz Nummer 12 auf und brachte Geschenke, sowie gute Nachrichten für Harry: Dumbledore meinte Harry sein nicht besessen, da er selbst nicht körperlich gehandelt habe und sein Bett während der Tat nicht verlassen hatte.

Diese Aussage der Schulleiters beruhigte den Jungen ungemein und ließ ihn das Weihnachtsfest ein wenig genießen.

Man schenkte sich belanglosen Tand, wobei niemand an Suzette gedachte hatte. Es machte ihr nichts aus, auch wenn sie jetzt Mitglied im Orden war. Sie gehörte nicht in die Clique dieser Leute hier.

Sie nahmen das Flohnetzwerk, um ins Krankenhaus zu gelangen. Suzette ging nicht mit zu Arthur, sie konnte dem fröhlichen Mann nicht in ihrem und seinem Zustand in die Augen sehen. Sie wollte überhaupt niemandem mehr in die Augen sehen.

Sie mache sich auf ins vierte Stockwerk, wo die Fluchopfer untergebrachte waren.

In Raum 406 fand sie reges Treiben vor. In einer Ecke befanden sich zwei abgegrenzte Betten, auf denen eine kleine, dünne zittrige Frau und ein Mann saßen, der scheinbar sah, aber nichts wahrnahm. Am anderen Ende des Zimmers schrieb ein Mann mittleren Alters krakelige Buchstaben auf eine Serviette und lächelte selig.

Heiler eilten hin und her, brachten dem einen einen Tee, dem anderen ein Bilderbuch oder eine Umarmung.

Hinter einem Vorhang am künstlichen Fenster, entdeckte Suzette ein weiteres Bett. Dort musste Penny liegen, dachte Suzette, schritt darauf zu und zog den weißen Stoff vorsichtig bei Seite.

Tatsächlich fand sie ihre Freundin Penny, bleich mit eingefallenem Gesicht in einem gewöhnlichen Krankenbett liegen. Sie sah zu Suzette hinüber und ihre Züge verhärteten sich. Sie sprach nur schwach und unter Anstrengung, aber sie ließ es sich nicht nehmen zu sprechen: „Du? Du kommst mich besuchen?".

Suzette wollte gerade näher treten und etwas tröstliches sagen, da keifte Penny auch schon los: „Wo bin ich hier? Hier laufen lauter Irre herum! Du! Ihr! Ihr seid krank! Ihr seid... unnormal! Das hier ist... Freak!". Ihre grauen Augen blitzten zu Suzette und ihre Blicke trafen sich. Suzette spürte eine Wut in sich aus steigen.

„Du! Du bist wahnsinnig!", rief Penny und riss ihren Arm nach oben um auf Suzette zu deuten, „Du bist gemeingefährlich! Ich wusste es immer! Du bist schuld!".

Suzette war enttäuscht von ihrer ehemaligen Freundin. Selbst wenn sie nicht unter einem Imperius-Fluch stand, sagte sie noch solche Dinge.

„Nehmen sie das nicht so ernst.", sprach ein Heiler, der Suzettes betroffenes Gesicht bemerkte, „So ist sie schon seit sie hergekommen ist, aber es wird besser. Sie ist ein Muggel, natürlich überfordert sie das hier...".

Suzette zog den Vorhang wieder vor und ließ den Heiler bei Penny stehen, um sich auf den Weg ins Foyer zu machen. Dort wollte sie nichts weiter tun, als auf die anderen warten.

Wieso wollte Dumbledore, dass sie mitging? Die Auroren waren doch Schutz genug für den Jungen!

Gerade wollte sie die Station verlassen, da schob eine Heilerin einen leeren Rollstuhl vor sich her: „Sie sind doch diese Suzette!", rief sie aufgebracht, „Dass sie mal hierher...".

Suzette schaute auf und die ältere Frau fragend an. „Kommen sie! Kommen sie! Ich bringe sie zu ihm! Es muss ja furchtbar an ihnen nagen! So jung und schon gebrandmarkt!". Suzette ließ sich bereitwillig von der kleinen Heilerin vor sich her schieben: „Professor Dumbledore hat meiner Schwester alles erzählt. Meine Schwester ist im Schulrat, wissen sie. Und sie hat mir erzählt, dass sie im Grunde völlig unschuldig sind und das System einen großen Fehler gemachte hat. Sie hat es mir erzählt, weil ich sie noch vor ein paar Wochen verteufelt hätte, wissen sie. Der arme Junge! Aber jetzt, da ich weiß, dass es ein Unfall war, müssen sie mir Leid tun, Miss Suzette. Und jetzt kommen sie sogar vorbei! Sie wissen gar nicht wie mich das anrührt!", die Frau hörte gar nicht mehr auf zu reden. Sie sprach hysterisch und in einer enormen Geschwindigkeit, sodass sie sich bei einigen längeren Worten überschlug: „Wissen sie ich kenne ihr Gesicht aus der Zeitung. Letztes Jahr hat doch der Tagesprophet über die berichtet und mein Friseur sagte mir noch, dass Dumbledore da einen riesigen Fehler gemacht hätte und ich stimmte ihm zu. Aber da hatten wir ja noch keine Ahnung, dass sie ihm das Leben retten würden. Oh ja, ich glaube Dumbledore! Meine Schwester hat mir... Ah, da sind wir!", sie ließ den Rollstuhl in eine Größe schrumpfen, die ihn leicht verstaubar machte und wies auf ein spezialangefertigtes Bett, in dem ein junger Mann lag und erbärmlich zitterte. Er war abgemagert und fahl im Gesicht, das Krankenhaus hatte ihn ohne Zweifel krank gemacht. Seine blass-blauen Augen waren blutunterlaufen und wirkten ausgetrocknet, genau wie seine Lippen. Die blonden Haar standen wirr und spröde vom Kopf ab, dessen Gesicht so schmal war, dass es in diesem jungen Alter schon Falten warf.

Das Schild über dem Krankheitsbild am unteren Ende des Bettes nannte den Namen des Jungen: Steven Blade.

„Er spricht nicht.", erklärte die Heilerin, „Wir versuchen alles, aber er steht immer noch unter Schock. Wir trainieren jeden Tag mit ihm das Festhalten von Dingen, aber alles wird aus seinen Händen gerissen.".

„Der Expelliarmus wirkt immer noch nach.", meinte Suzette emotionslos, weder die Frau noch den ehemaligen Mitschüler ansehend.

„Ja, der Fluch war zu stark für ihn. Ich weiß ja nicht, was sie da gemacht haben, aber es ist in jedem Fall ein schrecklicher Unfall. Seine Eltern kommen jeden Tag, wissen sie. Heute früh haben sie ihm ein Weihnachtsgeschenk gebracht, aber der Junge kann es ja noch nicht mal anfassen. Wie soll er es dann bitte öffnen?".

Die Heilerin begann Suzette auf die Nerven zu gehen. Sie machte auf sie den Eindruck, als wolle sie ihr trotz allem ein schlechtes Gewissen einreden. Natürlich tat ihr Stevie Leid und es tat ihr Leid, was sie getan hatte, aber letztendlich war sie nicht Schuld! Niemand hätte wissen können, was passiert, wenn Suzette ihren Zauberstab benutzte! Sie konnte ihre Zauber ja noch nicht einmal heute vollends kontrollieren.

„Es tut mir Leid!", sagte Suzette tonlos und wandte sich zum Gehen.

Auf dem Gang traf sie auf vertraute Gesichter: Ron, Harry und die Zwillinge hatten sich auf Erkundungstour begeben und durchstreiften nun das ganze Krankenhaus. Sie hatten Werwolfbisse gesehen und die körperlichen Folgen verschiedener Zaubertrankvergiftungen. Jetzt standen sie vor der Station der Fluchopfer. Der Flur und die Zimmertüren waren weihnachtlich geschmückt, muteten aber trotzdem kalt und hoffnungslos ab.

„Ich warte oben im Foyer.", sagte Suzette zu ihnen und ging an ihnen vorbei.

Sie nahm nicht den Aufzug, sondern die Treppe. Sie wollte nicht zusammengepfercht mit anderen Leuten sein im Augenblick. Außerdem hatte sie den unbändigen Drang sich zu bewegen.

Als sie die Treppe hinaufstapfte und grübelnd auf den Boden starrte, kamen ihr zwei paar Schuhe entgegen: Die einen groß und breit, schwarzes Lackleder und die anderen pink mit einer gelben Feder darauf. Suzette blickte auf und sah in das Gesicht von Neville Longbottom und in das seiner Großmutter, die den Jungen augenblicklich zu sich zog und Suzette keines Blickes würdigte. Neville selbst fühlte sich peinlich berührt und starrte auf die Treppe wie zuvor Suzette.

Sie sagte nichts und ging einfach weiter. Ja, die Longbottoms mussten sich auch auf dieser Station befinden. Nevilles Großmutter verachtete sie als Todesserein natürlich. Diese Frau war keine braves Hausmütterchen, auch wenn sie so aussah. Sie war eine resolute Dame, die genau zu wissen glaubte, was gut für sie und ihren Enkel war. Niemand wagte es, ihr zu widersprechen und Suzette respektierte das ohne ein Gefühl der Scham oder des Hasses.