Die beiden konnten sich gar nicht voneinander lösen. Shannon strich mit seiner Hand über ihren Rücken bis er plötzlich auf einen leichten Widerstand stieß der sich mit einem kleinen „Plopp" löste. Er hatte nur bemerkt, dass seine Armbanduhr an etwas hängen geblieben war. Etwas erstaunt löste er den Kuss und schaute Josefine an. „Was war das denn?" Josefine musste lachen und fasste mit beiden Händen an ihren Rücken. „Das war mein BH-Verschluss. Glaube du bist mit irgendwas daran hängen geblieben."

„Holla Moore, also anbrennen scheinst du ja nichts zu lassen. Da haste dir aber ne nette Schnalle für heute Abend ausgesucht." Kenny Dykstra kam aus dem Dunkeln zu ihnen herüber. Shannon schaute ihn fassungslos an und blickte zu der Deutschen. „Ich…"

„Spar dir die Worte. Dachte nicht, dass du so drauf bist. Ich hatte wirklich gedacht du wärst anders." Mit diesen Worten warf sie ihm die Jacke vor die Füße, drehte sich um und lief zurück zum Hotel.

„Man Shan, dass hast du mal wirklich verbockt." Kenny zuckte mit den Schultern „wird wohl heut nichts mehr draus."

Shannon funkelte den Youngster wütend an und schrie ihm ein laut vernehmliches „Son of a B****" entgegen, bevor er Richtung Hotel rannte um zu retten, was noch zu retten war.

Josefine rannte wütend den Pfad zum Hotel zurück. Ihr gingen sämtliche Schimpfwörter durch den Kopf, die sie jemals gehört hatte. Mit jedem Einzelnen konnte sie im Moment den Mann aus North Carolina beschreiben. Mit unnötig viel Kraft stieß sie die Tür zum Hotel auf und bahnte sich den Weg durch die Menge. Schließlich stieß sie mit The Miz zusammen, der gerade mit zwei Long Island Iceteas von der Bar kam. „Nicht so stürmisch die Dame…" Mike grinste das Mädchen an. „Wo ist Nathalie? Starr mich nicht so blöde an, sondern sag mir wo sie ist." Josefine blaffte den Wrestler unwirsch an. Dieser schaute sichtlich verwirrt zurück und deutete mit dem Kopf nach rechts. „Danke. Und geh mir aus dem Weg!" Mike tat einen Schritt zur Seite und sah ihr kopfschüttelnd hinterher.

Josefine hatte endlich den Tisch erreicht an dem ihre Freunde saßen und quatschten. Nathalie sah wohl sofort, dass etwas nicht in Ordnung war und fragte was denn los sei. Josefine schüttelte nur den Kopf und versuchte die Tränen zurück zu halten. „Ich muss einfach nur weg hier…"

„Klar Josy, lass uns hoch gehen." Die beiden Mädchen gingen Richtung Aufzug und drückten auf den Knopf.

Shannon hatte endlich das Hotel erreicht. Leider nicht ganz so schnell, wie er es wollte. Er mochte seine Fans…außer wenn er es wirklich eilig hatte, so wie jetzt. Im Inneren drückte er sich an den Menschen vorbei und erblickte The Miz. „Mike…hast du Josefine gesehen?"

„Allerdings. Was hast du denn mit ihr angestellt? Die war ja ganz aufgelöst?" Stirnrunzelnd schaute der Wrestler seinen Kollegen an. „Ach, ich eigentlich gar nichts. Wo ist sie denn hin?"

„Mit Nathy in den Aufzug. Hab so das Gefühl, dass sie heute nicht mehr nach Unten kommen." Mike schaute etwas betrübt auf die beiden Gläser in seinen Händen. „Den brauchst du dann wohl nicht mehr?" Shannon nahm seinem Freund das eine Glas aus der Hand und schüttete sich den Innhalt in den Mund. Miz schaute ihm etwas verwirrt dabei zu. Shannon nickte und gab ihm das leere Glas zurück. „Ich muss dringend mit ihr reden. Vielleicht bekomm ich ja ihre Zimmernummer." Mit diesen Worten lies er Mike stehen und ging zur Rezeption. Eine freundliche Dame lächelte ihm zu und fragte, was sie für ihn tun könnte. „Ich brauch die Zimmernummer von…" Mist er wusste ja noch nicht einmal ihren vollständigen Namen. Aber weiter lies ihn die Rezeptionistin gar nicht kommen. „Es tut mir leid aber wir dürfen keine Auskunft über Gäste weiter geben."

Shannon schlug mit der Faust auf den Tresen und fluchte. Die Dame zuckte zusammen und ging einen Schritt rückwärts. Der Wrestler beachtete sie nicht länger, drehte sich um und stürmte in die Richtung in der vor ein paar Minuten noch Mike Mizianin gestanden hatte. Vielleicht wusste der ja die Zimmernummer. Aber sein Kollege war schon längst nicht mehr dort. Wütend fluchte er weiter und knallte gegen irgendetwas. Das Irgendetwas schnaubte „Reject. Was ist den los? Du machst ja den Eindruck als ob du einen Geist gesehen hast?" Jeff Hardy rappelte sich wieder auf und fuhr sich durch die bunten Haare. „Scheiße Jeff, sorry. Hab dich nicht gesehen." Shannon lies den Kopf hängen. Jeff kannte seinen Freund lange genug um zu wissen, dass er ihn am besten auf sein Zimmer schleppen und dort in aller Ruhe mit ihm reden sollte. „Los komm. Wir gehen auf dein Zimmer und du erzählst mir die ganze Scheiße. Das bekommen wir bestimmt wieder hin." Jeff klopfte seinen besten Freund aufmunternd auf den Arm und zog ihn zum Aufzug.

„So Süße. Jetzt mal raus mit der Sprache. Was ist denn passiert?" Nathy hatte ihre Freundin in den Arm genommen und versuchte sie zu trösten. „Ach Nathy. Wir waren an dem kleinen See und dann…" Josy rannte eine Träne die Wange hinunter. Sie musste erst schlucken bevor sie weiter erzählen konnte „er…er hat mich geküsst…und ich…es…es war wirklich schön. Ich hab mich selten so wohl gefühlt. Und dann…" Immer mehr Tränen kullerten über ihre Wange. Nathy drückte ihre Freundin noch fester an sich. „Weißt du, erst hab ich gedacht es war ein versehen…aber so im Nachhinein…" Josy schüttelte ihren Kopf. „Ich dachte er wäre vielleicht irgendwie hängen geblieben…dachte wirklich nicht das es Absicht war. Aber nachdem Kommentar…"

Nathy schaute etwas verwirrt „Süße…ich hab keinen Durchblick. Langsam und der Reihe nach. Was war ein Versehen?"

„Ach. Er hat mir über den Rücken gestrichen und plötzlich ging mein BH auf." Josy strich sich die Haare aus dem Gesicht. „Aber Mäuschen, dass kann doch wirklich ein Versehen gewesen sein." Nathy strich ihr über die Wange. Josy seufzte „Das dachte ich ja auch. Aber da kam plötzlich der Dykstra und hat so einen blöden Spruch abgelassen. Nach dem Motto: Ist das deine Schlampe für heute Nacht?"

Nathy blickte wütend auf ihre traurige Freundin. „So ein Idiot. Na warte. Das wird ihm noch Leid tun. Nur weil er ein beschissener Wrestler ist, kann er sich doch nicht alles erlauben. Was glaubt der Shannon Moore, wer er ist?" Josy sah die Wut in den Augen ihrer Freundin.

„Hab wirklich geglaubt das da was zwischen uns wäre. Oder zumindest seien könnte. Aber Nathy…tu mir bitte den Gefallen. Ich möchte nicht 2 einhalb Stunden mit ihm im Bus sein. Bitte lass mich in den Heel Bus. Ich weiß, dass du gerne mit Mike mitgefahren währst aber ich kann das nicht."

„Natürlich. Ich versteh das doch. Aber bist du sicher? Ich meine, Kenny Dykstra? Der hat doch sowiso einen an der Klatsche" Nathy nahm ihre immer noch tränenübersähte Freundin in die Arme und drückte sie fest an sich. „Aber wenn du tauschen möchtest, machen wir das natürlich. Komm, wir gehen erst mal ans Fenster und rauchen Eine. Das beruhigt und man kann besser denken." Josy nickte und Nathy fügte noch ein „Scheiß auf das Nichtraucherhotel!" hinzu und öffnete das Fenster.

Zur gleichen Zeit fand ein ähnliches Gespräch eine Etage höher statt. Zwar ohne Tränen aber mit umso mehr Wut. Shannon lief fluchend im Zimmer auf und ab und berichtete dem Highflyer auf seinem Bett was geschehen war. Jeff hörte seinem Freund geduldig zu und schüttelte immer mal wieder den Kopf. „Man, das ist aber eine verzwickte Kiste. Was denkt eigentlich dieser Kenny wer er ist?"

„Oh glaub mir. Diesen Vollidioten nehme ich mir noch vor. Der kommt nicht so leicht davon." Jeff hatte Shannon schon lange nicht mehr so wütend gesehen. „Langsam Reject. Erstmal müssen wir schauen, wie wir das mit der Kleinen wieder in den Griff bekommen. Du handelst dir nur Ärger ein wenn du den Dykstra Grün und Blau prügelst."

„Hast wohl Recht." Etwas resigniert setzte sich der Prince of Punk auf die Bettkante und schaute zu seinem bunthaarigen Kollegen. Dieser nickte und ging zum Fenster, öffnete dies und zündete sich eine Zigarette an. „Jeff…Nichtraucher Zimmer…" Shannon schaute ihn entsetzt an. „Ich muss hier drin noch schlafen."

„Damit kann ich besser denken." Grinsend zog der Mann aus Cameron erneut an dem Glimmstängel. Shannon musste unweigerlich grinsen „Na ja, wenn's dir hilft soll es mir recht sein. Zumindest hab ich ja noch die Busfahrt morgen. In der Zeit wird sich doch die Gelegenheit ergeben, ihr alles zu erklären."

„Siehst du das Nikotin hat schon geholfen."

Shannon musste lachen. Er war schon sehr dankbar dafür, dass Jeff ihn immer wieder aufheitern konnte.