Disclaimer: Alle Personen gehören Marvel Comics. Der Songtext stammt von den Beatles.

Anmerkung: Dies wird vorerst das letzte Ficlet dieser Reihe sein. Geplant sind noch mehrere, aber mir fehlt momentan die Muse um nah bei den Charakteren zu bleiben. Einen Dank an meine Beta-Leserin Darkness-Chan, die sich auch für dieses Fandom hat breitschlagen lassen und sich meinen Fehler angenommen hat. (;

Yesterday.

„Halt an", schimpfte Marie und Logan schnaubte wütend, doch er tat, was sie sagte. Marie stieg aus und bemerkte, dass sie mitten in einem verlassenen Waldstück in Kanada war, aber das war ihr egal. „Werd erwachsen Logan!", keifte sie und stapfte in den Wald.

Logan wusste, dass es keinen Zweck hatte sie jetzt aufzuhalten. Solche Streitereien hatten sie nicht oft, seit sie die Manson verlassen hatten, aber wenn es dazu kam, war es besser zu warten bis Marie sich beruhigte, als es auszudiskutieren. Er wusste, wenn er ehrlich war, auch gar nicht, worum es bei diesem Streit gegangen war. Irgendetwas hatte er gesagt, was sie innerhalb von Sekunden auf Hundertachtzig gebracht hatte und seitdem hatte sie ihn nur noch angeschrien.

Tränen trübten Maries Blick als sie weiter in den Wald hineinlief. Als sie schließlich nichts mehr sehen konnte, ließ sie sich auf einen nahen Baumstumpf fallen und schluchzte. Sie waren nun schon ein gutes Jahr zusammen unterwegs. Nachdem sie ihren Abschluss bekommen hatte, hatten sie und Logan die Xavier High verlassen und seitdem lebten sie nahe der Straße, immer auf Achse und frei von allen Regeln. Sie liebte das Leben mit Logan, auch wenn es anders war als das, was sie gewöhnt gewesen war. Sie wechselten jede Woche den Ort, fuhren zeitweise tagelang durch die unendlichen Wälder Kanadas und jeder Ort den Logan ihr zeigte, gefiel ihr mehr als der letzte. Doch es gab Momente, da wünschte sie sich in die sichere Wärme der Manson zurück. Immer ein weiches Bett, Freunde die gleich nebenan wohnten und einen festen Rhythmus. Doch so schnell diese Wünsche gekommen waren, verblassten sie auch.

Doch was sie sich wirklich wünschte war, dass Logan mehr auf ihre Meinung eingehen würde. Für ihn war sie immer noch ein Kind, ein Kind, das er zwar liebte und behütete, aber welches er nur selten ernst nahm. Ihr Leben auf der Straße war von seinen Visionen und Plänen geprägt, wenn sie Wünsche hatte, versuchte er sie zwar bestmöglich zu erfüllen, aber im Grunde bestimmte er das gemeinsame Leben. Wieder einmal hatte er bestimmt, dass sie die nächsten Orte nicht besuchen würden, obwohl Marie so gerne in eines der Museen dort gegangen wäre. Er hatte keine Diskussion geduldet und sie mit den Worten „Du wirst sehen, es ist besser so" zurückgehalten. Daraufhin war Marie so wütend geworden, dass dieser Streit entflammt war. Und nun saß sie mitten in einem Wald in Kanada und weinte. Und je länger sie darüber nachdachte wurde ihr klar, dass sie weinte wie ein kleines Kind, das seine Schokolade nicht bekam. Sie wischte sich die Tränen von den Wangen und schluckte ihre Wut hinunter. Sie musste mit Logan reden, sie durfte sich nicht in etwas verrennen, denn das würde sie nicht weiterbringen. Mit diesem Plan lief sie in die Richtung, wo sie den gemeinsamen Pickup vermutete.

Als sie näher kam hörte sie Gitarrenklänge und eine raue Männerstimme singen. Ihr Herz setzte für einige Schläge aus. War das etwa Logan? Sie blieb in Sichtweite stehen und lauschte der traurigen Stimme ihres Liebsten.

"Yesterday, all my trouble seemed so far away.

Now it looks as though they`re here to stay,

oh I believe in Yesterday.

Suddenly, I`m not half the man, I used to be.

There`s a shadow hanging over me,

oh yesterday came suddenly."

Sein Blick glitt in die Ferne, während er die Akkorde auf der Gitarre spielte. Sie wusste weder, dass diese sich noch auf der Ladefläche des Pickups befunden hatte, noch dass er sie so vermisste und so traurig war wegen des Streits. Die Schuldgefühle krochen noch tiefer in ihr Herz und eine Träne rollte ihre Wange hinab. Was tat sie ihm nur an? Logan war niemals so traurig gewesen, er hatte immer gelächelt wenn er sie sah. Und jetzt saß er auf der Fahrerseite des Pickups und sah wesentlich älter und schwächer aus.

Why she had to go I don`t know, she wouldn´t say.

I said something wrong, now I long for yesterday.

Yesterday, love was such an easy game to play.

Now I need a place to hide away,

oh I believe in yesterday."

Als er geendet hatte, sah er in ihre Richtung und lächelte zaghaft. Marie rannte in dem Moment, wo sie sein Lächeln sah, los und schmiss sich in seine Arme. „Es tut mir so Leid", murmelte sie immer wieder unter Tränen. „Nein, mir tut es Leid, mein Schatz", flüsterte er und küsste ihr Haar. „Lass uns nie wieder streiten", kam es zwischen zwei Schluchzern von ihr. „Nie wieder", bestätigte Logan und drückte sie noch näher an sich. So standen sie einige Minuten und genossen die Nähe des anderen, denn es war beiden bewusst, dass die den Anderen brauchten wie die Luft zum Atmen. Ohne einander waren sie verloren in dieser Welt und würden daran zugrunde gehen.

Nachdem die Tränen auf Maries Wangen getrocknet waren, hielt Logan sie leicht von sich um ihr ins Gesicht zu sehen. „Wollen wir jetzt weiterfahren? Ich glaube ich kenne ein tolles Restaurant in der nächsten Stadt, was dir sicherlich gefallen wird. Und dort bleiben wir dann und morgen sehen wir uns das Örtchen mal an. Was meinst du?", fragte er seine geliebte Marie, die ihn anstrahlte und nickte. Marie reckte sich zu seiner Wange hoch und gab ihm einen kleinen Kuss, was von Seiten ihres Geliebten mit einem Knurren bedacht wurde. Dann stieg sie ins Auto und die zwei verliebten ließen die Wälder Kanadas hinter sich.