Noch 3 Tage bis zum Ball.

Auf dem Mond:

"Nein, nein, nein! Ich werde nicht mit diesem Endymion tanzen!", platzt es aus Serenity heraus. Geht diese Diskussion schon wieder los. "Hab ich nicht gestern erst gesagt, dass ich ihn für einen aufgeblasenen, arroganten Typen halte?"

"Nein, hast du nicht", entgegnet Mars genervt.

Venus fügt an, "Gestern war er noch eklig."

Serenity wirft ihr einen Blick zu, der sie auf der Stelle töten könnte. Beleidigt verschwindet Serenity in ihrem Gemach. Sie schaut zum Fenster heraus und fragt sich, wo das noch alles enden soll. Sie sieht ihren Laptop und beschließt online zu gehen. Ob das die anderen merken? Sie war sonst in keinem Monat so lang online, wie allein gestern. Aber was soll's. Sie muss es ja nicht bezahlen. Und so loggt sie sich zuerst ins IPN ein, und danach in "Moonromance".

Auf der Erde:

"Endymion, was hast du heute noch so vor?", fragt ihn sein Vater. Seine Mutter wirft seinem Vater einen der Blicke zu, die ihm sagen, er solle nicht weiter nachfragen. Sie hat ihren Sohn beobachtet. Und auch wenn er es noch nicht weiß, aber sie weiß es. Er hat sich verliebt. Zu ihrem Erstaunen rückt Endymion jedoch mit der Sprache raus. "Ich werde mich wieder mit dem Mädchen unterhalten, das ich gestern kennen gelernt habe."

Sein Vater schaut sehr verblüfft. "Du hast ein Mädchen kennen gelernt? Wann? Wo?"

Endymion verdreht schon wieder die Augen, "Vater!"

Diesen Ton versteht er als Aufforderung den Mund zu halten. Innerlich freut er sich jedoch, dass sein Sohn endlich ein Mädchen kennen gelernt hat.

Kaum ist Endymion fertig mit frühstücken, verschwindet er auch schon.

"Na so was.", stellt sein Vater fest. "Ich glaube das war heute Rekordzeit. Außerdem bleibt er sonst immer sitzen, bis wir auch fertig sind."

"Hast du ihn nicht gehört? Er möchte sich wieder mit dem Mädchen unterhalten. Das sagt doch alles.", entgegnet ihm seine Frau.

"Was meinst du damit?" Er versteht es noch nicht recht, bis sie es ihm direkt sagt, "Unseren Sohn hat's erwischt. Er ist verliebt."

"Was? Woran siehst du das?"

"Jetzt tu doch nicht so! Er war gestern online in einem Chatprogramm. Wann ist er das? Er rennt seitdem mit einem Lächeln auf dem Gesicht rum. Und er verschwindet sofort wieder, um weiter mit ihr zu reden."

Sie sieht ihren Mann, wie drei Tage Regenwetter ins Gesicht, "Du hast es immer noch nicht kapiert, oder?"

"Oh, doch, hab ich! Mein Sohn geht in die Offensive."

Sie verdreht nur noch die Augen.

Endymion verschwindet schnell in seinem Zimmer und geht online. Er hofft zutiefst, dass seine Prinzessin wieder online ist. Und er wird auch nicht enttäuscht.

Im Chat:

Endy: "Guten Morgen, meine Prinzessin."

Serenity ist ebenfalls glücklich darüber, dass Endy wieder online ist. Sofort vergisst sie alles andere um sich herum.

Mondprinzessin: "Oh guten Morgen. Ich hatte gehofft, dass du online kommst."

Endymion bekommt schon wieder Schmetterlinge im Bauch.

Endy: "Und, gut geträumt?"

Serenity ist erstaunt. Von allen wird sie gefragt, ob sie gut geschlafen hat, aber er fragt sie, ob sie gut geträumt hat. Sie wird etwas leicht rot.

Mondprinzessin: "Ja. Ich habe von deinem Garten geträumt."

Endymion schmunzelt.

Endy: "Und, bin ich da auch vorgekommen?"

Mondprinzessin: "Bist du!"

Doch muss Serenity ihr Gespräch beenden, als sie zu ihrer Mutter gerufen wird.

Mondprinzessin: "Tut mir leid, Endy. Ich muss weg. Meine Mutter ruft mich. Das könnte etwas länger dauern.

Endy: "Macht nichts. Ich verschwinde derweil etwas in meinen Garten! Tschaui, kleine Prinzessin."

Mondprinzessin: "Träum schön, Endy :-)"

Endymion lächelt über diesen Kommentar, sie hat keine Ahnung wie schön er seit ihrem ersten Chatgespräch träumt.

Auf dem Mond:

Serenity macht sich also auf den Weg zu ihrer Mutter.

"Mutter? Du wolltest mich sprechen?" Mit diesen Worten tritt Serenity leise in den großen Saal ein, wo sie von ihrer Mutter bereits empfangen wird.

Königin Selene weiß, dass ihre Tochter ungern mit Prinz Endymion tanzen möchte. Die Senshi haben es ihr gesagt.

"Serenity, meine Tochter. Ich weiß, du willst das nicht, aber es ist unabdingbar, dass du mit Prinz Endymion auf dem Ball tanzt."

Nein, jetzt fängt ihre Mutter auch noch damit an. "Mutter", beginnt sie langsam. "Ich möchte mit diesem Endymion nichts zu tun haben."

Ihre Mutter schaut sie verständnislos an. Die Senshi haben ihr erzählt, dass ihre Tochter irgendwo, irgendwen kennen gelernt hat und ein Bild von seinem Garten aufgehangen hat. Merkur hat ihr nicht erzählt, dass er von der Erde kommt. So versucht Selene das Gespräch umzulenken.

"Serenity. Schenk ihm einfach nur einen Tanz. Ich weiß, dass du jemand anderen kennen gelernt hast. Auch wenn ich es schade finde, dass ich es nicht von dir erfahren habe."

"Venus!", flucht Serenity. "Kann sie nie ihre Klappe halten!?"

"Es ist nicht ihre Schuld Serenity. Außerdem hat Venus gar nichts gesagt. Es war Merkur. Niemand kann so etwas für sich behalten." Ihre Mutter bleibt ruhig. Sie war auch mal jung.

"Ich habe gehört, du hast ein Bild von seinem Garten bekommen?"

Serenity schaut ihre Mutter an und wird dabei rot. "Willst du es mir zeigen?"

Serenity schaut sie verlegen an. "Na gut."

So gehen die beiden gemeinsam in ihr Gemach. Auf dem Weg dahin offenbart ihr Selene den eigentlichen Grund, weshalb sie ihre Tochter sehen wollte.

Sie werden am nächsten Tag auf die Erde fliegen und Prinz Endymion kennen lernen. Serenity soll mitkommen. Nein, sie muss mitkommen.

"Das kann nicht wahr sein, Mutter!" Ihre Mutter schaut sie fragend an.

"Ich will da nicht hin! Ich will nicht!", sagt sie ihr. Doch Serenity muss. Sie haben eine offizielle Einladung bekommen. Und als königliche Familie dürfen sie diese nicht abschlagen. Serenity weiß, dass ihr nichts anderes übrig bleibt, als zuzustimmen. Jeglicher Protest wäre sinnlos.

Selene sieht, dass ihre Tochter bedrückt ist darüber und versucht sie aufzuheitern. "Hey, es ist nur für einen Tag! Außerdem, wolltest du mir nicht das Bild zeigen?"

Die beiden sind in Serenitys Gemach angekommen. Als ihre Mutter das Bild sieht, fängt sie an zu schmunzeln. Serenity ist verwirrt.

"Was ist so lustig daran, Mutter?" Selene schaut ihre Tochter mit einem breiten Grinsen an.

"Nichts, nichts. Irgendwie süß so ein Bild zu schicken, oder? Und das ist sein Garten?", fragt sie ihre Tochter. Serenity wird rot. "Ja."

Selene schaut sich das Bild noch einmal an und grinst erneut. Sie kennt diesen Garten. Sie war schon einmal da. Doch wird sie ihrer Tochter nichts verraten. Nein, stattdessen hat sie Zuversicht, dass sie doch noch mit Endymion tanzen wird.

"Du magst diesen Jungen, oder?", fragt sie ihre Tochter.

Serenity nickt mit dem Kopf. Oh ja, sie mag ihn sehr. Selene schaut ihre Tochter eingehend an. "Also, mach dich für morgen einfach schön. Wir fliegen früh los und sind abends wieder da. Aber die Zeit dazwischen, benimm dich bitte." Mit einem Lächeln geht sie. Serenity murmelt noch hinter, "Ja, ja, ja."

Auf der Erde:

Endymion steht mit seinen Generälen im Rosengarten. Er hat soeben erfahren, dass morgen die Familie des weißen Mondes zu Besuch kommen wird. Konnte man ihm das nicht schon zeitiger sagen?

Zoisite versucht ihn aufzuheitern, "Hey, Endy! Ich hab gehört, diese Prinzessin soll ganz hübsch sein!"

Endymion schaut ihn an, "Nenn mich morgen bitte nicht Endy. Am Ende nennt sie mich vielleicht auch noch so."

Neflite schmunzelt ihn an, "Das ändert aber nichts daran, dass sie hübsch sein soll!"

Endymion schaut ihn an, als würde die Welt untergehen. "Das ist mir doch egal!"

Jedite versteht die Welt nicht mehr. "Ist dir klar, dass sie von ihrem gesamten Volk geliebt wird?"

Endymion ist aber auch das egal. Kunzite sieht den hoffnungslosen Fall und schaltet sich ein, "Na ja, wer nicht will, der hat schon, oder? Was haltet ihr davon. Wir gehen einfach auf den Ball und amüsieren uns."

Zoisite findet die Idee gut. "Ja, zum Beispiel mit den vier Leibwächtern der Prinzessin. Die eine ist so niedlich. Ich glaube sie war Lady Merkur."

Neflite grinst Zoisite an, "Ja, sie kommen morgen auch mit. Ich hoffe Lady Jupiter ist auch dabei."

Endymion kann das nicht mehr hören, "Schluss damit! Müsst ihr vor mir so rumschwärmen? Ehrlich gesagt interessiert mich der Ball nicht die Bohne!"

Aus Zoisite platzt es versehentlich heraus, "Hat das etwas mit deiner neuen Bekanntschaft zu tun?"

Endymion schaut ihn böse an. "Nein, ich wollte schon vorher nichts damit zu tun haben. Ich werde da lediglich hingehen, weil es meine Eltern so wollen."

Mit diesen Worten lässt er die Generäle im Garten zurück und setzt sich wieder an seinen Laptop.

Auf dem Mond:

Auch Serenity loggt sich wieder ein.

Mondprinzessin: "Hallo Endy."

Endymion ist froh, dass die Prinzessin auch wieder online ist.

Endy: "Hi."

Serenity merkt, dass etwas mit ihm nicht stimmt.

Mondprinzessin: "Was ist los?"

Endy: "Was meinst du?"

Mondprinzessin: "Ich merke doch, dass etwas nicht in Ordnung ist."

Endymion ist überrascht. Sie ist wirklich sensibel.

Endy: "Hm, ich kann morgen nicht online kommen. Wir bekommen Besuch."

Mondprinzessin: "Vielleicht kann ich dich ja damit aufheitern, dass ich morgen auch nicht online kommen kann. Ich muss mit meiner Mutter wo hin."

Endy: "Oh, wirklich? Wohin wollt ihr denn?"

Serenity fragt sich, was sie ihm sagen soll. Sie will ihre Identität als Mondprinzessin nicht preisgeben. So versucht sie alles etwas zu umschreiben.

Mondprinzessin: "Ich kenne diese Leute noch nicht. Meine Mutter will mich ihnen und ihrem Sohn vorstellen."

Endy: "Oh. Freust du dich denn gar nicht?"

Mondprinzessin: "Nein. Ich hab schon viel von ihrem Sohn gehört. Er soll ein aufgeblasener, arroganter, egoistischer, ekliger Typ sein."

Endymion muss schmunzeln.

Endy: "Weißt du was? Ich bin in einer ähnlichen Situation."

Mondprinzessin: "Was?"

Endy: "Meine Eltern haben auch jemand eingeladen, von denen ich die Tochter kennen lernen soll. Ich kenne sie auch noch nicht. Alle reden davon, sie wäre so schön. Aber das interessiert mich nicht. Ich will sie nicht kennen lernen."

Endymion denkt sich *viel lieber würde ich dich kennen lernen wollen*.

Mondprinzessin: "Oh Endy. Ich freue mich schon auf morgen Abend, wenn alles vorbei ist."

Endymion hat eine Idee.

Endy: "Weißt du was?"

Mondprinzessin: "Was?"

Endy: "Wir machen es so. Egal was passiert, morgen Abend treffen wir beide uns wieder im Chat und meckern gegenseitig über unseren Besuch herum."

Serenity beginnt zu schmunzeln.

Mondprinzessin: "Jetzt hast du es doch tatsächlich geschafft, mich wieder zum Lächeln zu bringen."

Endy: "Also abgemacht?"

Mondprinzessin: "Abgemacht!"

Endy: "Ich muss jetzt leider los. Also bis morgen Abend. Träum was schönes, meine kleine Prinzessin."

Mondprinzessin: "Mach ich :-) Du aber auch! Mach's gut."

Serenity denkt sich weiter 'am besten von mir' und legt ein noch breiteres Grinsen auf.

- tbc -