Noch 2 Tage bis zum Ball.
Auf dem Mond:
"Serenity, aufstehen!", ruft ihre Mutter. Sie kümmert sich heute persönlich um das Wecken ihrer Tochter, da sie weiß, wie gerne sie verschläft.
"Hä? Wer? Wie? Wo? Was?" Serenity steht im Bett. Sie ist es einfach nicht gewohnt, durch ihre Mutter geweckt zu werden. 'Oh nein, heute muss ich ja...' denkt sie sich. Am liebsten würde sie sich rumdrehen und weiterträumen. Doch das geht nicht. Sie erinnert sich daran, was sie und Endy gestern im Chat ausgemacht haben und steht mit einem Lächeln auf. Intensiv betrachtet sie noch einmal den Rosengarten.
Auf der Erde:
"Endy!!! Mach dich bitte endlich fertig!", hört Endymion von seinem Vater.
Endymion dreht sich um: "Kannst du mir einen Gefallen tun?" Sein Vater schaut ihn fragend an. "Ich möchte, dass mich heute niemand Endy nennt!" Endymion hat Angst, dass diese Prinzessin Serenity unter Umständen irgendetwas mit der Mondprinzessin aus dem Chat zu tun hat. Er möchte nicht, dass sie weiß, dass er ein Prinz ist. Sein Vater akzeptiert diesen Gefallen, wenn er auch nicht verstehen kann, wieso. Aber das interessiert ihn jetzt recht wenig. Ihn interessiert nur die Tatsache, dass sie heute Besuch von der Familie des weißen
Mondes bekommen.
Im Schloss wird schon alles vorbereitet und Endymion fragt sich, für was der ganze Aufwand gemacht wird.
Auf dem Mond:
Mars, Merkur, Jupiter und Venus stehen schon bereit. Der Shuttle ist auch schon fertig. Kurze Zeit später kommen auch Selene und Serenity an. Serenity sieht wunderbar aus. Sie hat ein weißes Kleid an, mit roten Kunstrosen bestückt. Sie sieht wunderschön aus darin. Ihr Gesicht allerdings passt nicht ganz zu ihrem Kleid. Denn ohne Lächeln verzaubert auch das schönste Kleid nicht.
Widerwillig steigt Serenity in den Shuttle ein. Mars und Venus setzen sich daneben und Selene gegenüber. Merkur und Jupiter steigen ins
Cockpit. Jupiter fliegt den Shuttle und Merkur ist für die Navigation zuständig. Jupiter liebt es, den Shuttle zu fliegen.
Auf der Erde:
Gespannt erwarten Endymions Eltern Königin Selene und ihre Tochter Serenity. Sie selbst haben sie noch nie gesehen. Und es ist schon lange her, seit sie Selene gesehen haben. Eigentlich verstehen sie sich ganz gut, wäre da nicht die Tatsache, dass ihr Sohn nichts von allem wissen will. Endymion steht etwas widerspenstig da und wünscht sich, der Tag wäre schon vorbei. Die vier Generäle hingegen grinsen sich gegenseitig nur an. Sie interessieren sich gar nicht für die Mondprinzessin. Sie erwarten nur die vier Senshi.
"Sie kommen, Majestät", ruft ein Wächter. Gemeinsam gehen sie alle nach draußen und sehen, wie das Shuttle landet. Neflite kann sich nicht nehmen lassen, etwas zu sagen, "Lady Jupiter fliegt es."
Zoisite grinst ihn an, "Ja, aber Lady Merkur navigiert es!"
Endymion sieht die beiden und verdreht nur seine Augen. Wo ist er nur hingeraten!? Er kann sich einen Kommentar nicht verkneifen, "Ja, und Lady Mars und Lady Venus und die Königin mit ihrer Tochter sitzen darin."
Er muss über diesen Kommentar selbst lachen, Neflite und Zoisite jedoch, finden das nicht so witzig. Auch Jedite und Kunzite können darüber nicht recht lachen.
Lady Mars steigt aus dem Shuttle aus, hinter ihr Lady Venus. Beide stellen sich jeweils neben dem Einstieg des Shuttles, um für die Sicherheit der Königin und der Prinzessin beim Ausstieg zu garantieren. Venus und Mars bereiten sich schon darauf vor, Serenity abzufangen. Sie hätten nicht tanzen üben sollen am Vormittag, sondern 'Wie steige ich aus einem Shuttle aus?'. Mars grinst Venus an. Ein Blick genügt und sie weiß, was gemeint ist. Belustigt grinst Venus zurück. Nun steigt die Königin aus und hinter ihr die Prinzessin. Wie zu erwarten war, verliert Serenity das Gleichgewicht und droht zu stürzen. Mars und Venus können sie gerade noch festhalten.
Endymion schaut lachend zum Himmel und dann zu seinen Eltern, "Wir könnt ihr mir nur so etwas antun?" In seiner Stimme liegt sehr viel Sarkasmus, den nicht mal sein Vater überhören konnte. Aber Endymion denkt weiter 'Wunderschön. Sie sieht wunderschön aus und ihre Ausstrahlung ist umwerfend ... was denke ich da? So ein Tollpatsch, kann nicht mal richtig aussteigen!'
"Warte erst mal ab, bis du sie kennst. Du musst zugeben, sie ist hübsch!"
"Vater! Wie oft noch? Das interessiert mich nicht. Sie kann nicht mal aus einem Shuttle steigen! Wehe sie tritt mir beim Tanzen auf die Füße!"
"Endy! Sei nicht so gemein!"
"Vater! Hattest du mir nicht versprochen, mich heute nicht so zu nennen?"
Mit einem sarkastischen Blick antwortet Endymions Vater, "Oh, ja, entschuldige! Prinz Endymion."
Nachdem Serenity heil aus dem Shuttle gestiegen ist, kommen auch Lady Merkur und Lady Jupiter hinterher. Serenity wünscht sich wieder zurück zu Haus. Doch diesen Tag wird sie durchstehen müssen.
Nach der Begrüßung schlägt Endymions Vater vor, dass sie ihnen das Schloss zeigen. Selene kennt es ja schon, aber die anderen noch nicht. So kommt es, dass die vier Generäle ihre Chance ergreifen und Jedite Lady Mars herumführt. Neflite Lady Jupiter, Zoisite Lady Merkur und Kunzite Lady Venus. Endymions Vater schlägt gemeinsam mit Selene vor, dass Endymion Serenity das Schloss zeigt.
Während Serenity "Mutter!" ausruft, tut Endymion ihr es gleich, "Vater!" Beide wissen jedoch, dass Protest nichts hilft und so verschwinden auch sie. Endymions Eltern setzen sich mit Selene hingegen zu einem gemütlichen Plausch unter alten Freunden in ein abgelegeneres Zimmer.
Endymion schaut Serenity an, "Hey!"
Sie dreht sich zu ihm, "Hm?"
Er geht sie jedoch etwas barsch an, "Du bist doch alt genug. Du wirst dich hier schon nicht verlaufen. Ich habe noch etwas zu tun!"
Noch bevor Serenity etwas sagen kann, ist Endymion verschwunden. Toll. Lässt er sie einfach mitten im Schloss sitzen. Na ja, ist ja nicht ihre Schuld. So geht sie einfach weiter den Gang entlang und kommt in einen Garten. Sie traut ihren Augen nicht. Rosen. Viele rote Rosen. Sie geht in den Garten. Er nimmt ihr den Atem. Dieser Garten. Das ist doch...
Sie glaubt ihren Augen nicht zu trauen. Dieser Garten sieht genauso aus, wie der Garten auf Endys Bild. Warum hat er ihr das angetan? Das ist genau der gleiche Garten. Endy träumt also nicht in seinem Garten davon seiner Liebe eine Rose zu schenken. Ihr beginnen die Tränen über ihre Wangen zu laufen. Von einer Stimme wird sie herausgerissen, "Hey! Was machst du hier?"
Serenity dreht sich erschrocken gerade so weit um, um zu erkennen, dass Endymion ein paar Meter hinter ihr steht. Er soll sie nicht weinen sehen. "Endymion. Es gehört sich nicht, sich einfach so anzuschleichen!", versucht sie trocken zu sagen. Doch Endymion entgegnet ihr nur kalt, "Ich habe mich nicht angeschlichen. Das ist mein Garten. Und für dich bin ich immer noch PRINZ Endymion!"
"Hey, hey, ganz ruhig!", schaltet sich Zoisite ein. Endymion dreht sich um, "Hm?"
Zoisite sieht Endymion scharf an. Serenity hat inzwischen ihre Tränen weggewischt und dreht sich ebenfalls rum. Ihr Blick streift seinen mit großer Traurigkeit. Dann sieht sie Merkur. Merkur merkt, dass etwas nicht stimmt. "Was ist los, Serenity?"
Serenity schaut Merkur an und erinnert sich daran, wie sie ihr das Bild gezeigt hat. Sie war die einzige der Senshi, die es sich genauer angeschaut haben.
"Es ist nichts, nur die Tatsache, dass ich hier stehe."
Merkur reist ihre Augen auf. Sie versteht. Sie sieht es. Sie sieht es endlich. Das ist der Garten auf dem Bild. Endymion schaut Serenity verwundert an. Danach zu Zoisite, der wiederum auf Merkur schaut. Merkur bringt nur ein großes "Oh!" heraus.
Serenity kullern erneut Tränen über ihre Wangen. Sie rennt an Merkur vorbei aus dem Garten heraus. Endymion verdreht erneut seine Augen, "Mädchen."
Zoisite sieht ihn scharf an, so etwas in Gegenwart von Lady Merkur zu sagen. Er weiß genau, dass er innerlich hofft, auf dem Ball mit ihr tanzen zu können. Zoisite fragt Merkur etwas ruhiger, "Was ist mit ihr los?"
Merkur schaut Zoisite an. Soll er es ihm sagen? "Ich bin mir noch nicht sicher. Es ist nur..." Nein, das ist Serenitys Angelegenheit. "Ach, vergesst es einfach!" Mit diesen Worten rennt sie Serenity hinterher. Zoisite sieht Endymion verurteilend an. "Jetzt hast du's. Wenn du Serenity nicht magst, ist es das Eine. Aber es ist das Andere, wenn du auch mich vor Merkur schlecht dastehen lässt."
Endymion sieht seinen Freund sprachlos an.
Merkur ist inzwischen bei Serenity angelangt. "Hey, rede erst mal mit ihm!"
Serenity sieht sie verheult an, "Reden? Nein! Endy hat mich angelogen! Wahrscheinlich ist der Rest dann auch gelogen."
Merkur sieht sie mitleidig an. "Du hast ihm vorher gesagt, dass du Rosen magst, oder?"
"Ja, hab ich. Nachdem er mir gesagt hat, dass er oft in seinem Rosengarten ist."
Merkur versucht ihre Freundin aufzuheitern. "Na ja. Vielleicht ist sein Rosengarten nicht so bombastisch, wie du es dir vorgestellt hast und er hat deshalb ein Bild von einem anderen Garten genommen!"
Serenity versteht dieses Argument nicht. "Nein, wenn er so unehrlich ist, will ich nichts mehr mit ihm zu tun haben. Und das werd ich ihm heut Abend auch sagen."
Entschlossen wischt sich Serenity ihre Tränen aus den Augen.
"Merkur, ich möchte nicht, das jemand was davon erfährt. Erst recht nicht meine Mutter."
Merkur kann das verstehen und versichert ihr, nichts zu sagen. Es wird Zeit für das Kaffeetrinken.
Zoisite und Endymion finden Serenity und Merkur auf einer Bank sitzend. Zoisite klopft seinem Freund auf die Schulter. "Na, los! So schwer wird's schon nicht werden."
Endymion schaut ihn an, "Du weißt, ich tue das nur für dich, also versuch ja nicht danach irgendeinen Reim daraus zu machen!"
"Ist ja okay."
Endymion geht langsam auf Serenity und Merkur zu. "Es ist Zeit zum Kaffeetrinken."
Merkur schaut auf. "Hm."
Sie sieht Zoisite und steht auf, "Komm Serenity. Hier rumsitzen hilft dir jetzt auch nichts. Davon wird auch nichts besser."
Demonstrativ geht Merkur zu Zoisite, um Serenity damit zu zeigen, dass sie sich anschließen soll. Endymion dreht sich zu Zoisite, der ihn auffordernd ansieht.
Er reicht Serenity die Hand. "Es tut mir leid."
Serenity schaut verwundert auf. "Was tut dir leid?"
"Das ich dich vorhin so angegangen bin."
Serenity lächelt ihn kurz an. "Es ist nicht deine Schuld."
Aber verletzt ist sie trotzdem. Das macht sie ihm auch klar, indem sie anfügt, "PRINZ Endymion."
Ohne seine Hand zu nehmen steht sie auf und geht Richtung Esszimmer. Endymion folgt ihr leise, um sie zu überholen. Er weiß, dass sie nicht weiß, wo es langgeht. Und er möchte es sich mit seinem Freund Zoisite nicht noch einmal verscherzen.
Zoisite schaut traurig zu Merkur. Diese fragt ihn, was er denn habe. "Ich habe gehofft, dass Endymion über seinen Schatten springen kann. Aber er hat halt einen großen Dickschädel. Er ist ein guter Kerl. Er ist nicht so schlimm, wie alle immer sagen. Das ist nur Fassade."
Merkur schaut Zoisite an und auf ihrem Mund legt sich ein Lächeln. "Ich glaube du hast recht." Ja, Merkur beginnt langsam zu verstehen, was vor sich geht.
Dieser Typ, den Serenity im Chat kennen gelernt hat. Dieser Endy. Es ist sein Rosengarten. Und ob es das ist. Serenity will das nur nicht sehen. Um sich zu vergewissern fragt sie Zoisite: "Sag mal, Zoi, in den Garten haben doch nur Mitglieder der königlichen Familie zutritt, oder?"
Zoisite versteht zwar nicht, was es nun mit dem Garten auf sich hat, aber beantwortet ihre Frage, "Der Garten ist genauer gesagt Endymions Werk, seit seine Oma gestorben ist. Er mag es nicht, wenn Fremde da hineingehen. Selbst seine Eltern sieht er ungern darin. Wir sind eigentlich die Einzigen, die da neben ihm rein dürfen."
"Oh.", platzt es aus Merkur heraus.
Zoisite fügt an, "Deshalb war er vorhin auch nicht begeistert, als eure Prinzessin da war."
Merkur beginnt zu verstehen. Sie ist sich nun sicher, die wahre Identität von dem Chatter Endy zu kennen. Er ist kein geringerer, als Prinz Endymion höchstpersönlich. Merkur lächelt Zoisite breit an, "Zoi, ich habe sehr große Zuversicht darauf, dass sich die beiden noch verstehen werden. Wenn auch nicht heute."
Zoisite sieht Merkur verwundert an. "Ja, das würde seinen Eltern gefallen. Uns übrigens auch. Aber ich glaube die beiden haben nur noch bis zu dem Jahresball Zeit."
Merkur grinst zurück, "Ich bin sicher, bis dahin mögen sie sich. Ihr kommt doch auch mit, oder?"
Zoisite lächelt sie an, "Natürlich! Ich lass mir doch keinen Tanz mit Lady Merkur entgehen."
Gemeinsam machen sich auch die beiden auf den Weg ins Esszimmer.
Im Esszimmer herrscht angeregte Unterhaltung. Bis auf zwei. Serenity und Endymion sind total still. Merkur bemerkt das und beginnt innerlich zu grinsen. Wenn Serenity wüsste, wer Endymion ist. Oh wie hat sie bei dem Bild von diesem Endy geschwärmt. Ja, Serenity hat sich in diesen Endy verliebt. Während Merkur Serenity beim Essen zuschaut, bemerkt Selene Merkurs Grinsen im Gesicht.
"Merkur, was ist?"
Merkur schreckt hoch. Sie darf sich jetzt nicht verplappern. "Ach nichts, ich habe nur gerade nachgedacht."
Selene schaut Merkur an, sie hat Serenity angelächelt. Sie gibt Merkur ein kleines Zeichen.
"Darüber habe ich gestern etwa ähnlich nachgedacht."
Merkur schaut Selene an, "Oh. Wieso... Woher...?"
Selene schaut Merkur an, "Ich bin nicht blind."
Die anderen sind alle etwas verwundert. Venus will es natürlich sofort wissen, "Worum geht es eigentlich?"
Sie schaut Merkur drohend an. Sie will unbedingt wissen, was los ist. Merkur sucht nach Worten. "Ähm, um eine kleine Nebensächlichkeit, mit der wir alle nicht gerechnet haben."
Keiner versteht was sie meint, außer Selene. "Lasst euch einfach überraschen."
Serenity wirft ihrer Mutter einen alles sagenden Blick zu. Selene weiß, dass ihre Tochter so schnell wie möglich nach Hause will. Vermutlich hat sie den Garten gesehen und ihr ist nicht der Gedanke gekommen, dass der Chatter Endymion sein könnte, sondern hat ihn sofort verurteilt, sie angelogen zu haben. Das wäre typisch ihre Tochter.
Da die Anderen keine Ahnung haben worum es geht, verfallen sie wieder in ihre Gespräche.
Nach dem Kaffeetrinken wird es Zeit ‚Auf Wiedersehen' zu sagen. Die vier Senshi und Generäle verabschieden sich nur ungern voneinander. Auch Selene fand den Tag mit ihren alten Freunden von der Erde sehr kurz. Serenity und Endymion sind jedoch beide sehr erleichtert darüber, endlich wieder getrennte Wege gehen zu können.
Nach dem Abflug neckt ihn sein Vater, "Und, die Kleine ist doch ganz süß, oder?"
Endymion sieht ihn an wie drei Tage Regen. "Ja, ihr habt gewonnen. Sie sieht wirklich süß aus, aber wenn ihr nichts dagegen habt. Ich kann mir euer Geschwärme nicht mehr länger anhören. Ich gehe ins Bett."
"Um diese Zeit???", platzt es aus Jedite heraus, bis die anderen beginnen zu lachen. Endymion verschwindet rot angelaufen in seinem Gemach.
Auf dem Mond:
Serenity ist froh wieder zu Hause zu sein und verschwindet ebenfalls sofort in ihrem Gemach. Merkur fragt Selene noch, ob sie das Foto schon vor ihrer Abreise erkennt hat. Selene muss zugeben, dass ihr es aufgefallen ist. Ja. Beide lächeln sich wissend an. Sie sind sicher, dass Serenity zum Ball mit Endymion tanzen wird.
Serenity hingegen setzt sich stinksauer und enttäuscht an ihren Laptop. Sie weiß, Endy wird online sein. Und so ist es auch.
Mondprinzessin: "Hallo Endy."
Endymion ist super glücklich, dass seine Prinzessin wieder online ist.
Endy: "Hey, meine Prinzessin. Wie war's?"
Mondprinzessin: "Schrecklich."
Endy: "War der Typ so schlimm?"
Mondprinzessin: "Nein."
Endymion merkt, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Endy: "Hey, was ist los? Mit dir stimmt doch etwas nicht."
Mondprinzessin: "Du kennst mich in gewisser Weise besser, als alle anderen."
Endy: "Was meinst du?"
Mondprinzessin: "Viele glauben, sie kennen mich. Und doch wissen sie nicht mal, wovon ich nachts träume, was ich mir am sehnlichsten wünsche. Du weißt es."
Endy: "Geht mir genauso."
Serenity beginnen die Tränen über ihre Wangen zu laufen. Spielt dieser Mistkerl tatsächlich mit ihr.
Mondprinzessin: "Hör bitte auf, mit mir zu spielen."
Endymion versteht nicht. Was ist nur passiert? Er spielt doch gar nicht mit ihr.
Endy: "Ich spiele nicht mit dir! Was habe ich gesagt, was dich so verletzt hat?"
Mondprinzessin: "Hör auf! HÖR AUF! Das ist doch alles eine Lüge. Von deinem ersten Satz an."
Endymion versteht immer noch nicht.
Endy: "Ich habe dich nicht angelogen, in keinster Weise."
Mondprinzessin: "Ich war heute in 'deinem' Rosengarten. Er gehört dir nicht, und wahrscheinlich auch die Träume nicht. Und der Rest ist dann wahrscheinlich auch gelogen."
Endy: "Unmöglich. Du kannst nicht da gewesen sein!"
Mondprinzessin: "Weil er nicht dir gehört? Ich war da!"
Jetzt erst wird Endymion sich darüber im Klaren, was Mondprinzessin gesagt hat. Sie war in seinem Rosengarten, heute!? Das ist unmöglich. Niemand darf so ohne Weiteres seinen Rosengarten betreten. Das ist sein heiliger Ort. Der Ort, an dem er sich zum Träumen zurückzieht.
Endy: "Selbst meine Eltern sehe ich nicht gerne in meinem Garten. Ich würde es also wissen, wenn du da gewesen wärst."
Endymion würde wissen, wenn sie da gewesen wäre. Niemand darf so ohne weiteres da rein. Aber heute war jemand so ohne weiteres da reingegangen. Serenity. Ist das möglich? Kann das wirklich sein, dass sich hinter Mondprinzessin Serenity verbirgt? Sollte sich die Mondprinzessin wirklich den Nicknamen Mondprinzessin zugelegt haben? Das würde erklären, warum sie heute ebenfalls jemand besuchen wollte bzw. sollte. Ihn! Das würde erklären, warum sie dann angefangen hat zu weinen, als sie in seinem Garten stand.
Mondprinzessin: "Nicht der Besuch war schrecklich, sondern die Tatsache, dass ich erkannt habe, dass du mich angelogen hast!"
Endymion weiß nicht wie er darauf reagieren soll. Sie kommt wahrscheinlich genauso wenig auf den Gedanken, er könne Endymion sein, wie er darauf gekommen ist, dass sie Serenity sein könnte. Er kannte Serenity nicht und wollte sie eigentlich nur aus dem Grund nicht kennen lernen, weil er weiß, dass ihn alle mit ihr verkuppeln wollten. Aber als sie mit Tränen in den Augen dastand, hat er gesehen, dass sie auch Gefühle hat. Und jetzt versteht er, warum sie Tränen in den Augen hatte. Sie glaubt, er habe sie belogen und alles wäre nur ein Spiel für ihn. Sie kommt nicht mal auf den Gedanken, dass er Endymion sein könnte. Und dennoch tut sie ihm leid. Es tut ihm leid, dass es so gekommen ist, wie es gekommen ist. Am liebsten würde er ihr offenbaren, wer er ist. Doch weiß er, dass sie dann nur noch mehr sauer auf ihn sein wird. Denn auch sie kennt ihn besser, wie viele andere Menschen. Um genau zu sein gibt es niemanden sonst, der von seinem Traum weiß. Er weiß, dass jede weitere Diskussion keinen Sinn hat.
Endy: "Es tut mir leid, aber du musst mir glauben, ich habe dich nicht angelogen."
Mondprinzessin: "Nein, du hast nur die Tatsache verdreht, dass der Rosengarten Prinz Endymion gehört."
Serenity ist zutiefst enttäuscht.
Mondprinzessin: "Es tut dir leid? Ja, mir auch! Mir tut es auch leid. Ich möchte nichts mehr mit dir zu tun haben!"
Mit diesen Worten verlässt Serenity den Chat und geht offline. Sie klappt ihren Laptop zu, versteckt ihn in der hintersten Ecke ihres Schubfaches und nimmt das Bild über ihrem Bett ab. Sie legt es zum Laptop dazu. Bei irgendeiner Wohltätigkeitsaktion wird sie es dazu geben. Vielleicht auch, wenn irgendwann ein Kind mal von dem Rosengarten von Prinz Endymion schwärmt.
Endymion ist zutiefst traurig. Er hat einen Teil von der Mondprinzessin gesehen, die nur wenige sehen. Und jetzt hat er auch noch auf ihren Gefühlen rumgetrampelt. Er beschließt, ihr auf dem Ball zu sagen, dass er Endy ist.
- tbc-
