Noch 1 Tag zum Ball.
Auf der Erde:
Endymion ist schon früh am Morgen wach. Er geht wieder in den Rosengarten und erinnert sich zurück, wie er Prinzessin Serenity da stehen gesehen hat. Unwillkürlich fängt er aber an, seine Erinnerungen daran mit seinen Träumen zu vermischen. Er stellt sich vor, wie er statt ihr weh zu tun, ihr eine Rose aus seinem Garten schenken würde. Er kann sich vorstellen, wie enttäuscht Serenity jetzt ist. In dem Augenblick, als er sie in seinem Garten gesehen hat, hat er erkannt, wie zerbrechlich sie ist. Wie zart ihr Wesen ist. Wenn er könnte, würde er es rückgängig machen. Aber stattdessen hat er diese Einsicht am vorigen Tag einfach beiseite geschoben und an seinem Stolz festgehalten. Er wollte niemanden kennen lernen, mit dem er verkuppelt werden soll. Aber hat sie nicht auch geschrieben, sie hält den Typen, den sie kennen lernen soll für einen aufgeblasenen, arroganten, egoistischen, ekligen Typen? Oder so ähnlich jedenfalls hat sie es doch gesagt. Mit dem, was er zu ihr gesagt hat und wie er sie behandelt hat, hat er ihr Bild von ihm doch nur bestätigt. Wie wird sie auf dem Ball ihm gegenüber reagieren? Wie wird sie ihm gegenüber reagieren, wenn sie erfährt, dass er Endy ist?
Auf dem Mond:
Serenity geht mit einem depressiven Ausdruck durch das Schloss. Merkur fängt sie ab. Erwartungsfreudig fragt sie, ob sie sich denn ausgesprochen habe, mit diesem Endy. Serenity schaut sie traurig an, "Ja, ich habe ihn zur Rede gestellt, aber er wollte sich nur herausreden, es wäre sein Garten und blablabla. Als ich ihm gesagt habe, dass ich weiß, dass dieser Garten Prinz Endymion gehört, hat er nicht mehr wirklich etwas gesagt. Ich bin dann rausgegangen. Merkur, wenn irgendjemand gerne ein Bild von Prinz Endymions Rosengarten haben will, sag mir bescheid. Ich will dieses Bild nicht länger sehen."
Merkur wird traurig darüber, dass die Aussprache einen solchen Verlauf genommen hat. Aber sie weiß, morgen folgt der Ball. Sie muss vorher unbedingt mit Endymion reden. Sie lässt Serenity weiter ziehen, ohne noch Fragen zu stellen und so schleppt sich Serenity durch den Tag.
Merkur hingegen geht zu Selene und bittet sie, Endymion persönlich empfangen zu dürfen. Selene schaut sie fragend an. "Aber willst du nicht lieber Zoisite in Empfang nehmen? Ich dachte, Serenity könnte Endymion empfangen?"
Merkur klärt sie darüber auf, dass es zwischen den beiden nicht so gut aussieht, und sie vorher unbedingt mit Endymion reden wolle. Selene willigt ein. Merkur wird zwar Zoisite empfangen, dafür Selene aber Endymion und sie wird es dann arrangieren, dass sie sich direkt nach seiner Ankunft unterhalten können. Merkur bedankt sich bei ihr.
Auf der Erde:
Endymion geht die ganze Zeit durchs Schloss - in seinen Gedanken versunken. Was soll er nur tun? Er ist sich darüber im Klaren, dass er in die Mondprinzessin wirklich verliebt ist, nein in Prinzessin Serenity. Er muss lächeln. Denn eigentlich in beide! Er ist sich auch im Klaren darüber, dass er sich schon in dem Augenblick in sie verliebt hat, als sie aus dem Shuttle gestolpert ist. Ihre leichte Art. Sie ist - war - einfach anders, als die üblichen Prinzessinnen auf der Erde. Jede andere Prinzessin hätte sich darüber aufgeregt und sonst was, und das nur, weil es nicht passieren darf. Dabei sind gerade solche Kleinigkeiten Dinge, die das Leben lustig gestalten. Kleine unvorhergesehene Sachen, über die man schmunzeln kann. Sie hat ihn sogar schon innerhalb der ersten 5 Sekunden zum Lachen gebracht. Das hat noch keine vor ihr geschafft. Aber er wollte es nicht wahr haben. Er wusste noch nicht, dass sie die Mondprinzessin ist.
Als er Stunden später wieder in seinem Garten ankommt, hat er eine Idee. Er holt sich eine Gartenschere und sucht die schönste rote Rose aus seinem Garten heraus. Er wird sie ihr am morgigen Ball übergeben – ein Versuch der Wiedergutmachung.
Und so schleppt sich auch Endymion durch die restlichen Stunden des Tages. Immer wieder an Serenity denkend. Er konnte ihr nicht ganz egal sein, sonst hätte sie sich nicht so aufgeregt.
- tbc -
