Disclaimer: Nichts an dieser Geschichte gehört mir. Es ist nicht nur so, dass das Original von der unübertroffenen Jane Austen stammt, sondern ich in diesem Fall auch nur die Übersetzerin der Geschichte bin. Das Copyright der Geschichte liegt bei der Autorin Kara, ich habe aber ihre Erlaubnis, diese Geschichte in der deutschen Übersetzung zu posten. Sollte Interesse bestehen, das Original, das unter dem Titel „Disenchanted" auf mehreren Plattformen erschienen ist, zu lesen (denn eine Übersetzung ist und bleibt ein Echo des Originals), möge man sich bitte bei mir melden. Leider erlaubt diese Seite nicht die Angabe eines Links, man kann ihn aber durch eine Mail an mich oder durch eine Frage im Review bei mir erhalten.
AN: Das nächste Kapitel gibt es erst am nächsten Samstag, bis Freitag schaffe ich es wegen der anstehenden Prüfungen leider nicht...
Kapitel 5 – das das Phänomen der Gegenmagie beinhaltet
„Darcy, ich brauche deine Unterstützung", rief Bingley in die Bibliothek, wo Darcy versucht hatte, zu lesen. „Miss Elizabeth hat anscheinend nach unserer Kutsche verlangt."
Mr. Darcy stand sofort auf und folgte Bingley in die Halle, wo Elizabeth mit einem an Entrüstung grenzenden Gesichtsausdruck stand.
„Mr. Bingley", begann sie langsam, mit geballten Fäusten, „ich danke Ihnen für Ihre Freundlichkeit und für Ihre Pflege meiner Schwester und ich verstehe, dass sich nichts mit der unglücklichen Vergiftung zu tun hatten. Aber ich muss doch – respektvoll – um ihren sofortigen Verlegung aus Netherfield bitten. Ihre gefährlichen Symptome sind nun vollkommen verschwunden und ich denke, dass man sich Zuhause viel besser um ihre Bedürfnisse kümmern kann."
„Miss Elizabeth, ich verstehe die Sorge um ihre Schwester, aber der Apotheker sagte uns, dass ihre vollständige Wiederherstellung mehrere Wochen lang dauern würde. Sie können unmöglich darauf bestehen, dass sie ohne sein Einverständnis verlegt wird."
„In der Tat, Miss Bennet", mischte Darcy sich ein, „richtig ausgeführte Hexereien sind leicht zu heilen sobald das Gegenmittel gefunden wurde. In diesem Fall aber war der Zauber schlecht ausgeführt und ich fürchte, die Nebeneffekte sind schwer zu beheben, ganz unabhängig von den Fähigkeiten der Beteiligten. Es ist unmöglich, dass Ihre Schwester sich so schnell erholt hat. Sie müssen sich irren."
„Ich fürchte, Sie irren sich, Mr. Darcy, wenn Sie denken, das ich mit der Beschaffenheit und den Effekten von Hexereien – ob nun schlecht ausgeführt oder nicht – nicht bekannt bin. Ich kann Ihnen versichern, dass es Jane viel besser geht und-"
„Und ich muss darauf bestehen, dass das unmöglich ist", rief Darcy erregt, „es sei denn, Sie besitzen magische Fähigkeiten, über die sonst niemand verfügt."
Elizabeth wurde rot und hob ihre Stimme. „Wie ich bereits mit Nachdruck angeführt habe, bin ich nicht in der Lage zu zaubern! Die Genesung meiner Schwester hat sehr wenig mit dem Ausführen von Zaubern zu tun. Wenn Sie erneut den Apotheker holen wollen, damit er sie untersucht, dann lassen Sie halt nach ihm rufen."
„Das wird nicht nötig sein, wenn Sie mir erlauben, sie persönlich zu untersuchen. Ich war von Dr. Jones' Fähigkeiten, magisch oder nicht, nicht beeindruckt."
Elizabeth hob ungläubig ihre Augenbrauen, während Bingley sich beeilte, einzuwerfen: „Mr. Darcy spricht von nichts unpassendem, aber Sie können glauben, dass wir in der Lage wären, schnell den Zustand Ihrer Schwester festzustellen."
„Das ist nicht notwendig", kam eine sanfte Stimme vom obersten Treppenabsatz. Alle drei drehten sich schnell um und sahen die älteste Miss Bennet, sie war zwar blass, hustete aber nicht mehr und versuchte, die Treppen herunter zu steigen.
„Jane!", rief Elizabeth, als sie sah, dass ihre Schwester fast ausrutschte. Alle drei eilten ihr entgegen, um sie sofort in ihr Zimmer zurück zu begleiten. Mit jeweils einem Herren an jeder Seite wurde Jane schnell zurück in ihr Bett gebracht, wo Elizabeth sie kritisch beobachtete.
„Ich hatte die Absicht gehabt, dich mit nach Hause zu nehmen, du solltest nicht sofort versuchen, die Treppe allein zu bewältigen", schalt sie ihre Schwester.
„Ich bin mir sicher, dass es mir schon viel besser geht. Ich möchte ihre Gastfreundschaft nicht noch unnötig länger in Anspruch nehmen", sagte Jane mit einem Blick auf Mr. Bingley.
„Aber ich bitte Sie!", rief dieser. „Es ist doch gänzlich unser Fehler, dass Sie sich in dieser Position befinden. Darcy?"
„Ihre Symptome scheinen verschwunden zu sein, Miss Bennet", sagte Darcy ernst, während er noch immer ihre Hand hielt. „Es ist wirklich außergewöhnlich", sagte er und wandte seinen Blick Elizabeth zu.
„Aber Sie sind viel zu schwach, um heute noch nach Hause zurück zu kehren!", sagte Bingley besorgt. „Ich bestehe darauf, dass Sie bis morgen bleiben. Miss Elizabeth, Sie beide müssen bleiben, bis Ihre Schwester sich vollkommen erholt hat."
Elizabeth zögerte einen Moment. „Ich sehe, dass meine Schwester schwächer ist, als ich gedacht hatte." (Tatsächlich kämpfte Jane jetzt, da sie in ihr Bett zurückgekehrt war, damit, wach zu bleiben.) „Wir können uns dann morgen auf unsere Abreise einigen, wenn Jane sich genügend erholt hat. Ich bin nur besorgt, weil-" Sie brach ab, weil sie anscheinend nicht wusste, wie sie sich ausdrücken sollte.
„Ich versichere Ihnen, Miss Elizabeth", sagte Mr. Bingley, „dass nichts derartiges ein weiteres Mal passieren wird. Ich habe alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen und Darcy hat einige Stunden damit verbracht, weitere Abwehrzauber zu den bereits vorhandenen hinzuzufügen. Netherfield ist jetzt vielleicht das sicherste Haus in der Grafschaft."
Elizabeth Mundwinkel verzogen sich zu einem leichten Lächeln. „Ich bedanke mich für Ihre Freundlichkeit, Mr. Bingley."
Und nur mit einigem Widerwillen verließ Mr. Bingley das Zimmer, was Elizabeth zu einem weiteren Lächeln verleitete und Mr. Darcy zu einem nachdenklichen Stirnrunzeln.
Elizabeth blieb für einige Stunden bei ihrer Schwester. Zunächst schlief Jane rastlos, verfiel dann aber in einen tiefen Schlummer. Trotz ihrer Sicherheit über Janes vollkommene Genesung, begann Elizabeth nun ihr vorangegangenes Beharren auf ihre Abreise zu bereuen. Jane war offensichtlich magisch und physisch von ihrem Leiden geschwächt worden – und trotz Elizabeths Vermutung bezüglich des Grundes für Janes Krankheit, vertraute sie doch in Mr. Bingley erneute Beschwichtigungen.
Im Laufe des Nachmittags hoffte sie, dass Jane erwachen möge, um ihr einen Grund zu geben, um sich nicht unten zu den Damen zum Dinner gesellen zu müssen, aber sie regte sich nicht und so sah Elizabeth sich gezwungen, frische Kleider anzuziehen (ein Koffer war freundlicherweise von Mr. Bingley herbeibefördert worden) und sich auf den Weg zu den Damen im Esszimmer zu machen. Aber so sehr sie auch die Aussicht auf ein Dinner mit Caroline und Louisa verabscheute, so war sie doch nicht erfreut, als sie in der Halle von Mr. Darcy abgefangen wurde.
„Miss Elizabeth", sagte er ernst und erschreckte sie, als sie gerade um eine Ecke biegen wollte, „kann ich mit Ihnen sprechen?"
Sie zögerte für einen Augenblick, aber aus Neugier (und vielleicht gegen ihr besseres Urteilsvermögen) folgte sie ihm in die Bibliothek. „Werden Sie sich nicht zu unserer Gesellschaft begeben, Mr Darcy?", fragte sie, als sie sich ihm gegenüber setzte. Zwischen ihnen stand ein Tisch, auf dem ein großes, offenes und verstaubtes Buch lag. Sie warf einen Blick auf die geöffneten Seiten und blickte dann überrascht auf.
„Bin ich für eine Befragung hier, Mr. Darcy?"
„Nur für die Wahrheit, Miss Elizabeth."
„Sie beschäftigen sich mit alter und mächtiger Magie, Mr. Darcy. Die Fähigkeit, sich der Magie anderer zu bemächtigen ist eine schwarze Kunst – die die Zauberergesellschaft seit über 100 Jahren quält. Ich hoffe, dass Sie nicht andeuten wollten, dass-"
„Ich weiß nicht, was ich sonst denken soll. Sie behaupten, dass sie nicht zaubern können, dennoch können Sie Hexereien parieren. Aber das ist nicht der einzige Grund für meine Sorge. Da Sie noch nicht in der Gesellschaft von vielen begabten Zauberern waren, haben diese vielleicht nicht die Abwesenheit von Magie bemerkt, immer wenn Sie zugegen waren. Ich aber habe es sehr wohl bemerkt."
Elizabeths Augen flackerten sofort auf. „Sie unterstellen mir, dass der Grund für die Abwesenheit von Magie ist, dass ich sie für mich selbst benutze!"
„Widersprechen Sie mir?"
Elizabeth sprang auf. „Absolut!"
„Wie dann erklären Sie die Macht, die Sie besitzen – und ich weiß, dass Sie sich besitzen! Halten Sie mich nicht für einen Narren, Miss Bennet. Ihre magischen Fähigkeiten sind für jeden mit Verstand und Bildung offensichtlich."
„Ich kann nicht zaubern", erklärte Elizabeth.
„Das ist nicht die Wahrheit!", rief Mr. Darcy, der ebenfalls aufgestanden war.
„Es ist keine Zauberei!"
Mr. Darcy setzte sich zurück auf seinen Stuhl und Elizabeth drehte sich um, um das Zimmer zu verlassen. „Dann", sagte er und der Ton in seiner Stimme ließ sie stocken, „ist meine Theorie korrekt, so unwahrscheinlich sie auch schien."
Elizabeth hob eine Augenbraue. „Ihre Theorie?"
„Gegenmagie", sagte er einfach nur und verschränkte seine Arme.
Elizabeth zog scharf die Luft ein und kehrte zu ihrem Stuhl zurück. „Ich würde Ihre Theorie gerne hören, Mr. Darcy", sagte sie.
„Es gibt nichts Weiteres. Über Gegenmagie ist nur sehr wenig bekannt und ich selbst habe keinerlei Erfahrung damit. Ich weiß nur, dass darüber spekuliert wird, dass einige – aus unerklärlichen Gründen – gegen Magie immun sind. Und nicht nur immun", sagte er, als er ihr süffisantes Lächeln sah, „sie sind auch in der Lage, den Werken anderer entgegenzuwirken."
Elizabeth blickte erneut auf das Buch, das zwischen ihnen lag. „Dann war also Ihre Unterstellung, dass ich dunkle Magie verwende, nur eine List, um mein Geheimnis zu offenbaren?"
„Eine sehr geschickte, wenn ich das sagen darf."
„Ich habe nicht zugegeben, dass Sie richtig liegen."
„Aber das tue ich doch, Miss Bennet." Mr. Darcys Gesichtsausdruck war nun undurchschaubar. „Warum halten Sie ein derartiges Talent geheim?"
„Mein Vater bestand darauf."
„Bleiben von den Zaubern, die sich zunichte machen, noch irgendetwas übrig?"
„Nicht dass ich wüsste."
„Sind Sie sich über die Macht, die sie besitzen, im Klaren?", rief Mr. Darcy mit plötzlich strahlendem Gesichtsausdruck. „Von Magie unangreifbar zu sein! Gibt es Zauber, denen Sie nicht entgegenwirken können?"
„Mir sind noch keine begegnet."
„Das liegt wohl auch an Ihrer mangelnden Erfahrung", sagte Mr. Darcy, dessen Gesichtsausdruck zu seiner gewohnten Ernsthaftigkeit zurückgekehrt war.
Elizabeth hob eine Augenbraue. „So wie Ihre Zauber, Mr. Darcy? Mir sind Ihre Errungenschaften und Ansichten sehr wohl bekannt." Sie bewegte fast unmerklich ihre Hände und Darcys Haare fielen in seine Augen. „Ich fand es sehr belustigend, dass ein Mann wie Sie eine so große Anzahl an lästigen Zaubern braucht. Besonders der, der Ihre Haare aus Ihren Augen hält."
Mr. Darcy korrgierte den Zauber schnell wieder. „Haben Sie Spaß daran, die Zauber anderer Leute abzustreifen?"
Er meinte, den Anflug eines Lächelns auf ihren Lippen sehen zu können. „Nur wenn diese unnötig sein."
„Und Sie sind der geeignete Richter?"
Erneut wurden Elizabeths Wangen rot vor Zorn. „Ich muss mein Handeln vor Ihnen nicht verteidigen, Mr. Darcy."
Er hätte beinahe gelächelt, konnte sich aber gerade noch zurückhalten. „Die primitivsten Formen der Magie wie man sie hier in Hertfordshire findet, werden dafür verwendet, die Erscheinung in irgendeiner Form zu verändern, kontrollieren oder zu verbessern. Ein gut ausgebildeter Zauberer lernt, hinter die Fassade, die wir für uns projizieren, zu sehen – aber ich nehmen an, dass Sie sich davon nicht täuschen lassen."
„Von der Fassade? Nein. Solche Sprüche sind nur störend und ermüdend."
„Sie werden bemerkt haben, dass meine nicht auf Täuschung abzielen und eher von praktischer Natur sind. Ich verabscheue jede Art von Verstellung."
Elizabeth lachte. „Das denken Sie wirklich?"
Mr. Darcy versteifte sich und stand von seinem Stuhl auf. „Fürchten Sie sich nicht vor Bloßstellung, Miss Bennet. Sie können auf meine Verschwiegenheit vertrauen."
„Kann ich das?", antwortete sie und stand auf, um seinem Blick zu begegnen. „Sie wollen mich nicht ihren Kollegen in den höheren Kreisen als Studienobjekt anbieten?"
Mr. Darcy war brüskiert. „Eine Person ist kein Objekt, Miss Elizabeth, aber es gibt viel zu diskutieren. Ihre Fähigkeit wäre natürlich für jeden Gelehrten von Interesse."
Sie lachte. „Dann werden Sie mir verzeihen, Mr. Darcy, wenn ich an Ihrem Versprechen zur Verschwiegenheit zweifle. Es gibt in der Tat viel zu diskutieren, aber dafür ist jetzt nicht die richtige Zeit. Ich bin außergewöhnlich hungrig."
Mr. Darcy sah sie zweifelnd an, verneigte sich dann aber in Einverständnis.
Das Abendessen war eine außergewöhnliche schweigsame Angelegenheit. Mr. Bingley war ganz mit der Sorge um Janes Gesundheit beschäftigt, während seine Schwestern so niedergeschlagen waren, dass sie sogar den ehrlichen Versuch machten, liebenswürdig zu ihrem Gast zu sein. Jane zuliebe wertete Elizabeth das positiv und dachte sich, dass sie sich im Bezug auf Miss Bingley und den unglücklicherweise verhexten Tee doch vielleicht etwas geirrt hatte.
Mr. Darcy war tief in Gedanken versunken. Er begann zu bemerken, mit welcher Regelmäßigkeit sein Blick auf Miss Elizabeth fiel. Natürlich fühlte er Triumph, weil er mit seiner Theorie richtig gelegen hatte und natürlich war er fasziniert von ihren Fähigkeiten. Wer wäre es nicht? Aber jetzt erinnerte er sich mit einer überraschenden Genauigkeit an das Bild, das sie im Wald abgegeben hatte (was, zugegebenermaßen, nicht sie selbst gewesen war, sondern nur die Form, die das Pixie angenommen hatte). Er dachte zu viel an sie. Es stand ganz außer Frage, dass sie nicht seinen Herzenswunsch darstellte – vielleicht hatte das Pixie nur diese Form angenommen, weil er sich so sehr gewünscht hatte, ihr Geheimnis zu lüften – aber er konnte ihr jetzt keine Hoffnungen auf etwas machen, das niemals sein könnte.
„Woran denken Sie, Mr. Darcy?" Caroline setzte sich in den Stuhl neben ihn. Ihr Kartenspiel war zu Ende und die Gesellschaft hatte sich an verschiedene Plätze in dem Raum begeben. Trotz seiner vorangegangenen Gedanken machte er mit seinem Blick schnell Miss Elizabeth in einer Ecke ausfindig, wo sie in Buch öffnete. Sein Blick blieb Miss Bingley nicht verborgen, die darauf reagierte, indem sie rief: „Was lesen Sie dort, Miss Bennet? Mr. Darcy und ich, wir würden es gerne wissen."
Elizabeth sah mit dem gleichen Ausdruck von Belustigung auf ihrem Gesicht auf, an dem Mr. Darcy sich nun langsam gewöhnte. „Schutzzauber und ihre vielen Möglichkeiten", antwortete sie.
„Tatsächlich?", rief Caroline. „Das ist doch das Werk Ihres Vaters, nicht wahr Mr. Darcy?", sagte sie und drehte sich wieder zu diesem um. „Ich habe es selbst natürlich gelesen und es hatte den größten Einfluss auf meinen eigenen Gebrauch von Magie."
Mr. Darcy suchte nach einem Weg, um nicht antworten zu müssen, als er Elizabeths Stimme aus der Ecke vernahm. „Und welches der Prinzipien halten sie für am nützlichsten?"
„Prinzipien?"
„Ja, eines der fünf."
„Aber... die Sprüche natürlich."
„Aber Mr. Darcy – den Autor natürlich – legt sein Hauptaugenmerk nicht auf die Benutzung von Sprüchen. Vielmehr legt er seinen Schwerpunkt auf die Konzentration", sagte Elizabeth, während sie in dem Buch blätterte.
Mr. Darcy war überrascht. „Sie haben das Buch schon einmal gelesen?"
„Ja, aber ich dachte mir nach dem interessanten Gespräch, das wir vor kurzem hatten, dass ich meine Erinnerung wieder etwas auffrischen sollte. Ich denke, dass Ihre Methoden sehr stark auf seinem Lehransatz aufbauen."
„Der Konzentration." Mr. Darcy hob seine Augenbrauen.
„Natürlich."
„Aber Sie sind anderer Meinung", stellte er fest.
„Wie können sie anderer Meinung sein?", rief Caroline aus. „Die Prinzipien Ihres Vaters sind seit 20 Jahren die Grundpfeiler der Verteidigungslehre!"
„Ich habe nicht gesagt, dass ich nicht Ihrer Meinung bin, Mr. Darcy." Elizabeth schlug das Buch zu.
„Das verändert aber nichts an der Tatsache, dass Sie es nicht sind", sagte er schnell. „Darf ich nach dem Grund fragen?"
„Die Prinzipien mögen in der Theorie sehr gut sein, aber nicht in der Praxis. Wie konzentriert kann man sein, wenn ein Drache Feuer auf das Dach Ihres Hauses speit?"
„Gegen wie viele Drachen haben Sie denn schon gekämpft, Miss Bennet?" Darcy lächelte fast, aber sie sah etwas verärgert drein.
„Ich wollte nicht behaupten, dass ich schon gegen welche gekämpft hätte, Mr. Darcy. Darauf wollte ich nicht hinaus."
„Mr. Darcy hat bereits gegen fünf Drachen gekämpft, Eliza. Gegen fünf!", warf Caroline ein. „Wie interessant, dass Sie dieses Beispiel gewählt haben."
Mr. Darcy merkte, wie seine Krawatte enger wurde. Das Gespräch hatte eine unerwartete Wendung genommen. „Miss Bingley, ich möchte Sie bitten, nicht-"
„Wie wäre es denn dann mit Pixies?", unterbrach in Mr. Bingley sehr zu Mr. Darcys Erstaunen.
„Pixies sind vielleicht ein besseres Beispiel, vielen Dank, Mr. Bingley", lächelte Elizabeth, „da sie ja die Form des Herzenswunsches eines Mannes annehmen. Ich habe noch von keinem Mann (Zauberer oder auch nicht) gehört, der dem Angebot, ein Rätselspiel zu spielen, widerstehen konnte, ganz egal wie groß seine Konzentration war. Haben Sie es, Mr. Darcy?"
Mr. Darcy blickte finster drein. „Nein, das habe ich nicht.
