Disclaimer: Nichts an dieser Geschichte gehört mir. Es ist nicht nur so, dass das Original von der unübertroffenen Jane Austen stammt, sondern ich in diesem Fall auch nur die Übersetzerin der Geschichte bin. Das Copyright der Geschichte liegt bei der Autorin Kara, ich habe aber ihre Erlaubnis, diese Geschichte in der deutschen Übersetzung zu posten. Sollte Interesse bestehen, das Original, das unter dem Titel „Disenchanted" auf mehreren Plattformen erschienen ist, zu lesen (denn eine Übersetzung ist und bleibt ein Echo des Originals), möge man sich bitte bei mir melden. Leider erlaubt diese Seite nicht die Angabe eines Links, man kann ihn aber durch eine Mail an mich oder durch eine Frage im Review bei mir erhalten.

Kapitel 10 – der andere Rat

„Das war ein Desaster", seufzte Caroline und ließ mit so viel Eleganz wie möglich in einen Stuhl sinken.

„Caroline", sagte Bingley müde und hob seinen Kopf, den er auf die Schreibtischplatte gelegt hatte, „müssen wir jetzt darüber reden?"

„Kannst du dir eine bessere Gelegenheit vorstellen?"

„Ich hatte heute Abend eine fabelhafte Zeit", sagte er klar und deutlich und ignorierte das unelegante Schnauben, das er als Antwort erhielt.

„Mr. Darcy wird mir zustimmen, werden Sie nicht", sie nickte in seine Richtung, „wenn ich sage, dass die einzige Person, die diesen Ball vielleicht genau so genossen hat wie du, Mrs. Bennet war. Das Verhalten dieser Familie heute Abend – ich möchte gar nicht damit anfangen!"

„Die Anmaßungen ihres Cousins", rief Louisa.

„Und das Benehmen der Schwestern! Dieser unglückliche Offizier – welch Glück, dass Sie, Mr. Darcy, den Zauber abfangen konnten, bevor er größeren Schaden anrichten konnte!"

Mr. Darcy, der in der Ecke beim Feuer saß, antwortete nicht.

„Diese Zauber sind auch in den Salons in London Gang und Gäbe", sagte Bingley stockend. „Und es war erbärmlich, dass ein Offizier, der ja eine hinreichende Ausbildung erhalten hat, sich überhaupt in so einer Situation wieder fand."

„Ich hätte die arme Mary Bennet beinahe bemitleidet", Louisa rümpfte die Nase. „Sie hat so schlecht gesungen. Aber dann auch noch von ihrem Vater unterbrochen zu werden-"

Caroline lachte. „Es tut mir leid für Jane – aber Charles, ich fürchte-"

„Das ist genug, Caroline, genug für einen Abend", sagte Bingley und stand von seinem Stuhl auf.

Caroline seufzte erneut, als er aus dem Zimmer stampfte. „Sie verstehen uns, Mr. Darcy."

Mr. Darcy saß einige Zeit lang regungslos, bis er sich nach vorne lehnte. „Ich werde ihm kurz nach seiner Abfahrt folgen", seufzte er und fuhr dann ernst fort: „Ich werde mit ihm über dieses Thema reden, machen Sie sich keine Sorgen."

Caroline und Louisa lächelten sich erleichtert an. „Wir werden mit Ihnen gehen", sagte Caroline, „und diesen schrecklichen Ort hinter uns lassen – ganz gleich, wie freundlich Miss Bennets Lächeln ist – es ist kein großer Trost."


Am Tag nach dem Netherfield-Ball wurde es für Elizabeth nicht besser, sondern vielmehr schlechter. Mr. Collins machte ihr einen Antrag und wurde abgelehnt. Das war nicht nur für ihn eine große Enttäuschung, sondern auch für Mrs. Bennet. Sie hatte auf Elizabeths freudige Annahme von Mr. Collins' Hand gehofft – um so ihre eigene Sicherheit und die ihrer Mutter und ihrer Schwestern bis zum Ende des Lebens zu garantieren. Ihre Erregung kam besonders gegenüber Elizabeth – die ja nie ihr Liebling gewesen war – sehr stark zum Ausdruck.

Elizabeth hatte die Möglichkeit, ihre hart erprobte Gelassenheit aber etwas zu kurieren, als sie für eine kurze Zeit Mr. Wickham traf. Sie lachten gemeinsam und er hatte die Gelegenheit, sich für seine Abwesenheit vom Netherfield-Ball zu entschuldigen.

„Sie verstehen, Miss Bennet", sagte er mit einem betroffenen Lächeln, „dass, je näher der Termin rückte, desto sinnvoller es mir erschien, Mr. Darcy nicht zu begegnen. Der Gedanke, mit ihm Stunden in demselben Saal, in derselben Gesellschaft zu verbringen, war mehr als ich ertragen konnte. Szenen hätten sich abspielen können, die nicht nur für mich unangenehm gewesen wären."

„Ich bewundere Ihre Rücksicht", sagte Elizabeth, „aber Sie müssen verstehen, dass Ihre Abwesenheit ein weiteres Kümmernis für mich war."

„Spielen Sie auf die Beklemmung wegen des Angriffs kurz vorher an?"

„Ja, genau, und auf andere Ereignisse", sagte Elizabeth reumütig, als sie an die Demütigung dachte, die das Verhalten ihrer eigenen Familie verursacht hatte.

„Und meine Rücksichtnahme", seufzte Wickham, „kann ich eigentlich nur der Liebe zu dem Vater zuschreiben, nicht aber der Sorge um dem Sohn."

Ihre Unterhaltung ging noch weiter, aber Elizabeth, aus Gründen, die sie sich selbst nicht erklären konnte, erzählte ihm nicht von ihren Begegnungen mit Mr. Darcy im Wald oder ihrem Tanz. Sie konnte sich einfach nicht überwinden, es zu tun.

Kurz darauf kamen Neuigkeiten, dass Miss Bingley, gemeinsam mit der ganzen Gesellschaft von Netherfield, ihrem Bruder in die Stadt gefolgt war. Sie hatten vor, dort den ganzen Winter zu bleiben und nicht die Absicht, nach Hertfordshire zurückzukehren. Der Verlust von sowohl Mr. Bingley als auch Mr. Collins war fast zu viel für Mrs. Bennet, aber das beleidigendste Ereignis war wohl die erstaunlich schnelle Verlobung von Mr. Collins mit keiner anderen als Charlotte Lucas.

Die Verlobung brachte auch Elizabeth großes Leid, aber aus ganz anderen Gründen als ihrer Mutter. Sie konnte nicht verstehen, dass Charlotte, von der sie gedacht hatte, dass diese zum größten Teil so dachte wie sie selbst, sich mit einem Mann verloben konnte, den man unmöglich respektieren konnte. Charlotte aber verlangte von Lizzy ein Verständnis, das diese nicht bereit war zu gewähren. Elizabeth gratulierte ihr, aber ihre Freundschaft war nicht mehr die gleiche. Jane und Elizabeth redeten lange darüber, der Verlust der Freundschaft brachte die Schwestern einander noch näher, aber Jane konnte Elizabeth nicht überzeugen, dass Charlotte mit ihrer Wahl glücklich werden würde.

Elizabeth für ihren Teil ermunterte Jane an Mr. Bingleys Abreise nicht zu verzweifeln – seine Zuneigung zu ihr war offensichtlich gewesen und für Elizabeth war es nur eine Frage der Zeit bis der junge Zauberer zurückkehren würde. Jane war nicht so optimistisch und eher dazu geneigt, zu denken, dass sie sich in seiner Zuneigung zu ihr geirrt hatte. Als mehr und mehr Zeit verging und er nicht zurückkehrte, wurde auch Elizabeths Optimismus etwas gedrückt. Sie zweifelte noch immer nicht daran, dass Mr. Bingley ihre Schwester geliebt hatte – aber nun dachte sie, dass er sich zu leicht überreden ließ, und zwar von seiner Schwester und seinem Freund.

So gut es ging vermied Elizabeth es, an Mr. Darcy zu denken. Einige Tage nach dem Ball versuchte sie sich zu erinnern, um was er sie gebeten hatte – erfolglos. Aber da die Erinnerung an ihn sie wegen Janes Zustand nur wütend machte, entschloss sie sich, nicht länger an ihn zu denken.

Ihre eigene Laune und die der ganzen Familie, verbesserte sich durch den Weihnachtsbesuch von Mrs. Bennets Bruder und seiner Frau, Mr. und Mrs. Gardiner. Mr. Gardiner war ein lebenskluger, gebildeter Mann, seinen Schwestern durch Anlage und Erziehung weit überlegen. Mrs. Gardiner, einige Jahre jünger als Mrs. Bennet und Mrs. Phillips, war eine liebenswerte, intelligente, elegante Frau und die Lieblingstante aller ihrer Nichten.

Der größte Teil der Sorgen der Familie war schon durch die Briefe der beiden ältesten Nichten (mit denen sie sich sehr nahe stand) an Mrs. Gardiner herangetragen worden. Sie lauschte mit großer Aufmerksamkeit den Erzählungen von den merkwürdigen Ereignissen in Hertfordshire, ganz besonders aber Elizabeths und Mr. Bennets Enthüllungen über Mr. Darcys häufige Übungen – und Mr. Wickhams Informationen im Bezug auf ihn.

„Mr. Darcy ist, wie ihr wisst, in den höchsten Kreisen sehr respektiert", bemerkte Mr. Gardiner, „aber ich hatte von dieser dunklen Seite seines Charakters noch nichts gehört – ebenso wenig von der unglaublichen Dimension seiner Fähigkeiten." Er saß gemeinsam mit seiner Frau, seinem Schwager, Elizabeth und Jane am Feuer in Mr. Bennets Arbeitszimmer, während der Rest des Hauses bereits schlief. „Es ist eine Enttäuschung für mich", fuhr er fort. „Ich habe mich seit einiger Zeit um eine Verbindung zwischen uns und dem Rat der Zauberer bemüht. Es war sehr schwierig – schwierig besonders herauszufinden, wen man kontaktieren muss. Ich wusste, dass der Rat nur aus begüterten Gentlemen besteht, aber ich hätte nicht gedacht, dass die Auswahl der Mitglieder so willkürlich erfolgt."

„Mr. Darcy ist, trotz allem, der Sohn seines Vaters. Mr. Wickham erwähnte, dass George Darcys der Gründer des Rats war", warf Elizabeth ein.

„Es ist leichtsinnig von Mr. Wickham die Namen so zu verbreiten", sagte Mr. Bennet aus seiner Ecke, wo er gesessen und Pfeife geraucht hatte, „ganz gleich wie begründet seine Beschwerden auch sein mögen."

Elizabeth wurde dadurch zum Schweigen gebracht, aber Jane sprach laut: „Ich bin mir sicher, Mr. Wickham hat keine bösen Absichten."

„Und das will ihm auch niemand unterstellen", beeilte sich Mr. Gardiner zu sagen. „Ihm wurde eine große Ungerechtigkeit zugefügt – und wir könnten diesem Abhilfe schaffen, wenn er frei wäre zu arbeiten, wo er will. Der Rat der Zauberer ist aber nichts zum Lachen. Gegen wen denkt ihr denn waren die Attacken kürzlich gerichtet? Ganz gewöhnliche Zauberer sind kein Ziel dieses neuen Hexenmeisters – und in der Tat sucht der Dieb nicht nach gewöhnlichen Talenten sondern nach außergewöhnlichen."

„Oder so sagen sie es", murmelte Mr. Bennet und fuhr dann mit klarer Stimme fort: „Gehe ich richtig in der Annahme, Edward, dass du mit „uns" die Gesellschaft meinst, die du derzeit bildest?"

Elizabeth und Jane wandten mit großem Interesse ihre Gesichter ihrem Onkel zu. Er lächelte. „Ja, in der Tat haben wir uns mit bescheidenem Erfolg bereits in London etabliert. Wir nennen uns selbst den Rat der Kaufmänner – vielleicht minderwertig, wenn man das Vermächtnis der großen Zauberer bedenkt, aber dennoch ein Rat."

„Minderwertig", mokierte sich Elizabeth.

„Dein Onkel macht doch nur Spaß, Lizzy", lächelte Mrs. Gardiner. „Wir mögen zwar nicht von so nobler Herkunft sein, aber die Fähigkeiten unserer Mitglieder sind ansehnlich. Aber wir hatten gehofft in Verbindung sowohl mit dem Rat der Zauberer als auch der Regierung zu arbeiten."

„Als ob es nicht schon genug Menschen gibt, die ihr Leben für nichts und wieder nichts riskieren", sagte Mr. Bennet etwas verärgert.

Mr. Gardiner schien darüber nicht erstaunt. „Wie wir das bereits besprochen haben, Thomas, maßen wir uns nicht an, uns in das einzumischen, was sich bereits bewährt hat, sondern wollen nur helfen, wo unsere Hilfe gebraucht wird. Keine unserer Arbeiten geht derzeit mit großer Gefahr einher. Wir sind nicht in der Lage einen Zauberer wie den Dieb zu fangen – aber wir sind in der Lage denen zu helfen, die es können. Obwohl, jetzt, da wir diese Gerüchte hören…", er zuckte resigniert mit seinen Schultern.

Die fünf redeten bis tief in die Nacht miteinander. Nur widerwillig erklärte sich Mr. Bennet damit einverstanden, dass Jane zusammen mit den Gardiners nach London zurückkehren sollte – um zwei Ziele zu erreichen: Unter Anleitung der Gardiners sollte sie zunächst einmal ihre Fähigkeiten verfeinern (aber auf keinen Fall mit Arbeit, die sie in Gefahr bringen konnte). Das andere Ziel hatte einen mehr persönlichen Hintergrund: Sie hoffte ein und für alle Mal herauszufinden, ob Mr. Bingley ihr immer noch zugetan war.

Elizabeth war ungeduldig, ihrer Schwester zu folgen, um den Rat der Kaufmänner zu unterstützen, aber ihr Vater war dagegen. Ihre Fähigkeiten waren keine gewöhnliche Magie – wenn man sie denn überhaupt als solche bezeichnen konnte. Er und die Gardiners stimmten überein, dass Lizzy noch abwarten und Zuhause bleiben musste.

Die Gardiners blieben nur eine Woche auf Longbourn. Vor ihrer Rückkehr nach London hatte Mrs. Gardiner die Gelegenheit, Elizabeth mit Mr. Wickham zu beobachten (da Elizabeths Herzlichkeit ihm gegenüber sie misstrauisch gemacht hatte). Nach ihren Beobachtungen waren sie nicht ernsthaft ineinander verliebt, aber ihre Vorliebe füreinander war auffällig genug, um sie stutzig zu machen. Sie entschloss sich deshalb, vor ihrer Abreise aus Hertfordshire darüber mit Elizabeth zu sprechen und ihr ins Gewissen zu reden, wie unklug es sei, Mr. Wickham Avancen zu machen.

Elizabeth lachte, aber versicherte ihrer Tante, dass sie nicht in Mr. Wickham verliebt sei und sie ihn davon abhalten würde, sich in sie zu verlieben. Sie hielt ihn für den angenehmsten Mann, den sie je getroffen hatte – aber sie würde sich selbst mahnen, klug zu bleiben. Es war günstig, dass Mrs. Gardiner diese Andeutung gemacht hatte, denn kurz darauf ließ Mr. Wickham augenscheinliche Vorliebe für sie nach und er wandte sich einer Miss King zu – eine junge Frau von mäßigem magischem Talent, die kürzlich 10.000 Pfund geerbt hatte. Elizabeth war enttäuscht aber nicht sonderlich mitgenommen. Sie erkannte, dass sie, obwohl sie ihm zugeneigt gewesen war, ihn nie wirklich geliebt hatte. Ihm gegenüber war sie schneller mit der Billigung seines Wunsches nach Unabhängigkeit als gegenüber ihrer Freundin Charlotte Lucas.

Die Tage auf Longbourn wurden trist und eintönig während der langen Wintermonate. Die Angelegenheiten waren wieder so wie sie vor Mr. Bingleys Ankunft in Hertfordshire gewesen waren und es gab keine neuen Gerüchte über Angriffe oder Kämpfe. Charlotte hatte vor ihrer Heirat Elizabeth eingeladen, sie im März in ihrer neuen Heimat in Kent zu besuchen. Zunächst hatte Elizabeth nicht die Absicht, diese anzunehmen – aber im Lauf der Zeit, und vielleicht auch wegen Janes Abwesenheit, merkte sie, dass ihr Charlottes Gesellschaft fehlte. Sie war neugierig, Lady Catherine de Bourgh zu treffen – die Ehefrau des Hexenmeisters und die Tante von Mr. Darcy.

So sollte sie gemeinsam mit Sir William und Maria nach Kent gehen. Mr. Bennet schien von der Idee nicht angetan, aber Elizabeth führte das eher auf seinen Widerwillen gegenüber einer Trennung von ihr als auf eine mögliche Gefahr, die sie auf Rosings erwarten könne, zurück.

„Bedenke, Lizzy", sagte er bei ihrer Abfahrt, „dass, obwohl Mr. Darcy dein Geheimnis kennt, ich dich bitten möchte, es niemand anderem zu verraten. Und falls dich jemand fragen sollte, ob dein Vater zaubert, antworte einfach, er täte es nicht."


Nach seiner Abreise aus Hertfordshire stürzte sich Mr. Darcy in die Arbeit. Das schwierigste aber war, den Anschein des pflichtlosen, gemächlichen Lebens eines Gentleman aufrecht zu erhalten, wenn er doch fast täglich entweder an einem neuen Einsatzort für diverse Projekte arbeitete, er eine neue Methode erproben oder er durch das Land hierhin und dorthin reisen musste.

Er dachte nicht oft an sie. Elizabeth Bennet war nur eine kurzfristige Verliebtheit gewesen – und zwar weniger aufgrund der Person selbst sondern vielmehr wegen ihrer außergewöhnlichen Gabe. Er und Bingley sprachen nur selten von diesen Ereignissen. Ihre Unterhaltung war kurz und auf das Wesentliche beschränkt gewesen, vielmehr eine Aussprache dessen, was Bingley gefürchtet hatte. Glücklicherweise besuchten die Bennets London nicht.

Es war deshalb auch eine Überraschung für ihn, als ihn Miss Bingley über Jane Bennets Besuch im Januar informierte. Caroline hatte dies vor Charles verheimlicht und hoffte, dass Mr. Darcy ihr beipflichten würde, dass das die richtige Entscheidung gewesen war. Darcy konnte nicht anders als ihr zustimmen. Bingley war fast außer Gefahr – der Anblick von Jane Bennets liebenswürdigem Lächeln würde nur dafür sorgen, dass er darüber nachdachte, was hätte sein können und dass er seine Aufgaben vernachlässigte.

Aber dennoch, es gab Augenblicke, meist wenn wer übte, in denen konnte Darcy nicht vergessen, wie sie ihn angesehen hatte und wie sie sich voneinander getrennt hatten. Wäre es anders gewesen, wenn sie sich mehr für ihn interessiert hätte, anstatt dem Glauben zu schenken, was Mr. Wickham ihr erzählte? War er mit seinem Rückzug vielleicht zu vorschnell gewesen – hatte sie überhaupt angedeutet, dass sie Wickham glaubte? War da die Möglichkeit, dass sie sich in Gefahr befand – dass jemand sich ihre Gabe aneignen konnte? Das waren die Fragen, auf denen Darcy verweilte, wenn er allein war, wenn er das helle blaue Feuer in seiner Hand hielt.

Er würde sich selbst an die Position und die Lebenslage ihrer Familie und die Unmöglichkeit einer Verbindung erinnern. Es war besser, gar nicht erst angefangen zu haben, als mit etwas zu beginnen, dass niemals hätte sein können… nicht wahr? Solche Gedanken begannen seine Konzentration zu beeinflussen. Diejenigen, die davon wussten, schrieben es seiner Verletzung zu, aber in Wahrheit war seine Verletzung fast komplett geheilt.

Er würde sie vergessen, Tage und Wochen vergangen und er dachte immer seltener an sie. Sie hatte ihm nichts bedeutet, rein gar nichts.