Kapitel 8: Konfrontation

Dienstag Morgen

„Kann ich dich einen Moment sprechen, mein Herz?" Lächelnd, die Hände hinter dem Rücken, stand Cuddy in Houses Bürotür.

Etwas verwirrt, aber um einen neutralen Gesichtsausdruck bemüht, wandte House sich ihr zu. „Natürlich.", brummte er.

Auch Foreman, Chase und Cameron, mit denen er bis eben noch in ein Gespräch über ihren letzten Patienten verstrickt gewesen war, sahen Cuddy an, wobei ihnen ihre Irritation jedoch deutlich anzusehen war.

„Schön..." Cuddy lächelte zufrieden und ging über den Flur hinüber in sein kleineres Büro.

„Mein Herz?", fragte House mit hochgezogenen Brauen leise, sobald er die Glastür zum angrenzenden Besprechungsraum geschlossen hatte.

„Wollte das mit den Spitznamen noch mal testen..." Cuddy grinste noch mehr. „War´s gut für dich?"

„Ich hätt´s besser gefunden, wenn du nackt gewesen wärst..."

Sie lachte und zog endlich ihre Hände hinter ihrem Rücken hervor, wodurch er nun die kleine rote Schachtel bemerkte, welche sie in ihrer rechten Hand hielt. „Hier. Für dich." Lächelnd streckte sie ihm das Päckchen entgegen. „Zum Zweimonatigen..."

„Auch ein Erste-Hilfe-Set?" Misstrauisch nahm House das Paket entgegen und schüttelte es leicht. „Hm... Für´n Erste-Hilfe-Set ist´s zu klein... Pflaster?"

„Mach´s auf und find´s raus..." Provozierend hob sie eine Braue. „Wenn du dich traust..."

„Plötzlich überkommt mich das dringende Verlangen, das Ding in die Mülltonne zu werfen, mich hinter meinem Schreibtisch zu verstecken und lauthals 'Bombe!' zu rufen..." Seine Augen fest auf sie gerichtet, riss er ohne zu Zögern die Verpackung auf. „Eine Krawatte?"

„Die kannst du zum Wohltätigkeits-Dinner tragen..." Sie zuckte lässig mit den Schultern.

„Wohltätigkeits-Dinner?" Stirnrunzelnd sah House sie an. „Aber ich hab grad ein Leben gerettet... Reicht das nicht an Wohltätigkeit?" Er verschränkte abwehrend seine Hände vor der Brust.

„House, das war keine Wohltätigkeit, das war dein Job..."

„Dieses Dinner ist auch keine Wohltätigkeit... Das ist Folter!" Mit seiner rechten Hand hielt er ihr die neue Krawatte entgegen. „Beweisstück A!"

Sie hob eine Braue. „Die Krawatte?"

„Pfft, Cuddy. Tu doch nicht so naiv." Er rollte mit den Augen. „Das ist nicht nur eine Krawatte. Das ist die Leine, an der du mich Samstag Abend wie einen dressierten Hund rumführen willst..."

Cuddy kicherte. Aus den Augenwinkel heraus bemerkte sie, wie Foreman, Chase und Cameron mit nur leicht verhohlener Neugier in Houses Büro sahen, und sie beobachteten... Zeit für ein wenig Spaß. Sie machte einen weiteren Schritt auf House zu, so dass sie sich nun sehr nah waren. Sehr. Nah. Sie sah unter den langen Wimpern ihrer Augen zu ihm auf. „Diese Folter ist nichts im Vergleich, zu dem, was ich dir antun würde, wenn du nicht mitkommst!"

„Was willst du denn machen, hm?", fragte House interessiert. „Mir den Hintern versohlen?"

„Gar keine schlechte Idee..." Sie schlang ihre Arme um seinen Nacken, streckte sich und küsste seinen Hals.

Zischend sog House die Luft ein. Ihr Geruch füllte seine Lungen. „Cuddy... was?" Gegen seine Haut verzogen sich ihre Lippen zu einem Lächeln. Déjà-vu. Was war nur los mit dieser Frau, verdammt? Schon das zweite Mal innerhalb von nur zwei Tagen, dass sie über ihn herfiel...

„Dein Team beobachtet uns...", murmelte Cuddy an seinem Hals. „Ich will nicht, das sie merken, das wir uns streiten..."

„Wir streiten?" Er warf einen kurzen Seitenblick auf sein Team, lies dann die Krawatte fallen und legte seine Hände auf ihre Taille.

„Natürlich..." Sie schmiegte sich an ihn. Ihre Hände umfingen sein Gesicht, sanft streichelten ihre Daumen über die verblüffend weichen Bartstoppeln auf seinen Wangen. „Wegen dem Wohltätigkeits-Dinner, schon vergessen?"

„Nein..." Er räusperte sich. „Nur, dass du plötzlich angefangen hast, mit mir rumzumachen... Also nahm ich an, ich hätte gewonnen..."

„Falsch gedacht!" Sie begann seinen Kiefer mit kleinen zarten Küssen zu bedecken. „Wir." Kuss. „Streiten noch..." Kuss. „Das Rummachen." Kuss. „Ist nur Tarnung..." Ihr süßer Atem streifte seinen Mund. „Das ist doch kein Problem für dich, oder?"

„Kein Problem..." Seine Hände wanderten zum Ansatz ihres Hintern.

„Wir sind uns also einig, dass du zu der Veranstaltung gehst?"

Bevor er ihr antworten konnte, presste sie ihre Lippen auf seine, erst nach einigen Minuten leidenschaftlichen Knutschens, brachte er es über sich, den Kuss zu unterbrechen. „Ich dachte, wir diskutieren noch?", fragte er atemlos gegen ihre Lippen.

„Nein." Sie hauchte einen Kuss auf seine Lippen. „Ich hab den Streit gewonnen..."

House lehnte sich ein wenig zurück und hob eine Braue. „Wann?"

Frech grinste Cuddy ihn an. „Als deine Hände sich auf meinen Hintern gelegt haben..." Sie schob ihr Becken gegen seins. „Du bist viel zu sehr daran interessiert, mit mir rumzumachen, als das du eine Chance in diesem Streit hättest..."

Er hob auch die andere Braue. „Also machen wir jetzt nur noch rum?", vergewisserte er sich. „Ohne Streit? Nur Knutschen?"

„Wozu noch rummachen?", fragte Cuddy. „Ich hab doch, was ich wollte..." Lächelnd lies sie ihn los und wollte einen Schritt zurücktreten, doch seine Hände auf ihrem Hintern hielten sie weiter nah bei ihm.

Er beugte sich zu ihr hinunter. „Wir könnten über meinen Klinikdienst diskutieren, den ich diese Woche noch machen muss...", flüsterte er, bevor er an ihrem Ohrläppchen nippte. Dieses Spiel konnte man auch anders rum spielen... „Wusstest du, dass ich bereits zehn Stunden im Rückstand bin?"

Sie schnaubte und neigte ihren Kopf, suchte seinen Mund, während ihre Hände sich wieder um seinen Nacken legten. „Zehn Stunden, ja?" Ihre Lippen streiften seine. „Ich sollte sie um fünf weitere erhöhen..."

„Ok..." Er küsste sie ausgiebig.

„Ok?", unterbrach Cuddy den Kuss und lächelte gegen seinen Mund. „Wow, das war leicht... Ich sollte dich öfter küssen..."

„Aber bitte später, ja?" riss Wilsons Stimme sie plötzlich aus ihrer Zweisamkeit. „Es sind Kinder anwesend..." Grinsend lehnte er in Houses Bürotür und nickte leicht in Richtung Besprechungsraum, in dem sein Team immer noch stand und sie von dort beobachtete. Auch er hielt ein Päckchen in den Händen, es sah schwer aus...

Houses Gesicht verdüsterte sich. „Ich hoffe, das ist für uns.", brummte er und deutete mit seinem Kopf auf das Paket, während Cuddy sich aus seiner Umarmung löste. „Ein Geschenk ist nämlich die einzige Entschuldigung für eine Störung..."

„Aber sicher ist das für euch...", erklärte Wilson und schleppte das Paket bis zu Houses Schreibtisch, wo er es abstellte. „Immerhin sind die zwei Monate rum..."

„Die Espresso-Maschine!" Houses Augen leuchteten auf. Mit verblüffender Schnelligkeit war er bei dem Paket und riss die Verpackung auf.

Kopfschüttelnd sah Cuddy ihm dabei zu. „Musstest du ihm das unbedingt auf der Arbeit geben?", wandte sie sich an Wilson. „Jetzt wird er den Rest des Tages nur mit dem Ding da spielen..."

„Ist doch super." Gelassen zuckte Wilson mit den Schultern. „Seinen letzten Fall hat er vor zehn Minuten beendet... Und das 'Ding da' wird verhindern, dass er uns den Rest des Tages mit seiner Langeweile auf den Nerv geht."

Cuddy schnaubte, bevor sie sich umdrehte und zur Tür ging. „Ich muss gehen... Hab noch ernsthafte Arbeit zu erledigen...", mit diesen Worten lies sie Wilson und House allein mit der Espresso-Maschine zurück.

„Läuft ja echt gut mit euch beiden...", merkte Wilson grinsend an sobald Cuddy weg war.

„Hm...", brummte House ohne von der Espresso-Maschine aufzusehen. „Cameron ist von der ganzen Harmonie hier schon ganz huschig-wuschig..."

„Klar, Cameron." Wilson nickte wissend. „Dich lässt das alles natürlich völlig unberührt... Ist dir klar, das du seit deiner Ehe mit Cuddy durchschnittlich täglich vier Mal so oft lächelst, wie vorher?"

„Vier Mal so oft, ja?" Nun sah er ihn doch an.

„Vier Mal so oft.", wiederholte Wilson.

„Du redest so ein Blech, Wilson..."

„Red dir das nur weiter ein, Kumpel. Red dir das nur weiter ein..."


Samstag, früh am Abend

Missmutig stand House bereits im Anzug in Cuddys Schlafzimmer. Sie hatten noch fast eine ganze Stunde Zeit , um zu diesem blöden Dinner zu kommen. Eine. Ganze. Stunde. Und trotzdem hatte Cuddy ihn dazu gezwungen, den Anzug schon anzuziehen... Den Anzug anzuziehen hatte ihn volle zehn Minuten beschäftigt, und nun? Blieben immer noch eine Stunde Zeit. Eine. Ganze Stunde... Genervt knirschte House mit den Zähnen. „In dem Kleid sieht dein Arsch noch dicker aus...", murrte er Cuddy zu, sich schon seit einer halben Stunde im Bad verschanzte, während er gleichzeitig finsteren Blickes versuchte, seine Krawatte umzubinden.

„Du weißt ja nicht mal welches Kleid ich trage..." tönte Cuddy gedämpft aus dem Badezimmer zurück. „Schließlich hast du keinen Röntgenblick... Und außerdem liebst du meinen Arsch, das wissen wir beide..."

House lachte leise auf. Sie hatte recht, er hatte eine Schwäche für ihren Arsch... Das war eine Tatsache die schon lange vor ihrer Ehe allgemein bekannt war, also versuchte er gar nicht erst es abzustreiten... Stattdessen ignorierte er diesen Einwand einfach. „Mir ist egal, welches Kleid du anhast, Cuddles.", erklärte er ihr laut. „Was immer es ist, es ist das Falsche.... Also zieh dich um. Am besten ziehst du dich gleich fünf oder zehn Mal um... Oder ich könnte losfahren und dir ein neues Kleid besorgen..."

„Du willst mir ein neues Kleid besorgen?", fragte Cuddy erheitert.

„Klar, warum nicht? Als Arzt bin ich in der Lage die Proportionen deines Körpers genau zu erinnern..."

„Klar, als Arzt.", warf Cuddy ein. „Und als Typ der die Hälfte seiner Arbeitszeit mit dem Anstarren eben dieser Proportionen verbracht hat."

Ebenfalls ein Einwurf, den House einfach überging. „Natürlich würde das Einkaufen eine gewisse Zeit beanspruchen... Höchstwahrscheinlich bis... hm..." Er tat so, als würde er nachdenken. Schade, das Cuddy sein Denker-Gesicht durch die Badezimmertür nicht sehen konnte. Sie wäre mit Sicherheit schwer beeindruckt von seinem schauspielerischem Talent gewesen... „Ich denke, ich könnte bis Mitternacht mit dem schönsten, Arsch-umschmeichelnden Kleid zurück sein, das die Welt je gesehen hat..."

„Aber dann ist die Veranstaltung ja schon fast vorbei..."

„Ehrlich?" House heuchelte Überraschung. „So ein Pech..." Er grinste.

Eigentlich sollte sie diesen Blödsinn jetzt beenden und House sagen, er würde auf jeden Fall heute mit ihr auf diese Veranstaltung gehen...Aber sie wollte noch ein wenig spielen. Cuddy grinste und suchte im Badezimmerschränkchen nach ihrem Lieblings-Lippenstift. „Und warum genau würdest du fast einen halben Tag zum kaufen eines einzigen Kleides benötigen?"

„Nicht 'kaufen', Cuddles. 'Besorgen'. Ich würde losziehen, ne gute Fee suchen und einen meiner drei freien Wünsche für das Kleid verwenden...", erklärte er betont ernst. „Eine gute Fee finden, braucht eben seine Zeit..."

„Eine gute Fee, egh?" Cuddy grinste so sehr, dass es ihr Schwierigkeiten bereitete ihren Lippenstift ordentlich aufzutragen.

„Oder einen Dschinn... Je nachdem wen ich früher treffe..."

Sie stieß ein erheitertes Schnauben aus. „Tut mir leid dich enttäuschen zu müssen, House.", sagte sie dann und öffnete die Badezimmertür. „Aber Dschinns und Feen sind wie der Weihnachtsmann und die Heinzelmännchen nicht existent..."

„Verdammt.", antwortete House amüsiert. „Dann werd ich wohl nie ein Kleid finden, das..." Er hätte irgendetwas gemeines, lustiges über ihren Hintern sagen wollen, doch der Anblick, dem sie ihm bot, als sie in einem langen, leuchtendrotem, seidenen Kleid aus dem Badezimmer trat, raubte ihm den Atem. Wortlos sog er ihre Erscheinung gierig mit den Augen ein.

„So gut?" Triumphierend stemmte Cuddy ihre Hände in die Hüften. „Wenn´s dir die Sprache verschlägt, muss ich umwerfend aussehen..."

„Verdammt, Cuddy." Sein Blick glitt von ihren roten Stilettos über ihre schlanke Taille, verharrte kurz in ihrem Ausschnitt und begegnete ihrem. „Wieso spenden wir diesen Leuten nicht einfach dein Kleid? Ich helf dir auch beim ausziehen..."

Lachend schüttelte Cuddy ihren Kopf.


Anderthalb Stunden später tummelten sie sich bereits mit mindestens Hundert anderen Menschen in feinster Kleidung auf der Veranstaltung.

„Warum besorgst du uns nicht etwas zu trinken?", fragte Cuddy House soeben und legte eine Hand auf seinen Arm.

House hob eine Braue. „Wieso holst du uns nichts?"

Cuddy grinste. „Weil du doch heute mein treusorgender Ehemann bist, schon vergessen?"

„Aber ich bin auch dein verkrüppelter treusorgender Ehemann." Mit immernoch erhobener Braue klopfte House mit seinem Stock leicht auf den Boden, um sein Argument zu unterstreichen. „Also, wieso holst du als treusorgende Ehefrau mit zwei gesunden Beinen nicht die Drinks?"

„Lisa!", unterbrach plötzlich eine dicke ältliche Frau im Pfefferminz-grünen Kleid dröhnend ihre Diskussion und kam auf sie und House zu.

„Oh verdammt...", raunte Cuddy leise und zwang sich zu lächeln. Margret Hopkins. Eine betuchte gelangweilte Dame, die ständig versuchte, Cuddy mit einem ihrer männlichen Verwandten zu verkuppeln... Ihre Hand schloss sich fester um Houses Arm. „House, ich hohl die Getränke, wenn du dafür mit der Hopkins redest..."

House schnaubte und befreite sich grinsend von ihrem Griff. „Keine Chance, Cuddy..." Bevor Margret Cuddy erreicht hatte, war House schon in Richtung Bar verschwunden...


Eine Stunde und zehn langweilige Gespräche mit weiteren Sponsoren später, war House immer noch nicht mit den Drinks zurück... Wo war der Mann nur? Cuddy knirschte mit den Zähnen. Wahrscheinlich hatte er irgendwie seinen Gameboy mit hier rein geschmuggelt und versteckte sich nun in der Garderobe um dort Trolle oder sonstiges auf diesem winzigen Bildschirm abzuknallen... Damit würde er sich noch mal die Augen verderben... Vorrausgesetzt natürlich, sie fand ihn nicht vorher und stach ihm die Augen selbst aus...

„Na, wie wär´s mit uns zwei?", riss eine bekannte männliche Stimme sie aus ihren Gedanken. Cuddy unterdrückte ein genervtes Stöhnen, bevor sie sich mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen zu Ian McBride umdrehte. Sie konnte einfach nicht fassen, das er sie tatsächlich zweimal mit dem gleichen Spruch anbaggerte... „Ian McBride!"

„Lisa!" Er lächelte freudestrahlend und drückte er eins von zwei großzügig gefüllten Champagnergläsern in die Hand. „Also, wie geht's der schönsten Frau im ganzen Saal?"

Wow, wieder eine Wiederholung... Der Mann besaß noch weniger Stil , als sie angenommen hatte... „Gut.", erwiderte sie. Ihr Kiefer krampfte langsam vom zwanghaften Lächeln... Dafür würde House büßen, beschloss sie grollend... Wenn er jetzt hier wäre, würde sie sich nicht mit diesem Idioten rumschlagen müssen... Wozu hatte man den einen Schein-Ehemann, wenn der einem nicht Mal lästige Verehrer vom Hals hielt? „Ich suche nur nach meinem Mann... Haben sie ihn gesehen?" Unschuldig blickte sie ihn an.

„Ihr Mann?" Irritiert lies Ian seine linke Hand sinken, die er soeben noch nach Cuddys Haaren ausgestreckt hatte. „Sie sind verheiratet?"

„Ja!" Sie nickte euphorisch und hielt ihm ihre linke Hand hin, um ihn den Ring von Houses Großmutter zu zeigen, dann erspähte sie über Ians Schulter House, der endlich wieder zu ihr zurückkehrte- Natürlich ohne die Drinks.- und ihre Augen leuchteten im Angesicht der nahen Erlösung auf. „Da kommt er ja..." Sie warf House einen Kuss zu.

Ian drehte sich um und runzelte verwirrt die Stirn, als er House erkannte. „Dass ist ihr Mann?", fragte er sie ungläubig.

„Ist er nicht wunderbar?", fragte Cuddy selig zurück und lächelte House verliebt entgegen. Auch dafür würde House später bluten müssen...

Ian hob überheblich eine Braue. „Na ja..." Anscheinend hatte er sich von seinem Schock erholt. Zu Schade... „Ich bezweifele ja, dass..." Er wandte sich wieder Cuddy zu und sah ihr tief in die Augen. „... dieser Krüppel sie richtig befriedigen kann..."

Fassungslos starrte Cuddy ihn an, als seine Worte in sie einsanken. Das hatte er nicht gesagt. Das. Hatte er. Einfach NICHT. Gesagt.

Das schmierige Grinsen in seinem Gesicht sagte etwas anderes. Am liebsten hätte Cuddy ihm eine geknallt. Vergiss das verdammte Geld, niemand redete so über ihren Mann!

Doch bevor sie Ian verstümmeln konnte, war House, der Ians letzten Satz nicht gehört hatte, schon bei ihnen angekommen und schlang besitzergreifend einen Arm um sie. „Da bist du ja, Darling...", flötete er und rechnete bereits mit einem schmerzhaften Fußtritt von seiner Angetrauten, weil er sie so lange hatte warten lassen, aber stattdessen schmiegte sie sich weich und nachgiebig an ihn, küsste ihn sogar zur Begrüßung leicht auf den Mund.

„Hallo mein Herz.", grüßte sie ihn zärtlich, dann bedachte sie Ian mit einem eiskalten Blick. „Mein Mann hat mich bisher immer befriedigt, danke der Nachfrage.", erklärte sie kühl, setzte ihr Glas an ihre Lippen und leerte es mit einem Zug. „Und nun entschuldigen sie uns bitte." Sie drückte Ian ihr leeres Glas in die freie Hand und lächelte sardonisch. „Mein Mann und ich haben es bisher leider versäumt es in einem Fahrstuhl zu treiben und das würde ich jetzt gerne nachholen..."


„Sex im Fahrstuhl, ehg?" Grinsend stützte House sich mit seiner linken Hand an der Aufzugs-Wand ab, gegen die Cuddy lehnte. Mit seiner rechten Hand presste er seinen Stock nah neben Cuddys Hüfte ebenfalls gegen die Wand, so dass Cuddy zwischen seinen Armen gefangen war. Einer Tatsache deren Cuddy sich durchaus bewusst war, die ihr jedoch gerade herzlich wenig ausmachte. Stattdessen genoss sie seinen Geruch in ihrer Nase und die Wärme seines Körpers so nah an ihrem. Er hatte etwas Beruhigendes. Hatte er schon immer... Ja, er regte sie auch oft auf und noch öfter würde sie gerne Kleinmöbel nach ihm werfen, aber immer, wenn sie etwas wirklich wütend machte, oder ängstigte, schaffte seine gleiche nervtötende Art, für die sie ihn sonst zum Teufel wünschte, sie zu beruhigen... Ein Fakt, von dem House hoffentlich nie etwas erfahren würde...

„Ich war wütend...", erklärte sie gelassen, obwohl ihre Augen wegen Ians Unverschämtheit zornig aufblitzten.

„Warum?", hakte House interessiert nach, beugte sich zu ihr und schnupperte an ihrem Haar.

„Er hat schlecht über dich geredet..." Cuddy zuckte mit den Schultern. „Niemand redet ungestraft schlecht über meinen Ehemann..."

House schnaubte. Ja, klar. Jemand hatte schlecht über ihn geredet und deshalb schlug sie Sex im Fahrstuhl vor... Er grinste. Mit Sicherheit war das nicht der einzige Grund... „Du redest ständig schlecht über mich...", führte er leise an und küsste ihren Hals, ihr Kinn. Ihren Mund.

„Ja...", murmelte sie abgelenkt von seinen Lippen. Ihre Augenlider flatterten unruhig. „Aber ich liebe dich, das ist etwas völlig anderes..."

Binnen weniger Sekunden hatte er sich aufgerichtet und seine Hände von der Wand genommen. „Sag das nicht..." Seine Stimme klang ausdruckslos.

„Was?" Verwirrt blinzelte sie ihn an.

„Wir sind hier ohne Publikum.", erklärte er kühl. „Also brauchst du das nicht zu sagen..." Der Fahrstuhl hielt an und House stieg aus, ohne sich nach Cuddy umzudrehen, welche immer noch sprachlos im Aufzug stand.

Erst nachdem die Türen sich hinter ihm geschlossen hatten, und der Lift sich wieder in Bewegung setzte, wurde Cuddy klar, dass sie House soeben gestanden hatte, dass sie ihn liebte.

Verdammt.


Wieder eins geschafft! Das nächste hab ich auch fast fertig!- Also, falls euch das hier gefallen hat, gebt laut und ich werd das neunte so schnell wie möglich hochladen... Ihr wisst ja, Feedback macht mich immer so glücklich und schreibwütig ^.^.... Und seit ehrlich: Ihr WOLLT das nächste Kapitel! - Also, Quid pro quo, meine Lieben... Wenn ihr schreibt schreib ich auch *bösartig-lach*

Ach und bitte BITTE sagt mir doch noch, was ihr von Kapitel sieben haltet... Bin bei dem Kapitel immer noch unsicher, obwohl mich lytab5´s Nachricht (DANKE! an dieser Stelle ^.^) doch schon ein wenig beruhigt hat... Wär toll, falls ihr beim Feedback zu dem hier(Und das wollt ihr schreiben... Glaubt mir. Ihr. Wollt. Feedback schreiben!--- *Hrmpf*... Sollte ne Art Hypnose werden... Aber sonst geht´s mir gut, ehrlich ^.^) eine Zeile zum letzten schreiben könntet, damit ich weiß, wie ihr´s fandet..

...Wow, ich glaub so sehr auf Feedback gedrängt, wie hier, hab ich noch nie... Oh je...Meine Besessenheit wird schlimmer!