Vielen Dank für Eure Reviews!

Zu den Fragen:

Poetica: Du hast recht. So würde man das nicht erzählen. Eigentlich wollte ich es mit einem Backflash beschreiben, was vielleicht besser gewesen wäre. Natürlich ist Harry unschuldig. Der Leser kann das ruhig mitbekommen, solange er auch die Sicht Hermines versteht.

all:Diese FF hat ihren Anfang in einer Idee, die ich hatte und eigentlich sollte sie einfach "quick and dirty" niedergeschrieben werden. Anscheinend entwickelt es sich wohl doch noch zu einer ausgewachsenen FF. Ich werde aber nicht all zu viel Wert auf die Orientierung an den Originalromanen nehmen. Sei es Charaktere (klar, grob entsprechen sie dem Original, aber lasst mir doch den Spaß, z.B. Hermine in Gefühlsdingen ein Brett vor den Kopf zu geben, obwohl sie schlau genug sein müsste, dahinter zu steigen. Ist ja beim Falken auch nicht anders :-D). Auch werde ich mich nicht rechtfertigen, wenn Zauber oder Artfekate eigentlich nicht möglich sein sollten, oder die Regierungs-, Ministeriums und IVZ-Struktur nicht unbedingt logisch erscheinen. Beispiele gibt es in diesem Kapitel.

Bin gespannt, was ihr zu diesem Kapitel zu sagen habt. Ach ja, wenn ihr mich schlagt, kann ich nicht weiterschreiben.


Mein Dank gilt wieder meiner BETA Black Panther, die immer so schön schnell meine Kapitel gegenliest.

Kapitel 2 - Überraschende Begegnungen

Wie abgesprochen traf sich Hermine am nächsten Morgen mit Remus und Tonks im Atrium des Ministeriums. Hermine war etwas nervös, war sie sich doch nicht sicher, ob ihre Entscheidung, der Ermittlergruppe beizutreten, richtig war. Remus schien ihre Zweifel zu erkennen und lächelte ihr ermutigend zu. Dann drückte er ihr einen Portschlüssel in die Hand.

„Dies ist dein persönlicher Mehrfach-Portschlüssel. Er funktioniert ausschließlich mit deiner magischen Signatur und bringt dich in das Hauptquartier des Magischen Geheimdienstes. Tonks und ich haben einen ähnlichen Portschlüssel. Lass uns hier verschwinden." Er berührte seinen Portschlüssel mit dem Zauberstab und verschwand. Tonks nickte ihr ermutigend zu. Hermine atmete tief durch, berührte ihren Portschlüssel mit dem Zauberstab und spürte fast sofort das unangenehme ziehen. Fast gleichzeitig mit Tonks erschien sie in einer weiträumigen Halle. Große Bogengänge teilten die Halle in verschiedene Zonen. Geschäftig liefen Zauberer unterschiedlichster Nationen durch die Halle. Kaum einer achtete auf den anderen.

Remus stand in der Nähe und winkte die beiden Frauen zu sich. „Willkommen in der Zentrale des Magischen Geheimdienstes. Normalerweise ist hier in der Halle nicht so viel los, aber heute kommen auch die Agenten der anderen Geheimdienste an und müssen den Räumlichkeiten zugeteilt werden. Da wir zur Führungsgruppe gehören, werden wir unsere erste Besprechung oben im kleinen Konferenzsaal haben. In einer halbe Stunde sollen die beiden Agenten der IVZ ankommen. So lange können wir uns einen Kaffee genehmigen. Vielleicht treffen wir in der Cafeteria noch andere Mitglieder des Führungsstabes."

Hermine konnte nur nicken und folgte dann Remus die breite Treppe nach oben. Sie betraten einen hohen Flur, von dem zahlreiche Milchglastüren abzweigten. Die Schatten hinter dem Glas ließen vermuten, dass auch dort geschäftiges Treiben herrschte. Am Ende des Ganges traten sie in eine freundlich eingerichtete Cafeteria. Es roch nach Kaffee und frischem Gebäck. Remus führte Hermine an einen Tisch, an dem schon vier Personen saßen. Diese sahen zu den Neuankömmlingen. Bevor Hermine auch nur eine der Personen richtig registrieren konnte, stellt Remus sie auch schon vor.

„Meine Herrschaften, darf ich Euch unser neuestes Mitglied vorstellen? Dr. Hermine Granger von der Fluchforschung im St. Mungos. Diese Herren sind Mr. Mike Harrington, Dr. Claude Mertier, Mr. Sean Cafu. Mr. Draco Malfoy dürftest Du ja kennen. Sie sind allesamt Mitglieder des Führungsstabes."

Bei der Nennung des letzten Namens zuckte Hermines Blick überrascht zu der Person am Ende des Tisches. Tatsächlich, das war Draco Malfoy, der ihr kurz und emotionslos zunickte. Hermine begrüßte alle Anwesenden freundlich. Mike Harrington war ein großgewachsener, attraktiver Mann, dessen Alter sie auf etwa Anfang dreißig schätzte. Claude Mertier war deutlich älter, hatte graumeliertes Haar und machte einen distanzierten aber freundlichen Eindruck. Sean Cafu schien italienische Vorfahren zu haben. Seine südländischen Gesichtszüge lächelten sympathisch. Überrascht registrierte Hermine, dass von der üblichen Arroganz des ehemaligen Slytherins nichts zu bemerken war. Er schien seit ihrem letzten Zusammentreffen gereift zu sein. Seine Gesichtszüge warne markanter geworden. Auch seine glatten blonden Harre trug er etwas länger, bis zu den Schultern.

Eine Bedienung brachte Kaffee und Croissants für die Neuankömmlinge. Hermine beteiligte sich nicht an der nun beginnenden Unterhaltung, hörte jedoch aufmerksam zu. Die Anwesenden schienen sich schon alle zu kennen. Scheinbar gehörten sie alle schon länger dem magischen Geheimdienst an. Es wurde darüber spekuliert dass Minister Treatman persönlich kommen würde, um die „Schwarzen Engel" zu begrüßen. Alle am Tisch schienen gehörigen Respekt vor den Agenten der IVZ zu haben.

Als Remus zur Uhr schaute, drängte er zum Aufbruch. „Die Agenten der IVZ dürften nun eingetroffen sein. Machen wir, dass wir in den Konferenzsaal kommen. Ich glaube nicht, dass mit unseren zukünftigen Vorgesetzten gut Kirschen essen ist, wenn wir schon am ersten Tag mit Disziplinlosigkeiten kommen."

Sie stellten das benutzte Geschirr auf die Tabletts zurück und verließen die Cafeteria. Wiederum schritten sie einen langen Gang entlang an dessen Ende eine Doppeltür weit offen stand. Neben der Türe bemerkte Hermine drei Personen, die in ein angeregtes Gespräch vertieft waren. In einer der Personen erkannte sie den Minister, der vor einem Jahr in das höchste Amt der Zauberergemeinschaft gewählt worden war. Nach Hermines Meinung machte er einen hervorragenden Job. Die anderen beiden Gestalten standen mit dem Rücken zu ihr. Sie waren hochgewachsen und trugen königsblaue Umhänge, die auf dem Rücken mit einer komplizierten Rune bestickt waren. Hermine erkannte auch das Symbol der IVZ sowie auf der einen Person einen zum Sprung bereiten Panther, auf der anderen einen imposanten Gebirgsadler. Alle drei Symbole waren zu einem komplexen Ganzen zusammengefügt. Die Kapuzen der beiden Gestalten verdeckten die Sicht auf ihre Gesichter, aber Hermine war sich sicher die Agenten der IVC oder besser gesagt, die angekündigten „Schwarzen Engel" vor sich zu haben. Die kleine Gruppe ging an den Dreien vorbei in den Konferenzsaal.

Der Konferenzsaal entpuppte sich eher als Hörsaal, wie man ihn in den Universitäten vorfand. Die in einem Halbkreis angeordneten Sitzplätze erhöhten sich nach hinten, so dass man von jedem Platz aus einen guten Blick auf die große Bühne hatte, die sich im unteren Teil des Saales befand. Vor jedem Sitzplatz stand ein Tischchen. In den unteren zwei Reihen standen auf den Tischchen Getränke sowie Feder und Pergament. Zwei Drittel der Sitze waren schon besetzt. Die sieben neu Angekommenen setzten sich in die zweite Reihe auf nebeneinander liegende Plätze. Nach wenigen Minuten kamen noch weitere Zauberer und Hexen, so dass nun fast alle vorbereiteten Plätze belegt waren.

Schlagartig verstummten die leise geführten Gespräche, als der Minister mit den beiden Blaugekleideten eintrat. Noch immer trugen die Gestalten ihre Kapuzen und so sehr Hermine auch versuchte, einen Blick auf die Gesichter zu erhaschen, es war nicht möglich. Ein Zauber schien zu verhindern, dass man die Gesichter erkennen konnte.

Da Hermine nun zum ersten Mal die Gestalten von vorne betrachten konnte, sah sie auf den ersten Blick, dass eine der beiden Personen weiblich sein musste. Sie hatte eine etwas zierlichere Gestalt. Die andere Person war einen halben Kopf größer und breitschultriger. Fasziniert beobachtete Hermine den geschmeidigen Gang der beiden Agenten. Sie schienen völlig im Einklang mit ihrem Körper zu sein und kaum den Boden zu berühren. Jede Bewegung war kontrolliert und selbstsicher.

Der Minister trat an das Rednerpult und die beiden IVZ-Agenten stellten sich in einem Meter Abstand hinter ihn, als wären sie seine Bodyguards. Sie schienen aufmerksam jeden einzelnen Anwesenden zu mustern und immer noch konnte man nicht ihre Gesichter sehen. Der Minister schien guter Dinge zu sein. Er drehte sich nochmals um und wechselte einige leise Worte mit dem männlichen Agenten. Dieser nickte leicht mit dem Kopf und Minister Treatman wandte sich seinem gespannten Publikum zu.

„Liebe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Ministeriums, des Geheimdienstes und der magischen Brigaden. Aktuelle Ereignisse in vielen Ländern haben uns auf eine latente Bedrohung aufmerksam gemacht. Die Beweise, die bisher von allen Geheimdiensten gesammelt wurden, haben die Vereinigte Zaubererschaft unter dem Dach des IVZ hellhörig gemacht.

Sie alle haben sich entschlossen, der Zauberergesellschaft einen wichtigen Dienst zu erweisen und in dieser neugegründeten Kommission mitzuarbeiten. Sie alle haben den bindenden magischen Vertrag geschlossen, alle ihre Kräfte für das Projekt einzusetzen, die Befehle ihrer Vorgesetzten bedingungslos im Rahmen der bestehenden Gesetze auszuführen und über dieses Projekt und alles was sie hier erfahren, gegenüber Außenstehenden Stillschweigen zu bewahren.

Wie wichtig die IVZ die heraufziehende Gefahr nimmt, sehen sie daran, dass sie uns für die Führung dieser Kommission gleich zwei ihrer besten Agenten geschickt haben. Es ist mir eine Freude, Ihnen die Führungsleute vorzustellen.

Zu meiner linken sehen Sie Amanda Circe Mowian. Sie ist seit sechs Jahre bei der IVZ. Sie hat vor einem Jahr die höchste Stufe der IVZ-Ausbildung abgeschlossen und dabei 1784 der möglichen 2004 Punkte erreicht. Damit zählt sie zu den vier besten Absolventen der IVZ-Akademie und ist Leutnant der Schwarzen Engel!"

Die linke Gestalt trat vor und nahm ihre Kapuze herunter. Zum Vorschein kam ein junges, fein gezeichnetes, hübsches Gesicht mit scharfer Nase und ausdrucksvollen blauen Augen, die kühl aber nicht überheblich in die Anwesenden musterte. Die augenscheinlich langen schwarzen Haare trug die Frau zu einem strengen Zopf geflochten. Da Ihre Robe an der Vorderseite offen war, konnte man eine schlanke, jedoch wohlproportionierte frauliche Figur erahnen. Amanda neigte kurz ihren Kopf, bevor sie wieder einen Schritt zurücktrat.

Der Minister wartete den kurzen Applaus ab, ehe er fortfuhr:

„Zu meiner Rechten sehen sie Captain James Evans. Er ist nun drei Jahre bei der IVZ. James Evans ist es gelungen, die höchste Stufe der IVZ-Ausbildung als Jüngster abzuschließen. Nicht nur, dass er damit der jüngste Absolvent der umfassendesten Ausbildung der Welt ist, nein, er ist auch der Einzige, der die Prüfungen mit der Höchstzahl von 2004 Punkten erreicht hat. Das gab es seit Gründung der IVZ noch nie. Wenn man den Werdgang des jungen Mannes kennt, verwundert es nicht, dass er zu solchen Leistungen fähig ist.

Es ist schon für normale Zauberer fast unmöglich, auch nur einen Teil der Ausbildung durchzustehen. Um so stolzer bin ich, dass es ein Bürger Großbritanniens ist, der diese sensationelle Leistung geschafft hat und der sein grundlegendes Rüstzeug in Hogwarts erlernt hat."

Minister Treatman hielt in seiner Rede kurz inne. Die Anwesenden sahen sich irritiert an. Niemand kannte einen James Evans, der in Hogwarts zur Schule ging. Hermine runzelte die Stirn und sah interessiert zu der blaugekleideten Gestalt. Remus schien intensiv nachzudenken. Automatisch brachte er den Namen Evans mit Lily Evans in Verbindung. Diese hatte aber nie von einem Verwandten mit Vornamen James gesprochen. Langsam schien ihm jedoch ein Gedanke zu dämmern. Er neigte sich zu Tonks und begann mit ihr zu tuscheln, während beide kurze Blicke zu Hermine warfen. Diese bemerkte das und schaute fragend zwischen den Beiden und den drei Personen auf dem Podium hin und her.

Inzwischen war Evans vorgetreten. Seine Körperhaltung war aufrecht und entspannt und doch schien es Hermine, als würde eine gewisse Spannung von dem hochgewachsenen Mann ausgehen. Während der Minister weitersprach, zog der IVZ-Agent ebenfalls seine Kapuze vom Kopf. Zum Vorschein kam ein markantes, männliches Gesicht mit intensiv grünleuchtenden Augen. Der Mann warf kurz den Kopf einmal hin und her um seine – auch für Zauberer – langen Haare aus dem Unhang zu befreien, die ihm nun bis zwischen die Schulterblätter gingen.

Geschockte Stille breitete sich im Saal aus. Hermine war kreidebleich geworden. Der Minister fuhr in seinen Ausführungen fort: „Mit Stolz stelle ich Ihnen den Leiter dieser Kommission vor: Captain James Evans alias Lord Harry James Potter, Bezwinger des dunklen Lords, Träger des Merlin-Ordens erster Klasse und zahlreichen weiteren Auszeichnungen sowie jüngster und bester Absolvent der IVZ-Akademie.

Langsam erwachten die Anwesenden aus ihrer Erstarrung. Draco als erster begann langsam in die Hände zu klatschen. Gleich darauf folgten die anderen. Der Applaus wollte keine Ende nehmen bis sogar einige aufstanden und die anderen es ihnen gleichtaten.

Nur Hermine starrte weiterhin geschockt und kreidebleich auf ihren Ex-Verlobten, der seelenruhig neben dem Minister stand und keine Gefühlsregung zeigte. Auch im Gesicht der Frau regte sich nichts, doch schienen ihre Augen ob der stehenden Ovationen für ihren Partner vergnügt zu funkeln.

Remus sah besorgt zu der jungen Frau, denn DAS hatte er nicht erwartet. Langsam begann sich Hermines Gesicht zu röten. Remus reichte zu ihr hinunter, ergriff ihre Hand und drückte sie, um sie zu beruhigen. Sie sah zu ihm auf und zischte: „Was soll das? Ist das eine gottverdammte Falle für mich? Wusstest Du davon?"

Doch ein Blick in die immer noch geschockten Augen Remus' bewies ihr, dass auch er nichts davon wusste. Im allgemeinen Applaus ging die Szene unter, nur Tonks bemerkte den kurzen Blick, den James/Harry den beiden zuwarf.

Schließlich hob Harry Potter die Arme und rief: „Das genügt!". Der schneidende, befehlsgewohnte Klang der Stimme sorgte sofort für Ruhe.

Dieses mal war es der Minister, der zurücktrat und den Platz am Podium frei machte. Harry trat an das Podium und musterte die Anwesenden. Während gespannte Stille herrschte, sah Harry jedem einzelnen sah er kurz in die Augen. Auch Tonks, Remus und Hermine ließ er nicht aus. Remus hatte den Eindruck, dass der Blickkontakt mit Draco einen Tick länger dauerte, wusste aber nicht, ob er einer Täuschung unterlag.

Hermine erschauerte unter dem Blick der grünen Augen, die sie so gut kannte. Aber kein Erkennen, keine Wärme und auch nicht das Funkeln, das sie so sehr geliebt hatte, waren in seinen Augen zu lesen, während sein Blick genau so kurz wie bei allen anderen in ihren tauchte und dann zu Remus weiterwanderte. In Hermine tobte ein Gefühlssturm, der sie innerlich erbeben ließ. Sie hatte Mühe, sich nichts anmerken zu lassen und keinen Regung auf ihrem Gesicht zu zeigen.

„Guten Tag Herrschaften. Einige von Ihnen kennen mich aus meiner Zeit hier in England. Diesen sollte bekannt sein, dass mir derartige Aufmerksamkeit zuwider ist. Bitte richten Sie sich danach. Trotzdem danke ich Ihnen für die Anerkennung, die Sie meiner Person zollten. Ich hoffe, es bleibt bei diesem eine Mal."

Harrys Stimme war so ganz anders, als Hermine sie in Erinnerung hatte. Irgendwie tiefer und sonorer. Auch schwang eine unterschwellige Kälte und Autorität mit, die ihr einen Schauer über den Rücken jagte. Vergeblich versuchte sie Parallelen zu der zärtlichen und samtigen Stimme zu finden, die ihr so gut in Erinnerung geblieben war und die sie in ihren Träumen noch immer hörte. Dieser Mann, der da vorne auf dem Podium stand, schien außer dem Äußeren keine Ähnlichkeit mehr mit dem jungen Mann von vor drei Jahren zu haben. Paradoxerweise beruhigte das Hermine auf eine eigene Art. Dort vorne schien ein Fremder zu stehen, der nur zufällig Ähnlichkeiten mit ihrem Ex-Freund und Verlobten hatte. Sie zwang ihre Aufmerksamkeit auf die Worte, die der Schwarze Engel zu den Versammelten sprach.

„Als ich vor drei Jahren auf Grund außergewöhnlicher Umstände Großbritannien den Rücken kehrte, schwor ich mir, keinen Fuß mehr auf britischen Boden zu setzen." Kurz schweifte sein Blick zu Hermine, Tonks und Remus, verriet jedoch keinerlei Emotion. Nur Hermine glaubte eine kurzes Aufblitzen in seinen grünen Augen zu erkennen.

„Leider kann man es sich als Captain der Schwarzen Engel nicht immer aussuchen, wohin man beordert wird. Ich kann es auch aus persönlichen Gründen nicht zulassen, dass sich etwas wiederholt, was ich Zeit meines – zugegeben kurzen – Lebens, bekämpft habe.

Zahlreiche Berichte der IVZ-Agenten in aller Welt zeigen deutliche Anzeichen, dass die Ideologie Voldemorts weltweit wieder an Zulauf gewinnt. Reinblut-Fetischisten versuchen Gleichgesinnte um sich zu scharen und ihre verqueren Ansichten weiterzugeben. Erleichtert wird das auch durch die liberalere Einstellung der Regierungen. Noch kam es zu keinen bekannten Übergriffen, doch hegen unsere Analysten bei der IVZ die Befürchtung, dass es nicht mehr lange dauern kann.

Wir alle haben hoffentlich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Der Wahlspruch einer meiner Lehrer lautete „Immer wachsam". Wehret den Anfängen! Deshalb hat die IVZ beschlossen, diese Kommission ins Leben zu rufen. Da England vor einigen Jahren der zentrale Schauplatz der Reinblut-Bewegung war, und hier die meisten Magier mit unschätzbarer Erfahrung im Kampf gegen die Fanatiker zu finden sind, hat die IVZ beschlossen, die zentrale Leitung hier aufzubauen. Mit Leutnant Mowian und meine Wenigkeit haben Agenten und Spezialisten aus allen Mitgliedsländern mitgebracht, die uns unterstützen werden. Sie meine Herrschaften sind vom englischen Ministerium für Magie vorgeschlagen worden, die Kommission zu leiten. Sei es auf Grund ihrer reichhaltigen Erfahrung in den beiden Kriegen, sei es auf Grund individueller Leistungen und komplexem Basiswissen."

Wieder streifte Harrys Blick kurz Hermine.

„Bevor wir mit unserer Arbeit beginnen, möchte ich folgendes klarstellen. Ich habe die Leitung dieser Kommission unter mehreren Bedingungen angenommen. Eine davon ist meine absolute Befehlsgewalt. Alle Aktionen, die auf Grundlage dieser Kommission stattfinden, finden unter Kriegsrecht statt. Was das heißt, können und werden sie als erstes in den Richtlinien der IVZ, Seite 437-512 nachlesen. Nach dieser Lektüre haben sie ein letztes Mal die Gelegenheit, auszusteigen. Meine äußerst schlechten Erfahrungen im zweiten Krieg haben mich zu dieser Bedingung bewogen. Wir können uns weder Spione leisten, noch ist eine lasche Einstellung dem Gegner gegenüber akzeptabel."

Unter seinem harten Blick verstummte das aufkommende Getuschel sofort. Mit einer kurzen Handbewegung erschien auf jedem Tischchen ein an der richtigen Stelle aufgeschlagenes Buch mit dem angesprochenen Text. Viele Anwesende bemerkten überrascht die meisterhafte Anwendung stab- und wortloser Magie.

„Sie haben eine halbe Stunde. Danach kommen Sie bitte in alphabetischer Reihenfolge einzeln in mein Büro. Dort werden wir Ihnen individuelle Fragen beantworten und ihnen den Eid abnehmen. Meine Stellvertreterin, Leutnant Mowian, wird als Zeuge für den magischen Eid zur Verfügung stehen."

Harry wies mit seiner Hand auf eine offenstehende Tür im Hintergrund des Podiums.

„Ein Letztes noch. Ich erwarte auch in der Kommission den nötigen Respekt sowohl gegenüber Ihren Vorgesetzten als auch untereinander. Sie haben meine Stellvertreterin mit Leutnant Mowian und mich mit Captain Evans anzusprechen."

Diese Worte lösten eine erste Reaktion bei der ansonsten völlig ruhig zuhörenden Amanda aus. Scheinbar ungläubig sah sie zu Harry und die Überraschung war ihr ins Gesicht geschrieben. Den zuhörenden Kommissionsmitgliedern entging diese Reaktion nicht.

„Mit Respekt meine ich keinesfalls so etwas wie Unterwürfigkeit oder ähnliches. Derartiges ist mir zuwider. Ich erwarte ausschließlich respektablen Umgang, wozu ich das „Sie" ebenso zähle wie das Ansprechen mit dem Titel. Trotzdem bin ich überzeugt, dass wir eine Vertauensbasis finden werden, die Sie trotzdem nicht an der widerspruchslosen Ausführung von direkten Befehlen hindert. Wir beide, „ er sah zu Amanda, die ihn immer noch überrascht ansah, „habe jederzeit ein offenes Ohr für Sie, selbst wenn es private Probleme betreffen sollte, so lang sie mit Ihrer Arbeit zu tun hat.

Nun lesen Sie bitte den angegebenen Passus. Wir erwarten Sie in im Büro. Vielen Dank Minister, dass sie unsere Einführung mitverfolgt haben."

Er drückte dem Minister die Hand und schritt zusammen mit seiner Stellvertreterin in das angegeben Büro. Kaum war die Türe geschlossen, erhob sich erstauntes Tuscheln. Der Minister räusperte sich. „Bitte Herrschaften, ich weiß, dass es eine große Überraschung für Sie ist. Auch ich habe erst vor einer Stunde erfahren, wer sich hinter den angekündigten „Schwarzen Engeln" verbirgt. Bitte stellen Sie mir keine Fragen. Tun Sie was Captain Evans verlangt hat. Vorher kann auch ich keine Fragen beantworten. Ich kann Ihnen nur versprechen, dass die Sache mit dem Kriegsrecht nicht so heiß gegessen wird, wie der Kessel gekocht hat. Captain Evans hat aus bestimmten Gründen diese Sache gefordert. Diese Gründe werden Sie nach Ihrem Magischen Eid zweifellos erfahren. Solange bitte ich um Geduld.

Ich weise übrigens dringend darauf hin, den geforderten Respekt und auch die Anrede genauestens einzuhalten. Ich weiß, dass Captian Evans in diesem Fall aus unerfindlichen Gründen großen Wert darauf legt und äußerst ungehalten darauf reagiert, wenn dieses Forderung nicht eingehalten wird. Viel Glück und auf Wiedersehen."

Mit diesen Worten verließ der Minister den Versammlungsraum. Die Anwesenden beugten sich über ihren Text und lasen, auf was sie sich einlassen sollten. Nur Hermine saß immer noch geschockt auf Ihrem Platz und machte keine Anstalten, den Text zu lesen. Remus, der besorgt zu der Braunhaarigen sah, bemerkte es. „Hermine, reiß Dich zusammen! Lies endlich den Text."

Hermine sah auf. „Das brauche ich nicht," zischte sie. „Ich kenne den Text. Ich habe ihn schon mal gelesen.".

Remus sah sie skeptisch an. „Bist Du sicher? Was ist, wenn er seither geändert wurde? Und was denkst Du? Machst Du mit?"

Hermine sah mit einem bösen Blick zu ihm rüber. „Sag mal, spinnst Du? Ich werde doch wohl nicht mit meinem Ex-Verlobten, der mich auf so perfide Weise betrogen hat, als Vorgesetzten arbeiten und das noch unter Kriegsrecht?" rief sie aufgebracht, was ihr einen warnenden Blick von Remus einbrachte.

„Bitte Hermine. Lies es und denke noch mal darüber nach. Hör Dir wenigstens an, was sie zu sagen haben. Wir brauchen Dich."

„NEIN, NEIN und NOCHMALS NEIN!, ich kann das nicht! Remus, unter Kriegsrecht bin ich ihm völlig ausgeliefert. Wer weiß, was ihm noch alles einfällt..."

„Hermine, jetzt hör aber auf! Gerade Du solltest Harry besser kennen. Du weißt überhaupt nicht, was damals vorgefallen ist. Ich kann nicht glauben, dass eine so kluge Hexe wie Du so viel unbegründeten Hass gegen einen Menschen wie Harry entwickeln kann. Du kanntest ihn fast ein Jahrzehnt und niemals gab er einem von uns Anlass an eine Charakterschwäche zu glauben. Du hast ihn nicht einmal angehört, warum er das getan hat. Gut, er hat dich verletzt. Aber kannst Du wirklich glauben, dass Harry so böse und hinterhältig geworden ist?"

Hermine senkte ihren Blick. „Ich weiß es nicht. Es ist alles so verwirrend." flüsterte sie. Dann zog sie das Buch heran und begann zu lesen.

TBC