So, meine lieben Leser, und schon kommt das nächste Kapitel. Aber bitte gewöhnt euch nicht an die Updategeschwindigkeit. Es ist Zufall, dass es so schnell geht. Das wird nicht immer so sein.
Wie immer ein dickes Dankeschön an die Reviewer. Das ist für den Autor wie ein warmer Regen! Schön dass mein Apell etwas gewirkt hat!
Zu den Fragen (auch aus dem letzten Kapitel):
pantai: Wer sagt, dass Harry kein Interesse an Amanda hat? Vielleicht kommt das ja noch? Mit der Überraschung für Remus könntest Du Recht haben :-). Harry weiss nicht, dass Hermine ihn gesehen hat. Vielleicht wäre er dann eher drauf gekommen. Was den Rest angeht, einfach abwarten. Aber Du hast interessante Ideen.
KRS96: Ich zögere das nicht absichtlich hinaus. Was kann ich dafür, dass es so lange geht...? Aber... Kommt Zeit, kommt Zusammentreffen.
Olaf74: Das kommt drauf an, wie doof sie sich noch anstellen. Aber die Fronten sind sehr verhärtet und die Wunden auf beiden Seiten (ob berechtigt oder unberechtigt) sehr, sehr tief. (P.S. Was macht „The Brave New World"? Ich warte sehnsüchtig!)
poetica: Nicht an die Geschwindigkeit gewöhnen, bitte nicht. Es geht nur so schnell, weil ich selbst wissen will, wie es weitergeht... Es wird auch Pausen genen (müssen.)
EricKaY: Die Kapitel werden nicht in irgendeinem Turnus gepostet, sondern einfach wenn sie fertig sind. Meist versuche ich vorzuwarnen, wenn es länger geht, aber Du siehst ja, auch darauf kann man sich nicht verlassen.
leo2109: Der Falke wird definitiv weitergeschrieben – keine Sorge.
MarioH: ein paar 100tausend Worte? Bestimmt nicht, aber 100'000 zeichnen sich schon ab.
kathleen potter: Ist doch ok! Es muss ja nicht JEDES sein. Danke!
LordMegger: Ich habe keinen Zeitplan, wenn Dun das meinst. Ich poste dann, wenn das nächste Kapitel fertig ist. Momentan profitiert ihr davon, dass ich selbst wissen will wie es weitergeht. Auch ich mag einen starken Harry, nach Möglichkeit aber NUR mit Hermine zusammen! Und auch PostHogwarts Storys. Deswegen schreibe ich sie ja :-) Und für den Rest: DANKE! Mal bei Warner Bros. nachfragen :-)
Polarkatze: Danke!
Und nun: Vorhang auf für das nächste Kapitel! Und reviewed weiterhin so schön!
Dieses Kapitel wurde wieder gebetad von meinem lieben schwarzen Panther. Ups... Black Panther natürlich. Sie hat mir wieder einige dumme und logische Fehler rausgepickt! DANKE!
Kapitel 6 – Schmerzliche Konfrontationen
Remus sah betreten auf seine Hände. Sollte Harry recht haben? War etwas in ihm gestorben? Remus wagte sich gar nicht vorzustellen, was drei Jahre Schmerz und Trauer bei dem jungen Mann angerichtet hatten.
Ohne Mutterliebe und Nestwärme einer Familie und ohne richtiges Zuhause, die ersten 11 Jahre seines Lebens aufzuwachsen und das bei den schlimmsten Muggeln des Planeten, die den Jungen traktierten, schlugen und halb verhungern ließen.
Dann die Hogwartsjahre, die ein ständiges seelisches Auf und Ab bedeuteten. Die Zaubererwelt hatte den „Jungen-der-Lebt" in einem Moment auf ein Podest gestellt und angebetet und im nächsten vom Sockel gestoßen, verachtet und verspottet und sogar gehasst. In jedem Jahr musste er Abenteuer bestehen, an welchen sogar ausgewachsene Auroren gescheitert wären.
Und trotzdem blieb dieser Junge charakterstark, behielt sein freundliches Wesen bei und war immer da, wenn es galt, alle die ihm nahe standen zu beschützen. In all dieser Zeit war ihm Hermine ein Anker. Sie war die Konstante in seinem Leben, auf die er sich immer verlassen konnte, auch wenn die Welt ringsum in Trümmer fiel. Hermine war sein Licht im Dunkeln, seine Wärme in der Eiszeit und die rettende Hand, wenn er wieder mal in Schuldgefühlen und Trauer versank. Ein Blinder konnte sehen, dass diese beiden füreinander bestimmt waren. Nichts und niemand konnte sie trennen, alle Probleme und Gefahren schweißten das Paar nur noch enger zusammen.
Welch Ironie des Lebens, dass das Paar, das allen Gefahren von außen her trotzte, von innen her getrennt wurde. Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so furchtbar traurig wäre. Eine Lappalie, die mit wenigen Worten hätte aufgeklärt werden können, ein geradezu irrsinniges Missverständnis, riss das Traumpaar der Zaubererwelt irreparabel auseinander.
Was für eine starke Seele musste dieser Junge haben, dass er diese Zeit überstanden hatte, ohne in tiefste Depressionen zu versinken. Mit Hermine hatte er jeden Halt in der Welt verloren und distanzierte sich auch noch von seinen wenigen Freunden. Er wusste ja noch immer nicht, weshalb Hermine ihn verlassen hatte. Woher auch. Er konnte natürlich keine Verfehlung finden, die Hermine so aufgebracht haben könnte. Er wusste ja noch nicht mal, dass Hermine gesehen hatte, dass ihn Corinna zum Abschied umarmt hatte.
Remus verzichtete auf den Versuch, Harry aufzuklären. Zu sehr hatte ihn der letzte Satz Harrys aufgewühlt. „Schwarze Engel weinen nicht." Wo hatte dieser Junge nur seine tiefen Gefühle gelassen? Hatte er sie in der IVZ-Ausbildung aus sich heraustrainiert? Hatte er sie in sich abgetötet? Konnte Harry je wieder eine Beziehung führen ohne panische Angst vor dem Verlassenwerden zu haben? Das war unmöglich. Selbst für einen so charakterstarken Mann wie Harry. Aber Remus schwor sich, diesen Jungen nie wieder alleine zu lassen. Und wenn es bedeutete, dass er seine Job an den Nagel hängen musste.
Remus war sich durchaus klar, dass Harry damit nie einverstanden wäre. Darüber konnte er aber immer noch später nachdenken. Für's erste genügte es, wenn er dieser Kommission beitrat und mit – besser gesagt unter – Harry mitarbeiten würde.
Lange schwiegen sich die beiden unterschiedlichen Männer an. Dann stand Remus auf, ging einige Male vor Harrys Schreibtisch hin und her. Dann blieb er vor dem Schreibtisch stehen und sah in Harrys Augen. „Es tut mir leid Harry..."
Bevor er weitersprechen konnte, unterbrach ihn Harry. „Es gibt nichts, wofür Du ich entschuldigen müsstest. Nichts davon lag in Deiner Hand. Ich wusste schon vor unserem Gespräch, dass es nicht so einfach werden würde."
Remus nickte traurig. „Wenn Du mich noch willst, würde ich gerne in der Kommission mitarbeiten. Ich akzeptiere alle angesprochenen Bedingungen. Ich vertraue Dir. Nur gewähre mir die Bitte, dass, wenn wir einmal ab und zu eine Stunde Zeit haben, wir privat ein bisschen reden können. Und, keine Sorge, Du darfst die Themen bestimmen, damit ich Dir nicht mit Sachen komme, die Dir unangenehm werden. Ich habe Dich zu sehr vermisst die letzten Jahre, und ich würde mir Wünschen wenn Du mich wieder ein wenig an Deinem Leben teilhaben lässt."
Harry sah ihn nachdenklich an. „Einverstanden Remus. Aber glaube nicht, dass ich nicht weiß weshalb Du das tust. Du unterliegst einem Irrtum, wenn Du meinst, dass ich Hilfe brauche. Ich habe, zugegeben nicht ganz freiwillig, die Vergangenheit und Harry Potter hinter mir gelassen. Mein Job als „Schwarzer Engel" füllt mich komplett aus. Ich hätte niemals Zeit, mich um eine Beziehung oder gar Kinder zu kümmern. Hätte ich vor Jahren schon gewusst, dass mein größter Wunsch, eine eigene Familie, niemals Wirklichkeit werden würde, wäre ich schon viel früher diesen Weg gegangen. Lass uns dieses Thema abschließen, so wie ich es für mich abgeschlossen habe."
Harry atmete tief durch. „Ich freue mich aber auch um Deinetwillen, dass Du mitmachen möchtest. Denn ich habe eine Überraschung für Dich. Sag mir, wie kommst Du mit dem neuen Wolfsbanntrank zurecht?"
Überrascht von dem plötzlichen Themawechsel antwortete Remus: „Eigentlich ganz gut. Er hat eine Menge Nebenwirkungen, aber dass man sich nicht mehr verwandeln muss, ist schon ein enormer Vorteil."
Harry nickte: „Hast Du schon mal einen Animagustest gemacht?"
„Weshalb fragst Du? Du weißt sicherlich, dass ein Werwolf kein Animagus werden kann. Selbst wenn ein Werwolf diese Fähigkeit in sich tragen würde, würde der Virus eine Verwandlung verhindern." widersprach Remus.
„Das ist genau so richtig wie auch falsch. Die IVZ erforscht schon lange diesen Virus. Seit Frieden herrscht, sind viele Unsägliche damit beschäftigt, dieses Krankheit zu durchleuchten. Ich glaube weltweit ist kein Team so weit gekommen, wie unseres. Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen, sage ich Dir folgendes: Die Wissenschaftler sind dahintergekommen, dass jeder Animagus, oder zur Animagie fähige, einen Virus in sich trägt. Wer diesen Virus nicht hat, kann kein Animagus werden. Und nun rate mal. Dieser Virus ist fast identisch mit dem Werwolfvirus. Unsere Wissenschaftler stehen fast vor dem Durchbruch, durch eine kombiniertes Trank- und Magie-Ritual den schädlichen Teil des Virus zu entfernen. Im Endeffekt wäre ein Werwolf nach diesem Ritual nichts andere als ein Werwolfs-Animagus. Das heißt, keine zwanghafte Verwandlung an Vollmond mehr, sondern eine beliebig vom Geist gesteuerte Verwandlung und keine aggressive Grundhaltung. Ich denke, das ist doch ein schöner Grund, mitzumachen. Um die Wahrheit zu sagen, habe ich deswegen darauf bestanden, dass Du mit auf diese Liste kommst.
Remus war blass geworden. „Du...Du machst doch Witze oder?"
Harry sah ihn ernst an. „Du solltest mich besser kennen, Remus. Es ist eine Tatsache. Und ich würde Dir nicht solche Hoffnungen machen, wenn ich nicht ganz sicher wüsste, dass es funktioniert. Allerdings ist ein gewaltiges Magielevel nötig um das Ritual durchzuführen. Im Moment bin nur ich in der Lage, so viel Magie aufzubringen."
Remus konnte es immer noch nicht fassen, was er da zu hören bekam. Alle seine Träume würden wahr werden. Die Hochzeit mit Tonks könnte unter ganz anderen Voraussetzungen stattfinden, selbst Kinder wären möglich. Remus traten Tränen der Erleichterung in die Augen, und als Harry diese sah, lächelte er zum ersten Mal an diesem Tag.
„Nun Remus, kehren wir zum Thema unseres Gespräches zurück." Er hob den Verschluss- und auch den Stillezauber auf, ehe er weitersprach.
„Mr. Lupin, sind sie gewillt, den magischen Eid zu sprechen, der sie an diese Kommission binden wird, unter Akzeptanz der genannten Bedingungen?" Remus nickte. „Ja Captain Evans, ich bin dazu bereit."
Harrys Augen wurden einen kurzen Augenblick unfokussiert, und wenige Augenblicke später betrat Amanda den Raum. Zusammen nahmen Sie Remus den magischen Eid ab, ehe Harry und Amanda sich wieder auf ihre Plätze setzten. Harry erklärte Remus noch einige Dinge, ehe er ebenfalls mit einem Portschlüssel verschwand.
Harry sah Amanda einen Augenblick in die Augen, ehe er tief Luft holte. „Amanda, bitten Sie Ms. Granger, sich zu uns zu gesellen." Die schelmischen Worte konnten nicht die unterschwellige Furcht überdecken, die in Harrys Stimme mitschwang. Besorgt beobachtete Amanda ihren Captain. Nach allem, was sie erfahren hatte, konnte aus dem nun folgenden Gespräch nichts Gutes rauskommen.
Dann streckte sie ihre Gestalt und fasste einen Entschluss. Sie musste etwas tun, und wenn es sie ihren Job bei James kosten würde. „Sir, ich hatte vorhin mit Ms. Granger ein interessantes Gespräch. Es war ein langer Tag für Sie beide. Sind Sie sicher, dass wir dieses Gespräch nicht vielleicht morgen führen sollten."
Harry schreckte bei diesen Worten auf. Seine Augen verengten sich. „Leutnant Mowian, worüber haben Sie geredet?"
Amanda schlug die Augen nieder. „Ich bitte um Verzeihung, Sir. Wir haben uns über unsere gemeinsame Ausbildungszeit unterhalten und darüber, dass Sie Ms. Granger von früher kennen."
Sie sah Harry in die Augen. Sie musste keine Legilimentik anwenden – nicht dass sie bei James dazu eine Chance hatte – um zu sehen, dass er wusste, dass sie hinter sein Geheimnis gekommen war. Sie senkte schuldig den Blick.
„Leutnant Mowian, Sie haben ihre Kompetenzen deutlich überschritten. Das Privatleben Ihres Vorgesetzten mit einem Außenstehenden zu erörtern, ist nicht nur stillos, sondern nicht mit den Statuten der IVZ vereinbart. Was, verdammt noch mal, ist in Sie gefahren?"
Harry Stimme war währenddessen immer lauter geworden. „Reden Sie Leutnant Mowian! Ich kann nicht glauben, dass ein solcher Vertrauensbruch grade von Ihnen kommt! Warum?" Den letzten Satz brüllte Harry, als befände er sich auf einem Kasernenhof.
Entsetzt starrte Amanda ihren Captain an. Mit so einer Reaktion hatte sie nicht gerechnet. Warum reagierte er dermaßen überdreht? Hatte er wirklich das getan, was Ms. Granger ihm vorwarf uns fühlte sich nun schuldig? Noch niemals in ihrer ganzen Zeit der Zusammenarbeit hatte Sie James so angebrüllt.
Harry war außer sich. Hatte ihn das Gespräch mit Remus schon so aufgewühlt, als er sich wieder erinnern musste, war er jetzt völlig mit den Nerven am Ende. Amanda bedeutete ihm sehr viel. Wenn er sich auch nicht vorstellen könnte, eine Beziehung mit ihr einzugehen, wusste er doch durch seine Fähigkeiten, was Amanda für ihn empfand. Dass? Sie nun auch noch wusste, was Hermine für ihn einmal darstellte, war zuviel für ihn. Die seit Stunden mühsam aufrechterhaltene Beherrschung brach wie eine Kartenhaus in sich zusammen.
Amandas Gesicht verschloss sich. „Sir, ich bitte darum, mich zurückziehen zu dürfen. Noch heute Abend haben Sie mein Rücktrittsgesuch auf dem Tisch." In strammer Haltung stand sie da, über seine rechte Schulter hinweg einen fernen Punkt neben der Türe fixierend. Noch während sie auf die Antwort wartete, öffnete sich die Türe und Hermine trat ein. Natürlich hatte sie Harrys Geschrei gehört, denn er war sicher laut genug gewesen.
Ohne von Harry bemerkt zu werden, trat sie hinter ihn und legte eine Hand auf seine Schulter. Harry zuckte zusammen und fuhr herum. Schnell trat Hermine einen Schritt zurück. Harry registrierte, wer da vor ihm stand. Sein Blick wurde weich und fast sofort beruhigte er sich. Dann finge er sich jedoch wieder und seine grünen Augen wurden zu kalten Smaragden.
„Ms. Granger, es tut mir leid, ich muss Sie bitten, noch kurz draußen zu warten. Das ist eine Angelegenheit der IVZ." sagte er distanziert und kalt.
„Harry, Sie hat..."
„Ms. Granger, habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt, Sie sollen noch einen Moment warten. Diese Sache geht Sie nichts an! Und mein Name ist Captain Evans!" unterbrach Harry Sie mit erhobener Stimme.
Hermine schoss die Wut wie Blitze aus den Augen. „Vergiss es!", zischte Sie. „Du bist nicht mein Vorgesetzter und Du wirst es auch nie sein. Wenn ich nicht durch diesen magischen Vertrag noch immer hier sitzen müsste, wäre ich hier schon längst verschwunden. Ich habe besseres zu tun, als mit Dir arrogantem Arsch in einem Büro zu sitzen und mir dieses Gewäsch anzuhören."
Harry hatte keine Möglichkeit auf diesen Ausbruch zu reagieren, denn schon fuhr sie fort: „Amanda trifft keine Schuld. Ich habe ihr aus eigenem Antrieb erzählt, woher ich Dich kannte. So kam eines zum anderen. Und nun kannst Du weiter den Macho raushängen. Ich warte, wie Eure Eminenz es wünscht, da draußen. Und dann wirst Du mich aus diesem verdammten magischen Vertrag entlassen, damit ich endlich nach Hause gehen kann!"
Sie rauschte aus dem Zimmer und knallte die Türe hinter sich zu. Harry drehte sich um und sah Amanda in der selben Haltung wie zuvor stramm dastehen. Frustriert seufzte er auf. Wo waren sie nur gelandet. Was für eine Schnapsidee, seine ehemaligen Freunde wie Fremde zu behandeln und sich mit Sie und Titeln anreden zu lassen. Er hätte sich denken können, dass das nicht funktionierte. Sein großer Erfolg gründete schließlich darauf, dass seine Untergebene zu ihm aufsahen, ihn mochten und alle Befehle widerspruchslos ausführten, OBWOHL er sie von Gleich zu Gleich behandelte. Es war ja zu erwarten, dass er mit einem solchen Führungsstil selbst nicht zurecht kam. Er hätte nie gedacht, dass ihn die Konfrontation mit Hermine so aus der Bahn werfen würde.
Und Amanda, diejenige, die das am wenigsten verdiente, sie musste darunter leiden. Harry tat etwas, was er noch nie gemacht hatte. Er trat zu Amanda, nahm sie liebevoll in die Arme, küsste sie auf die Wange und drückte sie an sich. Amanda versteifte sich, doch dann entspannte sie sich und legte ihre Arme um Harrys Hals. „Entschuldige Amanda. Ich habe überreagiert. Ich bin ein emotionaler Friedhof und kann oftmals nicht damit umgehen. Vergiss bitte, was ich gesagt habe." nuschelte er ihr in die Halsbeuge.
Dann, als würde er erkennen, was er gerade gemacht hatte, trat er schnell zurück und ließ sie los. Amanda war etwas rot geworden. „Nein James, gerade das, was Du eben getan hast, sagt mir, dass Du kein – wie hast Du gesagt – emotionaler Friedhof bist. Aber ich verzeihe Dir gerne, denn ich habe so eine Reaktion erwartet."
Harry nickte und lächelte. „Danke!"
„Und was machen wir mit Ms. Granger?", wollte Amanda nun wissen?"
Harrys Blick verdüsterte sich. „Nun, ich lasse ihr natürlich ihren Willen. Ruf sie herein, ich werde sie von dem magischen Vertrag entbinden und sie kann nach Hause gehen. Da sie die Zeit hier vergessen wird, wird es ihr dann wieder bestens gehen."
Amanda schüttelte den Kopf. „Das glaube ich nicht, James. Ich glaube nicht, dass es ihr die letzte Jahre gut ging und es wird auch nicht besser werden."
Harry zuckte mit den Schultern. „Glaube mir Amanda, da habe ich keinen Einfluss darauf. An mir kann es nicht liegen, dass es ihr nicht gut geht. Ich habe nichts damit zu tun und kann ihr daher auch nicht helfen."
Amanda sah ihn ungläubig an „Da ist er wieder, der James, den ich nicht kenne! Der James, den ich kenne, würde alles tun, damit es einem Freund gut geht. Und wenn es ein ehemaliger ist." sagte Amanda traurig.
„Ach bitte Amanda, jetzt hör auf. Diese Frau hasst mich, seit ich sie das letzte Mal gesehen habe. Sie würde niemals Hilfe von mir annehmen, geschweige denn mir überhaupt etwas erzählen. Nur Merlin weiß warum, aber sie zeigt es mir mit jedem Blick, mit jedem Wort und sogar mit ihrer Körpersprache. Ich habe oft gehört, dass Liebe und Hass dicht beieinander liegen, aber dass ich dieses Sprichwort einmal so am eigenen Leib erfahren werde, hätte ich nicht geglaubt." den letzten Satz sprach er so leise, dass Amanda Mühe hatte, ihn zu verstehen.
Beruhigend legte Sie eine Hand auf seinen Arm. „James, gib ihr eine Chance. Lass mich mit ihr reden. Ich nehme sie mit in die Wohnung und rede in gemütlicher Atmosphäre mit ihr. Du gehst in das Lokal zu den anderen und kommst dann nach. Vielleicht ist es in entspannter Atmosphäre einfacher."
Harry dachte kurz nach. „Ich weiß nicht. Die Wohnung wurde seit drei Jahren nicht mehr betreten. Uns beiden macht das ja nichts aus, wir sind anderes gewöhnt. Aber gut, ich lass mich dieses eine Mal, wegen der besonderen Situation, überreden."
Er gab Amanda einen Portschlüssel für ihr Domizil, denn beide waren heute nur kurz dort um ihr Gepäck abzuladen. „Gib mir zwei Stunden." sagte Amanda. „Und , James? Danke!"
Damit hauchte sie ihm einen Kuss auf die Wange und verschwand durch die Türe. Harry rollte ob der Disziplinlosigkeit mit den Augen. Dann schmunzelte er, denn er wusste, dass Amanda am nächsten Tag wieder die übliche Professionalität an den Tag legen würde.
Harry verschwand in das Lokal, in dem die anderen auf seine Ankunft warteten. Amanda hingegen trat durch die Türe und sah Hermine energisch auf dem Podium hin- und herlaufen. Amanda setzte sich in die vordere Reihe und beobachtete sie eine Zeit lang.
Nach einer Weile sagte Sie „Möchtest Du das Parkett durchlaufen oder vielleicht doch lieber neben mir Platz nehmen, Hermine?"
Hermine schrak aus ihren Gedanken auf. „Sind wir schon beim Du? Das wäre mir neu. Was ist, möchtest DU mich zur Schlachtbank führen oder was?"
Amanda lachte. „Ohne auf die Bemerkung wegen des Duzens einzugehen sagte sie: „Nein, die Schlachtbank ist geschlossen. James ist zu den anderen, die jetzt in einem Lokal sind um etwas zu feiern und sich besser kennen zu lernen. Das Fußvolk ist auch dort und in dieser Atmosphäre kann man sich besser beschnuppern. Schließlich werden wir die nächste Zeit viel miteinander zu tun haben."
Hermine stemmte die Hände in die Hüften. „Aha, und warum bist Du nicht dort? Und warum muss ich jetzt nicht mehr mit Harry reden? Und was heißt überhaupt WIR?"
„Erstens, weil ich noch mit Dir reden will und James mir die Erlaubnis gab, mit Dir das Gespräch zu führen. Mit Euch beiden wäre wohl eher das Gebäude zerlegt worden, als dass bei einem Gespräch was brauchbares herausgekommen wäre. Ich habe immer noch die Hoffung, dass Du uns unterstützt."
„Ok. Wenn es denn sein muss. Reden wir." Hermine kam vom Podium herunter und setzte sich neben Amanda. „Nicht hier. Halt das mal." Amanda reichte Hermine ein Pergament und als sie es anfasste, verschwanden sie.
Die überraschte Hermine strauchelte, als sie am Ziel ankamen. Amanda konnte sie gerade noch vor einem Sturz bewahren. Neugierig sah Hermine sich um und wurde wieder blass. Sie standen vor der Türe ihrer alten Wohnung. Amanda nahm ihren Arm, legte die Hand auf die Türe und mit einem leisen Klicken sprang das Schloss auf. Amanda ließ Hermine den Vortritt und betrat hinter ihr den schmalen Flur. Hermine keuchte auf. Auf der Türschwelle zum Wohnzimmer lag immer noch die Tasche, die sie dort hatte fallen lassen. Langsam trat sie näher und sah sich um. Nichts, aber auch gar nichts hatte sich verändert. Irgend jemand musste eine Zauber ausgeführt haben, denn nichts war von Spinnweben oder Staub zu sehen. Es war, als wären die drei Jahre nie vergangen. Alles stand und lag noch am selben Platz. Hermines Blick schweifte zum Kamin. Dort standen die Bilder aus glücklichen Tagen. Nur eines fehlte. Ihr Bild im Mytril-Rahmen, den sie Harry geschenkte hatte.
Amanda war im Flur stehen geblieben und beobachtete Hermine. Diese wanderte durch die Wohnung und sah sich alles genau an. Ihre Augen waren glasig und ihr Gesicht blass. Sanft strich sie im Wohnzimmer über das Polster der Couch ehe sie sich setzte und das Gesicht in den Händen begrub. „Warum?" hörte Amanda sie flüstern. „Warum hat er alles kaputt gemacht. Wir waren so glücklich!"
Amanda setzte sich neben sie und nahm sie in den Arm. „Du solltest ihn fragen. Es wäre langsam Zeit, dass diese Fragen einmal angesprochen werden. Ich hoffe nur um Deinetwillen, dass Du keine Überraschung erleben wirst."
Erschrocken sah Hermine auf. „Wie meinst Du das?". Amanda schüttelte den Kopf. „Nicht jetzt darüber reden. Spekulationen nützen keinem. Warte bis Harry kommt und versuche Dein Temperament im Griff zu behalten. Sonst wirst Du nie eine Antwort auf Deine Fragen bekommen. Was hältst Du von einem Glas Wein?"
„Das wäre eine gute Idee. Aber ich glaube nicht, dass nach drei Jahren der Wein hier noch genießbar ist." Hermine schmunzelte schon wieder.
„Das ist kein Problem. Warte mal. Dobby?"
Vor der überraschten Hermine erschien mit einem Plopp der kleine hyperaktive Hauself.
„Lady Amanda hat nach Dobby gerufen? – Oh, die nette Missi Granger ist auch da. Dobby freut sich Master Harry Potter Sirs Mine wiederzusehen." Mit eine Satz war der kleine Elf zu Hermine gesprungen, klammerte sich an ihrem Bein fest und weinte tennisballgroße Tränen.
„Aber Dobby, wo kommst Du denn her? Arbeitest Du nicht mehr in Hogwarts?"
„Nein, Missi Granger. Dobby arbeitet seit drei Jahren nicht mehr in Hogwarts. Dobby arbeitet jetzt für Master Harry Potter Sir."
„Du arbeitest für Harry? Wirklich? Wie hast Du ihn gefunden? Ich dachte, niemand wusste wo er ist?"
„Oh nein, Missi Granger. Dobby lässt sich nicht abwimmeln vom gutem Master Harry Potter Sir. Als Master Harry Potter Sir weggegangen ist , hat Dobby Master Harry Potter Sir gesucht. Dobby hat Master Harry Potter Sir gefunden. Master Harry Potter Sir war sehr Traurig und ganz allein. Aber Dobby hat Master Harry Potter Sir nicht alleine gelassen. Master Harry Potter Sir war sehr krank, brauchte Hilfe. Master Harry Potter Sir hat nichts gegessen, nur geweint und geschlafen. Dobby und Winky haben bei Professor Mitzekatze gekündigt und Dobby und Winky haben Master Harry Potter Sir gepflegt.
Als Master Harry Potter Sir wieder gesund war, hat Master Harry Potter Sir Dobby und Winky endlich an sich gebunden. Dobby und Winky sind jetzt die Familie von Harry Potter."
Hermine nickte betroffen. Irgend etwas lief hier völlig schief. Alles sah so aus als wäre Harry der Leidtragende, dabei hatte doch er sie betrogen. Und was sollte die Bemerkung von Amanda vorhin?
„Dobby, würdest Du bitte ein paar Flaschen Rotwein und Gläser besorgen? Und könntest Du Winky bitten, hier etwas Ordnung zu machen?"
Dobby nickte. „Dobby besorgt Wein, aber Winky darf hier nicht saubermachen. Master Harry Potter Sir hat es verboten."
Amanda runzelte die Stirn wegen diese ungewöhnlichen Anweisung, sagte aber nichts dazu. Dobby verschwand und tauchte einige Minute Später mit einem Tablett, Gläsern und einer Flasche Wein wieder auf. Er stellte beides auf den Couchtisch, schenkte zwei Gläser voll und verschwand wieder.
In den nächsten zwei Stunden erklärte Amanda die Aufgaben der Kommission, die Gründe für die Anwendung des Kriegsrechtes und den Aufgabenbereich, der für Hermine vorgesehen war, wenn Sie zustimmen würde. Auf die Frage, weshalb Harry so auf Titel und Etikette bestehen würde, bekam sie jedoch keine Antwort. Diese Frage sollte sie ebenfalls Harry stellen.
Amanda war sehr geschickt in der Darstellung des Aufgabengebiets und der schier unbeschränkten Möglichkeiten, die die IVZ zu bieten hatte. Unter anderen Umständen wäre Hermine mit wehenden Fahnen zur IVZ gelaufen. Amanda stand auf, um sich etwas bequemeres anzuziehen. Die formelle blaue Robe der „Schwarzen Engel" war etwas unbequem, aber für den heutigen Termin nötig gewesen. Ansonsten trug sie am liebsten Muggelkleidung. Während Amanda sich duschte und umzog, saß Hermine auf dem Sofa, dachte nach und starrte gedankenverloren in ihr Weinglas.
Im selben Moment, in dem Amanda mit noch nassen Haaren in das Wohnzimmer zurückkam, erschien Harry mit einem Plopp im Flur der Wohnung. Er sah zuerst zu Amanda, dann schweifte sein Blick zu Hermine. Ohne ein Wort zu sagen, verschwand er im Badezimmer.
tbc
