So, nach einer kleinen Pause geht es nun weiter.

Herzlichen Dank an die treuen Reviewer.

Zu den Fragen:

Polarkatze: Bei genauem Hinsehen ist es so, dass von "Miteinander Leben in der Wohnung" nicht die Rede sein kann. Amanda und James sind an diesem Tag in London das erste Mal aufgetaucht. Als Quartier hat Harry einfach die "alte" Wohnung genommen, da sie ja ihm gehört und es das einfachste ist. Sie haben grade mal ihr Gepäck abgeladen und sind in die Zentrale. Amanda konnte die Wohnung noch gar nicht in Augenschein nehmen.

bepa: Wow, bepa lebt noch. Du glaubst gar nicht, wie lange ich schon darauf warte, dass Du weiterschreibst! Deine Frage werden noch nach und nach aufgeklärt, gerade auch Hermines Überreaktion. Was die Wohnung angeht, siehe die Antwort an Polarkatze. Einen Plan gibt es soweit schon, nämlich den Beginn und das Ende mit ein paar kleinen Zwischenstationen. Aber oft ist eine größere Weichenstellung nötig, die den Verlauf der Geschichte schwer beeinflusst. Das ist jetzt vorerst geklärt.

herzgirl008: Mmmh, der "neue" Harry? Das ist einer der Gründe, weshalb ich überhauot begonnen habe zu schreiben. Zum einen, um zumindest "im Kleinen" zu korrigieren, was JKR da mit den Pairings regelrecht "versaut" hat und zum anderen, die Charaktere so rüberzubringen, wie ich sie mir vorstelle oder eben gerne hätte.

An alle anderen, die keine konkrete Frage gestellt haben, herzlichen Dank für die lieben Reviews. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie es motibiert, weiterzuschreiben.

Kapitel 7 – Erschütternde Eröffnungen

Amanda schüttelte genervt den Kopf. „Seit wir in England sind, ist James wie ausgewechselt. Ich kenne den Mann nicht mehr. OK, in sich gekehrt war er eigentlich immer. Aber immer, wenn er angesprochen wurde, war er stets freundlich und höflich. Zwar war er anfangs immer kurz angebunden, aber im letzten Jahr wurde er offener. Manchmal konnte man ihn sogar lachen sehen. Aber jetzt? Diese Allüren mit dem Siezen und dem Ansprechen mit dem Rang."

Hermine, die immer noch auf die Türe starrte, hinter der Harry verschwunden war, sah auf. „Ist das bei der IVZ nicht immer so?"

Amanda schmunzelte. „Ja, das war so, bis...bis James kam. Er bekam wegen seiner extrem magischen Stärke und seiner schier unglaublichen Erfolge bei der Ausbildung eine eigene Einheit zugeteilt. Er schimpfte von Anfang an über das ‚Sir, ja Sir' und das ‚Leutnant Evans' und später ‚Captain Evans'. Er hasste es regelrecht. Das ging so lange, bis er einen schriftlichen Befehl herausgab, der es bei Strafe verbot, ihn so anzureden. Da dies aber eklatant gegen die IVZ-Bestimmungen verstieß, wurde er zum Kanzler bestellt. Jeder rechnete mit einer disziplinarischen Maßnahme. Als James aber aus dem Kanzlerbüro kam, gab es nichts dergleichen. Aber eine Woche später waren die diesbezüglichen Regelungen aus dem IVZ-Handbuch geändert. Das gab ein ganz schönes Aufsehen. Ich verstehe nicht, weshalb er jetzt damit anfängt."

Hermine entgegnete nachdenklich: „Vielleicht ersetzt Du bei Deiner Frage das jetzt durch hier. Das dürfte es eher treffen."

„Du meinst, er möchte auf Distanz gehen?"

Hermine nickte: „Ich kannte ihn mal sehr gut. Er hasste nichts mehr als Aufmerksamkeit, vor allem, wenn er der Meinung war, dass er sie nicht verdient hatte. Wenn er jetzt auf Förmlichkeit besteht, will er niemanden an sich ranlassen. Ich vermute, dass er alles verdrängt hat, was vor seiner IVZ-Zeit liegt und Gespräche mit seinen früheren Bekannten deshalb vermeiden will. "

Amanda zuckte mit den Schultern. „Ich kann es ihm nicht verdenken, nach allem was ich gehört habe."

Sie schwiegen eine Weile und jeder hing seinen Gedanken nach. Hermine dachte über den veränderten Harry nach. Noch war der Schock nicht ganz abgeklungen, ihren ehemaligen Verlobten so unverhofft wiederzusehen. Ihr Blick schweifte durch die Wohnung, die auch mal die ihre gewesen war, wenn auch nur für einige Tage. Gewaltsam drängte sie die traurigen und wütenden Gedanken in den Hintergrund.

„Weshalb seid ihr ausgerechnet zusammen in dieses Wohnung gezogen?" fragte Hermine.

Amanda hob ihre Schultern. „Keine Ahnung. Ich wusste nicht, dass es Eure ehemalige Wohnung war. Wir sind heute morgen per Portschlüssel hier angekommen, haben unser Gepäck in die Diele gestellt und sind sofort in die Zentrale appariert. Ich konnte mich bis jetzt gar nicht genau umsehen. James sagte bei der Einsatzzuteilung nur, dass er in London noch eine Wohnung besitzt und dieses ideal als Einsatzstützpunkt dienen könnte. Wir handhaben das immer so. Da wir fast alle Einsätze gemeinsam machen, er als Chef und ich als Stellvertreterin, ist es von Vorteil, wenn wir im selben Quartier leben. Das ist alles. Ich habe noch nicht mal das Gepäck eingeräumt und habe auch keine Ahnung, wo ich schlafen werde. James wollte es mir heute Abend zeigen."

„Aber weshalb ist es hier sauber? Ich meine, die Wohnung stand drei Jahre leer."

„Ich vermute, dass James Dobby und Winky zuerst hergeschickt hat, um sauber zu machen. Warum sie nichts verändern durften...."

Amanda wurde unterbrochen, als sich die Badezimmertüre öffnete.

Frisch geduscht, die langen Haare noch feucht, mit nacktem Oberkörper, aber einer leichten Stoffhose bekleidet und einem Kleiderbündel unter dem Arm, kehrte Harry aus dem Bad zurück. Er ignorierte die Blicke der beiden Frauen, warf das Bündel Kleider über einen Sessel und rief leise „Winky?". Unmittelbar erschien die kleine Elfe und strahlte ihren Herrn an.

„Master Harry ist zurück?" rief sie freudig, drehte sich dann um und begrüßte Amanda ebenso strahlend. Hermine nickte sie nur zu und konnte einen giftigen Blick nicht verbergen. Nachdem was Dobby vorhin erzählte, ahnte Hermine, dass die Elfe nicht gut auf Hermine zu sprechen war. Insgeheim fragte sie sich, was Harry wohl erzählt haben mochte, dass die Elfe so gegen sie eingenommen war. Sicherlich hatte er sich selbst in's beste Licht gerückt und Hermine zum Buhmann gemacht.

Eine kleine Stimme sagte ihr tief drinnen, dass Harry nie so war. Innerlich zuckte Hermine mit den Schultern. ‚Leute ändern sich – und das hat er definitiv.'.

Harry hockte sich hinunter, um auf gleicher Augenhöhe mit Winky zu sein. „Winky, ich brauche die Robe morgen Abend wieder. Sie hat etwas gelitten. würdest Du sie bitte reinigen?"

Winky hatte sich sehr verändert, seit Hermine sie zum letzten Mal gesehen hatte. Aus dem verängstigten Wesen war eine selbstbewusste Elfe geworden. Sie schien Harry sehr zu verehren und Hermine staunte, wie sanft und liebevoll Harry mit ihr umging. Hermine fragte sich unwillkürlich, wie viele Seiten Harry wohl heute schon gezeigt hatte und wie viele es noch werden. Im Moment erinnerte er sie an die früheren Hogwartsjahre.

„Natürlich Master Harry Potter Sir." Während Harry sich umdrehte und in das Schlafzimmer ging, schnappte sie sich das Bündel und verschwand. Nur die beiden Frauen bemerkten das Schmuckstück, das aus der Robentasche gefallen war.

Amanda stand auf und hob die Kette mit dem Mythril-Schlüssel auf. Hermine japste nach Luft, als sie den Schlüssel zu den Bibliotheken von Alexandria erkannte. Natürlich wusste sie um was es sich handelte, allerdings hatte sie von den äußerst seltenen Schlüsseln noch nie einen zu Gesicht bekommen.

Amanda, die den Laut mitbekommen hatte, sah Hermine fragend an. „Kennst Du diese Kette?"

Hermine musste sich erst fangen, ehe sie antworten konnte. Ehrfürchtig sah sie auf das schimmernde Material. „Wenn es wirklich das ist, was ich denke und ich wüsste nicht was es sonst sein sollte, dann hast Du da so ziemlich das wertvollste Stück Schmuck in der Hand, das es gibt. Und das wichtigste dabei ist, Du kannst es mit keinem Geld der Welt kaufen. Es ist mir unverständlich, wie es hierher kommt oder gar in Harrys Besitz. Bitte, darf ich es mal anfassen?"

„Wie wäre es, wenn Du mir vorher sagst, um was es sich handelt?" fragte Amanda nun misstrauisch.

„Oh Amanda, es ist keine Schmuckstück, wenn es auch wunderschön aussieht. Es ist ein Schlüssel!" sagte Hermine ganz begeistert.

„Ein Schlüssel?" fragte nun Amanda, die immer verwirrter schaute.

„Ja! Das ist ein Schlüssel zur..."

„...Bibliothek von Alexandria!" unterbrach sie eine tiefe Stimme hinter ihnen.

Harry war angezogen zurückgekehrt und hatte die Situation sofort erfasst. „Gib mir bitte die Kette, Amanda."

Amanda reichte ihm die Kette und war nicht im Geringsten schlauer als vorher. Natürlich hatte sie vom Mythos der Alexandrischen Bibliothek gehört, aber soweit sie wusste, war diese schon vor tausend Jahren untergegangen. Oder etwa nicht?

Harry nahm die Kette und seufzte. „Amanda, nun haben wir beide ein Problem. Die Existenz dieses Schlüssels muss unter allen Umständen geheim bleiben. Ich muss Dich auffordern, den unbrechbaren Schwur zu leisten, dass Du dieses Geheimnis für Dich behältst."

Amanda verstand nun gar nichts mehr und das machte sie wütend. „Kannst Du mir mal verraten, was das soll? Wieso den Unbrechbaren? Und wieso nur ich und nicht Hermine? Außerdem weißt Du, dass ich schon durch den Diensteid keine Geheimnisse ausplaudern kann, und dieser ist genauso wirkungsvoll wie der Unbrechbare." Sie funkelte Harry mit ihren blauen Augen an.

„Dein Diensteid gilt nur für Dienstgeheimnisse. Dieses aber ist privat." erklärte Harry genervt. Zum zweiten Mal an diesem Tage war dieser Schlüssel, der so viele Erinnerungen barg, Thema.

Hermine, die der Auseinandersetzung gespannt gefolgt war, schnappte nach Luft.

„Privat! Dieser Schlüssel gehört nicht der IVZ sondern Dir? Das ist unmöglich." Zum ersten Mal an diesem Abend sprach sie Harry direkt an.

Harry warf ihr einen giftigen Blick zu. Überrascht sah sie die tiefe Traurigkeit, die sich hinter den grünen Augen zeigte. Noch immer konnte sie in diesen Augen lesen wie in einem Buch. „Ja, dies ist ein privater Schlüssel. Amanda, ich sage es nocheinmal. Ich brauche diesen Schwur von Dir."

Amanda zuckte mit den Schultern. „Nun denn, es bleibt mir kaum eine Wahl." Sie hob ihren Zauberstab und Harry tat es ihr gleich. Sie sprach die Formel und Harry schien sich etwas zu beruhigen.

„Sagst Du mir jetzt, warum Hermine den Schwur nicht zu leisten braucht?" fragte sie nun etwas genervt.

„Nein. Das sage ich Dir nicht. Dass Ms. Granger nichts ausplaudern kann, ist alles was Du zu wissen brauchst. Ihr beide könnt Euch darüber unterhalten, aber nach Aussen ist das nicht möglich. Amanda, Du kennst die Konsequenzen."

„Aber...", versuchte Hermine nun doch noch etwas mehr zu erfahren.

Harry unterbrach sie harsch. „Ich werde mich nicht weiter darüber auslassen." Sein Tonfall hatte etwas endgültiges. „Hat Dir Amanda erklärt, worum es in der Kommission geht?"

Hermine nickte.

„Und bist Du bereit, mitzuarbeiten?"

Hermine überlegte kurz. Dann schüttelte sie den Kopf. „Nein Captain Evans, ich werde dabei nicht mitmachen. Nicht, dass mich die Aufgabe nicht reizen würde, aber ich traue Ihnen nicht. Ich kann nur jemanden als Kommandeur anerkennen, dem ich bedingungslos vertraue, was, wie sie sehr wohl wissen, bei Ihnen nicht der Fall ist."

Amanda sah sie schockiert an. Harry jedoch nickte. Er sah Hermine kurz in die Augen und erwiderte: „Nein Ms. Granger, ich habe leider keine Ahnung, was sie zu der Annahme bringt. Nicht, dass es mich interessieren würde. Aber es ist Ihre Entscheidung. Es tut mir leid, dass wir Ihre Zeit verschwendet haben. Sie wissen, was ich nun gezwungen bin, zu tun."

„Ja, Sie werden diesen Tag aus meinem Gedächtnis tilgen. Tun sie das. Vielleicht können Sie mir bei der Gelegenheit auch gleich die Erinnerung daran nehmen, dass ich je einen Harry James Potter kannte und dumm genug war, mich mit ihm einzulassen?" kam die bittere Antwort.

Amanda zog tief die Luft ein, als sie dieses Ansinnen hörte.

Harry schüttelte resigniert den Kopf. „Das wäre leider in höchstem Maße illegal. Ich habe keine Ahnung, womit dieser Harry Potter sich ihre Abneigung eingehandelt hat, aber sollten Sie ihn einmal sehen, wäre es sicherlich eine gute Idee, es ihm zu sagen. Der arme Kerl hat nämlich keine Ahnung, weshalb sie ihn so hassen." zischte er wütend. Er zog seinen Zauberstab um sie diesen Tag vergessen zu lassen, als Amanda ihm die Hand auf die Schulter legte und sanft den Kopf schüttelte. Sie bedeutete ihm, ihr in die Küche zu folgen.

„James, sagte sie leise. Können wir das mit dem Gedächtniszauber nicht ausnahmsweise lassen? Ich verstehe mich gut mit ihr und glaube, dass ich sie doch noch überreden könnte. Bitte, James." sie sah ihn bittend an.

„Amanda, das geht nicht. Es darf nichts nach draußen dringen, das weißt Du!"

„Aber wir haben doch den magischen Vertrag noch nicht gelöst. Sie kann doch gar niemandem etwas erzählen." bat Amanda nun weiter.

Harry sah sie skeptisch an. „Es wäre eine Möglichkeit. Ok. Du hast zwei Monate."

Damit drehte er sich um und ging zurück. Dort sah ihn eine nachdenkliche Hermine an, als er ohne sie anzusehen an ihr vorbei in sein Schlafzimmer ging und die Türe hinter sich schloss.

Amanda setzte sich zu Hermine, die sie fragend ansah. „Was ist los? Ich denke, mein Gedächtnis soll verändert werden? Hab ich den hohen Herrn jetzt so beleidigt?"

„Ich habe ihn gebeten, dir noch Bedenkzeit zu geben. Mit dem Hinweis auf den magischen Vertrag hat er nachgegeben. Du hast noch etwas Zeit, es Dir zu überlegen. Aber denke daran, dass Du mit niemanden darüber reden darfst. Der magische Vertrag würde sehr unangenehm werden." warnte Amanda sie.

Hermine nickte. „Ich glaube zwar nicht, dass ich meine Meinung ändern werde, aber gut, wir werden sehen. Aber ich frage mich immer noch, warum er den Unbrechbaren von Dir gefordert hat und nicht von mir."

Amanda nickte. „Ja, das wundert mich auch sehr. Was könnte es für einen Grund geben? Warum solltest Du nicht darüber reden können?"

Hermine dachte nach. „ich müsste zu einem Personenkreis gehören, der schon anderweitig durch einen Zauber oder Eid daran gebunden ist. Aber mir fällt nichts ein. Beruflich nicht, denn das hat unmöglich was mit St. Mungos zu tun."

„Was ist mit Deinem Studium?"

Hermine schüttelte den Kopf. „Nein, nichts. Außerdem, woher sollte Harry etwas aus dieser Zeit wissen? Ich war verschwunden und er auch, oder?"

Amanda nickte. „Stimmt. Aber was kann es sonst sein? Hat es mit dem Schlüssel selbst zu tun?"

„Kann ich mir nicht vorstellen. Außer, wenn ICH mit dem Schlüssel etwas zu tun hätte. Wenn es meiner wäre oder so, dann könnte ich auch nur mit den Leuten darüber reden, die darüber Bescheid wüssten. Aber das ist er definitiv nicht. Ich glaube ich würde töten, um so einen Schlüssel zu bekommen." seufzte Hermine.

„Lass das nicht Harry hören." grinste Amanda.

„Es würde auch nichts nützen. Der Schlüssel funktioniert nur für die Person, für die er gemacht ist. Also Diebstahl fällt aus. Man kann ihn auch nicht übertragen. Es gibt einen Zauber..." Hermine schlug sich an die Stirn. „Dass ich da nicht drauf gekommen bin. Man kann mit einem Zauber feststellen, WEM so ein Schlüssel gehört, das heißt, ich hätte es herausbekommen können."

Amanda schüttelte den Kopf. „Hermine, Du solltest Dir vielleicht mal angewöhnen, zu fragen. Manchmal erhält man darauf sogar Antworten."

„Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass Harry mir eine Antwort geben würde? Du hast ja gesehen, wie er auf mich zu sprechen ist."

„Nun, zumindest hast Du ihn damals auch nicht gefragt."

Hermine wurde wieder wütend, wie immer, wenn sie daran erinnert wurde. „Was gefragt? Ich habe es gesehen. Schon vergessen?"

„Und? Was hast Du gesehen? Dass er von einer Frau umarmt wurde? Ich muss schon sagen, Du hast einen weiten Begriff von Fremdgehen. Hast Du schon mal darüber nachgedacht, dass da gar nichts war? Dass es vielleicht einen ganz anderen Grund für die Umarmung gab?" fragte Amanda neugierig. „Ich kenne James vielleicht nicht so lange wie Du, aber wenn es jemanden gibt, dem ich eine solche Aktion niemals zutrauen würde, dann ist es James."

Hermine nickte traurig. „Ja, das habe ich auch mal gedacht. Hast Du ... hat er ... gab es viele Frauen in seinem neuen Leben?"

Amanda schüttelte den Kopf. „Nicht soviel ich weiß. Harry war niemals an irgendeiner Frau interessiert. Obwohl er immer der Schwarm von zahlreichen Frauen war, hat es ihn eher genervt. Ich glaube nicht, dass irgendeine bei ihm zum Zug gekommen ist."

„Ich habe nie begriffen, was er an mir gefunden hat. Er, der berühmte Harry Potter. Ständig war er umlagert von Frauen, die tausendmal schöner waren als ich. Die es wenig interessierte, dass er in festen Händen war. Schon alleine diese hochmütigen Blicke, die sie mir immer zuwarfen. Ich kam mir immer vor, wie ein Mauerblümchen. Ich hatte immer Angst, dass er mich sitzen lassen würde. Und als ich dann diese Frau in seinen Armen sah, die sich für den schönen Tag bedanke und ihm sagte, dass sie ihn liebt, da war es aus."

„Wer war denn diese Frau, kanntest Du sie" fragte Amanda neugierig.

„Ich habe nie mit ihr geredet." antwortete Hermine trübselig. „Aber ich wusste wer sie war. Ein berühmter Quidditch-Star. Ich glaube Harry hat ihr sogar damals den Posten besorgt. Offensichtlich hat sie ihm wohl auch etwas ‚besorgt'. Ich wusste einfach, dass mein Glück nicht von langer Dauer sein würde. All die schönen Frauen..."

„...die Deinen Freund nie interessierten. Dem es völlig genügte, dass er mit der intelligentesten, schönsten, warmherzigsten Frau zusammen war, die er mehr als alles andere auf der Welt liebte." ertönte eine männliche Stimme.

Hermine kiekste vor Schreck und die beiden Frauen sahen Harry im Türrahmen des Schlafzimmers stehen.

„Harry! Wie...wie lange stehst Du schon hier?" fragte Hermine panisch und wollte schon aufspringen, wurde jedoch von Amanda zurückgehalten.

„Lange genug, um den Schwachsinn mitzubekommen, den Du da gerade von Dir gegeben hast. Bitte sag mir nicht, dass Du mich verlassen hast, weil Du geglaubt hast, ich hätte Dich betrogen. Bitte sag dass es nicht wahr ist!" sagte Harry mit ungläubigen Augen.

„Aber ... Corinna, sie hat ..." stotterte Hermine, die gar nicht wusste wie ihr geschah.

„Corinna? Du glaubst ich habe Dich mit Corinna betrogen?" staunte Harry nun?

„Ich habe Dich gesehen, an dem Abend, mit ihr..."

„Was hast Du gesehen? Dass sie mich zum Abschied umarmt und mir ein unschuldiges Küsschen auf die Wange gibt? Bist Du verrückt geworden?" fragte Harry nun zornig.

Er drehte sich um, ging ins Schlafzimmer und kam mit dem Schlüssel zurück. Er warf ihn vor Hermine auf den Tisch.

„Los! Sprich Deinen Zauber! Finde heraus, wessen Schlüssel das ist." forderte er mit stahlharten Augen.

„Aber..."

Tu es, verdammt noch mal, los!"

Hermines Hand zitterte, als sie ihren Zauberstab auf das schimmernde Schmuckstück richtete und die Formel murmelte.

Das ständige Verformen des Mythril stoppte kurzzeitig und der Schlüssel leuchtete auf. Ein leichter Rauch stieg auf und formte drei Worte: „Hermine Jane Granger"

Entsetzt starrten Hermine und Amanda auf den sich kräuselnden Rauch.

Mit leerem Blick starrte Harry auf den Schlüssel. "Es sollte mein Hochzeitgeschenk für Dich sein. Ein wunderbares Geschenk, wie geschaffen für die wunderbarste Frau die ich kannte. Wunderbarer als all die schönen Flittchen, die nur den Jungen-der-lebt und seinen Reichtum haben wollten und nicht den Harry Potter, wie er wirklich war.

Corinna half mir, denn ihr Onkel war ein Scheich und wurde ihr zuliebe mein Fürsprecher. Sie schuldete mir etwas, denn ich hatte ihr schließlich den Job besorgt. Doch der Gefallen hätte sie fast ihre Ehe gekostet, weil das Ganze viel länger dauerte, als erwartet. Das konnten wir aber umgehend und schnell mit Corinnas Ehemann klären. Harry seufzte traurig. "Dafür hat es mich meine Liebe und meine Ehe gekostet." sagte er leise und wie zu sich selbst.

Dann straffte er die Schultern, nahm den Schlüssel und warf ihn Hermine in den Schoß. „Behalte ihn, ich habe keine Verwendung mehr dafür." Dann drehte er sich um und disapparierte.

Hermine starrte den Schlüssel an. Als sie realisierte, was sie eben gehört hatte, verdrehte sie die Augen und wurde ohnmächtig.

TBC