Und noch schnell das nächste Kapitel.
WARNUNG: Alle, die keine Cliffs mögen, sollten dieses Kapitel noch nicht lesen! Dieses Mal ist es definitv (auch nach meiner Einschätzung) einer.
Vielen Dank an die treuen Reviewer.
Zu den Fragen/Antworten, die gestellt wurden:
sarah: Dann wäre die Geschichte schon zu Ende. Möchtest Du das?
Cute_Liliy: Obwohl ich Dich natürlich nicht gerne traurig sehe, freut es mich, wenn Dich diese Geschichte berührt. Ob es besser wird. Noch nicht. Das Tal ist noch nicht erreicht. So tief wie die Verletzungen sind braucht es auch einen tiefen Schnitt.
bepa: Ohnmächtig? Na den: "Enervate bg. Im Ernst. Hier ist ja schon das nächste Chap. Beachte aber die Warnung oben. Zu Deiner Bemerkung über die Länge der Kapitel: Ich habe eine untere Grenze und das sind 2'000 Worte. Die meisten haben mehr als 3'000 und manchmal gibt es – je nach Thema – auch 4'000 bis 6'000 Worte. Das ist weit über dem Durchschnitt, zieht man andere FF's in Betracht. Deine Angaben von 30 bis 150 habe ich nicht ganz verstanden. Sagst Du es mir genauer?
Ich verwende natürlich auch ein Kapitelende zur Steigerung der Spannung oder wenn es passt, zu einem Szenenende.
Olaf74: Ich bin überzeugter H/Hr-Shipper. Natürlich bekommen die Beiden ihre Chance. So viel kann ich verraten. Und sogar mehr als Eine. Was ich allerdings nicht in der Hand habe – ist – wie sie mit diesen Chancen umgehen. Da bin ich selbst gespannt.
LordMegger: Lassen wir uns überraschen. Sobal ich mehr weiß, teile ich es Euch in Form von Kapiteln mit.
An alle anderen, vielen Dank für die Reviews.
Es ist wieder mal Zeit meiner bezaubernden Beta zu danken. "Black Panther" steht buchstäblich Tag und Nacht bereit, um die "Unlogikkeiten" auszutreiben. Danke Anja!
Kapitel 8 – Verzweifelte Suche
Amanda saß in aufrechter Haltung auf einer Besucherbank im Flur des St. Mungo. Soeben öffnete sich ihr gegenüber die Türe und Heiler Burbank trat heraus. Vor einer Stunde hatte Amanda die bewusstlose Hermine hergebracht, nachdem alle ihr bekannten Mittel Hermine nicht aus ihrer Ohnmacht erwecken konnten. Nun hatte sie gewartet, bis jemand sie über den Zustand Hermines informierte.
An diesem Tag hatte sie weit mehr über die Vergangenheit James' erfahren, als in all den Jahren zuvor. Das bedeutete aber nicht, dass sie genau verstehen konnte, was damals geschehen war. Einiges reimte sie sich zusammen. ‚Merlin, wenn all das so passiert ist, wie ich glaube, dann hat die gute Hermine es fertig gebracht, völlig unwissend zwei Leben zu zerstören. Ihr eigenes und das von James.'
Während Amanda nun klar wurde, weshalb James zeitweilig so in sich gekehrt und traurig war, jegliche Kontakte zu seinen weiblichen Bewunderern scheute und sich nie auch nur ansatzweise auf eine Beziehung eingelassen hatte, so verstand sie Hermines Beweggründe nicht.
Was, in drei Teufels Namen, hatte die Braunhaarige dazu gebracht, dermaßen zu reagieren? Amanda beschloss, sich gründlich über das Vorleben ihre Captains zu informieren. Erstaunlicherweise hatte Amanda für sich selbst schnell akzeptiert, dass sich ‚ihr' James Evans als der legendäre Harry James Potter entpuppt hatte. Dieses magische Macht und das Selbstbewusstsein, das ihr vorgesetzter ausstrahlte, war damit wohl erklärt.
Jetzt allerdings machte Amanda sich Sorgen. Wie musste James sich fühlen, nachdem er erfahren hatte, warum Hermine ihn verlassen hatte? Wohin war er verschwunden? Spontan fiel ihr nur Turm im Ausbildungslager ein. Sie musste ihn finden.
Amanda war erleichtert, als der Heiler auf sie zutrat und ihr erklärte, was mit Hermine los war.
„Dr. Granger hat einen Schock Ms. Mowian. Allerdings ist mir ein Schock dieser Stärke erst einmal untergekommen. Es scheint so, als hätte ihr Gehirn beschlossen, seine Funktionen einzustellen. Die Gehirnströme sind fast unortbar und es ist uns bis jetzt noch nicht gelungen, ein Mittel zu finden, die Blockade zu lösen. Es sind dieselben Symptome, die ein ins Koma gefallener Patient aufweist. Da sie in bester körperlicher Verfassung ist, wird es am Besten sein, sie schlafen zu lassen." berichtete der Heiler in neutralem Tonfall.
Amanda sah den Heiler erschrocken an. „Ein Koma? Wie kann ein Schock so groß sein, dass Ms. Granger ins Koma fällt? Und wie kann man sie wieder wecken?"
Der Heiler hob bedrückt die Schultern: „Ich kann es nicht sagen. Das einzige Mal, als ich ähnliche Symptome diagnostizieren musste, war im letzten Krieg. Ein Mann hatte seine Frau am Tag der Hochzeit durch einen Todesserüberfall verloren. Er fiel mit ähnlichen Symptomen ins Koma. Sein Lebenswillen war völlig gebrochen. Wir konnten ihn nicht zurückholen. Nach drei Wochen stellte der Körper des jungen Mannes seine Funktionen vollständig ein."
Entsetzt fragte Amanda: „Er starb?"
„Ja, Ms. Mowian. Wir standen daneben und konnten rein gar nichts tun. Wissen sie, ob Ms. Granger Menschen hat, die ihr nahe stehen, die für sie da sind? Ich fürchte, das dies eines der wenigen Dinge ist, die wir für sie tun können."
Amanda schüttelte den Kopf. „Ich habe Ms. Granger erst heute kennen gelernt. Aber ich werde mich schleunigst damit befassen!"
Besorgt sah Amanda nochmals auf die halb offene Zimmertüre und ging dann raschen Schrittes zum Apparationspunkt. Sie überlegte sich, mit wem sie am Besten über das Problem sprechen könnte. Spontan fiel ihr nur Remus Lupin ein. Manchesmal hatte James Bezug auf diesen genommen, wenn das Gespräch auf Werwölfe kam. Soweit Amanda wusste, war Remus Lupin damals ein näherer Freund von James gewesen. Sie beschloss, ihn über das Flohnetzwerk zu rufen. Da sie James' Stellvertreterin war, und dieser nicht da war, hatte sie volle Weisungsbefugnis. Entschlossen apparierte sie zurück in die Wohnung.
Zunächst rief sie nach Dobby. Der kleine Elf erschien prompt und hatte auch Winky im Schlepptau. Ganz aufgeregt wackelte Dobby mit den Ohren. „Missi Amanda, wie geht es Master Harrys Missi Hermine? Dobby und Winky sind ganz traurig!"
Amanda kniete sich zu den beiden Hauselfen. „Dobby, Hermine geht es nicht gut. Sie liegt im Koma und will nicht aufwachen. Dobby, kannst Du Jam...Harry finden?"
„Oh Missi Amanda, Dobby kann Master Harry nicht spüren. Master Harry will nicht gefunden werden, wenn Dobby Master Harry Sir nicht spüren kann." rief der verzweifelte Elf und tappte aufgeregt mit den Füßen.
„Dobby, kannst Du Mr. Remus Lupin zu mir holen?" fragte nun Amanda.
„Oh ja, Dobby kann Master Remus schnell holen!" sprachs und verschwand. Wenige Augenblicke später erschien er mit einem völlig perplexen Remus. Dobby schien den Werwolf nicht einmal gefragt zu haben, denn der Mann hatte doch tatsächlich noch eine Gabel in der Hand, von der einsam eine Spaghettinudel herunterhing. Verblüfft sah er auf Amanda, die trotz der prekären Lage ein Schmunzeln nicht unterdrücken konnte.
„Leutnant Mowian?" fragte Remus. „Was ist denn so eilig? Dobby tauchte einfach auf, packte mich am Arm und apparierte mit mir hierher."
„Mr. Lupin, bitte nennen Sie mich Amanda, wenn wir unter uns sind." lächelte Amanda den Werwolf an.
„Danke, Amanda, aber nur, wenn Sie Remus zu mir sagen, Also, was ist so wichtig?"
„Ms. Granger ist mit einem schweren Schock ins St. Mungos eingeliefert worden. Sie ist in einem komatösen Zustand. Captain Evans ... James ... ist verschwunden und ich muss ihn unbedingt finden."
Geschockt ließ Remus sich in einen Sessel sinken. „Hermine im St. Mungos? Koma? Was ist passiert? Ein Angriff? Und warum ist Harry verschwunden?"
Amanda sah den älteren Mann vor sich an und fragte sich, wie viel er wohl wusste und was sie ihm erzählen konnte, ohne James noch mehr aufzubringen. Dabei fiel ihr Blick auf den Schlüssel zu den Bibliotheken von Alexandria. Remus hatte ihren abschätzenden Blick wohl bemerkt und auch der Blick zu dem Schlüssel war ihm nicht entgangen.
„Amanda, bitten Sie können mir alles sagen." Er wies auf die Kette. „Ich weiß was das ist, und kenne die Zusammenhänge. Wenn Sie es auch wissen, können wir darüber reden, ohne den Schwur zu brechen."
Amanda atmete erleichtert auf. Sie umriss grob die Vorgänge dieses Abends und ließ auch nicht die Aufklärung über Hermines Verhalten von vor drei Jahren aus. Remus, der dies schon wusste, vergrub das Gesicht in die Hände. „Bei Merlin, ich wusste, dass Hermine das nicht gut aufnehmen würde, wenn sie erfährt, was tatsächlich los war. Aber Koma? Ich habe schon einiges über ein solches Koma gehört und gelesen. Sie braucht jemanden, dem sie vertraut, der sie zurückführt. Im Idealfall jemanden, den sie liebt."
Amanda nickte. „Ja, das hat der Heiler auch gesagt. Aber ich kenne niemanden, der Hermine so nahe steht. Ich meine, ich kenne Ms. Granger gerade mal ein paar Stunden."
„Nun, mir geht es nicht viel anders. Hermine hat nach diesem unleidigen Zwischenfall alle Brücken hinter sich abgebrochen. Ich weiß nicht, wer ihr, außer ihre Eltern, die letzten drei Jahre nahe stand."
„Was ist mit ihren Eltern?"
„Dazu müssten wir sie nach Hause verlegen. Muggel können nicht ins St. Mungos. Das würde ich gerne noch vermeiden." Remus verfiel tief in Gedanken. Wenn ihm jemand einfiel, der Hermine je geliebt hatte, dann war es nur Harry. Aber die Beziehung war schon vor drei Jahren in die Brüche gegangen. Aber was war mit den Gefühlen der beiden? Waren diese auch erloschen? Er erinnerte sich, mit wie viel Wut und Hass Hermine reagiert hatte, wenn die Sprache auf Harry kam. Aber immer schwang auch große Verletztheit und Trauer mit. Waren ihre Gefühle für ihn wirklich erloschen?
Amanda schien die Gedankengänge Remus' nachzuvollziehen. Sie dachte an James und wie er auf Hermine reagiert hatte. Erst seit sie wieder in England waren, setzte James seine kühle Maske auf. Es war ohnehin schon fast unmöglich, bei Harry irgendwelche Emotionen zu deuten. Es gab nur eine Möglichkeit. Sie mussten Harry finden.
Zeitgleich kamen die beiden so unterschiedlichen Personen zum selben Schluss. Amanda sah ihr Gegenüber an. „Wie können wir James finden? Selbst Dobby ist nicht in der Lage dazu, wenn James es nicht will."
Remus dachte nach. Dann fiel ihm das Gespräch mit Draco Malfoy vom Nachmittag ein. Vielleicht hatte Harry sich an diesen Ort zurückgezogen, wie er es während seiner Ausbildung tat? „Wenn Sie erlauben Amanda, würde ich gerne etwas versuchen."
„Natürlich. Alles was hilft." antwortete die Schwarzhaarige. Remus rief nach Dobby.
„Dobby, könntest Du bitte nach Draco Malfoy suchen und ihn herbringen?"
Der Elf nickte und verschwand. Diesmal dauerte es etwas länger, bis er mit Draco auftauchte. Anscheinend hatte er dieses mal vorher erklärt wo es hingehen sollte. Auf dem Emotionslosen Gesicht des ehemaligen Slytherin zeigte sich keine Regung.
„Leutnant Mowian, Remus" grüßte er kurz.
Beide nickten ihm zu. „Draco, kannst Du die Lichtung wiederfinden, von der Du uns heute Mittag erzählt hast?"
Überrascht zog Draco eine Braue hoch. „Die Lichtung? Die von Potter?" fragte er.
Remus nickte. „Es hat eine Auseinandersetzung gegeben und Harry ist verschwunden. Wir brauchen ihn dringend hier, aber niemand, selbst Dobby nicht, kann ihn finden."
„Aha, hat er Ms. Ich-Weiss-Alles gesagt, dass sie Mist gebaut hat?" fragte er süffisant.
„Woher..." fragte Amnada überrascht.
„Oh, kommen Sie, Leutnant. Ich kann eins und eins zusammenzählen. Potter hätte nie etwas derartiges gemacht, wie Granger ihm vorgeworfen hat. Das ist absurd."
Nach einem kurzen Blick auf Amanda erzählte Remus so viel, wie er, ohne den Schuwr zu verletzen, sagen konnte.
„Oh oh!" war die Reaktion des Blonden auf Hermines Zustand. „Das ist eine üble Sache! Ich denke, dass ihr nicht falsch liegt. Ich werde ihn suchen."
Amanda sprang auf. „Ich komme mit!"
„Bei allem Respekt, Leutnant, aber das ist nicht möglich. Solange Potter nicht da ist, sind Sie der Kommandeur. Ich glaube auch nicht, dass es bei Potter gut ankäme, wenn plötzlich mehrere Leute von seiner Zuflucht wüssten."
Widerwillig setzte sich Amanda. Draco hatte recht. Sie musste hier bleiben. Auch Remus konnte nicht mit.
Remus, das ist Gelände des Ausbildungszentrums der IVZ. Die Schutzzauber würden Dich zerreißen, wenn Du auch nur in die Nähe kämst. Nur ich oder Leutnant Mowian können dahin, und der Leutnant muss hier bleiben."
Draco verabschiedete sich und verschwand, nicht ohne zu versprechen, dass er – egal um welche Uhrzeit er zurückkehrte – er Bescheid sagen würde.
Remus machte sich auf den Weg ins St. Mungos, um nach Hermine zu sehen. Amanda legte sich auf das Sofa und versuchte, ziemlich erfolglos, etwas zu schlafen.
Draco apparierte an den Rand der Schutzzauber des Ausbildungszentrums. Dieses befand sich in einer besonders unwirtlichen Region der Rocky Mountains. So erschien die Gegend zumindest den Muggeln und Nichteingeweihten.
In Wirklichkeit glich die Gegend in etwa der Landschaft Norwegens, mit ihren Wäldern, Flüssen und Seen. Draco zog seinen Zauberstab und murmelte eine längere Beschwörung. Jeder, der einmal längere Zeit im Ausbildungslager gelebt hatte, konnte wieder zurückkehren.
Danach konzentrierte sich Draco auf die versteckte Lichtung und apparierte an den Rand.
Da es stockdunkel war, musst er sich erst einmal orientieren, schließlich war sein letzter und einziger Besuch einige Jahre her. Leise drangen schwermütige Töne einer Flöte an sein Ohr. Nachdem sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, bemerkte er auch den schwachen, flackernden Schein eines Feuers. Draco konnte ein Grinsen nicht unterdrücken und bereitete sich auf seinen Überraschungsbesuch vor. Natürlich war er nicht so blöd, einfach auf die Lichtung zu stürzen. Es war nicht gut für die Gesundheit, überraschend am falschen Ende von Potters Zauberstab zu stehen. Draco wusste nicht einmal, ob Potter überhaupt einen Stab benötigte, um ihn kurzerhand in Stücke zu fluchen.
Deshalb schlich er sich unter den Bäumen hindurch und lehnte sich an einen Baum. Der flackernde Schein des kleinen Feuers fiel auf ihn und tauchte auch die Lichtung in ein warmes Licht. Wie damals saß Potter auf dem Stein, hielt die Augen geschlossen und spielte die selbe schwermütige Melodie. Obwohl Draco nichts mit Muggelmusik anfangen konnte, so wusste er doch klassische Musik zu schätzen. Was Harry da in Vollendung seinem Instrument entlockte war eindeutig „Air" von Bach.
Draco lauschte ein Weile und gerade als er sich bemerkbar machen wollte, brach die Musik ab. „Was willst Du Malfoy? Wie hast Du mich gefunden?"
Völlig perplex, wie Potter ihn bemerkt haben könnte, stand Draco stocksteif da.
Dann riss er sich zusammen, schritt auf Harry zu und blieb neben ihm stehen. „Du weißt, Potter, dass Du gesucht wirst? Während Du hier Däumchen drehst, heult sich Dein Leutnant die Augen nach Dir aus." meinte er mit träger Stimme.
„Mein Leutnant, wie Du es nennst, heult nicht. Kein schwarzer Engel heult. Also was ist los. Was suchst Du hier."
„Ich war schon mal da. Wir waren mal eine Zeit lang gemeinsam hier, erinnerst Du Dich? Ich hab Dir ein bisschen nachspioniert und Dich hier entdeckt. Du hast mich nicht bemerkt. Wieso hast Du mich heute entdeckt? Ich bin sicher, dass ich kein Geräusch gemacht habe."
„Deine Aura Malfoy. So etwas übersehe ich nicht. Ich bin ein schwarzer Engel. Ich dachte Du hättest das begriffen. Und nun zum letzten Mal. Was tust Du hier! Ich bin es gewohnt, dass meine Untergebenen meine Fragen sofort beantworten." Harry betonte den Status des Blonden und warf ihm einen kalten Blick zu.
„Verdammt Harry, können wir dieses formelle Gehabe im Moment mal lassen? Ich bin privat hier." knurrte Draco völlig unmalfoyhaft. „Es geht um Deine Freundin."
Harry sah dem Blonden in die grauen Augen. „Was für eine Freundin? Ich habe nichts dergleichen. Also – worauf willst Du hinaus?"
Draco verdrehte die Augen. „Na klar, dann halt um Deinen Ex-Verlobte."
„Was ist mit ihr?"
„Rutsch mal ein Stück zur Seite, ich habe keine Lust mir die Beine in den Bauch zu stehen."
Harry rutschte auf dem moosigen Stein etwas zur Seite und machte Draco Platz. Dieser sah missbilligend auf die schmutzige Fläche, setzte sich dann aber. Noch nie saßen die Beiden so dicht beieinander. Nach einer Weile des Schweigens drehte sich Harry zu Draco. „Und?"
„Du musst Granger ganz schön geschockt haben. Jedenfalls haben mich Mowian und Lupin gerufen und gefragt, ob ich wisse wo dieses Lichtung ist, auf die Du Dich zurückziehst, wenn Du ungestört sein willst."
„Plaudertasche." sagte Harry mit einem missbilligenden Gesichtsausdruck.
„Hey, keine Beleidigungen. Ich habe heute mittag nur auf Grangers Anfeindungen reagiert, als sie dir vorwarf, dass Du sie betrogen haben sollst. Dafür sollte ich doch wohl etwas Anerkennung verlangen können. Wann habe ich schon mal einen Potter verteidigt."
Da Harry nicht darauf reagierte, fuhr er fort. „Da sie mir nicht glaubte, habe ich ihr, Lupin und Tonks von der Lichtung erzählt und wie ich Dich damals gefunden habe. Das ist alles."
„Was ist nun so dringendes mit Hermine, dass Du mich hier störst und riskierst in die nächste Eiszeit geflucht zu werden?"
Draco schwieg einen Augenblick und fixierte Harry, um ja jede Reaktion auf das mitzubekommen, was er nun zu sagen gedachte.
„Sie liegt im Koma!"
Draco hatte sich überlegt, wie Harry wohl auf diese Offenbarung reagieren würde. Aber diese Reaktion hatte er nicht erwartet. Harry reagierte ... gar nicht. Der Mann schien eine exzellente Selbstbeherrschung zu haben.
Einzig die hochgezogenen Augenbrauen signalisierten Draco, ausführlicher zu werden.
Draco seufzte. Dann erzählte er, was er von Amanda erfahren hatte.
Lange Zeit schwieg Harry. Dann sagte er so leise, dass Draco sehr genau hinhören musste: „Jemanden, den sie liebt?" Er schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht, wen diese Frau liebt. Ich dachte einmal, ich wüsste es. Ich habe mich noch nie so geirrt."
Beide schwiegen lange. Dann sagte Draco bitter: „Dann wird Granger sterben."
Harrys Kopf flog herum. „Was sagst Du da. Wieso sollte sie sterben?"
„Der Heiler sagt das und Lupin auch. Ein Koma, das durch einen seelischen Schock verursacht wird, kann nur vom eigenen Geist geheilt werden. Wenn derjenige aber den Lebenswillen verloren hat, wird er sterben. Granger braucht etwas, wofür es sich zu leben lohnt. Jemanden, den sie liebt und der sie liebt."
„Meinst Du nicht, dass Du da bei mir völlig fehl am Platze bist? Schließlich ist sie vor mir weggelaufen, nachdem sie mir Dinge an den Kopf geworfen hat, die ich hier nicht wiederholen will." erwiderte Harry bitter. „Sie hat mir nicht einmal die Chance gegeben, zu fragen, was in sie gefahren ist. Und dann verschwindet sie einfach, nicht ohne mir zu sagen, dass sie mich auch nie geliebt hat. Was immer sie mit ‚auch' meinte."
„Na ja, wenn Dir so viel daran gelegen hätte, hättest Du ja nach ihr suchen und sie fragen können."
„Was meinst Du, was ich getan habe? Natürlich habe ich sie gesucht. Keine Chance. Ich habe ihr eine Eule geschickt. Wenn ich den Brief, der zurückgekommen ist, nicht vorsorglich überprüft hätte, würde man die Folgen des Fluchs wohl heute noch sehen."
Trotz der ernsten Diskussion warf Draco dem Schwarzhaarigen einen amüsierten Blick zu.
„Du weißt Potter, dass das alles ein Missverständnis war oder?"
„Ja, seit ein paar Stunden. Ein paar Jahre zu spät, findest Du nicht?"
Wieder schwiegen beide eine Zeit lang.
„Potter, sag mir eins. Was ist aus Deinen Gefühlen geworden. Oder haben schwarze Engel keine Gefühle mehr?"
„Ein Slytherin fragt nach Gefühlen? Was ist mit Dir? Deiner Erziehung nach zu urteilen, dürfte Dir allein die Definition des Wortes Gefühl Probleme bereiten oder?" provozierte Harry den Blonden.
„Abgesehen davon, dass Du Dich irrst, reden wir nicht von mir, sondern von Dir Potter. Also lenke nicht ab."
„Ich lenke nicht ab. Die Gefühle der schwarzen Engel kann man sehr gut mit Slytherins vergleichen. Das liegt schon allein in dem Job begründet, den wir zu erledigen haben. Gefühle sind da eher störend. Ich habe mir oft gewünscht, ich könnte sie einfach abschalten." seufzte Harry.
Draco nickte versonnen. „Ich habe es gesehen. In jener Nacht, als ich Dich hier gefunden habe. Ich habe in dieser Nacht nicht geschlafen."
Wieder schwiegen sie.
„Du willst Granger nicht helfen?" Der Slytherin musterte den Schwarzhaarigen.
„Draco ich kann nicht. Sie braucht jemanden, den sie liebt. Hermine hasst mich. Wenn es nun auch grundlos ist, so tut sie es doch. In gewisser Weise bin ich ja auch mitschuldig. Ich habe nicht gemerkt, dass sie mir nicht vertraut. Ich dachte, dass alle Welt sieht, wie sehr ich sie geliebt habe, dass sie mein Ein und Alles, mein Anfang und Ende, meine Sonne und meine Seele war. Wie konnte sie nur meinen, dass irgend eine andere Frau mir je etwas bedeuten könnte. Ich hätte es bemerken müssen."
Draco schüttelte den Kopf. „Potter, Du bist so ein Arsch. Du bemerkst die Liebe nicht, wenn sie Dir ins Gesicht springt und darauf Samba tanzt. Warum meinst Du, fällt diese Frau vor Schock ins Koma? Sie hätte Freudentänze aufführen müssen, wenn sie Dich hassen würde. Aber nun, es ist Deine Entscheidung. Mein Auftrag ist erfüllt. Ich habe Dich gefunden und informiert. Mehr kann ich nicht tun. Ich nehme an, dass Granger in den nächsten Tagen nach Hause zu ihren Eltern geschickt wird. Vielleicht schaffen die es, sie aus dem Trip rauszuholen."
Grußlos wandte sich der Blondhaarige ab und verschwand im Gebüsch.
Harry setzte sich wieder auf den Stein, zog seine Flöte heraus und begann zu spielen. Leise Tränen liefen seine Wangen hinab, während er mit geschlossenen Augen den Klängen seiner Flöte lauschte.
Während Draco sich durch die Büsche in Richtung der Schutzzauber drängte, hörte er noch lange die melancholischen Weisen von „Air".
TBC
Die Auflösung des Cliffs kommt im nächsten Kapitel. Bei entsprechenden Reviews lasse ich mich vielleicht sogar breitschlagen, dieses heute Abend noch zu posten!
