Disclaimer: Diese Geschichte basiert auf Charakteren und Situationen, die das Geistige Eigentum von J.K.Rowling sowie von verschiedenen Verlegern, inklusive Bloomsbury Books, Raincost Books und Warner Bros. Inc.- jedoch nicht nur von diesen -sind. Ich verdiene hiermit Kein Geld, noch ist es meine Absicht, irgendwelche Copyrights oder Warenzeichen zu verletzen.


Kapitel III Wenn etwas schief geht, dann aber Richtig!

Angelina stütze ihren Kopf verzweifelt auf ihre Hände. Das, was sie bisher von ihrer Freundin gehört hatte, konnte sie keinesfalls beruhigen. Es hatte für sie sogar einen merkwürdigeren Beigeschmack als es eine Beziehung zwischen Katie und dieser Unmöglichkeit in Person hätte haben können.

Einmal tief durchatmend schaute sie ihre Freundin an und versuchte nicht hysterisch zu klingen als sie sich wieder in das Gespräch einklinkte.

„Also habe ich das jetzt richtig verstanden? Ihr seid eine Art Freundschaft eingegangen, die in einer Art sexuellen Spannung ihren Ausklang findet?!"

Katie schaute auf diese Aussage hin überall hin, nur nicht in die Augen ihrer langjährigen Freundin. Ihre Augen wanderten durch den spärlich eingerichteten Raum und blieben an einer Vase voller Lilien hängen. Verträumt in diese Richtung schauend war sie endlich bereit sich ihrer Freundin ganz und gar zu öffnen.

„Weißt du, es ist nicht nur eine reine Anziehungskraft die uns verbindet, da ist viel mehr, vielleicht wirst du deine Meinung über ihn ein wenig überdenken, wenn ich dir eine Kleinigkeit erzähle…"

-Rückblick Katies Geburtstag-

Katie war an diesem Tag eigentlich schon recht früh wach. Nicht das es etwas mit ihrem Geburtstag zu tun hatte. Aber die Akten hatten sich in der letzten Woche irgendwie auf ihrem Schreibtisch angehäuft und so gerne sie heute lieber einen Tag nur zum Verwöhnen eingelegt hätte, so ging die Arbeit dennoch vor.

Ihr Kollege und teils lästiger Untermieter musste schon ziemlich früh die Wohnung verlassen haben. Eine Sache die beide gemeinsam hatten war Arbeitseifer. Auch wenn Katie es hier und da ein wenig übertrieb.

Um überhaupt in den Tag starten zu können begab sich die junge Frau als allererstes in die Küche, um sich den ersten Koffeinschub des Tages hinzugeben.

Kaum stolperte sie wie jeden Morgen in die Küche war ihr erster Weg, der zur Kaffeemaschine, so dass sie nichts um sich herum wahrnahm. Glücklich darüber das der junge Mann der mit ihr den Haushalt teilte, wenigstens dazu gut war schon einmal Kaffe vorzukochen nahm sie sich eine Tasse dieser angenehm duftenden schwarzen Brühe und genoss einen ersten belebenden Schluck.

Gemächlich wollte sie sich umdrehen und einen zweiten Schluck aus der Tasse nehmen, als diese ihr vor Schreck oder vielmehr aus Überraschung aus den Händen fiel.

Was..?" Katie blieben die Worte im Halse stecken. Der Küchentisch war mit den leckersten Köstlichkeiten gedeckt und in der Mitte befand sich ein wunderschöner und zudem riesiger Strauß Lilien in dem offensichtlich eine Karte steckte.

Vorsichtig, allzu bedacht darauf nicht in die zuvor von ihr verursachten Scherben zu treten, ging Katie wie paralysiert auf den Esstisch zu und pflückte mit Vorsicht die Karte aus dem Strauß Lilien.

Schon allein von der Aufmachung der Karte her gab es keinen Zweifel von wem dies alles kam.

Mit einer ziemlich markanten Silberschrift war der kleine grüne Umschlag mit den Worten „Für Katie, die attraktivste Schlangenbändigerin der Welt" beschriftet.

Sich nicht weiter über das Wort Schlangenbändigerin Gedanken machend öffnete Katie gespannt den Umschlag um darin folgendes zu lesen:

Alles Gute zum Geburtstag kleine Wildkatze

Auch ein Workaholic benötigt einmal ein wenig Zeit für sich. Genieße das Frühstück und lasse dich dann von den kleinen Überraschungen verwöhnen, die ich überall in der Wohnung platziert habe. Dies ist dein Tag und den solltest du genießen.

;-) M. Flint

P.S.: Komm ja nicht auf die Idee an deinen Akten zu arbeiten, die habe ich nämlich vorsorglicherweise aus der Wohnung geschafft und werde mich selbst damit beschäftigen. Viel Spaß und wenn du mich vermissen solltest, du weißt wo du mich findest…

Katie wusste nicht was sie davon halten sollte. Er hatte sich tatsächlich dazu erdreistet über ihren Kopf hinweg zu entscheiden, was sie mit dem heutigen Tag anfangen würde. Andererseits war diese Geste so unerwartet und auch wenn sie ausgerechnet von dieser Landplage kam, so fühlte sie sich dennoch geschmeichelt.

Denn letzten Satz aus Protest gegen sein Ego ignorierend schob sie für den heutigen Tag ihre Sturheit beiseite, ließ sich ergeben in ihren Stuhl sinken und begann den Tag mit einem wunderbaren Frühstück.

Einige Zeit später, nachdem die Sonne schon bald die Mittagszeit ausrief, bequemte sich das Geburtstagskind den Frühstückstisch mehr als zufrieden zu verlassen und sich auf die Suche nach den weiteren Überraschungen ihres Untermieters zu begeben.

Lange musste sie dazu nicht suchen, denn kaum im Wohnzimmer angekommen stand dort mitten auf dem Tisch ein mittelgroßes silbernes Tablett auf den zwei weiße Handtücher mitsamt einer weiteren kleinen Botschaft direkt neben ihrem heiß geliebten Bademantel stand, der demonstrativ auf dem Tisch ausgebreitet lag.

Neugierig wie Katie nun mal ist, konnte sie es nicht mehr abwarten und öffnete voller Erwartung die nächste Botschaft.

Na meine Schöne,

Ich hoffe doch das Frühstück hat dir gut bekommen und du bist bereit für meine nächste Überraschung. Neben den Handtüchern findest du ein kleines Glöckchen, bringst du es zum klingen erscheint für genau eine Stunde dein privater Masseur. Ich hoffe du findest an meiner kleinen Überraschung Gefallen. Natürlich wäre es mir ein unendliches Vergnügen mich selbst als Masseur anzubieten, doch leider muss ich denken das du diese Geste nicht zu schätzen wüsstest, obwohl du es ohne Zweifel genießen würdest…

;-) M.Flint

Schon wider solch eine Provokation. Würde sein Geschenk keinen Anklang bei ihr finden, wäre die stolze Gryffindor-Löwin schon längst auf dem Weg zu ihm, um dieser Schlange die Meinung zu sagen. Aber so genoss sie einfach nur das, was man ihr bot.

Mit den Augen den Tisch absuchend hielt sie Ausschau nach dem Glöckchen, von dem er geschrieben hatte. Tatsächlich befand sich nicht weit von den Handtüchern besagtes, obwohl es ihr zuvor nicht einmal aufgefallen war. Noch einmal kurz überlegend ob an dieser Überraschung nun wirklich ein Haken war, denn immerhin kam diese von einem Slytherin, schaute sich Katie noch einmal unsicher im Wohnzimmer um. Als sie nichts Verdächtiges ausfindig machen konnte, war sie zwar noch nicht ganz sicher ob sie dieser unwiderstehlichen Versuchung nachgeben sollte, aber es war schließlich ihr Geburtstag und der fand nun mal nur einmal im Jahr statt. Also nahm sie mutig das Glöckchen in die Hand und kaum konnte man ein Klingeln vernehmen, befand sie sich für genau eine Stunde im Himmel.

Sie war schon lange, für ihren Geschmack viel zu lange verspannt und hatte keine Zeit sich einmal Ruhe zu gönnen. Den Gedanken an eine Massage hegte Katie des Öfteren, doch musste sie diesen Aufgrund von Zeitmangeln leider immer wieder verwerfen. Woher Flint nur wusste das sie genau das gebrauchen konnte, war ihr ein ebenso großes Rätsel, wie er selbst. Oder war es doch nur purer Zufall?

Sie wollte jetzt nicht weiter daran denken, sondern nur einfach die erfahrenen Hände ihre Arbeit tun lassen, die sie in eine andere Sphäre entführten. Wie sehr sehnte sie sich doch auch nach erfahrenen Händen die ganz andere Körperregionen in Brand setzen konnten. Es war eindeutig schon viel zu lange her, das sie eine intime Beziehung geführt hatte, wenn sie schon bei so etwas simplen wie bei einer Massage an nichts anderes mehr denken konnte, als daran, wie sie sich unter den ekstatischen Berührungen eines Mannes wandte.

Die angegebene Stunde ging nach dem Geschmack der jungen Frau viel zu schnell herum, so dass sie sich wieder in der trostlosen Realität wieder fand. Mit eng umschlungenem Bademantel machte sie sich jedoch gleich weiter auf den Weg durch die Wohnung, in der Hoffnung eine weitere kleine Überraschung vorzufinden, welche ihren Tag um einiges schöner machte.

Und sie sollte nicht enttäuscht werden. Auch im Badezimmer erwartete sie eine angenehme Überraschung. Das erste was Katie ins Auge, beziehungsweise in die Nase stach, war der unglaublich entspannende und süßliche Geruch von Kokos als sie das Bad betrat. Die sonst auch nicht wirklich kleine Badewanne war durch einen Zauber um einiges vergrößert worden, auch war der ganze Raum magisch abgedunkelt worden, so das nur noch ein paar wenige Kerzen dem ganzen ein wenig Licht schenkten.

Neben einer am Badewannenrand platzierten Flasche Wein, der zudem auch noch Katies Lieblingswein war, lag ihre Lieblingslektüre und ihr sonst gold/rot schimmerndes Lesezeichen, war durch einen weiteren grünen Umschlag ersetzt worden.

Bevor Katie sich jedoch auch nur annähernd die Mühe machte sich diesem zuzuwenden, wollte sie es sich zu allererst einmal gemütlich machen. Mit einer fließenden Bewegung hatte sie sich ihres Bademantels entledigt und war danach in das angenehme Badewasser eingetaucht, dass, wie sie jetzt erst bemerkte, eine milchige Farbe hatte und überhaupt sehr intensiv nach Kokosnuss roch. Daran könnte sie sich gewöhnen, da war sich Katie sicher.

Nachdem sie sich dann auch etwas von dem leckeren Wein gegönnt hatte, wollte Katie noch ihre Botschaft lesen, bevor sie sich ihrer Lektüre widmen und dann über Stunden hinweg nichts mehr anderes zuwenden würde, als dieser entspannenden Atmosphäre.

Mit leicht angefeuchteten Fingern öffnete sie den Umschlag und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen, als sie die ersten Zeilen der Botschaft las.

Meine göttliche Sünde,

Ich hoffe meine letzte kleine Überraschung gefällt dir genauso wie alles andere an deinem Geburtstag. Entspannen dich ein wenig und lasse deinen göttlichen Körper von der Kokosmilch verwöhnen. Auch nun würde ich lieber gemeinsam mit dir die Badewanne teilen und dir noch andere Freuden zuteil werden lassen, aber das können wir auch ein anderes Mal nachholen…

M. Flint

Wären Katies Wangen nicht schon längst durch die herrschende Hitze im Badezimmer gerötet gewesen, so würde ihre Empörung nun dafür sorgen tragen. Gegen ihren Willen jedoch spielten sich Bilder in ihrem Unterbewusstsein ab, in denen ihr ehemaliger Mitschüler unsagbar berauschende Dinge mit ihr tat. Diese Vorstellung möglichst schnell von sich abschüttelnd widmete sich Katie nun endlich dem Buch in ihrer anderen Hand und tauchte tatsächlich für ein paar Stunden in eine andere Welt ein.

Aufgerüttelt wurde sie erst durch eine ihr nicht unbekannte Stimme die sich fluchend über etwaige Scherben auf dem Küchenfußboden beschwerte…

-Rückblick Ende-

Als Katie mit ihren Ausführungen endete, war es an ihrer Freundin nach den richtigen Worten zu suchen. Es gelang ihr einfach nicht das eben Gehörte mit dem Marcus Flint in Verbindung zu setzen, den sie auch ihrer Schulzeit nur allzu unhöflich und arrogant in Erinnerung hatte.

„Aber…du bist dir sicher, dass all diese Dinge wirklich von ihm kamen?"

Katie war sich nur allzu bewusst, das ihre Freundin an der Richtigkeit ihrer Aussage zweifeln würde, schließlich hätte sie auch niemanden Glauben geschenkt, wäre sie nicht diejenige gewesen, der dieser Wohltat zugute kam.

„Natürlich kamen sie von ihm, sie waren mit seinem Namen unterschrieben. Aber mal was anderes. An dieser Seite seine Persönlichkeit habe ich eigentlich nichts auszusetzen, ausgenommen an gewissen Kommentaren, die der Herr sich nicht verkneifen kann, vielleicht. Es ist vielleicht mehr der Aspekt, das er in der nächsten Minute wieder das übliche Arschloch ist und solche Situationen als nicht passiert gelten!"

Katie fühlte sich wie in einer Sackgasse. Ihr fehlten die Worte und zudem auch noch jeglicher Ansatz ihrer Freundin das klar zu machen, was sie eigentlich auf dem Herzen hatte. Sie schüttelte wie so oft nur über sich selbst den Kopf und ließ diesen kurz darauf mit einem lauten Rums auf die Tischplatte knallen.

Angelina derweil wusste nicht ob das Lächeln was sich auf ihrem Gesicht bildete und nicht mehr verstecken ließ nun wirklich angebracht war. Die Situation schien weitaus brisanter, als sie es sich zu Anfang vorgestellt hatte. Als sie das Wort Beziehung vernommen hatte, da dachte sie zum Schrecken ihrer selbst noch an eine wilde Affäre zwischen den beiden, aber mittlerweile sah es nach etwas viel ernsterem aus. Sie wusste allerdings nicht, ob dies nun besser oder gar noch schlechter war.

Behutsam legte sie eine Hand auf die Schulter ihrer Freundin und sagte dann mit einer etwas zu heiteren Stimme.

„Katie ich war immer guter Hoffnung, dass du einmal auch einen Löwen heiraten wirst, aber das du dich ausgerechnet in eine Schlange verlieben würdest, Entschuldigung Süße, aber das muss ich erst einmal verdauen!"

Keine zwei Sekunden und Katie schreckte hoch und schaute ihre überaus übertrieben grinsende Freundin mit großen Augen an. Hatte sie gerade verliebt gesagt? Alles aber doch nicht verliebt. Sie mochte vielleicht von seinem Duft besessen sein, es gab auch diese Spannung zwischen ihnen und ja sie genoss die kleinen Duelle zwischen ihnen ab und zu wirklich und war mehr als begeistert von seiner fürsorglichen und liebevollen Seite, aber Liebe? Es brachte doch schon genug Säulen zum einstürzen das sie eine Freundschaft miteinander aufgebaut hatten und sie zugab, dass er eine fürsorgliche und liebevolle Seite besaß.

„Sag mal spinnst du, ich bin doch nicht in ihn verliebt?"

Diese etwas übertrieben hysterische Antwort brachte Angelina nur noch ein wenig mehr zum grinsen.

„Also dafür, dass du nicht in ihn verliebt bist, wie du sagt, reagierst du aber ziemlich heftig auf meine Aussage, wenn ich das mal so sagen darf!" entgegnete die Ältere ihrer Freundin gelassen, während sie aufstand und sie ein wenig Tee einschenkte.

Alles was man von Katie zu hören bekam, war nur ein verächtliches Schnauben. Am besten sie sagte nichts mehr zu dem ganzen, sonst würde sie sich nur noch mehr reinreiten. Und sie kannte ihre Freundin viel zu gut um zu wissen, das diese ihr womöglich noch riet, auf ihre innere Stimme zu hören, egal wer der Mann war, der sie da glücklich machte.

Um also einem weiteren Verhör oder gar vieler weiterer Peinlichkeiten oder schockierender Enthüllungen zu entgehen, schnappte sich Katie ihre Jacke und verabschiedete sich von Angelina mit der Ausrede, sie habe sich mal wieder viel zu viel Arbeit mit nach Hause gebracht, was ja nicht einmal gelogen war, und müsse diese nun erledigen.

Bevor sie jedoch die Wohnung verlassen konnte, kam sie nicht umhin einen Ratschlag ihrer lieben Freundin entgegen zu nehmen.

„Hey, auch wenn deine Wahl nicht gerade das ist was ich mir für dich erhofft habe und es mich bei dem Gedanken das ihr zwei…na ja du weißt schon... Ich muss das nicht erst hier erwähnen, es allein zu denken verursacht schon einen Knoten in meinem Magen... Na ja du sollst wissen das ich immer hinter dir stehe, aber werde du dir erst einmal klar, in wie weit du wirklich keine Beziehung zu Flint hast!"

Mit diesen Worten und einen sehr kuriosen Zwinkern von Seiten Angelinas verließ Katie die Wohnung und grüßte beim passieren des Scherzartikelladens die Zwilling, bevor sie sich noch verwirrter als zuvor auf den Weg zurück in ihre Wohnung machte.

Währenddessen hatte es sich ein junger Mann in dessen Gedanken Katie ständig umher kreiste im Badezimmer gemütlich gemacht und grübelte darüber nach ob er nicht doch einen, wenn auch nur einen kleinen, Blick in ihr Tagebuch hätte werfen sollen. Immerhin war er ein Slytherin und man erwartete meist doch nichts anderes von ihm. Aber aus irgendeinem Grund wusste er, dass es eine ziemlich schlechte Idee gewesen wäre. Damit hätte er sich wahrscheinlich jede Chance bei ihr versaut, sollte sie es jemals herausbekommen. Und es bestand für ihn kein Zweifel das sie gerade dies auch herausbekommen würde.

Frustriert seufzte er auf und tauchte vollends im Schaum unter. Für einige Sekunden blieb er ganz unter Wasser, tauchte dann aber blitzschnell wieder auf, so dass er das Schloss der Wohnungstür einrasten hören konnte. Sie war also wieder da. Jetzt brauchte er sich auch keine Gedanken mehr über verpatze Chancen zu machen. Vorbei war vorbei, aber das Spiel um Katies Herz hatte gerade erst begonnen.

Als Katie die Wohnung betrat war es ungewöhnlich still. Weder im Wohnzimmer, noch in der Küche war eine Spur von Flint, so dass sie annahm er hätte die Wohnung für einige Zeit verlassen.

Sich nicht weiter an dieser Tatsache störend, legte Katie ihre Sachen an der Garderobe ab und setzte in der Küche frischen Kaffee auf. Egal zu welcher Tageszeit, dieses Getränk war niemals fehl am Platze.

Während sie darauf wartete, dass ihr Kaffee nun endlich fertig wurde, schweiften ihre Gedanken mal wieder ab und ihr Blick schweifte dabei in der Küche umher. Wobei ihr Blick plötzlich auf einen roten Zettel auf der Pinnwand fiel. Rote Zettel hing sie nur auf, wenn es etwas wirklich Wichtiges gab und an diesen hier konnte sie sich überhaupt nicht erinnern. Von ihrer Neugier angetrieben schaute Katie sich den besagten Zettel genauer an und hätte sich danach am liebsten selbst an die Wand gezaubert. Wie konnte sie bitte schön den alljährlichen Juristenball des Ministeriums vergessen? Alle würden da sein, besonders aber auch ihr Ex-Verlobter, Abteilungsleiter für magische Strafsachen, Alexander Wood, einer von Oliver Woods entfernteren Cousins und doch der einzige Grund dafür, dass sie mit ihm keinen Kontakt mehr hatte.

Natürlich hatte sie diese Tatsache verdrängt und sie würde es weiterhin genauso machen, bis sie keine andere Wahl mehr hätte sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Immerhin blieben ihr noch ganze 4 Wochen Zeit, um nicht an diese Veranstaltung zu denken. Gerade im Moment gab es ohnehin viel zu viele Dinge an die sie nicht ständig denken wollte.

Ihren heißgeliebten Kaffee schon einmal in ihr Zimmer schaffend, beschloss Katie den Rest des Tages einfach mal nichts zu tun und einen erholsamen Beautynachmittag einzulegen. Dazu holte sie aus der oberen Schublade ihrer Kommode eine kleine rote Schatulle die mit unzähligen kleinen Goldsteinchen versehen war und aus dieser eine mit blauer Flüssigkeit gefüllte Maske und dazu noch ein kleines Päckchen auf dem in Großbuchstaben „Erdbeermaske" zu lesen war.

Zufrieden mit sich selbst machte sie sich auf den Weg ins Bad, nicht ahnend das sich eines der Dinge mit denen sie sich heute so ganz und gar nicht mehr beschäftigend wollte sich in eben diesem befand.

Ohne zu überlegen oder auch nur den Gedanken daran zu verschwenden das Sie nicht alleine in der Wohnung sein könnte, riss sie die Badezimmertür schwungvoll auf und hielt sofort in der Bewegung inne als sie den zuerst schockiert aber dann doch amüsiert lächelnden Slytherin in der Badewanne sah.

„Oh…..'schuldigung…ich wusste nicht…also ich geh dann wieder!"

Sofort schoss der Gryffindor die Röte ins Gesicht. Wieso hatte sie nicht auch vorher überlegt? Sie hätte doch merken müssen, das Licht im Badezimmer war. Aber wie immer war sie zu sehr mit sich selbst beschäftigt gewesen, als auf so ein banales, aber doch gleichzeitig so wichtiges Detail zu achten.

Als Katie jedoch das Badezimmer rückwärtsgehend wieder verlassen wollte, hielt nicht nur eine Stimme sie davon ab.

Also wenn du schon ins Badezimmer platzt wenn er darin liegt, dann könntest du wenigstens einen Blick riskieren. Es wäre jedenfalls ausgleichende Gerechtigkeit für die kleine Showeinlage heute Morgen."

Die Zeitlich doch sehr merkwürdigen Abstände in der ihre innere Stimme auftauchte, veranlassten Katie ab und an hoffnungsvoll zu glauben, sie würde einfach nicht mehr existieren. Aber sie wurde leider immer wieder eines Besseres belehrt. Und nicht nur, dass diese nervtötende Stimme ihre Anwesenheit im Badezimmer nicht aufgeben wollte, so schien auch ein gewisser junger Mann der sich aus der hintersten Ecke des Badezimmers zu Wort meldete an ihrer Anwesenheit interessiert.

„Was denn so schüchtern Bell? Du kannst ruhig näher kommen. Ich beiße nicht. Oder hast du noch nie einen nackten Mann gesehen? Sicherlich keinen wie mich, aber doch gewiss den ein oder anderen?"

Nach wie vor machten diese Spielchen ihm Spaß und gerade diese Situation schien er wie nie zu vor zu genießen. Dies war nicht geplant gewesen, aber das machte es nur umso besser.

Schüchtern? Er bezeichnete sie wahrhaft als schüchtern und genau das war der Punkt an dem Katie sich wie so oft in ihrem Gryffindorstolz angegriffen fühlte. Eine Schwäche die Flint nur allzu gut kannte und auszunutzen wusste. Somit hatte nicht wirklich sie die Kontrolle, als sie nun wieder zurück ins Badezimmer ging und die Tür hinter sich schloss. Es war mehr eine Trotzreaktion ihres Unterbewusstseins, das natürlich auch hier nicht kommentarlos bleiben konnte.

Gut so, hrrrr endlich geht's zur Sache!"

Fest entschlossen sich weder von der einen noch der anderen Stimme aus dem Konzept bringen zu lassen, ging Katie auf den Badezimmerspiegel zu und begann damit sich ihre Gesichtsmaske aufzutragen, ohne das sie ihren Untermieter auch nur eines Blickes würdigte. Und dieser wäre nicht er selbst, wenn er dies auf sich sitzen lassen würde.

„Hey Kleines! Ich rede mit dir. Auch wenn du dir noch so viel Paste ins Gesicht schmierst, deine rötlichen Wangen kannst du dadurch vor mir nicht verbergen."

Katie die sich eigentlich vorgenommen hatte Marcus komplett zu ignorieren gab lieber nach, da sie wusste er würde nicht eher Ruhe geben, bis sich ihm wenigstens etwas auf seinen vorigen Kommentar erwidert hatte.

„Flint bitte, ich habe vor einen entspannenden Nachmittag zu verbringen und werde ihn mir garantiert nicht von dir verderben lassen. Und egal was du mir unterstellen willst, ich habe es garantiert nicht nötig zu spannen und wenn doch würde ich mir sicherlich ein anderen Objekt als dich dazu aussuchen!" Damit grinste die Gryffindor ihren Untermieter triumphierend an und musste zu ihrem eigenen Entsetzen feststellen, das der Badeschaum mehr preisgab, als er verdeckte, so das schon zum wiederholtem male ein Rotschimmer über ihr Gesicht huschte.

Zuerst ein wenig von Katies Antwort verunsichert, gewann der Slytherin seine Selbstbeherrschung schnell wieder und holte zum Gegenschlag aus.

„Gefällt dir wenigstens was du siehst?"

Das war für die junge Löwin doch ein wenig zuviel Provokation, so dass sie wutentbrannt in Richtung Wanne stürzte um allem Anschein nach die Arroganz, welche Flint versprühte, zusammen mit seinem Besitzer im Badewasser zu ertränken.

Leider waren weder Katie noch Marcus die ordentlichsten Personen, so dass diesmal Katie die Ehre zu Teil wurde über einen herumliegenden Gegenstand zu stolpern, wie es sonst unglücklicherweise nur Marcus passierte. Ihre Landung dagegen war alles andere als unsanft, jedoch etwas nass. Denn Katie landete nirgendwo anders als in den Armen grinsenden Mannes, der diese Gelegenheit natürlich als ein willkommenes Geschenk hinnahm.

„Wenn es das ist was du willst, wieso hast du das nicht gleich gesagt? Mein versprechen mit dem gemeinsamen Bad hätte ich auch ohne diesen überraschenden Überfall eingelöst."

Katie die immer noch die Augen zugekniffen hatte und sich erst durch diesen äußerst aufdringlichen Kommentar seitens ihres Untermieters bewusst wurde das sie keinen harten Aufprall zu befürchten hatte, sondern etwas viel schlimmeres, konnte sich auch ohne es zu sehen das Grinsen zusammen mit einem typisch belustigten Funkeln in Flints Augen vorstellen. So etwas konnte natürlich nur ihr passieren, wie könnte es auch anders sein. Diese Woche war die mit Abstand schlimmste und peinlichste ihres gesamten Lebens, so stand für sie fest.

Na endlich…hmm riechst du das herrlich, wir sind endlich zuhause Baby….."

War ja klar, dass IHR das ganze gefallen würde, aber wer fragte sie? Niemand wie es schien und sowohl diese sadistische Stimme, als auch der Mann in dessen Armen sie nun mehr oder weniger lag, schienen nicht im geringsten daran interessiert zu sein, diese mehr als peinliche Situation zu beenden.

„Flint verdammt. Ich bin über irgendein Scheißplunder von dir gestolpert. Hör auf dumme Sprüche zu klopfen und hilf mir lieber aus der Wanne!" Ihre Worte klangen nicht nur gereizt, sie war es auch ziemlich.

Der Tag verlief einfach nicht nach ihrer Vorstellung und hier fand wohl das Sprichwort Anwendung, wenn etwas schief läuft, dann aber richtig.

„Na ja also ich weiß nicht so recht was du hast, mir gefällt es eigentlich so wie es ist. Eine, wie ich zugeben muss, wunderschöne Frau liegt zusammen mit mir in der Badewanne und.." während Marcus sprach bekam seine anfangs sehr belustigt klingende Stimme einen rauchigen Unterton und wurde immer leiser bis sie nur noch einem Flüstern glich und er ihr den Rest des Satzes ins Ohr hauchte.

„…wir beiden wissen, dass das einzige was uns beide daran hindert das zu bekommen was wir wollen dein verdammter Gryffindorstolz ist. Also tue uns beiden den Gefallen und springt über deinen Schatten. Du würdest es nicht bereuen!" Und um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, platzierte er hauchzarte Küsse hinter ihr Ohrläppchen bis hin zu ihrem Halsansatz, solange er noch Gelegenheit dazu hatte.

Kaum hatte Katie nämlich realisiert was mit ihnen beiden vor sich ging, kletterte sie so schnell wie möglich aus der Wanne, blickte den Mann vor sich noch einmal mit einem zugleich bitterbösen und verwirrten Blick an und verschwand dann mit einer Schnelligkeit aus dem Badezimmer, die jeden Löwen in freier Wildbahn neidisch gemacht hätte.

In ihrem Zimmer angekommen schloss Katie vorsorglich die Tür hinter sich ab und belegte diese auch noch gleich mit zwei Zaubern, damit sie auch ja sicher war für die nächsten Stunden, wenn nicht Tage, allein in diesem Zimmer zu sein.

Völlig am Ende mit den Nerven ließ sie sich aufs Bett fallen. Dabei landete sie jedoch ziemlich unsanft mit dem Kopf auf ihrem Tagebuch und nahm es entnervt in die Hand.

Schlecht war es sicher nicht die Ereignisse des heutigen Tages festzuhalten, vielleicht konnte sie ja eines Tages darüber lachen und wem sollte sie es sonst erzählen, wenn nicht ihrem Tagebuch? Also schlug sie eine noch leere Seite auf, nahm einen Stift aus ihrem Nachttischschränkchen der ebenfalls in Gryffindorfarben schimmerte und begann alles Geschehene festzuhalten

Stunden später war Katie über ihrem Tagebuch eingeschlafen und merkte nicht, wie der Wind der durch das offene Fenster hineingetragen wurde ihr Tagebuch umblätterte und einen noch nicht allzu weit zurückliegenden Eintrag aufschlug, neben dem eine getrocknete Lilie klebte…

In einem anderen Teil der Wohnung lief ein mehr als aufgekratzter Slytherin Löcher in den Boden, nicht sicher ob dies nun ein Fortschritt oder ein Rückschritt in ihrer Beziehung bedeuten würde. Aber sein Stolz sowie sein Herz verboten ihm vehement die Hoffnung aufzugeben. Er hatte Katies rasendes Herz an seinem gespürt und dies war nur eines von vielen Indizien die ihn davon überzeugten, dass er sie nicht kalt ließ. Weder was die körperliche Anziehung, noch was ihr Herz betraf. Er würde einfach warten müssen, was der nächste Tag brachte.


A/N: So also hier ist das versprochene nächste Kapitel. Ich habe die Länge ein wenig aufgestockt und hoffe euch gefällt besonders der Inhalt. Ich freue mich ja immer wie ein kleines Kind wenn ich ein Review bekomme und habe dann noch eine größere Motivation weiter zu schreiben. Also tut mir den Gefallen und betätigt den kleinen Lilanen Knopf und hinterlasst mir einen Kommentar. Ich merke doch das ich Schwarzleser habe, schließlich sehe ich wie viel Hits meine Story hat, also kommt schon ich beiße auch nicht ;-) also bis hoffentlich zum nächsten Kapitel. Und noch mal ein dank an meine Betaleserin!

Midnight