Disclaimer: Diese Geschichte basiert auf Charakteren und Situationen, die das Geistige Eigentum von J.K.Rowling sowie von verschiedenen Verlegern, inklusive Bloomsbury Books, Raincost Books und Warner Bros. Inc.- jedoch nicht nur von diesen -sind. Ich verdiene hiermit Kein Geld, noch ist es meine Absicht, irgendwelche Copyrights oder Warenzeichen zu verletzen.
Kapitel IV Verfängliche Aussagen
Seid dem Vorfall im Badezimmer waren mittlerweile drei Tage vergangen in denen Katie ihrem Untermieter möglichst aus dem Weg gegangen war. Sie stürzte sich noch viel mehr in ihre Arbeit als zuvor. Und das nur um sich von all den Vorkommnissen abzulenken.
Als sie ihr Büro betreten wollte stutzte Katie jedoch. Vor ihrem Büro war ein weiterer Schreibtisch aufgestellt hinter dem eine Frau mittleren Alters saß und irgendwelche Akten bearbeitete. Normalerweise war sie in dieser Etage so gut wie allein mit Ausnahme ihres Kollegen Marcus Flint, der aber glücklicherweise meist auswärts zu tun hatte.
Da die Frau konzentriert zu Arbeiten schien, wollte Katie sie nicht durch eine unhöfliche Frage belästigen und ging immer noch leicht irritiert durch die Anwesenheit dieser Frau in ihr Büro.
Das erste was sie sah war ihr Aktenberg der sich auf ihrem Schreibtisch türmte. Ganz oben lag wie so oft ein kleiner Roter Umschlag. Also mal wieder eine Anweisung von ganz oben. 'Na toll', dachte sich Katie. Schon wieder etwas furchtbar wichtiges was wahrscheinlich nicht aufschiebbar war. Und wenn doch dann konnte sie jemanden aus der Chefetage nicht einmal erreichen wenn sie blutend in ihrem Büro liegen würde. Diese Leute waren so wichtig, dass sie sich nicht einmal die Zeit für eine kurze Unterredung Zeit nahmen, auch wenn sie nur durch den Kamin stattfinden sollte. Das einzige das sie jemals aus der Chefetage erhielt waren diese ominösen roten Umschläge in denen meistens besonders kryptische Anweisungen standen, wie sie mit speziellen Klienten umzugehen hatte oder welcher Fall zur Zeit Priorität hatte.
Sichtlich genervt von diesem Vorgehen, dass sie eher an irgend welche Spionagefilme erinnerte, schnappte sie sich den Umschlag und öffnete ihn, in der Hoffnung eine nicht all zu kryptische Botschaft bekommen zu haben.
Was sie dann aber zu lesen bekam, überraschte sie doch so ziemlich.
Sehr geehrte Miss Bell
Um sie in ihrer Arbeit ein wenig zu entlasten haben wir für sie und ihren Kollegen Mr. Flint eine Hilfskraft eingestellt, die bis auf weiteres als ihre Sekretärin fungieren wird. Bitte setzen sie auch umgehend Mr. Flint darüber in Kenntnis.
Mit freundlichen Grüßen
die Chefetage
Skeptisch las sich Katie den Zettel mehrmals durch. Wer um alles in der Welt kam auf die Idee das sie eine Sekretärin brauchte und warum musste ausgerechnet sie Marcus diese Nachricht überbringen? Konnte man ihm nicht auch einfach so einen netten Umschlag auf den Tisch legen lassen? Nein natürlich nicht, dafür war sie ja gerade zu prädestiniert. Nicht das sie schon genug Probleme mit seiner Gegenwart hatte. Nein da kam dies hier gerade recht. Frustriert ließ sie sich auf ihren Stuhl fallen und seufzte laut auf. Alles nach der Reihe. Erst einmal würde sie sich mit ihrer neuen Hilfskraft auseinander setzen müssen.
Nachdem Katie ungefähr zehn Minuten regungslos vor ihrem Schreibtisch gesessen hatte, machte sie sich auf den Weg um sich mit ihrer neuen Mitarbeiterin bekannt zu machen.
Vorsichtig streckte sie den Kopf aus ihrem Büro und räusperte sich kurz, so das die immer noch konzentriert arbeitende Frau kurz von ihren Akten aufschaute. So langsam bildete sich ein Kloß in Katies Hals. Sie befürchtete hier die übliche Ministeriumsangestellte vor sich zu haben: launisch, immer schlecht gelaunt und sich durch Unterbrechungen in ihrer Arbeit höchst gestört fühlend.
Aber Katies Befürchtungen sollten ganz umsonst gewesen sein. Sobald die Frau sie erblickt hatte breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus, dass sie gleich um einige Jahre jünger Aussehen ließ.
„Oh Entschuldigung. Ich habe Sie gar nicht bemerkt. Das passiert mir immer wenn ich zu sehr in meine Arbeit vertieft bin. Sie müssen Katie Bell sein, oder? Ich freue mich ja so sehr Sie kennen zu lernen. Als ich hörte ich würde für Sie arbeiten konnte ich mein Glück kaum fassen. Ihr Ruf eilt Ihnen voraus!"
Durch den sehr euphorischen Ausbruch ihres Gegenübers bekam Katie nur ein
„Freut mich Sie kennen zu lernen!" zustande
Kaum hatte Katie ihren nur allzu kurzen Satz beendet kam ihr auch schon der nächste Schwall von Wörtern entgegen.
„Wie unhöflich von mir. Ich habe mich ja noch gar nicht vorgestellt, ich Dummerchen. Mein Name ist Teresa Aberforth, aber sie kennen mich Teresa nennen. Wie soll ich Sie eigentlich nennen? Katie oder doch förmlich Miss Bell oder haben sie eine Art Spitznamen den ich benutzen soll. Manche Leute haben ja diese Angewohnheit und mögen ihren richtigen Namen nicht. Ich kann mich noch genau Erinnern das ich mal eine Freundin hatte die…."
Mitten in Teresas Monolog konnte Katie nicht verhindern, dass ihre Gedanken abzuschweifen begannen. Wie konnte man nur so viel am Stück reden und dann auch noch so fröhlich sein? Katie brauchte dringend einen Kaffee und musste schleunigste weg von dieser Frau.
„Entschuldigung Teresa, ich möchte Sie ja nicht unterbrechen, aber ich muss ganz dringend...öhm mal schauen ob mein Kollege schon da ist. Wir arbeiten an einem ganz wichtigen Fall. Also wir können unsere Unterhaltung gerne ein anderes Mal fortsetzen!"
Ohne auch nur auf eine Antwort zu warten machte sich Katie ungewöhnlicherweise sogar freiwillig auf den Weg in Richtung Flints Büro. Um einer eventuellen Fortsetzung dieser Unterhaltung zu entgehen rief Katie ihr noch ein „Und im übrigen, Sie können mich Katie nennen!" und war auch schon verschwunden.
Ob es nun eine glückliche Fügung war das Marcus mal wieder wie so oft unterwegs war und seine Kollegin ihn nicht in seinem Büro antreffen konnte, wusste sie nicht so genau. Aber sie musste Teresa ja nicht gleich auf die Nase binden, dass er nicht da war. Ein wenig Ruhe könnte sie genauso hier finden. Immerhin befand sich in seinem Büro auch eine Kaffeemaschine und solange er nicht da war, schien dies eine wirklich gute Option zu sein.
Außerdem war sein Schreibtisch nicht annähernd so beladen wie der ihrige, sodass sie es sich an diesem hier ein wenig gemütlich machen und die aktuellen Fälle noch einmal in ihrem Kopf abspielen konnte. Schnell kochte sie sich noch einen Kaffee, nahm die erstbeste Tasse und setzte sich seufzend mit ihrem dampfenden Kaffee an den Schreibtisch.
Irgendwas in ihr veranlasste sie dazu es sich etwas gemütlicher zu machen und ihre Füße auf den Schreibtisch auszustrecken. Außer ihr war ja niemand da der sich beschweren konnte. So gefiel es ihr. Einfach mal die Seele baumeln lassen. Dabei ging ihr Blick langsam durch Flints Büro. Es war eher alles schlicht und dunkel gehalten. Kein Wunder, dass Slytherins oftmals mürrisch waren. Bei solch einem Einrichtungsstil konnte man ja nur Depressionen bekommen. Das einzige was sich an der Wand befand, waren einige sehr skurrile Bilder, von ihr jedoch unbekannten Künstlern. Irgendwie schon zum gruseln. Wenn sie daran dachte, dass sich in ihrem Büro tausende von Fotos und Zeitungsausschnitten befanden, auf denen Freunde und Familie zu sehen waren. Hier fehlte eindeutig die Hand einer Frau. Bevor ihre Gedanken weiter abschweifen konnten nippte Katie lieber voller Genuss an ihrem Kaffee und fühlte sich richtig wohl. Aber dieser Zustand der der wunderbaren Stille währte nicht all zu lange.
„Hmmm. Ja stell es dir nur vor. Seine wunderbaren Lippen berühren im Normalfall den Rand dieser Tasse. Spürst du es auch? Es ist fast als wenn seine sinnlichen Lippen deine berühren...hrrrr!"
Verdammt, warum Sie? Was hatte sie getan? Das konnte einfach nicht wahr sein. Wirklich jedes Mal, wenn sie mit sich und der Welt im Reinen war, tauchte diese Stimme auf. Es war schon erschreckend genug zu wissen, was ihr Unterbewusstsein für Gedanken hegte, während sie nur vorsichtig an einer Tasse Kaffee nippte. Doch mittlerweile kam ihr diese Stimme dermaßen schrill vor, so als ob diese es darauf anlegen würde, dass Katie sie gar nicht mehr ignorieren könnte.
Um der Stimme trotzig zu demonstrieren, dass es ihr, gelinde gesagt, Scheißegal war, was diese dachte, nahm sie einen kräftigen Schluck aus der Tasse und stellte sie dann voller Wucht auf dem Schreibtisch ab.
„Na, na Miss Bell. Wir wollen doch nicht etwa meinen Schreibtisch ruinieren oder?"
Nein, das war unmöglich. Nicht auch noch er. Es reichte doch bitte vollkommen aus das sie an die Gegenwart dieser absolut unangebrachten Stimme gebunden war. Aber wer, in Merlins Namen, hatte dafür gesorgt, dass er jetzt auch noch hier auftauchte. Auch wenn es sein Büro war. Er war doch sonst auch immer so lange unterwegs. Besonders daran störte sie, dass sowohl er als auch die Stimme ein absolut grausames Timing hatten oder zumindest immer kurz nacheinander auftauchten. Sollte ihre innere Stimme etwa so etwas wie eine Art verkorkster siebter Sinn sein?
Grummelnd schaute Katie auf den schmunzelnd in der Tür stehenden Slytherin. War ja klar, dass er diese Situation genoss. Ihr war wirklich danach zu schreien und das ziemlich laut. Aber aus rationalen Gründen ließ sie es dann doch bleiben. Der eine Grund war, dass Flint eh schon dachte, sie sei nicht ganz dicht und dass sie ab und an Selbstgespräche führe und der zweite Grund saß vor ihrem Büro und würde durch ihr Geschrei sicherlich angelockt werden. Und darauf konnte sie gut und gerne verzichten.
„Sehr witzig Flint, musst du mich so erschrecken?"
Mit einem Lachen stieß sich Marcus von der Tür ab und kam ein wenig näher zu Katie.
„Das passiert aber in letzter Zeit ziemlich oft, dass ich dich erschrecke, nicht wahr? Ich freue mich ja immer über einen besonders herzlichen Empfang. Aber bitte, was verschafft mir die Ehre deines so ungewöhnlichen Besuches? Und ich hoffe natürlich du hast nicht all zu lange auf mich warten müssen."
Plötzlich wurde Katie bewusst, was für ein Bild sie hier abgab, wie sie hier an seinem Schreibtisch saß, wie von der Tarantel gestochen zog sie schnell die Füße vom Tisch und antwortete dann mit einem Hauch von einem Lächeln.
„Ich habe nicht auf dich gewartet!"
Natürlich auch damit konnte er leben. Dann hatte sie eben nicht auf ihn gewartet. Er musste wohl den Tag verpasst haben, als sein Büro zu einem Aufenthaltsraum umfunktioniert wurde. In seinen Gedanken bzw. in seinen Träumen hatte es tausend verschiedene Gründe, warum gerade sie sich in gerade seinem Büro aufhielt. Aber er war nicht gerade der Typ Mann der irgendwelchen Hirngespinsten nachhing. Deshalb wollte er einfach eine Antwort ihrerseits.
„Wie schön das du solch ein Vertrauen in meine wahrsagerischen Kräfte hast, aber ich muss die enttäuschen. Ich war schon in Hogwarts eine Niete in diesem Fach und habe es schnellstmöglich, na ja zu den Akten gelegt. Also erhelle mich um die Erkenntnis warum du, wenn nicht um auf mich zu warten, in meinem Büro bist!"
Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken sah Katie ihn mit ernstem Gesichtsausdruck an als wenn sie ihm etwas äußerst wichtiges mitteilen müsste und überraschte ihn dann doch mit einer eher unerwarteten Antwort.
„Ich verstecke mich nur!"
Verstecken? In Ordnung, das war etwas, was man nicht alle Tage miterleben durfte. Katie Bell versteckte sich. Aber wovor? Und immerhin musste es etwas sehr gravierendes sein, sonst würde sie mit Sicherheit nicht gerade sein Büro als ihren Unterschlupf auswählen. Neugierig wie der Slytherin in ihm nun mal ist, konnte er nicht widerstehen, eine weitere Frage an Katie zu stellen.
„Und vor genau wem oder was versteckst du dich, wenn man fragen darf? Deine Aussagen lassen heute nämlich einiges zu wünschen übrig!"
Die Augen verdrehend , als wenn die Antwort auf seine Frage für ihn eigentlich schon im voraus klar sein sollte stand Katie Bell auf, stellte sich genau vor ihn und piekste ihm mit den Finger in die Brust als sie ihm nun endlich antwortete.
„Vor deiner und meiner, wohlgemerkt nervigen, Sekretärin!"
Sicher, wieso war er nicht von selbst darauf gekommen? Natürlich sie versteckte sich vor der Sekretärin. Moment mal, seit wann hatten sie überhaupt so etwas? Diesmal schien er ganz klar etwas verpasst zu haben.
„Vor unserer was?"
Katie seufzte auf. Na klar, er wusste ja auch noch nichts davon. Es war ja ihre Aufgabe, ihm diese wunderbare Mitteilung zu überbringen, dass die Chefetage eine Hilfskraft eingestellt hatte um ihnen die Arbeit zu erleichtern. Nur das diese nicht daran gedacht hatte, dass Kopfschmerzen nicht gerade förderlich für die Arbeit sind.
„Die Sekretärin, die an dem neuerdings vor meinem Büro stehenden Schreibtisch sitzt. Hast du sie etwa nicht gesehen? Ihre Einstellung wurde von ganz oben veranlasst. Eine Art Arbeitsentlastung, pah!"
Es war für Marcus absolutes Neuland Katie so gereizt zu erleben, wenn er nicht der Grund dazu war. So schlecht war eine Arbeitsentlastung doch gar nicht. Jedenfalls nicht in seinen Augen. Was konnte bitte so schlimm sein an einer Sekretärin?
„Na und, was bitte ist daran so schlimm?"
Ja natürlich, war wieder einmal klar das er so etwas Dummes fragte. Aber Katie hatte wirklich keine Lust sich weiterhin über dieses Thema zu unterhalten.
„War klar das du das wieder nicht verstehst. Männer eben. Ich gehe jetzt was in der Cafeteria essen. Wir sehen uns!"
Damit war sie auch schon aus der Tür heraus und rauschte so schnell sie konnte möglichst unbemerkt an Teresa vorbei.
Marcus rief ihr noch ein „Vielleicht komme ich gleich nach!" hinterher, was sie seiner Meinung nach wohl nicht mehr gehört hatte.
Und ob sie es gehört hatte, darauf hin flüsterte sie nur ein „Du kannst es aber auch bleiben lassen!" vor sich hin und war ehe sie sich versah schon in der Cafeteria angekommen.
Gerade als sie überlegen wollte was sie denn Essen könnte, stellte sich eine Person genau in ihr Sichtfeld, sodass es ihr nicht mehr möglich war auf das Tagesangebot zu schauen. Gerade als sie die betreffende Person zu Recht weisen wollte, musste sie erkennen das es sich um niemand anders als ihren Ex-Verlobten handelte. Eine Komponente die ihr an diesem Tag zweifellos gerade noch gefehlt hatte.
„Na Kate, gar nichts zu tun?"
Er hatte es wieder getan, er hatte sie Kate genannt. Früher einmal fand sie diesen Umstand irgendwie nicht so abstoßend wie heute. Dass dieser Idiot sich überhaupt noch traute sie anzusprechen entsprach ihrer Meinung nach sowieso der größten Dreistigkeit die es jemals gab.
„Nein Alex, manche Leute benötigen ab und an etwas Essbares und hör auf mich Kate zu nennen. Das Recht dazu hast du nicht mehr!"
Warum war ihr früher nur nie aufgefallen, das sein Grinsen das eines Slytherins weitaus harmloser aussehen ließ, als man sich wünschen könnte. Es jagte ihr einen nicht gerade einen angenehmen Schauer über den Rücken.
„Früher hat es dir aber immer sehr gefallen wenn ich dich so nannte, Schatz!"
Natürlich er wollte sie wieder provozieren und wenn sie ehrlich war, es war ihm wie immer sofort gelungen. Allein durch seine bloße Anwesenheit brachte er sie zur Weißglut. Da zog sie die Anwesenheit eines ganz bestimmten anderen Kollegen vor und das auch mehr als ihr manchmal lieb war.
„Nenne mich verdammt noch mal nicht Schatz. Ich war nicht diejenige die an unserem Jahrestag die Tochter des damaligen Abteilungsleiters gevögelt hat, um auf eine Beförderung zu hoffen!"
Dieser Ausbruch ließ ihn jedoch gegen jede Erwartung eiskalt. Jedenfalls äußerlich. Plötzlich kam ihr seine Gestalt noch viel größer vor als er mit langsamen Schritten auf sie zu kam und nur wenige Zentimeter vor ihr zu stehen kam. Eindeutig zu nah nach Katies Meinung.
„Na du willst mir doch nicht sagen das du hier ein Unschuldslamm bist. Du warst doch bestimmt auch schon mit diesem schmierigen Casanova von Flint im Bett, oder etwa nicht?"
Das war ja wohl der Gipfel schlechthin. Nicht dass er sie indirekt als Flittchen bezeichnete, nein jetzt zog er auch noch Marcus in ihren Disput hinein, was unweigerlich dazu führte das bei der jungen Frau alle Sicherungen durchbrannten.
Ihre Unterhaltung nahm mittlerweile eine Lautstärke an, die dafür sorgte, dass die umherstehenden Leute gespannt zuhörten.
„Es ist eine Sache mich zu beleidigen, aber lass Marcus aus dem Spiel. Er besitzt etwas, was du nie haben wirst, nämlich Stolz."
Wo bitte kam das jetzt her? Sie verteidigte hier Marcus und das noch so lautstark, dass es gleich die gesamte Belegschaft des Ministeriums mitbekommen konnte. Zum Glück befand sich betroffene Person in seinem Büro und bekam von diesem Streit nichts mit.
„Ach, also lag ich wohl richtig mit meiner Vermutung? Du zerwühlst also die Lacken seit neustem mit Flint. Wie weit bist du nur gesunken, dass du auf eine Affäre mit ihm zurückgreifen musst Ist er wenigstens gut?"
„Ach als wenn sie mit ihm die Lacken zerwühlen würde. Ich versuche doch mein möglichstes dass sie es tut, aber sie ist einfach stur. Und du Trottel halt die Klappe. Du konntest uns doch eh nie befriedigen!"
Auch wenn diese innere Stimme Katie bis aufs äußerste nervte, war sie für die junge Frau in diesem Moment eher eine stärkende Kraft die sie dazu veranlasste nicht unbedingt darüber nachzudenken was sie als nächstes von sich gab.
„Du arroganter Mistkerl, was mich und Marcus verbindet ist mehr als eine billige Affäre, wie du sie zu führen pflegst. Und nur zu deiner Information: Im Gegensatz zu dir finde ich bei ihm vollste Befriedigung!"
„Hab ich was verpasst? Heyyy verheimlichst du mir was? Wann ist was zwischen dir und Sunnyboy passiert? Hallooooo ich rede mit dir, Katieeeeeee!"
Wo bitte kam das jetzt her? Wovon redete sie da? Sie war doch nicht mehr ganz klar im Kopf. Jetzt behauptete sie schon vor der gesamten Belegschaft sie hätte was mit Flint. Etwas, was sie seid geraumer Zeit versuchte zu verhindern. Wo hatte sie sich nur da hineinmanövriert?
„Mach dich nicht lächerlich. Aber ich muss schon sagen, ich bin ziemlich überrascht. Du bist also selbst nicht besser und mir immer einen von großer Liebe und die Wichtigkeit einer Beziehung insbesondere einer Verlobung vorhalten!"
Völlig in Rage durch seine Aussage gab sie ihm eine schallende Ohrfeige.
„Wer hat hier wen betrogen? Ich führe eine durchaus glückliche Beziehung!"
Verdammt, verdammt, wo kam das nun schon wieder her? Sie verfing sich in immer mehr ungeheuerlichen Aussagen.
„Ach ja? Tust du das? Aber leider wirst du bald keinen Job mehr haben. Du hast einen Vorgesetzten tätlich angegriffen!"
Oh nein, wie kam sie da jetzt wieder raus. Sie wusste weder was sie sagen noch was sie tun sollte. Aber das wurde ihr durch eine andere Person abgenommen, die sich nun aus der Menge der Zuschauer heraushob, sich neben sie stellte, seinen Arm um ihre Hüfte schlang und das reden für sie übernahm.
„Ich glaube eher, dass meine Verlobte mit der Ohrfeige mehr die Privatperson meinte, als ihren Vorgesetzten. Und dieser hat es mehr als verdient!"
Gott sei dank musste Katie dieses Gespräch nicht weiter führen. Denn ihre Stimme hätte sowieso versagt. Besonders als sie jetzt wahrnahm, das ausgerechnet Marcus Flint neben ihr stand. Nein, nein und nochmals nein. Er musste alles mit angehört haben. Sie wäre am liebsten im Boden versunken vor Scham.
„Hey jetzt reicht es. Ich bin deine innere Stimme. Vielleicht wäre es mal gut mich über solche Sachen wie deine Verlobung zu informieren. Tz und dann immer so tun, als wenn du nichts von ihm willst. Das haben wir gerne."
Verlobung…VERLOBUNG? Nur langsam drang dieses Wort und seine Bedeutung durch den Schleier der Peinlichkeit, der Katies Gehirn zusehends vernebelt hatte. Nicht genug, dass sie sich in solch ein Lügengewirr verfangen hatte. Nein jetzt bestärkte Marcus ihre verblödeten Aussagen auch noch dadurch, indem er von einer Verlobung sprach. Sie würde nie wieder in der Mittagspause hier Essen können. Das war einfach zu peinlich.
„Ihr seid verlobt?" Jetzt etwas verdutzt schauend hatte Alexander etwas von seiner Stärke eingebüßt. Irgendwie wollte er dem ganze hier einfach nicht glauben. Das hatte alles eigentlich ein wenig anders laufen sollen.
Nein sind wir nicht, wollte Katie schreien, aber es kam kein Wort aus ihrem Mund heraus. Stattdessen übte der junge Mann einen stärkeren Druck auf ihre Umarmung aus und antwortete zum wiederholten Male für sie.
„Ja das sind wir und im Gegensatz zu dir nehmen wir das Wort Verlobung ernst. Ein Hochzeitstermin steht im übrigen auch schon fest!"
Selbst Marcus war sich nicht sicher warum er das gerade von sich gegeben hatte. Das alles hatte ihn irgendwie mitgerissen. Als er gehört hatte wie Katie ihn verteidigt hatte und auf welche Weise sie dies auch noch getan hatte, hatte ihn auf einmal so ein überschwängliches Gefühl erfasst, dass ihn irgendwie dazu veranlasst hatte dieses ganze Theater mitzuspielen. Und zum anderen konnte er Katie doch nicht allein mit dieser Meute lassen.
Katie hätte, selbst wenn sie fähig gewesen wäre zu sprechen, überhaupt nichts sagen können. Mittlerweile nämlich redete sie sich ein, dass es sich hierbei ganz sicher um einen Traum handelte, aus dem sie hoffentlich bald aufwachen würde. Sollte er doch reden was er wollt. Dies war doch nur ein Traum, oder?
Durch die Menge der Schaulustigen ging ein Raunen als sie hörten, dass sogar schon ein Hochzeitstermin feststand. Und Alexander war zu diesem Zeitpunkt so sehr in seinem Stolz verletzt, das er nur ein gezwungenes „Na dann Herzlichen Glückwunsch!" über seine Lippen brachte, eher er fluchtartig die Cafeteria verließ.
Wie Katie nun zusammen mit ihrem Kollegen in seinem Büro gelandet waren und wie sie der Meute entkommen waren, konnte Katie beim besten Willen nicht sagen. Jetzt saß sie schon seit ungefähr einer halben Stunde zusammen mit Flint in seinem Büro und sie schwiegen sich gegenseitig an.
Er war sich sicher, sobald sie ihre Stimme wieder gefunden hatte, würde sie ihm sofort den Kopf abreißen. Aber wiederum war sie diejenige gewesen die damit angefangen hatte solche Aussagen in aller Öffentlichkeit zu treffen?Auch wenn ihr Ex- Verlobter sehr provokativ vorgegangen war. Was, um Merlins Willen, hatte sie geritten ihn so in Schutz zu nehmen?
Dieses Schweigen wurde ihm langsam unangenehm. Es kam ihm vor als wenn er auf seine Hinrichtung warten würde und irgendwie kam dies einer Hinrichtung auch sehr nahe.
Langsam reichte es ihm. Wenn sie ihm schon den Kopf abreißen würde, dann könnte sie es auch sofort tun. Und somit brach er die unangenehme Stille.
„Auch einen Kaffee?"
Was Besseres hätte ihm auch nicht einfallen können. Es gab ja wohl wichtigere Dinge als Kaffee. Aber ein Nicken ihrerseits beruhigte ihn doch soweit, das seine Taktik wohl doch nicht die allerschlechteste war.
Als Katie ihre Tasse Kaffee in der Hand hielt, starrte sie immer noch vor sich hin und sah so aus, als wenn sie mit ihren Gedanken ganz weit fort wäre.
Nachdem einige Minuten verstrichen waren konnte man ein eher geflüstertes „Danke!" von Katie vernehmen. Aber auch nur wenn man ganz genau hinhörte.
„Ist doch nicht der Rede wert. Wir haben jetzt beide einen Kaffee gebracht, Süße!"
Sie wollte anscheinend immer noch nicht mit ihm über den Vorfall in der Cafeteria sprechen und irgendwie verstand er sie auch. Immerhin war er derjenige der dieses Gespräch zu fürchten hatte. Er war zwar voll und ganz ein Slytherin und hatte so gut wie vor nichts Angst, aber eine aufgebrachte Löwin war da doch etwas anderes.
„Ich meine nicht den Kaffee. Ich meinte danke für gerade in der Cafeteria. Alexander hat mich so wütend gemacht, dass ich einfach nicht mehr wusste was ich da von mir gab."
Erleichtert atmete der Slytherin aus. Sie war also nicht sauer. Sie hatte sich sogar bei ihm bedankt. Auch etwas, an das er sich wohl erst gewöhnen musste. Und nicht, dass es ihm nicht gefallen würde. Schließlich kam es ihm nur entgegen wenn ihre „Beziehung" sich zum positiven entwickelte.
„Ja ich wüsste auch mal gerne was du da von dir gegeben hast. Ich will endlich wissen was hier los ist. Du kannst mich doch nicht einfach im Ungewissen lassen. Ich fange schon an, an meinen Fingernägeln zu kauen und dabei war ich doch erst bei der Maniküre. Katieeee hörst du mir überhaupt zu? Pah!"
„Na ja das hat man gemerkt. Du hast jedenfalls bei deinem Ex-Verlobten durch diesen Auftritt einen bleibenden Eindruck hinterlassen!" antwortete er ihr mit einem nun schon viel sicherem Lächeln im Gesicht. Voller Zuversicht, dass Katie ihm nun wohl doch nicht den Kopf abreißen würde.
Nun hatte der junge Mann vor ihr wieder Katies gesamte Aufmerksamkeit. Aber anstatt ihn wie üblich anzukeifen, lächelte sie ihn an.
„Das stimmt. Aber mein Auftritt war nichts gegen deine Ankündigung unserer bevorstehenden Hochzeit!"
Irgendwie kam ihm das ganze unwirklich vor. Er saß hier zusammen mit Katie und sie vertrugen sich. Und zudem war die Situation ohnehin schon merkwürdig genug, da das gesamte Ministerium nun dachte, sie wären miteinander verlobt. Als er heute Morgen in sein Büro ging und seine Kollegin dort vorfand, hätte er sich so etwas im Leben nicht vorstellen können. Nur wie sollte es jetzt weiter gehen?
„Ja, ich glaube das hat ihm den Rest gegeben. Aber mal was anderes. Du weißt ja selbst wie ich zu unserer „Beziehung" stehe. Nur wie hast du dir jetzt gedacht, wie wir aus dieser Lage wieder heraus kommen?"
Nicht schon wieder dieses Wort. Beziehung hier, Beziehung da. Konnte man nicht einen anderen Ausdruck für diese Situation gebrauchen? Es reichte ihr schon, dass jedes Mal wenn sie dieses Wort vernahm Angelinas Gesicht vor ihrem geistigen Auge erschien und immer wieder den Satz „…aber werde du dir erst einmal klar in wie weit du wirklich keine Beziehung zu Flint hast!" zu hören.
„Sehe ich etwa so aus, als wenn ich eine Lösung parat hätte? Und bitte lass das Wort Beziehung aus dem Spiel. Es reicht schon, dass ich es gegenüber Angelina erwähnt habe!"
Scheiße, was war heute bloß in dem Kaffee? Warum redete sie sich auch ständig um Kopf und Kragen. Er hatte sie doch nicht einmal nach irgendwas außer einer Lösung gefragt. Warum musste sie ihm gleich das mit Angelina auf die Nase binden? Toll gemacht. Wirklich. Jetzt würde er sicherlich wieder nachbohren, bis sie sich zum Trottel der Nation gemacht hatte.
Sie hatte das Wort in Gegenwart ihrer Freundin erwähnt? Das war Anlass genug um in Rekordzeit seine Augenbrauen in die Höhe schießen zu lassen. Mist, er hätte vielleicht doch ihr Tagebuch lesen sollen. Dann müsste er jetzt nicht seiner zwanghaften Neugier nachgehen.
„Interessant. Du redest also mit Angelina über uns?"
Sie hatte es doch gewusst. Er konnte natürlich nicht anders. Er wäre nicht er selbst wenn er dazu geschwiegen hätte. Außerdem wäre es natürlich zu viel verlangt wenn mal ein Wunder geschehen würde und sich einfach die Erde unter ihr auftun würde, aber Nein. Scheiß Gryffindormut. Manchmal glaubte sie selbst, dass es sich eher um einen Selbstmordwunsch als um Mut handelte.
„Ich hab gar nicht…wieso sollte ich auch…du machst mich wahnsinnig Flint, wirklich!"
Das wurde immer interessanter wie er feststellen musste. Langsam trat er hinter sie und legte seine Hände auf ihre Schultern. „Mache ich dich vielleicht irgendwie nervös, Schatz?" Dabei betonte er besonders ihren Kosenamen und merkte sichtlich wie sich die junge Frau unter seinen Händen verspannte.
„Uii kriegen wir jetzt eine Massage? Warum so verkrampft? Genieße es!"
„Nein…ich…du machst mich überhaupt nicht nervös!"
Ihre Antwort ließ ihn nur noch mehr grinsen. Und wie nervös sie war. Er konnte beinahe ihren beschleunigten Herzschlag hören. So schnell wie die Situation umgeschlagen hatte, bekam er auch seine übliche Portion Slytherincharme wieder.
„Warum stotterst du dann, Süße? Ich bestreite ja auch nicht, dass du mich in gewissen Situationen auch reichlich nervös machst. Komm schon. Zu mir kannst du ehrlich sein. Wir sind immerhin verlobt!" Mit jedem Wort war er ihrem Ohr näher gekommen, sodass der Ende des Satzes nur noch gehaucht schien und Katie nichts anderes mehr wahrnahm, als seinen heißen Atem.
Bevor jedoch letztendlich jede Kontrolle von ihr abfallen konnte, stieß Katie unsanft seine Hände von ihren Schultern. Blickte ihn noch einmal kurz an bevor sie aus dem Büro stürmte und mit den Worten „Ich habe noch zu arbeiten!" verschwunden war.
Mancher Mann wäre jetzt enttäuscht gewesen, aber nicht Marcus Flint. Er wusste genau, das Katie nicht so einfach zu fangen war. Vielleicht war auch gerade das eines der Dinge die ihn daran reizten auch in den unmöglichsten Situationen in die Offensive zu gehen. Außerdem hatte er ab heute einige Funken Hoffnung mehr auf seiner Seite. Zum einen ihre leidenschaftliche Verteidigung seiner Person und zum anderen das Verlangen das er soeben in ihren Augen hatte aufblitzen sehen.
Er wusste, bald würde seine Zeit kommen. Das Schicksal spielte ihm momentan nicht schlecht mit. Er könnte sich eigentlich daran gewöhnen. Aber er würde nicht untätig sein. Denn diese Frau zu erobern war ein Knochenjob, der sich aber allemal lohnte. Dieser Frau war es wert, um sie zu kämpfen.
Katie unterdessen war mehr als durcheinander. Ohne auch nur ansatzweise auf Teresa zu achten stürmte sie an dieser vorbei in ihr Büro und war dabei mehr als bereit, sich in Arbeit zu stürzen. Alles andere würde sich hoffentlich von selbst lösen. Vielleicht hatte man ja bald schon den Disput aus der Cafeteria vergessen. Schließlich war eine Verlobung zwischen zwei Mitarbeitern wirklich nicht so besonders.
Gerade als sie sich gesammelt hatte und sich dem schon seit Wochen auf ihrem Schreibtisch türmenden Aktenberg stürzten wollte verschlug der Blick auf ihren Schreibtisch ihr zuerst einmal die Sprache. Sie sollte dringend mal ein Horoskop lesen. Vielleicht hatte sie gerade eine Pechsträhne oder vielleicht hatte sie ja auch jemand verflucht. Sie konnte nichts ausschließen. Aber was sie dort sah, konnte unmöglich wahr sein. Da war ihr Schreibtisch und darauf stand….NICHTS!
Kurze Zeit später, als die junge Frau ihre Sprache wieder gefunden hatte, vermahn man in der sperlich besetzten Etage einen markerschütternden Schrei, der sowohl Marcus aus seinem Gedanken als auch Teresa aus ihrer Arbeit riss.
A/N: Freu ich hab das Kapitel doch noch zustande gebracht nachdem mir die letzten 4 Seiten flöten gegangen waren und ich sowieso durch meine Woche die ich bin bett lag etwas verspätet war. Erst mal ein ganz Großes dank an meine Beta die so viel geduld mit mir hatte bis ich dann das Kapitel endlich geschickt hatte. Das nächste lässt nicht so lange auf sich warten, versprochen ;-) Ich hoffe das Kapitel findet anklang bei euch und noch ein paar Schwarzleser outen sich endlich. Hat doch das letzte mal auch schon geklappt. Ich danke im übrigen für die Lieben Reviews die ich bekomme. Man darf mich gar nicht dabei beobachten wenn ich sie lese g also fleißig Reviewn ja? Da macht das ganze gleich doppelt Spaß, ich finds ja schon herrlich mit den Figuren unfug zu treiben und sie nach meinem Willen aggieren zu lassen ;-) also bis zum nächsten Kapitel
Midnight
