Disclaimer: Diese Geschichte basiert auf Charakteren und Situationen, die das Geistige Eigentum von J.K.Rowling sowie von verschiedenen Verlegern, inklusive Bloomsbury Books, Raincost Books und Warner Bros. Inc.- jedoch nicht nur von diesen -sind. Ich verdiene hiermit Kein Geld, noch ist es meine Absicht, irgendwelche Copyrights oder Warenzeichen zu verletzen.


Kapitel V Was Freundschaft ist...

Es war unglaublich, nichts absolut gar nichts lag mehr auf ihrem Schreibtisch. So leer hatte Katie ihn zuletzt gesehen, als sie ihre Stelle im Ministerium angenommen hatte. Aber jetzt? Wo bitte waren all ihre Akten? Es mochte zwar wie ein unaufgeräumter Berg Arbeit ausgesehen haben, aber ihr Chaos hatte System. Sie würde nie wieder etwas wiederfinden, zumal sie erst einmal herausfinden sollte, wo ihre ganzen Papiere abgeblieben waren.

„Wow, Katie ich wusste gar nicht wie dein Schreibtisch ohne Papiere aussieht. Hat irgendwie etwas Befremdendes!"

Marcus konnte nicht anders und musste das Bild, das sich ihm bot kommentieren. Jetzt wusste er auch warum seine Kollegin so geschrieen hatte. Das letzte Mal, als er einmal versucht hatte gewisse Dinge in ihrer Wohnung aufzuräumen, war sie kurz davor ihn rauszuschmeißen. Er ahnte schlimmes für den Übeltäter, der sich an Katies Akten zu schaffen gemacht hatte.

Aber auch nach diesem musste nicht all zu lange gesucht werden. Ebenfalls in Katies Büro eingetreten war Teresa, die den Schreibtisch mit einem Anflug von Stolz betrachtete.

„Sehen Sie, so sieht das ganze doch gleich viel ordentlicher aus. Jetzt können Sie besser arbeiten. Bei Ihrem Chaos hat ja kein Mensch mehr durchblicken können!"

Katie musste sich dazu zwingen ruhig zu bleiben und immer wieder tief durchzuatmen, denn ihr war mehr danach, Teresa in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Wie konnte diese Frau es wagen sich an ihre Akten zu schaffen zu machen? Es reichte doch vollkommen wenn sie vor ihrer Tür saß und sie ab und an mit ihrem Geplapper auf die Palme brachte. Verdammt, sie war der jungen Frau keine Hilfe. Sie war eher eine Belastung. Es war wirklich eine tolle Idee, welche die Chefetage da gehabt hatte. Jemand da oben musste sie definitiv hassen.

Marcus hielt sich dezent zurück und blickte nur immer wieder zwischen Teresa und seiner Kollegin hin und her. Das ganze konnte nicht wirklich gut ausgehen. Er hatte Teresa noch nicht wirklich wahrgenommen und es wäre höflicher gewesen sich jetzt bei ihr vorzustellen, aber es war ein unpassender Moment und zugegebenermaßen befanden sie sich hier alle auf einer tickenden Zeitbombe.

Für Katie häuften sich in letzter Zeit Situationen, die nicht unbedingt dafür sorgten dass sie sich rundum wohl und glücklich fühlte. Sie trat von einem Fettnäpfchen ins andere und Flint war sich sicher, wenn es so weiter ging, hatte sie alle eine riesige Explosion zu erwarten und besonders er würde nicht ungeschoren davon kommen.

„Sie haben bitte was gemacht?" fragte Katie nach einiger Zeit in einer nicht wenig hysterisch klingenden Stimme.

So als ob Teresa ihren Unterton überhört hätte, was sie wahrscheinlich auch getan hatte lächelte sie vergnügt in Katies Richtung und plapperte mal wieder ohne Punkt und Komma.

„Also ist das nicht toll? Ich habe das ganze nach dem Alphabet geordnet, das mache ich auch zu Hause immer mit meinen Gewürzen. So findet man alles ganz schnell wieder. Einmal musste ich für ein Essen ….!"

Es war unglaublich! Da stellte man dieser Frau eine Frage und dann so was. Alphabetisch geordnet also. Na toll! Sie hatte noch nie etwas von solch einem System gehalten. Sie hatte in Hogwarts kein systematisches System gehabt und ihren Abschluss gemacht. Sie hatte ebenfalls auf der Uni keinerlei Logik in ihr Chaos bringen können und hatte trotzdem mit Auszeichnung bestanden. Jetzt, wo sie die Freiheit hatte das zu tun was sie wollte, Unmengen an Handlungsfreiheit besaß, kam diese Frau daher und versuchte Ordnung zu schaffen. Katie hätte ihr am liebsten einen Fluch auf den Hals gehetzt.

„RAUS! Sofort! Ich will nichts mehr davon hören!"

Teresa schaute überrascht auf. Anscheinend kam dieser Ausbruch für sie komplett unerwartet. Sie dachte sich aber nichts weiter dabei. Wahrscheinlich steckte die Kleine nur in irgendeinem nervenzerreißenden Fall. Somit verließ sie in Windeseile das Büro und setzte an ihrem Schreibtisch die dort liegengelassene Arbeit fort.

Gerade als Marcus ebenfalls das Büro verlassen wollte, stellte Katie sich ihm in den Weg und funkelte ihn böse an, was ihn dazu veranlasste die Arme vor seiner Brust zu verschränken und seiner Neugierde, durch ein „Was?" Luft zu machen.

„Du glaubst doch nicht allen ernstes, dass du mich jetzt mit diesem Chaos alleine lässt, oder?

Oh nein! Er würde nicht so einfach davonkommen. Er war ja schließlich nicht unweigerlich wenig daran beteiligt, dass ihre Stimmung gefährlich schwankte und nebenbei in ihrer Gefühlswelt ein Chaos entstanden war, dass wahrscheinlich schlimmer war, als das in ihrem Büro.

„Moment Mal bitte. Was hab ich denn damit zu tun?"

Auf Katies Antwort war er besonders gespannt. Er hatte weitaus besseres zu tun, als diese Ordnung wieder in ein Chaos zu verwandeln. Wenn er Zeit mit Katie verbringen wollte, dann garantiert auf andere Weise.

„Guck nicht so blöd. Du bist mir was schuldig und schließlich bin ich deine „Verlobte" also sei ein Gentleman und hilf mir!"

Marcus war für einen Augenblick einfach nur sprachlos. Dass gerade Katie die Situation in der sie sich befanden ausnutzte war nun doch etwas überraschend für ihn. Aber sie wäre nicht Katie, wenn sie ihn nicht jeden Tag aufs Neue überraschen könnte. So sehr er sich auch innerlich dagegen sträubte ihr dabei zu helfen, ihr Büro in sein Urzustand zu versetzen, so wollte er ihr den Gefallen tun. Jedoch nicht aus Zuneigung oder sonst einer sentimentalen Regung. Nein, in dieser Hinsicht war er wieder ganz der Slytherin. Er tat es nur aus purem Überlebensinstinkt und Eigennutz.

„Na wenn du mich schon so nett darum bittest, werde ich dir, liebste „Verlobte" natürlich helfen. Aber wie du weißt, nichts im Leben ist umsonst!"

Katie hätte besser davon absehen sollen auf diesen Deal einzugehen, aber zu diesem Zeitpunkt war sie einfach zu erschöpft und hatte beim besten Willen keine Lust dazu ihr Büro alleine „aufzuräumen". Außerdem hatte Katie Marcus´ Aussage nicht allzu ernst genommen, bzw. sie nicht wirklich wahrgenommen. Aber daran würde er sie noch früh genug erinnern.

Als erstes nahm sich Katie ihren Aktenschrank vor. Was sie dort vorfand, wäre für jeden Ordnungsfanatiker oder zumindest jeden normalen Menschen nicht sonderlich schlimm gewesen. Wahrscheinlich sogar der Himmel auf Erden. Der gesamte Aktenschrank war mit Ordnern gefüllt, die allesamt akkurat nach dem Alphabet geordnet waren.

„Wer, zum Henker, ordnet seine Akten nach dem Alphabet? Da Blickt doch kein Mensch mehr durch?!"

Marcus konnte sie ein Grinsen nicht verkneifen. Das war so typisch Katie. Ordnung war ein Fremdwort für sie und würde es auch immer bleiben. Aber gerade dies war etwas, dass einen Teil ihres Charmes ausmachte.

„Schätzchen, ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber annähernd jeder normale Mensch ordnet seine Akten. Meist sogar nach dem Alphabet!"

Ja, er konnte es nicht lassen, mit Katie in einem Raum zu sein ohne diese Art von Stichelei und ohne mit ihr zu flirten. Es wäre nicht nur eine verpasste Gelegenheit, sondern sein Tag würde nur halb so viel Spaß machen.

„Willst du damit etwa behaupten, ich sei kein NORMALER Mensch?"

Natürlich konnte auch ein Kommentar von ihm nach hinten losgehen und anscheinend war es mal wieder soweit. Da Katie ohnehin schon gereizt war, konnte man es ihr nicht verdenken, dass sie gleich bei jeder noch so harmlosen Anspielung in die Luft ging.

„Süße, das sollte keine Beleidigung sein. Ich will damit nur ausdrücken, wie einzigartig du bist!". Damit warf er ihr einen Luftkuss zu und widmete sich wieder der noch zu zerstörenden Ordnung.

Katie focht, wie immer bei solchen Komplimenten seitens Flint, einen inneren Kampf mit sich selbst aus. Sie wusste nicht, ob sie das ganze ernst nehmen sollte und sich dabei auch noch geschmeichelt fühlen durfte, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben oder ob sie ihm nicht einfach wegen seiner Dreistigkeit den Kopf abreißen sollte.

Also bitte, was wird das hier? Ihr solltet euch lieber in eine Ecke verzeihen und eure Verlobung feiern, wenn du verstehst was ich meine hrrrr, hrrrr!"

Na klasse! Während sie den Kopf voll davon hatte ihr Büro wieder in einen Arbeitsplatz zu verwandeln und voll beschäftigt war, landeten die Gedankengänge ihres Unterbewusstseins in der Gosse. Ganz wunderbar. Sie versuchte sich krampfhaft daran zu erinnern, ob sie in letzter Zeit einen übergroßen Spiegel zerbrochen hatte und nun 7 Jahre lang Pech hatte. Möglich wäre es immerhin.

„Katie, ich will ja nicht nerven, aber wie genau stellst du dir vor, dass ich dein Chaos wieder herrichte? Ich habe ja keine Ahnung, wo was lag und überhaupt, was ich genau machen soll!"

In Ordnung. Daran hatte sie jetzt nicht wirklich gedacht. Alles ganz ruhig angehen. Sie müsste ihm wohl oder übel erklären müssen, wie sie sich das ganze vorstellte. Aber gehen lassen würde sie ihn nicht.

Geschlagene 4 Stunden später war wieder ein Ansatz des Chaos erkennbar, welches zuvor in Katies Büro herrschte. Trotzdem war noch lange nicht alles wieder an seinem alten Platz. Für heute jedoch sollte es erst einmal reichen. Erschöpft lies sich Katie in ihren Stuhl sinken und beobachtete, wie Marcus den letzten Karton zu Kleinholz verarbeitete, in dem zuvor einige der Akten alphabetisch geordnet waren.

„Ich glaube, das reicht für heute. Ich bin fix und fertig. Ich versuche morgen den Rest alleine zu machen. Danke, dass du mir geholfen hast, auch wenn ich dir eigentlich keine andere Wahl gelassen habe!"

Irgendwann würde er noch einen Herzinfarkt erleiden und das nur aufgrund ihrer spontanen Dankesbekundungen. Das war schon das zweite Mal an diesem Tag, dass sie sich bei ihm bedankte und schon einmal pro Tag ist normalerweise eher eine Seltenheit, wenn nicht sogar ein Weltwunder.

„Nichts zu danken. Immerhin kostet dich mein Einsatz hier eine Kleinigkeit!"

Ihrem Gesicht nach zu urteilen hatte sie seine Aussage zuvor wirklich nicht wahrgenommen. Aber er wäre kein Slytherin wenn er diesen kleinen Deal vergessen hätte. Man musste schließlich aus jeder, manchmal noch zu unangenehmen, Situation schließlich etwas für sich herausschlagen und das hatte er mal wieder geschafft.

Die junge Frau schaute ihr gegenüber skeptisch an und machte mit ihrer in die Höhe gezogenen Augenbrauen mal wieder jedem Slytherin Konkurrenz.

„Was, um Merlins Willen, soll das heißen, das kostet mich eine Kleinigkeit?"

Irgendetwas hatte Katie hier definitiv verpasst. Sie konnte sich beim besten Willen nicht daran erinnern, ihm für das „Aufräumen" etwas schuldig zu sein. Immerhin trug er damit einen Teil seiner Schuld an dem ganzen Desaster ab, welches momentan eine vorherrschende Rolle in ihrem Leben hatte.

„Na ja, nichts im Leben ist umsonst. Wie ich vorher schon sagte, du bist mir also was schuldig! Und ich habe mir da auch schon was überlegt. Da wir ja im Ministerium sowieso als verlobt gelten, bist du mein Date für den Juristenball!"

Kaum hatte der junge Mann geendet, war er auch schon aus der Tür verschwunden. Jedoch nicht ohne vorher seiner „Verlobten" einen Handkuss zuzuwerfen.

Mist, den Juristenball hatte Katie komplett vergessen. Oder eher verdrängt. Wenigstens wäre jetzt die Frage nach einer Begleitung geklärt, obwohl ihr nicht ganz wohl dabei war, gerade mit ihrer unbewussten Versuchung schlechthin dort zu erscheinen. Natürlich hatte sie auch insgeheim gehofft oder vielmehr hoffte noch immer, dass sie das Desaster um diese Lügengeschichte mit ihrer Verlobung sobald wie möglich klären würde. Möglichst bevor jemand aus ihrem engeren Freundeskreis davon erfuhr.

Ihr unzähligen und verwirrenden Gedanken beiseite schiebend suchte Katie sich hier und dort eine Akte heraus die sie noch mit nach Hause nehmen konnte und machte sich dann fertig, ihr Büro zu verlassen und diesen Tag als einen der Katastrophalsten in ihrem Leben abzustempeln.

Gerade als Katie nun endlich ihr Büro verlassen und sich in ihren wohlverdienten Feierabend verabschieden wollte, wurde sie noch einmal von ihrer ordnungsversessenen Sekretärin aufgehalten.

„Ach Miss Bell... ich meine Katie... hier sind noch ein paar Akten die ich Ihnen geben soll. Und bevor ich es vergesse, Ihr Mann ist schon nach Hause gegangen!"

Verwunderlich das diese Frau überhaupt einen Satz zustande brachte der auch einmal endete.

Aber lange Zeit blieb Katie nicht, sich darüber zu wundern, denn ziemlich schnell drang der Wortlaut, „ihr Mann" in ihr Unterbewusstsein.

„Mein was?"

Sie glaubte doch nicht wirklich, dass Marcus und sie verheiratet waren? Solch absurde Gedankengänge konnte selbst diese Frau nicht zustande bringen, oder?

„Na, ihr Ehemann, Ich dachte das ie und er… also weil er sagte doch er sieht sie nachher zu Hause... Entschuldigung, ich wusste ja nicht,... also ich habe ja schon viel von wilden Ehen gehört aber… na ja, wie dem auch sei. Es geht mich eigentlich auch gar nichts an!". Dabei zwinkerte sie Katie nur überdeutlich zu und wollte wieder hinter ihrer Arbeit verschwinden.

Oh, da hatte sie wirklich Recht. Genauso genommen ging es sie wirklich rein gar nichts an. Aber auch wenn dem so war, so verspürte Katie doch den Drang wenigstens hier alles richtig zu stellen, bevor noch weitere Vermutungen und Spekulationen über sie und Marcus in Umlauf geraten könnten.

„Nein, nein das verstehen sie falsch. Wir wohnen nur zusammen. Marcus ist mein Untermieter!"

Wenn Katie nun gehofft hatte, dass Teresa sie verstehen würde und von ihrer wahnwitzigen Idee abzubringen wäre, sie und Marcus würden zusammen in einer wilden Ehe leben, so war dies nur ein Wunschtraum, der sich nicht so leicht erfüllen lies.

„Ich verstehe. So nennt man das also heute!". Dabei schenkte Teresa der jungen Frau vor sich ein Recht anzügliches Grinsen, machte sich darauf wieder an die Arbeit und war von da an nicht mehr ansprechbar.

Katie wollte noch ein „Aber..!" einwerfen, jedoch zwang sie sich selbst zu der Einsicht, dass bei dieser Frau Hopfen und Malz verloren war und sie es sowieso nicht schaffen würde, sie vom Gegenteil zu überzeugen.

Wunderbar. Sollte in nächster Zeit einmal Angelina, oder was noch viel schlimmer wäre, einer der Zwillinge hier auftauchen, hätte sie einiges zu erklären. Und auch wenn es einen zu köstlichen Anblick abgeben würde, wenn die Zwillinge auf Flint losgehen würden, ohne sich vorher über den Hintergrund dieser „Gerüchte" zu informieren, so war Katie jedoch so gnädig, Flint auf solche Eventualitäten vorzubereiten, indem sie ihn dezent warnte.

Schlimmer als jetzt konnte es ja nicht mehr werden, oder?

Während sich Katie dann doch endlich auf den Weg nach Hause machte, war es Flint der in seinem Zimmer saß und seinen Gedanken freien Lauf lies. Dabei schweifte sein Blick auf seinen Nachttischschrank, auf dem ein Foto von sich und Katie zu sehen war. Es war kurz nachdem sie Freundschaft geschlossen hatten aufgenommen wurden.

Er konnte sich noch immer an diesen Tag erinnern, als wenn es erst gestern gewesen wäre.

Marcus und Katie waren zwar als Team eingeteilt, doch so recht zusammenarbeiten war für die ein Ding der Unmöglichkeit. Doch das alles änderte sich schlagartig bei ihrem schwersten Fall überhaupt, bei dem sie zusammen die Anklage stellen sollten.

Der Angeklagte war in diesem Fall niemand anders als Marcus eigener Vater. Das Oberhaupt der Familie Flint.

Marcus hatte gerade die Akte neu auf den Tisch bekommen und wollte wie schon so oft seiner Kollegin zuvorkommen, indem er sie als erstes las. Doch kaum hatte er die Akte geöffnet, verhärtete sich sein Gesichtsausdruck und seine Hände verkrampften sich, während das Papier der Akten unter seiner Berührung zerknüllte.

Katie, die kurz darauf ins Büro kam, bemerkte seinen Gesichtsausdruck nicht und entriss ihm wie üblich die Akte, um selbst einen Blick darauf zu werfen. Kaum hatte sie jedoch einen Blick auf den Namen des Angeklagten geworfen, fiel ihr Blick zurück auf ihren Kollegen.

Sie wusste, dass jetzt nachdem der elende Krieg beendet war ,die Verhandlungen nicht abebben würden und sie viel zu tun bekamen. Auch mit Menschen, die sie zuvor flüchtig aus der Schule kannte oder zumindest deren Namen sie schon einmal gehört hatte. Aber das es sich gleich so anfühlen sollte, war ihr nicht klar.

Sie waren beide noch nicht sehr lange im Anwaltsberuf tätig. Er länger als sie, aber dennoch war diese Situation für keinen von beiden angenehm. Es war wohl das erste Mal, dass Katie so etwas wie Mitleid für Flint empfand. Aber sie wusste wie Slytherins tickten. Das waren keine Menschen die man in den Arm nahm und ihnen leise ins Ohr flüsterte, dass alles wieder gut werden würde. Sie hatten ihren Stolz und ganz besonders das Exemplar, dass vor ihr saß, würde keinen Deut davon verlieren wollen.

Gerade als Katie sich dazu durchringen konnte, näher auf ihn zuzugehen, sprang Marcus von seinem Platz auf und verließ fluchtartig das Büro.

Er wollte jetzt alleine sein. Geheucheltes Mitleid einer Gryffindor, die ihn nicht einmal mochte, brauchte er jetzt ganz sicher am wenigsten.

Drei Tage später war der erste Verhandlungstermin angesetzt. Katie begann sich langsam aber sicher Sorgen um ihren Kollegen zu machen. Er war, seitdem er das Büro so stürmisch verlassen hatte, nicht wieder im Ministerium aufgetaucht. So ungern sie sich es auch eingestand, Katie hatte wirklich Angst um ihren eigentlich so verhassten Kollegen.

Gerade als sie alleine den Gerichtssaal betreten wollte, kam ihr junger Kollege allerdings um die Ecke. Dies war etwas, dass sie normalerweise beruhigen sollte, aber als sie in sein Gesicht blickte, sah sie tiefe Ränder unter seinen Augen und auch sonst schien er nicht er selbst zu sein.

Ohne ein Wort der Begrüßung ging er an ihr vorbei und begab sich an dem ihm zugewiesenen Platz. Katie war froh, dass es erst die Verhandlungseröffnung war. So blieb im Nachhinein noch genug Zeit, ein Gespräch mit Marcus zu führen.

Während der Verlesung der Anklage saß Marcus nur abwesend auf seinem Platz und starrte ins Nichts. Im Gerichtssaal anwesend waren unzählige Mitarbeiter des Ministeriums die allesamt Marcus Vater in Askaban sehen wollten. Während die ihm vorgeworfenen Vergehen einzeln erläutert wurden, gab es unzählige von Zwischenrufen, die nicht nur Marcus Vater betrafen, sondern gleich auch dessen ganze Familie beleidigten.

Die meisten schienen nicht wirklich zu realisieren, dass hier eine der unangenehmsten Situationen der Geschichte des Ministeriums bestand. Oder sie ignorierten diesen Umstand. Niemand hatte auch nur an die Befangenheit des jungen Flint gedacht. Niemand schien sich dafür zu interessieren. Dies hier sollte ganz klar ein Schauprozess werden. Einer der ersten, die ein Exempel statuieren sollten. Schon allein das Aufgebot der Presse, die sonst so sorgfältig aus den Gerichtssälen des Ministeriums ferngehalten wurde, füllte beinah den gesamten Saal aus.

Kaum waren die weiterführenden Verhandlungstermine festgelegt, verließen die Schaulustigen den Gerichtssaal gemeinsam mit der Presse. Doch hatten Katie und Marcus gedacht ohne viel Aufhebens in ihr Büro zu gelangen, so hatten sie falsch gedacht.

Kaum machten die beiden sich auf den Weg, hatte die Presse sich schon an ihren Fersen geheftet. Katie wurde noch verschont, im Gegensatz zu Marcus. Dieser musste sich quälenden und ziemlich persönlichen Fragen stellen. Diese wurden von ihm jedoch mit einem „Kein Kommentar" weitgehend nicht beantwortet. Auch blieb er nach außen hin ganz ruhig. Jedenfalls bis man ihm die Frage über seinen Derzeitigen Wohnsitz stellte.

Katie erfuhr jetzt erst aus dritter Hand, dass nach der Verhaftung seines Vaters das gesamte Anwesen der Familie Flint dem Ministerium in die Hände gefallen war. Sie hatte sich bisher nie Gedanken darum gemacht wo er wohnte. Es reichte vollkommen, dass sie mit ihm zusammenarbeiten sollte.

Jetzt hatte die Presse unangebrachte Kommentare darüber gemacht, dass er zur Zeit im Tropfenden Kessel wohnte und versucht seinen Stolz zu beleidigen.

Das letzte Mal, dass eine Zaubererfamilie aus ihrem eigenen Heim vertrieben wurde, war schon ziemlich lange her und es war ein Symbol dafür, verschmäht und geächtet zu sein. Marcus jedoch wollte sich diese Blöße nicht geben. Er rauschte mal wieder ungehalten an Katie vorbei und war schon verschwunden ehe die Klatschpresse auch nur einen Finger rühren konnte.

Stunden später fand sie ihm im verlassenem Konferenzraum ihrer Abteilung sitzend. Nicht einmal das Licht hatte er eingeschaltet. Er saß dort still im Dunklen und das einzige was man hörte war sein Atem.

Katie ging ganz langsam auf ihn zu und legte vorsichtig ihre Hand auf seine Schulter.

Marcus ich weiß…"

Aufgebracht unterbrach er ihren angefangenen Satz. „ Du weißt rein gar nichts. Du bist doch genauso wie alle anderen und hältst mich für einen gefühlskalten Eisklotz dessen einzige Lebensaufgabe darin besteht, anderen Leuten das Leben zur Hölle zu machen!"

Darüber hatte Katie bisher noch nicht wirklich nachgedacht. Für sie war er einfach immer nur ein Slytherin. Auch wenn es schwer war für eine Gryffindor es zuzugeben, so hatte sie sich wirklich nie für den Menschen hinter dieser Fassade interessiert. Oder vielmehr gar nichts daran gedacht, das sich dahinter wirklich jemand mit Gefühlen verbarg. Ein menschliches Wesen wie sie selbst eines war. Genau genommen hatte er ja Recht. Aber gerade weil sie diese Erkenntnis traf, fing sie an sich für diesen Menschen hinter der Fassade zu interessieren.

In Ordnung. Du hast Recht. Ich weiß nichts. Ich weiß nicht wie das ist. die Anklage gegen seinen eigenen Vater zu führen und ich weiß nicht wie das ist aus seinem eigenem Zu Hause rausgeschmissen zu werden. Aber ich weiß wie es ist, wenn Menschen sich einsam fühlen. Und ich weiß, dass wir nicht das sind, was man Freunde nennen kann. Aber du sollst wissen, das ich für dich da bin, wenn du mich brauchst!"

Sie wusste nichts genau was es war, dass sie dazu veranlasst hatte, aber sie konnte nicht anders als ihm dieses Angebot zu machen. Wahrhaftig, sie waren keine Freunde. Nicht einmal annähernd gute Bekannte. Eigentlich waren sie seid der Schulzeit Feinde gewesen und vertrugen sich nur mäßig als Kollegen. Aber etwas war da, dass sie dazu veranlasste in Marcus zu mehr sehen als diese gefühlskalte Fassade die er seit Jahren trug.

Warum…warum Katie?"

Nichts mehr war von dem Stolz in seiner Stimmer zu hören, der sonst immer darin mitschwang. Es klang schon eher ein wenig verzweifelt. Auch wenn sich Katie das auch nur eingebildet haben konnte. Warum? Ja, auch sie stellte sich die Frage des Warums. Was sollte sie ihm antworten? Sie wusste ja nicht einmal selbst eine Antwort darauf.

Marcus fragte sich warum sie das tat. Er hatte sie immer schlecht behandelt. Zeitweise hatte er sie auch um ein Date gebeten, aber nie auf die Art wie es sich eine Frau wünschen würde. Er hatte sie stets von oben herab behandelt, mit einer Spur Arroganz, die ihm mit in die Wiege gelegt worden war. Warum also war sie jetzt so nett?

Ich kann dir ehrlich gesagt keine Antwort darauf geben, aber nimm es einfach hin, in Ordnung?!"

Weitere Worte waren für diese Situation nicht mehr nötig. Katie setzte sich Marcus gegenüber und war einfach nur da, damit er nicht allein war. Sie hätte ihm auch zugehört, wenn er ihr erzählt hätte was ihm auf dem Herzen lag. Aber das war nicht die Art und Weise wie der Slytherin mit dieser Art Situation fertig wurde. Hier entstand keine Freundschaft. Es war eher ein Waffenstillstand und sie war bei Merlin nicht der richtige Mensch um ihm ein Freund zu sein. So glaubte sie zumindest noch zu diesem Zeitpunkt.

Die Verhandlung zog sich wochenlang hin. Unnötigerweise wurde Marcus' Familie mehr ins Rampenlicht gestellt, als es nötig gewesen wäre. Nichts blieb von der Presse verschont. Jegliche private Details der Familie wurden offen dargelegt. Marcus glich immer mehr einem Schatten seiner selbst. Dem Ministerium würde es nicht reichen, seinen Vater einfach nur einzusperren. Nein, sie wollten ihn brechen. Aber dass sie dabei viel tiefere Wunden in Marcus' Herz schlugen, schien niemanden zu interessieren.

Zwei Wochen vor der offiziellen Urteilsverkündung kam es nach der Verhandlung zu Ausschreitungen. Viele Schaulustige, die sich um das Ministeriumsgebäue aufgestellt hatten, waren in ihrer Wut gegenüber den Verantwortlichen des Krieges nicht mehr zu bremsen, sodass sie mehr als bereit waren, den Gerichtssaal zu stürmen.

Was genau an diesem Tag passierte war in Marcus Erinnerungen kaum noch vorhanden. Die Meute hatte sich trotz der Sicherheitskräfte und magischen Barrieren Zugang zum Gerichtssaal verschafft. Es herrschte totales Chaos.

Die anwesenden Auroren hatte alle Hand damit zu tun, den Angeklagten sicher aus dem Gerichtssaal zu führen und dafür zu sorgen, das wichtigen Mitgliedern des Ministeriums, unter ihnen auch der Minister höchstpersönlich, in Sicherheit waren.

Was mit den anwesenden Anwälten geschah, war ihnen anscheinend egal. Typisch Ministerium eben. Marcus, der aus seiner sonstigen Starre erwacht war, reagierte gerade noch rechtzeitig und apparierte gemeinsam mit seiner jungen Kollegin in die oberen Etagen des Ministeriums. Es war zwar nicht möglich ins Ministerium und aus dem Ministerium hinaus zu apparieren, aber innerhalb des Gebäudes schon. Jedenfalls, wenn man entsprechende Genehmigung besaß.

Katie war zuerst etwas verwirrt, als sie sich in ihrer neuen Umgebung umsah und realisierte nur langsam, was soeben vorgefallen war. Hätte Flint sie nicht geistesgegenwärtig von dort weggebracht, würde es jetzt nicht gut um sie stehen, das wusste sie.

Sie hatte ja schon vieles erlebt, selbst in ihrer Referendarszeit, aber solch einen Tumult war sie nicht gewohnt und solche Ausschreitungen erst recht nicht. So etwas hatte es ihres Wissens noch nie gegeben. Nicht einmal in den Verhandlungen nach dem ersten Krieg.

Sie wusste nicht recht was sie sagen sollte. Es gab wohl in solch einer Situation nichts anderen zu sagen, als ein einfaches, aber doch ehrlich gemeintes „Danke!"

Es war genau das richtige gewesen, denn Marcus quittierte dies nur mit einem Nicken wie es seine Art war und rappelte sich wieder vom Boden auf, um ihr gleich danach eine helfende Hand zu reichen. Auch eine Geste die nicht alltäglich für ihn war. Irgendetwas passierte hier. Seine Mauer brach immer mehr, seitdem die beiden zusammen an diesem Fall arbeiteten und er wusste beim besten Willen nicht, wohin das ganze führen würde.

Die Tage bis zur Urteilsverkündung verliefen für Marcus in einer Art Trancezustand. Er konnte Nachts kaum schlafen und verbrachte die Zeit die er sich im Büro befand in einer Art Starre, aus der ihn niemand reißen konnte. Abgesehen von Katie, die ab und zu mit einer Tasse Kaffee und einem Aufmunternden Lächeln in seinem Büro auftauchte. Es war schon verwunderlich wie das Arbeitsklima sich, seitdem sie an diesem Fall arbeiteten, gewandelt hatte. Es war, als hätten sie beide ein stilles Übereinkommen getroffen.

Am Tag der Verhandlung ging alles sehr schnell Marcus sah seinen Vater nur kurze Zeit, ihm entging jedoch nicht der verachtende Blick der ihm durch ihn zu teil wurde. Kurz darauf war er schon wieder in eine Art starre verfallen und bekam nur nebenbei das Urteil mit „Schuldig in allen Anklagepunkten!" das nächste was Marcus bewusst wahr nahm, war das jemand seine Hand nahm und diese Leicht drückte um ihm Kraft zu geben. Als er Hoch sah, war dort wieder dieses aufmunternde Lächeln, welches Katie ihm neuerdings schenkte.

Er war ihr dankbar. Er brauchte jetzt keine Worte, jemand der ihm zuredete, es würde alles wieder gut werden, denn dem war nicht so, dass wusste Marcus.

Nachdem der Gerichtssaal bereits leer war, saßen Katie und Marcus noch immer auf ihren Plätzen und ließen die Stille auf sich wirken. Beiden war klar was jetzt passieren würde. Marcus Vater würde nie wieder die Freiheit sehen. Wenn er überhaupt lange in Askaban überlebte. Seit der Zeit, in der Sirius Black von dort geflohen war, hatte sich dort einiges geändert. Wenn es zuvor schon einen Menschen brach, so war es jetzt die Hölle auf Erde. Dafür hatte man gesorgt.

Katie fragte sich, woran Marcus wohl dachte und schaute ihn lange Zeit von der Seite an. Dies blieb auch von ihm nicht unbemerkt und als ob er ihre ungestellte Frage gehört hätte, offenbarte er zum ersten Mal in seinem Leben jemanden seine Gedanken.

Ich überlege, wie es weiter geht. Wohin ich jetzt gehe. Ein zu Hause habe ich ja jetzt nicht mehr!"

Man kann nicht sagen, dass Katie überrascht war über seine Reaktion. Überrascht ist viel zu harmlos ausgedrückt. Sie wahr vielmehr schockiert. Es war das allererste Mal, dass sie ihn von dieser Seite kennenlernen durfte und auch sie begann zu spüren, dass sich etwas in ihrer Beziehung zueinander geändert hatte.

Was sie daraufhin tat, war sowohl für ihn als auch für sie mehr als verwunderlich, aber es fühlte sich richtig an.

Ich weiß, dass hört sich jetzt merkwürdig an, aber ich suche zur Zeit einen Untermieter und solange du noch nichts Neues gefunden hast, biete ich dir das freie Zimmer an. Es ist wohl etwas, was einem zu Hause im Moment am nächsten kommt."

Aus der Situation heraus wollte sie ihm erst ein, „Du bist herzlich willkommen" entgegenbringen, aber sie wusste, dass dies hier fehl am Platze gewesen wäre. Deswegen lies sie ihr Angebot im Raum stehen und wartete auf eine Reaktion seinerseits.

Marcus wusste nicht was er sagen sollte. Er hatte alles erwartet, aber nicht so etwas. Sein Stolz sagte ihm, er sollte ihr Angebot ablehnen und der Einzelkämpfer bleiben der er nun mal war. Dies würde auch bedeutet, die Mauer, welche bei Katie zu bröckeln schien, wieder neu aufzuziehen und seine arrogante Maske wieder mit sich selbst verschmelzen zu lassen. Doch irgendetwas hinderte ihn daran. Er war davon überzeugt, dass dies ein Anfang von etwas Besonderem war und er diese Chance unbedingt ergreifen sollte.

Bevor ich dir eine Antwort auf dein Angebot gebe, erlaube mir eine Frage. Warum Katie? Warum willst du ausgerechnet mir helfen?"

Auch wenn sie diese Frage gefürchtet hatte, weil sie Angst hatte keine Antwort zu kennen, lag diese plötzlich klar genug vor ihren Augen um sie mit ihm zu teilen.

Weil Freunde füreinander da sind und ich das Gefühl habe das wir dies irgendwie sind… Freunde meine ich!"

Freunde. Dieses eine Wort, was für ihn doch soviel bedeutete, war ihm Antwort genug. Antwort auf so viele Fragen, die er sich stellte. Ja, er war sich nun sicher. Er würde es versuchen. Ihr Angebot annehmen und abwarten was passieren würde. Denn er wusste sie hatte Recht. Sie waren Freunde geworden. Freunde waren füreinander da und er schwor sich, dass er ihr auch helfen würde, wenn sie ihn irgendwann brauchen würde.

Sein Nicken reichte aus und beide brauchten keine Worte mehr. Sie wären auch mehr als fehl am Platze gewesen. Es war ein stilles Übereinkommen. Es war der Moment, in dem sie bewusst Freundschaft schlossen und einen Weg einschlugen, den sie gemeinsam beschreiten würden.

Marcus hatte ein Lächeln auf dem Gesicht. Ja, es war lange her. Damals war dieses Zusammenwohnen nur als eine Übergangsphase geplant und nun wohnten sie schon so lange auf engstem Raum zusammen. Und das sogar mehr oder weniger friedlich.

Gerade als seine Gedanken wieder in die Gegenwart zurückkehrten hörte er die Wohnungstür ins Schloss fallen. Also war Katie wieder Zu Hause. Langsam stand er auf und machte sich auf die Suche nach seiner jungen Kollegin.

In der Küche fand er sie dann schließlich vor. Mal wieder eine Tasse Kaffee in der Hand und noch nicht einmal ihren Mantel hatte sie abgelegt. Nebenbei bemerkt sah sie auch nicht viel entspannter aus als zuvor in ihrem Büro.

„Katie, alles in Ordnung?"

Er war wirklich besorgt um die junge Frau. Sie sah nicht wirklich gut aus und trank in letzter Zeit eindeutig zu viel Kaffee. Nicht das er selbst bei jeder Gelegenheit dieser schwarzen Droge verfiel, aber ihr Konsum nahm ganz neue Ausmaße an.

Katie gab nur ein geknurrtes „Nein!" von sich und massierte ihre pochenden Schläfen, nachdem sie ihren Kaffee auf den Tisch abgestellt hatte.

Marcus ging nun auf sie zu und half ihr dabei ihren Mantel loszuwerden, er legte ihn kurzer Hand auf den Küchentisch vor sich und umarmte sie von hinten.

„Pass auf Kleine. Ich lasse dir jetzt ein entspannendes Bad ein und keine Widerrede heute. Du wirst dich ausruhen und danach, egal wie früh es dann immer noch sein mag, wirst du dich in dein Bett kuscheln und ausschlafen. Kaffee ist kein Schlafersatz!"

Selbst wenn Katie gewollt hätte, sie hätte gar nicht protestieren können. So nickte sie ihm nur zu und sah ihm hinterher, wie er ins Badezimmer verschwand um besagtes Bad einzulassen.

Da war sie wieder. Diese Seite an ihm, der sie hoffnungslos verfallen war. Und wenn ihr Kopf nicht schon jetzt so hämmern würde, käme sie wahrscheinlich auf den Gedanken ihren Schädel an der Tischplatte zu zertrümmern.

Das Bad war genau das richtige für Katie gewesen. Einfach nur entspannen, abschalten und an nichts denken. Im Hinterkopf hatte sie zwar immer noch den Gedanken Marcus wegen Teresas irrsinnigen Vermutungen vorzuwarnen, aber das hatte sicherlich noch bis Morgen Zeit. So machte sie zum ersten Mal das, was er ihr aufgetragen hatte, begab sich sofort nach dem Bad in ihr warmes kuscheliges Bett und schlief ein, kaum dass sie ihren Kopf in die Kissen hatte fallen lassen. Es war ein traumloser und erholsamer Schlaf.

Marcus registrierte mit Zufriedenheit, dass Katie auf seinen Rat gehört hatte und nun friedlich in ihrem Bett schlummerte. Es war das beste, wenn sie sich erst einmal ausruhte. Wer wusste schon was die nächsten Tage den beiden brachten.

So machte sich auch Marcus auf den Weg in sein Bett, denn der Tag war anstrengender gewesen als er gedacht hatte. Er spürte auch die Müdigkeit in seinen Knochen und war froh, dass dieser ereignisreicher Tag endlich ein Ende fand. Nicht wissend, dass der nächste Tag viel zu schnell kommen würde.

Leichte Sonnenstrahlen kitzelten Katies Gesicht und wollten sie aus ihrem erholsamen Schlaf wecken. Dies wusste diese jedoch zu verhindern und schlug ihre Bettdecke über ihren Kopf.

Leider war auch ihr Mitbewohner ihr nicht wohl gesonnen, denn dieser stand mitten in ihrem Zimmer und räusperte sich. Als von Katie jedoch keine Reaktion kam, mit Ausnahme eine unverkennbaren Brummens, schlich sich ein slytherinhaftes Grinsen auf das Gesicht des jungen Mannes, bevor er ihr die Bettdecke mit einem Ruck entzog.

Sofort war Katie wach genug um auf diese Untat zu reagieren und warf ein Kissen nach ihrem ungebetenen Gast.

„Flint, verpiss dich. Ich will schlafen!"

Dieser tat jedoch nichts dergleichen, sondern lächelte weiter in Katies Richtung, die ihren Kopf in ihrem zweiten Kissen vergrub und hoffte, dass er bald ihr Zimmer verlassen würde und sie wieder ins Land der Träume verschwinden konnte.

Dem war jedoch nicht so. Marcus holte eine Zeitschrift hinter seinem Rücken hervor, setzte sich trotz der angrifflustigen Löwin auf die Bettkante und versuchte ihr die neuste Hiobsbotschaft möglichst schonend beizubringen.

„Katie …ich will wirklich nicht lange stören, aber lesen viele deiner Freunde und Verwandten die Hexenwoche?"

Was, bitte, war das für eine Frage? Das war doch wohl nicht sein ernst, dass er sie am frühen Morgen aus dem Schlaf riss, nur um ihr solch eine dumme Frage zu stellen?

„Verdammt Flint willst du mich verarschen? Das ist echt kein guter Zeitpunkt für einen Scherz deinerseits. Du hast selbst gesagt, ich brauche den Schlaf. Was soll also die Frage?"

Er wünschte selbst, dies wäre ein Scherz. Leider war dem aber nicht so. Die Situation war ernst, auch wenn er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte.

„Nein „Schatz", ich verarsche dich nicht. Ich frage nur aus begründetem Interesse, da dein Ex-Verlobter so nett war, uns seine Glückwünsche gleich durch die Titelseite der Hexenwoche mitzuteilen."

Nun war nicht mehr an Schlaf zu denken. Katie war mit einem Mal hellwach.

„WAS…?"


A/N:

So das war dann doch etwas verspätet das nächste Kapitel. Ich hoffe es hat euch gefallen und ich bekomme wieder so liebe Reviews wie letztes Mal, hatte ich schon einmal erwähnt, das ich süchtig danach bin? fingernägel knabber und wie findet ihr das Kapitel?? Kommt schon ihr müsst ja nicht 5 Seite Review schreiben, ein zwei Zeiler würde mich schon glücklich machen. Also bis zum nächsten Kapitel ;-)

Midnight