Disclaimer: Diese Geschichte basiert auf Charakteren und Situationen, die das Geistige Eigentum von J.K.Rowling sowie von verschiedenen Verlegern, inklusive Bloomsbury Books, Raincost Books und Warner Bros. Inc.- jedoch nicht nur von diesen -sind. Ich verdiene hiermit Kein Geld, noch ist es meine Absicht, irgendwelche Copyrights oder Warenzeichen zu verletzen.


Kapitel VI Wenn die Klatschpresse eine Person wäre, wäre sie jetzt Tod!

So schnell konnte Marcus gar nicht reagieren, wie Katie aufgesprungen war und ihm die Hexenwoche aus der Hand gerissen hatte.

Auf der Titelseite prangte ein riesiges Foto der beiden mit der Überschrift: Slytherin und Gryffindor in Liebe vereint. Sehr Originell! Katie musste einen Würgreiz unterdrücken. Sie hätte der Presse doch mehr Einfallsreichtum für einen Titel zugetraut. Zumindest etwas Spektakuläreres als dieser einfallslose Titel, der zudem nach einem grottenschlechten Groschenroman klang.

Schnell überflog sie die Titelseite, und kam nicht umher ihr Gesicht dabei zu verziehen, um dann auf den eigentlichen Artikel zu blättern der sich auf Seite 3 und 4 befand.

Slytherin und Gryffindor in Liebe vereint!

Normalerweise ist es ein Grund zu trauern, wenn man erfährt, dass die Ex-Verlobte sich dazu entschlossen hat jemand anderen zu ehelichen, nachdem sie grundlos die Verlobung gelöst hat, aber nicht so Alexander Wood. Er erzählte uns persönlich, wie froh er darüber sei, dass Katie Bell, juristische Mitarbeiterin des Ministeriums und zugleich auch seine Ex-Verlobte, endlich ihr Glück gefunden hat. Auch ist es nicht eine gewöhnlichste Liebesgeschichte die hier vor dem Traualtar endet. Das Liebesglück traf gerade die größten Gegensätze die es überhaupt gibt. Beide sind Vertreter der in Hogwarts angesiedelten Häuser Gryffindor und Slytherin, zwischen denen schon seid Generationen eine unüberbrückbare Fehde besteht. Katie Bell, stolze Gryffindorlöwin hat sich mit Marcus Flint, eine der hinterlistigsten Schlangen Slytherins verlobt. Er selbst dürfte uns noch allen sehr wohl bekannt sein, aus den Nachkriegsprozessen, bei denen sein Vater selbst auf der Anklagebank saß. Viele mögen sich nun fragen, wie kann eine junge Frau, die das Feuer der Leidenschaft in sich trägt ihre Liebe nur an solch eine kaltherzige Person verschwenden. Eine Frage, auf die wahrscheinlich nur sie selbst eine Antwort haben wird. Die beiden arbeiten schon seit ein paar Jahren als Kollegen zusammen, führten laut unserer Quellen eine platonische Freundschaft und teilten sich auch gemeinsam eine Wohnung. Alles nur eine Lüge? Verständlich denn es ist nicht einfach seinen Freunden und Verwandten klarzumachen, dass man das Bett mit dem Feind teilt. Auch wenn Mr. Wood sich nach außen hin für seine Ex-Verlobte zu freuen scheint, so können wir doch nur vermuten, dass dies alles ein schwerer Schlag für ihn sein muss. Immerhin kann man der Annahme erliegen, das die Beziehung der beiden schon über einen längeren Zeitraum verlief und die Lösung der Verlobung auf einmal gar nicht mehr so grundlos war, wie es den Anschein hatte. Wo die Liebe doch hinfällt. Auch wenn es wie in jeder Liebesgeschichte auch hier Personen gibt, denen das Herz gebrochen wurde, so müssen wir doch zugeben, dass jeder von uns schon einmal von der Liebe überrumpelt wurde. Wir können nun spekulieren, wie? Und warum? Aber letzten Endes bleibt uns doch nichts anderes als den beiden Glück zu wünschen und für sie zu hoffen, dass es die richtige Entscheidung war.

Die besten Wünsche

Die Redaktion der Hexenwoche

Weiterhin folgte noch kleiner Artikel über sie beide aus der Hogwartszeit, ein kleiner Bericht über die damalige Gerichtsverhandlung und zu guter Letzt unzählige Fotos, die so nie aufgenommen wurden.

Katie kochte vor Wut. Sie konnte kaum glauben, was Alexander sich dort für eine Frechheit hatte einfallen lassen und als ob das nicht genug gewesen wäre, hatte sich die Redaktion der Hexenwoche mal wieder in einer Art und Weise präsentierte, die Katie ganz und gar nicht gefiel. Die unterschwelligen oder beinahe schon plump eingeschobenen Beleidigungen waren das niveauloseste, was sie jemals zuvor gelesen hatte. Mal ausgenommen der Presseberichte, die damals rund um die Nachkriegsprozesse veröffentlicht wurden.

Sie konnte kaum glauben, dass Marcus dort so ruhig auf ihrem Bett saß, während sie wie eine aufgebrachte Furie in ihrem Zimmer umher trampelte. Denn von gehen konnte hier keine Rede mehr sein.

Oder hatte er diesen unaussprechlichen Artikel erst gar nicht gelesen und sich nur mit der Titelseite begnügt? Katie wusste beim besten Willen nicht mehr wo ihr der Kopf stand. Sie wollte jemanden dafür zur Rechenschaft ziehen und ihn leiden lassen. Und das ziemlich bald. Was genau sie am meisten aufregte, konnte sie jedoch nicht genau sagen. Ob es nun der Artikel an sich war oder einfach diese unglaublich wilden Spekulationen gepaart mit den niveaulosen Beleidigungen gegen Marcus.

„Ich bringe IHN um. Und dann gleich auch noch diese unverschämte Redaktion der Hexenwoche. Was fällt denen ein so etwas über uns bzw. dich zu schreiben? Diese Leute machen mich krank!"

Wow! Er hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit solch einem Wutausbruch. Katie hatte sich mit einen Ruck auf ihr Bett geworfen und ihr Gesicht war wutverzerrt. Natürlich hatte es ihn nicht kalt gelassen, was in dem Artikel über ihn stand, aber er wusste, das die Leute, auf die es in seinem Leben ankam, es besser wussten.

„Beruhige dich Katie. Uns fällt schon etwas ein, um Alexander das ganze heimzuzahlen!"

Oh ja davon war Katie überzeugt. Sie würde es diesem Mistkerl heimzahlen, niemand stellte sie so bloß und manövrierte sie in eine solche Situation ohne die Konsequenzen dafür zu tragen.

„Ja Katie, zeig ihm wo der Haken ist! Ich werde mich derweilen um die Redaktion der Hexenwoche kümmern. Wie können sie diesen sexy, heißen, attraktiven, muskulösen, himmlischen…"

Katie musste sich einmal kurz räuspern um ihre innere Stimme zum schweigen zu bringen. Liebend gerne hätte sie ihr auch den Mund verboten, aber sie hatte keinerlei Lust mit Marcus über diverse Selbstgespräche zu diskutieren, die er ihr wahrscheinlich nach solch einem Ausbruch andichten würde.

„Ja ist ja schon gut. Ich bin ja ruhig. Trotzdem weißt du das ich Recht habe!"

Katie hatte momentan weiß Gott genug andere Probleme, um mit ihrer inneren Stimme diskutieren zu müssen, ob diese Recht hatte oder nur der Teil ihrer Persönlichkeit war, der unter den unzähligen Quidditchunfällen litt, bei denen sie unsanft auf den Kopf gefallen war.

„Du hast Recht, Marcus. Aber wir sollten uns jetzt lieber um unsere Gesundheit sorgen machen!" Das „Marcus" betonte Katie ganz besonders in ihrem Satz um ihrer inneren Stimme zu signalisieren, das absolut nicht sie damit gemeint war.

Marcus kam nicht mehr ganz mit, was Katie sagte. In Ordnung, dieses ganze Durcheinander setzte beiden sehr zu und man konnte die letzten Tage oder Stunden eher als fortlaufende Stresssituation bezeichnen. Aber warum sollten sie sich um ihre Gesundheit sorgen machen? Da kam er beim besten Willen nicht mehr mit.

„Ich weiß, ich stelle zur Zeit dumme Fragen, eine eher unverzeihliche neue Macke an mir, aber wovon um Merlins Willen sprichst du da?"

Natürlich es war mal wieder so was von klar, dass Frau hier das Denken übernehmen musste. Natürlich war er sich nicht über die Auswirkungen dieses Artikels bewusst. Aber sie würde ihn noch über die schlimmsten aller Konsequenzen aufklären müssen.

„Ich rede hier von zwei Rotschöpfen die einen ziemlich ausgeprägten Beschützerinstinkt besitzen was ihre Freunde angeht. Besonders wenn es sich auch noch um ehemalige Teammitglieder handelt. Und wenn ich sage, dass die Eigentümer von Weasleys Zauberhafte Zauberscherze keineswegs harmlos sind, ist dies kein SCHERZ!"

Allmählich dämmerte es Marcus was die aufgekratzte junge Frau meinte. Oh ja, er kannte die Weasleyzwillinge und konnte ihrer Aussage, die jegliche Harmlosigkeit der beiden abstritt, nur beipflichten. Er hoffte nur, dass die beiden nicht dazu geneigt waren die Hexenwoche zu lesen, denn sonst hätten sie beide ein ziemlich großes und lästiges Problem am Hals.

„Bist du dir sicher, dass die beiden die Hexenwoche lesen? Ich weiß ja, dass die beiden…komplette I….guck nicht so. Dann eben freundlich ausgedrückt, sie sind etwas sonderbar, aber selbst sie würden die Hexenwoche nicht lesen, oder?"

Katie konnte nur den Kopf schütteln. Er würde wohl niemals mit einem Gryffindor, mit Ausnahme von ihr, Freundschaft schließen. Aber nicht nur dies machte ihr Kopfzerbrechen. Vielmehr störte sie die Tatsache, dass ihr Untermieter zur Zeit unter Denkverlangsamung zu leiden schien. Das Offensichtliche blieb ihm anscheinend verschlossen.

„Nein, nicht unbedingt die beiden, aber wenn ich deinem Gedächtnis ein wenig auf die Sprünge helfen dürfte, mein „Schatz", Fred Weasleys Verlobte ist zufälligerweise eine Frau und es gibt nur sehr wenige Exemplare der weiblichen Bevölkerung der magischen Welt, die nicht die Hexenwoche abonniert haben!"

Alles was Marcus darauf noch erwidern konnte war ein „Oh!" mit dem ihm wieder einmal eine etwas späte Erkenntnis traf.

„Ja genau. Oh, ist genau der richtige Ausdruck dafür. Ich werde mich jetzt so schnell wie möglich frisch machen, um dann zu meiner liebsten Freundin Angelina zu apparieren. Schadensbegrenzung ist momentan das einzige was ich machen kann."

In Windeseile versuchte Katie aus dem Bett zu klettern, in das sie sich zuvor noch so voller Wut hatte fallen lassen. Aber ihre eigenen Füße machten ihr genau an diesem Punkt einen Strich durch die Rechnung, sodass sie mehr oder weniger unsanft auf dem Schoss ihres Untermieters landete und ihr dabei eine leichte Röte ins Gesicht stieg, die dieses Mal nicht von ihrer Wut her rührte.

„Hallo schöne Frau. Wohin denn so stürmisch?"

Marcus konnte sich anhand der Absurdität dieser Situation ein Grinsen nicht verkneifen. Auch wenn jetzt eigentlich Eile geboten war, um das Schlimmste zu verhindern, bevor jemand die Hexenwoche in die Hand bekam der es nicht sollte und daraus falsche Schlüsse zog, so konnte der Slytherin nicht abstreiten, dass alles was ihm Katie in die Arme oder wie hier in den Schoss spielte herzlich willkommen war.

„So bequem das ganze auch hier ist, eigentlich war ich auf den Weg ins Bad. Wenn ich schon so früh aufstehen muss, um eine Katastrophe zu verhindern, dann will ich das wenigstens frisch geduscht tun." Und mit diesen Worten die durch ein Augenzwinkern begleitet wurden, verschwand Katie im Badezimmer.

Marcus, der immer noch auf ihrem Bett saß, war noch viel zu perplex um sich auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Hatte er sich das ganze nur eingebildet oder hatte Katie gerade einen etwas zurückhaltenden, aber dennoch unübersehbaren Flirtversuch gestartet? Sollte seine harte Arbeit nun endlich Früchte tragen oder war sein Gehirn so von den Ereignissen der letzten Tage vernebelt, dass er schon begann zu halluzinieren?

Frisch geduscht keimte auch sogleich neue Hoffnung in Katie auf. Irgendwie würde sie es schon schaffen, die Hexenwoche von den Zwillingen fern zu halten. Und am besten sollte sie auch Angelina schonend auf den Artikel vorbereiten, wenn diese ihn nicht schon gelesen hatte.

„Marcus ich bin jetzt weg. Wir sehen uns später zu einer Krisensitzung im Büro. Wenn jemand nach mir fragt, lass dir was einfallen!"

Daraufhin steckte der junge Mann, der selbst gerade damit beschäftigt war seine morgendliche Dosis Koffein zu sich zu nehmen, den Kopf aus der Küchentür und hob nur lasziv die Augenbrauen, als er sagte „Kein Sorge. Mir fällt schon das passende ein!"

Zwar war das ganze nur als kleiner Scherz gedacht, so wie Katie es auch nicht anders von dem jungen Mann kannte, doch sogleich leuchteten wieder die Alarmleuchten in ihrem Kopf auf. Sie hätte Teresa beinahe vergessen.

„Ich warne dich. Lass bloß nicht irgendwelche zweideutigen Anspielungen im Raum stehen. Teresa spinnt sich sowieso schon die wildesten Szenarien zusammen und wir haben größere Probleme, als eine phantasievolle und übereifrige Sekretärin die Gerüchte in die Welt setzt."

Gerade als Marcus noch Fragen wollte, was sie genau mit „spinnt sich sowieso die wildesten Szenarien zusammen" meinte, hörte er auch schon die Tür ins Schloss fallen. Na, das konnte ja ein Tag werden.

Kaum hatte Marcus es sich einigermaßen in der Küche gemütlich gemacht, um noch ein wenig zu entspannen bevor er sich dem Büroalltag stellen und zugleich auch auf alle möglichen Dinge vorbereitet sein musste, da der Artikel in der Hexenwoche sicherlich jede Menge Nebenwirkungen mit sich ziehen würde, als es schon an der Tür klingelte.

Sollte Katie etwa ihren Schlüssel vergessen haben? Schusselig genug war sie in letzter Zeit auf jeden Fall. Sich von den Gedanken an einen erholsames Frühstück verabschiedend machte sich Marcus auf den Weg, um die Tür zu öffnen.

Vor der Tür jedoch fand er nicht wie zuvor angenommen seine chaotische Kollegin, sondern einen seiner besten Freunde, Adrian Pucey, der ihn mit einer hochgezogenen Augenbrauen in Augenschein nahm und dabei mit einer Hexenwoche in der Hand durch die Luft wedelte.

Die erste Nebenwirkung des Artikels war also schon aufgetaucht, auch wenn Marcus ahnte, dass das folgende Gespräch mit seinen Freund nicht ganz so schlimm verlaufen würde wie Katies mit ihrer Freundin.

Ohne viel Aufhebens bedeutete er seinem Gegenüber in die Wohnung einzutreten und schloss lautlos die Tür hinter ihm. Ihm auch weiterhin kaum Beachtung schenkend lief Marcus in Richtung Küche um sich endlich wieder dem Frühstück, oder deutlicher gesagt, seiner Kaffeesucht zu widmen.

„Ich muss schon sagen, als Gastgeber bist du eine Niete, Marcus. Aber dein Plan scheint bei Katie völlig aufzugehen. Das war doch sehr überraschend, was ich da der Hexenwoche entnehmen durfte!"

Marcus schaute seinen Freund über seine Kaffeetasse hinweg leicht irritiert an und musste sich ein hinterlistiges Lachen verkneifen, als er ihm eine Antwort gab.

„Adrian, du warst schon immer ein Meister darin Komplimente zu verteilen, aber ich kann dich beruhigen. Katies und meine Beziehung scheint sich zwar zu entwickeln, was ich natürlich mit Freude sehe, aber das, was die Hexenwoche da schreibt ist eher ein riesiges Missverständnis an dem Katie und natürlich auch ich nicht ganz unschuldig sind!"

Adrian war nicht dumm und hatte sich irgendetwas in diese Richtung schon gedacht, aber sicher war sicher und wer konnte ihm da eine bessere Erklärung bieten als einer der Beteiligten selbst.

„Das musst du mir jetzt aber genau erklären?"

Wenigstens konnte Marcus hier schon mal seinen Text üben, denn eine Erklärung würden noch viel mehr Leute von ihm verlangen, dessen war er sich mehr als bewusst. Aber zuvor hatte er selbst noch eine für ihn wichtige Frage zu klären.

„Eins nach dem anderen mein lieber, erst einmal erklärst du mir warum gerade du die Hexenwoche liest? Meiner Meinung nach war dies immer, und ist es auch heute noch, ein Magazin welches eher von Hexen gelesen wird!"

Jetzt war Marcus auf eine Erklärung gespannt. Das konnte doch noch ein interessanter Tag werden. Wenn er schon ständig in irgendwelchen konfusen Spekulationen und Missverständnissen steckte, so hatte er doch alles Recht der Welt dies seiner Umgebung mit gleicher Münze heimzuzahlen. Zwar war der junge Pucey einer seiner besten Freunde, aber er war schließlich ein Slytherin. Das sagte doch schon alles.

„Na, sagen wir so, eine Freundin hat mich auf den Artikel aufmerksam gemacht!"

Eine Freundin also. Marcus wusste gut genug, dass Adrian nicht so eine unklare Aussage machen würde, wenn nicht mehr dahinter stecken würde. Außerdem konnte der junge Flint seinem Gegenüber trotz jahrelangem Training als Slytherin eine innere Nervosität ansehen, die irgendwie an einen auf der frischen Tat Ertappten erinnerte.

„Eine Freundin also? Und diese Freundin hat nichts Besseres zu tun, als dich Frühmorgens aus dem Bett zu schmeißen und dir, wohl wissend in Sorge um deine Freundschaft zu mir, diesen Artikel zukommen zu lassen?". In Marcus Stimme hatte sich ein herausfordernder und belustigter Ton geschlichen, von dem er selbst wusste, dass sein bester Freund darauf anspringen würde, ob er denn nun mit der Wahrheit rausrücken wollte oder nicht.

„Nun ja, sagen wir, diese Freundin beehrte mich nicht erst am heutigen Morgen mit ihrer Anwesenheit!"

In solch einer Situation wurde Marcus mal wieder klar, wie schwierig sie doch als Slytherins waren. Verschlossen bis zur Kragenspitze. Er selbst war natürlich in diversen Situationen auch nicht besser, das wollte und konnte er auch gar nicht abstreiten, aber manchmal wäre es doch einfacher gewesen ein wenig offener zu sprechen.

Den Kaffee schon längst an die Seite gestellt, stand der neugierige junge Mann nun auf und trat hinter seinen Freund. Freundschaftlich schlug er diesem auf die Schulter, während er mit Verwunderung preisgab, dass er sich trotz dieser „Überraschung" darüber freute, dass sein Freund „nun auch endlich sein Eremitendasein aufgegeben hatte!"

Eines weiteren Kommentars seitens Adrian benötigte es nicht mehr, nachdem dieser seinen Freund nur ein slytherinhaftes Grinsen schenkte und ihm damit seine nicht wirklich ausgesprochene Frage beantwortete.

Nun war jedoch Marcus an der Reihe seinen Freund auf den neusten Stand der Dinge zu bringen, bevor er sich irgendwann auf den Weg ins Büro machen würde.

Katie währenddessen sorgte sich um ihre stetig ansteigende Nervosität, die einfach nicht fortzudenken war. Sie sandte Stoßgebete gen Himmel, dass noch keiner im Hause Weasley und deren näherer Umgebung die Hexenwoche gelesen hatte, aber warum sollte auch ausgerechnet sie mal Glück haben.

Nervös stand Katie nun vor Angelinas Tür und wippte mit ihrem Fuß hin und her, da ihre innere Unruhe sich auch nach außen hin nicht mehr leugnen ließ.

Kaum machte Angelina noch etwas verschlafen die Tür auf, schlüpfte Katie mit einem überaus übertriebenen Lächeln an Angelina vorbei in die Wohnung und war mehr als glücklich darüber, dass Angelina wohl gerade erst aufgestanden war. Somit bestand wenigstens noch keine Gefahr, dass sie irgendetwas von dem Artikel gelesen bzw. gehört hatte.

„Hallo erst einmal Katie. Was um Merlins Willen führt dich zu solch früher Stunde zu mir?"

Selbst an Angelinas Stimme konnte man erkennen, das ihr Zustand wahrhaftig nicht viel mit wach sein zu tun hatte. Sie befand sich noch weit davon entfernt. Auch ihre Kleidung die momentan nur aus einem Morgenmantel bestand, soweit Katie dies beurteilen konnte, sprach dafür, dass es noch viel zu früh am Morgen war.

„Dir auch einen wunderschönen guten Morgen Angelina. Darf man nicht mal seine beste Freundin besuchen oder bedarf es dazu schon einen Grund?". An ihrer Aussage war nicht unbedingt etwas Verdächtiges zu erkennen, sondern eher an der Art und Weise wie sie diese in Sekundenschnelle aufgesagt hatte. Wenn Angelina nicht noch viel zu müde gewesen wäre, hätte sie stutzig werden können. Jedoch war es dazu noch viel zu früh am Morgen.

Während Katie ihre beste Freundin mehr oder weniger höflich begrüßt hatte, suchte sie die Wohnung mit ihren Augen nach der neusten Ausgabe der Hexenwoche ab und wurde dann auch endlich fündig, als ihre Freundin ihr anbot zusammen mit ihr in der Küche einen Tee zu trinken. Dort lag sie. Die unheilbringende Ausgabe der Hexenwoche, mitten auf dem Küchentisch, zusammen mit dem Tagespropheten und weiteren Kleinigkeiten an Briefen, die Angelinas Posteule heute Morgen schon gebracht haben musste.

Gerade als Angelina auf den Küchentisch zugehen wollte um ihre Post durchzusehen, landete erschreckend schnell Katies Hand mit einer unglaublichen Wucht auf der Titelseite der Hexenwoche, während sie ihre Freundin nur anlächelte.

„Ach, du willst doch nicht so früh am Morgen schon etwas lesen… ähm …sag mir lieber wie es den Zwillingen geht."

Auch wenn Angelina bei weitem noch nicht wach war, misstraute sie doch dem Zustand ihrer besten Freundin. Irgendwie wirkte sie nervös, als hätte sie etwas zu verbergen. Aber natürlich konnte sie sich auch täuschen.

„Alles in Ordnung mit dir, Katie? Du wirkst etwa gestresst."

Katie musste sich vorsehen. Wenn sie sich weiterhin so auffällig verhielt, würde Angelina den Artikel schneller gelesen haben, als es ihr möglich war die genauen Hintergründe zu erklären.

„Natürlich ist alles in Ordnung. Das bildest du dir nur ein, meine Liebe. Wie geht es denn nun den Zwillingen?"

Angelina schaute noch einmal prüfend auf ihre jüngere Freundin, schüttelte kurz den Kopf und setzte dann zu einer Antwort an.

„Och, weißt du, denen geht es wie immer. Nur ist Fred zur Zeit ein wenig gereizt. Ron ist kurzfristig eingezogen, nachdem er und Hermine ihre Beziehung beendet hatten, aber sonst ist alles in Ordnung!"

Die junge Löwin war froh, dass ihre Freundin auf das Thema angesprungen war und ihr dies noch etwas Schonzeit verschaffte. Solange sie sich mit den Problemen anderer beschäftigte, konnte sie ihre weitestgehend verdrängen oder sich zumindest innerlich auf das unvermeidbare Gespräch vorbereiten.

„Hermine und Ron haben sich getrennt? Aber …ich dachte die beiden... also ich weiß auch nicht, aber für mich sah es immer so aus, als würde es ewig halten."

Wenn sie schon ablenkte, konnte Katie auch gleich ihre Neugier befriedigen. Eine Angewohnheit, die nicht immer positiv bewertet wurde.

„Ja, das dachten wir alle. Na ja, sie haben sich in Freundschaft getrennt. Nur wollten sie auf dieser Basis nicht mehr zusammen wohnen, was ja auch verständlich wäre."

Katie nickte nur abwesend. Ja, das konnte sie beim besten Willen nachvollziehen. Auch ein Grund mehr warum sie nichts mit Marcus anfangen sollte, wobei die Situation ohnehin schon schwierig genug war, ohne mit ihm irgendetwas anzufangen.

„Also wenn man mich fragt, ich finde wir sollten wenigstens auch tun was uns missverständlicher Weise vorgeworfen wird. Nur der Form halber versteht sich. Schließlich haben wir schon einen kleinen Vorgeschmack in der Wanne bekommen!"

Na toll, das nervige Etwas hatte es mal wieder geschafft, Bilder in ihr Gedächtnis zu rufen, die sie in Regionen ihres Gehirns verbannt hatte, welche sie normalerweise nicht zu gebrauchen pflegte. Und außerdem hatte Katie ihre innere Stimme sowieso nicht um deren unpassenden Rat gebeten.

„Hey, ist wirklich alles in Ordnung mit dir?"

Schnell schaute Katie ihre Freundin an, die wirklich leicht besorgt schien und versuchte diese zu beruhigen. „Sicher, ich habe ab und an nur ein wenig Migräne"

Schließlich war ihre Aussage nicht wirklich gelogen, nur das sie zur Zeit nicht wirklich unter Migräne, sondern unter anwachsender Spannung stand. Während ihre Freundin sich also darum bemühte, ein Mittel gegen Kopfschmerzen in ihrer Küche zu finden, ließ Katie die Hexenwoche in Rekordzeit und dabei ziemlich lautlos in ihrer Handtasche verschwinden.

„Katie, jetzt aber mal ehrlich. Was bringt dich um diese Uhrzeit wirklich zu mir? Und jetzt hör auf mit deinen fadenscheinigen Ausreden. Du hast doch was auf dem Herzen. Geht es wieder um Flint?"

Angelina wusste gar nicht wie sehr sie mit ihrer Vermutung ins Schwarze getroffen hatte, obwohl sie nicht wissen konnte, dass sie lieber nicht Recht gehabt hätte, wenn es nach Katie ging.

Gerade als Katie zu einer Antwort ansetzen wollte, nahm der Geräuschpegel im Wohnzimmer stark zu. Jemand musste durch den Kamin gekommen sein. Man hörte ein lautes Poltern und gleich darauf jemanden fluchen. Da Angelina jedoch niemanden erwartete zog sie zu ihrer und Katies eigenen Sicherheit ihren Zauberstab und bewegte sich vorsichtig in Richtung Wohnzimmer. Katie hatte währenddessen auch ihren Zauberstab in die Hand genommen und gab ihrer Freundin Rückendeckung.

Was sie allerdings im Wohnzimmer vorfanden, war nicht etwa ein ungebetener Gast in Form eines Einbrechers, sondern nur ihre gemeinsame Freundin Alicia Spinnet, welche momentan schlimmere Flüche von sich gab, als man sie einem Verbrecher zutrauen würde.

Sie hatte aber auch allen Grund zu fluchen. So oft wie Angelina in letzter Zeit bei den Zwillingen in deren Laden ausgeholfen hatte, blieb die Hausarbeit ein wenig liegen und leider gehörte auch dazu die Säuberung des Kamins, durch den ihre Freundin nun überraschend in ihrer Wohnung aufgetaucht war.

Katie konnte sich ein Lachen nicht mehr verkneifen. Ihre Freundin sah nun mehr oder weniger aus wie ein Schornsteinfeger und blickte, nachdem sie mit ihren Flüchen geendet hatte, zu den ihr und Angelina und ihr Blick verriet, dass sie diese Situation keineswegs als lustig empfand.

„Sehr witzig ihr zwei. Gerade ihr zwei müsst lachen, wo ihr doch die beiden seid, die Schuld daran sind, dass ich so aussehe!"

Angelina, welche die ganze Zeit ein Lachen durch einen mehr oder weniger glaubhaften Husten überspielen wollte, schaute nun völlig irritiert zu der rußbedeckten jungen Frau. Ja, sie gab ja zu, dass sie den Kamin ruhig mal hätte sauber machen können, aber immerhin kam Alicia etwas überraschend und zudem verstand sie nicht, welche Schuld Katie an dieser Situation trug.

„Beruhige dich erst mal Alicia. Du siehst wirklich ein wenig, nun ja, ungewöhnlich aus, was nicht heißen soll, das dir Ruß nicht steht!" schob Katie dann ein um die Situation ein wenig zu entschärfen, was sie jedoch damit bewirkte, war eher das Gegenteil.

„Du, Fräulein, solltest lieber ganz still sein. Außer du willst mir ausführlich deine VERLOBUNG mit niemand anders als Marcus Flint erläutern!"

Jetzt war alles vorbei. Katie sah schon vor ihrem geistigen Auge, wie sich der Boden vor ihren Füßen auftat und sie mit einem lauten Schrei in die Hölle gezogen werden würde. Jetzt gab es keinen Ausweg. Diese Aussage konnte Angelina nicht überhört haben.

Angelina hingegen hatte vor Schock ihren Zauberstab fallen lassen und starrte ihre jüngere Freundin nur mit großen Augen an. Es brauchte einige Zeit bis sie realisiert hatte, was sie da gerade erfahren hatte. Unwillkürlich traten wieder die unmöglichsten Bilder von Katie gemeinsam mit Flint in ihren Kopf, sodass sie diesen kurz schüttelte, um wieder klar denken zu können. Ja, sie hatte Katie gesagt, sie solle sich Gedanken um diese „Beziehung" machen, aber dass sie sich gleich verloben würden hätte sie nicht gedacht. Und wenn, dann hätte sie doch wenigstens vorher mit ihr darüber reden können. Sie wusste absolut nicht, was sie dazu sagen sollte. Es war so grotesk.

„Du bist was?" richtete sie ihre ersten Worte, nachdem sie ihre Sprache wieder gefunden hatte, an ihre Freundin.

In Ordnung. Das war ein Anfang. Zumindest hatte ihr noch niemand von den beiden den Kopf abgerissen. Es würde also Zeit für das Gespräch und jetzt gab es kein Zurück mehr für Katie, aber wenigstens wollte sie es sich etwas gemütlicher machen, denn schließlich war es keine Kleinigkeit die sie hier zu erklären hatte.

„Wartet, bevor ihr voreilige Schlüsse zieht. Iich kann das erklären, aber lasst uns alle lieber irgendwo hinsetzen. Das ganze könnte eine Zeit dauern!"

Die beiden anderen Frauen waren mit Katies Vorschlag einverstanden und nachdem auch Alicia sich durch einen einfachen Zauber gesäubert hatte, machten die drei sich auf den Weg in die Küche, um dort bei einem beruhigenden Tee Klarheit in die ganze Angelegenheit zu bringen.

„Ich hoffe, du hast eine verdammt gute Erklärung dafür, meine Liebe!". Alicia war die erste, welche die Stille durchbrach. Sie wollte endlich wissen wie es zu einer Verlobung zwischen Katie und diesem Slytherin kommen konnte. Als sie am frühen Morgen die Hexenwoche in die Hand bekommen hatte, weckte sie durch ihren lauten Schrei nicht nur den Mann, mit dem sie neuerdings das Bett teilte, sondern wahrscheinlich auch noch seine ganze Nachbarschaft. Und egal was er versucht hatte, sie zu beruhigen, es war ihm nicht gelungen. Ihr war irgendetwas entgangen. Nicht das sie keine tolerante Person war, die solch eine Beziehung akzeptieren konnte, es ging vielmehr darum, dass sie so etwas als Katies Freundin nicht hatte kommen sehen.

„Also eigentlich fing alles damit an, dass ich die Flucht vor unserer neuen Sekretärin ergriffen habe, die im übrigen glaubt oder zumindest bis gestern geglaubt hat, das ich und Marcus eine wilde Ehe führen. Wie auch immer…in der Cafeteria bin ich dann Alex begegnet…"

Während Katie nun die Geschichte ihrer Verlobung zum Besten gab, wurden die Augen ihrer zwei Freundinnen immer größer, bevor sie sich beide anblickten und dann in schallendes Gelächter ausbrachen.

So etwas konnte wirklich nur Katie passieren. Wenn es ein Fettnäpfchen in ihrer Umgebung gab, würde sie zweifellos dort hineintreten.

„Sehr witzig ihr Zwei. Die ganze Welt glaubt, ich und Marcus sind verlobt und ihr habt nicht besseres zu tun, als zu lachen!"

Angelina konnte nur den Kopf schütteln. Die ganze Situation war einfach nur zu komisch, sie war wie immer auf Katie zugeschnitten. Nichts und niemand würde sie selber so in Rage reden und dann so etwas von sich geben lassen. Ihre Freundin tat ihr unglaublich leid, auch wenn sie selbst die Situation mehr als witzig fand.

„Ach komm Katie. So schlimm ist das doch nicht, solange nur das Ministerium an diese Verlobung glaubt!"

Das war dann der Punkt, an dem Katie ihren Blick auf den Küchentisch senkte. Sie begann nervös mit ihren Händen herumzuspielen.

„Katie? Hast du mir vielleicht noch etwas zu sagen?"

Ja, das hatte sie wahrhaftig, aber eine Antwort ihrerseits war zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten. Dies überließ sie dann Alicia, ein wenig Licht in die Sache zu bringen.

„Sieh mal Angelina, was Katie dir noch zu sagen hätte, ist, dass es da diesen Artikel in der Hexenwoche gibt!"

Jetzt wurde es wirklich ernst. Wenn die Presse mit im Spiel war, hieß dies nie etwas Gutes. Besonders nicht, wenn sie über solch eine heikle Beziehung berichtete und besonders nicht wenn der Name Flint hinzukam. Die junge Frau suchte ihren Küchentisch nach der besagten Zeitschrift ab. Schließlich hatte sie diese vorher noch zusammen mit ihrer Post dort liegen sehen. Als sie jedoch nichts fand, begann Katie, ohne dass Angelina danach gefragt hatte, in ihrer Tasche zu wühlen und hielt kurze Zeit später ihrer Freundin besagtes Exemplar unter die Nase.

Schon als Angelina die Titelseite erblickte, breitete sich ein unangenehmes Gefühl in ihrer Magengegend aus. Sie brauchte einige Zeit bis sie den Artikel dann letztendlich gelesen hatte. Ihn jedoch zu verdauen, war eine ganz andere Sache.

„Oh. Mein. Gott. Das ist das Unverschämteste was ich jemals lesen durfte. Süße, du darfst sie so nicht davon kommen lassen. Du…..bei Merlin ich muss verhindern, dass die Zwillinge das zu Gesicht bekommen. Oder muss sie wenigstens schonend darauf vorbereiten!"

Katie war nun schon etwas ruhiger als zuvor. So schlimm, wie sie es sich vorgestellt hatte war es letztendlich gar nicht geworden. Die beiden Freundinnen zeigten im Gegensatz zu ihren abstrusen Vorstellungen sehr viel Verständnis für sie.

„Ja, ich glaube das wäre das beste Angelina. Wir kennen schließlich alle das Temperament deines Verlobten und seines Bruders. Aber nun zu dir Katie. Höre ich da irgendwie heraus, dass da zwischen dir und Flint mehr läuft?"

Und das war dann wieder eine andere Sache, von der sie gehofft hatte, damit in nächster Zeit nicht konfrontiert zu werden.

„Alicia, das ist dann schon wieder eine komplizierte Angelegenheit!"

Kaum hatte Katie dies ausgesprochen, war Angelina neben ihr aufgesprungen, und schaute sie mit einem triumphierenden Lächeln an. „Ha, ich hab's gewusst. Also gibst du zu, dass du ihn liebst!"

„Ja genau, gib es doch endlich zu! Yeaah, endlich jemand auf meiner Seite!"

Nicht schon wieder dieses Thema. Liebe war für Katie ein großes Wort und sie würde sicherlich nicht leichtfertig damit umgehen. Schon gar nicht, wenn so viel auf dem Spiel stand. Ja, sie wusste dass da irgendetwas zwischen ihr und Marcus passierte, aber benennen konnte sie es nicht. Noch nicht. Und Liebe war doch wohl etwas zu weit gegriffen.

„Ich gebe gar nichts zu. Ich sage nur das unser Verhältnis - ich verwende dieses Mal mit Absicht nicht das Wort Beziehung - etwas kompliziert ist. Von Liebe war hier gar keine Rede!"

Alicia schaute nur zwischen ihren beiden Freundinnen hin und her und kam irgendwie nicht mehr ganz mit. Jetzt wusste sie, dass es ganz sicher irgendetwas gab, was verpasst hatte.

„Doch. Genau von Liebe ist hier die Rede. Du weißt es nur noch nicht!"

Katie konnte nur den Kopf schütteln. Egal was sie sagte, ihre Freundin schien sich ihr eigenes Bild gemacht zu haben und darin festgefahren zu sein. Auch wenn es ein falsches Bild war.

„Entschuldigung, wenn ich euch unterbreche, meine Lieben, aber habe ich irgendwas verpasst?"

Die ältere der beiden Angesprochenen sah die Jüngere nur mit einem Lächeln an, dass soviel aussage sollte wie „Na komm erzähl ihr, was du mir erzählt hast!"

„Passt auf ich hab eine Idee. Was haltet ihr davon, wenn wir einen reinen Frauenabend machen? Nur wir drei. Und dann haben wir Gelegenheit zwischen Tausenden von Kalorienbomben endlich mal in Ruhe über alles zu reden. Also was ist?"

Zwar passte es Alicia nicht wirklich in den Kram, dass sie auf eine Antwort noch würde warten müssen, aber wahrscheinlich hatten sie an solch einem Frauenabend wirklich mehr Ruhe und Gelegenheit sich auszutauschen.

Nachdem die beiden Katie zugestimmt hatten, war dieser ein Stein vom Herzen gefallen. Da Angelina versprochen hatte, sich um die Zwillinge zu kümmern und dort ein wenig Schadensbegrenzung zu betreiben, ging es ihr schon gleich viel besser. Nun musste sie sich aber schleunigst auf den Weg ins Büro machen, Schließlich war sie dort mit Marcus zu einer Krisensitzung verabredet.

Nachdem die drei Freundinnen noch schnell eine Uhrzeit ausgemacht hatten, war Katie auch schon verschwunden und tauchte keine zehn Minuten später gehetzt im Büro auf, wo glücklicherweise weit und breit keine Teresa in Sicht war. Im Konferenzraum fand sie dann endlich ihren Kollegen vor, der schon auf sie gewartet zu haben schien.

„Entschuldige, dass ich erst jetzt komme, aber Alicia war auch da und ich hatte ja schließlich einiges zu erklären. Wie auch immer, Angelina hält uns die Zwillinge vom Leib!"

Marcus hatte erst gar keine Gelegenheit bekommen, seine Kollegin zu begrüßen, sodass er erst einmal abwartete was sie zu erzählen hatte.

„Erst einmal Hallo, schöne Frau. Du klingst etwas gehetzt, setz dich erst mal und dann noch mal alles in Ruhe und langsam wiederholen, bitte!"

Auf der Zunge lagen der jungen Frau wieder Tausende von Widerworten, doch sie ließ es diesmal bleiben und setzte sich stattdessen neben ihren Kollegen.

„Anscheinend hatte Alicia den Artikel heute Morgen schon gelesen und tauchte dann plötzlich durch den Kamin auf. Na ja, und dann habe ich ihnen eben alles erzählt!"

Natürlich ließ Katie den Teil aus, indem Angelina das Wort Liebe ins Spiel gebracht hatte, aber die Situation zwischen ihnen beiden, war schon kompliziert genug um solch ein Wort mit ins Spiel zu bringen und ihn damit womöglich auch noch auf dumme Ideen zu bringen.

„Und soweit ist alles geklärt?"

Als geklärt konnte man diese Angelegenheit ja wohl noch nicht bezeichnen, aber ihre Schadensbegrenzung war soweit sie das beurteilen konnte erfolgreich gewesen. Nur hatte sie das Gefühl, irgendetwas gravierendes vergessen zu haben.

„Sagen wir mal, meine Schadensbegrenzung war erfolgreich. Heute Abend machen ich übrigens mit den beiden einen Frauenabend, damit wir noch mal in Ruhe über alles reden können!"

Warum zum Teufel erzählte sie ihm das eigentlich? Schlussendlich ging es ihn ja überhaupt nichts an, mit wem sie den Abend verbrachte, aber sie hatte irgendwie das Gefühl gehabt, es ihm erzählen zu müssen.

„Ich glaube das ist eine gute Idee. Ihr könnt das ganze auch gerne bei uns machen. Ich werde wohl heute Abend mit Adrian unterwegs sein. Er hatte mir nämlich kurz nachdem du gegangen warst einen Besuch abgestattet."

Verwundert hob nun die Gryffindor ihre Augenbrauen. Hatte sie das gerade richtig verstanden, dass Adrian von dem Artikel wusste? Die Vorstellung, dass ein Slytherin die Hexenwoche las, war doch um einiges erheiternder als ihr vorheriges Tagesgeschehen.

Nur mühsam konnte sie sich ein Lachen verkneifen. Marcus hingegen wusste genau, was seine Kollegin da dachte und konnte nicht umhin ebenfalls zu schmunzeln, da er selbst diesen Gedanken etwas früher am Tag noch gehabt hatte.

„Wir werden sehen. Aber auf jeden Fall brauchen wir uns nicht vor den Zwillingen zu fürchten. Angelina wird die beiden schon in Schach halten!"

Daran hatte Marcus überhaupt keinen Zweifel. Die Löwenweibchen aus Katies Jahrgang, waren nicht gerade zimperlich im Umgang mit der männlichen Bevölkerung.

„Oh ja, das kann ich mir vorstellen. Ihr Gryffindors seid richtige Mannsweiber!"

Mist, auch wenn er es nicht wollte, seine Slytherinblut lies ihm keine andere Wahl, als ständig solche Kommentare loszulassen. Und das war gerade bei seinem Gegenüber mehr als gefährlich. Im Moment sogar noch mehr als je zuvor.

„Willst du damit etwa sagen, ich sei ein Mannsweib?"

Auch wenn sie sich mehr aufregte, als ihr gut tat, so musste Marcus wie so oft feststellen, dass er gerade diese Momente liebte.

Ihre Augen glühten vor Temperament, ihre Wangen waren leicht gerötet und das für ihn faszinierende war die Tatsache, wie Katie auf ihren Lippen herumkaute, bevor sie ihm jedes Mal die unmöglichsten Beleidigungen an den Kopf war, die selbst Mr. Filch zum erröten gebracht hätten.

„Süße, gerade du solltest wissen, das ich nicht so über dich denke. Ich müsste lügen wenn ich abstreiten würde, dass du der Grund für viele meiner schlaflosen Nächte bist!"

Es zu wissen ist eine Sache, es aber jetzt aus seinem Mund zu hören, eine ganz andere. Irgendwie wusste sie nicht mit dieser Tatsache die ihr soeben offenbart wurde, umzugehen. Darüber müsste sie dann am heutigen Abend auch noch mal dringend ein Gespräch führen.

„Ja, wie du meinst, wenn ... äh ja ... das dann alles wäre, sollten wir vielleicht an die Arbeit gehen."

Es war faszinierend wie schnell er dieses vor Leidenschaft wütende Geschöpf in dieses schüchterne Etwas verwandeln konnte. Dies bestätigte ihm wie so oft, dass er eine ganz spezielle Wirkung auf sie hatte.

„Nein, ich glaube wir haben alles besprochen, auch wenn mir noch einiges anderen einfallen würde, was wir zwei machen könnten. Du hast Recht. Die Arbeit ruft."

Mit einem „Unmöglich" verließ Katie schlussendlich den Konferenzraum und machte sich auf den Weg in ihr eigenes Büro. Glücklicherweise war Teresa immer noch nicht da. Wahrscheinlich war sie gerade in die Pause gegangen oder erledigte irgendeinen Botengang. Wie auch immer, sie war sicherlich die letzte die sich darüber beschweren würde.

Als Katie sich dann endlich ihren Akten widmete, war sie doch froh um diese Ablenkung, auch wenn ihr Aktenberg nicht kleiner zu werden schien und nebenbei bemerkt ihr Büro immer noch nicht in sein Urzustand zurückgesetzt worden war. Sie bemerkte gar nicht wie schnell die Zeit verflog. Sowie von Marcus, als auch von Teresa hatte sie die ganze Zeit keinen Mucks gehört und war irgendwie auch froh darüber. Selbst eine Mittagspause hatte sie großzügig ausgelassen, schon allein aus dem Grund, dass sie in der Cafeteria nicht den Blicken ihrer Kollegen begegnen wollte.

Als sie merkte, das es Zeit war Feierabend zu machen, ließ sie dieses Mal ihre Akten auf dem Tisch liegen und nahm sie nicht mit nach Hause. Schließlich hatte sie auch etwas besseres zu tun.

Von Teresa war immer noch nicht zu sehen, jedoch lag ein roter Zettel auf deren Schreibtisch, was also heißen musste, dass sie zumindest einmal da gewesen war. Wahrscheinlich hatte Katie es nur nicht mitbekommen, als sie so vertieft in ihre Arbeit gewesen war.

Der rote Zettel schien eine Nachricht zu sein. Also nahm sie ihn kurz in die Hand um in dann mit Schrecken zu lesen.

Katie, ich wollte sie nicht stören. Sie sahen so konzentriert aus. Ich habe Feierabend gemacht, aber da war ein Anruf für sie. Ihre Großmutter. Sie sollen sich dringend bei ihr melden. Sie klang ziemlich hysterisch.

Teresa

Warum musste das Ministerium sich auch diese Muggelerfindung anschaffen? Oder vielmehr, warum gab Katie die Nummer an ihre Familie weiter? Sie wusste es nicht genau, nur das es das war, was sie vergessen hatte. Ihre Familie! Das würde ein viel größeres Problem sein als, die Zwillinge.

Aber darum würde sie sich später Gedanken machen. Sie würde so tun als hätte sie diese Nachricht nie erhalten. Jetzt wusste sie wozu eine Sekretärin gut war. Man schob ihr in die Schuhe, unbequeme Dinge verlegt zu haben. Es war keine Patentlösung und schon gar keine für immer, aber es war eine vorläufige Lösung, mit der sie zumindest die nächsten Tage leben oder besser überleben konnte.


A/N: Ich bin ja immer noch ein wenig stinkich das der document Manager nicht funbktioniert, aber nachdem ich stunden in Foren verbracht habe, hab ich einen Tipp bekommen das ganze zu überlisten schweiß von stirn wisch und es hat geklappt auch wenn es auf normalen Wege weniger nervend gewesen wäre.

Naja und nun ist es da, das neue Kapitel, es wäre ja schon eher da gewesen so gegen Mittwoch..naja aber was solls, ich hoffe es gefällt euch und ich kann mich wieder über Reviews freuen. Das der Rückblick so gut bei euch angekommen ist hat mich riesig gefreut, so ich hoffe jetzt wieder mal auf scöne Reviews eurerseits und knabbere derweil meine Fingernägel herunter...kommt schon ich was das, das hier noch viel mehr leute lesen...ihr müsst mir ja keinen roman hinterlassen...liebguck ich würd euch ja mit schoki bestechen, aber die brauch ich selbst für die nächtsne Kapitel da wird es nämlich einen Gastauftritt geben und naja so ein Frauenabend ist auch nicht immer leicht verdaulich...noch mal ein ganz großes danke an meine Beta ;-)

achja sie ist mir im übrigen schon auf die schliche gekommen, ich habe da soetwas zwischen den zeilen versteckt, im nächsten Kapitel wird es etwas deutlicher aber mal sehen ob ihr es herausfindet

lg, Midnight