Disclaimer: Diese Geschichte basiert auf Charakteren und Situationen, die das Geistige Eigentum von J.K.Rowling sowie von verschiedenen Verlegern, inklusive Bloomsbury Books, Raincost Books und Warner Bros. Inc.- jedoch nicht nur von diesen -sind. Ich verdiene hiermit Kein Geld, noch ist es meine Absicht, irgendwelche Copyrights oder Warenzeichen zu verletzen.


Kapitel IX Was das Chaos perfekt machte...

Marcus war auf direktem Weg zu seiner und Katies Wohnung. Er hatte gewusst, dass etwas schief gehen würde, wenn er mal einen Abend abschalten wollte. Und dass ihm eine Begegnung mit Wood bevorstand, löste bei ihm nicht gerade Enthusiasmus aus. Mit ihm hatte er nämlich auch noch eine Rechnung offen. Als Katie ihn am meisten gebraucht hätte, ließ er sie im Stich, nur um sich auf die Seite seines idiotischen Cousins zu schlagen.

Verständnis hatte er keines dafür. Auch wenn er sich so langsam an die Gryffindors in seiner Umgebung gewöhnt hatte, so würde er sich doch niemals an Oliver Wood gewöhnen können. Er war für ihn die Verkörperung eines Gryffindors und sein persönlicher Erzfeind. Frieden mit ihm zu schließen wäre für Marcus viel zu grotesk. Diese Feindschaft war für ihn einfach viel zu natürlich, als dass er sich jemals vorstellen könnte, diese zu begraben.

Es dauerte nicht wirklich lange bis er an seinem Ziel angekommen war. Sein Tempo hatte sich mit jedem Schritt erhöht und er hoffte nicht in einer allzu angespannten Situation zu erscheinen.

Die drei Freunde hatten währenddessen keine Ahnung, dass sie bald eine weitere Person in ihrer Runde begrüßen konnten. Sie waren noch viel zu sehr in ihr Gespräch vertieft, um überhaupt zu merken, wie lange Alicia schon unterwegs war.

„Ich kann immer noch nicht fassen, dass Alexander so dreist sein kann. Wenn ich das gewusst hätte…!"

Oliver versuchte immer noch zu verdauen, was er von Katie erfahren hatte. Er glaubte es ja, aber es war alles so absurd. Er verstand es einfach nicht. Er verstand nicht, wie er so blind hatte sein können. Er hatte vieles wieder gut zu machen, das wusste er, schließlich hatte er sich wie ein Idiot benommen.

„Was dann? Dann hättest du dich doch nur unnötig mit ihm herumgeschlagen. Nein Oliver, das wäre auch nicht die Lösung gewesen. Wenn ihn jemand hätte schlagen sollen, dann wäre ich das gewesen. Schließlich war es auch noch unser Jahrestag!"

Jetzt schaute Oliver noch überraschter als zuvor in die Richtung seiner besten Freundin. Oh ja sie hatte Recht. Wenn er das gewusst hätte, dann hätte er sich mit ihm „Herumgeschlagen", aber die Schläge hätte hier definitiv Alexander eingesteckt. Niemals hätte er erwartet, dass sein Cousin so wenig Ehrgefühl besitzen würde. Er fühlte sich ziemlich mies und gab sich die Schuld an allem, denn schließlich hatte er sie einander vorgestellt.

„Das ist alles nur meine Schuld. Hätte ich euch doch niemals einander vorgestellt!"

Nun war es an Katie mit dem Kopf zu schütteln. Natürlich war Oliver nicht daran schuld. Was redete er denn da für einen Unsinn? Warum sollte er schuld daran sein, das sie dumm genug war sich auf Alexander einzulassen und sich dann von ihm betrügen und belügen zu lassen? Nein, das war allein ihre Schuld.

„Red keinen Unsinn Oliver. Du hast mich schließlich nicht gezwungen mich mit ihm einzulassen!"

Irgendwie hatte Angelina das Gefühl, dass ein Schluck Wein nun genau das richtige sein würde und machte sich auf ins Wohnzimmer, um die Reste ihres Frauenabends in die Küche zu schaffen.

Gerade als sie durch die Wohnzimmertür verschwunden war, öffnete sich die Wohnungstür mit Schwung und man konnte eine männliche Stimme rufen hören.

„Katie?"

Diese Stimme hätte Katie unter tausenden wieder erkannt. Es war keine andere als die ihres Mitbewohners, Marcus Flint. Das hatte ihr gerade noch gefehlt. Wer oder was auch immer ihn dazu getrieben hatte, gerade jetzt hier aufzutauchen, hatte einen gewaltigen Fehler begangen.

Noch vor wenigen Minuten hatte sie es endlich geschafft, ihren besten Freund wieder zu beruhigen und ihn in eine annehmbare Stimmung zu versetzen, aber was sollte jetzt werden? Aus Erfahrung wusste sie, dass immer, wenn Oliver und Marcus aufeinander trafen, es in einer Katastrophe endete.

Ihr war nicht wohl dabei. Noch bevor Oliver reagieren konnte oder überhaupt realisiert hatte, dass Marcus wieder nach Hause gekommen war, stürmte Katie diesem schon entgegen und wollte ihn nicht in die Küche lassen.

„Wo ist er?"

Sie legte ihre Hände bestimmend auf seine Brust und schaute ihn herausfordernd in die Augen, als sie begann auf ihn einzureden.

„Marcus, beruhige dich erst einmal. Wir haben uns ausgesprochen. Es ist wieder alles in Ordnung, glaube ich jedenfalls. Bitte tue mir und auch dir den Gefallen und lass gut sein. Ich will heute Abend nicht doch noch Blut aufwischen müssen, nachdem wir uns zumindest nicht gegenseitig an die Gurgel gegangen sind!"

So beruhigend Katie auch sonst immer auf ihn wirkte, so wollte und konnte er diesmal nicht auf sie hören. Zwar war sie immer öfters seine Stimmer der Vernunft geworden, aber er hatte das Gefühl, dass Katie die Angelegenheit viel zu locker sah. Immerhin hatte sie so viel durchgemacht, da konnte doch nicht nach einem Gespräch wieder alles in Ordnung sein.

„Katie, lass mich durch. Ich verspreche auch, dass er noch leben wird, wenn ich mit ihm fertig bin!"

Das hatte sie so sehr befürchtet. Wieso war er nur so ein Sturkopf? Kaum hatte sie den Gedanken zu Ende gebracht, erschien auch schon der zweite Sturkopf im Türrahmen und sah nicht wirklich erfreut aus, als er den Slytherin entdeckte. Sie war sich bewusst, dass nun alles zu spät war. Ehe sie reagieren konnte, stürmten beiden Männer auf einander zu und waren schon in einem wilden Handgemenge verwickelt.

Sie wollte dazwischen gehen, aber sie befürchtete, dass sie versehentlich dann auch etwas abbekommen würde. Da kam ihr endlich der Geistesblitz. Ihr Zauberstab! Wozu war sie denn bitte eine Hexe, wenn sie dies nicht zu ihrem Vorteil nutzen konnte?

Mit den Worten „Pass auf, dass die beiden meine Wohnung nicht auseinander nehmen!" an ihre etwas verwirrte, gerade aus dem Wohnzimmer kommende Freundin, verschwand Katie in ihrem Zimmer um ihren Zauberstab zu holen.

„HEY JUNGS, geht's noch? Hört sofort auf mit dem Mist. HEY, ich rede mit euch!"

Angelina konnte sich die Seele aus dem Leib schreien wie sie wollte, die beiden jungen Männer schienen nicht wirklich auf ihren Umwelt konzentriert zu sein. Vielmehr waren sie damit beschäftigt einander auseinander zu nehmen.

„Das darf doch nicht wahr sein! Männer!" war alles was Angelina noch zustande brachte, bevor eine ziemlich wütende Katie aus ihrem Zimmer geschossen kam und den Zauberstab gegen die beiden Streithähne richtete.

„SCHLUSS JETZT ODER ICH SCHWÖRE ICH HEXE EUCH AUF DEN MOND!"

Jetzt doch auf das Geschrei reagierend schaute Flint verwundert auf die bewaffnete Hexe, die anscheinend wirklich ernst meinte, was sie da sagte. Leider hatte er in diesem Moment seine Deckung vollkommen aufgegeben und der immer noch wütende Wood, traf ihn mit der Faust direkt am rechten Auge, so dass er nur zwei Sekunden später überraschend zu Boden ging.

Völlig von dem Geschehenen überrumpelt, ließ Angelina einen Schrei vernehmen und beugte sich dann über Flint um zu schauen ob alles in Ordnung war. Irgendwie schien alles eine Form von Parallelwelt angenommen zu haben, jetzt sorgte sich eine Gryffindor schon um das Wohlergehen eines Slytherin und ihr immer noch mit einem Zauberstab bewaffnete Freundin machte gerade ihren besten Freund gehörig zur Sau.

„Bist du von allen guten Geistern verlassen? Was hast du dir bitte dabei gedacht? Verdammt noch mal Oliver, was sollte das?"

Dieser war leicht geknickt, weil er sich ein wenig für seine Überreaktion schämte und zum anderen war er wütend darüber, warum ausgerechnet er jetzt an allem Schuld sein sollte. Zu einer Prügelei gehörten immerhin mindestens zwei Personen. Warum schrie sie dann nur ihn an und sein Erzfeind wurde auf dem Boden liegend aufs herzlichste umsorgt? Konnte ihm das einmal jemand verraten?

„Schrei mich nicht so an. Ok ich weiß ich hab Mist gebaut, aber ich war hier nicht der einzige. Vergiss das nicht!"

Er hatte ja Recht. Aber um Flint konnte sie sich immer noch später kümmern. Schließlich konnte er ihr nicht ausweichen. Sie wohnten ja gemeinsam in dieser Wohnung, so dass sie zwangsläufig aufeinandertreffen mussten, ob er wollte oder nicht.

„Stimmt, aber ich hatte dich für erwachsen genug gehalten, um dich im Zaun zu halten. Aber anscheinend könnt ihr Männer eure kindischen Gene nicht unter Kontrolle halten. Verdammt, man kann euch keine fünf Sekunden zusammen in einem Raum lassen, ohne dass ihr euch in den Haaren liegt. Das ist ätzend!"

Oliver konnte sie ja irgendwo verstehen, aber aus seiner Haut heraus konnte er einfach nicht. Auch wenn er sich bewusst war, das diese Aktion von eben, eine seiner dümmsten war, so war ihm immer noch danach, den vor sich liegenden Slytherin zusammen zu schlagen. Einen genauen Grund jedoch konnte er dafür nicht nennen. Es reichte für ihn schon aus, dass es Flint war.

„Lass uns erst einmal zurück in die Küche gehen, während Angelina sich um Marcus kümmert. Ich halte es definitiv für besser, wenn ihr euch nicht länger gemeinsam in einem Raum aufhalten würdet!"

Niemand hatte wirklich etwas gegen Katies Vorschlag einzuwenden, denn allen war klar, dass diese Idee eine gute Idee war. Bevor noch etwas schlimmeres passierte, war es besser die beiden Männer getrennt unterzubringen.

Durch die immer noch offen stehende Tür kam plötzlich Alicia herein, die sich etwas verdutzt umsah.

„Was zum Henker ist denn hier passiert?"

Genau genommen war diese Frage ziemlich überflüssig. Alicia wusste genau was hier vorgefallen war. Sie hatte schon gewusst, was vorfallen würde, als Flint wie von der Tarantel gestochen aus der Kneipe verschwunden war. Sie war ihm nicht sofort gefolgt, zuerst einmal hatte sie den auf dem Schlauch stehenden Adrian reinen Wein eingeschenkt und sich noch kurz für den nächsten Tag mit ihm verabredet, bevor sie die Verfolgung von Flint aufnahm.

Leider zu spät wie sie hier feststellen musste. Zwar hatte sie eher damit gerechnet einen blutenden Oliver am Boden liegen zu sehen und keinen angeschlagenen Flint, aber dies war ein Abend an dem sie eigentlich nichts mehr überraschen konnte. Sie hoffte nur, dass der Vorfall, der sich hier ereignet hatte, nicht zu gravierende Folgen nach sich zog. Immerhin wusste sie nicht wirklich, was passiert war. Hier konnte sie nur das nicht allzu erfreuliche Produkt des Zusammentreffens erkennen.

„Das erklär ich dir später. Ich werde jetzt erst mal mit Mr. Wood hier ein Wörtchen in der Küche wechseln. Ihr könnt euch derweilen ja um Marcus kümmern. Und seid nicht zu zimperlich. Schließlich ist er selber schuld."

Mehr Worte brauchte es nicht. Nachdem Alicia die Tür hinter sich geschlossen hatte half sie ihrer Freundin, den Slytherin zu verarzten. Jedenfalls soweit er dies zuließ. Denn bekannter Weise, war dieser ein immenser Sturkopf.

Katie die ihren Zauberstab mit Wucht auf den Küchentisch verfrachtet hatte, stand nun mit verschränkten Armen vor ihrem besten Freund und sah ihn mit einem tödlichen Blick an.

„Verdammt, wir sind doch keine Kinder mehr. Hogwarts liegt hinter uns. Könnt ihr nicht einmal diese alten Streitigkeiten beiseite lassen und versuchen zivilisiert miteinander umzugehen, auch wenn es nur in meiner Wohnung ist?"

Katie war einfach nur sauer. Sie hatte sich diesen Abend bei weitem anders vorgestellt. Zuerst einmal viel ruhiger. Ihr eigentlicher Plan war es gewesen endlich mal abzuschalten und nicht mehr an ihre Probleme zu denken. Aber anscheinend häuften sich noch mehr Probleme an, wenn sie auch nur ansatzweise versuchte zur Ruhe zu kommen.

„Ich verstehe dich ja, aber verdammt noch mal er ist ein Slytherin. Ich kann einfach nicht verstehen, wie du mit einen von denen befreundet sein kannst? Und dann auch noch ausgerechnet mit Flint. Verdammt, was siehst du in ihm?"

Ja, was sie genau in ihm sah, konnte sie bis jetzt immer noch nicht sagen. Aber dass er ihre Freundschaft verdient hatte, da war sie sich ganz sicher. Nur langsam regte sie diese Vorurteile - Gryffindor hier, Slytherin da - einfach nur noch auf. Doch gerade als sie dies auch laut aussprechen wollte, mischte sich mal wieder ihre extrem besserwisserische innere Stimme ein.

Na, du willst doch nicht mit zweierlei Maß messen, oder? Mach ihm nicht zum Vorwurf, dass er immer noch an den Vorurteilen gegen Slytherin haften bleibt. Gerade sie sind doch auch der Grund, warum du dich so gegen das sträubst, was dich und Marcus verbindet. Und du weißt, dass ich Recht habe!"

Und wie sie das wusste. Ja, auch sie war noch sehr an den alten Vorurteilen aus ihrer Schulzeit orientiert. Aber trotzdem benahm sie sich nicht so kindisch und musste sich gleich prügeln. Was mischte diese Stimme sich auch immer in ihre Angelegenheiten ein. Das brachte sie nur noch mehr durcheinander, als sie eh schon war.

„Ich weiß, dass du es nicht verstehen kannst, aber versuch doch einfach, dich mit dem Gedanken anzufreunden. Nicht alles ist nur Schwarz und Weiß. Marcus hat seine guten Seiten, auch wenn du es nicht glauben willst. Er hat mir sehr geholfen als es mir schlecht ging."

Sie wusste, dass sie mit dieser Aussage an Olivers Stolz kratzte. Es machte ihm sicherlich eine Menge aus, dass gerade zu dem Zeitpunkt, als er als ihr bester Freund nicht für sie da war, ausgerechnet sein Erzfeind eine Stütze für sie gewesen war.

„Ich bin ja froh, dass jemand für dich da waren, als es dir schlecht ging. Aber du musst auch mich verstehen. Es passt einfach nicht in mein Bild von ihm, wie du ihn darstellst. Für mich wird er immer der Slytherin aus Hogwarts bleiben, der mir nicht nur ein Quidditchspiel vermiesen konnte, sondern auch gleich den ganzen Tag."

Oliver war ja so was von einem hoffnungslosen Fall. Es musste ein Wunder geschehen um ihn vom Gegenteil zu überzeugen und sie war garantiert nicht in der Lage dazu ein solches zu bewerkstelligen.

„In Ordnung. Verstanden. Lassen wir das Thema. Ich sehe schon, es hat überhaupt keinen Sinn dich vom Gegenteil überzeugen zu wollen. Du hast dir nun mal deine Meinung über ihn gebildet und wirst diese auch nicht mehr ändern. Das muss ich akzeptieren!"

Sie wollte einfach nicht weiter auf diesem leidigen Thema herumreiten. Zudem war es einfach zu viel für sie und irgendwie wollte sie nur noch ihre Ruhe haben. Ihr Kopf begann nämlich wieder gefährlich zu hämmern, was ein eindeutiges Anzeichen für Stress war.

„Bist du mir böse, wenn ich unser Gespräch auf Morgen oder Übermorgen verschieben? Wir können uns ja auf ein Kaffee treffen und dann ist alles nicht so hektisch. Heute habe ich aber glaube ich erst einmal genug. Das war alles ein wenig zu viel für mich!"

Oliver hatte Verständnis für ihre Situation. Die letzten Tage schienen für Katie wie ein auf und ab gewesen zu sein und der heutige Abend hatte dem allen noch die Krönung aufgesetzt. Er nahm sie vorsichtig in den Arm und strich ihr beruhigend über den Rücken.

„Ist schon in Ordnung, Katie. Ich bin dir wirklich nicht böse. Wie wäre es mit übermorgen um 3 Uhr in der Cafeteria des Ministeriums? Ich besuche dich einfach in der Mittagspause. Morgen habe ich leider Training. Aber was heißt leider? Du kennst mich ja."

„Oliver übermorgen ist Sonntag, auch wenn ich eine ziemliche Arbeitsratte bin, selbst ich habe an diesem Tag frei!"

Oliver lächelte kurz entschuldigend und verbesserte sich dann, dass er sie doch lieber am Montag sehen würde.

Damit löste er sich von ihr und schaute sie mit seinem typischen Grinsen an. Dieses Grinsen hatte seine ganz spezielle Wirkung. Katie konnte nicht umhin, davon angesteckt zu werden. Er hatte einfach ein besonderes Talent, andere Leute zum lächeln zu bringen. Etwas was sie sehr vermisst hatte, als ihr Freundschaft diese schwere Zeit durchgemacht hatte.

„Ich werde dich dann jetzt mal alleine lassen, wobei auch allein nicht ganz stimmt. Aber ich mache mich jetzt auf den Weg nach Hause. Es ist schließlich schon spät. Ich verspreche auch, dass ich mich beim rausgehen von Flint fern halte."

Damit zwinkerte Oliver ihr noch einmal zu, platzierte einen freundschaftlichen Kuss auf ihrer Wange und bewegte sich dann Richtung Ausgang. Alicia und Angelina, die bereits mit Marcus ins Wohnzimmer gegangen waren, rief er noch ein „Bis dann ihr beiden, ich gehe jetzt zu!" und war auch schon verschwunden, so dass er Flints Ausruf „Merlin sei dank!" nicht mehr hörte.

Die beiden Frauen hatten allerhand damit zu tun, den Slytherin unter Kontrolle zu halten, da er die ganze Zeit unaufhörlich vor sich hinfluchte und damit drohte, Wood zu Kleinholz zu verarbeiten.

„Verdammt, jetzt lasst mich doch in Ruhe, ich brauche eure Hilfe nicht. Ich will jetzt sofort zu diesem Idioten, damit ich ihm die Fresse polieren kann!"

Man konnte mit absoluter Sicherheit sagen, dass Marcus nicht gerade über Olivers Schlag begeistert war. Sein Auge hatte bereits begonnen anzuschwellen und färbte sich verdächtig blau. Aber der Schmerz war wohl nicht das was ihm am meisten ausmachte. Vielmehr war es die Tatsache, dass ein Gryffindor ihn verursacht hatte und dann auch noch niemand geringeres als Oliver Wood.

Gelinde gesagt kochte er vor Wut und wäre am liebsten in die Küche gestürmt, um das zu Ende zu bringen was er zuvor begonnen hatte. Jedoch hielten ihn die beiden Gryffindors gut in Schach. Als diese nämlich merkten, dass er sich kaum kontrollieren ließ, hatten sie sich genau wie Katie ihrer Zauberstäbe bedient und er war sich sicher, dass sie nicht davor zurückschrecken würden, diese auch einzusetzen.

„Ganz ruhig Flint. Wir wollen uns nur dein Auge ansehen und, verdammt noch mal halt still, wir werden dich garantiert nicht zu Oliver lassen. Ihr habt schon genug Chaos angerichtet!"

Flint war kurz davor wahnsinnig zu werden. Jetzt wurde ihm in seinem eigenen Zuhause schon verboten, sich frei durch die Räumlichkeiten zu bewegen. Dass dies jedoch einen vernünftigen Grund hatte, übersah er gefliesendlich.

„Ich bin kein kleines Kind, dass man verarzten muss. Laßt mich einfach in Ruhe!"

Die beiden Freundinnen konnten nur den Kopf über diese unglaubliche Sturheit schütteln. Es war wirklich nicht daneben zu behaupten, dass er und Wood sich, was ihre Sturheit anging, ziemlich ähnlich waren.

„Ist ja schon gut. Wir lassen dich ja in Ruhe. Aber du wirst gefälligst hier sitzen bleiben, bis wir sicher gehen können das es nicht mehr zu weiteren Ausschreitungen zwischen dir und Oliver kommt!"

Angelina blieb hartnäckig. Wenn der Slytherin sich jedoch nicht helfen lassen wollte, war es sein Pech. Sollte er doch die nächsten Tage, wenn nicht Wochen, mit einem blauen Auge durch die Gegend rennen. Ihr Problem war es sicher nicht.

Ohne den beiden jungen Frauen auch nur noch ein wenig Beachtung zu schenken, richtete sich Marcus´ Blick starr in Richtung Wand. Das tat er immer, wenn seine Gedanken abzuschweifen begannen.

Irgendwie hatte er den Eindruck, dass er sich mit der vorherigen Aktion so einiges mit seiner Mitbewohnerin versaut hatte. Gerade jetzt, wo sie sich näher kamen. Verdammt, er hatte es vermasselt, das musste er selbst zugeben. Aber er konnte nun mal nicht an sich halten. Es lag eben in seiner Natur. Dagegen konnte er nichts machen. Jedoch hoffte er darauf, dass Katie ihn irgendwie verstehen würde und die letzten Wochen nicht ganz umsonst gewesen waren. Seine Beziehung zu Katie war ihm mittlerweile wichtiger geworden, als er sich eingestehen wollte.

Flint erwachte erst wieder aus seiner Starre, als Oliver sich vom Flur aus verabschiedete. Allein dessen Stimme verursachte eine aggressive Stimmung. Doch er hatte keinerlei Chance auch nur irgendwie in Olivers Nähe zu gelangen. Die beiden Freundinnen ließen ihn nicht eine Sekunde aus den Augen.

Wenige Sekunden später machte es Klick und die Wohnungstür fiel ins Schloss. Synchron dazu konnte man drei weibliche, erleichterte Seufzer vernehmen.

Katie brauchte noch einige Zeit für sich, atmete erst einmal tief durch und blieb in der Küche. Das war ja ein schöner Abend. Am besten sie ließ das planen ganz, denn wirklich nichts schien so zu klappen wie sie es wollte. Dabei konnte sie sich nicht erinnern je so sehr vom Pech verfolgt worden zu sein, wie in letzter Zeit.

Sie hatte jetzt eigentlich keine Lust auf eine Diskussion mit ihrem Mitbewohner, allerdings kam sie wohl nicht drum herum. So gerne sie sich auch davor drücken wollte, denn sie war einfach nur noch müde, wenn sie jetzt nicht mit ihm redete, dann würde er wieder davon kommen und das wollte sie auf gar keinen Fall.

„Katie, geht's dir gut?"

Nachdem Katie keinen wirklichen Mucks von sich gegeben hatte und auch nicht ins Wohnzimmer kam, machte sich Angelina langsam Sorgen um ihre Freundin. Obwohl sie andererseits auch verstehen konnte, dass diese jetzt nichts lieber wollte, als ein warmes kuscheliges Bett und vollkommene Ruhe.

Jedoch wollte sie definitiv nicht weiterhin Babysitter für den Slytherin spielen. Zum einen war er eindeutig zu alt dafür und zum anderen wäre dies auch viel zu anstrengend.

„Ja, mir geht's gut. Keine Sorge, ich musste nur mal kurz verschnaufen!" Mit diesen Worten trat die total erschöpft aussehende Katie ins Wohnzimmer.

„Das ist schön zu hören Süße. Leider siehst du alles andere als gut aus. Ich weiß es war abgemacht, dass wir hier übernachten, aber ich glaube es ist besser, du bekommst jetzt erst mal Schlaf und wir sehen uns dann Morgen. Der Tag bzw. der Abend war dann doch etwas zu viel des Guten."

Angelina hatte verdammt recht, mit dem was sie sagte und auch Alicia schien ihr da zuzustimmen.

„Sie hat recht. Du siehst aus, als wenn du eine Runde Schlaf gut gebrauchen könntest und Mr. Flint hier wird wohl schon genug unter dir leiden, als dass wir hier noch nötig wären. Aber geh nicht zu hart mit ihm ins Gericht. Er hat schließlich schon einen harten Schlag ins Gesicht bekommen!"

Dass die junge Frau neuerdings für Slytherins in die Bresche sprang, konnten die beiden Freundinnen ja schon etwas länger beobachten, aber das war nun schon wieder so merkwürdig, das sie es einfach ignorierten und in ihrem Gedächtnis unter Merkwürdigkeiten die ich nie verstehen werden abtaten.

„Danke ihr zwei. Ich brauche glaube ich wirklich Schlaf. Der Abend hat hier und da überraschende Wenden genommen und nebenbei hat der Wein sein übriges getan, um meinen Kopf in einen Brummkreisel zu verwandelt."

Mit dem Wink des Zauberstabs, waren die beiden schon in Straßenkleidung und bereit sich auf den Heimweg zu machen. Noch schnell umarmten sie ihre Freundin und wünschten ihr eine Gute Nacht, um kurz darauf die Wohnung zu verlassen.

Bevor Alicia jedoch ging, zwinkerte sie noch heimlich in Richtung Flint, der nur erahnen konnte, dass sie ihm damit signalisieren wollte, vorerst über ihre Beziehung zwischen ihr und Adrian zu schweigen. Aber darüber brauchte sie sich wirklich keine Sorgen zu machen. Er hatte ihnen ihr Wort gegeben und wenn ein Slytherin sein Wort gab, dann hielt er es auch.

Nachdem die beiden jungen Frauen die Wohnung verlassen hatten, waren Katie und Marcus mal wieder alleine. Diesmal jedoch war die Stimmung eine ganz andere. Der Slytherin konnte beim besten Willen nicht einschätzen, was im Kopf der Gryffindor vor sich ging. Sie hatte ihn bisher noch nicht angebrüllt, ihn nicht beschimpft, geschlagen oder sonst eine Reaktion gezeigt, die sonst so typisch für sie gewesen wäre.

Um die noch immer anhaltende Stille zu durchbrechen und vielleicht seine Haut zu retten, begann Marcus ein Gespräch.

„Es tut mir leid!"

Es war zwar kein sehr ausschweifender Beginn eines Gesprächs, aber es war ein Anfang. Es war nicht einmal eine einfach dahergesagte Entschuldigung. Für Katie hörte sie sich auch so an, als wenn sie so gemeint wäre, aber sie wusste auch, dass sie mehr als diese kurze Entschuldigung nicht von ihm erwarten konnte. Er konnte nun mal nicht aus seiner Haut. Und das nahm sie ihm nicht mal übel. Er wäre sonst nicht er selbst und damit nicht die Person, die sie so sehr in ihr Herz geschlossen hatte.

„Ich weiß!"

Beide sprachen nicht viel, denn dieses Gespräch fand ohne viele Worte statt. Es bedurfte ab und an eben keiner Worte zwischen den beiden. Sie verstanden sich manchmal einfach so. Auch wenn sie sich des Öfteren heftig in den Haaren hatten, so verband sie doch etwas sehr tiefes miteinander.

„Ich weiß, ich hätte mich besser unter Kontrolle haben müssen. Ich weiß doch, das du schon genug Ärger am Hals hast. Wirklich Katie. Ich habe einfach nicht nachgedacht!"

Das hatte er wirklich nicht, das wusste Katie schon im voraus. Aber es tat gut zu wissen, dass er einsichtig war.

„Bist du krank oder warum bist du heute so einsichtig? Wo ist dein Sturkopf geblieben?"

Sie konnte es nicht lassen, ihn damit aufzuziehen. Die Stimmung nebenbei damit ein wenig aufzuheitern, war ein nicht zu verachtender Nebeneffekt, denn sie sehr gerne in Kauf nahm.

Auf Marcus Gesicht bildete sich ein Lächeln. Er hatte also doch nicht alles versaut. Die Erkenntnis beruhigte ihn ungemein und damit fiel ihm ein riesiger Stein vom Herzen. Man sollte eben niemals die Hoffnung aufgeben.

„Den hab ich dir zuliebe heute mal im Schrank gelassen. Zumindest habe ich ihn gerade eben dorthin verbannt!"

Froh darüber, dass er auf ihre Neckereien einging, huschte auch ein Lächeln über Katies Gesicht.

„Oh, mir zuliebe. Dann muss ich mich ja geschmeichelt fühlen."

Ohne, dass ihre innere Stimme auch nur einen Mucks von sich gab, wusste Katie das diese gerade breit grinsend diese Szene verfolgte und tadelte sie in Gedanken.

Hey, jetzt sag ich schon mal nichts und du beschwerst dich trotzdem. Du hast ziemliche Probleme Miss, weißt du das?"

Denn Protest dieses „Untermieters" ignorierend, ging sie in Marcus´ Richtung und setzte sich zu ihm auf die Sessellehne.

„Es ist schon komisch. Wir beide scheinen in letzter Zeit irgendwie das Chaos anzuziehen."

Dabei legte sie ihren Kopf auf die Schulter des jungen Mannes und schloss für einige Sekunden die Augen. Anfänglich ein wenig durch ihre Aktion verwirrt, setzte dieser dann doch zu einer Antwort an.

„Wir? Ich glaube eher das Chaos verfolgt dich. Die Auswirkungen auf mich sind nur ein ganz übler Nebeneffekt!"

Das konnte Katie natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so kniff sie dem Slytherin wagemutig in die Seite, was diesem ein „Hey!" entlockte und zu einer kleinen Rangelei führte, die er dazu nutzte eine Kitzelattake gegen Katie zu starten.

„Marcus, das ist unfair. Hör sofort auf. Ich bin kitzelig!"

Katie konnte kaum noch vor lachen. Er wusste genau wo er sie kitzeln musste. Er kannte ihre Schwachstellen viel zu gut, sodass sie ihm quasi ausgeliefert war.

„Nicht bevor du mir nicht bestätigt hast, das ich der bestaussehenste und charmanteste Mann weit und breit bin!"

Katie konnte kaum noch seinen Kitzelattacken standhalten, jedoch blieb sie stur und keuchte ihm vor lachen, kaum zum sprechen fähig „Niemals, eher der eingebildeteste Mann weit und breit!" entgegen.

Das war nicht ganz das was er sich erhofft hatte zu hören und deshalb verstärkte er seine kleinen Angriffe gegen Katie noch. Er zog sie mit einer flüssigen Handbewegung auf seinen Schoß, was ihr ein überraschtes Quieken entlockte.

„Gibst du auf, kleine Gryffindor? Du hast deinen Meister gefunden!"

Doch immer noch wollte Katie nicht aufgeben. Sie wehrte sich vehement gegen seine Attacken und schnappte sich ein Kissen um den bösen, bösen Slytherin damit zu verhauen.

„Uh, da hab ich aber Angst, ein Kissen. Hab Erbarmen mit mir!"

Marcus konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Es war in seinen Augen zu süß, wie die Gryffindor mit allen Mitteln versuchte sie zu wehren und dabei solch eine Schnute zog. Es war einfach köstlich. Wie sehr hatte er doch solche lockeren Situationen mit ihr vermisst.

So etwas passierte hier viel zu selten, musste er feststellen.

„Das solltest du auch. Denn du hast deine Meisterin gefunden!"

Doch diese Aussage hatte Katie ein wenig zu vorschnell getroffen, denn genau in diesem Moment hatte sie nicht aufgepasst und Flint hatte sie in sekundenschnelle entwaffnet und ihre Hände fest in einer Hand.

„Und nun? Gibst du endlich auf oder muss ich zu radikaleren Mitteln greifen?"

Dabei konnte er nicht verhindern, das sich ein spitzbübisches Grinsen in sein Gesicht stahl, dass, wie Katie feststellen musste, ihm verdamm gut stand.

„Was heißt hier 'radikalere Mittel'?" fragte Katie, währenddessen sie jedem Slytherin Konkurrenz machte, indem sie ihre Augenbrauen gekonnt in die Höhe zog.

„Das kann ich dir doch nicht verraten. Dann ist ja die ganze Überraschung weg!"

Dabei wackelte er lasziv mit den Augenbrauen und brachte Katie noch mehr zum lachen.

„Hey, das sollte nicht zum lachen sein. Ich habe dir gedroht!"

Kaie konnte nun kaum mehr an sich halten und begann lauthals zu lachen und wollte einfach nicht mehr aufhören.

„Träum weiter, Flint!"

Damit hatte sie es herausgefordert. Zuerst dachte sie noch, er würde sie weiterhin kitzeln, aber anscheinend hatte er andere Pläne. Mit Leichtigkeit hob er sie auf seine Arme und stand auf um sich dann in Richtung Badezimmer zu begeben.

„Marcus, ich warne dich. Was hast du vor?

Dieser hatte jedoch nicht die geringste Lust, ihr irgendeine Antwort darauf zu geben, sondern grinste sie nur siegessicher an.

„Wenn du glaubst, du kochst mich damit weich, hast du dich gewaltig geschnitten, mein Lieber!"

Sie sagte dies zwar mit fester Stimme, doch so ganz war sie davon nicht mehr überzeugt, als ihr Mitbewohner vor der Dusche anhielt und dort das Wasser aufdrehte. Und zwar eiskalt.

„OH NEIN! Das lässt du schön bleiben. Das kannst du nicht machen!"

Jeglicher Protest prallte an ihm ab. Lediglich sein Grinsen wurde kontinuierlich breiter, umso näher Katie der Dusche kam.

„Du bleibst trocken, wenn du es sagst!"

Aber wie auch nicht anders zu erwarten, blieb Katie stur und weigerte sich strikt seine Worte zu wiederholen. Also tat er was er tun musste und stellte Katie ohne falsche Hemmungen unter die eiskalte Dusche.

„AHHHHH! Verdammt Marcus das ist kalt. Lass mich raus!"

Dieser zeigte jedoch keine Skrupel und sah Katie nur abwartend an.

„In Ordnung, Marcus Flint. Du bist weit und breit der bestaussehenste und charmanteste Mann…auch wenn ich gerade davon nichts merke!"

Damit hatte der junge Mann seinen Willen bekommen und stellte das kalte Wasser nun auf eine wärmere Stufe, damit Katie erst einmal aufhörte zu frieren und während er ihr ein „Geht doch!" entgegnete, besorgte er ihr ein neben der Dusche hängendes großes Badetuch, in das er sie einwickelte nachdem, er die Dusche ausgestellt hatte.

„Du Schuft du…m..mir ist arschkalt!"

Ihren Protest sehr wohl verstehend, wickelte er das Handtuch fester um sie und begann, ihre Arme auf und ab zu reiben, damit ihr ein wenig warm wurde. Dabei umarmte er sie ganz zufällig von hinten.

Trotzdessen, dass sie über die Aktion des Slytherins nicht wirklich begeistert war, konnte sie nicht umhin zu bemerken, dass ihr die Position, in der sie sich gerade befanden, doch sehr gefiel.

Kind, endlich wirst du vernünftig. Fang an zu genießen was dir das Leben zu bieten hat und mach endlich die Augen auf. Der Richtige fuchtelt nämlich schon die ganze Zeit vor deiner Nase mit einer riesigen Leuchtreklame herum!"

Diese Stimme konnte einem normalerweise jeden Moment versauen, aber diesmal störte sich Katie nicht im geringsten an ihr und genoss einfach nur die Wärme, die Marcus ausstrahlte und kuschelte sich überraschenderweise dichter an ihn.

Marcus selbst, schloss aus dieser Geste nur, dass ihr vermutlich kalt war, was natürlich auch der Wahrheit entsprach, aber er konnte ja nicht wissen wie wohl sie sich in seinen Armen wirklich fühlte.

Um aber nicht zu riskieren das seine Kollegin sich gerade jetzt eine Erkältung zu zog, hielt er es für besser, sie würde sich trockene Klamotten anziehen und sich dann doch mal schlafen legen.

„So Süße, so gerne ich hier noch Stunden mit dir stehen würde, ich glaube du solltest dir wirklich was trockenes anziehen!"

Damit gab er ihr einen kleinen Kuss auf den Hals, bevor er sich von ihr löste.

Zuerst bewegte sich Katie überhaupt nicht, da der Gefühlsturm in ihrem Körper es ihr irgendwie unmöglich machte. Dieser kleine Kuss löste eine unglaublich heftige Reaktion in ihre aus. Es war so, als wenn tausende Feuerwerkskörper auf einmal durch sie hindurch flogen. Gleichzeitig jedoch spürte sie eine unglaubliche Leere als er sich von ihr entfernte. Es fühlte sich an, als wenn ein Teil von ihr fehlen würde, sodass sie versucht war ihn ganz schleunigst an sich zu ziehen und bloß nie wieder loszulassen.

Sie konnte das Bedürfnis aber erfolgreich bekämpfen und schob dieses Wirrwarr an Gefühlen auf ihren extremen Schlafmangel. Bevor sie sich dann in ihr Zimmer begab um wirklich aus diesen nassen Klamotten zu kommen, gab sie Marcus einen flüchtigen und federleichten Kuss auf die Wange und verschwand dann ganz schnell, sodass Marcus schon daran zweifelte, ob das gerade wirklich passiert war.

Es war einfach ein anstrengender Tag und ein noch anstrengender Abend geworden, sodass Katie, als sie frische und besonders trockene Kleidung am Körper trug, sofort in ihr Bett fiel und nicht vor dem nächsten Morgen aufwachte.

Der erste von beiden der am nächsten Morgen unsanft aus dem Bett gerissen wurde, war Marcus, denn sein Zimmer lag näher am Wohnzimmer, wo sie eben störender Faktor befand.

Er hatte Katie aus ihm nun nicht nachvollziehbaren Gründen grünes Licht dafür gegeben sich diese grausame Muggelerfindung namens Telefon anzuschaffen. Und dieses klingelte nun hartnäckig vor sich hin.

Katie schien das ganze wirklich nicht mitzubekommen, dazu war ihr Schlaf wahrscheinlich viel zu tief. Seiner aber leider nicht.

Also krakselte er irgendwie aus dem Bett und versuchte sich unbeschadet in Richtung Wohnzimmer fortzubewegen, trotz immer noch anhaltender Müdigkeit. Am Telefon angekommen, musste er sich erst einmal ins Gedächtnis rufen, wie dieses Teil überhaupt funktionierte. Katie hatte es ihm zwar erklärt, aber so richtig zugehört hatte er auch wieder nicht.

Vorsichtig nahm er den Hörer ab, da ihm irgendetwas dergleichen in Erinnerung geblieben war und sprach zögerlich ein „Hallo?" hinein.

Prompt bekam er auch schon eine Antwort.

„Mit wem bitte spreche ich da? Hier ist Mrs. Elizabeth Bell, ich würde gerne meine Enkelin sprechen!"

Nun war Marcus wenigstens insofern schlauer, wer ihn da zu dieser gottlosen Stunde aus dem Bett geschmissen hatte. Zwar hatte er große Lust seinem Ärger Luft zu machen, doch hielt er es für strategisch unklug, sich gleich bei Katies Familie unbeliebt zu machen.

Gerade als er einen Satz mit den Worten „Ich bin Marcus Flint…!" begonnen hatte, wurde er auch wieder unterbrochen.

„AHA! Sie sind also der Verlobte!"

Ok, das war definitiv kein guter Start in den Tag. Was sollte er jetzt bitte antworten? Anlügen oder die Wahrheit sagen? Er wusste nicht was er sagen sollte, aber das wurde ihm durch die nächste Frage, bzw. durch das weitere Gespräch erspart.

„Junger Mann, ich zwinge sie garantiert nicht zu einer Antwort, obwohl ich sehr gerne eine hätte. Es ist schon schlimm genug, dass ich das ganze von der Sekretärin meiner Enkelin erfahren musste. Aber mal davon abgesehen interessiert mich wirklich nur eine Sache, nachdem dieser andere Kerl der Kleinen das Herz gebrochen hat und sie müssen mir versprechen ehrlich zu antworten, hören Sie!?"

Ganz perplex von dem Redeschwall der älteren Dame, konnte Marcus nur mit „Ja!" antworten und wartete dann gespannt darauf, was denn nun für eine Frage käme.

„Ich will nur eins wissen. Lieben sie Sie?"

Das war eine mehr als eindeutige Frage. Doch so merkwürdig es auch war, so eindeutig und schnell hatte er auch eine Antwort darauf parat. Er musste nicht lange darüber nachdenken und wusste die Antwort darauf bereits.

„Ja, das tue ich. Ich liebe ihre Enkelin über alles!"

Es war das erste Mal, dass er es wirklich ausgesprochen hatte und es auch vor sich selbst zugab. Er liebte Katie und das nicht erst seit gestern, das war ihm jetzt mehr bewusst denn je. Damit schien er auch die Dame am anderen Ende beruhigt zu haben.

Was er aber nicht bemerkt hatte, war die junge Frau die im Türrahmen stand und nun mit einem Mal hellwach war.


A/N:

Und da bin ich wieder, wahrscheinlich früher als erwartet vor sich her grins ja ich hab auch am wenigsten damit gerechnet, das es so schnell ein update geben wird. Ich ab mich selbst ein wenig angestachelt, weil ich doch nächtes Wochenende gar nicht zum schreiben kommen werde, dachte ich mir ich arbeite ein wenig vor und war dann doch eifrig beim schreiben...und heraus kam dieses Kapitel...was mir beinah außer Kontrolle geraten wäre, da die Szene zwischen Katie und Marcus irgendwie ein eigenleben entwickelt hatte.

Ich hoffe euch hat dieses Kapitel gefallen, mir hat es auf jedenfall spaß gemacht es zu schreiben und nehmt mir den Cliff am Ende nicht all zu übel, aber der schwirrte mir seid Mittwoch im Kopf herum und wollte einfach nicht verschwinden fg

Ich hab mich natürlich wieder total über eure Reviews gefreut, das tue ich ja schließlich immer und ich bin auch süchtig danach...also immer her damit. Und hier noch mal ein aufruf an alle schwarzleser, ich weiß das ihr da draußen seid, ich sehe doch wieviele Hits diese Story hat, also bitte, bitte , bitte ein kleiner Kommentar ist doch sicherlich drin. Sonst fang ich irgendwann an ständig solche Cliffs einzubauen, in der hoffnung das sich auch mal Schwarzleser beschweren, an solch einer Stelle könnte man doch nicht aufhören. Und ich bin doch auch nicht böse wenn man es nicht Regelmäßig schafft, kenn das nämlich selbst von mir, also kommt schon ...so genug gebettelt und gejammert, bis zum nächsten Kapitel.

lg, Midnight