Titel: Der Internationale Zauberer.
Verfasserin: Maëlle (wäre ich nicht von Alanas Artikelidee über die Squibs inspiriert worden, hätte ich es nie geschrieben)
Übersetzer: Ron Ravenclaw
Spoilers: Alles, was ihr über Harry Potter gelesen habt.
Generelle Zusammenfassung: Der Internationale Zauberer ist eine wöchentliche Zeitschrift, die aus Aufsätzen von verschiedenen Journalisten der ganzen Welt besteht…
Heute im Internationalen Zauberer: Stechendes Interview mit einer Squib, Mrs. Annie Power, die mit Zauberern verkehrt, über die Schwierigkeiten, ohne Magie mit der Magie zu leben.
Disclaimer: Zu meiner großen Verzweiflung gehören Harry Potter und die Zaubererwelt nicht mir. Ich verdiene nichts damit – leider! Was das Konzept betrifft, gehört es zur französischen Zeitschrift „Courrier International".
Internationaler Hexer, Sonderausgabe über Squibs:
Memoiren und Verdrießlichkeiten einer Squib
Auszug aus dem Daily Prophet vom 19. Dezember 1995, England, von R. Ticle
R.T: Erzählen Sie uns zuerst Ihre Geschichte, Ihre Kindheit, wie haben Ihre Eltern, Ihre nahen Verwandten reagiert, als sie Ihren Status als Squib entdeckt haben?
A.P: Na ja, zuerst dachten meine Eltern, als ich jung war, dass sich meine Gabe für die Zauberei noch nicht entwickelt hatte, und es stellte so kein Problem dar bis ich 8 war, denn ich verkehrte mit keinen anderen Zaubererkindern außer meiner Schwester. Es war mir bis dahin nicht nachteilig gewesen, sicher, denn sie war noch nicht nach Hogwarts gegangen. Aber dann wurde es peinlicher, viel peinlicher. Wenn meine Schwester über die Ferien zurückkam, sprach sie natürlich nur über Zauberei, Zauber und Beschwörung. Sie zeigte es uns und schnell fragte sie mich, ob ich mitmachen wolle, gab mir ihren Zauberstab und brachte mir die Basis der Zauberei bei, aber nichts geschah, wie Sie es wohl auch vermuten. Die Eltern waren besorgt, dachten aber, dass ich noch Zeit bis meinem Anfang in Hogwarts hatte. Aber im Sommer vor meinem „angeblichen" Schuljahresbeginn, habe ich keinen Brief erhalten. Mein Vater schrieb so der Schule, um zu fragen, wann mein Schuljahr begänne, aber es wurde ihm geantwortet, dass keine magischen Kräfte bei mir ausgemacht worden waren, und dass ich deswegen nicht nach Hogwarts kommen dürfe. Es war wie ein Schock, als meine Eltern den Sinn dieser Antwort verstanden: Es wäre wohl genauso gewesen, wenn ihnen gesagt worden wäre, dass ich ohne mögliche Rückverwandlung in einen Troll verwandelt worden sei. Zuerst wagten sie nicht, es zu glauben, und so wurde ich vielen Tests unterworfen, um zu sehen, ob ich wirklich ein Squib war, und jedes Mal kam dieselbe Antwort: Es gäbe kein bisschen von Zauberei in meiner Aura, in Merlins Namen! Es ergab sich dann ein ziemlich schlimmes Problem: Wie viele angebliche Hexen war ich nicht in die Schule gegangen, und ich musste jetzt zumindest für einige Zeit wie eine Muggel eingeschult werden, um zu lernen, ohne magische Kraft zu leben.
R.T: Ich weiß, dass Sie Ihr Muggelstudium sehr lange fortgeführt haben, ich glaube zu wissen, dass Sie einen Magister in internationalem Jura haben, der Ihnen nach einer Ausbildung in dieser Abteilung erlaubt hat, in der Muggelbeziehungsabteilung zu arbeiten. Ist es nicht schwierig, mit Zaubererkollegen zu arbeiten und in einer Welt, die davon überflutet wird, ohne Magie zu arbeiten?
A.P: Am Anfang war es schrecklich. Es war sehr schwierig, wissen Sie, all meine Kollegen waren diplomierte Zauberer, und ich versuchte mir mehr schlecht als recht ohne Zauberei zu helfen. Sie Zauberer benutzen alle jeden Tag Zauber, wie zum Beispiel den Zieh- oder Rückstoßzauber, ich ging unaufhörlich im Arbeitszimmer hin und her, um die verschiedenen Akten zu nehmen und zu räumen, während meine Kollegen immer mehr schrieen: „Accio Entscheidung 05-111984!", „Accio Feder!", „Accio versiegeltes Pergament!", und so weiter. Wenn ich wegen meiner Hin- und Herbewegungen meine Tintenflasche verschüttete, und wenn ich meinen Arbeitstisch mit einem Lumpen durch Frottieren und Blitzblankputzen sauber machte, erlitt ich die überraschten Blicke und spöttischen Bemerkungen meiner Kollegen, die nur Ratzeputz benutzten, wenn es ihnen geschah… Zuerst war es wirklich schwierig, die Blicke der Anderen und das Gerede über mich zu ertragen, wissen Sie.
Es gibt zwei Kategorien von Hexern: Die ersten unterschätzen Sie, sie blicken auf Sie herab, diese sind meistens Reinblüter, und Sie sollen wissen, dass Sie mit mir nicht wirklich sanft umgegangen sind. Meine „Beziehungen" zu diesen Leuten bestand nur aus Miss- und Verachtung mir gegenüber. Aber anstatt mich zu schwächen, gab es mir die Stärke, mich in meiner Arbeit selbst zu übertreffen, ich wollte ihnen beweisen, dass ich genauso kompetent in meinem Gebiet war wie sie, das heißt in Jura und der magischen Zusammenarbeit, die nicht viele magische Kompetenzen verlangt, denn es ist eine rein administrative Arbeit.
Die zweite Kategorie ist die, welche bewundern, wie ich lebe, ohne Magie zu benutzen. Die Mehrheit dieser Zauberer sind auch, wie ich sie nenne, „Muggelfans". Sie erlaubten mir, mir dessen bewusst zu werden, dass ich einen Vorteil über die Zauberer der ersten Kategorie habe: Ich kenne beide Welten, weiß alles über beide Welten, und die Muggelwelt sah ich als „angebliche Muggel" mit der Sicht der Muggel, aber auch mit der Sicht der Zauberer, und so wurde ich als erste Squib Lehrerin in einer Zaubereischule, die Schule Beauxbâtons. Lehrerin für Muggelkunde, natürlich!
R.T: Wenn wir schon über ihre Anstellung als Professor diskutieren- wie haben Sie diese lernenden Zauberer leiten können, die in diesem Alter echte Wildfänge, sogar manchmal Trolle sind?
A.P: Ich habe ihnen ganz einfach die Nutzung der Zauberei während meines Unterrichts verboten, was in solch einem Unterricht völlig geeignet ist, und es gab ihnen die Möglichkeit in jeder Stunde das Muggelleben, und alle – zumindest alle, die bei mir gelernt haben – sind jetzt dazu fähig, ein Telefon oder einen Computer zu benutzen, und ich brachte ihnen sogar bei, wie Muggel zu kochen. Der Unterricht hat seine Basis in der Praxis, was die Schüler interessiert, und sie denken sogar nicht mehr daran, die Zauberei zu benutzen.
R.T: Haben Sie nie daran gedacht, Nachhilfemethoden in Zauberei zu benutzen wie Kwickzaubern?
A.P: Ich gehe das Risiko ein, andere Personen wie mich zu enttäuschen, die an dieser Hoffnung hängen, um die Zauberei ausüben zu können, aber ich muss euch sagen, dass es für uns unmöglich ist, auch nur einen einzigen Zauber zu wirken, mit oder ohne Nachhilfe. Diese Nachhilfen sind für die minderwertigen Zauberer, die während ihrer Schulzeit Schwierigkeiten hatten, oder die ganz einfach nicht begabt sind – bei diesem Satz setzt Annie eine schelmische Miene auf, die wohl bedeutet, dass sie solche Zauberer kennt –, aber diese Nachhilfen sind für Zauberer gemacht, die wenigstens ein bisschen zaubern können. Die Squibs, wie wir genannt werden, können keine körperliche Zauberei benutzen. Damit meine ich, dass wir keine Zauberei selber schaffen können, aber wir sind nicht einfache Muggel. So fühlen wir die Zauberei und sehen magische Phänomene wie andere Zauberer auch, was ziemlich unerfreulich ist, das kann ich Ihnen sagen: wenn wir einem Irrwicht gegenüberstehen, sehen wir es, aber es ist ziemlich schwierig, ihn wegzubringen. Versuchen Sie mal zu lachen, wenn Ihnen Ihr Professor in Vertragsjura mit einer höchst kleinlichen Stimme unaufhörlich wiederholt: Sie müssen drei Entscheidungskommentare für Morgen zurückgeben; ich werde diese benoten! – Bei der Erwähnung dieser Erinnerung versteift sich Annies Gesicht, aber sie fährt bald fort mit einer heftigen Verteidigung der Fähigkeiten der Squibs –. Ich habe auch einen Verein geschaffen, der aus Heiler-Psychologen, um jenen zu helfen, die Schwierigkeiten haben zu akzeptieren, dass sie die Zauberei nie werden benutzen können, und Freiwilligen besteht, unter denen ich bin, die jenen Ratschläge geben, die uns kontaktieren, um sich in die Muggel- wie als Squib in die Zaubererwelt zu integrieren. Wir erklären ihnen dann, was folgt: Auch wenn wir als Squib keine „körperliche" Zauberei benutzen, so können wir doch Zaubertränke schaffen, wenn keine Zauberformel nötig ist, oder unter denselben Bedingungen sehr gute Heilkräutersammler sein. Was den alltäglichen Haushalt betrifft, ist es viel besser, sie mit der Art und Weise der Muggel auszuüben, auch wenn man ein Zauberer ist, denn manchmal, oder besser gesagt meistens sind die Scheuerzauber viel weniger effektiv als ein Seifenschwamm! Beim Kochen ist es dasselbe: wenn Sie eine schnelle Speise vorbereiten wollen, sind die Muggelrezepte oft viel besser als diejenigen, die mit Zauberei ausgeführt werden, und ein von Muggeln gut vorbereitetes Essen ist oft „zauberhaft"! Es scheint mir auch, dass es einfacher ist zu lernen, wie ein Muggel zu kochen als mit Zauberei. Ich denke, dass man Talent haben muss, um mit Magie kochen zu können, was bei meiner Mutter nicht der Fall war, während sie die Veela der Küche wurde, sobald sie sich in ihre Muggelrezepte vertiefte!
R.T: Ich bedanke mich dafür, Annie, dass Sie meine Fragen ohne Verstellung und ohne Scham beantwortet haben. Sie sind der lebende Beweis dafür, dass immer ein Mittel existiert, um sich zu helfen, egal welche Fähigkeiten man hat, und dafür müssen wir den Muggeln danken, denke ich. Könnten Sie uns übrigens beibringen, wie man eine Schokoladentorte backt?
A.P: Oh, ich bedanke mich dafür, dass Sie mir erlaubt haben, einige Punkte zu beleuchten, welche die meisten Zauberer ignorieren, und mir auch erlaubt haben, meine Meinung zu sagen. Was die Schokoladentorte betrifft, gibt es nichts einfacheres für ein erstes Muggelrezept! Sie brauchen zuerst 250 Gramm von Schokolade…
R. Ticle.
Für weitere Informationen über den Verein ‚Squibs, gebt euch Mühe!', bitte senden Sie eine Eule zur Eulenanschrift Annie Power, appartements Bretagne, Ecole Beauxbâtons. (Pergament vorzugsweise auf Englisch)
Anmerkung von Maëlle: Tja, wenn ihr das Rezept der Schokoladentorte wollt, es gibt wirklich nichts einfacheres zu backen… Eine Email, und ich schicke es euch (ich werde Maëlles Rezept übersetzen, also, schickt mir die Email)
Anmerkung von Alana: Vielen Dank für diesen Artikel, Maëlle! Und natürlich interessiert mich auch das Rezept… Schokolade… Wer würde dies verpassen?
