Titel: Der Internationale Zauberer

Verfasser/Übersetzer: Ron Ravenclaw

Spoilers: Alles, was ihr über Harry Potter gelesen habt.

Generelle Zusammenfassung: Der Internationale Zauberer ist eine wöchentliche Zeitschrift, die aus Aufsätzen von verschiedenen Journalisten der ganzen Welt besteht…

Darstellung des folgenden Artikels: Der Erste aus einer Reihe von Artikeln des Internationalen Zauberers über Hogwarts.

Disclaimer: Zu meiner großen Verzweiflung gehören Harry Potter und die Zaubererwelt nicht zu mir. Ich verdiene nichts damit – leider! Was das Konzept betrifft, gehört es zur französischen Zeitschrift „Courrier International".

Sehr geehrte Leser und Leserinnen des Internationalen Zauberers, wir bedanken uns dafür, dass Sie diese Sonderausgabe über Hogwarts gekauft haben, die wir aus Artikeln zusammengestellt haben, die in all den Jahrhunderten über die berühmte Schule für Zauberei und Hexerei geschrieben worden sind.

‚Warum eine Sonderausgabe über Hogwarts?', so lautet sicher Ihre Frage.

Der Grund dafür ist, dass das Zaubereiministerium die Entscheidung getroffen hat, die Schule im Rahmen des Festes zum Ende des Krieges zu ehren. Mehr noch als der Junge, der lebt, oder der von allen betrauerte Professor Dumbledore ist diese Schule ein Symbol für die Einheit zwischen den britannischen Zauberern.

Obwohl Der Internationale Zauberer eine von der Staatsgewalt unabhängige Zeitung ist, hat sie die Entscheidung getroffen, sich an diesem Ereignis zu beteiligen. Um unsere berufliche Ethik nicht zu verletzen, werden wir dennoch auch die düsteren Ereignisse behandeln, die sich an der Schule abgespielt haben (das Thema des ersten Artikels zählt übrigens dazu), welche das Ministerium bei den Vorbereitungen der Feierlichkeiten ignorieren wollte.

Außerdem wurden die ältesten Artikel übersetzt, denn wenige britannische Zauberer können heutzutage noch das Englische des Mittelalters verstehen. Deswegen sollten Sie nicht überrascht sein, wenn alte Artikel moderne Wörter benutzen.

Wir wollen auch präzisieren, dass der Ertrag der Verkäufe dieser Sonderausgabe vollständig einer Assoziation, die die Kriegswaisen und Kriegsopfern unterstützt, zugute kommen wird.

Zuallerletzt wollen wir auch der Zaubererwelt mitteilen, dass jeder Krieg, egal welche Motive zu ihm führen, eine Gräueltat ist und dass die beste Art und Weise, den Opfern Ehre zu erweisen, ist, die Welt des Friedens zu errichten, für die sie ihr Leben gegeben haben.

Das Team des Internationalen Zauberers.

Salazar Slytherin verlässt Hogwarts!

Eine Sonderausgabe der „Zauberzeitung"

Von Alberic Lăcrĭmo, Chefredakteur.

Das hatten wir schon befürchtet. Seit bereits mehreren Monaten war das Verhältnis zwischen den Gründern der jetzt berühmt gewordenen Hogwarts- Schule für Hexerei und Zauberei gespannt gewesen. Gestern kam es sogar zu einem Zweikampf zwischen Salazar Slytherin und Godric Gryffindor. Gerüchten zufolge habe Slytherin seinem ehemaligen Freund mit einem Panzerhandschuh aus Leder eine Ohrfeige verpasst und ihn so herausgefordert, worauf Godric Gryffindor erwidert habe, dass einer von ihnen beiden nichts mehr in der Schule zu suchen habe. Der Verlierer des Zweikampfs sollte die Schule für immer verlassen. Dieser Zweikampf fand gestern Abend statt, und schließlich musste Salazar Slytherin seine Niederlage eingestehen. Mit dieser Trennung endet nicht nur die Freundschaft, die die Beziehung zwischen den Gründern von Anfang an geprägt hatte, sondern auch der Traum, der zur Gründung der Schule geführt hatte: Der Traum von einer Schule, die alle Zauberer und Hexen einer Generation würden besuchen können.

Wie konnten es die Gründer Hogwarts' dazu kommen lassen? Alles fing vor einem Jahr an, als der berühmte Astrologe Benedictus Esteilius nach Hogwarts kam. Er wurde von einem Jungen begleitet. Ein Augenzeuge berichtete der Zauberzeitung, dass Salazar Slytherin den Astrologen empfangen und ihn gefragt hatte, ob er sich endlich entschieden, die Schüler von Hogwarts in seinem Fach zu unterrichten. Esteilius aber verneinte diese Frage. Sein Entschluss, keinem Menschen mehr sein Wissen weiterzugeben, sei aber gerade der Grund dafür, dass er sich in Hogwarts befinde. Der Junge, der ihn begleitete, sei vor seiner Familie geflohen und Esteilius wollte, dass er in Hogwarts unterrichtet werde.

Zuerst schien Salazar Slytherin, es anzunehmen, und er lud sie beide ein, einige Tage zu bleiben. Doch verschlimmerte sich die Lage, als Godric Gryffindor neugierig fragte, aus welchem Grund der Junge seiner Familie entflohen war. Esteilius antwortete, dass er aus einer Muggelfamilie stammte und dass ihn seine Eltern beinahe getötet hätten, als sie entdeckt hatten, dass ihr dritter Sohn ein Zauberer war. Der Junge hatte ihnen nur entfliehen können, indem er seine magische Kraft unbewusst benutzt hatte und sie mit einem Schockzauber niedergeschlagen hatte. Als er gesehen hatte, was er gerade getan hatte, war der Junge aus seinem Dorf geflohen und einige Tage später dem Astrologen begegnet, der schließlich die Entscheidung getroffen hatte, mit ihm nach Hogwarts zu reisen.

Während Gryffindor, Ravenclaw und Hufflepuff Mitleid für den Jungen empfanden, änderte sich Slytherins Haltung völlig. Er wurde düster und bissig. Bald erklärte er, dass er es ablehne, den Jungen einzuschulen: Die Schule sei für richtige Zauberer und Hexen gebaut worden, und ein „Schlammblut" sei es nicht wert, dass man ihm die Schätze der Zauberei beibringt. Das Wort „Schlammblut" war zwar eine Erfindung von Salazar Slytherin, aber der Sinn ist deutlich.

Gegen Slytherins Willen wurde der Junge dennoch eingeschult. Ab diesem Tag wurde die Lage immer schlimmer und die Schüler spürten während des ganzen Jahrs, dass die Stimmung im Lehrkörper schlecht war. Schließlich kam es vor einigen Tagen zu einem heftigen Streit zwischen den vier Gründern, der mit der Tat von Salazar Slytherin endete.

Wir alle bedauern diese Trennung und hoffen, dass sie nicht zu einer Schließung der Schule führen wird. Großbritannien hat bereits einen der größten Zauberer unserer Zeit verloren- so würde es auch die Chance verlieren, seinen Kindern die bestmögliche Erziehung zu geben.

A.L.