Anm.: Bei diesem Kapiteln werden Harry, Amirah, Myrta und Laoise von ihrer Ausbildung sprechen. Verzeiht, wenn es dadurch vielleicht manchmal langweilig wird, da nun viele Erklärungen und Aufzählungen kommen.

Dieses Kapitel hier baut immer noch ein ganz wenig auf die Zusammenarbeit mit „Schlangengift" auf. Das Meiste stammt aus der Feder von GoldenFee! Viel Vergnügen!


Übergang vom letzten Kapitel:

...Nun wandte sich Harry wieder an die Gruppe: „Wir haben euch noch ein paar wichtige Sachen mit zu teilen, aber wir wollen uns das für morgen und die nächsten Tage aufheben. Glaubt mir es wird teilweise noch viel härter, als das, was ihr bisher gehört habt?"

Severus schaute die drei ungläubig an: „Was wollt ihr in der letzten Woche noch alles erlebt haben?"

Harry schaute Amirah, Myrta und Laoise an, die ihm zunickten. Dann grinste er ein wenig verlegen und erklärte: „Telepathie ist doch was feines! Nur soviel noch vorab. Wir haben die Chance erhalten in einer anderen Dimension oder Welt eine extrem umfangreiche Ausbildung zu absolvieren. In dieser Welt ist ein Jahr so lange wie hier ein Tag. Wir waren für hiesige Zeit drei Tage weg, das heißt, wir haben euch noch von einer dreijährigen Ausbildung zu erzählen. Dabei haben wir noch einige Aufgaben übernommen und Fähigkeiten erlangt, die seines gleichen suchen. Noch eins, wir werden das nächste Schuljahr in Hogwarts gemeinsam verbringen. Doch das ist dann das Ende unserer Erklärungen! Aber nicht mehr heute. Heute sollten wir das gehörte und erzählte erst einmal verarbeiten!"

Es wurde noch viel über einzelne Details im laufe des Nachmittags und Abends gesprochen…


Die Ausbildung – Teil 1

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück, setzten sich alle wieder an den Strand und Harry begann zu erzählen: „Nun hatten wir also uns alle gegenseitig miteinander gebunden, als die nächste gigantische Überraschung auf uns wartete. Wir hatten Besuch…"

Er machte nun eine theatralische Pause, was ihm ein Augenrollen von Amirah, Myrta und Laoise einbrachte. Doch diesmal reagierte er sofort: „Amirah Shitana al-Schara, Myrta Selene Snape, Laoise Sinéad McAleese ihr seid unmöglich. Aber ich finde es schon äußerst bemerkenswert, wenn sich Luzifer uns als Ausbilder für drei Jahre vorstellt…"

Einer nach dem anderen fiel kurzerhand in Ohnmacht. Diese Überraschung war dann doch des Guten zu viel.

Grinsend erweckte Harry mit einem Schlenkern seiner Hand die Zuhörer.

Severus fing sich als erster: „Sagtest du Luzifer?"

Ja ich sagte Luzifer oder Balthasar oder der Dämon oder Belzebub, wie auch immer ihr ihn nennen wollt. Genau der hat uns mit vielen anderen ausgebildet.

„Des Weiteren bedeutet das auch, dass wir alle nun drei Jahre älter sind.

Nun wurde Harry von hinten umfasst, als Amirah erklärte: „Übrigens werde ich dadurch in fünf, Laoise in sechs, Myrta in acht aber Harry erst in elf Monaten 21 Jahre alt."

Nun nahmen ihn die drei in den Arm und Laoise grinste: „Er ist unser Nesthäkchen…"

„Ja, ja unser KLEINER!" kommentierte das nun auch Myrta.

Nun war Severus doch sehr interessiert: „Und was habt ihr dort so gelernt?"

Hierbei verdrehte Harry die Augen: „Du wirst es nicht glauben, was wir alle hatten. Da waren zum einen erst einmal die Fächer, wie wir sie auch in Hogwarts hatten, nur intensiver. Im Einzelnen hatten wir folgende Fächer: Zaubertränke, Alte und neue Runen, Astronomie, Spionage, Verwandlung, Zaubersprüche, Kräuterkunde, besondere Zaubertränke und Geschichte der Zauberei."

Amirah sprach gleich weiter: „Mir gefielen besonders folgende Fächer: Ausdauertraining, Allgemeine Selbstverteidigung, Dolchkampf, Faustkampf, Schwertkampf, Bogenschießen, Karate und Wing Chun. Da konnten wir uns wirklich austoben!"

Das bestätigte Laoise: „Stimmt aber es gab auch Fächer, die für uns zum Teil völlig unbekannt waren und das waren auch noch die meisten Fächer, nämlich: Animagus-Training, Tierkunde, Vampirsprüche, Elementarmagie, Geistes-Training, Telepathie, Telekinese, Teleportation, Elbenmagie, Vampirmagie, Gifttränke, Drachenmagie, Phönixmagie, stille und stablose Magie und ja genau auch noch Dämonenmagie und Todesengelmagie."

Myrta musste nun lächeln, als sie aufzählte: „Und dann noch die Fächer, die besonders bei Harry äußerst beliebt waren. Das waren: Elbensprache, Vampirsprache, Vampirkunde, Elbenkunde, Etikette am Hof der Vampirfürsten, Etikette am Hof der Elbenkönige, Benimm am Hof der Muggel-Königshäuser ja und das Beste war der Tanzkurs!"

Wie habt ihr das alles geschafft und in wie weit beherrscht ihr das?" wollte nun Remus wissen.

Nun beendete Harry den kurzen Überblick: „Nun ganz einfach wir hatten wie folgt Unterricht. Montag bis Freitag jeweils von 6:00 Uhr morgens bis nachts um 1:30 Uhr, am Samstag von 6:00 Uhr morgens bis 16:00 Uhr und dann Hausaufgaben. War doch ganz einfach! Und dann drei Jahre lang ohne irgendeine Pause, wie Ferien oder so, dann wird man recht gut!"

Amirah schüttelte kichernd den Kopf: „So kann man das auch nennen, recht gut! Wir waren zum Schluss in allen Fächern besser als unsere Lehrer. Noch Fragen?"

Nun schauten Severus, Remus, Tonks und Poppy ganz aufgeregt die vier an und Severus sagte: „Habt ihr schon erfahren, das es ein fünftes Haus geben soll, und man dafür Aufnahmeprüfungen ablegen muss? Mit eurer Ausbildung dürfte euch das doch nicht zu schwer fallen!"

Nun grinsten die vier und freuten sich diebisch auf die nächste Überraschung.

Harry holte tief Luft, als er dann anfing zu sprechen: „Natürlich haben wir davon erfahren. Wir haben die Prüfungen vorgestern schon gemacht und auch schon die Ergebnisse!"

Hier machte er nun eine längere Künstlerpause… dann fuhr er fort: „Laoise, Myrta, Amirah und ich haben alle 13 O.W.L's. in Astronomy und Wahrsagen haben wir alle ein O, Laoise hat in Alte Runen, Arithmantik, Pflege Magischer Geschöpfe, Zauberkunst, Verteidigung gegen die dunklen Künste, Duellieren, Transfiguration, Grundlagen der stillen Magie und Grundlagen der stablosen Magie jeweils ein OO und das beste Ergebnis überhaut in Kräuterkunde und Zaubertränke (daher die Bewertung OO+)."

Hier machte Harry eine Pause, bevor er weiter fort fuhr: „Myrta hat in Zaubertränke, Arithmantik, Pflege Magischer Geschöpfe, Zauberkunst, Verteidigung gegen die dunklen Künste, Duellieren, Transfiguration, Grundlagen der stillen Magie und Grundlagen der stablosen Magie jeweils ein OO und sie hat das beste Ergebnis überhaut in Kräuterkunde und Alte Runen (daher die Bewertung OO+)."

Nach einer weitern Pause setzte Harry seine Aufzählung fort: „Amirah hat in Alte Runen, Arithmantik, Pflege Magischer Geschöpfe, Zauberkunst, Verteidigung gegen die dunklen Künste, Duellieren, Kräuterkunde, Zaubertränke, Transfiguration, Grundlagen der stillen Magie und Grundlagen der stablosen Magie jeweils ein OO und das beste Ergebnis überhaut in Duellieren und Transfiguration (daher die Bewertung OO+)! Das sind die Ergebnisse, die sie bei den Prüfungen hatten. Gut gell?"

Alle schauten Harry nach seiner Aufzählung mit großen Augen an, doch Amirah, Myrta und Laoise schüttelten nur ihre Köpfe, als Amirah es war, die nun auch Harrys Ergebnisse bekannt gab: „Da will wieder jemand sein Licht unter den Scheffel stellen. Hier nun die Ergebnisse von Harry: Alte Runen, Arithmantik, Zauberkunst, Kräuterkunde, Zaubertränke, Grundlagen der stillen Magie und Grundlagen der stablosen Magie jeweils ein OO und das beste Ergebnis überhaut in Pflege Magischer Geschöpfe, Verteidigung gegen die dunklen Künste, Duellieren und Transfiguration (daher die Bewertung OO+)"

„Genau und das beste Ergebnis der Jungen überhaut, wie auch wir das beste Ergebnis der Mädchen überhaupt hatten!" ergänzte nun Myrta mit hoch gezogenen Augenbrauen.

„Ach und außerdem haben wir uns noch bestätigen lassen, dass wir alle Prüfungen alleine ohne andere Teilnehmer erfolgreich abgeschlossen haben. Gleichzeitig damit erhielten wir die Zusage zur Zugehörigkeit zum fünften Haus in Hogwarts für das kommende Schuljahr." Schloss Laoise nun die Erklärung ab.

Alle waren begeistert. Außer Neville, Luna und Susan.

Sie beschwerten sich lautstark, dass diese Prüfungen doch kaum alle zu schaffen seien. Die Erwachsenen, boten sich an, mit ihnen zu üben, ebenso wie Harry, Amirah, Myrta und Laoise. Dann meldete sich Severus zu Wort: „Natürlich ist es schwer, es soll ja das „Elite-Haus" von Hogwarts werden. Außerdem, wenn Potter … ähm … Harry das schafft …"

Nun wurde er von allen Seiten mit Kopfschütteln betrachtet und Harry klopfte ihm auf die Schultern: „Ich glaube ja nicht so ganz daran, das du nicht doch viel Spaß daran hattest, uns und besonders mich all die Jahre zu quälen! Oder?"

Nun stotterte Severus: „Ähm … nein … Versehentlich … nicht so gemeint…!"

Nun wurde er durch seine Tochter unterbrochen: „Eigentlich hast du recht, Harry, mein Dad hat sich immer diebisch gefreut, wenn du durch seine Provokationen ausgerastet bist…" dabei grinste Myrta diebisch.

Harry griff sich theatralisch ans Herz und stöhnt: „Ich hab's gewusst, keiner liebt mich!"

„Das stimmt nicht!" schrie Severus aufgebracht.

Nun lachten alle, als sie merkten, wie Severus hoch genommen wurde. Als der das bemerkte ging er schmollend ins Haus. Das brachte ihm noch weitere Lacher ein.

Nun ging Harry auf Neville, Luna und Susan zu: „Wollt ihr die Prüfungen machen?"

„Jaaa!" sagten alle drei wie aus einem Munde, wobei Neville und Luna strahlten, doch Susan eher bedrückt drein schaute.

Das bemerkten Amirah, Myrta und Laoise und Laoise fragte wissend: „Du scheinst ja nicht KOMPLETT zufrieden zu sein?"

Myrta schlug in die gleiche Kerbe: „Fühlst du dich nicht vernachlässigt?"

Und Amirah brachte das ganze auf den Punkt: „…und wie heißt er?"

Mit großen Augen und ohne zu überlegen antwortete Susan: „Er heißt Blaise Zabini…", um sich aber sofort den Mund zu zuhalten, da sie sich verplappert hatte.

Harry zog nur eine Augenbraue hoch und sagte: „Das hast du aber gut vertuscht oder besser ihr habt es gut vertuscht!"

Amirah, Myrta, Laoise und Harry schauten sich an und tauschten sich telepatisch mit einander aus. Zwischenzeitlich war auch Severus wieder aus dem Haus zurück gekommen. Er bemerkte, wie sich die vier konzentriert betrachteten. Dann fragte er: „Was gibt es denn, warum seid ihr alle so ruhig?"

Harry erklärte, das sie möglicher Weise Blaise Zabini noch herholen wollten, da er offensichtlich der Freund von Susan ist.

„Die Zabinis sind eine ehrenwerte, alte und reinblütige Familie, die sich aber immer erfolgreich gewehrt hat, aktiv Voldemort zu unterstützen. Sie sind auch nicht gänzlich für die Ideen des dunklen Lords aber in Dingen, hinter denen sie mit Überzeugung stehen, dort haben sie Voldemort politisch unterstützt. Aber eigentlich mehr für sich als für andere.

Für Harry war klar, dass er sich nicht dagegen stellen wollte und holte zusammen mit Susan Blaise ab. Sie erschienen auch kurz darauf wieder hier.

Danach arbeiteten alle ein Programm aus, nach dem sie üben wollten, um den vieren ebenfalls den Zugang zum „Elite-Haus" zu ermöglichen.

Später denn, nach einem ausgiebigen Abendessen, gingen alle zu Bett.

Als dann Harry zusammen mit Amirah, Myrta und Laoise im Bett lagen, schauten ihn die drei an und Amirah fragte dann: „Wir haben da noch einige Fragen an dich bezüglich der Ausbildung?"

„Dann fragt ruhig! Ich werde euch alles erzählen!" sagte Harry ruhig.

Myrta schaute ihn fragend an: „Wirklich? Gibt es nichts, was du uns verheimlichen musst?"

„Nein, selbst wenn es etwas gäbe, würde mich das nicht interessieren. Ich werde vor euch keine Geheimnisse haben. Warum auch! Das wäre Quatsch! Also was wollt ihr wissen?"

„Nun", begann Laoise zögernd, „Du warst einmal alleine sehr lange mit Luzifer unterwegs. Wir würden gerne wissen, was du da gemacht hast?"

Harry atmete tief durch, doch dann erzählte er, was sich damals abgespielt hatte.

Flashback

„Nun lass uns gehen!" forderte Luzifer Harry auf.

Nachdem sie gegangen waren klärte Luzifer seinen Zögling auf: „Um dich endgültig zu einem Dämon zu initiieren, müssen wir selbst einen hohen Dämon beschwören. Dafür ist ein Blutopfer nötig. Je höher der Dämon in der Hirachie steht, umso höher muss der Stand des Opfers sein!"

Nun erklärte Luzifer weiter: „Doch zuvor müssen wir die Opfer holen!"

„Welche Opfer?" fragte Harry

„Ich weiß, dass du jetzt geschockt sein wirst! Aber wir brauchen einen Mann und eine Frau, am Besten ein Ehepaar, das wir opfern werden!"

„Niemals", schrie Harry, „da mache ich nicht mit!"

„Beruhige dich!" redete Luzifer auf Harry ein, „Ich kenne das Paar. Es sind Todesser, die letzte Woche einen Kindergarten angegriffen haben, in dem nur magische Kinder gingen, von deren Eltern ein Teil Muggel waren. Sie haben alle Kinder, 25 genaugenommen und die drei Kindergärtnerinnen getötet! Meinst du nicht, das sie dafür prädestiniert sind?"

Entsetzen und dann kurz darauf unheimliche Wut auf diese Leute, machte sich in Harry breit: „Lass uns gehen, sie haben nichts Besseres verdient!" zischte Harry.

Später dann gingen sie mit zwei gefesselten Personen, die über ihren Schultern lagen, zum vorgesehenen Ritenplatz.

Harry bekam das Gefühl, dass Luzifer nicht zum ersten Mal diese Strecke lief. "Wir werden ein Beschwörungsritual durchführen, um einen bestimmten Dämon herbeizurufen, einen Schatten-Dämon. Heute ist… eine besondere Nacht. Du hast Glück, die Feierlichkeiten sind zufällig hierher verlegt worden, damit du daran teilhaben kannst."

Der Grünäugige wurde immer nervöser, doch ohne, dass Luzifer etwas davon bemerkte. Ein Schatten-Dämon? Er würde einer Dämonsbeschwörung beiwohnen? Was für eine Art von Dämon war denn eigentlich gemeint?

"Was… was für eine Art von Dämon ist das?"

Aus der Kehle Luzifers drang ein tiefes, raues Lachen. „Dritter Rang. Ein sehr altes, mächtiges Wesen. Ich weis, du hattest überhaupt noch nie ein Erlebnis dieser Art und… bist wahrscheinlich noch eher etwas anderer Einstellung als meine Freunde und ich. Halte dich zurück und wenn es dir gesagt wird, dann tue, was man dir sagt!"

Luzifer erzählte Harry noch einige andere Dinge, über das augenscheinlich anstehende ‚Fest' und wie lange er alles vorbereitet hatte, da er diesmal die Hauptbeschwörung leiten würde. Doch sein Schüler hörte ihm bereits nicht mehr zu.

Dritter Rang. Ein Dämon dritten Ranges. Wo war Harry hier nur herein geraten!

Bald schon verlangsamten sie ihre Schritte und traten schließlich auf eine Lichtung. Vor ihnen war bereits ein großer Beschwörungskreis errichtet worden und mehrere schwarz-rot vermummte Gestalten tummelten sich auf dem Waldboden. An einer Seite der Lichtung waren einige mit schwarz-roten Tüchern bedeckte Tische aufgestellt und auch Sitzgelegenheiten mit den gleichen Farben gab es hier. Schnell wurde Harry klar, dass es mit diesen Farben etwas Besonderes auf sich hatte.

Luzifer wies ihn an, die beiden an einen Baum zu fesseln. Konnte er wirklich zusehen, wie diese zwei Menschen geopfert wurden, dachte er sich, als er sie an die Bäume band.

Luzifer löste den Illusionszauber und die Vermummten verharrten. Dann warfen sie ihre Kapuzen zurück und grüßten die Neuankömmlinge.

13 Personen zählte Harry insgesamt und blickte stumm zu, wie sie Luzifer begrüßten. Es waren sowohl Frauen als auch Männer, doch niemand war ihm bekannt. Nachdem der Ritualmagier begrüßt worden war, wandte man sich ihm zu.

"Das ist also Euer Lehrling, Luzifer?", wollte eine Frau mit weißlich-blondem Haar wissen.

"Ja, Harry ist sein Name. Er ist vielversprechend, er soll die Weihe der Dämonen erhalten."

Nach einigen Minuten, in denen sich die Zauberer und Hexen ausgetauscht hatten, nahmen sie ihre Plätze um den Beschwörungskreis herum ein. Luzifer selbst stellte sich auf die Rune des Ritualführers, der mit seiner Energie den größten Teil übernehmen würde und die Frau mit dem weiß-blondem Haar holte die Opfer.

Durch Zauber wurden sie am Boden verankert und dazu gezwungen zu knien. Dann begann Luzifer mit einem langen Beschwörungssatz auf Latein. Nach und nach stimmten die anderen mit ein und schon bald stoben kleine magische Fünkchen durch die Luft, die vor Energie zu knistern anfing.

Harry stand etwas abseits des Kreises und zog seine schwarze Robe etwas enger um sich. Ein Gefühl der Kälte beschlich ihn, während er in die angsterfüllten Gesichter der beiden Muggel in der Mitte des Kreises schaute. Er verstand große teile des Lateins und wusste, dass diese beiden Menschen bald schon als Geschenk für ein mächtiges, magisches Wesen sterben würden.

Sollte er hier einfach nur stehen und zuschauen? Sollte er nicht doch versuchen, diese Leute zu retten? Aber er verspürte kein großes Rettungsgefühl, wie es früher vielleicht der Fall gewesen wäre. Es verband ihn ja eigentlich nichts mit diesen beiden Personen, sondern im Gegenteil, für das was sie getan hatten wollte er sie eigentlich am liebsten selbst umbringen. Er wusste nicht, was er damit dachte.

Er kannte sie nicht einmal. Vielleicht war es ja sogar besser, dass sie starben. Sie waren kriminell, gefährlich absolute Bestien.

Das Gemurmel der Beschwörer nahm an und Luzifer begann mit dem Zeichnen der magischen Runen, die frisch gemacht werden mussten. Mit seinem Zauberstab malte er sie nacheinander in die Luft und schickte sie an die Stellen des Kreises, die für sie bestimmt waren. Harry erkannte einige. Feuer. Schutz. Zerstörung. Geschenk. Gewalt.

Hier wurde ein wirklich mächtiges Wesen gerufen.

Das weibliche Opfer sah Harry bittend an. Sie hatte verstanden, dass er nicht zu diesen Männern gehörte und wollte befreit werden. Das war verständlich, schließlich musste ihr bewusst sein, in was für einer Gefahr sie schwebte.

Konnte Harry das hier überhaupt mit seinen Idealen und Zielen als „Retter der Welt" vereinbaren? Wollte er nicht Gleichheit für alle? War es nicht einfach falsch, das Leben dieser beiden Menschen zu opfern, um einen Dämon zu rufen?

Aber manchmal waren Opfer nötig, flüsterte eine Stimme in Harrys Innerem. Ein Teil von ihm wollte sehen, was geschehen würde, sobald das Opfer vollbracht worden war. Ein Teil von ihm wollte den Dämon sehen - ihn beschwören.

Und mit jedem Wort aus den Kehlen der Beschwörer wurde dieser kleine Teil von ihm lauter und der andere leiser.

Als Luzifer endlich in das Innere des Kreises trat und einen langen, silbernen Opferdolch zog, war der besorgte Teil Harrys vorläufig besiegt. Erwartungsvoll sah er zu, wie Luzifer zu den Opfern trat und die anderen Verstummten.

Dann rief Luzifer Harry zu sich in den Opferkreis. Wie in Trance begab sich Harry in den Opferkreis.

"Abigorus, Herzog des Krieges, schenke uns Gehör und akzeptiere dieses Geschenk unseres guten Willens."
Noch während er sprach, hatte Luzifer den Kopf der Frau hochgezogen und deutete Harry ihr die Kehle zu durchschneiden.

Harry merkte, dass er nicht mehr einen Funken des Zweifels in sich spürte. Jetzt durchschnitt er ihre Kehle mit dem silbernen Dolch. Das Blut quoll hervor und schien fast zu sprudeln. Es benetzte die Erde vor der Frau, ihre Kleidung breitete sich in einer Lache aus.

Der Mann neben ihr schrie selbst durch den Knebel auf und starrte panisch auf den zuckenden und sich noch windenden Frauenkörper neben ihm.

Dann trat Harry auch an ihn heran und schnitt ihm ebenfalls die Kehle auf. Sein Blut vermischte sich mit dem der Frau und benetzte auch die Roben Luzifers, der durch die entstandene rote Pfütze hinweg wieder auf seinen Platz marschierte. Seine Züge waren seltsam entspannt und ruhig, so als wenn er gerade gemütlich Tee getrunken hätte und nicht den Tod zweier Menschen zu verantworten habe.

Harry indessen fühlte sich noch immer wie in Trance oder wie in einem Traum. Es war nicht der erste Mensch, den er hatte sterben sehen… da war Cedric gewesen… aber diesmal war es anders. Er fühlte kein Mitleid für die beiden Menschen, nicht in diesem Augenblick. Er fühlte… Vorfreude.

Der Boden im inneren Kreis, wo das Blut sich verbreitet hatte, begann zu glühen. Unbewusst trat Harry einige Schritte näher an den Kreis heran, bis er fast neben Luzifer stand. Er bemerkte Harry und zog ihn mit der noch blutigen Hand an den Rand des Kreises.

"Gleich ist es soweit, mein Lehrling." Die Stimme des Dämons war heiser und hier, am Rand des Kreises, war es fast unerträglich heiß. Die blutbefleckte Hand Luzifers hinterließ dunkle Flecken auf Harrys Robe, obwohl diese schwarz war und der Körper des Dämons drückte sich gegen ihn, als Luzifer ihn von hinten lose umarmte.

Im Kreis vor ihnen schien das Blut zu brodeln und zu verglühen, bis der Boden schließlich eine orangefarbene Farbe annahm und ein Wesen aus ihm empor zu wachsen schien. Zuerst ein menschlich anmutender Kopf mit leuchtenden orangefarbenen Augen und ein muskelbepackter, menschlicher Männerkörper in schwarzroter Rüstung. In der rechten Hand des augenscheinlichen Mannes lag ein Szepter, in der linken eine Lanze. Kleine Tropfen des Blutes rannen noch an ihm herab.

"Ihr habt mich gerufen und ich habe euren Ruf erhört." Die Stimme des Wesens war nicht laut, doch trotzdem fuhren einige der Beschwörer zusammen. Harry zuckte nur leicht und wurde von seinem Mentor ruhig gehalten.

Die Augen des Dämons wanderten die Umherstehenden entlang und langsam wuchsen aus seinem Rücken zwei lederartige, rötliche Flügel. Die Rüstung teilte sich und bot Platz für die rapide an Größe zunehmenden Schwingen, die schließlich von dem Wesen zusammen gefaltet wurden.

Dann lächelte er. "Von allen Beschwörungen war dies die weitaus beste, muss ich sagen. Sehr süßes Blut."

Die leuchtenden Augen sahen Harry an. „Wen haben wir denn hier?"

Der Dämon kam auf sie zu und als er die Grenzen des -eigentlich - gesicherten Kreises übertrat, wollte Harry aufschreien, doch Luzifer stoppte ihn.

"Das ist mein neuer Lehrling, Herzog. Ich hoffe ihr übernehmt ihn in den Stand eines weißen Dämons, so wie es vorausgesagt war!"

Ein Schubsen brachte ihn direkt vor den Dämon und Harry schluckte. Warum nur hatte er das hier für eine gute Idee gehalten!

Die Augen des Wesens bohrten sich in seine und ein Grinsen stahl sich auf die Züge Abigors. „Eine sehr gute Wahl, Luzifer. Eine sehr gute Wahl. Er stammt von großen Persönlichkeiten ab." Eine Hand mit schwarzem Panzerhandschuh wurde nach ihm ausgestreckt und berührte seine Schulter.

Hitze durchströmte ihn und belebte gleichzeitig irgendwie seinen Körper. Es war, als wenn ein Teil des Dämons kurz durch ihn strömte.

"Ich denke, dein Lehrling hat ein kleines Geschenk verdient.", verkündete der Dämon dann plötzlich und schien auch die anderen Zauberer und Hexen zu überraschen.

"Herzog…?", fragte Luzifer zögerlich, verstummte jedoch wieder.

Dann verschwamm Harrys Wahrnehmung. Eine wohlige Hitze durchströmte ihn und schien die Müdigkeit und Angespanntheit in seinem Körper einfach wegzuwaschen. Plötzlich fühlte er sich leicht und ohne irgendeine Sorge. Seine vorherigen Gewissensbisse wegen der Opfer waren verschwunden. Die Lichtung um ihn herum wurde schwammig, unwichtig. Sein Zeitgefühl verließ ihn.

Auch später würde er sich nie genau daran erinnern, was danach passiert war. Er wachte am übernächsten Morgen frisch und erholt auf.

Flashback Ende

Mit einem ängstlichen und unsicheren Ausdruck in den Augen schaute Harry auf Amirah, Myrta und Laoise: „Ihr könnt nun ruhig gehen. Ich verstehe euch, wenn ihr nun mit mir nichts mehr zu tun haben wollt!" sagte nun Harry.

Sie nahmen ihn zu dritt in eine herzliche Umarmung.

Amirah schüttelte ihren Kopf und sagte: „Sicher ist es nicht das was wir uns vorgestellt haben, das wir unsere wehrlosen Gegner zu Tode foltern, aber im Prinzip haben sie nichts anderes verdient. Und dann denke ich, das du sicher das nicht zu deinem Hobby machen wirst!

„Das denke ich auch, obwohl ich es nur gerecht finde, wie können Menschen überhaut nur Kinder so gefühllos ermorden. Wenn es mit meinen Kindern geschehen wäre, dann hätte ich die ein Denkmal gesetzt!" ereiferte sich Myrta.

Und Laoise sagte noch abschließend: „Ich bin der selben Meinung wie Amirah und Myrta. Aber was ist das Geschenk, was der Dämonenfürst dir gemacht hat?"

„Nun das ist wirklich etwas Besonderes. Ich kann jede meiner Partnerinnen, also euch drei, einmal aus dem Totenreich zurück holen. Ich muss dafür meine Lebensenergie einsetzen!"

Laoise schaute ihn erschrocken an: „Und was bedeutet das?"

Amirah wollte wissen: „Bist du dadurch in Gefahr?"

„Musst du dafür mit etwas büssen oder gibt es sonst eine Einschränkung für dich?" wollte Myrta noch wissen.

Harry erklärte den dreien: „Also, wenn ich eine von euch dreien aus dem Totenreich retten muss, dann bin ich danach etwas geschwächt, erhole mich aber nach eine Schlaf wieder völlig. Nur wenn ich zwei gleichzeitig zurück holen muss, dann kann es sein, das ich bis zu einer Woche in einer Art Koma liege!"

Sofort wurde er von Myrta gefragt: „Und was ist, wenn du uns alle drei gleichzeitig zurück holen musst?"

„Geht das denn, uns alle drei zurück zu holen?" wollte Laoise wissen.

„Wie geht das denn, uns zurück zu holen?" fragte Amirah noch abschließend.

„Also das geht so. Ich muss mich auf eure Seelen konzentrieren und dann bin ich auch schon bei euch im Totenreich. Dann muss ich euch nur einmal ansprechen und mich zurück auf die Ebene der Lebenden wünschen. Und es ist egal, ob alleine, zu zweit oder zu dritt."

Dann sagten alle drei synchron: „…und weiter…"

Nun atmete Harry tief durch und sagte: „Nichts weiter, ihr seid dann gerettet…"

„HAAAAARRY…" sagten die drei nur.

„Also gut. Wenn ich euch drei gleichzeitig rette, dann werde ich sterben, da damit meine Lebensenergie ausgeschöpft sein wird!"

„Spinnst du?" rief Amirah.

„Das kannst du nicht machen!" schimpfte Laoise.

„Das erlaube ich nicht, dass du dein Leben für meins gibst!" sagte Myrta laut und deutlich.

Harry hob eine Augenbraue und sagte: „Das entscheide nur ich und alleine ich. Und denkt nicht daran, ihr könnt das nicht verhindern, wenn ich euch zurück hole, dann mache ich das. Ende!"