Kapitel 3 – Die 9. Rasse
Chontamenti war schlecht gelaunt. Es lag nicht an Mr. Blanche, der seit nun mehr drei Wochen ihrer Gruppe folgte. Nun ja, dachte Chontamenti, eigentlich lag es auch an ihm. Allerdings lag es genauso an Notwen, Yax, Vinyó, Regley, Gaga und la Vaca. Und an der Gegend. Und an dem, was in den drei Wochen passierte. Und an dem Natla vom Auftragshaus. Und eigentlich auch an allem andern.
Sie waren gerade aus dem Auftragshaus getreten,
welches sich für sie in letzter Zeit zu einer Arbeitsstelle
entwickelte. Notwen ergriff das Wort, wohl wissend, dass die Stimmung
gereizt war.
„Also, unser Auftrag lautet, nach Kerdis zu reisen und
noch einmal nach Spuren der vergessenen Zivilisation dort zu suchen",
erklärte er den anderen.
„Na super!", stieß
Chontamenti aus. La Vaca und Yax wechselten einen bedeutenden Blick.
Sie wussten, dass es soweit war.
„Was kommt als nächstes?
Sollen wir den See in Konlir austrinken? Terbat in ein neues
Kampfgebiet umbuddeln? Zwei Wachen aus Konlir töten und uns vom
alten Mann ins Gefängnis führen lassen?", tat Chontamenti
seine Meinung - die eh jeder kannte - den andern kund.
„Wäre
doch lustig", lachte Vinyó, der zusammen mit Notwen, la
Vaca, Yax und Chontamenti zum Auftragshaus gegangen war.
Das heiterte
letzteren allerdings nicht sonderlich auf.
Notwen äußerte
nun auch seine Meinung: „Ich fand es natürlich auch nicht
sonderlich toll, die Kirchturmuhr in Konlir nachzustellen. Ebenso
wenig wie die Sache in Reikan, als wir die Flagge der Börse in vierzig Metern Höhe abmontierten…"
„Nicht zu vergessen den
Auftrag in Anatubien, als wir die Reaktion des Vulkans auf
verschiedene chemische Substanzen testen mussten", warf Vinyó
ein.
„…aber nichtsdestotrotz hat der alte vom Auftragshaus uns
doch nie in Gefahr gebracht, oder?", fuhr Notwen unermüdlich
fort.
Die anderen starrten ihn erstaunt an.
„Na ja, nie UNNÖTIG
in Gefahr gebracht, oder?", räumte Notwen ein.
Das Erstaunen
wandelte sich in Empörung.
„Na ja, er hat uns zumindest noch
nie belogen, oder? Höchstens einige Sachen… verschwiegen,
oder?", versuchte Notwen den Schaden zu begrenzen und fuhr fort:
„Ach kommt, lasst uns gehen, er zahlt diesmal echt gut!"
„Das
ist es, was uns Angst macht, Notwen", sagte Vinyó leise.
Sie trafen sich, was Chontamentis Laune erheblich aufbesserte, zusammen mit den anderen vier in Reikan und gingen von dort Richtung Süden. An der Grenze zu Kerdis stand ein Zollbeamter und fragte – was Notwen beinahe zu der Gegenfrage veranlasste, wie oft er die Frage schon gestellt hätte – ob sie etwas zu verzollen hätten. „Nichts außer meinem Genie!", antwortete Blanche affektiert.
Der Grenzposten schien beinahe dankbar für die
Veränderung seines Alltags und fragte: „Und was beinhaltet ihr
Genie?" Blanche erwiderte ebenso gespreizt wie zuvor: „Mein
Gehirn. Sie wissen doch was ein Gehirn ist, oder?" Der Posten ließ
sie trotz aller Unannehmlichkeiten durch und so durchquerten sie die
wüste Wüste Kerdis. Was niemand wusste, war dass sie mit vier
Litern Wasser pro Person nicht einmal die Hälfte der Strecke die
sie vor sich hatten, hinter sich bringen konnten.
Blanche
eingebildetes Geschwafel hatte zudem verhindert, dass der Grenzposten
sie darauf hinwies. So nahm das Schicksal seinen Lauf.
Nach der
Hälfte der Strecke ging ihnen, wie zu erwarten war, das Wasser
aus. Nach einigen Kilometern ohne Wasser fing Gaga an zu jammern.
„Wasser…", murmelte er. La Vaca, der sich automatisch
angesprochen fühlte antwortete: „Ja?", was Gaga zu dem
Kommentar veranlasste: „Ja!"
„Was?",
fragte la Vaca.
„Ser!",
vollendete Gaga das Wort.
„Wasser?",
fragte la Vaca
Schlagartig
waren die anderen wieder wach.
Chontamenti,
der seine meckernden Kommentare bis jetzt unterbrochen hatte,
startete erneut: „Wir leben in einem verdammten Zelt, Notwen! Das
ist inakzeptabel!"
„Das ist das Leben", mischte sich Yax ein,
dem die Meckerei des Serums auch auf den – sprichwörtlichen –
Geist ging.
Notwen hatte tatsächlich ein Sechs-Mann-Zelt im Unwissen
der anderen in ein Acht-Mann-Zelt verwandelt, was nur Blanche zu
bemerken schien, der allerdings viel mehr mit seiner Eitelkeit
beschäftigt war.
Vor ihnen stand plötzlich ein
Staubschleifer, der sie interessiert anzugucken schien. Zumindest
nahmen sie an, dass es sich um einen Staubschleifer handelte, da sie
ja in Kerdis waren.
„La Vaca, machst du den?", wollte Gaga
wissen. „Ja klar, immer ich, nur weil ich in der Akademie war!",
grummelte dieser.
„Ja", kam die einvernehmliche Antwort der Anderen.
Nach dem ereignislosen und sehr einseitigen Kampf – Notwen
vermutete, dass der Staubschleifer blind gewesen sei – hob
Chontamenti einen Gegenstand auf, bei dem es sich nur um ein
Staubschleifer-Ei handeln konnte.
„Was mach ich damit?", fragte
er irritiert die anderen.
„Häng es in dein Zimmer", schlug
Vinyó vor und merkte sofort, dass dieser Satz ein Fehler
gewesen war.
„Ich habe kein Zimmer, wir leben in einem
gottverdammten ZELT!", brüllte Chontamenti.
„Die
Nord-West-Ecke des Zeltes IST dein Zimmer, außerdem ist es ein
sehr komfortables Zelt", wusste Notwen anzubringen. „Stimmt, ich
wurde zum Beispiel in einer gammeligen Festung erzogen. Das Zelt ist
ein gewaltiger Fortschritt!", brachte Vinyó an. „Also ICH
bin es gewohnt in einem Haus zu leben!", rief Regley dazwischen.
„Du nennst diese alte Baumhütte ein HAUS?", lachte Vinyó.
„HALT die KLAPPE!", schrie Regley zurück, der nun auch am
Ende seiner Nerven war.
„Ich brauch Taunektar-Bier", murmelte
Yax.
Glücklicherweise
hatte sich Vinyó bei seiner Berechnung ihrer Route derart
verschätzt, dass die acht an einem Shop vorbeikamen, der ihnen,
für horrende Preise Wasser und – zum Erstaunen der anderen –
auch ein komisches Eisenrohr anbot.
Blanche schien in letzterem
interessiert, sodass am Ende sieben Gefährten Wasser und ein
einzelner Taruner ein Eisenrohr kauften. Nach längerer Wanderung
erreichten sie ein schwarzes Tal, welches sich als ihr Zielort
herausstellen sollte.
Endlich wieder einigermaßen fröhlich,
ging die Gruppe den Abhang hinunter und in Richtung Osten das Tal
entlang.
„Was suchen wir eigentlich?", wollte Gaga wissen.
„Die
Skelette der letzten Expedition, denke ich", sagte la Vaca für
alle hörbar.
„Ich les noch mal vor", sagte Notwen, während
er den vergilbten Auftragszettel herausholte. Er war leer.
„Äh",
kommentierte Notwen dies.
„Unser Auftrag lautet, nach Kerdis zu
reisen und noch einmal nach Spuren der vergessenen Zivilisation hier
zu suchen", half Blanche ihm aus.
„Hey, gutes
Erinnerungsvermögen!", staunte Gaga. „Ja, aber das ist nur
eine meiner vielen Fähigkeiten. Dich könnte man allerdings
selbst noch mit einem Happy-Meal von einer Fast-Food-Kette
überraschen", antwortete ihm Blanche in seiner typischen
Selbstliebe.
Kurze Zeit
später standen sie am östlichen Rand des Tales und
lauschten den Grillen, während sich Yax und – zu dessen
Leidwesen – Vinyó, ganz der Aufgabe hingaben, die Umgebung
zu erkunden.
Als sie sich dem nahe liegenden Wald näherten,
hörten sie ein plötzliches Brüllen, dass kurz darauf
wieder erlosch.
„Was meinst du, war das?", richtete sich Yax
uninteressiert an Vinyó.
„Ein ungezähmter, dunkler
Magier nehme ich an", erwiderte Vinyó trocken. „Die sollen
hier in der Gegend ja ihren Ursprung haben." „Haha! Und ich
dachte, es wäre nur ein Gerücht, dass die Zauberer humorlos
seien!", setzte Yax ohne besonders viel Freude den Streit fort.
Keiner von ihnen war noch wach genug, um sich auf hohem Niveau
auseinanderzusetzen. Sie betraten den Wald und missachteten die
Blutflecken an den Bäumen.
„Glaubst du hier ist was?",
fragte Vinyó kurz darauf.
Sie bogen um die Ecke und fanden
sich auf einer Lichtung wieder. Sie waren nicht unmaßgeblich erstaunt.
„Ich glaube die Antwort spare ich
mir", beantwortete Yax verspätet die Frage.
Währenddessen überlegte der Rest – nun, beinahe der ganze Rest – der Gruppe, wie man auch den letzten Störenfried loswerden könnte. Dass Chontamenti mit ihnen zusammen am Lagerfeuer saß, wurde geflissentlich ignoriert.
Am
nächsten Tag brachen sie ohne Hast auf und liefen den Spuren der
beiden Magier nach. Wie nicht anders zu erwarten, erreichten auch sie
nach kurzer Zeit die Lichtung.
„Komisch, die Spuren hören hier
auf", kommentierte Blanche und sah sich auf der leeren Lichtung um.
„Vielleicht haben sie sich gegenseitig umgebracht?", hoffte
Regley. „Das würde auch die Blutspritzer am Waldeingang
erklären."
„Bist du nicht ein wenig zu sorglos?", fragte
Notwen ihn. Sie hörten ein kurzes Sirren.
„Moskitos?",
fragte Gaga erstaunt und brach zusammen.
Noch mehr Kaktuspfeile kamen
aus dem Unterholz und die wehrlose Gruppe fiel gelassen zu Boden.
Als
alle betäubt waren, ertönte ein Johlen aus den Sträuchern
und Gestalten erschienen, die die sechs Wanderer mitschleiften.
„Schau
an, wir kriegen Besuch", bemerkte Yax trocken, als die zwei
Menschen, der Serum, der Onlo, der Taruner und der Natla zu ihnen in
die Kammer geworfen wurden.
„Was´n hier los?", fragte
Chontamenti irritiert.
„Tja, ich würde sagen, wir befinden und
in einer chthonischen Kammer", beantwortete ihm Blanche die Frage.
„Hä? Wo sind wir?", blinzelte Gaga, dem das anscheinend
nicht als Antwort genügte.
„Ich glaube er meint, dass wir uns
in einer Höhle unter der Erde befinden", seufzte Notwen, dem
die blumenreiche Sprache des Taruners als einziger nicht wirklich zu
stören schien.
„Und, Herr Taruner, glauben sie, dass uns
dieser Umstand hier hilft hier herauszukommen?", fragte Regley
Blanche genervt.
„Dieser Umstand nicht, fürchte ich", sagte
dieser. „Und welcher dann?", tat ihm la Vaca den Gefallen zu
fragen.
„Ich fand draußen vor dem Tal ein eigenartiges weißes
Pulver, ich bin da so einer Stimme gefolgt, ihr wisst schon, die jedes
Feld einzeln erklärt..." Niemand wusste, was er meinte und so fuhr er
fort: "...und habe es eingesteckt", meinter er hochnäsig.
„Mir fällt es nicht auf, wenn du etwas weißes mit
herumträgst", kommentierte Yax im Hinblick auf die weißen
Sachen von Blanche. „Du hast also Drogen gefunden, schön. Wie
hilft uns das gegen die wen-auch-immer da draußen?",
erkundigte sich Regley.
„Nichts, ist doch klar", spottete Vinyó.
„Ich glaube nicht, dass es sich dabei um Rauschmittel handelt",
fachsimpelte Notwen.
„Die Taruner koksen gerne, hab ich gehört",
sagte Chontamenti ernst. „Wusstet ihr nicht, dass in 50 aller
Flüsse in Kerdis Rauschmittel gefunden wurden?"
„Es gibt nur
zwei Flüsse in Kerdis und die wurden von Serum-Geistern angelegt!",
fauchte Blanche zurück, was die anderen anscheinend höchst
amüsant fanden und Chontamenti dazu veranlasste, die Klappe zu
halten.
„Wem haben wir denn eigentlich diese Situation zu
verdanken?", wollte la Vaca wissen.
„Seinen Namen kenn ich nicht,
aber er wohnt im Tal der Ruinen und ist ein gemeiner Natla", sprach
Vinyó.
„Ich meine, wem haben wir das direkt zu verdanken?
Wer hat uns hier hergebracht?", fragte la Vaca geduldig.
„Ist
doch klar, die komischen Spinnenmonster waren das, die, die die
letzte Expedition umgebracht hat und dieses Tal bewohnt", erklärte
Notwen ebenso geduldig.
„Oha, vier Artikel hintereinander, Respekt
Notwen!", lachte Vinyó humorlos, redete aber wieder ernster
weiter:
„Yax und ich haben diese Viecher auf der Lichtung gesehen.
Sahen ziemlich merkwürdig aus. Einige Exemplare scheinen aber
auch menschlicher zu sein als andere. Wir wurden von Kaktuspfeilen
getroffen und hierher gebracht."
„So MacGyver, kannste aus dem
Pulver was basteln?", fragte Regley, dem die Geduld ausging,
Blanche.
„Nein, aber ich kann die Holztür mit meinem Schwert
aufschneiden", grinste Blanche und hob das weiße Schwert, das
neben ihm lag auf.
„Ist das ein Rotsandschwert?", fragte Gaga
interessiert.
„Nein, das ist eine eigene Kreation von mir, ein
Weißschwert mit Angriff zwölf", sprach Blanche, froh, dass ihn
mal jemand darauf angesprochen hatte, auch wenn es dieser unwissende
Arbeiter war.
„Warum…", begann Vinyó unterbrach sich
aber dann und begann erneut: „Warum…hat man uns unsere Waffen
gelassen und uns hinter eine Tür aus Holz gesperrt?"
„Keine
Ahnung, weil die anderen Kammern nur mit Vorhängen gesichert
waren, nehme ich an", antwortete la Vaca wichtigtuerisch. „Das
klingt logisch!", stimmte Gaga ihm bei.
Notwen verdrehte die Augen,
verzichtete aber genau wie die anderen einen Kommentar abzugeben.
Die
Gruppe trat aus der Kammer und fand sich in einem Gang wieder, dem
sie mangels Alternative folgten. Nach kurzer Zeit wurde der Gang
breiter und sie betraten eine große Höhle.
Drinnen liefen
viele Spinnenwesen hin und her und schienen keine Notiz von den acht
Außenseitern zu nehmen.
Notwen bemerkte eine kleine Gruppe
eindeutig menschlicher Wesen in einer hinteren Ecke.
Einer der
Menschen, offensichtlich ein Zauberer brüllte lautstark zu ihnen
herüber: „Besucher!"
Vinyó senkte beschämt für
dieses unwürdige Exemplar seiner Art den Blick, sendete ein
kleines Stoßgebet Richtung Höhlendecke und forderte darin
den sofortigen Gnadentod dieses Wesens.
„Hi!",
rief la Vaca zurück, dem so schnell nichts Besseres einfiel. Sie
gingen auf die offensichtlich mit einem Festessen beschäftigte
Gruppe zu.
Blanche ergriff das Wort: „Sagt mal, warum lebt ihr
hier? Seid ihr nicht die Anderson-Expedition? War es so schön
hier?"
Prompt antwortete der Zauberer: „Gestatten, Roger
Anderson! Und um die Frage zu beantworten: Die Wesen hier sind
entweder total blöde oder im Blutrausch blind. Die töten
sich nur gegenseitig, von ein paar Waffenstillständen mal
abgesehen. Die sehen uns gar nicht. Deshalb ist es hier ja auch so
schön für uns."
Oh Gott, dachte Vinyó, den wollte
ich mal für den „Scientic Award" in Konlir nominieren!
„Lass
uns gehen, die sind doch total kirre!", flüsterte la Vaca
Notwen zu.
Notwen ließ sch nicht aus der Ruhe bringen: „Und
wie sind wir dann in die Kammer gelangt?"
„Ganz einfach!",
lallte Anderson weiter, obwohl ihm das Sprechen alles andere als
einfach erschien. „Ihr seid n´ einen Schusswechsel zwischen
zwei der vielen Parteien hier geraten! Wir haben euch aufgesammelt
und hierher gebracht! Sind wir nicht nett?"
Notwen ließ die
letzte Frage unbeantwortet, da die Wahrheit oft schmerzhaft sein
kann, wie er wusste und stattdessen stellte Yax eine Frage:
„Auf
der Lichtung waren aber auch menschliche Wesen, was waren das für
welche?"
„Menschliche Wesen? Meint ihr die Traipser?", kam die
spontane Gegenfrage des Zauberers.
Notwen sah sich gezwungen dies mit
gleich zwei Gegenfragen zu belegen: „Wer sind die Traipser und
warum nennt ihr sie so?"
„Na, weil sie so schlurfen, die Traipser
halt. Sind den andern kaum ähnlich, sehen eher aus wie kleine
Dämonen", kicherte Anderson. „Die schlurfen bestimmt nicht
so sehr wie ihr, wenn ihr was getrunken habt", murmelte
Chontamenti.
„Und? Habt ihr keine weiteren Nachforschungen
angestellt?", fragte Vinyó ungläubig.
„Nee, wieso?
Hatten eh nicht vor zurückzukommen", sagte Anderson, köpfte
eine Weinflasche und goss wahllos in einige Gläser etwas davon.
Vinyó verdrehte die Augen, nahm sich ein Glas und leerte es.
Plötzlich hallte eine Stimme durch die sonst nur vom Trappeln
der anderen Wesen aufgehaltene Stille und durch die Halle: „Was
macht ihr da? Das ist ein steinalter Wein, den ihr da sauft!"
„Ich
finde, er schmeckt", bemerkte Vinyó und drehte sich wie die
anderen in Richtung der Stimme, was bei dem immer wieder schallenden
Echo von allen Seiten ein schwieriges und grotesk anmutendes Unterfangen war.
Vor ihnen
stand ein 150 Zentimeter großer Haufen Schuppen, der Notwen
irgendwie an einen Ninja Turtle erinnerte.
„Ich kann die Kerle
nicht mehr ab, ich muss hier weg!", sprach dieses Wesen,
offensichtlich ein Traipser.
„Damit teilst du unsere allgemeine Zustimmung und Meinung",
befand Chontamenti.
„Du kannst sicher mit uns kommen", sagte
Notwen, der anscheinend die Gelegenheit nicht verpassen und eine
neunte Rasse im Team haben wollte. Für ihn war es eine Art Wettbewerb.
Er stellte sich und seine
Mitläufer vor.
„Angenehm, ich bin Abanderada Varuna",
antwortete das Wesen.
„Geht das auch langsamer?" fragte Gaga
sichtlich überfordert.
„Als ob das helfen würde...", murmelte Chontamenti.
Sie verließen das Tal, ohne sich
von der geistig verwirrten Anderson-Expedition zu verabschieden.
Kurz
bevor sie die Grenze zu Loranien passierten, flüsterte Yax
grinsend zu Regley: „Na, froh nicht mehr das einzige Provinz-Ei zu
sein?"
"Ich habe eine Auszeichnung für Welterfahrung gewonnen", meinte
dieser daraufhin. "Sie hängt in meinem Büro."
Yax blinzelte.
"Wirklich?", fragte er.
"Nein...", gab Regley zu und ließ den
verdutzten Magier zurück.
