Kapitel 6 – Der Coup

Sie standen in Ferdolien, dem Land der Kasinos und Spielhallen, der Wetterstationen, Blumenläden und Wäldern. Sie stellten fest, dass es kaum andere Dinge hier gab. Videm hatte ihnen eine perfekte Beschreibung der Lage zukommen lassen und angeboten, selbst ins Geschehen einzugreifen, falls nötig. Man konnte jedenfalls nicht sagen, dass auch nur einer der Gruppe sich vor der folgenden Arbeit drücken wollte. Was nicht bedeutete, dass nicht etliche der Auftragskiller mit ihrer Arbeit unzufrieden waren. Wie also, soll ich, der Verfasser dieser Zeilen, den Bank…die Ausborgung erklären? Wir beginnen wohl vorerst mit dem Anfang…

Notwen erläuterte noch ein letztes Mal die Lage in der Bank:
„Also, gleich am Eingang befinden sich zwei Kämpfer, die stören uns nicht weiter, die stehen da nur zur Dekoration. Wir dürfen, wie alle normalen anständigen Bewohner dieser Welt die Bank frei betreten und, sofern wir nicht gegen die Hausordnung verstoßen, wieder unbehelligt verlassen. Eine Ausnahme bildet Abanderada, aber der wird erst später tätig. Nach den Wachposten kommt die Eingangs- und Geschäftshalle. Hier arbeiten fünfundvierzig Arbeiter an dreizehn Schaltern. Das Geld, das sich bei ihnen befindet, interessiert uns nicht, das sind nur Almosen. Wir wollen zu dem Tresorraum, der befindet sich dahinter. Neben privaten Schließfächern – die uns nichts angehen – und den Tresoren für das Geld, das laut Gesetzgebung vorhanden sein muss, befinden sich auch die Inhalte der Reservetresore dort. Der Prisma-Kristall befindet sich einen Stock darüber, in einem separaten Raum. Erst zu den Tresoren: Sie werden je von vier akademietüchtigen Tarunern bewacht. Falls sie außer Gefecht gesetzt oder getötet werden, wird die ganze Bank abgeriegelt. Ein fünfter Bewacher, ein Zauberer, ist für die Identifikation zuständig. Er allein hat die Kombination für das Schloss. Dann gibt es da noch die Kameras, die Bewegungsmelder, die Lasersicherungen, die Sicherheitszentrale, die jede Schadensmeldung sofort registriert und die Kontrolltür auf dem Weg, die durch Fingerdruck geöffnet wird. Das sollte kein Problem für uns werden." Notwen sah die Anderen fragend an, als erwarte er Widerspruch. „Ach ja, es muss der richtige Finger sein", fügte er hinzu.

„Der Prisma-Kristall ist durch eine siebenstellige Zahlenkombination gesichert, die nur der Chef des Ladens kennt. Glücklicherweise ist der Flur ansonsten frei zugänglich und unbewacht. Der Tresorraum ließe sich nur mit einer verdammt dicken Sumpfgasbombe öffnen, was den Nachteil hätte, dass das Gebäude zusammenklappt und unser Geld unter tausenden Tonnen Mamor begraben ist. Wir hatten das ja besprochen…"
Notwen hatte vorgesorgt. Er hatte, wie immer, einen Plan B bei der Hand. Aber dazu später mehr…

Ein vornehm gekleideter Taruner betrat, mit einem Aktenkoffer in der Hand, die Bank. Er ignorierte, im Gegensatz zu dem Großteil der Bankbesucher, die Schalter an beiden Seiten und ging geradeaus auf die Sicherheitsschleusen am Ende der Halle zu. Diese mussten die Arbeiter und Angestellten der Bank durchlaufen, um in den hinteren Teil des Gebäudes und zu den Treppenhäusern und Fahrstühlen zu gelangen. Allerdings durften auch Neuankömmlinge ihr Anliegen – meist eine Bewerbung für eine Arbeitsstelle oder einen Antrag auf eine größere und wohl geplante Deponierung von Bargeld – der Geschäftsleitung vortragen.
Dazu mussten sie, wie erwähnt, durch eine Sicherheitsschleuse gehen. Der Taruner gelangte ohne Probleme durch eben jene Sicherheitsschleuse und wurde am anderen Ende von einem Mitarbeiter der Bank empfangen, der ihm mitteilte, dass er bereits von der Geschäftsleitung erwartet wurde. Der Taruner folgte ihm und gelangte so ohne Probleme in den ersten Stock.
Er betrat das Büro von Cicero Angelus, dem Leiter der Bankzweigstelle Ferdolien. Der Taruner merkte auf Anhieb, dass die Eltern dieses korpulenten Natla entweder einen besonders schrägen Humor oder ihre Kurzsichtigkeit bei der Namensgebung ihres Sohnes bewiesen hatten.
Denn was vor dem Taruner in einem Chefsessel drehte, hatte nichts sonderlich Poetisches oder Anmutiges an sich.
Eigentlich nichts.
Nicht wirklich.
Echt nicht.
Gar nichts.
„Guten Morgen", sprach der Taruner um etwas auf sich aufmerksam zu machen. „Isch bin Antoiné Pompidou, isch ´abe etwas mit i´nen zu bereden", sprach Antoiné Pompidou, den wir, der Einfachheit halber, mit seinem richtigen Namen, nämlich, sie ahnen es, Mr. Blanche nennen werden, mit einem stark reikanischen Dialekt.
„Monsieur Pompidou, ich kann ihnen versichern, dass sie ihr Geld ohne Bedenken in unsere Obhut bringen können.", erwiderte der Natla großspurig und machte sich daran, den Taruner weiter zu ignorieren.

Derweil betrat ein offensichtlich kurzsichtiger Zauberer das Gebäude und steuerte auf die Sicherheitsschleuse zu. Er hatte einen Blindenstock und einen Aktenkoffer bei sich und lief dennoch sehr zielstrebig. Wären die Angestellten nicht unendlich gelangweilt gewesen, hätten sie dieses Detail vielleicht bemerkt.
Der Zauberer ging mit raschen Schritten auf die Schleuse zu, die nur noch wenige Meter entfernt war. Just in diesem Augenblick verhedderte er – den wir, mal wieder, mit seinem echten Namen, Vinyó ansprechen wollen – sich in seinen Schnürsenkeln und stolperte nicht durch, sondern gegen die Schleuse.
Hätten die Sicherheitsleute ihren Job etwas, nur ein kleines bisschen, ernster genommen, wäre ihnen der Aktenkoffer aufgefallen, der unbehelligt durch die Schleuse geschlittert war. Der durchdringende Warnalarm, der zwar nur eine Sekunde anhielt, aber dafür, nun ja, durchdringend war, wurde von den Sicherheitsleuten ignoriert, da sie offensichtlich zu sehr mit ihren Bemühungen, dem Zauberer aufzuhelfen, beschäftigt waren.
Von Nahem erkannte Vinyó, dass er es mit Kämpfern zu tun hatte und änderte schlagartig seine, beziehungsweise Notwens Taktik.
Er stand auf, bedankte sich mit einem knappen Nicken und ging durch die Sicherheitsschleuse, diesmal ohne irgendeinen Warnton.
Er hob den Aktenkoffer auf und ging sehr theatralisch langsam und nur zu offensichtlich kein Stück kurzsichtig weiter.
Die Krieger reagierten nicht.
Vinyó bemitleidete sie auf der Stelle und zog von dannen in Richtung Treppenhaus…

Zur selben Zeit wuselte Abanderada mit einem Tarnzauber umgeben durch Ferdolien und bereitete seinen Part der Geschichte vor…

An der Kuppel des überdimensionalen Gebäudes klebend, fragten sich Gaga, la Vaca und Regley, ob es Zufall wäre, dass man diese Art von Gebäude rund baute…

Chontamenti und Yax waren teils grummelnd, teils grinsend - es ist nicht schwer zu erraten, wer was tat - aber nichtsdestotrotz unbehelligt durch die Sicherheitsschleuse getreten und machten sich mit dem Fahrstuhl in den ersten Stock auf...

Und wo war Notwen? Nun, der schritt als Cicero Angelus verkleidet und mit einem Zauberer als Berater an der Seite und entgegen seinem – Ciceros – normalen Zeitplan hastig, aber mit dem arrogant-dämlichen Gesichtsausdruck durch die Eingangshalle.
Unterwegs schnauzte er die Arbeiter an den Schaltern an, meist aufgrund von Bagatellen, wie dem Trinken von Koloakaffee am Arbeitsplatz, oder dem unpassenden Haarschnitt.
Der Zauberer, der Videm Corume hieß und eigentlich ein Magier war, was niemand erkannte, machte sich heftig Notizen auf ein kleines Klemmbrett und agierte servil.
Sie betraten, nachdem sie außer Sichtweite von irgendwelchen Personen waren, den Raum zur Stromversorgung für die Kameras. Ironischerweise waren auf dem Flur und in dem Raum keine Kameras, was sich bald als enormer Sicherheitsfehler herausstellen sollte…

La Vaca, Regley und Gaga – nun ja, eigentlich la Vaca und Regley – hatten alle Sprengladungen angebracht.
Die Bomben vom Typ Sumpfi-X-2000 waren eine Art Polly-Pocket-Versionen der handelsüblichen Sumpfgasbomben. Verständlicherweise waren sie aber auch leichter zu transportieren und konnte zwar kein komplettes Feld zerstören, aber dennoch beachtliche Löcher in Wände reißen. Oder in Kuppeldächer.
Die drei hatten schon längst wieder festen Boden unter den Füßen als die Sumpfi-X-2000-Ladungen nach Plan detonierten.

Exakt zur vereinbarten Zeit erreichte Vinyó den Flur, der zur Kontrolltür mit Fingerabdruck führte.
Dank des kleinen Blindentricks hatte auch er eine solche Sprengstoffladung in seinem Aktenkoffer bei sich.
Diese befestigte er an der Tür und wartete in sicherem Abstand.
Im selben Augenblick betraten die beiden Menschen la Vaca und Gaga und der Onlo Regley den Flur und gesellten sich ohne Worte zu ihm.
Auch sie waren durch die Sicherheitsschleuse gelangt, hatten dafür aber auch weder Zauber und Waffen, noch Sumpfgasbomben bei sich.
Vinyó reichte la Vaca und Regley je einen Zauber.
Nun, aufgrund von Verärgerung, oder um endlich wörtliche Rede in dieses Kapitel zu bringen, mischte sich Gaga ein:
„Warum krieg ich den bitteschön keinen?", wollte er wissen.
Vinyó antwortete ihm prompt mit neutraler Stimme, die sehr nach Notwen klang:
„Ich muss leider stark anzweifeln, dass du die nötige Intelligenz für gefährliche Zauber dieser Art besitzt"
„Gefährliche Zauber? Das sind doch nur…", wollte der Arbeiter auffahren, wurde aber von Regley unterbrochen:
„Es geht los, Ruhe jetzt", meinte er.

Für Besucher der Bank musste es sich wie eine enorm laute Explosion anhören.
Nur die Eingeweihten wussten, dass es mehrere Explosionen waren.
Zwölf Bomben auf dem Kuppeldach, das einstürzte, allerdings nur das Dachgeschoss verwüstete, vier von Abanderada auf den umliegenden Feldern in Ferdolien angebrachte Sumpfgasbomben und eine Sumpfi-X-2000, die an der Kontrolltür zwanzig Meter vor dem Tresoreingang befestigt war.

Blanche hatte lange genug mit dem Geschäftsmann diskutiert.
Er sah auf die Uhr und blickte dann auf.
„Mr. Angelus, ich befürchte sie müssen mir jetzt die Kombination für den Tresor mit dem Prisma-Kristall geben", meinte er.
Der Geschäftsmann starrte ihn eine Sekunde lang an und griff dann nach dem Notschalter unter dem Schreibtisch.
Blanche hatte eigentlich vorgehabt, ihm seinen Aktenkoffer um die Ohren zu hauen, aber im selben Moment explodierte das Sumpfgas. Das Gebäude erzitterte und Cicero wurde hintenüber gerissen. Bevor er aufstehen konnte, stand Blanche über ihm und redete gerade so laut, dass er das Klingeln in seinen Ohren übertönte:
„Ihr Schutz hat sich in Luft aufgelöst, also bitte, nur zu, schreiben sie!", forderte der Weiße ihn auf und hielt im einen Stift und ein Blatt Papier hin.
Cicero war kein besonders mutiger Mann und es bedurfte keiner Diskussion. Er schrieb die Nummer auf, wohl wissend, dass er nicht davonkommen würde, falls sie falsch war.
Blanche bedankte sich höflich und verließ den völlig verdatterten Natla.

Die Kontrolltür gab zum ersten Mal in ihrem Leben nach, ohne vorher nach dem Daumenabdruck zu fragen. Nun, hätte eine Kontrolltür aus fünf Zentimeter dickem Titanstahl wirklich ein Leben, oder besser noch dazu Augen, hätte sie vielleicht sehen können, wie drei Menschen und ein Onlo über sie stiegen und vier Taruner mit ebenfalls vier Zaubern beschossen.
Man musste sich doch stark wundern oder an einen selbstlosen Akt von Cicero Angelus glauben, wenn man sah, dass die vier Bewacher des Tresors von der Detonation unbehelligt blieben, er selbst jedoch seinen Schutz verlor.
Erklärungsversuche wären beispielsweise, dass Cicero mehr an seinem Geld als an seinem Leben hing. Blanche hatte soeben das Gegenteil bewiesen, aber vielleicht war dies bei der Planung der Sicherheit der Bank noch nicht beachtet worden.
Eine wahrscheinlichere Möglichkeit wäre, dass Cicero Geld sparen wollte und die überaus teuren, neuen Naltaschutzzauber, die eine Sumpfgasbombenexplosion überstanden, nicht im Übermaß bestellen wollte. Jedenfalls waren die Schutzzauber, wie von Notwen geplant noch aktiviert und wurden nun, wie von Notwen ebenso geplant, von Vinyó, Regley und la Vaca deaktiviert.
Wenige Sekunden später verschwanden die vier Taruner.
Das lag wohl daran, dass sie von Abanderada hergezaubert wurden, eine gefährliche aber unvermeidliche Maßnahme bei der Beschaffung, ähem ´Ausborgung´, des Geldes.
Die drei Menschen und der Onlo gingen unbekümmert auf den Tresorzauberer, der, von der Detonation bewusstlos geschlagen, am Boden lag zu und brachten in kaum weniger sanft wieder zu Sinnen.
Der Zauberer, der sich stets auf seinen Vier-Mann-Begleitschutz hatte verlassen können öffnete ohne Umwege den Tresor und wurde von Vinyó kurz darauf in Richtung Konlir gezaubert.
Sie betraten zu viert den Tresorraum und fingen sofort an, das Gold fachgerecht zu stapeln.

In der Sicherheitszentrale der Bank herrschte heillose Verwirrung.
Jede Schadensmeldung wurde hier registriert, jede Kamera bekam einen der vielen Monitore an den Wänden zugeteilt und jeglicher Sicherheitsverstoß wurde hier gemeldet.
Normalerweise waren die Kontrolllämpchen an den Wänden still, jetzt blinkten dutzende von ihnen.
Nach der Explosion achtete keiner mehr auf die eine, wichtige Kontrolllampe, die blinkte, falls die Sicherheitstür zum Tresorflur unrechtmäßig – also mit Sprengstoff – geöffnet wurde.
Jetzt blinkte sie und niemanden interessierte es. Alle blickten verwirrt um sich und versuchten das Ausmaß des Schadens an der Kuppel zu ermessen.
Aufmerksamen Sicherheitsleuten wäre vielleicht aufgefallen, dass alle Kameras außerhalb der Eingangshalle nur noch dasselbe Bild sendeten..
Ihnen hätte auch auffallen müssen, dass beispielsweise ein kleiner Ninjaturtle von vier Tarunern verfolgt durch die Eingangshalle rannte. Oder das die Tresortür soeben geöffnet wurde…

Blanche stand, mit einem Aktenkoffer in der Hand vor der Tür, die zum Prisma-Kristall führte.
Notwen und Videm waren kurz nach ihm in den Flur gebogen.
„Ich dachte, ich spare mir das Beste zum Schluss auf", grinste Blanche und hielt den kleinen Zettel hoch, auf dem die Kombination stand. Recht hatte er.
Sieben Ziffern gab er ein und die Tür öffnete sich. Zu dritt betraten der Taruner von der dunklen Zusammenkunft, der Zauberer vom Bündnis und der neutrale Natla den Raum. Auf einem kleinen Sockel stand der Prisma-Kristall, sein Wert war ihnen klar. Ungefähr fünfeinhalb Millionen Goldmünzen war der Kristall wert. Auf dem Schwarzmarkt, wo sie ihn würden verkaufen müssen, brachte er etwas weniger ein. Trotz Allem würde er ihnen noch fünf Millionen Goldmünzen Gewinn bescheren.
Videm nahm den Kristall, der etwa so groß wie seine Faust war, vorsichtig in die Hand. Dann drehte er sich zu den Anderen um und lächelte:
„Ihr habt mir gesagt, ihr würdet das Gold im Tresor ein Stockwerk unter uns an einen sicheren Ort schaffen. Wollt ihr mir sagen, wie ihr das tun wollt?"
„Wir dachten uns eigentlich, dass dieser Prisma-Kristall ausreichen würde", meinte Blanche ebenfalls lächelnd.
„Ja", zwinkerte Videm, „genau das habe ich auch gedacht…"
Und bei diesen Worten hob er eine Zauberkugel hoch, verbeugte sich noch einmal und verschwand…

La Vaca bemerkte, dass sie Besuch bekamen und blickte auf.
Notwen und Blanche, der immer noch seinen Aktenkoffer trug, kamen auf sie zu.
Notwen ergriff das Wort: „Ich hatte es befürchtet. Videm ist mit dem Kristall verschwunden. Er wollte nie das Geld. Abanderada müsste jetzt eigentlich schon in Hewien auf uns warten, ich schätze also, wir müssen los."
„Warum trägst du immer noch den Koffer, Blanche?", fragte Regley, „Meinst du nicht, du könntest den jetzt nach all der Maskerade mal ablegen?"
Blanche grinste: „Das würdest du sicher nicht wollen…"
„Schluss jetzt, wir müssen los. Gaga, las das Geld hier!", beendete Notwen den kleinen Plausch.
„Wartet, wo sind Yaxva und Chontamenti?", wollte la Vaca nicht zu Unrecht wissen. „Sollten die nicht eigentlich die Infrarotsensoren abschalten?"
„Ja, das sollten sie. Wir wollten ihnen lieber eine kleine Aufgabe geben, Chontamenti hätte zu sehr rumgemeckert und Yax wäre nur nervig gewesen.", erklärte Blanche.
In diesem Moment bogen beide angesprochenen um die Ecke, hinter ihnen lautes Gebrüll und Rufe.
Vinyó, der als einziger ohne Kontrolle durch die Sicherheitsschleuse gekommen war, verteilte Zauberkugeln an alle und gerade als die Armee von Tarunern und Kämpfern um die Ecke schoss, verschwanden sie.

In Hewien standen sie an der Bankzweigstelle zur Geldüberweisung. Das war schon irgendwie ironisch, dachte Notwen.
Sie trafen auf Abanderada und gingen nach Süden.
In einer nahe gelegenen Höhle hatte er noch ein paar Zauberkugeln versteckt und im nächsten Moment standen sie in Anatubien.
Sie quartierten sich im Hotel ein und trafen sich zur Lagebesprechung.
„Satz mit x, war wohl nix. Hab ich ja gleich gesagt…", murmelte Chontamenti.
„Keine Sorge Regengesicht, ich wüsste da was…", meinte Blanche.
Plötzlich hatte er wieder den Aktenkoffer in der Hand und öffnete ihn.
Hinein blickten die neun Auftragskiller. Zurück blickte der Prisma-Kristall.

Videm Corume betrat das Juweliergeschäft in Konlir.
Nun, eigentlich war es kein offizielles Juweliergeschäft, eher ein inoffizielles. Ein illegales Geschäft. Ein verbotenes Geschäft.
Aber er kannte den Arbeiter der dieses Geschäft betrieb und nur das zählte.
Er legte ihm einen Kristall, augenscheinlich im Wert von fünf Millionen Goldmünzen vor die Nase.
Der Arbeiter studierte ihn genau, blickte dann auf und schüttelte den Kopf.

Videm verließ das Geschäft.
Vorübergehende Passanten hätten ihn vielleicht, wenn sie aufmerksam gewesen wären, etwas sagen hören, oder zumindest den angeblichen Edelstein in seiner Hand bemerken können. Videm betrachtete noch einmal den Stein in seiner rechten Hand.
„Ich glaube", murmelte er, „dies ist der Beginn einer wunderbaren Feindschaft, Notwen Caasi…"