Akzeptanz
Energisch klopfte House mit seinem Stock gegen Cuddys Haustür. Beinahe erwischte er Cuddy damit am Arm, als diese plötzlich die Tür öffnete.
„House!" Verärgert sah Cuddy ihn an und schlang die lange Strickjacke, die sie über einer alten Jeans und einem T-Shirt trug, etwas enger um ihren Körper.
„Sie haben gelogen!", triumphierte House.
Hochmütig hob sie eine Braue. „Und sie waren eifersüchtig!"
„Und sie lenken vom Thema ab." Er drängte sich an Cuddy vorbei in ihre Wohnung.
„Tue ich nicht!", verteidigte sie sich vehement und folgte ihm aufstöhnend in ihr Wohnzimmer.
Mitten im Raum stehend drehte er sich zu ihr um. „Tun sie doch."
„Tue ich nicht."
„Doch."
„Das reicht." Sie erhob abwehrend ihre Hände. „Nur weil sie es immer wieder behaupten, haben sie noch lange nicht recht. Ich habe gelogen..."
„Ha!"
Sie ignorierte ihn. „...weil sie eifersüchtig waren."
„Aber das war ich nicht!"
„Ich bitte sie..." Cuddy schnaubte ungläubig. „Sie waren so grün vor Eifersucht, wie der Hulk vor Wut."
„War das grade eine Metapher mit einem Comic-Helden?" Mitleidig schüttelte House den Kopf. „Sind sie wirklich schon so tief gesunken, Cuddy?"
Sie rollte mit den Augen. „Jetzt lenken sie vom Thema ab..."
„...um auf das eigentliche Thema zurückzukommen." setzte House ihren Satz fort und grinste. „Also gestehen sie, Cuddles, wieso haben sie mich angelogen?"
Erst sah sie ihn nur an, dann grinste sie ebenfalls und ging langsam, mit schwingenden Hüften auf ihn zu. Kurz vor ihm stoppte sie. House drehte seinen Kopf leicht von ihr weg und beobachtete sie misstrauisch.
„Ich habe gelogen, um eine Theorie zu überprüfen.", erklärte sie und leckte sich über die Unterlippe.
Fasziniert starrte House auf ihren Mund und vergaß dabei beinahe seinen Argwohn. Beinahe. Er verzog sein Gesicht und lies seinen Blick von ihren Lippen zu ihren Brüsten schweifen. „Was für eine Theorie sollte das sein?"
Genervt legte Cuddy einen Finger unter sein Kinn und zwang ihn, wieder aufzusehen. „Aufgrund ihres heutigen Verhalten, verhärtete sich in mir der begründete Verdacht, dass sie mich für sich selbst wollen, weil sie mich mögen, Dr. House."
House verdrehte die Augen. „Dass sie noch so geschwollen quatschen können, wenn sie Unsinn reden..."
Cuddy ignorierte ihn und zählte stattdessen an ihrer rechten Hand ihre Beweise ab. „Erstens" Zeigefinger. „Sie belagern mein Büro und ekeln den Dermatologen weg."
„Ja-ha, weil er ein Idiot ist!"
Sie hob eine Braue. „Zweitens" Mittelfinger. „Sie wollen mich zum Sex überreden."
„Für ne ordentliche Nutte zahlen sie mir zu wenig..."
„Drittens" Statt einen weiteren Finger zu erheben, pickste sie ihn mit ihrem Zeigefinger gegen die Brust. „Sie. Sind. Hier."
Mit seiner linken Hand schnappte er sich ihr Handgelenk. „Weil. Sie. Gelogen haben."
„Als. Teil. Des Tests!" Cuddy entzog ihm ruckartig ihr Handgelenk. „Der eigentlich interessante Teil dieser Situation ist doch, warum sie eigentlich hier sind, House." Herausfordernd sah sie ihn an. „Also, House, warum sind sie hier?"
„Das wissen sie nur zu genau." Er hob arrogant eine Augenbraue.
„In der Tat." Sie grinste fies. „Das ich gelogen habe, hätten sie mir auch Montag unter die Nase reiben können. Aber sie mussten heute Abend vorbeikommen, weil sie sicher gehen wollten, dass ich wirklich gelogen habe. Weil sie mich für sich allein haben wollen..." Sie platzierte eine Hand auf seine Schulter, stellte sich auf ihre Zehenspitzen und flüsterte ihm ins Ohr: „Weil sie mich mögen. "
Sein ganzer Körper spannte sich an, als er ihren Atem auf seiner Haut spürte. Seine rechte Hand krampfte sich um seinen Stock. Nur sehr langsam, fast gemächlich, zog Cuddy sich grinsend von ihm zurück, blieb aber nah genug bei ihm, sodass sich ihre Oberkörper beinahe berührten. „Also seien sie ein Mann, House, und geben sie es zu!", forderte Cuddy ihn schließlich auf. Ihre Augen funkelten.
Wieder fiel sein Blick auf ihren Mund. Durch diese Nähe war sie dazu gezwungen, ihren Kopf etwas nach hinten zu lehnen, um ihn weiter in die Augen schauen zu können und präsentierte ihm dabei einladend ihre vollen Lippen. House schluckte trocken und räusperte sich, antwortete jedoch nicht sondern starrte einfach weiter auf ihren Mund. Langsam würde Cuddy unruhig. Nervös befeuchtete sie ihre Lippen mit der Zunge.
Als er ihre feuchte rosa Zunge über ihre vollen Lippen gleiten sah, setzte irgendetwas in seinem Kopf aus. Ohne sich seines Handelns auch nur bewusst zu sein, lies er seinen Stock fallen und schlang seine Arme eng um ihren Körper. Sein Mund verschloss den ihren, noch bevor sein Stock mit einem lautem Knall auf dem Boden aufschlug.
Im ersten Moment war Cuddy zu geschockt, um zu reagieren, doch nach nur wenigen Sekunden löste sie sich aus ihrer Starre und legte beide Hände sanft auf sein Gesicht und streichelte mit ihren Daumen über seine rauen Bartstoppeln, während sie genüsslich seinen Kuss erwiderte.
„Ich wusste es." seufzte Cuddy zwischen mehreren kleinen Küssen und drängte ihr Becken gegen seines. „Ich wusste es..."
„Du" Kuss. „wusstest" Kuss. „was?" Kuss.
Mühsam öffnete House seine Augen und beute sich ein Stück zurück, weg von Cuddys verlockend glänzenden Lippen. „Du wusstest was?" wiederholte er, diesmal ohne von Cuddys Küssen unterbrochen zu werden.
„Hm?" Cuddy hob sich auf die Zehenspitzen, auf der Suche nach seinem Mund. Ihre Augen waren geschlossen und sie wirkte zufrieden, wenn auch ein bisschen sehnsüchtig. Ihre Hände verschränkten sich hinter seinem Nacken und versuchten seine Lippen zurück zu ihren zu dirigieren. Widerstrebend, jedoch stolz auf seine Selbstbeherrschung schob House sie ein Stück von sich.
„Du wusstest was?" wiederholte er erneut.
„Bitte?" Verwirrt blinzelte sie ihn an und versuchte sich angestrengt auf seine Worte zu konzentrieren. Langsam breitete sich Verständnis in ihr aus. „Ich wusste, dass du mich willst." Lächelnd hob sie eine Braue und massierte mit ihren Fingern sanft seinen Nacken. „Und jetzt habe ich dich... Also stell nie wieder meine Theorien in Frage..." Ihr Griff um seinen Nacken wurde fester und sie zog seinen Kopf für einen weiteren Kuss zu sich. „Obwohl... Tu es doch. Du bist so sexy, wenn du mit mir diskutierst..." fügte sie noch schnell hinzu, kurz bevor sich ihre Lippen trafen.
Einige Minuten später lehnte House seine Stirn außer Atem gegen Cuddys. „Ich bin also sexy, wenn ich mit dir diskutiere, ja?" er grinste und fuhr mit seinen Händen über ihren Rücken, bis sie schließlich kurz über ihrem Po zur Ruhe kamen.
„Mhm..." Sie drückte ihren Mund gegen seinen Hals und atmete tief seinen Duft ein. „Und wie..."
„Also hast du vorhin der Diskussion wegen vom Thema abgelenkt?" hakte er nach.
„Netter Versuch, House." Cuddy kicherte leise und schmiegte sich enger an ihn. „Aber ich habe nicht abgelenkt... Du warst eifersüchtig und durch meine Lüge habe ich das bewiesen...meine Theorie, du erinnerst dich?"
Er murmelte unverständliches, während seine Hände gemächlich auf ihren Po wanderten. Sie knabberte kurz an seinem Kinn. „Du warst auch sehr sexy, als du eifersüchtig warst." erklärte sie ihm heiser, einen offenen Kuss auf seinen Kiefer pressend. „So völlig auf mich fokussiert..."
„Ich bin immer fokussiert, wenn wir uns unterhalten." brummte House und knetete ihren Hintern.
Cuddy nickte leicht. „Weil du mich willst." Sie küsste seinen Mundwinkel und rieb ihren Unterleib verheißungsvoll gegen seinen.
„Im Moment will ich dich mehr als du ahnst..." Aufstöhnend küsste er sie. Dies sollte der letzte vollständige Satz bleiben, den House in dieser Nacht artikulierte.
ENDE
Bitte sagt mir doch, ob´s euch gefallen hat.
