So, diesmal gibt es das Kapitel zum Wochenende wieder pünktlich. Und weil ihr so lange warten musstet, ist es auch ein bisschen länger…

11. Aller Katzen Feind

Als Lucy sich gegen die feuchte Gewölbewand lehnte, fühlte sie sich erschöpfter als nach einer Arithmantikarbeit. Um das leichte Zittern unter Kontrolle zu bekommen, hielt sie energisch die Arme verschränkt. Wie hatte er das nur geschafft? Wie hatte er allein durch diesen Blick eine solche Panik in ihr erzeugt? Zum ersten Mal in ihre Leben war Lucy sich sicher, dass die Geschichten um Snapes Death- Eater- Sein mehr als böse Gerüchte waren. Allein die Erinnerung an seinen Blick verstärkte das Zittern. Es gabt Seiten an diesem Mann die Lucy nicht kennen lernen wollte.

Oder doch? Das Mädchen hielt verunsichert inne. Es war ja immerhin ein Teil von ihm... Und dieser Teil übte ja doch einen nicht unerheblichen Einfluss auf sein düster- arroganten- sarkastischen Wesens aus, das dummerweise so unverschämt sexy war...

Hm... schwierig... Während Lucy, beeinflusst von den Nachwirkungen des Adrenalinstoßes, noch überlegte, hörte sie plötzlich das Geräusch von sich nähernden Schritten. In diesem Augenblick wurde ihr bewusst, dass sie mindestens seit zehn Minuten vor Prof. Snapes Bürotür stand. Um einer weitere Begegnung mit Snape oder einem anderen Menschen an diesem Ort zu vermeiden, fasste sie einen raschen Entschluss. Die Augen fest geschlossen konzentrierte sie sich auf die Verwandlung...

Als sich ihre Lider wieder öffneten, blickte sie direkt auf ein paar alte braune Schuhe und den ziemlich verschlissenen Saum einer dunkelgrauen Robe. „Na was machst du denn hier?" Lucy hob den Blick und begegnete, oben angelangt, direkt den Augen ihres DADA- Lehrers. Da sie auch in dieser Form kein sonderliches Interesse daran hatte Snape erneut zu begegnen, sprang Lucy zwischen die Füße des Professors und flüchtet von dort aus in den Gang.

Sie war circa einen halben Meter gekommen, als eine starke Hand sie im Genick packte. Bevor sie sich von dem Schock erholen konnte, entfernte sich plötzlich der Boden und Lucy spürte, wie sie durch die Luft gewirbelt wurde. Als die Welt wieder aufhörte zu schaukeln, fand sich das Kätzchen vor dem Gesicht des Lehrers wieder. Für einen Moment war Lucy fassungslos. Solch schnelle Reflexe hätte sie Prof. Lupin nie zugetraut. Gerade weil ihn nie etwas aus der Ruhe zu bringen schien, mochte sie den freundlichen Lehrer mit den sanften Augen.

Sanft? Auf die gegebene Entfernung stellte Lucy plötzlich fest, dass die dunkelbraunen Augen an diesem Abend alles andere als sanft waren. Trotz des etwas verwunderten Blicks, wirkten sie wild und schienen unnatürlich zu leuchten.

„Weißt du meine Kleine, irgendwie kommst du mir komisch vor, irgendwie riechst du auch ... Au!" Als sich das Gesicht des Mannes dem Kätzchen näherte, stieg auch diesem plötzlich ein Geruch in das feine Näschen. Lucy wusste nicht, was sie da roch, aber was sie wusste war, dass sie es nicht mochte. Alles in ihr schien vor diesem Geruch flüchten zu wollen. Und so krümmte sich der kleine Körper erst zu einem Buckel und krallte sich dann um die Hand des Mannes. Im selben Moment war der Flur von Schmerzensschreien und Fauchen erfüllt. Ohne sich dessen bewusst zu werden, kämpfte Lucy mit um sich beißenden Zähnen und ausgefahrenen Krallen um ihre Freiheit.

„ICH WILL WISSEN WAS DIESER RADAU SOLL!!" Erst als Snape zu schreien anfing, kam sie wieder zur Besinnung kommen. Halb benommen starrte sie auf den Mann, der in der Türöffnung stand und wütend zu ihnen starrte. Als Snape das Kätzchen bemerkte, veränderte sich sein Blick schlagartig. Die Züge wurden sanfter und ohne ein weiteres Wort, nahm er Lupin das Tier aus der Hand. Nachdem er sie eingehend gemustert hatte, wandte Snape sich von der Katze wieder zu seinem Kollegen. „Was willst du hier, Vollmond ist erst in zwei Tagen?" Verständnislos blickte Lucy von einem Mann zum anderen. Vollmond?

„Ich will auch keinen Trank, ich wollte mit dir Reden."

„Reden?" Gedehnt kam die Frage über Snapes Lippen. „Ich wüsste nicht, worüber wir reden sollten."

„Es sei denn", setzte er erneut an, „du brauchst Haustiertipps. Und da kann ich dir bloß zu einem raten: einschläfern ist die beste Lösung für zugelaufene Straßenköter." Mit diesen Worten und einem gehässigen Lächeln, wandte sich Snape zur Tür und trat in sein Büro.

Lupin schien allerdings nicht gewillt sich mit dieser Reaktion abspeisen zu lassen. Er folgte dem Mann und schloss die Tür. Snape hatte Lucy unterdes auf dem Schreibtisch abgesetzt und begonnen sie zu untersuchen. Aus hab geschlossenen Augen (Snapes vorsichtige Berührungen verfehlten ihre Wirkung nicht) beobachtete Lucy, wie sich Lupin direkt hinter seinen Kollegen stellte. Dann schob er seinen Kopf über Snapes Schultern und blies sachte in dessen Ohr. „Wir müssen auch nicht reden, Severus." Lucy riss die Augen auf. Bei soviel Sex in der Stimme, war es ein Wunder, dass der Mann noch so gelassen aussah. War denn jeder an dieser Schule auf Snape scharf? (Anmerkung der Autorin: rhetorische Frage)

Snape wich mit einem unwilligen Gesichtsausdruck zur Seite aus und drehte sich dann zu seinem Kollegen um. „Ich wüsste nicht, was ich sonst mit dir tun sollte Lupin. Gespräche an sich sind immerhin schon eine unerträgliche Zumutung."

Lupin gab ein leises Lachen von sich. „Was ist er doch immer abweisend, der Master of Potions. Dabei spüre ich doch was du willst..."

Gleichzeitig mit dem Schritt den Lupin auf ihn zumacht, wich Snape zurück. „Bedauerlich Lupin, ich würde sagen du bist der einzige Wolf den die Natur mit dem Gespür eines Wasserhahns ausgestattet hat."

„Wasserhahn, Sev? Ein tröpfelnder vielleicht? Unterbewusst scheinst du ja schon weiter zu sein."

Angewidert verzog Snape das Gesicht. „Weiter weg in jedem Fall. Allerdings reicht selbst meine Phantasie kaum aus, um sich ein ‚weit genug' vorzustellen."

Lupin lachte erneut. „Deiner Phantasie Severus, kann ich gern ein wenig zur Hand gehen." Mit diesen Worten überwand er die letzte Distanz zu seinem Gegenüber und gab Snape einen schnellen Eindruck von seiner Fingerfertigkeit. Bevor Snape nach magischen Hilfsmitteln greifen konnte, hatte Lupin seine Handgelenke gepackt. Die beiden rangen für einige Minuten, bis es Lupin schließlich gelang den anderen auf den Schreibtisch zu werfen. Lucy rettete sich erschrocken auf den Stuhl und verfolgte die Szene von dort aus weiter.

Heftig keuchend beugte sich Lupin über den Meister der Zaubertränke. Dieser bewegte sich nicht mehr, starrte aber wütend zu dem anderen hinauf. „Rühr mich an und du bereust es Lupin. Ich wollte schon lange einen neuen Bettvorleger." Presste er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor."

Lupin fuhr mit beiden Händen über Snapes Oberkörper und drückte ihn, bei den Schultern angekommen, auf das harte Holz. Dann beugte er sich langsam zu Snape hinunter und begann dessen Hals zu küssen. „Bett," ertönte es aus dem Gewühl von schwarzen und braunen Haaren," ist doch schon ein sehr guter Anfang..."

„Wenn du glaubst-" Snapes Einspruch wurde schnell von Lupins Mund erstickt. Lucy beobachtete wie der lautlose Kampf der beiden in harte Küsse überging. Lupins Zunge schien Snape geradezu vergewaltigen zu wollen, woraufhin dieser sich beißend zur Wehr setzte. Nichtsdestotrotz wanderten Snapes Hände von Lupins Nacken dessen Rücken hinunter und zogen diesen, als sie etwas zum Halten fanden, nähern an sich heran. Lupin stöhnte und begann mit seinen Fingern an Snapes Gürtel zu hantieren. Er riss ihm die Hose von den Hüften und schob sich ein wenig tiefer.

„Weißt du Severus, wenn James dich damals tatsächlich deiner Unterhose entledigt hätte, wäre ich dir wahrscheinlich schon damals weniger zurückhaltend begegnet."

„Halt dein M-"

„Der Rest des Satzes ging in einem Stöhnen unter. Lupin hatte sich von bissigen Kommentaren auf eine bessere Methode besonnen um Snape sprachlos zu machen und diese schien ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Keuchend und mit halb geschlossenen Augen lag der Master of Potions auf seinem Schreibtisch. Ein paar Haarstränen hingen über dem verschwitzten Gesicht und die langen blassen Finger krallten sich in die hölzerne Unterlage.

Auf Lupin schien Snape in dieser Verfassung eine besonders stimulierende Wirkung zu haben. Er ließ plötzlich von ihm ab und öffnete hastig die eigene Hose. Dann zog er den anderen Mann zu sich heran und drang ohne weitere Vorbereitung in ihn ein. Snapes schrie auf, doch Lupin gab ihm nicht die Möglichkeit zur Erholung. Snapes Körper bäumte sich unter den harten Stößen des anderen auf. Nach und nach verfiel auch er in rhythmisches Stöhnen. Lupin hatte den Kopf in den Nacken gelegt und sein braunes Haar wippte in der Bewegung. Der Keller war wie immer eisig und so konnte Lucy sehen wie der Atem der beiden in weißen Wölkchen über ihren Lippen hing. Unter Lupins Fingernägel zeigten sich rote Streifen auf Snapes heller Haut und das Keuchen schien sich immer mehr seinem Höhepunkt zu nähern. Lucy hatte jegliche Gedanken längst aufgegeben. Alles was sie konnte war mit weit aufgerissenen Augen zum Schreibtisch zu starren und dieser Zustand hätte vielleicht auch für die nächsten Stunden angehalten, wenn nicht plötzlich die Tür krachend aufgesprungen wäre.