Ich weiß es hat diesmal wirklich ewig gedauert und das schlechte Gewissen hat mich schon arg gequält. Aber ich habe momentan leider wirklich so viel zu tun und die Tatsache, dass die Geschichte sich ihrem Ende nähert (naja, ein paar Kapitel sind es schon noch), macht es nicht leichter. Eine Freundin von mir liest seit HP 6 einfach nicht mehr weiter, weil sie es nicht enden lassen möchte (Respekt!). Bei mir ist das hier so ähnlich, irgendwie is die Story so der letzte Faden zu Potterversum… Aber ich geb mir Mühe euch nicht mehr so lange warten zu lassen, versprochen. Bei mir ist es nur noch diese und nächste Woche eng, dann gibt's wieder mehr Luft zum schreiben…

Kapitel 13. Aus die Maus

Lucy konnte später nicht sagen warum, beziehungsweise wie es überhaupt geschehen war. Sie sah die Zähne, den ohnmächtigen Lupin, Snapes dunkle Augen und... sprang. Von der erhöhten Position des Schreibtischstuhls aus, landete sie direkt auf der Nase des Hundes. Ohne zu zögern schlug sie ihre Krallen in jede erreichbare Stelle und hörte das wütende Aufheulen des Tieres. Sie spürte, wie sie geschüttelt wurde und krallte sich noch tiefer in das Fleisch. Plötzlich aber ging ein so heftiger Ruck durch das Tier, dass sie den Halt verlor. Einen Augenblick spürte Lucy wie sie flog. Dann hörte sie ein Schnappen und gleich darauf breitete sich ein stechender Schmerz in ihrem Körper aus. Die Umgebung verschwamm vor ihren Augen, wurde rot, dunkeler und schließlich schwarz. Der Schmerz verschwand.

Als Lucy wieder zu sich kam, war das erste, was sie fühlte Kälte. Ihr gesamter Körper schien aus Eis zu bestehen und das Gefühl in den verschiedenen Körperregionen war nur noch schwach vorhanden. Noch im Halbschlaf hob Lucy die Hand um nach ihrer Decke zu tasten und zuckte zusammen. Die Bewegung hatte ein Gefühl ausgelöst, dass Lucy wahrscheinlich als ‚tausend kleine Nadeln stechen in den Arm' beschrieben hätte. Doch erstens hatte ihr noch nie jemand tausend kleine Nadeln in den Arm gestochen und so fehlte der direkte Vergleich. Und zweitens löste das Zucken eine solche Welle von Schmerzen aus, dass jegliche Gedanken über die Beschreibung verdrängt wurden.

„Nicht bewegen." Die Stimme klang nüchtern, aber vertaut und so wagte Lucy zumindest ihre Augen zu öffnen. Dicht neben sich erkannte sie die noch etwas verschwommenen Züge des Zaubertranklehrers. Als die Konturen sich verschärften, ließ Lucy den Blick auch über den übrigen Raum schweifen. Im weichen Licht mehrerer Kerzen, erkannte sie das Schlafzimmer des Lehrers.

Apropos Lehrer. Lucys Blick wanderte zurück zu Snape und betrachtete ihn mit einem gewissen Grad an Verwirrung. Er saß mit verschränkten Armen vor dem Bett und sein Gesicht zeigte wie so oft keine Regung. Bett? Als sie versuchte sich ein wenig aufzurichten, kam der Schmerz zurück. Snapes rechte Hand zuckte nach vorn und blieb kurz über ihrer Schulter in der Luft stehen. „Nicht bewegen habe ich gesagt. Zumindest zu ihrem eigenen Wohl könnten sie einmal auf mich hören Miss Wilde."

Lucy widerstand der Versuchung zu nicken und blinzelte nur in müder Zustimmung. Die Kälte in ihrem Körper begann einem eigenartigen, aber nicht unangenehmen Kribbeln zu weichen. Lucy fühlte, wie sich einige nagende Gedanken in ihr Bewusstsein schieben wollten, doch bevor dies geschehen konnte, fiel sie erneut in erschöpften Schlaf.

Das zweite Erwachen begann mit einem Hustenanfall. Röchelnd stemmte sich das Mädchen in eine sitzende Position und schnappte nach Luft. Als letztere wieder regelmäßig in ihre Lunge gelangte, schaute sie sich mit tränenden Augen um. Der Lehrer saß immer noch neben dem Bett. Dieses Mal zeigte sein Gesicht allerdings die typische hochgezogene Augenbraue und in der Hand hielt er eine kleine Phiole.

„Sie im Schlaf zu vergiften dürfte sich wohl als schwieriges Unterfangen erweisen. Ich werde diese Tatsache gegebenenfalls berücksichtigen. Wenn ich sie nun bitten dürfte diesen Trank bei Bewusstsein zu sich zu nehmen? Ich will mir nicht noch einen Kinnhaken einfangen."

Völlig irritiert ließ sich Lucy das Fläschchen in die Hand drücken und trank dessen Inhalt. Ein warmes Brennen lief daraufhin ihre Kehle hinunter und breitete sich von dort aus in den restlichen Körper aus.

Noch immer benommen ließ sich das Mädchen in die Kissen zurück sinken. Die Decke des Zimmers schwankte beunruhigend, doch etwas schien sie daran hindern zu wollen wieder in den ohnmachtsähnlichen Schlaf zu sinken. Es kratzte an dem Nebel der sie so angenehm weich umgab und versuchte sich mit aller Macht in ihr Bewusstsein zu drängen. Nach einer Weile hörte der Raum auf sich zu drehen und schien nur noch leicht zu zittern. Lucy drehte den Kopf zur Seite. Snape saß nach wie vor auf seinem Platz und starrte kalt auf sie herunter. Lucy blieben noch ganze 5 Gnadensekunden bis die Erinnerung zurückkehrte und sie, einem Petrificus Totalus gleich, versteinern lies. Als sich ihre Finger in die Bettdecke krallten ertönte von der Seite her ein höhnisches Schnauben. Lucys Augen weiteten sich vor Entsetzten als sie erkannte, dass der Lehrer keineswegs so kalt war wie er im ersten Moment gewirkt hatte. Vielmehr schienen sich unter einer dünnen Maske der Gleichgültigkeit die Emotionen zu jagen. Und ein Blick aus den schwarzen Augen machte dem Mädchen klar, dass sie nicht dabei sein wollte, wenn diese Emotionen die Oberhand gewannen.

Das Schnauben wiederholte sich und klang dieses Mal mehr nach einem Zischen. Für einen Moment glaubte das Mädchen, dass es bereits zu spät war. Dann wandte Snape sich abrupt ab und stand auf. Ohne sich noch einmal umzudrehen lies er sie wissen „In einer halben Stunde bin ich wieder hier. Sorgen sie dafür, dass dann nichts mehr übrig ist, was von ihrer Anwesenheit zeugen könnte.". Nach diesen Worten verlies er den Raum und nur wenige Sekunde später hörte Lucy die Wohnungstür ins Schloss fallen.