Ich weiß, es geht nicht vorwärts… erstens verspäte ich mich immer mehr und zweitens hat die Geschichte grad sone zähe Phase. Finde ich jedenfalls. Aber- wiederum erstens- die letzten 6 Wochen waren echt nicht ohne und ich bin schon arg stolz drauf überhaupt was geschrieben zu haben und zweitens schreibt ihr ja schließlich auch kaum (jetzt fängt se wieder an zu jammern…). Und solange kein Feedback mehr kommt, fühl ich mich auch kein Stück unter Druck gesetzt muhawhawhaw
14. Das Knäul rollt weiter
Später saß Lucy auf ihrem Bett und starrte in die Dunkelheit. Dass sie das überlebt hatte… Von diesem Streuner-Köter-Lupin-Lover-Was-auch-immer halb zerfleischt zu werden war ja eine Sache, aber mehr oder weniger unversehrt aus Snapes Schlafzimmer zu entkommen… Bei dem Blick! Lucy lief es eiskalt den Rücken runter.
Während in den Betten ringsum leises Schnarchen zu vernehmen war, begann das Mädchen geistesabwesend an ihren Fingernägeln zu kauen. Höchstwahrscheinlich, so überlegte sie, war das Wissen über Snapes und Harrys Beziehung ihre Rettung gewesen. Mit diesem Wissen konnte der Lehrer sie nicht an Dumbledore ausliefern. Allerdings hätte natürlich auch die Möglichkeit bestanden sie einen grausamen Tod sterben zu lassen und die kläglichen Überreste an den Riesenkraken zu verfüttern. Fast keine Reaktion zu bekommen, obwohl dem Mann die Mordlust aus den Augen geleuchtet hatte, war irgendwie ein bisschen seltsam. Als es draußen bereits heller wurde lies sich das Mädchen schließlich in ihr Kissen fallen. Vielleicht, dachte sie im Halbschlaf, vielleicht hat er mich ja doch ein bisschen gern.
Und ja tatsächlich, Snape hatte sie deshalb verschont, weil er sie gern hatte. Und Weihnachten verkleidete er sich jedes Jahr als Weihnachtsmann und beschenkte arme Muggelkinder. Und manchmal begleitete ihn der dunkle Lord im Engelskostüm und ließen es schneien, damit die kleinen Gesichter der Kinderchen vor Freude leuchteten. Für einen Moment hielt Lucy beim Rühren inne. Würden Snape die Goldlöckchen und Flügel nicht viel besser stehen? Vorsichtig zerkrümelte sie ein paar Billywigstacheln und konzentrierte sich dann wieder darauf ihr kleines Weihnachtsduo in den verschiedenen Kostümvarianten zu visualisieren.
Zu Lucys Entschuldigung muss gesagt werden, dass der Unterricht in den vier Wochen seit dem Vorfall nicht mehr viel Anreiz geboten hatte um ihm aufmerksam zu folgen. In den ersten Zaubertrankstunden schien anfangs alles wie immer. Doch während die übrigen Schüler ein gelegentliches Feedback erhielten, schenkte der Lehrer Lucy keinerlei Aufmerksamkeit. Außerdem hatte sie keine der eingereichten Hausaufgaben zurück bekommen und beim Vorlesen der Noten übersprang Snape ohne jegliches Stocken ihren Namen. Mit der ihr innewohnenden Sturheit war Lucy aber dennoch zu jeder Stunde in den modrigen Kellerraum gegangen und hatte versuchte die gestellten Aufgaben zu erfüllen. Mit der Zeit hatte die Klasse zu tuscheln begonnen und es dann wieder gelassen und Lucys Hoffnung das Schuljahr gut hinter sich zu bringen war langsam, aber stetig gewachsen. Im Prinzip war es ja egal ob er sie beachtete oder nicht. Lucy fand, dass sie auch gut allein lernen konnte wie man Zaubertränke braute. Und wenn sie dabei auch noch ungestört vor sich hinträumen konnte, hatte sich die Situation ja sogar verbessert.
Als Lucy sich gerade an die knifflige Aufgabe wagte die Rolle des Rudolph zu besetzen, wurde sie unsanft aus ihrem Tagtraum gerissen. In die glückliche Weihnachtswelt versunken, hatte Lucy nicht bemerkt, dass Zaubertranklehrer, ausgesprochen unengelhaft an ihren Kessel gekommen war. Er beugte sich kurz über den brodelnden Inhalt des letztgenannten und wandte sich dann an die Klasse. „Arbeite jemand von Ihnen an diesem Kessel?" Die übrigen Schüler wandten sich irritiert zu ihnen um und Lucy hob zögernd die Hand. Der Lehrer lies seinen Blick über die Klasse schweifen und starrte Lucy dann direkt in die Augen. „Niemand?" fragte er und ein leichtes Lächel umspielte seine Lippen.
Lucy biss die Zähne zusammen. „Doch Sir, ich."
„Nun, wenn niemand hier arbeitet, sehe ich keinen Grund an diesem Platz eine solche Sauerei zu veranstalten." Und mit einem Wink seines Zauberstabs verschwanden Lucys Zutaten und der halbfertige Trank.
Erst Malfoys Lachanfall holte Lucy in die Realität zurück. Das war zu viel. Wütend drehte sich Lucy zum Lehrertisch. „WAS Gl-" Doch noch bevor sie den Satz beenden konnte schien eine Welle heißer Luft sie zu überrollen. Ein seltsames Prickeln breitete sich von ihren Zehen- und Fingerspitzen über den gesamten Körper aus. Als es die Haare erreichte, stellten diese sich auf und zogen das Mädchen mit sich. Lucy wurde circa einen halben Meter in die Luft gehoben und hing dann dort, völlig unfähig sich selbstständig zu bewegen. Ihre Gliedmaßen schlenkerten wie die einer Marionetten sanft hin und her und ihre Stimmbänder versagten den Dienst. Der Lehrer hatte während des Vorgangs nicht einmal den Blick gehoben. Konzentriert saß er über eine Pergamentrolle gebeugt und fügte dem Text gelegentlich ein paar Notizen hinzu. Die Fingerspitzen seiner linken Hand berührten nur ganz leicht den Zauberstab, welcher unschuldig auf dem Schreibtisch ruhte.
